Frühförderung interdisziplinär
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0721-9121
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/fi2018.art12d
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2018
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Originalarbeit: Arbeit mit Vätern von Kindern mit Behinderung
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Luise Behringer
Wolfgang Gmür
Gerhard Hackenschmied
Daniel Wilms
Väter von Kindern mit Behinderung wurden von Fachkräften der Behindertenhilfe lange Zeit nur am Rande wahrgenommen. Diese Lücke sollte mit dem Projekt „Väter von Kindern mit Behinderung“ geschlossen werden. Ziel des Projekts war es, Angebote zu entwickeln, die Väter in ihrer Bedeutung für das Kind ansprechen. Ausgehend von der Situation von Vätern eines Kindes mit Behinderung werden die Befunde der wissenschaftlichen Begleitforschung sowie grundlegende Erfahrungen der praktischen Umsetzung des Projekts dargestellt.
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63 Frühförderung interdisziplinär, 37.-Jg., S.-63 - 72 (2018) DOI 10.2378/ fi2018.art12d © Ernst Reinhardt Verlag ORIGINALARBEIT Arbeit mit Vätern von Kindern mit Behinderung Luise Behringer, Wolfgang Gmür, Gerhard Hackenschmied, Daniel Wilms Zusammenfassung: Väter von Kindern mit Behinderung wurden von Fachkräften der Behindertenhilfe lange Zeit nur am Rande wahrgenommen. Diese Lücke sollte mit dem Projekt „Väter von Kindern mit Behinderung“ geschlossen werden. Ziel des Projekts war es, Angebote zu entwickeln, die Väter in ihrer Bedeutung für das Kind ansprechen. Ausgehend von der Situation von Vätern eines Kindes mit Behinderung werden die Befunde der wissenschaftlichen Begleitforschung sowie grundlegende Erfahrungen der praktischen Umsetzung des Projekts dargestellt. Schlüsselwörter: Rolle und Bedeutung der Väter, Kinder mit Behinderung, väterorientierte Angebote Working with fathers of children with special needs Summary: Fathers of children with disabilities have received for a long time only marginal attention from professionals in help for the disabled. This gap should be closed with the project “fathers of children with disabilities”. The aim of the project was to develop appropriate offers for fathers, which emphasise the importance of fathers for their children. Based on the situation of fathers of children with disabilities, the results of the accompanying scientific research, as well as basic experiences of the practical implementation of the project are presented. Keywords: Role and importance of fathers, children with special needs, reaching fathers Einführung F orschungen zu Eltern bzw. Familien mit Kindern mit Behinderung beziehen sich v. a. auf die Situation der Mütter. Sie sind es, die als Hauptbezugs- und Pflegepersonen ihrer Kinder im Mittelpunkt des Interesses stehen, wenn es um Belastungen und Bewältigung sowie Unterstützung im Alltag geht. In den letzten Jahrzehnten ist in den Familien jedoch eine Menge in Bewegung gekommen und es ist für Mütter nicht mehr selbstverständlich, nach der Geburt eines Kindes ihre Berufstätigkeit für viele Jahre zurück zu stellen und in der Erziehung ihrer Kinder aufzugehen. Das belegt auch der Familienreport 2014 (BMFSFJ 2015). Eine wachsende Zahl von Vätern wünscht sich eine aktivere Mitwirkung an der Kinderfürsorge i. S. einer körperlichen und emotionalen Versorgung der Kinder (Betreuung, Erziehung und Bildung) und signalisiert die Bereitschaft, beruflich zeitweise zurückzutreten, z. B. würde gerne ein Drittel der Väter ihre Arbeitszeit reduzieren (BMFSFJ 2015). Gleichzeitig sehen sie sich aber auch weiterhin als Hauptverdiener, um der Familie einen guten Lebensstandard zu ermöglichen (BMFSFJ 2015; Li u. a. 2015; Possinger 2013). Insgesamt ist jedoch eine deutliche Verschiebung von „Vätern als Ernährer“ zu „Vätern als Erzieher“ auszumachen (Fthenakis/ Minsel 2002). Für eine entsprechende Vaterschaft gibt es allerdings kein eindeutiges Modell, sie zeichnet sich vielmehr durch eine Vielfalt aus, die sich nach Possinger (2013) in traditionell-fürsorgliche, partnerschaftlich-fürsorgliche und egalitär-fürsorgliche Vaterschaft unterscheiden lässt. D. h. alle Väter übernehmen aktiv Fürsorgeaufgaben, auch solche, die über Spielen und Ausflüge hinausgehen. Väter unter- 64 FI 2/ 2018 Luise Behringer, Wolfgang Gmür, Gerhard Hackenschmied, Daniel Wilms scheiden sich aber danach, in welchem Umfang sie das tun und ob sie dafür ihre Berufstätigkeit antasten oder gar reduzieren, wenn es z. B. die Pflege kranker Kinder an Arbeitstagen oder die Mitwirkung in der Hausarbeit erfordern; beides Bereiche, die bei Kindern mit Behinderung besonders ins Gewicht fallen. Väter als Erzieher oder Bindungsperson für ihre Kinder sind zunehmend auch in der psychologischen Forschung ein Thema, in der die Wirkung väterlicher Beteiligung auf das Wohlbefinden der Kinder belegt wird. Väter unterstützen das Bindungsverhalten, wenn sie schon im Säuglingsalter in die Fürsorgearbeit aktiv einbezogen sind. Sie können ebenso kompetent und feinfühlig mit ihrem Säugling umgehen wie die Mütter. Väter sind ebenso in der Lage, die Bedürfnisse ihres Kindes angemessen wahrzunehmen und es liebevoll zu versorgen. Kinder profitieren, wenn sie Erfahrungen mit einer zweiten Bindungsperson machen können (Lamb 2012). Durch die Unterschiedlichkeit von Mutter und Vater kann das Kind vielfältigere Erfahrungen mit emotionaler Fürsorge und Regulation sowie Exploration machen. Gleichzeitig können auch Unterschiede bestehen, indem sie z. B. häufig gelassener reagieren, wenn ihr Kind weint und Trost und Nähe sucht oder wilder und fordernder mit ihrem Kind spielen. Durch die Unterschiedlichkeit von Mutter und Vater kann das Kind vielfältigere Erfahrungen mit emotionaler Fürsorge und Regulation sowie Exploration machen (Ahnert 2016; Grossmann/ Grossmann 2004). Ist die Bindung zur Mutter problematisch oder erfahren die Kinder vonseiten der Mutter weniger Unterstützung, ist eine kompensatorische positive Bindungserfahrung mit dem Vater umso wichtiger. Eine sichere Vater-Kind-Bindung in der frühen Kindheit hat eine protektive Wirkung für eine gesunde emotionale und kognitive Entwicklung des Kindes (Kindler 2011; Grossmann/ Grossmann 2004). Ein positiver Einfluss des Vaters auf die Entwicklung des Kindes ist dann am ehesten zu erwarten, wenn auch die Qualität der Beziehungen innerhalb der Familie, zur Partnerin und zu anderen Kindern und Familienangehörigen positiv ist. Das beinhaltet auch, dass die Eltern sich über die Arbeitsteilung und das Engagement der Väter einig sind (Lamb 2012; Becker-Stoll 2014). Vatersein eines Kindes mit Behinderung heute Die eingangs kurz skizzierten Entwicklungen gelten auch für Familien und Väter von Kindern mit Behinderung. Sie leben heute in einer ähnlichen Pluralität bzgl. Arbeitsteilungsarrangements und Modellen von Vaterschaft wie alle anderen Familien. Väter sind heutzutage auch in Familien mit einem behinderten Kind sichtbarer und aktiver, doch übernehmen hier die Mütter die elterlichen Fürsorgeaufgaben oft fragloser, denn sie sehen sich meist bedingungslos für die mit der Behinderung des Kindes verbundenen Verpflichtungen verantwortlich. Dies entspricht den gesellschaftlichen Erwartungen und führt in der Konsequenz zu einer Re-Traditionalisierung der familialen Arbeitsteilung. Das kann dazu führen, dass sich traditionelle Rollen festigen, Väter sich aus der Versorgung des Kindes heraushalten (und von den Müttern herausgehalten werden), eine distanzierte Beziehung zum Kind entwickeln und Probleme haben, sich mit dessen Behinderung auseinanderzusetzen (Ahnert 2016). Neben den von Possinger (2013) genannten Modellen von Vaterschaft ließe sich diese als traditionell-distanziert bezeichnen. In vielen Familien engagieren sich Väter jedoch trotz dieser Aufteilung der Zuständigkeiten, sodass auch hier Väter aktiver sind. Entweder sie helfen in ihrer oft knappen Freizeit ihrer Frau bei der Versorgung, Pflege und Betreuung des Kindes oder der höhere Pflegebedarf des Kindes trägt zu einem veränderten Rollenverhalten der Väter bei. Auch bei Hinze (1993) findet sich eine Unterscheidung väterlichen Engagements, das dem 65 FI 2/ 2018 Väter von Kindern mit Behinderung traditionell-fürsorglichen und partnerschaftlich-fürsorglichen Modell entspricht. Er erweitert es jedoch um eine emotionale Dimension. Traditionale Väter verdrängen ihre Gefühle und vermeiden es, Kontakt zu Fachleuten, Verwandten oder Freunden aufzunehmen. Dadurch erfahren sie weniger emotionale sowie soziale Unterstützung. Sie sind stark in ihren Beruf eingebunden, haben weniger pflegerischen Kontakt mit ihrem Kind und weniger emotionale Bindung. Es fällt ihnen schwerer, die Behinderung zu bejahen. Das behinderte Kind ist eine Kränkung für ihr Selbstwertgefühl und ihre Rolle als Mann (Hinze 1993). Partnerschaftlich orientierte Väter übernehmen abends Pflegemaßnahmen, entwickeln eine engere Bindung zu ihrem Kind und haben insgesamt eine optimistischere, häufig auch ganzheitlichere Sicht auf ihr Kind. Auch sie sind tagsüber eher abwesend und dadurch weniger in die Förderung eingebunden. Durch ihr Engagement und ihre alltägliche Interaktion mit dem Kind entwickeln sie eine engere Bindung und sind für das Kind eine zentrale Bindungsperson. Da sie nicht den ganzen Tag in die Betreuung eingebunden sind, haben sie eine größere Distanz und oftmals eine optimistischere, häufig auch ganzheitlichere Sicht auf ihr Kind (Kallenbach 2002). Und durch die Erfahrungen mit ihrem Kind verändern sich auch ihre Werthaltungen (Hinze 1993). Nach Ansicht eines betroffenen Vaters gibt es nur zwei Möglichkeiten für Väter: „Entweder sie lassen sich stärker auf ihre Kinder ein und übernehmen Versorgungs- und Pflegeaufgaben oder sie verlassen die Familie.“ (Behringer 2001, 165) Insgesamt zeigt sich, dass eine Bewältigung der alltäglichen Aufgaben besser gelingt, wenn Väter in die Pflege- und Betreuungsaufgaben aktiv involviert sind. Ihre Beteiligung wirkt sich positiv auf das Belastungsempfinden und die Resilienz in der gesamten Familie aus (Retzlaff 2016). Insgesamt hängt die erlebte Belastung bzw. das Stresserleben von einer Vielzahl von Faktoren ab. Dazu zählt die Qualität der Partnerschaft bzw. die Beteiligung beider Eltern an Pflege- und Betreuungsaufgaben und auch Berufstätigkeit ebenso wie das Ausmaß und der Schweregrad der Behinderung sowie die soziale Unterstützung aus dem Umfeld. Belastungen sind keine fixe Größe, sie können sich auf unterschiedlichen Ebenen zeigen: auf individueller, sozialer, finanzieller oder alltagspraktischer Ebene, und sich im Laufe der Jahre verstärken, z. B. weil die Kinder größer und schwerer werden und sich die Pflegeanforderungen dadurch erhöhen. Wie Väter damit umgehen, hängt sowohl von der Bewertung ihrer Situation ab als auch von ihren Bewältigungsstrategien. Hierbei zeigt sich, dass Väter oft anders mit der Behinderung umgehen und über andere Bewältigungsstrategien verfügen als Mütter. Väter reagieren tendenziell nach außen weniger emotional und sind in ihrem Bewältigungshandeln eher kognitiv orientiert. Gesprächen über Probleme gehen sie eher aus dem Weg und bekommen somit auch weniger emotionale Unterstützung bei der Auseinandersetzung mit der Behinderung. Diese erfolgt eher in der Suche nach Informationen und logischen Erklärungen zur spezifischen Behinderung oder kämpferischen Auseinandersetzungen mit Behörden und Krankenkassen, um dem drohenden Kontrollverlust entgegenzuwirken (Retzlaff 2016). Väter suchen verbissener als ihre Frauen nach Ursachen der Behinderung ihres Kindes. Damit gelingt es ihnen, sich mit der Behinderung ihres Kindes rational auseinanderzusetzen, ohne sie emotional zu verarbeiten und anzunehmen (Götz 1997). Mit dieser Haltung tragen Väter gleichzeitig zur Stabilisierung des Familiensystems bei. Denn andererseits wird auch betont, dass Väter aufgrund ihrer rationalen Orientierung in der Diagnose einen klaren Sachverhalt sehen, 66 FI 2/ 2018 Luise Behringer, Wolfgang Gmür, Gerhard Hackenschmied, Daniel Wilms sich der veränderten Situation anzupassen und anzupacken. Damit geben sie ihren Frauen Rückhalt in der schwierigen und belastenden Situation (Roth 2013). Auch die Einbindung in eine Berufstätigkeit und der damit verbundene Ausgleich durch diesen Lebensbereich können die Auseinandersetzung mit der Behinderung oder einen pragmatischen Umgang erleichtern und (zumindest in der ersten Zeit) zu einer psychischen Stabilisierung der Väter beitragen. Dies ist eine wichtige Ressource, denn die Neuorganisation familiärer Lebensplanung, beginnend bei der Neustrukturierung des familiären Alltags, kann für die Familie mit einem behinderten Kind eine sehr anstrengende Phase darstellen. Die Betreuung und Pflege ihres Kindes, verbunden mit den Bemühungen um eine adäquate Förderung, die oft einhergeht mit vermehrter körperlicher Anstrengung, wirkt sich nicht nur physisch aus, sondern schränkt die für andere Aktivitäten verfügbare Zeit merklich ein. Der körperliche Zustand eines Kindes mit Behinderung führt zudem häufig dazu, dass nichts mehr langfristig geplant werden kann (Eckert 2002). Die genannten Belastungen verstärken sich im Laufe der Jahre häufig noch, wenn Kinder größer und schwerer werden und sich die Pflegeanforderungen dadurch erhöhen oder wenn Kinder aus dem Freundeskreis sich weiterentwickeln und zunehmend autonomer werden. Laut Engelbert (1999) ist das Stresserleben von Vätern anders als bei Müttern und es variiert im Verlauf der Entwicklung eines Kindes. In der Langzeitstudie EICS (Early Intervention Collaborative Study) zum Stresserleben der Eltern aufgrund der Eigenarten ihres behinderten Kindes zeigte sich deutlich, dass der Stress im Verlauf der ersten zehn Jahre zunimmt und bei Vätern durchgängig höher, zum Teil sogar signifikant höher ist. Mit zehn Jahren zeigt fast die Hälfte der Väter einen Grad an Belastung, der Beratung erforderlich macht (Krause 2008). Das Leben mit einem behinderten Kind wird von den Eltern oft als eine permanente Herausforderung beschrieben, die sie an den Rand der Belastung und Erschöpfung bringen kann, die aber auch als Chance zum Überdenken der bislang gültigen Wertvorstellungen und zur Weiterentwicklung gesehen werden kann (Götz 1997). Gerade hierbei ist der Austausch mit anderen Vätern von enormer Bedeutung, da gemeinsam neue Fähigkeiten entdeckt und Orientierungen entwickelt werden können. Aus den Befunden zur Väterarbeit allgemein und zur Begleitung und Unterstützung von Vätern von Kindern mit Behinderung lässt sich folgern, dass spezifische Angebote für Väter dringend erforderlich sind. Gelegenheiten zur Begegnung mit und von Vätern brauchen aber eine andere Struktur als Angebote, die von den Einrichtungen bislang vorgehalten werden. Und unterschiedliche Einrichtungen benötigen gegebenenfalls auch unterschiedliche Strukturen. Das Projekt „Väter von Kindern mit Behinderung“ Das Projekt „Väter von Kindern mit Behinderung“ startete im September 2012 an der Bildungs- und Erholungsstätte Langau. Finanziert wurde es durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration. Es baute auf Erfahrungen mit Elternarbeit im Bereich der Frühförderung auf, die in der Langau eine lange Tradition hat. So wurde das von Frederick Wolf entwickelte „Langauer Modell“ in den 80er Jahren überregional bekannt (Böhm/ v. Kardorff 1989) und die von Wolfgang Ursel bereits ab 1989 entwickelten Wochenenden für Väter von Kindern in der Frühförderung bleiben bis heute eine der wenigen Angebote für Väter (Ursel 2000). Sie bestehen heute in etwas veränderter Form fort, denn nachdem die Kinder der Frühförderung entwachsen waren, organisierten sich die Väter selbstständig und treffen sich in selbst organisierten Vater-Kind-Wochenenden. 67 FI 2/ 2018 Väter von Kindern mit Behinderung Das Ziel des Projekts war, in Kooperation mit Einrichtungen vor Ort passgenaue Angebote für Väter zu entwickeln, zu evaluieren und die Befunde der Fachöffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Um eine möglichst breite Streuung bzgl. des Alters der Kinder, der unterschiedlichen Behinderungen und des Sozialraums zu erreichen, wurden zunächst der Bunte Kreis Augsburg, das Sozialpädiatrische Zentrum in Garmisch-Partenkirchen sowie die Heilpädagogische Tagesstätte der Lebenshilfe in Starnberg zu einer Zusammenarbeit angefragt 1 . Zeitgleich startete die wissenschaftliche Begleitung, die in Kooperation der Katholischen Stiftungsfachschule München, Campus Benediktbeuern mit dem Institut für Praxisforschung und Projektberatung in München durchgeführt wurde und von Beginn an in enger inhaltlicher und organisatorischer Verzahnung mit der Praxis stattfand. Die wissenschaftliche Begleitung umfasste die Beratung des Projektleiters sowie seiner Kooperationspartner, qualitative Interviews mit Vätern in Form von teilstandardisierten Interviews zu unterschiedlichen Projektzeitpunkten, teilnehmende Beobachtung und Gruppendiskussionen bei ausgewählten Veranstaltungen sowie qualitative Interviews mit beteiligten Fachkräften sowie dem Projektleiter. Zu Beginn des Projekts erfolgten Interviews mit Vätern mit dem Ziel, daraus empirisch gestützte Hinweise und Kriterien zu finden, aus denen Empfehlungen für die Entwicklung und praktische Durchführung künftiger Projekte und Angebote für Väter behinderter Kinder abgeleitet werden können. Dabei wurde deutlich, dass Väter ein großes Interesse an Austausch mit anderen Vätern haben. Gleichzeitig besteht aber der Wunsch, dass dies eher nebenbei bei gemeinsamen Aktionen geschehen sollte. Auch Informationen zu Behinderungen, rechtlichen Gegebenheiten sowie Möglichkeiten der Betreuung, Beschulung und Unterbringung ihrer Kinder stehen sie sehr offen und interessiert gegenüber. Gesprächskreise zu bestimmten Themen sind vorstellbar, gezielte problemorientierte (Selbsterfahrungs-) Angebote stoßen jedoch auf Ablehnung. Insgesamt wurde eine Tendenz zu Veranstaltungen mit den Kindern deutlich. In einem Workshop mit den beteiligten Einrichtungen wurden diese Kriterien um die Sichtweise der Fachkräfte ergänzt und zwar sowohl hinsichtlich der Frage, wie sie den Bedarf der Väter wahrnehmen, als auch, was ihren eigenen Bedarf betrifft. Dabei betonten die Fachkräfte, dass Väter aus unterschiedlichen Gründen wichtig sind, z. B. für ihre Diagnostik, für die Entwicklung des Kindes sowie als Entlastung im Familienalltag. Zur Einschätzung der Situation des Kindes sowie zum Befinden der Väter sind sie bislang meist auf die Aussagen der Mütter angewiesen. Wichtig wären ihnen direkte Informationen durch die Väter. Sie beobachten durchaus, dass Väter unter Druck stehen, einen großen Informationsbedarf haben und auch Personen brauchen, die da sind, bei denen sie erzählen dürfen, die ihnen zuhören und Interesse an ihrer Situation zeigen. Doch bislang erreichen sie im Rahmen ihrer Strukturen die Väter nicht oder kaum. Umsetzung in die Praxis - Unterschiedliche Herangehensweisen der Kooperationspartner In den drei Kooperationseinrichtungen gab es sehr unterschiedliche Vorgehensweisen: Während sich beim SPZ in Garmisch-Partenkirchen ein Angebot nur an Väter und ein Angebot an 1 Für die gute und offene Zusammenarbeit mit allen drei Einrichtungen möchten wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken. 68 FI 2/ 2018 Luise Behringer, Wolfgang Gmür, Gerhard Hackenschmied, Daniel Wilms beide Eltern richtete, wurde im Team Früh- und Risikogeborene beim Bunten Kreis Augsburg zunächst die ganze Familie angesprochen, nach der Verlagerung des Projekts in das Therapiezentrum Ziegelhof die Väter. In der Heilpädagogischen Tagesstätte der Lebenshilfe Starnberg richteten sich die Angebote an Väter mit ihren Kindern. Hintergrund der unterschiedlichen Zielgruppen war die jeweilige Altersstruktur der Kinder sowie Hinweise der Väter in den qualitativen Interviews zu Beginn des Projekts. Während des Projektzeitraums wurden gemeinsam mit den Kooperationspartnern unterschiedliche Veranstaltungen durchgeführt und evaluiert, wie z. B. Familienwanderungen mit Tieren, Informationsabend zu rechtlichen Ansprüchen auf Hilfen in Kindergarten und Schule für beide Elternteile, Arbeitseinsätze im Therapiezentrum oder Grillabend für Väter, Erlebnisnachmittag mit Kooperationsaufgaben, Herbstwanderung in der Langau für Väter und Kinder. Erfahrungen und Befunde aus der Praxis Familienveranstaltungen als erster Zugang „Wir machen dann zwar, was unsere familiäre Situation betrifft, Folgendes, dass am Wochenende wir wirklich gemeinsam was machen. Wir haben ja noch eine zweite Tochter.“ (Vater, Augsburg) Veranstaltungen, die von der Familie gemeinsam genutzt werden, sind für die Väter vor allem deshalb attraktiv, weil angesichts der beruflichen Einbindung und der alltäglichen Belastung vergleichsweise wenig Zeit bleibt, um gemeinsame Freizeitaktivitäten zu realisieren. In einem organisierten Angebot haben die Väter zudem die Gelegenheit, andere Familien kennenzulernen. Durch den gemeinsamen Erfahrungshintergrund, ein behindertes Kind zu haben, wird eine Kommunikationsebene hergestellt, die keine Erklärungen braucht. Fragen nach den Behinderungen der Kinder, ihrem Entwicklungsstand und den daraus resultierenden Alltagsgestaltungen sind naheliegend. Bei einer Familienwanderung konnten wir beobachten, dass sich die Väter angeregt unterhielten und Erfahrungen austauschten. Den Einstieg in das Gespräch bildete der Austausch über die Kinder. Darüber hinaus ergeben sich auch Gesprächsmöglichkeiten zwischen den Vätern und den Fachkräften. Charakteristisch ist dabei, dass auf eine Rollendefinition - Väter als Ratsuchende und Fachkräfte als Expertinnen und Experten - weitgehend verzichtet werden kann. Väter können in diesem Kontext in ihrer Kompetenz und in ihrer Zuneigung zum Kind wahrgenommen werden, was sie darin unterstützen kann, über Dinge zu reden, die sie berühren. Vater-Kind-Veranstaltungen „Wenn ich schon die ganze Woche (…) unterwegs bin, will ich wenigstens am Wochenende Zeit mit meinem Kind verbringen.“ (Vater, Augsburg) Väter wollen aktiv am Leben ihrer Kinder teilhaben und Zeit mit ihren Kindern verbringen. Ist dies berufsbedingt nur am Wochenende möglich, wird diesem Bedürfnis eine Teilnahme an Angeboten untergeordnet. Hier unterscheiden sich Väter von Kindern mit Behinderung nicht von anderen Vätern. Sie genießen die Zeit mit ihren Kindern, und da sich alle Väter in der gleichen Situation befinden, stören auch Kinder mit auffälligem Verhalten nicht weiter. So ist es auch nicht überraschend, dass Vater- Kind-Veranstaltungen erheblich mehr Zulauf fanden, als Veranstaltungen ausschließlich für Väter. 69 FI 2/ 2018 Väter von Kindern mit Behinderung Väter lernen die Lebenswelten ihrer Kinder kennen „Also bei uns ist das total positiv aufgenommen worden. Unsere Tochter, die war auch total begeistert, weil sie ja von der Schule dann immer erzählt, und sie findet es dann auch immer toll, wenn auch die Eltern oder der Papa da irgendwo mit involviert ist oder mit dabei ist.“ (Vater, Starnberg) Bei Veranstaltungen mit ihren Kindern haben Väter auch die Gelegenheit, die Einrichtung, in der ihre Kinder betreut werden, und damit einen wichtigen Teil von deren Lebenswelt kennenzulernen. Kinder sind stolz, ihren Vätern zu zeigen, wo sie einen großen Teil ihres Tages verbringen und/ oder wo sie Beziehungen zu anderen Personen aufgebaut haben. Väter werden als Elternteil angesprochen „Das ist mal was Neues, würd‘ ich sagen. Also bisher sind stärker die Mütter involviert in das Ganze und, na ja, so ausgleichende Gerechtigkeit fand ich das schon, ganz sinnvoll, Väter da auch mal einzubinden (…) es ist mit eine Gelegenheit, zusätzlich etwas zu machen, und deswegen fand ich des ganz gut.“ (Vater, Starnberg) Obwohl aus dieser Aussage nicht eindeutig zu schließen ist, ob der Vater die ausgleichende Gerechtigkeit auf sein Recht oder seine Pflicht als Vater bezieht, wird daran deutlich, dass er die Zeit mit seinem Kind als Bereicherung erlebt. Gleichwohl spielen bei den Vater-Kind- Angeboten immer beide Seiten eine Rolle: Das Recht auf sein Kind, seine Entwicklung im Alltag zu begleiten und Spaß miteinander zu haben, aber auch die Pflicht, die Mütter, die einen Großteil ihrer Zeit für die alltägliche Betreuung der Kinder verwenden, in der Zeit der Veranstaltung von den alltäglichen Fürsorgeaufgaben zu entlasten. Väter kommen über das Handeln ins Gespräch „Das Letzte, was ich in dem Moment gebraucht hätte, wäre Psychogelaber.“ (Vater, Vorinterview) Dieses o. g. prägnante Zitat fiel interessanterweise in unterschiedlichen Variationen an allen Standorten des Projekts. Auch in den Interviews kamen Väter auf Gesprächsangebote zu sprechen, die in diese Richtung gingen und von denen sie überhaupt nicht angetan waren, sondern eher abgeschreckt wurden. Beim gemeinsamen Versuch in einer Gesprächsgruppe Unterstützung zu erfahren, wurden ein befragter Vater und seine Frau vom Vorgehen und Ergebnis gründlich enttäuscht. „Wir haben dann in der Einrichtung X. … so ein Seminar gemacht, ähnlich dem System Trauerbewältigung. Das ist zwar paradox, aber so hat das damals geheißen. Das haben wir dann gemacht (…) Gemeinsam miteinander, waren dann auch gemeinsam dort. Da sind wir dann wieder davon weggegangen, weil…in dieser Organisation ist dann immer bloß darüber philosophiert worden: ,Wieso hat es uns erwischt? ‘ und ,Wieso ist uns das widerfahren‘ Wo meine Gattin und ich dann gesagt haben, das hilft ja nichts.“ (Vater, Vorinterview) Das heißt nicht, dass sich Väter Gesprächen über Gefühle, Ängste und Sorgen grundsätzlich verweigern, aber wie bereits in der Literatur sowie den Vorinterviews deutlich wurde, zeigen Männer ein größeres Interesse an handlungsorientierten Angeboten. Gespräche entstehen häufig „nebenbei“, beim gemeinsamen Tun. Hier haben sich insbesondere Wanderungen oder gemeinsames Arbeiten an einem Projekt als hilfreich bezüglich des gemeinsamen Austausches erwiesen. Kennen sich die Väter bereits besser, gewinnt der Austausch erfahrungsgemäß durchaus auch schnell an inhaltlicher Tiefe. 70 FI 2/ 2018 Luise Behringer, Wolfgang Gmür, Gerhard Hackenschmied, Daniel Wilms Väter können über Handeln etwas zurückgeben „Ich möchte mich einfach für die Arbeit des Bunten Kreises in unserer Familie revanchieren“, sagt ein Vater in Augsburg, der ehrenamtlich in der Einrichtung mitwirkt. Die Familien schätzen die Unterstützung der medizinischen und pädagogischen Fachkräfte in ihren Familien und empfinden häufig ein großes Gefühl der Dankbarkeit und der Verbundenheit zur jeweiligen Einrichtung. Diese Verbundenheit war an allen drei Standorten gut zu beobachten. Sich zu einem späteren Zeitpunkt erkenntlich zu zeigen und gleichzeitig etwas zur Verbesserung der Situation beizutragen, scheint den Familien ein großes Bedürfnis zu sein und es trägt zur Normalisierung der eigenen Lebenssituation bei. Sie sind nicht nur die Empfänger von Hilfe, sondern können auch selbst helfen, eine einseitige Helferinnen-Klientinnen-Beziehung wird so zu einer Beziehung auf Gegenseitigkeit. Ohne die Mütter geht nichts „… meine Frau war total begeistert, weil sie gesagt hat, Menschenskinder, sie find‘t des ganz Klasse, dass sich jetzt auch mal die Männer mit ihren Kindern da in irgendeinem Programm einbringen.“ (Vater, Starnberg) Bei mehreren Angeboten für Väter haben wir die Erfahrung gemacht, dass es sehr wichtig sein kann, die Rolle der Partnerinnen zu beachten. Wir erlebten dabei eine ganze Bandbreite von Reaktionen: Von Frauen, die ihre Männer ohne deren Wissen zu Veranstaltungen anmelden wollten, bis zu Müttern, die die Teilnahme ihres Mannes und des gemeinsamen Kindes aus Sorge um das Wohlergehen des Kindes sowie einer Überforderung des Vaters verhindern wollten. Ferner gab es auch Mütter, die bei den zuständigen Fachkräften anriefen und darum baten, ihren Mann mit dem gemeinsamen Kind zu unterstützen. „Und es wurden auch einige Väter angemeldet. Also da bin ich mir relativ sicher, so nach dem Motto: Jetzt schaust du dir das mal an! Und die Mütter haben dann auch so Bedenken geäußert und haben auch g’sagt: Ja, kucken Sie da mal drauf, ich weiß nicht, ob der mit dem Kleinen da zurechtkommt. Nicht dass es in einer Katastrophe endet.“ (Fachkraft) Abschließende Gedanken des Projektleiters In den Veranstaltungen haben sich kürzere Veranstaltungen (stundenweise, tageweise), bei längerer Anreise auch ein (verlängertes) Wochenende, als geeignete Zeiträume für Väter herausgestellt. Schwierig erscheint für Väter eine Teilnahme, wenn für Veranstaltungen Urlaub genommen werden muss. Dieser ist traditionell für die Familie reserviert. Bedingt durch die konsequente Niederschwelligkeit der Angebote und der Notwendigkeit, auch durch eine gewisse Attraktivität die Zielgruppe zu erreichen, erwies sich die Gestaltung der Angebote teils als schmale Gratwanderung zwischen „Eventmanagement“ und pädagogischem Anspruch. Dieser Spagat wurde nach der Etablierung der Angebote erheblich kleiner. Sind die Väter mal auf „den Geschmack“ gekommen, nehmen sie gerne immer wieder teil. Ist eine Etablierung der Angebote für Väter eingetreten, sind auch weniger aufwendige und aufregende Veranstaltungen eine gute Möglichkeit, den Kontakt zu den Vätern zu pflegen 2 . 2 Interessierte Einrichtungen können sich gerne an Daniel Wilms www.fachstellevaeter.de wenden, wenn sie Angebote für Väter entwickeln möchten. 71 FI 2/ 2018 Väter von Kindern mit Behinderung Fazit und Ausblick Auch wenn sich Rollenmodelle in Familien verändern und Väter von Kindern mit Behinderung sich stärker an familialen Aktivitäten beteiligen, sind sie immer noch wenig präsent an den Orten, an denen sich ihre Kinder aufhalten bzw. an denen sie therapeutisch und pädagogisch betreut werden. Es ist noch lange keine Selbstverständlichkeit, dass sie aktiv das Gespräch mit Professionellen oder anderen betroffenen Eltern suchen. Gleichzeitig zeigte sich aber deutlich, dass sie an einem Austausch großes Interesse haben, wenn sich ihnen Möglichkeiten dafür bieten. Eine Möglichkeit ist, Väter in ihren Interessen und Kompetenzen anzusprechen, die stärker im Handeln liegen. Dadurch könnte es auch möglich werden, Väter mit Migrationshintergrund besser zu erreichen. Hier gilt es spezifische und zusätzliche Angebote zu entwickeln, denn die Abläufe in den Einrichtungen sind auf das Gespräch ausgerichtet und normale Öffnungszeiten kollidieren zudem oftmals mit Zeitstrukturen im Beruf. Die Realisierung von Angeboten für Väter bedarf dementsprechend zunächst zeitlicher Ressourcen in einer Einrichtung, die in Zeiten des Refinanzierungsdrucks immer weniger gegeben sind. Neben der zeitlichen Herausforderung steht eine weitere an, die u. E. als erste bewältigt werden sollte. Sie betrifft die eigene Haltung: In den meist weiblich dominierten Institutionen herrscht nicht selten ein negatives und defizitorientiertes Männerbild vor und die Sorge, Väter mit direkten Nachfragen zu verprellen. Möchten wir Väter erreichen, sollten wir deshalb unsere Haltung reflektieren, denn in den meisten Familien folgen die familialen Zuständigkeiten einer traditionellen Arbeitsteilung und die zeitlichen Ressourcen für die Familie sind beschränkt. Gleichwohl zeigen Väter ein hohes Interesse, aktiv Fürsorgeaufgaben zu übernehmen und sich an der Pflege und Versorgung ihres Kindes zu beteiligen. Gelingt es uns, dies wertzuschätzen, müssen wir Väter auch nicht mit Samthandschuhen anfassen, denn sie fühlen sich wahr- und ernstgenommen und sind offen für den Austausch mit anderen Vätern sowie für Fragen von Professionellen. Neben anderen Vätern in der Gruppe ist ein männlicher Ansprechpartner, der die Väterangebote initiiert und begleitet, mit seinem Methodeninventar unterstützt und für Gespräche zur Verfügung steht, von Vorteil. Denn Väter brauchen Männer! Dafür hat sich die Stelle des Väterreferenten in der Langau als unverzichtbar herauskristallisiert; dies umso mehr, als die Einrichtungen häufig über keinen männlichen Mitarbeiter verfügen. Auf der Grundlage unserer Ergebnisse ist inzwischen eine Handreichung entstanden, die kostenfrei zum download bereitsteht: „Das ist mal was Neues, würd’ ich sagen.“ - Angebote für Väter von Kindern mit Behinderung - eine Handreichung für die Praxis. Herausgeber: Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration. Abrufbar unter: https: / / www.bestellen.bayern.de Artikel-Nr.: 10010663 Prof. Dr. Luise Behringer Dipl. Psychologin Katholische Stiftungshochschule München Campus Benediktbeuern Don-Bosco-Str. 1, 83671 Benediktbeuern Kontakt: luise.behringer@ksh-m.de Wolfgang Gmür Dipl. Psychologe Institut für Praxisforschung und Projektberatung Ringseisstr. 8, 80337 München Kontakt: gmuer@ipp-muenchen.de Gerhard Hackenschmied Dipl. Psychologe Institut für Praxisforschung und Projektberatung Ringseisstr. 8, 80337 München Kontakt: hackenschmied@ipp-muenchen.de Daniel Wilms Dipl. Sozialpädagoge (FH), MBA Bildungs- und Erholungsstätte Langau Langau 1, 86989 Steingaden Kontakt: (0 88 62) 91 02-13, vaeter@langau.de 72 FI 2/ 2018 Luise Behringer, Wolfgang Gmür, Gerhard Hackenschmied, Daniel Wilms Literatur Ahnert, L. (2016): „Mütter müssen Väter machen lassen.“ In: DJI Impulse, Heft1, 21 - 22 Becker-Stoll, F. (2014): Die Vielfalt väterlichen Engagements und ihre Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung. In: Jurczyk, K., Lange, A., Thiessen, B. (Hrsg.): Doing Family. Warum Familienleben nicht mehr selbstverständlich ist. Beltz/ Juventa, Weinheim/ Basel, 279 - 293 Behringer, L. (2001): Zur Situation von Familien. Reflexion aus der Arbeit mit Elternselbsthilfegruppen. Frühförderung Interdisziplinär, 20, 157 - 165 BMFSFJ (2015): Familienreport 2014. Leistungen, Wirkungen, Trends. Berlin Böhm, I. & v. Kardorff, E. 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