eJournals Frühförderung interdisziplinär38/1

Frühförderung interdisziplinär
1
0721-9121
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/fi2019.art02d
1_038_2019_1/1_038_2019_1.pdf11
2019
381

Originalarbeit: Mütterliches Gatekeeping in Familien mit frühgeborenen Kindern

11
2019
Andrea Witting
Nina Ruiz
Renate Fuiko
Liselotte Ahnert
Das Konzept des Mütterlichen Gatekeepings (GK) legt nahe, dass GK bei Frühgeborenen (FG) häufig vorkommen und die Eltern-Kind-Bindung beeinflussen kann. Neben ausgewählten familiären Betreuungsbedingungen wurden deshalb bei 231 Familien mit Kleinkindern im Alter von 12 bis 36 Monaten (davon 136 FG) das GK sowie die Bindung von Mutter- und Vater-Kind mittels Attachment Q-Sort (AQS) erhoben. Vergleichende Analysen ergaben tatsächlich höhere GK-Werte in Familien mit FG. Die Mutter-Kind-Bindung blieb jedoch vom GK unberührt (bei niedrigen AQS-Werten für FG). Niedrigere AQS-Werte wurden auch bei FG mit ihren Vätern gefunden, vor allem wenn GK hoch ausgeprägt war. Diese mit GK in Verbindung stehende Einschränkung der Vater-Kind-Bindung muss in der künftigen Beratungspraxis thematisiert werden.
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15 Frühförderung interdisziplinär, 38.-Jg., S.-15 - 25 (2019) DOI 10.2378/ fi2019.art02d © Ernst Reinhardt Verlag ORIGINALARBEIT Mütterliches Gatekeeping in Familien mit frühgeborenen Kindern Andrea Witting a , Nina Ruiz a , Renate Fuiko b , Lieselotte Ahnert c a Universität Wien, Fakultät für Psychologie b Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der Medizinischen Universität Wien c Universität Wien, Fakultät für Psychologie und Freie Universität Berlin Zusammenfassung: Das Konzept des Mütterlichen Gatekeepings (GK) legt nahe, dass GK bei Frühgeborenen (FG) häufig vorkommen und die Eltern-Kind-Bindung beeinflussen kann. Neben ausgewählten familiären Betreuungsbedingungen wurden deshalb bei 231 Familien mit Kleinkindern im Alter von 12 bis 36 Monaten (davon 136 FG) das GK sowie die Bindung von Mutter- und Vater-Kind mittels Attachment Q-Sort (AQS) erhoben. Vergleichende Analysen ergaben tatsächlich höhere GK-Werte in Familien mit FG. Die Mutter-Kind-Bindung blieb jedoch vom GK unberührt (bei niedrigen AQS-Werten für FG). Niedrigere AQS-Werte wurden auch bei FG mit ihren Vätern gefunden, vor allem wenn GK hoch ausgeprägt war. Diese mit GK in Verbindung stehende Einschränkung der Vater-Kind-Bindung muss in der künftigen Beratungspraxis thematisiert werden. Schlüsselwörter: Mütterliches Gatekeeping, Frühgeburt, Bindung, Väter Maternal Gatekeeping in Families with Children born Preterm Summary: The concept of Maternal Gatekeeping suggests that gatekeeping may be common in raising preterm infants and might affect their attachments towards the parents. We studied 231 families with infants from 12 to 36 months old (including 136 preterms). Gatekeeping and infants’ attachments towards mother and father were separately assessed using the AQS, along with various characteristics of the care in the family. Comparative analysis showed higher gatekeeping scores in families with preterms. Mother-child attachment, however, remained unaffected (at low AQS scores for preterms). Lower AQS scores were also found in fathers of preterms, especially when gatekeeping was very pronounced. This restriction of the fatherchild attachment must be addressed in future consulting services for parents. Keywords: Maternal gatekeeping, preterm, attachment, fathers D ie mütterliche Absicht, ein Kind ganz besonders beschützen zu müssen, wird dann als Mütterliches Gatekeeping bezeichnet, wenn die Mutter damit gleichzeitig auch die Fürsorge für ihr Kind in dominanter Weise übernimmt. Die Identifizierung mit der Mutterrolle wird dabei zur zentralen Aufgabe in der Alltagswirklichkeit dieser Mütter (Parke et al. 2005). Andere Betreuungspersonen des Kindes (darunter auch der Vater) werden dabei als zweitranging eingestuft, kritisiert, kontrolliert und erhalten umfangreiche Anweisungen für den Umgang mit dem Kind. Da die mütterlichen Gatekeeper eine hohe eigene Selbstwirksamkeit in der Betreuung ihrer Kinder wahrnehmen, entwickeln sie (zum Teil perfektionistische) Betreuungsstandards, die sie an die Betreuungskompetenzen anderer Personen anlegen (Allen/ Hawkins 1999, Fagan/ Barnett 2003, Schoppe- Sullivan et al. 2015). Die vorliegende Studie geht nun davon aus, dass Frühgeburtlichkeit ein Mütterliches Gatekeeping noch forciert. Das Erleben einer Frühge- 16 FI 1/ 2019 Andrea Witting, Nina Ruiz, Renate Fuiko, Lieselotte Ahnert burt wird von den betroffenen Eltern in der Regel als sehr belastend erlebt. Kinder, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden (WHO 2017), werden in wochenbis monatelangen Aufenthalten auf einer Neonatalen Intensivstation betreut. Die sterile Umgebung und die Einwirkung von technischen Apparaten, Ärzten und Pflegepersonen lösen in der Regel große Angst und Sorge aus und erschweren es den Eltern, in die Rolle kompetenter Elternschaft hineinzuwachsen (Goldberg/ DiVitto 2002). Erst unlängst haben Montirosso et al. (2017) in einer fMRI-Studie zeigen können, dass Mütter von Frühgeborenen gegenüber denen von Reifgeborenen erhöhte Hirnaktivitäten in den Hirnarealen der Emotionsverarbeitung, der sozialen Kognition und des Bindungsverhaltens vorweisen, wenn sie mit (freundlichen, neutralen und gestressten) Porträts ihrer Kinder konfrontiert werden. Dies weist darauf hin, dass Frühgeburtlichkeit einen von der normalen Mutterschaft abweichenden Entstehungsprozess in Gange setzt. Bestätigt wird dies durch Tallandini et al. (2015), die das sogenannte vulnerable Kind-Syndrom (PPCV: Parental Perception of a Child Vulnerability) mit einer übertriebenen Aufmerksamkeit für die gesundheitliche Entwicklung des Kindes mit diesen Eltern in Zusammenhang bringen, wie auch Swartz (2005), die in einer qualitativen Analyse von Interviews das Leitthema „Protecting fragility“ wiederholt auffindet. Hoffenkamp et al. (2012) zeigten darüber hinaus, dass sich Bindungs- und Nähegefühle bei Eltern von Frühgeborenen stärker als die von Eltern nach einer Normalgeburt herauszubilden scheinen und damit ihre Fürsorglichkeit einer erhöhten Intensivierung unterliegt. Ein verstärktes Mütterliches Gatekeeping für Mütter frühgeborener Kinder könnte damit die logische Konsequenz aus den Folgen einer Frühgeburtlichkeit sein. Dazu kommt, dass der Umgang mit frühgeborenen im Vergleich zu reifgeborenen Kindern deutlich herausfordernder und belastender ist (Mughal et al. 2017, Singer et al. 2003). Eine Reihe von Studien weisen übereinstimmend nach, dass Frühgeburtlichkeit mit einer ganzen Reihe von kindlichen Verhaltensbesonderheiten verbunden ist, die auf Veränderungen in der Hirnaktivität und stressbezogenen neuronalen Funktionen dieser Kinder zurückgeführt werden (Clark et al. 2008, Feldman 2009). Diese Besonderheiten zeigen sich vorrangig in mangelnden kindlichen Fähigkeiten, Emotionen zu regulieren und Interaktionen zu entwickeln und aufrechtzuerhalten (Arpi/ Ferrari 2013, Hall et al. 2015). Dennoch ist die Befundlage zur Mutter- Kind-Bindung bei frühgeborenen Kindern nicht durchgängig negativ. Einigen Studien zufolge sind frühgeborene Kinder (im Vergleich zu Reifgeborenen) keinem höheren Risiko einer Bindungsunsicherheit ausgesetzt (z. B. Buchheim et al. 1999, Karabekiroglu et al. 2015), andere Studien hingegen fanden eine Anhäufung von Bindungsunsicherheit (und sogar Formen der Bindungsdesorganisation) vor allem, wenn auch neurologische Auffälligkeiten bei den Kindern diagnostiziert worden waren (z. B. Brisch et al. 2005, Wolke et al. 2014). Die vorliegende Studie greift jedoch auf eine Stichprobe mit weitgehend gesunden frühgeborenen Kindern zurück und kann diese Risikowirkungen von daher weitgehend ausschließen. Sie will stattdessen erstmals klären, inwieweit ein Mütterliches Gatekeeping bei Frühgeburtlichkeit eventuell sogar typisch ist und auch funktional in dem Sinne wirkt, dass es eine harmonische Mutter-Kind-Interaktion mit Bindungssicherheit entwickeln hilft. Andererseits sind jedoch vor allem negative Wirkungen des Gatekeepings bekannt und bereits in Familien mit reifgeborenen Kindern nachgewiesen. Aktuelle Studien (vgl. Kulik/ Tsoref 2010, Schoppe-Sullivan et al. 2008, 2015) zeigen, wie einschränkend ein Mütterliches Gatekeeping für eine aktive Vaterschaft und ein väterliches Engagement sein kann und für Väter hinderlich ist, die sich an der Kinderbetreuung beteiligen wollen und sie bereichern könnten. Außerdem 17 FI 1/ 2019 Mütterliches Gatekeeping in Familien mit frühgeborenen Kindern scheint ein reduziertes väterliches Engagement das Mütterliche Gatekeeping noch zu verstärken, da bei Unzufriedenheit mit den Vätern die Mütter eher zu Gateclosing tendieren. Insofern kann es zu einer negativen Entwicklungsspirale von Mütterlichem Gatekeeping und väterlichem Engagement kommen, die es möglichst früh zu unterbinden gilt, da der Vater eine wichtige Entwicklungsressource für ein Kind darstellt (Lamb 2010). In der vorliegenden Studie soll zunächst die Frage untersucht werden, welche familiären Betreuungsbedingungen (wie die elterliche Aufteilung der familiären Pflichten, das elterliche Kompetenzempfinden und Konflikte in der gemeinsamen Betreuung des Kindes) das Mütterliche Gatekeeping im Allgemeinen beeinflussen. Danach soll der Frage nachgegangen werden, ob ein hohes Mütterliches Gatekeeping vor allem für die frühgeborenen Kinder mit einer höheren Bindungssicherheit zu den Müttern einhergeht. Des Weiteren geht die Studie davon aus, dass Mütterliches Gatekeeping typisch für Mütter mit frühgeborenen Kindern sein könnte und dabei auch positiv auf die Mutter- Kind-Bindung wirkt. Der Vater-Kind-Beziehung könnte sie jedoch eher schaden und damit die Entwicklung der Bindungssicherheit eines frühgeborenen Kindes zu seinem Vater beeinträchtigen und dem Kind wichtige Entwicklungsimpulse entziehen. Mit der Untersuchung dieser Annahmen will die Studie die Bemühungen um die Beratung und Betreuung der Familien frühgeborener Kinder mit neuen Erkenntnissen unterstützen. Methode Stichprobe Die vorliegende Studie wurde an N = 231 Familien mit ihren Kleinkindern (im Alter von durchschnittlich rund 19 Monaten, mit einer Alterskorrektur bei Frühgeborenen; darunter n = 115 Mädchen) als Teil eines großangelegten europäischen Projektes durchgeführt (Details in Ahnert et al. 2014). Die Rekrutierung der Familien mit frühgeborenen Kindern erfolgte über die Klinische Abteilung für Neonatologie an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Wien. Unter ihnen waren auch n = 44 Familien mit Zwillingspärchen, von denen jeweils ein Kind zufällig ausgewählt und in die Stichprobe aufgenommen wurde, das sich jedoch nach späterer Prüfung in keinem der Untersuchungsmerkmale von den anderen Frühgeborenen unterschied. Der Geburtsstatus dieser Kinder konnte mit einem durchschnittlichen M = 30.03 (SD = 3,8) in Schwangerschaftswochen angegeben werden. Darüber hinaus wurde die WHO-Klassifikation (2017) des Geburtsstatus angewendet, die diese Kinder als extrem frühgeboren (bereits vor der 28. Schwangerschaftswoche (SSW)), sehr frühgeboren (in der 28. - 31. SSW) oder moderat bis spät frühgeboren (in der 32. - 36. SSW) bezeichnet. Danach gelten in der vorliegenden Studie 43 Kinder als extrem frühgeboren, 45 als sehr frühgeboren und 48 als moderat bis spät frühgeboren. Um an der Studie teilnehmen zu können, sollten (a) die Eltern im gemeinsamen Haushalt leben und Deutsch sprechen, (b) das Projektkind zwischen 12 und 36 Monate alt sein und keine auffallenden Beeinträchtigungen und Entwicklungsquotienten unterhalb der Normgrenze aufweisen. Die zu Vergleichsanalysen herangezogenen Familien reifgeborener Kinder wurden über Kindergärten und Kleinkindgruppen rekrutiert (n = 95) und neben den o. g. Ausschlusskriterien vor allem hinsichtlich des Alters und des Bildungsstandes der Eltern mit den Familien frühgeborener Kinder parallelisiert (siehe Details in Tabelle 1). Da die Altersspanne der Projektkinder generell in einen Zeitraum rasanter entwicklungsrelevanter Veränderungen fiel, wurde später in allen statistischen Analysen das Alter des Kindes kontrolliert. 18 FI 1/ 2019 Andrea Witting, Nina Ruiz, Renate Fuiko, Lieselotte Ahnert Allgemeiner Untersuchungsablauf Die Familien wurden an zwei Terminen zu Hause besucht. Zunächst wurden die Eltern interviewt und die sozio-ökonomischen Charakteristiken sowie wichtige Merkmale des Familienalltags (z. B. Arbeitszeiten der Eltern) erfasst. Danach wurde die Bindungssicherheit mit einem Elternteil, am zweiten Termin mit dem anderen Elternteil (in randomisierter Reihenfolge) beobachtet und eingeschätzt. Den Müttern wurden am ersten Termin verschiedene Fragebögen überlassen, die dann ausgefüllt am zweiten Termin für spätere Analysen zur Verfügung standen. Fragebögen und Beobachtungen Familiäre Betreuungsbedingungen. Zur Erfassung der familiären Betreuungsbedingungen der Kinder wurden später drei Aspekte aus den Fragebögen der Mütter in den Mittelpunkt gerückt: (a) ihre Rollenorientierung bei der Übernahme der familiären Pflichten, (b) ihre Wahrnehmung von elterlichen Konflikten in der gemeinsamen Betreuung sowie (c) die Wahrnehmung ihrer eigenen elterlichen Kompetenzen. Für (a) und (b) wurden aus der deutschen Version des Marital Satisfaction Inventory (MSI-R: Klann et al. 2006) zwei Skalen entnommen, die zum einen die egalitären Einstellungen zur Übernahme familiärer Pflichten einschätzen (Skala Rollenorientierung), zum anderen Probleme in der gemeinsamen Kindererziehung (Skala Konflikte bei der Kindererziehung) beschreiben. Für die Erfassung von (c) wurde aus dem Eltern-Belastungs-Inventar (EBI: Tröster 2011) die Skala Elterliche Kompetenz verwendet, die danach fragt, inwieweit die Anforderungen in der Erziehung und Betreuung des Kindes als angemessen und bewältigbar angesehen werden. Bindungssicherheit. Die Mutter-Kindbzw. Vater-Kind-Bindung wurde mit der deutschen Version des Attachment-Q-Sort (AQS; Ahnert et al. 2012, Waters 1995) von zwei unabhängigen Untersuchern an den entsprechenden Terminen jeweils gemeinsam für mindestens zwei Stunden beobachtet. Gemäß dem Verfahren wurde von jedem Untersucher ein AQS-Wert der Bindungssicherheit ermittelt. Die Interrater-Reliabilität konnte mit r = .94 (bei den Vater- Kind-Beobachtungen) und r = .92 (bei den Mutter-Kind-Beobachtungen) als sehr hoch eingeschätzt werden, so dass die ermittelten AQS- Gesamt n = 231 Reifgeborene n = 95 Frühgeborene n = 136 M (SD) % M (SD) % M (SD) % Kinder Alter (Monate) Geburtsstatus (SSW ) Geschlecht (weiblich) 19,19 (5,73) 49,4 20,09 (5,69) 55,8 18,56 (5,70) 30,30 (3,80) 44,9 Mutter Alter (Jahre) Akademische Ausbildung (ja) 34,16 (5,19) 51,9 33,77 (5,02) 62,1 34,43 (5,23) 45,5 Vater Alter (Jahre) Akademische Ausbildung (ja) 37,25 (6,49) 49,8 36,93 (6,55) 57,9 37,48 (6,46) 44,1 Tab. 1: Stichproben-Charakteristik M = Mittelwert; SD = Standardabweichung; SSW = Schwangerschaftswoche; Akademische Ausbildung = Abschluss einer Universität oder Fachhochschule. Die Prozentangaben beziehen sich auf den Umfang der jeweiligen Stichprobe. 19 FI 1/ 2019 Mütterliches Gatekeeping in Familien mit frühgeborenen Kindern Werte der zwei Untersucher jeweils als Mittelwert in die weiteren statistischen Analysen eingehen konnten. Mütterliches Gatekeeping. Zur Erfassung des Mütterlichen Gatekeepings wurde der von Fagan und Barnett (2003) entwickelte Fragebogen mit insgesamt neun fünfstufigen Likert-Items (Antwortformat: nie, selten, manchmal, häufig, sehr oft) ins Deutsche übertragen und eingesetzt (siehe Tabelle 3). Ergebnisse Allgemeine Einflüsse auf das Mütterliche Gatekeeping Im Rahmen eines einfachen multiplen Regressionsmodells wurde überprüft, welche familiären Betreuungsbedingungen wie auch Charakteristiken des Familienalltags mit dem Mütterlichen Gatekeeping im Zusammenhang stehen. Das Modell erwies sich mit einem Adjustierten R 2 = .128, p < .001 (F(7,204) = 5.42, p < .001) als signifikant und konnte die folgenden Zusammenhänge demonstrieren: Ältere Kinder jenseits des ersten Lebensjahres (β = .159, p = .017), wenig Zutrauen der Mütter in ihre eigene elterliche Kompetenz (β = .156, p = .017) sowie Konflikte in der Kindererziehung (β = .150, p = .022) schienen das Mütterliche Gatekeeping eher zu verstärken, während eine egalitäre Rollenorientierung der Mutter dem entgegenzustehen schien (β = -.217, p = .002). Sowohl die Arbeitsstunden des Vaters (β = .097, p = .142) als auch die der Mutter standen in keinem Zusammenhang mit Gatekeeping (β = -.072, p = .312). Unterschiede im Gatekeeping bei Müttern von früh- und reifgeborenen Kindern Varianzanalytische Untersuchungen, bei denen das Kindesalter als Kontrollvariable einbezogen wurde (ANCOVAs), verglichen zunächst Mütter frühgeborener (FG) und reifgeborener Kinder (RG) in Bezug auf deren Ausprägung des Gatekeepings. Im Ergebnis zeigte sich ein signifikanter Unterschied dahingehend, dass Mütter von frühgeborenen Kindern höhere Werte im Gatekeeping aufwiesen als Mütter von Reifgeborenen [FG: M = 2.043, SD = .731 vs. RG: M = 1.784, SD = .87 mit F (1,228) = 7.314, p = .007]. Mit der Frage, ob sich diese Unterschiede innerhalb der Gruppe der Mütter von frühgeborenen Kindern fortsetzen würden, erfolgte eine Erweiterung dieser Vergleiche über die Subgruppen der Frühgeborenen hinweg: Hierbei wurden dann allerdings keine signifikanten Unterschiede mehr im mütterlichen Gatekeeping bei extrem frühgeborenen (M = 2.049, SD = .849), sehr frühgeborenen (M = 2.086, SD = .988) und moderat bis spät frühgeborenen (M = 2.043, SD = 87) Kindern gefunden; F(2,132) = 1.134, p = .325. Variablen ß SE b p Altes des Kindes Geschlecht des Kindes Arbeitsstunden Vater Arbeitsstunden Mutter Elterliche Kompetenz Rollenorientierung Konflikte in der Kindererziehung .159 .006 .097 -.072 .156 -.217 .150 .000 .104 .004 .004 .054 .063 .062 .000 .104 .009 -.004 .130 -.200 .144 .017* .929 .142 .312 .017* .002** .022* R 2 = .128, p < .001, F(7,204) = 5.418, p < .001. * p < .05, ** p < .01 Tab. 2: Familiäre Betreuungsbedingungen und Mütterliches Gatekeeping 20 FI 1/ 2019 Andrea Witting, Nina Ruiz, Renate Fuiko, Lieselotte Ahnert Mütterliches Gatekeeping [Globaler Punktwert] 2,5 2 1,5 1 Reifgeboren Frühgeboren Extrem Sehr Moderat Frühgeboren Frühgeboren Frühgeboren Abb. 1: Unterschiede im Gatekeeping bei Müttern von früh- und reifgeborenen Kindern Frühgeborene Reifgeborene F p B. H. M (SD) M (SD) 1. Wenn mein Kind gemaßregelt werden muss, sollte ich es tun und nicht mein Mann. 1,83 (1,05) 1,48 (.083) F(2,226) = 7,316 0,006 0,006* 6. Wenn entschieden werden muss, mit wem unser Kind spielen (oder seine Zeit verbringen) sollte, sollte ich das machen und nicht mein Mann. 1,84 (1,06) 1,53 (.82) F(2,227) = 7,324 0,007 0,011* 7. Wenn etwas für mein Kind zu entscheiden ist, sollte ich das machen und nicht mein Mann. 1,90 (1,06) 1,62 (.85) F(2,228) = 6,509 0,011 0,017* 3. Wenn ein Gespräch mit der Kindereinrichtung anstehen sollte, sollte ich das machen und nicht mein Mann. 2,15 (1,15) 1,81 (1,07) F(2,224) = 6,436 0,012 0,022* 4. Wenn sich mein Kind gekränkt fühlt, sollte ich es trösten und nicht mein Mann. 1,97 (1,12) 1,65 (.94) F(2,227) = 6,180 0,014 0,028* 8. Wenn mit meinem Kind über sein Verhalten gesprochen werden muss, sollte ich das machen und nicht mein Mann. 1,79 (1,00) 1,55 (.84) F(2,227) = 4,854 0,029 0,033* 9. Wenn Fernsehen verboten werden muss, sollte ich das machen und nicht mein Mann. 1,81 (1,11) 1,56 (.96) F(2,227) = 3,608 0,059 0,039 5. Wenn mein Kind zum Arzt muss, sollte ich es dorthin bringen und nicht mein Mann. 2,06 (1,24) 1,87 (1,15) F(2,228) = 2,159 0,143 0,044 2. Wenn die richtige Kleidung ausgewählt werden muss, sollte ich die Entscheidung treffen und nicht mein Mann. 2,97 (1,30) 2,97 (1,30) F(2,228) = .050 0,823 0,050 Tab. 3: Item-Beantwortungen des Gatekeeping-Fragebogens (Fagan und Barnett 2003) von Müttern früh- und reifgeborener Kinder * signifikant nach Benjamini & Hochberg Prozedur (FDR = 5 %) 21 FI 1/ 2019 Mütterliches Gatekeeping in Familien mit frühgeborenen Kindern Unterschiedliche Aspekte im Gatekeeping bei Müttern von früh- und reifgeborenen Kindern Um unterschiedliche Aspekte im Gatekeeping bei Müttern frühgeborener (FG) und reifgeborener Kinder (RG) aufzusuchen, wurden die Fragen zum Mütterlichen Gatekeeping Item für Item auf der Basis von 9 ANCOVAS (Kovariate: Alter des Kindes) verglichen. Um bei dieser hohen Anzahl an statistischen Testwiederholungen das Risiko falsch-positiver Resultate zu minimieren, wurde die Benjamini-Hochberg- Prozedur (Benjamini/ Hochberg 1995) mit einer False Discovery Rate (FDR) von 5 % eingesetzt. Im Ergebnis zeigten sich signifikante Unterschiede bei sechs Items (Item 1, 3, 4, 6, 7 und 8), die den Müttern von Frühgeborenen höhere Item-Werte zuwiesen (siehe Tabelle 3). Eltern-Kind-Bindung bei früh- und reifgeborenen Kindern in Abhängigkeit vom Mütterlichen Gatekeeping Zunächst werden die Bindungswerte von früh- und reifgeborenen Kindern zu ihren Müttern und Vätern dargestellt (siehe Tabelle 4). Um die Unterschiede in der Mutter-Kind-Bindung bei früh- und reifgeborenen Kindern in Abhängigkeit vom Mütterlichen Gatekeeping beurteilen zu können, wurden zwei zweistufige Faktoren in ihrer Wirkung auf die Bindung in den Blick genommen: (a) Frühgeburtlichkeit (frühgeboren vs. reifgeboren) sowie (b) Gatekeeping (hoch vs. niedrig auf der Basis eines Mediansplits von Mdn = 1.67). Nach Anwendung einer zweifaktoriellen ANCOVA (mit den Faktoren Frühgeburtlichkeit und Gatekeeping; Kontrollvariable: Alter des Kindes) konnte ein Haupteffekt der Frühgeburtlichkeit auf die Bindung nachgewiesen werden (F(1,226) = 6.774, p = .010), die eine niedrigere Bindungssicherheit (niedrigerer AQS- Wert) bei Frühgeborenen im Vergleich zu Reifgeborenen aufzeigte. Im Gegensatz dazu (und auch konträr zur ursprünglichen Annahme) ließen sich kein Haupteffekt des Gatekeepings (F(1,226) = .546, p = .461) und auch keine Interaktionseffekte finden, die einen Zusammenhang des Mütterlichen Gatekeepings mit der Mutter- Kind-Bindung begründen würden (siehe Tabelle 4 und Abbildung 2). Frühgeborene n = 136 Reifgeborene n = 95 M (SD) M (SD) Mutter Vater 0,41 (0,25) 0,39 (0,28) 0,50 (0,24) 0,53 (0,26) Tab. 4: Bindungswerte für früh- und reifgeborene Kinder M = Mittelwert; SD = Standardabweichung Mutter-Kind-Bindung Vater-Kind-Bindung Bindungssicherheit [AQS-Wert] 0,7 0,6 0,5 0,4 0,3 0,2 0,1 0 GK niedrig GK hoch GK niedrig GK hoch Frühgeboren Reifgeboren Abb. 2: Eltern-Kind-Bindung bei früh- und reifgeborenen Kindern in Abhängigkeit vom Mütterlichen Gatekeeping (GK) 22 FI 1/ 2019 Andrea Witting, Nina Ruiz, Renate Fuiko, Lieselotte Ahnert Vater-Kind-Bindung bei früh- und reifgeborenen Kindern in Abhängigkeit vom Mütterlichen Gatekeeping Eine zur Mutter-Kind-Bindung analoge zweifaktorielle ANCOVA wurde auch für die Vater- Kind-Bindung berechnet. Auch hier konnte ein Haupteffekt der Frühgeburtlichkeit auf die Bindung nachgewiesen werden (F(1,226) = 10.5, p = .001), die eine niedrigere Bindungssicherheit bei Vater-Kind-Dyaden von frühgeborenen im Vergleich zu reifgeborenen Kindern darstellt. Im Gegensatz zu den Mutter-Kind- Dyaden zeigte sich jedoch ein Haupteffekt des Mütterlichen Gatekeepings auf die Vater-Kind- Bindung dahingehend, dass hohe Ausprägungen im Mütterlichen Gatekeeping mit schlechterer Vater-Kind-Bindung einhergeht; F(1,226) = 3.861, p = .051. Interaktionseffekte wurden nicht ausgewiesen (siehe Abbildung 2). Diskussion Im Rahmen der Erforschung bestmöglicher familiärer Betreuungsbedingungen für Kinder, die zu früh geboren wurden, widmet sich die vorliegende Studie den Beziehungs- und Bindungserfahrungen, die frühgeborene Kinder in ihren Familien anders als andere Kinder machen. Offensichtlich erleben Frühgeborene ganz besondere Facetten mütterlicher Fürsorge, die sie von anderen Betreuungspersonen (auch dem Vater) abschirmen und die als Mütterliches Gatekeeping bekannt geworden sind. Nach dem erstmaligen Einsatz des international gut etablierten Gatekeeping-Fragebogens von Fagan und Barnett (2003) in österreichischen Familien kann zunächst der allgemeine Schluss gezogen werden, dass mütterliche Einstellungen, die eine egalitäre Aufteilung elterlicher Pflichten favorisieren, Gatekeeping- Strategien eher unterbinden, die darauf hinauslaufen, zusätzliche Betreuungsbemühungen durch starre Anweisungen, Kritik und Kontrolle in Frage zu stellen und zu entmutigen. Allerdings gibt es auch eine Reihe anderer familiärer Bedingungen, die das Mütterliche Gatekeeping verstärken können. Wird ein Kind beispielsweise als schwierig und belastend angesehen und sind Konflikte in der Kindererziehung zwischen den Eltern anhaltend und unlösbar, scheinen die betroffenen Mütter zu Gatekeeping zu neigen, das darüber hinaus aufrechterhalten wird, wenn die Mütter sich überfordert fühlen und selbstunsicher in ihren Erziehungsbemühungen werden. Es ist deshalb nicht verwunderlich, wenn in der vorliegenden Studie beim Vergleich von Müttern früh- und reifgeborener Kinder ein Mütterliches Gatekeeping deutlich ausgeprägter bei Frühgeborenen aufgefunden wurde. Dabei spielt es keine Rolle, mit welchem Geburtsstatus die Kinder zur Welt gekommen waren: Das Gatekeeping-Verhalten ihrer Mütter war trotz unterschiedlicher Graduierung der Frühgeburtlichkeit gleich stark ausgeprägt: Die Mütter wollten im Wesentlichen die Betreuung ihrer Kinder selbst in der Hand behalten. Dieser Befund passt zu Forschungsergebnissen, denen zufolge Mütter von frühgeborenen Kindern eine von der normalen Mutterschaft abweichende Sensibilität für die Signale ihrer Kinder entwickeln und ihre Fürsorglichkeit im großen Ausmaß auf die Fragilität und Vulnerabilität ihrer Kinder abstimmen, egal wie real diese Beurteilung wirklich ist (Hoffenkamp et al. 2012, Montirosso et al. 2017, Swartz 2005, Tallandini et al. 2015). Relativ unabhängig vom Geburtsstatus scheinen dann auch die alltäglichen Schwierigkeiten im Umgang mit den Kindern sich zu bestätigen, die in internationalen Studien berichtet werden: Die passiven und verzögerten Verhaltensweisen der Kinder sowie deren vermeidende und wenig positive Reaktionen wirken sich nicht gerade förderlich auf Mutterschaft und Mutter-Kind-Interaktionen aus und erschweren den Bindungsaufbau (Feldman 2009, Korja et al. 2012, Montirosso et al. 2010, Muller-Nix et al. 2004). 23 FI 1/ 2019 Mütterliches Gatekeeping in Familien mit frühgeborenen Kindern Angesichts dieser Schwierigkeiten ist es nicht verwunderlich, dass die Gatekeeping-Strategien vor allem an diesen kindlichen Verhaltensbesonderheiten anknüpfen. Nach einer vergleichenden Auswertung der Gatekeeping-Antworten der Mütter früh- und reifgeborener Kinder hat die vorliegende Studie aufzeigen können, dass, abweichend von Müttern reifgeborener Kinder, die Mütter Frühgeborener sich kompetenter darin sehen, dem Kind während der alltäglichen Herausforderungen begegnen zu können, ihm in angemessener Weise etwas zu erlauben, zu verbieten, zu trösten oder es zu beurteilen, während eingespielte Alltagsroutinen vom Gatekeeping nicht betroffen sind und die Väter der Kinder einbezogen blieben. Allerdings möchten diese Mütter mehr als die Mütter reifgeborener Kinder wesentliche Entscheidungen für das Kind selbst und nicht unbedingt gemeinsam mit dem Vater treffen. Diese Befunde demonstrieren, dass ein erhöhtes Mütterliches Gatekeeping mit den o. g. Gatekeeping-Strategien typisch für Familien mit Frühgeborenen zu sein scheint. Geht man jedoch davon aus, dass diese das väterliche Engagement blockieren und sich dies wiederum rückwirkend auf eine Zunahme von mütterlichen Gatekeeping-Strategien auswirkt (vgl. Schoppe-Sullivan et al. 2008; 2015), ist es dringend angezeigt, dem negativen Zusammenspiel von Mütterlichem Gatekeeping und väterlichem Engagement möglichst früh entgegenzuwirken. Die Annahme, dass Mütterliches Gatekeeping bei Frühgeburtlichkeit einen funktionalen Mechanismus in Gang setzen könnte, mit dem sich zumindest eine sichere Mutter-Kind-Bindung besser aufbauen ließe, konnte leider nicht bestätigt werden; in der vorliegenden Studie ließ sich kein Zusammenhang zwischen Gatekeeping und Mutter-Kind-Bindung nachweisen. Dagegen waren hohe Mütterliche Gatekeeping-Werte mit verminderter Bindungssicherheit bei den Vätern verbunden, und dies sogar sowohl bei frühwie reifgeborenen Kindern. Dies legt nahe, dass Mütterliches Gatekeeping die Vater-Kind- Bindung unterminiert. Die Befunde tragen darüber hinaus auch generell zur kontrovers geführten Debatte über die Bindungssicherheit bei frühgeborenen Kindern bei: Sowohl in Bezug auf die Mutter-Kindwie auch die Vater- Kind-Bindung wiesen frühgeborene Kinder eine (im Vergleich zu reifgeborenen Kindern) signifikant verminderte Bindungssicherheit auf. Die Studie ist jedoch vor allem im Hinblick auf ihre Generalisierbarkeit begrenzt und kann lediglich Aussagen für Familien mit Frühgeborenen machen, deren sozio-ökonomische Situation der Mittelklasse entspricht und die außer der Frühgeburtlichkeit keinen zusätzlichen Komplikationen in der Entwicklung ihrer Kinder ausgesetzt sind. Für Eltern frühgeborener Kinder, die mit insgesamt schwierigen Lebensumständen kämpfen (in Armut oder sozialen Brennpunkten leben) und/ oder deren Kinder mit zusätzlichen Beeinträchtigungen groß werden müssen, ist noch viel mehr Forschung nötig, um diesen Besonderheiten gerecht zu werden und entsprechende Empfehlungen evidenzbasiert entwickeln zu können. Insbesondere im Hinblick auf das Mütterliche Gatekeeping sollten die Messverfahren künftig erweitert werden, die bis dato nur aus Selbstauskünften (Fragebögen) zur Verfügung stehen. Dezidierte Interviews bzw. Reflexionen, die an Fallvignetten angestoßen werden könnten, wären beispielsweise interessante Alternativen, um differenziertere Einblicke in die Gatekeeping-Prozesse zu erhalten. Bedeutung für die Praxis Mütterliches Gatekeeping kommt in Familien mit frühgeborenen Kindern häufiger als anderswo vor und hängt vermutlich mit einer Mutterschaft von höchster Intensivierung für ein vulnerables Kind zusammen. Während jedoch Gatekeeping im Rahmen der entwicklungsfördernden Pflegeprogramme der Geburtskliniken für das Kind funktional richtig ist, müssen nach Klinikentlassung Programme für die familiäre Betreuung konzipiert werden, die sich am sich verändernden Entwicklungsbedarf dieser Kinder (z. B. nach 24 FI 1/ 2019 Andrea Witting, Nina Ruiz, Renate Fuiko, Lieselotte Ahnert Autonomie und Erfahrungen multipler Bindungen) ausrichtenundmütterlicheÜberbehütungstendenzen unterbinden helfen. Weil bei diesem Paradigmenwechsel dem Vater in der Betreuung des Kindes eine zentrale Rolle zukommt, muss er von Anfang an darauf vorbereitet und seine Bindung zum Kind gestärkt werden. Facetten des Gatekeepings müssen vor allem in Beratungsgesprächen thematisiert werden, in die auch die Väter eingebunden sind. Ziel muss es sein, bei den betroffenen Eltern einen Einstellungswandel einzuleiten, der dem Mütterlichen Gatekeeping gemeinsam entgegenwirkt. Andrea Witting Renate Fuiko Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der Medizinischen Universität Wien Währinger Gürtel 18 - 20 1090 Wien Kontakt: andrea.witting@univie.ac.at Lieselotte Ahnert Freie Universität Berlin Habelschwerdter Allee 45 14195 Berlin Kontakt: lieselotte.ahnert@fu-berlin.de Nina Ruiz Bundes-Blindeninstitut Wittelsbachstr. 5 1020 Wien Literatur Ahnert, L., Eckstein-Madry, T., Supper, B., Bohlen, U., Suess, E., Suess, G. J. (2012): Waters’ attachment Q-sort according to German translation and application. Unveröffentlichte Arbeit Ahnert, L., Supper, B., CENOF. (2014): Father-child attachment as central to the CENOF Research Study. Attachment and Complex Systems (Attaccamento e Sistemi Complessi), 1, 33 - 42 Allen, S. M., Hawkins, A. J. (1999): Maternal gatekeeping: Mothers’ beliefs and behaviors that inhibit greater father involvement in family work. Journal of Marriage and Family, 61, 199 - 212, http: / / dx.doi.org/ 10.2307/ 353894 Arpi, E., Ferrari, F. 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