eJournals Frühförderung interdisziplinär35/4

Frühförderung interdisziplinär
1
0721-9121
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/fi2016.art28d
1_035_2016_4/1_035_2016_4.pdf101
2016
354

ELTERN-AG: Ein Konzept der Elternarbeit

101
2016
Eileen Buß
Die ersten Lebensjahre eines Menschen sind die wichtigsten in seiner Entwicklung. In dieser Zeit ist die Wirkung von Fördermöglichkeiten und somit auch der Einfluss auf den weiteren Lebensweg am größten. ELTERN-AG ist ein präventives Gruppenangebot im Bereich der frühen Bildung, welches genau an dieser Stelle anknüpft. Es richtet sich an Familien, die unter den Bedingungen sozialer Benachteiligung leben, und verbessert die Entwicklungschancen dieser Kinder, indem es die Erziehungs- und Sozialkompetenzen der Eltern stärkt (Thiemann 2014).
1_035_2016_4_0004
231 Frühförderung interdisziplinär, 35.-Jg., S.-231 - 235 (2016) DOI 10.2378/ fi2016.art28d © Ernst Reinhardt Verlag ELTERN-KIND-KONZEPTE ELTERN-AG: Ein Konzept der Elternarbeit Erfahrungsbericht einer Mutter Eileen Buß 1. Kurzvorstellung des Konzeptes der ELTERN-AG 1.1 Zielgruppe der ELTERN-AG Die ersten Lebensjahre eines Menschen sind die wichtigsten in seiner Entwicklung. In dieser Zeit ist die Wirkung von Fördermöglichkeiten und somit auch der Einfluss auf den weiteren Lebensweg am größten. ELTERN-AG ist ein präventives Gruppenangebot im Bereich der frühen Bildung, welches genau an dieser Stelle anknüpft. Es richtet sich an Familien, die unter den Bedingungen sozialer Benachteiligung leben, und verbessert die Entwicklungschancen dieser Kinder, indem es die Erziehungs- und Sozialkompetenzen der Eltern stärkt (Thiemann 2014). Es hat sich gezeigt, dass soziale Benachteiligung, und damit einhergehende belastende Lebensumstände, von Generation zu Generation weitergegeben werden (Armbruster 2006). Zu diesen Bedingungen zählen unter anderem ein Leben in Armut oder eine schlechte Integration in den Arbeitsmarkt. Diese besonderen Herausforderungen führen oftmals zu weniger gesellschaftlicher Teilhabe, beispielsweise einem schlechteren Zugang zum Gesundheitssystem sowie zu Angeboten im Bereich der Bildung. Angebote, welche die Familien in ihrem Erziehungsalltag unterstützen und ihnen Anregungen für ihr erzieherisches Handeln geben, sind in sozial benachteiligten Familien verstärkt notwendig, werden aber nur wenig freiwillig in Anspruch genommen. Zum einen kann dies dadurch begründet sein, dass die Hemmschwelle der Eltern, solche institutionellen Unterstützungsangebote wahrzunehmen, oftmals zu groß ist. Zum anderen fehlt den betroffenen Familien oft die Kenntnis über bestehende Angebote. Viele bisherige Forschungsergebnisse belegen, dass ein Aufwachsen unter den Bedingungen sozialer Benachteiligung negative Auswirkungen auf die Gesundheit der betroffenen Kinder hat. Aber auch in den Bereichen der kognitiven und der emotionalen Entwicklung sowie die der sozialen Kompetenzen führen belastende Lebenssituationen dazu, dass Kinder ihr Potenzial nicht voll entfalten können und die Entwicklungsperspektiven entsprechend gering sind (vgl. Maier-Pfeiffer/ Pfeiffer 2006). So haben Familien, die unter diesen Bedingungen leben und deren Alltag von Multiproblemlagen geprägt ist, häufiger Bedarf, Angebote der Frühen Hilfen und der Frühförderung für ihre Kinder zu beanspruchen. ELTERN-AG richtet sich an Personen mit mindestens einem Kind im noch nicht schulpflichtigen Alter sowie an werdende Eltern. Erreicht werden die Teilnehmer/ innen durch eine wertschätzende und unkonventionelle Form der Elternansprache. 1.2 Ziele der ELTERN-AG Nach der Teilnahme an einer ELTERN-AG sind die Eltern offener für andere Angebote, z. B. im Gesundheitswesen. Zudem werden sie in ihren Erziehungs- und Sozialkompetenzen gestärkt (Böhm/ Schneider 2012), um dadurch nicht nur ihr Leben, sondern gerade das ihrer Kinder positiv zu beeinflussen und so die Bildungs- und Lebenschancen zu verbessern. Denn die in einer Familie beste- 232 FI 4/ 2016 Eltern-Kind-Konzepte henden Erziehungsvorstellungen und -methoden sind, gerade unter den Voraussetzungen von Multiproblemlagen, ungünstig und weniger entwicklungsfördernd. Durch die Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenzen sollen die Entwicklungsverläufe der Kinder positiv beeinflusst werden. 1.3 Inhalte der ELTERN-AG Das Programm ELTERN-AG befasst sich ausschließlich mit Themen, die Familie und Kindererziehung betreffen (Thiemann 2014). Die Treffen werden von zwei speziell ausgebildeten pädagogischen Fachkräften, sogenannten ELTERN-AG Mentoren/ innen, moderiert. Wichtiger Bestandteil und auch Erfolgsfaktor der ELTERN-AG ist der Spaß, den die Eltern in den Treffen erleben. Eine positive Gruppenstimmung, eine Wohlfühlatmosphäre und gemeinsames Lachen sind wichtige Motivationsquellen für die Eltern, um sowohl regelmäßig als auch freiwillig an den Treffen teilzunehmen. Empowerment, als Basis der methodischen Gestaltung einer ELTERN- AG, trägt dazu bei, dass Eltern nicht nur ihre Ressourcen entfalten und größeres Vertrauen in sich und ihre Fähigkeiten entwickeln, sondern auch lernen, mehr Verantwortung für sich und ihre Kinder zu übernehmen. Die ressourcenorientierte und empowernde Haltung der Fachkräfte beinhaltet, die Eltern als Experten ihrer Lebenswelt und ihrer Kinder zu betrachten und den Lösungsideen und Entscheidungen der Eltern mit Wertschätzung zu begegnen, diese anzuerkennen und zu respektieren. 1.4 ELTERN-AG als Angebot der Elternarbeit in der Frühförderung Im Kontext der „Frühen Hilfen“ sind, neben der Elternarbeit in der Frühförderung, auch zusätzliche Elterngruppen, in denen Ansprechpartner/ innen zur Verfügung stehen und ein Austausch ermöglicht wird, bedeutsam. ELTERN-AG kann als ein solches Gruppenangebot verstanden werden. Es ist bezüglich der Frühförderung eine wertvolle Ergänzung, um einen Erfahrungsaustausch unter den betroffenen Eltern anzuregen, aus dem neue entlastende Handlungsstrategien für den Familienalltag entstehen. Das Programm ELTERN-AG versteht sich dabei als ein Puzzelteil in der Landschaft dieser Angebote. Denn nur durch ein ineinandergreifendes Arbeiten verschiedener Hilfen können die Fördermöglichkeiten von Kindern optimal ausgeschöpft werden. 2. ELTERN-AG: Erfahrungsbericht einer Mutter Frau M. war bis Juli 2015 Teilnehmerin einer EL- TERN-AG. Sie ist alleinerziehende Mutter einer zwei- und einer vierjährigen Tochter. Beide Kinder besuchen eine integrative Kindertagesstätte und nehmen dort auch an therapeutischen Angeboten der Frühförderung teil. Frau M. berichtete, dass ihr Partner sie vor zwei Jahren verließ, da war ihre kleine Tochter gerade geboren. Diese war in den ersten Monaten sehr anstrengend, sie schrie viel, ließ sich kaum beruhigen und schlief nur wenig. Ihr Partner hielt diese Belastung nicht aus, so dass er sich von ihr und den Kindern trennte und sich zeitnah eine eigene Wohnung suchte. Das war für Frau M. eine sehr schwere Zeit, in welcher sie sich sehr allein fühlte, viel weinte und oft verzweifelt war. Als nun alleinerziehende Mutter stand sie plötzlich vor ganz neuen Herausforderungen und musste den gesamten Familienalltag mit ihren Töchtern eigenverantwortlich organisieren, wobei sie oft an ihre Grenzen stieß und nicht weiter wusste. Frau M. wurde die ELTERN-AG, welche in den vertrauten Räumlichkeiten der Kindertagestätte stattfinden sollte, von der Erzieherin ihrer kleineren Tochter empfohlen. Sie war anfänglich sehr skeptisch, ob dieser Kurs für sie geeignet ist. Ihre Unsicherheit resultierte vorwiegend daraus, dass sie 233 FI 4/ 2016 Eltern-Kind-Konzepte nicht beurteilen konnte, was sie bei dem Angebot erwartete. Sie wusste nur, dass es um die Themen Kinder und Erziehung geht und sie sich dort bei Kaffee und Kuchen mit anderen Eltern austauschen kann. Die Erzieherin ihrer Tochter sagte ihr zudem, dass die Treffen von zwei Frauen geleitet werden, die sehr nett sind. Die Erzieherin gab nach Zustimmung von Frau M. ihre Telefonnummer an die Kursleiterinnen weiter. Das spätere Telefonat mit ihnen empfand Frau M. als sehr angenehm und herzlich. Zudem erfuhr sie von der geplanten Teilnahme einer Bekannten und entschied sich, den Kurs gemeinsam mit dieser anzusehen. Auch die Wohnortnähe und das ihr vertraute Gebäude der Tagesstätte haben eine Rolle bei ihrer Entscheidung zur Teilnahme an der ELTERN-AG gespielt. Frau M. berichtete, dass sie beim ersten Treffen sehr freundlich von den Mentorinnen empfangen wurde. Der Raum, in welchem der Kurs stattfinden sollte, war sehr einladend. Es gab ein großes „Herzlich-willkommen“-Plakat, Kaffee und Gebäck und auf den Stühlen lagen Kärtchen, auf denen „Schön, dass Sie hier sind.“ stand. Allerdings erschreckte es Frau M., dass es keine Tische gab, sondern im Stuhlkreis gesessen werden sollte. Nur zögerlich nahm sie Platz, empfand es später aber als sehr angenehm, alle anderen Eltern direkt angucken zu können. Auch die Mentorinnen saßen mit im Stuhlkreis. Der Gruppe von ca. 8 Eltern wurden dann die Inhalte der ELTERN-AG und die Gestaltung der einzelnen Treffen erklärt. Die Tatsache, dass es wirklich nur um Erziehung und Familienalltag gehen sollte, gefiel Frau M. sehr gut. Sie hatte dahingehend viele Fragen und war oft unsicher im Umgang mit ihren Kindern. Manchmal belastete sie das Gefühl, eine schlechte Mutter zu sein und ihren Kindern nicht alles geben zu können, was sie sich für sie wünschte. Frau M. war aber auch sehr neugierig, was andere Eltern im Alltag mit ihren Kindern erlebten und welche Erfahrungen sie mit ihnen machten. Darüber hinaus fand sie es gut, dass die in dem Kurs besprochenen Themen von den Eltern selbst bestimmt wurden. Sie schlug auch gleich ein sie interessierendes Thema vor und freute sich, als es dann in einem späteren Treffen thematisiert wurde. Die Information, dass es insgesamt 20 wöchentlich stattfindende Treffen sind, die jeweils zwei Stunden dauern, ließ Frau M. dann doch zweifeln, ob eine weitere Teilnahme überhaupt möglich ist. Wie sollte sie über fast ein halbes Jahr diese Termine realisieren können? Der Gesamteindruck dieses Treffens motivierte Frau M. aber letztendlich, in der nächsten Woche wiederzukommen. Was aus ihrer heutigen Sicht die richtige Entscheidung war. Im Verlauf der ersten Treffen merkte sie sehr bald, dass die anderen anwesenden Eltern sich in einer ähnlichen Lebenslage befanden wie sie selbst, was sie beruhigte. Drei teilnehmende Mütter waren auch alleinerziehend und in einer ähnlich schlechten finanziellen Lage wie Frau M. Eine dieser Mütter hatte sogar Kinder im gleichen Alter. Auch gab es Teilnehmerinnen, deren Kinder ebenfalls Angebote der Frühförderung wahrnahmen, so wie die Töchter von Frau M. Dadurch, dass sie sich in der Gruppe nun viel sicherer und zugehörig fühlte, konnte sie ihre anfängliche Skepsis schnell überwinden und die zweistündigen Treffen wurden ein fester Bestandteil in ihrer Wochenplanung. In den Treffen hatten die Eltern die Möglichkeit, über ihren Alltag der vergangenen Woche zu erzählen. Frau M. hörte den Berichten der anderen Eltern gern zu, war in den ersten Treffen aber selbst sehr zögerlich, von ihren eigenen Erfahrungen der letzten sieben Tage zu berichten. Sie erklärte, dass es ihr unangenehm war, da sie fürchtete, dass die anderen Eltern ihre Unsicherheit im Erziehungsalltag bemerkten und negativ bewerten könnten. Doch im Verlauf des Kurses änderte sich dies. Frau M. erzählte, dass es ihr gut tat zu hören, dass andere Familien ähnliche Herausforderungen hatten, andere Mütter auch an sich zweifelten und andere Kinder auch sehr anstrengend sein konnten. Aus diesem Austausch resultierten auch oft bereits erprobte Tipps und Ideen anderer Eltern, welche Frau M. zu Hause ausprobieren konnte und einiges auch beibehalten hat. Beispielsweise als Abendritual gemeinsam mit ihren 234 FI 4/ 2016 Eltern-Kind-Konzepte Töchtern vor dem Zubettgehen noch ein Buch anzuschauen. Die Kinder, und auch Frau M. selbst, können dabei entspannen und das Einschlafen ihrer Töchter verläuft danach viel problemloser. Sie betonte auch, dass ihre Kinder diese Zeit, in welcher sie sich intensiv mit ihnen beschäftigt, sehr genießen und nun auch jeden Abend einfordern. Dadurch, dass sie auf Eltern traf, die teilweise die gleichen Herausforderungen hatten und sie gemeinsam mit diesen über Lösungen diskutierte, relativierte sich ihr häufiges Gefühl der Überforderung. Besonders beruhigend fand Frau M. aber die Erkenntnis, dass nicht alle Probleme aus den Entwicklungsverzögerungen ihrer Kinder resultierten, weil auch Eltern von diesen Problemen berichteten, deren Kinder altersgerecht entwickelt waren. Die Möglichkeit zu haben, sich über diese Themen austauschen zu können und Verständnis zu erfahren, war für sie sehr prägend. Des Weiteren erzählte Frau M., dass sie in den Treffen auch viel darüber lernte, wie sie mit dem Stress in ihrem Familienalltag umgehen und diesen auch reduzieren konnte. Die Stressbewältigungsstrategien anderer Eltern, beispielsweise in einer sehr angespannten Situation den Raum zu verlassen und bis drei zu zählen, waren für sie ebenfalls sehr wertvoll. Aber auch einfach etwas für das eigene Wohlbefinden tun half ihr dabei, die eigene Anspannung zu verringern und dadurch entspannter im Umgang mit ihren Kindern zu sein. Auf den „Schlaue-Eltern“-Teil der ELTERN-AG, bei dem von den Eltern gewünschte Themen inhaltlich von den pädagogischen Fachkräften vorbereitet wurden, hat sich Frau M. immer besonders gefreut. Hier war es möglich, etwas über Themen zu erfahren, die für sie von großer Relevanz waren. Beispielsweise „Trockenwerden“, „Geschwisterrivalität“ oder „Sprachentwicklung“. Nach der Vorstellung des Themas tauschte sich die Gruppe darüber aus und Frau M. konnte einige dieser Ratschläge erfolgreich in ihrem Familienalltag integrieren. Sie erinnerte sich noch an ein ganz besonderes Treffen der ELTERN-AG, zu welchem sie sehr aufgelöst ging, nachdem ihr der Kinderarzt ihrer Tochter Vorwürfe gemacht hatte, dass sie sich nicht richtig um ihr Kind kümmern würde. Zwar war an diesem Tag ein anderes Thema geplant gewesen, trotzdem habe sich die Gruppe die Zeit für sie genommen und sie durch ihr Verständnis etwas auffangen können. In diesem Gespräch wurde ihr von den anderen Eltern verdeutlicht, dass sie gute Entscheidungen trifft. Auch die Wertschätzung der Mentorinnen gab ihr das Gefühl, dass sie sehr viel für ihre Kinder tut und in entscheidenden Momenten für sie da ist. Wichtig waren für Frau M. auch die einfachen und gut umsetzbaren Erziehungsregeln, welche die Mentorinnen als Handlungsorientierung vorgestellt hatten. So halfen ihr die Grundsätze „Grenzen setzen und konsequent sein“ und „Fordern, fördern und ansprechbar sein“ den Alltag mit ihren Kindern langfristig positiver zu gestalten. Frau M. betonte, dass sie es besonders schön findet, dass sie während der ELTERN-AG die Freundschaft zu zwei weiteren Müttern geknüpft hat. Mit diesen steht sie auch jetzt noch in regelmäßigem Kontakt. Sie treffen sich, um gemeinsam einen Kaffee zu trinken und sich über ihren Alltag auszutauschen. Aber auch gemeinsame Spielplatzbesuche, bei denen die Kinder zusammen spielen, sind zu einer angenehmen Gewohnheit geworden. Darüber hinaus unterstützen sich die drei Mütter gegenseitig. Beispielsweise kann Frau M. ihre Töchter vorübergehend bei ihnen lassen, um wichtige Termine zu realisieren. Dieses Verhältnis basiert auf Gegenseitigkeit und Frau M. ist sich der Wertschätzung, die aus dieser Unterstützung resultiert, durchaus bewusst. Ihr Selbstwertgefühl und ihre Alltagssicherheit haben sich dadurch deutlich verbessert. Vor der ELTERN-AG ist Frau M. im Umgang mit ihren Kindern oft etwas verzweifelt gewesen, aber heute kann sie dem an mancher Stelle mit mehr Sicherheit und ein bisschen mehr Gelassenheit 235 FI 4/ 2016 Eltern-Kind-Konzepte begegnen. Sie beschrieb, dass sie ihre Kinder nun auch ganz anders wahrnimmt, sich eher auf das konzentriert, was sie schon sehr gut können und nicht mehr darüber grübelt, was sie unbedingt noch lernen müssen. Auch die Kinder nehmen diese Veränderung wahr, Frau M. empfindet sie als ausgeglichener als vor der ELTERN-AG und hat das Gefühl, dass sie irgendwie fröhlicher sind. Zurückblickend beschreibt sie, dass ihr die zwei Stunden des Kurses immer viel Spaß bereiteten und sie dort das Gefühl hatte, dass man ihr auch wirklich zuhörte. Sie vermisst nun diese Zeit in der ELTERN-AG, die sie einmal ganz allein für sich nutzen konnte. Frau M. blickt auch ein bisschen stolz auf den Kurs zurück. Nicht nur, weil sie dort viel lernen und eine positive Zeit erleben konnte, sondern weil sie sich durch ihre Ideen und Anregungen auch selbst mit einbringen konnte. So erzählte sie abschließend darüber, wie sie einer Mutter den Tipp gegeben hatte, eine Frühförderung zu beantragen, und ihr später auch dabei half. Sie hat sich selbst gut dabei gefühlt und empfand ihre Erfahrungen als wertvoll für eine andere Person. Ihre Töchter nehmen auch weiterhin an Angeboten der Frühförderung teil. Diese Termine lassen sich nun aber viel entspannter in den Familienalltag integrieren. Eileen Buß MAPP-Empowerment gGmbH Programm ELTERN-AG Klausenerstraße 15 39112 Magdeburg Tel.: (03 91) 7 27 76 40 E-Mail: e.buss@eltern-ag.de Literatur Armbruster, M. (2006): Eltern-AG. Das Empowerment-Programm für mehr Elternkompetenz in Problemfamilien. Heidelberg: Carl-Auer. Böhm, B., Schneider, M. (2012): Sozial benachteiligte Eltern erreichen: Erste Ergebnisse aus der Evaluation des Elternprogramms ELTERN-AG. In: K. Fröhlich- Gildhof, I. Nentwig-Gesemann & H. Wedekind (Hrsg.): Forschung in der Frühpädagogik V. Materialien zur Frühpädagogik. Band 10. Freiburg, 245 - 273 Maier-Pfeiffer, A. und C. Pfeiffer. (2006): Frühe Förderung von Kindern aus sozial benachteiligten Familien. Das Projekt Pro Kind Niedersachsen. In: Kerner, H.-J., Marks, E. (Hrsg.): Internetdokumentation Deutscher Präventionstag. Hannover. http: / / www. praeventionstag.de, 27. 10. 2015 Thiemann, J. (2014): ELTERN-AG: Das Empowerment-Programm für mehr Elternkompetenz in sozial benachteiligten Familien. In: Brock, I. (Hrsg.): Psychotherapie und Empowerment. Opladen, Berlin, Toronto, 187 - 206