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Editorial

Marianne Eberhard-Kaechele

Abstract


Liebe Leserinnen und Leser, welchen Stellenwert hat evidenzbasiertes Wissen für die Praxis, und welche Rolle spielt Wissen, dessen praktische Evidenz wir erfahren, aber (noch) nicht wissenschaftlich erklären können? Die Artikel in dem vorliegenden Heft befassen sich unter anderem mit diesen Fragen und wählen dafür sehr unterschiedliche Zugänge, die zur Nachahmung anregen. Manfred Thielen beginnt seinen Beitrag mit einem philosophischen Exkurs zum Phänomen der Entfremdung als gesellschaftliches Problem. Er zeigt auf, wie er Forschungsergebnisse mit Erfahrungswissen verbindet, um den diversen Formen der Entfremdung zu begegnen und sie zu überwinden. Hier kann der/die LeserIn die konkreten Beschreibungen aufgreifen und praktisch erproben oder sich auf einer theoretischen Ebene fragen, welche Kombination aus Theorien und Studienergebnissen die eigenen Vorgehensweisen leitet. Ulrich Sollmann führt die LeserInnen in seinem alternativen Blick auf die Energie-Diskussion durch seine „Learning History“, eine Form der Reflexion der Entstehung der eigenen Überzeugungen und Standpunkte, die sich in unserem therapeutischen Handeln niederschlagen. Für ihn war es die Entdeckung der Erregung als Kraft, die Wirkung zeigt. Welche eindrucksvollen Erfahrungen haben wohl Ihre TherapeutInnen-Persönlichkeit jenseits wissenschaftlicher Diskurse geprägt, liebe LeserInnen? Sabine Ott lädt uns wiederum dazu ein, in ihre Schuhe zu schlüpfen, während sie anschaulich eine Intervention zur Nutzung des metaphorischen Potentials des Gehens vorstellt, sogar im Kontext von Online-Beratung. Die Wirkfaktoren der Technik sind noch nicht erforscht, aber die verblüffend ergiebige Wirkung können wir durch das Fallbeispiel ohne Mühe nachempfinden, was die Lust weckt, es selbst zu erproben. Allen Artikeln gemeinsam ist die Begeisterung für das Fach, die Faszination für Prozesse der Wandlung, der Wunsch, diese zu verstehen, und die Würdigung der Bereiche therapeutischer Prozesse, die sich eines wissenschaftlichen Zugangs entziehen. Frei nach Saint-Exupéry: Manches sieht man nur mit dem Herzen, manches spürt man nur mit dem Körper gut. Dr. rer. medic. Marianne Eberhard-Kaechele Mitherausgeberin „körper – tanz – bewegung“

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DOI: http://dx.doi.org/10.2378/ktb2022.art20d

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