eJournals Frühförderung interdisziplinär31/1

Frühförderung interdisziplinär
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0721-9121
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/fi2012.art02d
1_031_2012_1/1_031_2012_1.pdf11
2012
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Besonderheiten in der sprachlichen Interaktion von Müttern und ihren zweijährigen Kindern mit spätem Sprechbeginn

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2012
Daniela Kiening
Manfred Grohnfeldt
Der Dialog zwischen Mutter und Kind stellt einen wichtigen Interaktionskontext für die frühe kindliche Sprachentwicklung dar. Dabei handelt es sich um einen dynamischen Prozess, in welchem Wechselwirkungen im Verhalten beider Interaktionspartner bestehen. Der Beitrag geht der Frage nach, ob bzw. wie sich ein später Sprechbeginn des Kindes auf bestimmte Merkmale der sprachlichen Interaktion zwischen Mutter und Kind auswirkt. Im Mittelpunkt stehen dabei mögliche Anpassungen der Mutter hinsichtlich ihrer Responsivität gegenüber den Äußerungen des Kindes sowie ihrer Themenführung im Dialog, die als ungünstig für die sprachliche Weiterentwicklung des Kindes anzusehen sind. Es werden Ausschnitte aus der Methodik und den Ergebnissen einer eigenen Untersuchung präsentiert und bereits vorhandenen Befunden gegenübergestellt. Abschließend werden praktische Konsequenzen für die Früherfassung und -intervention von spezifischer Sprachentwicklungsstörung skizziert.
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15 Frühförderung interdisziplinär, 31. Jg., S. 15 -25 (2012) DOI 10.2378/ fi2012.art02d © Ernst Reinhardt Verlag ORIgInalaRbEIt Besonderheiten in der sprachlichen Interaktion von Müttern und ihren zweijährigen Kindern mit spätem Sprechbeginn Daniela Kiening, Manfred Grohnfeldt Zusammenfassung: Der Dialog zwischen Mutter und Kind stellt einen wichtigen Interaktionskontext für die frühe kindliche Sprachentwicklung dar. Dabei handelt es sich um einen dynamischen Prozess, in welchem Wechselwirkungen im Verhalten beider Interaktionspartner bestehen. Der Beitrag geht der Frage nach, ob bzw. wie sich ein später Sprechbeginn des Kindes auf bestimmte Merkmale der sprachlichen Interaktion zwischen Mutter und Kind auswirkt. Im Mittelpunkt stehen dabei mögliche Anpassungen der Mutter hinsichtlich ihrer Responsivität gegenüber den Äußerungen des Kindes sowie ihrer Themenführung im Dialog, die als ungünstig für die sprachliche Weiterentwicklung des Kindes anzusehen sind. Es werden Ausschnitte aus der Methodik und den Ergebnissen einer eigenen Untersuchung präsentiert und bereits vorhandenen Befunden gegenübergestellt. Abschließend werden praktische Konsequenzen für die Früherfassung und -intervention von spezifischer Sprachentwicklungsstörung skizziert. Schlüsselwörter: Sprachentwicklung, später Sprechbeginn, late talker, Mutter-Kind-Interaktion, Responsivität Characteristics in language behaviour of mothers in dialogue with their two-years-old late talking children Summary: The dialogue between mother and child constitutes an important interactional context for the young child’s language development. It deals with a dynamic process, in which interactions in behaviour of both interacting parties exist. The article raises the question whether, or how, a child’s delay in expressive language has an impact on her mother’s particular characteristics in language behaviour. A central theme is possible adjustments made by the mother with regard to her responsiveness as well as topic choice which are seen as disadvantageous for the child’s further language development. Extracts from the method and data of own research are presented, and laid against existing results. Subsequently, clinical implications for early diagnostics and intervention of specific language impairment are outlined. Keywords: language development, late talker, mother-child-interaction, maternal responsiveness D er Dialog zwischen Mutter und Kind stellt einen wichtigen Interaktionskontext für die frühe kindliche Sprachentwicklung dar. Sowohl in Bezug auf das Sprachangebot als auch auf das Interaktionsverhalten, welches Mütter im Umgang mit ihren kleinen Kindern zeigen, lassen sich verschiedene Merkmale benennen, die eine begünstigende oder auch eine eher ungünstige Wirkung auf Fortschritte in der Sprachentwicklung des Kindes haben (Hoff, 2006). Dieser Zusammenhang darf jedoch nicht einseitig betrachtet werden, da auch das kindliche Verhalten bzw. die Sprachkompetenz des 16 FI 1 / 2012 Daniela Kiening, Manfred Grohnfeldt Kindes wiederum Einfluss auf das sprachliche Interaktionsverhalten der Mutter haben. Der Dialog zwischen Mutter und Kind ist folglich als reziproker Prozess zu verstehen, in dem sich beide Interaktionspartner gleichermaßen in ihrem Verhalten beeinflussen. Es bestehen dynamische Wechselbeziehungen und Anpassungen, welche sowohl vom Kind als auch von der Mutter mitbestimmt und geformt werden (Papousˇek, Papousˇek 1989). Aus sprachheilpädagogischer Sicht ist diese Thematik sowohl im Hinblick auf die Früherfassung als auch die frühe elternbasierte Intervention von spezifischer bzw. umschriebener Sprachentwicklungsstörung von Interesse. Zum aktuellen Zeitpunkt erfolgt die Früherfassung vorwiegend über die Beurteilung des produktiven Wortschatzes mithilfe von Elternfragebögen im Rahmen der kinderärztlichen Vorsorge U 7. Kinder, die im Alter von 24 Monaten ohne das Vorliegen einer Primärbeeinträchtigung oder gravierenden sozialen Umständen nur über einen geringen produktiven Wortschatz (< 50 Wörter) verfügen, werden als sog. late talker bzw. Späte Sprecher bezeichnet (Rescorla, 1989; Grimm, Doil, 2006). Bei etwa der Hälfte dieser Kinder liegt im Alter von drei Jahren eine spezifische bzw. umschriebene Sprachentwicklungsstörung vor (Zusammenfassung in Schlesiger 2009). Der späte Sprechbeginn stellt folglich einen Risikofaktor für die Sprachentwicklung dieser Kinder dar. Im Hinblick auf die zuvor beschriebenen dynamischen Wechselbeziehungen erwächst die Frage, ob bzw. wie sich ein später Sprechbeginn auf den Dialog zwischen Mutter und Kind auswirkt. Kommt es aufgrund der geringen sprachlichen Kompetenz der Kinder zu Anpassungen im sprachlichen Interaktionsverhalten der Mütter, welche zu weniger günstigen Voraussetzungen für die sprachliche Weiterentwicklung der Kinder führen? 1. Unterstützung der kindlichen Sprachentwicklung durch die Mutter 1.1 Sprachliche Responsivität Sprachliche Responsivität im Umgang mit jungen Kindern drückt sich einerseits durch die Benennung und Beschreibung von Gegenständen und Aktivitäten aus, die der gemeinsamen Aufmerksamkeit unterliegen. Dies erleichtert dem Kind die referentielle Zuordnung von linguistischer Information und untermauert die sozial-kommunikative Funktion von Sprache. Durch den sprachlichen Bezug auf den vom Kind gewählten Fokus bietet die Mutter reichhaltige pragmatische Unterstützung (cues) für das Erlernen von Wörtern und erleichtert ihrem Kind so die Verständigung über die gemeinsame Interaktion (Tamis-LeMonda et al., 2001). Zudem hat die sprachliche Reaktion der Mutter aufgrund der speziellen prosodischen Eigenschaften zusätzlich eine regulierende Wirkung auf die kindliche Aufmerksamkeit, was ebenfalls die Zuordnung von Wörtern und Objekten erleichtert (Dunham, Dunham, 1995). Des Weiteren zeichnet sich sprachliche Responsivität der Mutter im gemeinsamen Dialog durch spezifische Reaktionen bzw. Erwiderungen auf die sprachlichen Äußerungen des Kindes aus, welche im Deutschen auch als Sprachlehrstrategien bezeichnet werden (z. B. Siegert, Ritterfeld, 2000). Dazu gehören die unmittelbare Wiederholung (Imitation), die Erweiterung (Expansion) und die Umformung von Äußerungen des Kindes. Während die Wiederholung kindlicher Äußerungen als positive Bestätigung des Gesagten angesehen werden kann, gibt die Mutter dem Kind durch Erweiterungen oder Umformungen gewissermaßen ein korrektives Feedback über seine eigene Äußerung. Dabei fügt die Mutter der Äußerung des Kindes fehlende Worte hinzu und/ oder 17 FI 1 / 2012 Besonderheiten in der sprachlichen Interaktion ersetzt oder ergänzt fehlende/ falsche grammatische Morpheme. Insbesondere die Umformungen gelten aufgrund ihres speziellen strukturellen Bezugs zur vorangegangenen Äußerung des Kindes als unterstützend für den Erwerb bestimmter grammatischer Morpheme (Farrar, 1990). Zum einen hebt die Umformulierung den Unterschied zwischen fehlender syntaktischer Information in der kindlichen Äußerung und dem (korrekten) Vorhandensein dieser Struktur in der mütterlichen Äußerung hervor. Dies lenkt die kindliche Aufmerksamkeit auf die entsprechende Struktur und erleichtert somit deren Verarbeitung bzw. Erwerb. Zum anderen besitzen sowohl Umformungen als auch Erweiterungen einen klaren inhaltlichen Bezug zur vorangegangenen kindlichen Äußerung. Da der Inhalt der Äußerung dem Kind bereits bekannt ist, steht ihm mehr Verarbeitungskapazität für die darin enthaltene syntaktische Information zur Verfügung (Farrar, 1990). Sowohl frühe rezeptive als auch expressive Sprachleistungen des Kindes lassen sich anhand der sprachlichen Responsivität der Mutter voraussagen (Rosenthal Rollins, 2003; Tamis-LeMonda et al., 2001; Baumwell et al., 1997). Im Hinblick auf das Erreichen der Meilensteine eines expressiven Wortschatzes von 50 - 100 Wörtern sowie des Auftretens flexibler Mehrwort-Äußerungen stellen insbesondere die Wiederholung und die Erweiterung von kindlichen Äußerungen sowie die sprachliche Bezugnahme auf die Spielhandlungen des Kindes unterstützende Merkmale im sprachlichen Verhalten der Mutter dar (Tamis-LeMonda et al., 2001). 1.2 Führung des Interaktionsthemas Die Führung des Interaktionsthemas durch die Mutter umfasst drei Aspekte: (1) die Einführung neuer Themen, (2) die Anpassung der Mutter an die vom Kind eingeführten Themen sowie (3) die Übereinstimmung im gemeinsamen Interaktionsthema (thematische Passung). Die Einführung neuer Themen kann zum einen im Hinblick auf die Ausgewogenheit der Beteiligung von Mutter und Kind betrachtet werden. Zum anderen ist sie Ausdruck dafür, ob die Mutter der Führung des Kindes folgt bzw. eher selber neue Themen initiiert. Die Anpassungsleistung der Mutter und die Übereinstimmung im gemeinsamen Thema sind ebenfalls eng verknüpft mit der Sensibilität der Mutter, der thematischen Führung des Kindes zu folgen. Eine gute thematische Passung zwischen Mutter und Kind führt zu einem hohen Maß an gegenseitiger inhaltlicher Bezugnahme, welche ein hohes Maß an thematischer Kontingenz im gemeinsamen sprachlichen Austausch zur Folge hat (Paul, Elwood, 1991; Rescorla, Fechnay, 1996). Ähnlich wie zuvor im Hinblick auf die Responsivität beschrieben, erleichtert die thematische Kontingenz im Sprachangebot der Mutter dem Kind die Zuordnung von Bedeutung bzw. das Verstehen linguistischer Strukturen, weil sich der dargebotene Sprachinput auf das von ihm selber vorgegebene Thema bezieht. Das Kind hat so die Möglichkeit, semantische Hinweise zur Analyse syntaktischer Strukturen zu nutzen (semantic bootstrapping). Der unterstützende Effekt der Kontingenz zeigt sich darin, dass Kinder auf thematisch bezogene Äußerungen der Mutter wiederum häufiger selbst sprachlich reagieren, was einen erneuten Anknüpfungspunkt für die Mutter darstellt (Farrar, 1992; Hoff-Ginsberg, 1985). 1.3 Veränderungen in der sprachlichen Mutter-Kind-Interaktion bei spätem Sprechbeginn Vigil et al. (2005) untersuchten eine Gruppe von 29 einsprachig englischen Mutter-Kind- Dyaden im Kontext einer halbstrukturierten Spielinteraktion, wobei das Alter der Kinder 18 FI 1 / 2012 Daniela Kiening, Manfred Grohnfeldt zwischen 2; 0 und 2; 5 Jahren lag. Zehn Mutter-Kind-Paare bildeten die Gruppe der late talkers/ Späten Sprecher (nach den Kriterien von Rescorla, 1989). Die Autorinnen kommen zu dem Ergebnis, dass sich die Mütter der Späten Sprecher hinsichtlich ihrer Responsivität gegenüber den Äußerungen ihrer Kinder von den Müttern der gleichaltrigen Kontrollkinder unterscheiden. Während sie einen vergleichbaren Anteil initiativer Äußerungen ohne Bezug zu einer vorangegangenen Äußerung des Kindes zeigen, ist der Anteil responsiver Äußerungen, die sich auf eine Äußerung des Kindes beziehen, bei ihnen niedriger als bei den Müttern der Kontrollkinder. Zwar darf dabei nicht außer Acht gelassen werden, dass die Mütter der Späten Sprecher aufgrund der geringen sprachlichen Beteiligung ihrer Kinder auch weniger Gelegenheit haben, sprachlich zu reagieren. Jedoch ist auch das Verhältnis von responsiven und initiativen Äußerungen bei den Müttern der Späten Sprecher ungünstiger im Sinne eines höheren Anteils initiativer Äußerungen. Das heißt, während die Mütter der Kontrollkinder eher in einer wechselseitigen Konversation der kindlichen Führung folgen, wechseln die Mütter der Späten Sprecher häufiger das Thema, indem sie erneut initiieren, anstatt auf kindliche Initiativen einzugehen. Eine schlüssige Interpretation dieses Verhaltens ist, dass die Mütter es als einfacher empfinden, ein neues Thema einzuführen, weil sie das aktuelle Thema bereits ausgeführt haben und das Kind nicht (verbal) reagiert hat. Oder die Mütter gehen davon aus, dass das Kind zum aktuellen Geschehen bereits alles gesagt hat, was seinen Fähigkeiten entspricht, und wechseln deshalb zu einem neuen Thema. In beiden Fällen wird das Thema gewechselt und die Anzahl der Themenwechsel steigt damit an (Vigil et al., 2005). Tannock & Girolametto (1992) beschreiben diese Situationen als Kreislauf ungünstiger Rückkopplungen: Die Kinder haben Schwierigkeiten, ihr Spiel zu organisieren oder versuchen, das aktuelle Geschehen zu verarbeiten. Sie brauchen evtl. mehr Zeit, um zu begreifen, was geschieht und was die Mutter dazu äußert. Die Mutter hingegen erwartet bereits eine Antwort auf ihr sprachliches Angebot und reagiert verunsichert, weil das Kind nichts sagt. Daher wird sie erneut aktiv und wechselt das Thema in der Hoffnung auf eine verbale Beteiligung des Kindes. Dies führt dazu, dass das Kind seine Aufmerksamkeit auf eine neue Situation richten muss, für die es wiederum Zeit braucht, um sich zu orientieren. Daraus entsteht ein Kreislauf der Unterbrechungen und Themenwechsel seitens der Mutter. Dieser erschwert es dem Kind einerseits, selbst sprachlich aktiv zu werden, da es mit der Ausrichtung seiner Aufmerksamkeit beschäftigt ist und somit weniger Verarbeitungskapazität für die eigene sprachliche Beteiligung zur Verfügung hat. Andererseits kann es unter diesen Umständen keinen Nutzen aus der Kohärenz des Kontextes ziehen, welche ansonsten eine Unterstützung beim Verstehen und Verarbeiten der linguistischen Information darstellt. Auch Balkom et al. (2010) beschreiben einen ungünstigen Kreislauf im Interaktionsverhalten von Müttern und ihren Kindern mit spätem Sprechbeginn. In einer Längsschnittuntersuchung mit 18 einsprachig niederländischen Mutter-Kind-Dyaden beobachteten sie das Interaktionsverhalten in einer halbstrukturierten Spielsituation zu acht verschiedenen Zeitpunkten über einen Zeitraum von insgesamt 18 Monaten. Die Kinder waren zu Beginn der Untersuchung zwischen 2; 6 und 3; 0 Jahre alt. Zwölf der Mutter-Kind-Paare bildeten die Gruppe der late talkers/ Späten Sprecher (ausgewählt nach den Kriterien von Rescorla, 1989). Auch hier ließ sich als ungünstige Anpassung die zahlreiche Einführung neuer Gesprächsthemen beobachten. Sowohl die Mütter der Späten Sprecher als auch die Kin- 19 FI 1 / 2012 Besonderheiten in der sprachlichen Interaktion der selbst führten während der beobachteten Interaktionssituation mehr neue Gesprächsthemen ein als die Mütter und Kinder der Kontrollgruppe. Das heißt, Mütter und Kinder wendeten eine kompensatorische Strategie des turn-taking an, um den gemeinsamen Dialog aufrechtzuerhalten. Dieser Unterschied ließ sich über den gesamten Untersuchungszeitraum hinweg beobachten, stellte also ein stabiles Merkmal der sprachlichen Interaktion der Mütter und ihrer Kinder dar. Auch Maßnahmen zur Sicherung des Dialogs, zur Klärung von Missverständnissen oder zur Korrektur eigener falscher Interpretationen traten bei den Müttern der Späten Sprecher häufiger auf als bei den Müttern der Kontrollkinder. Dadurch waren die Dialogsequenzen, welche sich einem gemeinsamen Thema widmeten, kürzer als bei den Dyaden von Müttern mit Kontrollkindern. Im Verhalten der Mütter der Späten Sprecher kommt zum Ausdruck, dass sie mehr Aufwand für den Ablauf der Konversation aufbringen (müssen), während sich die Mütter der Kontrollkinder mit ihren Kindern bereits intensiver dem gemeinsamen Inhalt widmen können. Diese vermehrte Steuerung und Kontrolle der Mütter führt zu einem Verlust der inhaltlichen Kohärenz des Dialogs und des gemeinsamen Interesses. Dies schafft ungünstige Voraussetzungen für die sprachliche Weiterentwicklung der Kinder sowohl in semantisch-syntaktischer Hinsicht als auch im Hinblick auf die kommunikative Kompetenz der Kinder (Balkom et al., 2010). 2. Anliegen der vorliegenden Untersuchung Die dargestellten Befunde weisen darauf hin, dass es in der sprachlichen Interaktion von Müttern und ihren Kindern mit spätem Sprechbeginn aufgrund der erschwerten sprachlichen Verständigung zu ungünstigen Veränderungen kommen kann. Das notwendige Bemühen der Mütter, die erfolgreiche Kommunikation und Interaktion mit ihrem Kind aufrechtzuerhalten, sowie ihre (mehr oder weniger bewusste) Intention, das Kind in seiner Sprachentwicklung zu unterstützen, führen zu Anpassungen in ihrem sprachlichen Verhalten, die im Hinblick auf das daraus resultierende Sprachangebot bzw. die Beschaffenheit des Dialogs ungünstig für die sprachliche Weiterentwicklung ihrer Kinder erscheinen. Dabei treten die sprachliche Responsivität der Mutter auf die Äußerungen des Kindes sowie die thematische Kontingenz in ihrem Sprachangebot als besonders sensible Bereiche für solche Anpassungen hervor. 3. Methodisches Vorgehen Untersucht wurden insgesamt 48 Mutter- Kind-Paare (einsprachig mit Deutsch als Muttersprache), welche anhand der Ergebnisse im ELFRA-2 (Grimm, Doil, 2006) in eine Gruppe „Später Sprecher“ sowie eine „Kontrollgruppe“ unterteilt wurden. Die Gruppe der Späten Sprecher umfasste insgesamt 19 Kinder. Vierzehn von ihnen hatten einen expressiven Wortschatz von weniger als 50 Wörtern. Weitere 5 Kinder hatten einen expressiven Wortschatz von weniger als 100 Wörtern und bildeten noch keine Mehrwortäußerungen bzw. erreichten einen kritischen Syntaxwert. Bei keinem der Kinder bestand der Verdacht auf eine Höreinschränkung, eine allgemeine Entwicklungsverzögerung oder eine weiter reichende Entwicklungsstörung. Die Kontrollgruppe umfasste 29 Kinder, welche allesamt einen expressiven Wortschatz von mehr als 50 Wörtern hatten und mit der Produktion flexibler Mehrwortäußerungen begonnen hatten. Das Alter der Kinder lag zwischen 2; 0 und 2; 4 Jahren (vgl. Tab. 1). Die Kinder beider Gruppen zeigten im Untertest zum Wortverständnis des SETK-2 (Grimm et al., 2000) Leistungen innerhalb des Normbereichs. Der Un- 20 FI 1 / 2012 Daniela Kiening, Manfred Grohnfeldt Späte Sprecher N =19 (13 Jungen, 6 Mädchen) Kontrollgruppe N =29 (14 Jungen, 15 Mädchen) Mean SD Mean SD Alter ELFRA-2 Wortschatz ELFRA-2 Syntax ELFRA-2 Morphologie 25,7 35,0 1,6 0,0 1,0 27,5 3,1 0,0 25,4 160,4 25,4 8,5 0,7 43,8 9,8 4,5 tab. 1: Zusammensetzung der Stichprobe: gruppengröße, geschlechterverteilung und Screeningwerte im ElFRa-2 Einteilung der responsiven Äußerungen (Auszug) Pragmatische Funktion Erklärung Beispiel 1 1 Korrigierende Rückmeldung: Umformung aufgreifen der Ä. des Kindes, wobei diese umgeformt oder ergänzt wird 1.1 einfache Umformung nur eine Hauptkomponente der Ä. des Kindes wird verändert. n *K: Mama. n act: zeigt auf Ei. n *M: Mamas Ei. 1.2 komplexe Umformung Mehr als eine Komponente der Ä. des Kindes wird verändert. 1.2 a Expansion Syntaktische Erweiterung der kindlichen Ä. n *K: schneiden. n act: wendet sich mit besteck in der Hand der Mutter zu n *M: schneiden soll ich die nudeln? 1.2 b Extension Semantische Erweiterung der kindlichen Ä. n *K: Eier. n *M: Eier, ja. n *M: du magst Eier. 2 Imitation Wiederholung der gesamten bzw. eines teils der Ä. des Kindes. n *K: wieder zumachen. n *M: wieder zumachen. 3 Interpretation Deutung der Ä. des Kindes mithilfe des Kontextes n *K: düme@b. n act: hält Mutter grünen teller hin. n *M: grüner teller? 5 Bestätigung neutrale bestätigung der Ä. des Kindes zur aufrechterhaltung des Dialogs n *K: ich doch auf teller tun. n *M: mhm@i. tab. 2: auszug aus dem Kategoriensystem zur Einteilung der responsiven Äußerungen der Mutter (etwas vereinfacht) tertest zum Satzverständnis war mit einigen Kindern nicht durchführbar. In der Gruppe der Späten Sprecher verweigerten vier, in der Kontrollgruppe zwei der Kinder die Mitarbeit. Alle anderen Kinder zeigten Leistungen innerhalb des Normbereichs. In beiden Gruppen waren Mütter unterschiedlicher Schul- und Berufsabschlüsse vertreten, wobei der Anteil höherer Bildungsabschlüsse in beiden Gruppen überwog. 21 FI 1 / 2012 Besonderheiten in der sprachlichen Interaktion Grundlage der Datenerhebung bildeten 10minütige Videoaufzeichnungen einer Spielinteraktion der Mütter mit ihren Kindern in einem einheitlich strukturierten Setting (Spielküche). Alle sprachlichen und nonverbalen Dialogbeiträge von Mutter und Kind wurden mithilfe von CHILDES (MacWhinney, 2007) in ein Transkript überführt, in dem anschließend die untersuchten Aspekte des Verhaltens von Mutter und Kind anhand eines festgelegten Kategoriensystems bewertet und schriftlich kodiert wurden. Ein Auszug der verwendeten Kategorisierung zur Einteilung der responsiven Äußerungen sowie der Beurteilung der thematischen Übereinstimmung findet sich in den Tabellen 2 und 3. Die so bearbeiteten Transkripte wurden schließlich der Analyse durch das Computerprogramm CLAN (MacWhinney 2007) zugeführt, in welcher die Auftretenshäufigkeit der untersuchten Merkmale bestimmt wurde. 4. Ergebnisse 4.1 Responsivität Insgesamt zeigten die Mütter der Späten Sprecher (M-SSP) mit 23,1 % (SD 7,9) zwar einen signifikant geringeren Anteil responsiver Äußerungen in ihrem Sprachangebot als die Mütter der Kontrollkinder (M-KK) mit 35,9 % (SD 12,3). Berücksichtigt man jedoch die geringere sprachliche Beteiligung ihrer Kinder, erweist sich dies nicht als reduzierte Responsivität, sondern als Folge der geringeren sprachlichen Beteiligung ihrer Kinder. Die Mütter der Späten Sprecher nutzten ebenso viele Gelegenheiten, direkt auf die Äußerungen ihrer Kinder zu reagieren wie die Mütter der Kontrollkinder. In beiden Gruppen griffen die Mütter etwas weniger als zwei Drittel der Äußerungen ihrer Kinder mit einer eigenen sprachlichen Äußerung auf. In beiden Gruppen liegt eine ähnliche große interindividuelle Variabilität vor. In beiden Gruppen finden sich also Mütter, welche eine relative hohe Responsivität auf die Äußerungen ihrer Kinder zeigten als auch solche, die eher selten auf die Äußerungen ihrer Kinder reagierten (vgl. Tab. 4). 4.2 Führung des Interaktionsthemas Hinsichtlich der Anzahl der Themenwechsel ergab sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen. Die Mütter beider Gruppen initiierten während der 10-minü- Bewertung der Übereinstimmung im Interaktionsthema (etwas vereinfacht) Kategorie Erklärung Dialogbeitrag mit thematischer Übereinstimmung aufnehmen des themas des Dialogpartners Fortsetzung des gemeinsamen themas Dialogbeitrag ohne thematische Übereinstimmung Einführung eines neuen themas Festhalten am thema trotz themenwechsel des Dialogpartners wiederholte Fortsetzung des eigenen themas Thematisch neutraler Dialogbeitrag Sonstiges: Dialogbeiträge, die sich keiner der genannten Kategorien zuordnen lassen; z. b. abgebrochene Äußerungen, unverständliche Äußerungen mit unklarer Referenz, neutrale Einwürfe wie „mhm“. tab. 3: auszug aus dem Kategoriensystem zur bewertung der thematischen Übereinstimmung im Interaktionsthema (etwas vereinfacht) 22 FI 1 / 2012 Daniela Kiening, Manfred Grohnfeldt tigen Interaktion mit ihren Kindern eine vergleichbare Anzahl von Themen (M-SSP: 11,7, SD 4,8; M-KK: 10,1, SD 6,8), wobei in beiden Gruppen eine hohe interindividuelle Variabilität vorlag (Spanne M-SSP: 4 - 20; M-KK: 1 - 26). Der Anteil, den die Mütter jeweils an der Gesamtmenge der initiierten Themen einnahmen, war ebenfalls in beiden Gruppen vergleichbar, wobei eine extreme (~ 5 - 84 %) Variabilität vorlag (vgl. Tab. 5). Hinsichtlich der Übereinstimmung im gemeinsamen Interaktionsthema ergab sich hingegen ein signifikanter Gruppenunterschied. Die Mütter der Späten Sprecher zeigten mit 74,0 % (SD 6,2) einen geringeren Anteil von Äußerungen in ihrem Sprachangebot, welche thematische Übereinstimmung mit dem Verhalten bzw. der sprachlichen Äußerung des Kindes hatten als die Mütter der Kontrollkinder, deren Anteil bei 80,0 % (SD 7,0) lag (p < 0.05). Auch hinsichtlich der Anpassungsleistung der Mütter an Themenwechsel des Kindes unterschieden sich die beiden Gruppen signifikant. Die Mütter der Späten Sprecher passten sich weniger häufig unmittelbar an ein neues Thema ihres Kindes an als die Mütter der Kontrollkinder (81,3 %, SD 14,9 vs. 92,6 %, SD 8,4; p < 0.05) (vgl. Tab. 6). Vor allem in der Gruppe der Späten Sprecher bestand zudem eine starke Abhängigkeit zwischen den Anpassungsleistungen von Mutter und Kind, d. h. je höher der Anteil thematischer Übereinstimmung aufseiten der Mütter war, umso höher fiel er auch in den Dialogbeiträgen des Kindes aus (r = 0.87). 5. Diskussion Die bei Vigil et al. (2005) beschriebene geringere Responsivität der Mütter der Späten Sprecher kann mit den vorliegenden Ergebnissen nicht bestätigt werden. Zwar haben die Mütter aufgrund der geringen sprachlichen Beteiligung ihrer Kinder weniger Gelegen- M-Späte Sprecher N =19 M-Kontrollgruppe N =29 Themenwechsel der Mutter Mean SD Range Mean SD Range 1) absolute anzahl 11,7 4,8 4 -20 10,1 6,8 1 -26 2) anteil an gesamtmenge der themenwechsel 42,1 16,7 18,2 -84,2 38,7 18,6 4,8 -83,9 tab. 5: themenwechsel der Mutter M-Späte Sprecher N =19 M-Kontrollgruppe N =29 Responsivität der Mutter Mean SD Range Mean SD Range 1) anteil responsiver Äußerungen am gesamten Sprachangebot der Mutter 23,1** 7,9 10,4 -40,6 35,9** 12,3 13,8 -60,0 2) anteil der Äußerungen des Kindes, auf welche die Mutter sprachlich reagiert 59,8 15,7 37,0 -97,6 58,0 18,3 26,7 -100 ** p < 0.001 tab. 4: Responsivität der Mutter 23 FI 1 / 2012 Besonderheiten in der sprachlichen Interaktion heit, auf deren Äußerungen zu reagieren, sie tun dies jedoch im Verhältnis genauso kontinuierlich wie die Mütter der Kontrollkinder. Auffallend ist jedoch die große interindividuelle Variabilität zwischen den Müttern, welche darauf hindeutet, dass sich im Einzelfall durchaus ein ungünstigeres Bild ergeben kann. Vor allem für die Kinder mit spätem Sprechbeginn hat dies zur Folge, dass sie aufgrund ihrer geringen sprachlichen Beteiligung nur eine sehr reduzierte Menge solcher Äußerungen dargeboten bekommen, welche sowohl inhaltlich als auch strukturell einen besonders engen Bezug zu ihren eigenen Äußerungen haben. Ein kompensatorisches turn-taking, wie es sowohl von Vigil et al. (2005) als auch Balkom et al. (2010) beschrieben wird, lässt sich aus den vorliegenden Ergebnissen nicht erkennen. Die Mütter der Späten Sprecher initiieren im Spiel mit ihren Kindern eine vergleichbare Menge neuer Themen wie die Mütter der Kontrollkinder. Dieser Unterschied könnte zumindest dadurch mitbedingt sein, dass vor allem die Späten Sprecher in der Studie von Balkom et al. (2010) im Vergleich zur vorliegenden Stichprobe eine stärkere Verzögerung der Sprachentwicklung zeigten, was evtl. eine stärkere Kompensation ihrer Mütter in dieser Hinsicht zur Folge hatte. Allerdings weisen die vorgestellten Ergebnisse ähnlich wie bei Balkom et al. (2010) eindeutig darauf hin, dass das Sprachangebot der Mütter der Späten Sprecher in thematischer Hinsicht eine weniger gute Passung auf den Aufmerksamkeitsfokus und das Verhalten bzw. die Äußerungen des Kindes hat, als dies bei den Müttern der Kontrollkinder der Fall ist. Auch die Themenwechsel im Dialog verlaufen weniger reibungslos. Beides geht zu Lasten der Kontingenz des Sprachangebots sowie der inhaltlichen Kohärenz des Dialogs, welche sowohl eine wichtige Unterstützung für die Zuordnung von Bedeutungen und die Analyse syntaktischer Strukturen darstellen als auch eine Anregung bzw. Erleichterung für das Kind bieten, sich selbst sprachlich am Dialog zu beteiligen. Im Hinblick auf die unterstützenden Eigenschaften des Sprachangebots der Mutter ist dies als eher ungünstige Einschränkung zu sehen, welche Einfluss auf die weiteren Entwicklungsfortschritte des Kindes haben könnte. 6. Praktische Konsequenzen für Früherfassung und -intervention Die Variabilität der Ergebnisse unterstreicht die Notwendigkeit einer individuellen sprachtherapeutischen Abklärung für diejenigen Kinder, die in der Früherfassung als sog. Späte Sprecher auffallen. Dabei sollte neben anderen wichtigen Faktoren wie dem M-Späte Sprecher N =19 M-Kontrollgruppe N =29 Übereinstimmung im Interaktionsthema Mean SD Mean SD 1) anteil der Äußerungen mit thematischer Übereinstimmung 74,0* 6,2 80,0* 7,0 2) anteil der unmittelbaren anpassung an themenwechsel des Kindes 81,3* 14,9 92,6* 8,4 tab. 6: Übereinstimmung im Interaktionsthema * p < 0.05 24 FI 1 / 2012 Daniela Kiening, Manfred Grohnfeldt Sprachverständnis und den vorsprachlichen sowie kommunikativen Fähigkeiten des Kindes auch die individuelle Ausprägung der sprachlichen Mutter-Kind-Interaktion Beachtung finden. Die Aspekte der Responsivität auf kindliche Äußerungen sowie der thematischen Passung des Sprachangebots auf den Aufmerksamkeitsfokus bzw. das Verhalten des Kindes stellen dabei besonders sensible Merkmale im Verhalten der Mutter dar. Eine frühzeitige Erfassung von Besonderheiten in der sprachlichen Interaktion von Mutter und Kind ermöglicht eine gezielte Beratung der Mutter hinsichtlich der Verstärkung positiver Interaktionsmerkmale zur Unterstützung der kindlichen Sprachentwicklung im Sinne der Prävention (Ritterfeld, 2003). Weiterhin ermöglicht es eine frühe Erfassung der Interaktionsmerkmale, nach einem Zeitraum des aufmerksamen Beobachtens der Weiterentwicklung des Kindes evtl. zunehmend ungünstige Anpassungsprozesse zu erkennen. Möglichen daraus resultierenden negativen Entwicklungen kann so im Rahmen einer elternbasierten Intervention gezielt vorgebeugt werden (Ritterfeld, 2000). Für den deutschen Sprachraum wurden dazu in den letzten Jahren verschiedene Ansätze für die sprachtherapeutische Praxis entwickelt, welche die Förderung der Sprachentwicklung (unter anderem) von Kindern mit spätem Sprechbeginn im Rahmen der Eltern-Kind-Interaktion zum Ziel haben (Übersicht in Möller, Spreen-Rauscher, 2009). Nach den vorliegenden Ergebnissen stellen die Sensibilisierung der Mutter/ Eltern für die thematische Führung des Kindes sowie für die enge thematische Passung des eigenen Sprachangebots auf den Aufmerksamkeitsfokus bzw. das Verhalten und die sprachlichen Äußerungen des Kindes einen wichtigen Ansatzpunkt im Rahmen einer elternbasierten Frühintervention dar. Anmerkung Im Beitrag wird bewusst der Begriff Mutter (und nicht Eltern) verwendet, da sich sowohl die verwendete Literatur als auch die vorgestellte Untersuchung ausschließlich auf Mütter beziehen. Einige der Aspekte lassen sich evtl. auch auf die Vater- Kind-Dyade übertragen. Von einer generellen Vergleichbarkeit des sprachlichen Verhaltens von Müttern und Vätern im Umgang mit ihren Kindern kann jedoch nicht ausgegangen werden (Überblick z. B. in Barton, Tomasello, 1994). Daniela Kiening M. A. Prof. Dr. Manfred Grohnfeldt Ludwig-Maximilians-Universität München Department für Pädagogik und Rehabilitation Lehrstuhl für Sprachheilpädagogik (Sprachtherapie und Förderschwerpunkt Sprache) Leopoldstr. 13 80802 München E-Mail: kiening@lmu.de, grohnfeldt@lmu.de Literatur Balkom, H. van, Verhoeven, L. & Weerdenburg, M. van (2010). Conversational behaviour of children with developmental language delay and their caretakers. International Journal of language and Communication Disorders 45, 3, 295 -319 Barton, M. & Tomasello, M. (1994). the rest of the family: the role of fathers and siblings in early language development. In: gallaway, C. & Richards, b. (Eds.): Input and interaction in language acquisition (109 -131). Cambridge University Press Baumwell, L., Tamis-LeMonda, C. & Bornstein, M. (1997). Maternal verbal sensivity and child language comprehension. Infant behaviour and Development 20, 2, 247 -258 Dunham, P. & Dunham, F. (1995). 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