Frühförderung interdisziplinär
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0721-9121
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/fi2019.art16d
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2019
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Rezension: Martin / Walter-Hamann, Suchtkranke Eltern stärken. Ein Handbuch
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2019
Aleksandra Dimova
Rezension Martin, M., Schu, M., Walter-Hamann, R. (Hrsg.) Suchtkranke Eltern stärken. Ein Handbuch Lambertus Verlag, 1. Aufl.,2018, 100 S., € 25,–
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109 FI 2/ 2019 Rezensionen Martin, M., Schu, M., Walter-Hamann, R. (Hrsg.) Suchtkranke Eltern stärken. Ein Handbuch Lambertus Verlag, 1. Aufl.,2018, 100 S., € 25,- Durch die Komplexität der Problematik sind Unterstützungsmaßnahmen suchtkranker Eltern für jede Fachkraft ein sehr anspruchvolles Thema. Einerseits ist es das Ziel, durch eine gelungene Behandlung der Erkrankung - als beste Voraussetzung - die Kinder der Betroffenen zu schützen. Andererseits erschwert häufig die fehlende Einsicht der betroffenen Eltern oder ihr mangelndes Durchhaltevermögen das Umsetzen jeder Art der Unterstützungsmaßnahme. In Summe ist das Erreichen des Ziels, suchtkranke Eltern zu stärken, eine große Herausforderung, die Fachkräfte häufig an die Grenzen ihres „Knowhows“ bringt. Alle Versuche, die dazu dienen, die- 110 FI 2/ 2019 Rezensionen se Eltern zu stärken, haben dabei eine direkt stärkende Wirkung auf ihre Kinder. In dem Handbuch „Suchtkranke Eltern stärken“ wurde es geschafft, in erster Linie eine Einführung in unterschiedliche Formen der Träger zu geben, die das Ziel haben, suchtkranke Eltern im extramuralen Kontext zu stärken. Gleich zu Beginn ist es gelungen, kurz und trotzdem klar die Komplexität der Folgen, die Suchtprobleme auf die familiäre Sitution mit sich bringen können, zusammenzufassen. In Teil 1 sind jene Aufgaben für die Träger aufgelistet, die eine Einrichtung tun kann, und wird betont, dass die Umsetzung eines familienorientierten Arbeitsansatzes in erster Linie bei der Leitung und dem Team liegt. Es werden die Kriterien definiert, welche für die Ausstattung oder die Personalentwicklung erfüllt werden sollten, um die Qualität der Unterstützung der betroffenen Eltern zu sichern. Es sind auch jene Angebotsbausteine präsentiert, die für die Unterstützung der Betroffenen wichtig sind. Mit Recht wird die Wichtigkeit der Entwicklung von Kooperationsstrukturen betont. Es wird auch eine erste Orientierung im Rahmen gesetzlicher Möglichkeiten angeboten. Im zweiten Teil, Elternprogramme betreffend, wird ein sehr hilfreicher und detallierter Überblick über in Deutschland existierende Programme gegeben. Die Umsetzungserfahrungen sind präsentiert und Anforderungen sowie förderliche und hemmende Aspekte dieser Programme, was in der Programmplanung oder Umstrukturierung von großer Hilfe sein kann. Sehr hilfreich ist, dass in diesem Handbuch (in Teil 3) auch Platz gegeben wird in Richtung gesetzlicher Regelungen unterschiedlicher Bereiche, wie z. B. Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung oder Inobhutnahme, aber auch kindlichen und elterlichen Rechten. Hier wird auch auf einige Sammlungen von bereits bestehenden Arbeitshilfen hingewiesen, aber auch ein fertiger Aufnahmebogen als Idee angeboten. Eine Checkliste sowie ein Orientierungsangebot, ein grafisch sehr klar präsentierter Ablauf bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung sowie ein Ablaufschema für einen Hilfeplan, all das kann für jede Fachkraft eine sehr gute Orientierungshilfe sein. Der Umfang des Buches von 92 Seiten erlaubt leider keine detallierte Bezugnahme auf jene Probleme, die in der Zusammenarbeit mit den suchtkranken Eltern im Alltag entstehen können. Hier ist gelungen, in einem einzigen Handbuch die relevantesten Informationen eines sehr komplexen Themas anzusprechen. Mit „Best of Erfahrungen“ bietet das Handbuch auch erste Impulse, die beim zukünftigen Planen bzw. der Weiterentwicklung einer Einrichtung sehr hilfreich sein können. Alles das verleiht dem Werk einen hohen Wert. Aleksandra Dimova DOI 10.2378/ fi2019.art16d
