Frühförderung interdisziplinär
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Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
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Frühe Hilfen rechnen sich
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Inga Wagenknecht
Uta Meier-Gräwe
Jörg M. Fegert
Die Betreuungs- und Bildungsdebatte wird seit einiger Zeit nun auch in Deutschland intensiv in der Politik und in der Gesellschaft geführt. Das Betreuungssystem soll ausgebaut und qualitativ verbessert werden. In dieser neuen „nachhaltigen“ Familienpolitik wurden von Beginn an auch ökonomische Argumente eingebracht – Ausgaben in diesem Bereich erhalten eine neue Bewertung als Investitionen in die Bildung des Humanvermögens. Neuere Forschungsergebnisse zeigen jedoch auch, dass Bildung in der Familie beginnt und Investitionen insbesondere dann eine hohe Rendite aufweisen, wenn sie die Kinder deutlich vor dem Schulbeginn erreichen. Besondere Bedeutung kommt der Unterstützung von Kindern aus benachteiligten Herkunftsfamilien zu. Frühe Hilfen, die Risiken für die Entwicklung eines Kindes früh erkennen und in diesem frühen Stadium die Eltern erreichen und unterstützen, um Überforderungen und einer Gefährdung des Kindeswohls vorzu-beugen, dürften in diesem Sinne besonders wirksam und aus wirtschaftlicher Sicht effizient sein. Internationale Studien weisen auf ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis von Präventionsprogrammen hin - im Projekt "Guter Start ins Kinderleben" wollen wir eine erste nationale Betrachtung durchführen.
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82 Frühförderung interdisziplinär, 28. Jg., S. 82 - 91 (2009) © Ernst Reinhardt Verlag München Basel Frühe Hilfen rechnen sich Inga Wagenknecht, Uta MeIer-gräWe, Jörg M. Fegert Zusammenfassung: Die Betreuungs- und Bildungsdebatte wird seit einiger Zeit nun auch in Deutschland intensiv in der Politik und in der Gesellschaft geführt. Das Betreuungssystem soll ausgebaut und qualitativ verbessert werden. In dieser neuen „nachhaltigen“ Familienpolitik wurden von Beginn an auch ökonomische Argumente eingebracht - Ausgaben in diesem Bereich erhalten eine neue Bewertung als Investitionen in die Bildung des Humanvermögens. Neuere Forschungsergebnisse zeigen jedoch auch, dass Bildung in der Familie beginnt und Investitionen insbesondere dann eine hohe Rendite aufweisen, wenn sie die Kinder deutlich vor dem Schulbeginn erreichen. Besondere Bedeutung kommt der Unterstützung von Kindern aus benachteiligten Herkunftsfamilien zu. Frühe Hilfen, die Risiken für die Entwicklung eines Kindes früh erkennen und in diesem frühen Stadium die Eltern erreichen und unterstützen, um Überforderungen und einer Gefährdung des Kindeswohls vorzubeugen, dürften in diesem Sinne besonders wirksam und aus wirtschaftlicher Sicht effizient sein. Internationale Studien weisen auf ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis von Präventionsprogrammen hin - im Projekt „Guter Start ins Kinderleben“ wollen wir eine erste nationale Betrachtung durchführen. Schlüsselwörter: Frühe Hilfen, Entwicklungsrisiken, Humanvermögen, Kosten-Nutzen-Analyse Prevention Pays Summary: For some time now, also in Germany the debate on childcare and education is intensively led in politics and society. The child care system is to be expanded and improved in quality. From the beginning on, economic arguments were part of this “sustainable” family policy. Expenditures in this context came to be regarded as investments generating human capital. But as research recently has shown, education begins in the family and investments have the highest returns when addressed to children far before they start school. Support for children from disadvantaged families is of particular significance. Early intervention is probably the most effective and economically the most efficient, if risks to the child’s development are early recognized and support to the parents is be given at an early state in order to prevent overstraining and threats to the well-being of the child. International studies suggest a positive cost-benefit-ratio of early intervention programs - with the project “A Good Start to Life” we want to make the first national approach. Keywords: Early intervention, developmental risk, human capital, cost-benefit analysis Vorbemerkung Die Debatte über die Bedeutung frühkindlicher Förderung, Bildung, Erziehung und Betreuung ist in Deutschland seit geraumer Zeit in vollem Gang. Zu Recht wird nun endlich auch hier zu Lande der zügige Ausbau von familienunterstützenden Infrastrukturen angemahnt und umgesetzt: Bis 2013 soll zumindest für 35 Prozent der unter dreijährigen Kinder ein Platz in einer Kita zur Verfügung stehen. Zugleich gewinnt die Frage nach verbindlichen Qualitätsstandards im System frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung und nach Wegen ihrer Überprüfung an Relevanz (vgl. Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats für Familienfragen BM- FSFJ 2008). Diese für Westdeutschland neue familien- und bildungspolitische Strategie ist doppelt motiviert und folgt auch ökonomischen Argumenten: Zum einen setzt sich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und einer absehbar steigenden Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften die Einsicht durch, dass das deutlich gestiegene, heute vielfach jedoch brach liegende Bildungs- und Erwerbspotenzial der jungen Frauengeneration zukünftig nur dann genutzt werden kann, wenn bereits vorhandene Kinder während ihrer werktäglichen FI 2/ 2009 Frühe Hilfen rechnen sich 83 Arbeitszeit gut versorgt sind und durch vielfältige Bildungsangebote nachhaltig gefördert werden. Gerade bildungsaffine Gruppen artikulieren in dieser Hinsicht einen großen Handlungsbedarf und setzen ihre Ansprüche auch zunehmend durch. Andere verzichten ganz auf Kinder - eine Tendenz, der mit dem Ausbau ganztägiger kindbezogener Infrastrukturen wirksam begegnet werden soll. Zum anderen wird mit dem Ausbau von Kindertagesstätten auf das Phänomen wachsender Armutsfolgen bei Kindern reagiert: Kindertagesstätten bieten Chancen, bei jenen Kindern kompensatorisch wirksam werden zu können, wo deprivierte Herkunftsmilieus offensichtlich keine hinreichend guten Anregungspotenziale bieten und entwicklungsadäquate Bildungsangebote kaum bereitstellen können. Es steht außer Frage, dass qualitativ gute Einrichtungen und resilienzfördernde Sozialräume für diese Kinder eine „strukturelle zweite Heimat“ sein und sich als Schutzfaktor erweisen können (Lanfranchi 2006, 135). Allerdings bleibt die Herkunftsfamilie die erste und wichtigste Sozialisationsinstanz für Kinder - aus welchem Milieu sie auch immer kommen: Gerade die frühe Kindheit - eine der wichtigsten Phasen der Humanvermögensbildung und Entwicklung des Säuglings und Kleinkindes - liegt in den Händen von Müttern, Vätern und anderen Betreuungspersonen (Pfeiffer & Reuß 2008). Bereits der 5. Familienbericht betont, dass die „Familie der bevorzugte Ort der Entstehung und Erhaltung von Humanvermögen 1 [ist]“ (BMFS 1995, 28). Der vorherrschenden „Dominanz erwerbswirtschaftlichen Denkens“ gibt der Bericht zu bedenken: „Im Lebenszyklus geht die familiale und schulische Sozialisation stets der Erwerbstätigkeit voraus. Nur mit dem Sozialisationserfolg von Familie und Schule wird effiziente Wirtschaft möglich“ (BMFS 1995, 27). Doch nicht allen Eltern gelingt es, eine Beziehung und Bindung zu ihren Kindern aufzubauen, ihre Kinder zu fördern, zu unterstützen und ihnen damit Fähigkeiten zu vermitteln, die als sog. „Daseinskompetenzen“ die Kinder befähigen, ihr Leben in eigenen Beziehungen, in der Gesellschaft und der Arbeitswelt zu gestalten. Deshalb ist es dringend geboten, gerade Eltern, die auf Unterstützung angewiesen sind, bereits in der sensiblen Statuspassage des Übergangs von der Partnerschaft zur Elternschaft zu erreichen und ihnen zielgenaue Hilfen zu geben, anstatt allein auf die kompensatorische Wirkung einer im weiteren Lebensverlauf evtl. besuchten Kita zu vertrauen, was in aller Regel nicht vor dem zweiten Lebensjahr der Fall sein wird 2 , oder gar bis zum Schulbesuch zu warten. Hier setzen Frühe Hilfen an. Es sind präventive Unterstützungs- und Hilfeangebote, die ab Beginn einer Schwangerschaft bis etwa zum Ende des dritten Lebensjahres eines Kindes angeboten werden und sich vorwiegend an Familien in belastenden Lebenslagen mit geringen Bewältigungsressourcen richten. „Die aus diesen Bedingungen resultierenden (statistischen) Risiken für ein gesundes Aufwachsen der Kinder sollen frühzeitig erkannt werden. Außerdem gilt es, die Eltern zur Inanspruchnahme passender Angebote zur Stärkung ihrer Erziehungskompetenz zu motivieren. Auf diese Weise soll der präventive Schutz der Kinder vor einer möglichen späteren Vernachlässigung und/ oder Misshandlung erhöht werden.“ So lautet die Zielstellung, die die Bundesregierung im Aktionsprogramm „Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme“ zu Frühen Hilfen formuliert hat. (http: / / www.fruehehilfen.de/ fileadmin/ fileadmin-nzfh/ pdf/ Fruehe_Hilfen_-_ Modellprojekte_in_den_Laendern.pdf). Dass Frühe Hilfen für Familien auch dem Staat und der Gesellschaft zugute kommen, da sie langfristig dazu beitragen, die Entwicklungschancen von Kindern zu verbessern und damit eine Investition darstellen, die sich in der Lebenslaufperspektive rentiert, ist ein Aspekt, der selten betrachtet wird - Leistungen, die wie die Frühen Hilfen von dem „nichtproduzierenden“, sog. Dritten Sektor, erbracht werden - z. B. von den Wohlfahrtsverbänden 84 Inga Wagenknecht et al. FI 2/ 2009 und privaten Haushalten - sind schwer bewertbar und finden in der traditionellen Ökonomie kaum Beachtung. Der Wert der in der Familie erbrachten Leistungen wurde erstmals im Zuge der Debatte über die „Zukunft des Humanvermögens“ berücksichtigt (BM- FS 1995) und erlangte seit PISA wieder steigende Bedeutung. „Der lange Arm der frühen Kindheit“ Bindung ist die Voraussetzung für Neugier und Explorationsverhalten (Ziegenhain 2007). Demzufolge ist es für eine positive Entwicklung eines Kindes von großer Bedeutung, seine Eltern und andere unmittelbare Bezugspersonen von Anfang an in einen Förderungs- und Behandlungsprozess einzubinden, aber auch ihre Erziehungskompetenzen und Beziehungsfähigkeiten zu stärken und einer Überforderung mit der neuen Lebenssituation vorzubeugen; die Entwicklung eines Kindes ist in diesem Sinne unteilbar. Mit anderen Worten: nachhaltige Erziehungs- und Bildungspartnerschaften zwischen professionellen Akteuren „rund um die Geburt“ und den Eltern sind ein Gebot der Vernunft und rechnen sich darüber hinaus. In diesem Zusammenhang ist zu betonen, dass es hier zunächst um den Aufbau von Bindungssicherheit und die Vermittlung von nicht kognitiven Fähigkeiten des Kindes geht. Kinder, denen ein „kompetenter Anderer“ (Holodynski 2006) jeweils zur richtigen Zeit zur Verfügung steht, erwerben bereits in der frühen Kindheit diverse Strategien, um Bildungsangebote und humankapitalfördernde Prozesse im weiteren Lebensverlauf selbstständig nutzen zu können. Inzwischen deuten viele Untersuchungen darauf hin, dass nichtkognitive Fähigkeiten für die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes unter Einschluss der Humankapitalbildung genau so wichtig sind wie kognitive Kompetenzen: So zeigt eine neuere US-amerikanische Studie, dass die aus guten selbstregulatorischen Fähigkeiten abgeleitete Selbstdisziplin eines Individuums für den akademischen Erfolg offenkundig eine größere Rolle spielt als dessen Intelligenz (Duckworth/ Seligman 2005). Der Nobelpreisträger für Ökonomie, James Heckman, hat bei seiner Erforschung der Bedeutung früher Förderung aus wirtschaftlicher Sicht die Bedeutung nicht kognitiver Fähigkeiten betont: „Es geht darum, den Charakter zu bilden und die kleinen Kinder zu motivieren … das ist viel wichtiger, als sich ausschließlich um kognitive Fähigkeiten zu kümmern“ (FAZ vom 17.8.08). Er hat Kosten für frühkindliche Bildungsprogramme den Folgekosten im Sozial-, Gesundheits- und Justizhaushalt gegenübergestellt, die einer Gesellschaft im weiteren Lebensverlauf benachteiligter Kinder entstehen, wenn solche Investitionen in Frühförderung und Bildung nicht vorgenommen werden. Seine Bilanz ist beeindruckend: die größte Rendite ist bei kind- und familienunterstützenden Programmen zu erwarten, die dem Schulbesuch zeitlich bereits deutlich vorgelagert sind. Außerdem sind solche Erträge bei Kindern aus benachteiligten sozialen Herkunftsmilieus deutlich höher als bei Kindern, die über einen bildungsstarken Familienbackground verfügen. Dass frühe Förderung und Bildung mit hohen Renditen verbunden ist, zeigt auch die Studie „Benefit Cost Analysis of the Abecedarian Early Childhood Intervention“ (vgl. Masse, Barnett 2002). Hier wurden ebenfalls die Kosten und der Nutzen früher Förder- und Bildungsangebote untersucht. Das dort betrachtete Angebot kostet zwar mehr, da es einen höheren zeitlichen Betreuungsumfang umfasst, die Ergebnisse weisen jedoch darauf hin, dass bei diesem Programm besonders nachhaltige Erfolge erzielt werden können, die auf diese sehr intensive, umfangreiche Ausgestaltung zurückgeführt werden. Die Kinder des Abecedarian Programms wurden länger (vom Säuglingsalter bis zum fünften Lebensjahr) und mit höheren Betreuungszeiten (bis zu zehn Stunden) gefördert. FI 2/ 2009 Frühe Hilfen rechnen sich 85 In der frühen Kindheit wird die konkrete Ausformung der Gehirnstrukturen, deren Rahmenwerk von der genetischen Ausstattung vorgegeben wird, durch positive und negative Erlebnisse wesentlich beeinflusst (Pfeiffer/ Reuß 2008). Zudem können Bildungs- und Entwicklungsangebote von Kindern nur dann gut angenommen werden, wenn sie in intakte und unterstützende Beziehungsstrukturen eingebettet sind. Von besonderer Bedeutung sind dabei zunächst die Bindungsbeziehungen, die ein Kind in seiner Familie erfährt. Es handelt sich dabei um starke affektive und innige Beziehungen, wie sie ein Kind normalerweise zu seinen Eltern entwickelt. Für die Gehirnentwicklung sind also die Erfahrungen in der frühen Kindheit, die das Kind im täglichen Umgang mit den Eltern und der unmittelbaren Umgebung machen wird, strukturbildend. Aktuelle Befunde aus der neurobiologischen und entwicklungspsychologischen Forschung haben nachweisen können, dass Säuglinge schon im ersten Lebensjahr zur extrem raschen Nutzung von Information aus der Umwelt fähig sind - die Gehirnstrukturen werden bereits in den ersten Lebensmonaten nachweislich durch erfahrungsabhängige Lernprozesse angereichert und differenziert. „In dieser Zeit gibt es kritische und/ oder sensible Phasen in dem Sinne, dass Versäumnisse in der Entwicklung von Fähigkeiten später nicht oder kaum mehr kompensiert werden können“ (Pfeiffer, Reuß 2008, 4). Hier liegt der wesentliche Grund dafür, dass die frühe Kindheit diejenige Phase der Humankapitalbildung im Lebenszyklus ist, in der Investitionen die höchsten erwarteten Erträge aufweisen (Amor 2003; Heckman 2000 in Pfeiffer, Reuß 2008). Dass Kinder aus armen und bildungsfernen Familien kaum Aufstiegschancen haben und deshalb frühe Förderung ein Gebot der Stunde ist, wird mittlerweile nicht nur in Spezialistenkreisen anerkannt, sondern ist insbesondere auch durch die Arbeit der Ber- Rate of return to investment in human capital r Preschool programs Schooling Job training Preschool Age 0 School Post-school Opportunity cost of funds Abbildung 1: Erträge der Investitionen von Humankapital bezogen auf ihren Beginn bei gleicher Investition über alle Lebensaltersstufen. Heckman & Masterov, 2007 86 Inga Wagenknecht et al. FI 2/ 2009 telsmann Stiftung mittlerweile Teil des ökonomischen „common sense“, wie er sich im Wirtschaftsteil von Tageszeitungen ausdrückt. So titelten Rainer Hank und Winand von Petersdorff im Wirtschaftsteil der FAZ am 17. 8. 2008 kurz und knapp „Mehr Bildung für die armen Babys. Die Ungleichheit beginnt mit der Geburt. Kinder aus armen und bildungsfernen Familien haben kaum Aufstiegschancen, es sei denn, man kümmert sich schon im Krabbelalter um sie. Später ist zu spät … Kinder von Eltern mit niedriger Bildung gelingt selten ein höherer Abschluss“. Die Autoren dieses Beitrags beziehen sich ebenfalls auf die von Heckman analysierten Daten aus dem Perry Preschool Project in Ypisilanti, Michigan und kontrastieren diese Befunde mit den deutschen Ausgaben für öffentliche Bildung in der Lebenszyklusperspektive (Wößmann 2008). Dieser stellt fest, dass wir gerade bei unseren Investitionen im Vorschulbereich und noch in der Primar- und Sekundarstufe den OECD- Durchschnitt deutlich unterschreiten. Erst bei den Investitionen in berufliche und weiterführende Bildung übersteigt dann das deutsche Engagement den OECD-Durchschnitt. Das Fazit des FAZ-Artikels: „Tatsächlich offenbart sich hier eine grundlegende Schwäche des Sozialstaates. Er kümmert sich wenig um die Ungleichheiten der Menschen am Beginn des Lebens und gibt stattdessen später, wenn es zu spät ist, viel Geld aus, um Gleichheit herzustellen - mit geringem Erfolg. Frühkindliche Bildung ist nicht nur gerechter, sie ist auch effizienter. Das befriedigt die Ökonomen“ (FAZ vom 17. 8. 2008). Doch frühe Bildung und frühe Bindung, d. h. Erziehungskompetenz und Beziehungskompetenz sind gerade im frühen Lebensalter nicht zu trennen. Entwicklungs- und Verhaltensprobleme bei Kindern beginnen häufig zunächst mit Problemen in der frühen Eltern-Kind-Interaktion und sind in diesem Frühstadium oft noch diskret und nicht klinisch auffällig. Hier liegen Chancen früher Förderung. Die Forschung belegt, dass die Stärkung elterlicher Beziehungs- und Erziehungskompetenzen ein kostengünstiges und wirkungsvolles Angebot zur Prävention von Kindeswohlgefährdung bzw. Vernachlässigung ist (Fegert 2005). Im EU-Grünbuch Seelische Gesundheit, findet sich eine Darstellung der Folgekosten von Verhaltensauffälligkeiten und psy- Abbildung 2: Langzeitkosten psychischer Gesundheitsprobleme umgerechnet auf Euro zum Preisniveau 2002 (Scott, Knapp, Henderson & Maughan, 2001. Umrechnung in Euro durch David McDaid, Mental Health Economics European Network). Grünbuch der Europäischen Kommission 2005 FI 2/ 2009 Frühe Hilfen rechnen sich 87 chischen Störungen im Kindes- und Jugendalter. Diese macht deutlich, welche erheblichen Folgekosten in allen möglichen gesellschaftlichen Bereichen, aber insbesondere im Bereich der Justiz, des Bildungswesens und später der Sozialhilfe dann entstehen, wenn es nicht gelingt, frühe Verhaltensauffälligkeiten durch frühe Förderung zu vermeiden oder wenn gar aus Verhaltensauffälligkeiten diagnostizierbare und behandlungsbedürftige psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter werden. Effektivitäts- und Effizienzbetrachtungen in der Sozialen Arbeit Eine Betrachtung, wie sie Heckman vorgelegt hat (vgl. Heckman, Masterov 2007), die der Sozialen Arbeit die Ökonomie an die Seite stellt, war in Deutschland, in diesem durch die Prinzipien der Wohltätigkeit und Gemeinnützigkeit geprägten Feld, lange Zeit nicht vorstellbar. Die einzige ökonomische Größe, die erfragt und damit erfasst wurde, war die der Ausgaben, z. B. für die Leistungsbereiche der Kinder- und Jugendhilfe (u. a. Tageseinrichtungen für Kinder, Hilfen zur Erziehung), womit der Bereich der Sozialen Arbeit aus ökonomischer Sicht ausschließlich über die Kostenseite betrachtet wurde. Eine Beschäftigung mit dem Thema Wirtschaftlichkeit fand in Deutschland erstmals in den 1990er Jahren auf dem Hintergrund knapper finanzieller Ressourcen der Kommunen statt. Diese wurde dominiert durch die Frage: Wie können Kosten, insbesondere in dem kostenintensiven stationären Bereich, eingespart werden? Dass die Kinder- und Jugendhilfe durch die Hilfen zum Schutz des Kindeswohls dazu beiträgt, Kindeswohlgefährdungen und deren Folgen im besten Fall zu verhindern bzw. abzuwenden, d. h. eine Leistung darstellt, die im wirtschaftlichen Sinne ein „Output“ erbringt - und damit gerade nicht nur einen Kostenfaktor darstellt - wurde lange Zeit nicht betrachtet. Die erste Analyse, die sich mit den Kosten und Nutzen von Jugendhilfemaßnahmen beschäftigt hat, wurde 2005 zum Bereich Heimerziehung (vgl. Roos 2005) veröffentlicht. Den Kosten der Heimerziehung stellte Roos Einsparungen aus den Bereichen Erwerbsbeteiligung, Gesundheit und Delinquenz gegenüber und errechnete eine Kosten-Nutzen-Relation von +1,95 bei Männern und +2 bei Frauen. Trotz der vergleichsweise hohen Kosten, die mit der Heimerziehung verbunden sind und die hier mit 120.317 Euro berechnet wurden, übersteigt der durch Einsparungen im Lebenslauf errechnete Nutzen (z. B. höhere Einkommenserzielung durch höhere Bildungsabschlüsse) deutlich die verursachten Jugendhilfekosten. Wie weitreichend die Folgen von Misshandlung bzw. Vernachlässigung sind, ist durchaus bekannt. In Abhängigkeit von der Intensität, Dauer und Form der Misshandlung/ Vernachlässigung werden hier körperliche und gesundheitliche Schäden, Beeinträchtigung der kognitiven und schulischen Entwicklung sowie Belastungen der sozialen und emotionalen Entwicklung und Belastungen der psychischen Gesundheit genannt, die z. B. in schlechten Schulabschlüssen und einem erhöhtes Gesamtrisiko für psychiatrische Erkrankungen und für spezifische psychische Störungen wie depressive Erkrankungen, Suizidalität und Suchterkrankungen zum Ausdruck kommen (vgl. Kindler 2006). Betrachtet man die Aufwendungen, die hieraus in den verschiedenen Systemen im Rahmen von interventiven Maßnahmen sowie durch indirekte Folgekosten entstehen, wird deutlich, welche finanzielle Bedeutung damit verbunden ist. Nach Schätzungen von Prevent Child Abuse America entstehen den USA jährliche Kosten in Höhe von 103.754.017.492 US-Dollar (103,8 Milliarden US-Dollar) infolge von Misshandlung und Vernachlässigung, wie die folgende Abbildung verdeutlicht. 88 Inga Wagenknecht et al. FI 2/ 2009 Die Kosten für Präventionsmaßnahmen sind hingegen gering, wie bereits vorhandene internationale Untersuchungen z. B. die Studie „Investing in our Children“ (Karoly et al. 1998) aufzeigen. Auf der Grundlage des von Olds durchgeführten „Home Visiting Program“ EImira PEIP konnte dort gezeigt werden, dass den Kosten von 6000 US-Dollar, die zu Beginn des Programms aufgewendet wurden, Einsparungen in Höhe von 24.000 US- Dollar gegenüberstanden. In der spezifischen deutschen Ausgangssituation kommt noch hinzu, dass wir durchaus nicht wenig Geld für unspezifische Beratung und Behandlung von Kindern und Jugendlichen nach Traumata ausgeben, dass aber derzeit in Deutschland keine einzige im Kindes- und Jugendalter evidenzbasierte Traumatherapie in der Regelversorgung zur Verfügung steht (vgl. Übersicht von Fegert in Fegert 2007 b). Während die Evidenz für den Erfolg und das gute Kosten-/ Nutzenverhältnis früher Prävention und früher Interventionen derzeit permanent ansteigt, gilt für den häufig pejorativ sogenannten „sozialen Reparaturbetrieb“ in Jugendhilfeberatung, Psychotherapie und Krankenbehandlung nach wie vor häufig die Annahme, dass gut gemeint auch gut gemacht sei. Leider zeigt die Geschichte der evidenzbasierten Medizin (vgl. Libal et al. 2008 im Druck), dass diese Annahme bei Weitem nicht immer berechtigt ist. Rendite Früher Hilfen Die Einsicht, dass sich Investitionen in die Soziale Arbeit rentieren und daran zu „sparen teuer werden kann“, gewinnt durch die Debatte zur Zukunft des Humanvermögens nun auch in Deutschland an Bedeutung und wird derzeit insbesondere im Bereich der frühkindlichen Bildung und Betreuung dezidiert behandelt, wie zahlreiche Studien belegen (siehe hierzu z. B. Bertelsmann Stiftung 2007). Deutlich wird in diesem Kontext auch, dass die Frage nach der Effektivität und Effizienz von Maßnahmen in der Sozialen Arbeit an Stellenwert gewinnt und bei der Verteilung der (knappen) Ressourcen künftig nicht unberücksichtigt bleiben wird. total estimated cost of child abuse and neglect in the United States Direct costs estimated annual cost (in 2007 dollars) Hospitalization $ 6.625.959.263 Mental Health Care System $ 1.080.706.049 Child Welfare Services System $ 25.361.329.051 Law Enforcement $ 33.307.770 Total Direct Costs $ 33.101.302.133 Indirect costs estimated annual cost (in 2007 dollars) Special Education $ 2.410.306.242 Juvenile Delinquency $ 7.174.814.134 Mental Health and Health Care $ 67.863.457 Adult Criminal Justice System $ 27.979.811.982 Lost Productivity to Society $ 33.019.919.544 Total Indirect Costs $ 70.652.715.359 Total Cost $ 103.754.017.492 Abbildung 3: Geschätzte Gesamtkosten durch Kindesmisshandlung und Kindesvernachlässigung in den USA. Prevent Child Abuse America 2007 (Auszug) FI 2/ 2009 Frühe Hilfen rechnen sich 89 Vor dem Hintergrund der beschriebenen steigenden Relevanz finanzieller Überlegungen, die in der politischen Entscheidung über ein- und weiterzuführende Hilfemaßnahmen mitentscheiden, soll mit dem Teilprojekt der Kosten-Nutzen-Betrachtung ein Modell entwickelt werden, das es ermöglicht, die Dimension von Kosten für Frühe Hilfen im Vergleich zum potenziellem Nutzen aufzuzeigen. Dabei wird allerdings von der Regelversorgung ausgegangen, denn Modellprojekte können nicht als relativ kleine, punktuelle Investitionen gesellschaftliche Themen generell klären, sondern nur neue Ansätze auf Machbarkeit prüfen. Auch im Bereich Frühe Hilfen gibt es derzeit generell gesprochen zwei Arten von Projekten: solche, die nur bei den bestehenden Ressourcen ansetzen und dabei eine höhere Effizienz, z. B. in der Zusammenarbeit etc. anstreben, bei denen also nach Ende der Modellprojektzeit nichts zusammenbricht und deshalb die Nachhaltigkeitsfrage sich weniger stellt, aber andererseits klare Interventionsmessungen schwieriger zu gestalten sind. Auf der anderen Seite finden sich Projekte, welche tatsächlich in neue Ressourcen wie z. B. Familienhebammen etc. investieren und diese vorübergehend einführen, deren Weiterbestand nach Ablauf der Modellprojektsphase aber nicht gesichert ist. Auch in der internationalen Debatte (Fegert 2007 a) ist die Frage der Umsetzung in die Alltagspraxis, d. h. der Generalisierbarkeit von Daten, welche in Projekten gewonnen wurden, eine zunehmend stark diskutierte Problematik. Teilweise erwiesen sich dabei Projekte, welche im Modellzusammenhang wahrscheinlich durch eine höhere Manualadhärenz hervorragende Wirkung zeigten, dann in der generellen Praxis als nicht erfolgreich. Auf der anderen Seite haben wir in Europa häufig eine kreative Vielfalt von einzelnen Modellen, die wiederum nicht empirisch auf ihre Wirksamkeit überprüft wurden. Insofern ist es zu begrüßen, dass in einem gemeinsamen Engagement von Bund und Ländern, neben den länderfinanzierten Modellprojekten, auch eine durch den Bund finanzierte Evaluation und eine Koordination durch das Nationale Zentrum Frühe Hilfen erfolgt. Die Kosten-Nutzen-Betrachtung ist im Rahmen des Modellprojektes „Guter Start ins Kinderleben“ vorgesehen, das in vier Bundesländern an insgesamt acht Standorten umgesetzt wird. Da durch die bisher kurze Laufzeit des Projektes aussagekräftige Daten zu Effektivität und Wirksamkeit der Maßnahmen im Projekt noch nicht zur Verfügung stehen, ist zu diesem Zeitpunkt die Erstellung einer Kosten-Nutzen-Analyse - die das gebräuchliche Instrument der ökonomischen Bewertung darstellt - nicht anwendbar. Hinzu kommt, dass in Deutschland ein großer Nachholbedarf im Bereich der Datenerfassung und Forschung zum Thema Kindesvernachlässigung bzw. -misshandlung besteht. Verlässliche Daten zur Häufigkeit von Kindesmisshandlung und Vernachlässigung stehen in Deutschland kaum zur Verfügung; derzeit liegen lediglich Schätzungen zum Ausmaß von Misshandlungs- und Vernachlässigungsfällen vor. Diese differieren zum Teil jedoch erheblich untereinander. Die Spitze des Eisbergs stellt z. B. die polizeiliche Kriminalstatistik für die Häufigkeit von Misshandlungs- und Missbrauchsfällen dar. Allerdings ist von einem sehr großen Dunkelfeld mit starken Verzerrungen beim Anzeigeverhalten mit einem höheren Verdeckungsrisiko bei intrafamilialen Problemen zu rechnen. Das zentrale Problem ist, dass wir in Deutschland keine guten Proxiparameter zur Misshandlung erfassen, wie z. B. Daten aus ärztlichen Notaufnahmen. Dies wird nach wie vor durch eine unsinnige Regelung im SGB V verhindert (vgl. Fegert 2008 a). Weltweit gelten Daten aus Notfallambulanzen und andere medizinisch erfasste Daten zu Verletzungen und Misshandlungen als die besten Schätzgrundlagen für die wahre Häufigkeit von Misshandlung (vgl. Fegert 2008 b). Weitere Angaben zur Einschätzung des Problem- 90 Inga Wagenknecht et al. FI 2/ 2009 feldes können der Todesursachenstatistik (Häufigkeit von Kindstötungen) sowie der Kinder- und Jugendhilfestatistik (Angebote der Kinder- und Jugendhilfe z. B. der Hilfen zur Erziehung, Sorgerechtsentzug und Inobhutnahmen) entnommen werden. 28.200 Kinder und Jugendliche wurden 2007 von Jugendämtern in Obhut genommen. Das sind rund 8.4 % mehr als 2006. Auch die Familiengerichtsstatistik zeigt einen Anstieg der Anrufungen mit einer Steigerung von 18,5 % von 2006 auf 2007, mit insgesamt 12.800 Anrufungen. Gegenüber 2005 handelt es sich hier sogar um eine 30 %ige Steigerung. Der teilweise oder vollständige Entzug des Sorgerechts ist in 2007 immerhin auf 10.800 Fälle angestiegen, was einer Steigerung um 12,5 % gegenüber 2000 und 23 % gegenüber 2005 entspricht. Es wurde deshalb ein Vorgehen gewählt, in dem die Kosten von Präventionsmaßnahmen einerseits und direkten und indirekten (Folge-) kosten andererseits verdeutlicht werden. Damit soll unabhängig von der Effektivität ein Überblick zu den Kostendimensionen ermöglicht werden. Hierzu werden einzelfallbezogene Szenarien erarbeitet und Entwicklungspfade im „Best-Case“ und „Worst-Case“ dargestellt und mit Kosten belegt. Damit rücken folgende Fragen in den Fokus der Arbeit: 1. Welche Kosten entstehen infolge von Kindesvernachlässigung und Kindesmisshandlung? 2. Was kosten die Präventionsmaßnahmen? 3. Bei welcher Wirkungsstärke würde der Nutzen die Kosten (die Investition in Prävention) übersteigen? Internationale Studien, die die Kosten und den Nutzen verschiedener Präventionsprogramme betrachtet haben, weisen darauf hin, dass die Kosten, die für präventive Maßnahmen im Kinderschutz aufgewendet werden müssen, deutlich unter den Kosten liegen, die als Folgekosten von Kindesmisshandlung und Vernachlässigung durch interventive Maßnahmen, und infolge von Beeinträchtigungen u. a. aus gesundheitlichen und psychischen Belastungen, im weiteren Lebenslauf notwendig werden (vgl. Caldwell 1992). „Pay now or pay (more) later“ titelte der „Colorado Children Trust Fund“ und das „Colorado Department of Public Health and Environment“ in einem Beitrag zur Prävention im Kinderschutz und fassten damit treffend zusammen, was zahlreiche amerikanische Studien dokumentieren. Frühe Hilfen, die vernetzt, professionell und niedrigschwellig angeboten werden, dürften folglich in Zukunft zum Standardrepertoire einer effektiven Frühförderung gehören und müssen als eine sinnvoll angelegte Zukunftsinvestition für die betroffenen Kinder wie für die Gesellschaft insgesamt begriffen werden. Anmerkungen 1 Die Sachverständigenkommission des 7. Familienberichts der Bundesregierung hat in diesem Zusammenhang nachdrücklich darauf verwiesen, dass die gesellschaftlich unverzichtbare Ressource „Humanvermögen“, also das insgesamt an Handlungs- und Wertorientierungen, sozialen Daseinskompetenzen und Fachkompetenzen, deren Fundament im privaten familialen Kontext gelegt wird, überhaupt nur dann entstehen und erhalten werden kann, wenn junge Erwachsene bereit sind, sich für Kinder zu entscheiden und auch Zuneigung und Zeit für die Entwicklung dieser Kinder zu investieren bzw. Beziehungen zu den alt gewordenen Eltern aufrechtzuerhalten (BMFSFJ 2006). 2 Hinzu kommt, dass das insgesamt immer noch knappe Platzangebot für unter dreijährige Kinder vor allem von bildungsstarken Eltern nachgefragt und beansprucht wird, wohingegen benachteiligte Kinder eher länger im elterlichen Umfeld verbleiben. Literatur Armor, D. J. (2003): Maximizing Intelligence. Transaction Publishers, New Brunswick Baur, D., M. Finkel, M. Hamberger, A. Kühn, H. Thiersch (1998): Leistungen und Grenzen von Heimerziehung. Ergebnisse einer Evaluationsstudie. Kohlhammer (Schriftenreihe des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 170), Stuttgart FI 2/ 2009 Frühe Hilfen rechnen sich 91 Bertelsmann Stiftung (2007): Volkswirtschaftlicher Nutzen von frühkindlicher Bildung in Deutschland. Eine ökonomische Bewertung langfristiger Bildungseffekte bei Krippenkindern. 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