eJournals Frühförderung interdisziplinär44/4

Frühförderung interdisziplinär
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0721-9121
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/fi2025.art21d
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2025
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Tests und Screenings: Autismus bei jungen Kindern erkennen und verstehen

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2025
Andreas Eckert
Matthias Lütolf
Zum Aufgabenfeld der Heilpädagogischen Früherziehung (HFE) in der Schweiz gehören ähnlich wie in der Frühförderung in Deutschland vielfältige Tätigkeitsbereiche. Neben der individuellen Förderung des Kindes, der Beratung und Begleitung der Eltern und Bezugspersonen sowie der interdisziplinären Zusammenarbeit werden die Früherkennung und die heilpädagogische Diagnostik zu den klassischen Tätigkeiten der HFE gezählt (Lütolf et al. 2018). Kinder, bei denen aufgrund spezifischer Entwicklungsauffälligkeiten eine Autismusdiagnose vorliegt bzw. ein Verdacht auf Autismus besteht, zählen seit langer Zeit zu einer Zielgruppe der HFE (Lütolf 2022). Im wissenschaftlichen Fachdiskurs besteht bezüglich ihrer Förderung aktuell ein breiter Konsens, dass einer möglichst frühen, autismus-spezifischen Therapie ein zentraler Stellenwert in der Entwicklungsförderung zukommt. Verschiedene sowohl zeitlich intensive als auch niederfrequente, teils evidenzbasierte Programme widmen sich dieser frühen autismusspezifischen Förderung (Maglione et al. 2012, Freitag et al. 2020). Der Früherkennung des Autismus kommt vor diesem Hintergrund eine besondere Bedeutsamkeit zu. In verschiedenen regionalen und nationalen Autismus-Strategien in der Schweiz und in Deutschland wird sie dementsprechend als wesentlich und zugleich entwicklungsbedürftig benannt (Schweizerische Eidgenossenschaft 2018, Witzmann et al. 2023).
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Autismus bei jungen Kindern erkennen und verstehen Entwicklung des Zürcher Autismus-Screening für das Kindesalter (ZASK) Andreas Eckert, Matthias Lütolf TESTS UND SCREENINGS 1. Ausgangslage Zum Aufgabenfeld der Heilpädagogischen Früherziehung (HFE) in der Schweiz gehören ähnlich wie in der Frühförderung in Deutschland vielfältige Tätigkeitsbereiche. Neben der individuellen Förderung des Kindes, der Beratung und Begleitung der Eltern und Bezugspersonen sowie der interdisziplinären Zusammenarbeit werden die Früherkennung und die heilpädagogische Diagnostik zu den klassischen Tätigkeiten der HFE gezählt (Lütolf et al. 2018). Kinder, bei denen aufgrund spezifischer Entwicklungsauffälligkeiten eine Autismusdiagnose vorliegt bzw. ein Verdacht auf Autismus besteht, zählen seit langer Zeit zu einer Zielgruppe der HFE (Lütolf 2022). Im wissenschaftlichen Fachdiskurs besteht bezüglich ihrer Förderung aktuell ein breiter Konsens, dass einer möglichst frühen, autismusspezifischen Therapie ein zentraler Stellenwert in der Entwicklungsförderung zukommt. Verschiedene sowohl zeitlich intensive als auch niederfrequente, teils evidenzbasierte Programme widmen sich dieser frühen autismusspezifischen Förderung (Maglione et al. 2012, Freitag et al. 2020). Der Früherkennung des Autismus kommt vor diesem Hintergrund eine besondere Bedeutsamkeit zu. In verschiedenen regionalen und nationalen Autismus-Strategien in der Schweiz und in Deutschland wird sie dementsprechend als wesentlich und zugleich entwicklungsbedürftig benannt (Schweizerische Eidgenossenschaft 2018, Witzmann et al. 2023). 175 Frühförderung interdisziplinär, 44.-Jg., S.-175 - 180 (2025) DOI 10.2378/ fi2025.art21d © Ernst Reinhardt Verlag Bezüglich der Situation in der Schweiz geht aus einer Studie von Schäfer et al. (2018) im Kanton Zürich zugleich hervor, dass rund 80 Prozent der von ihnen erhobenen, im Vorschulalter diagnostizierten Kinder (N = 147) bereits vor ihrer Diagnosestellung heilpädagogisch betreut wurden. Mitarbeiterinnen der HFE gehören demzufolge zu den Fachpersonen, die bei einer großen Mehrheit der Kinder im Autismus-Spektrum bereits zu einem frühen Zeitpunkt einen wichtigen Beitrag zur Früherkennung und einer möglichen Einleitung einer Autismusdiagnostik leisten können. Für eine fachkundige, autismusspezifische Früherkennung benötigen sie einerseits ein Wissen über die Symptomatik und frühen, charakteristischen Anzeichen von Autismus - die sogenannten ,red flags‘ - andererseits Instrumente, die eine systematische Reflexion der eigenen Beobachtungen und eine klare Kommunikation der Erkenntnisse ermöglichen (Eckert/ Lütolf 2017). In der aktuellen Praxis der HFE kommen neben verschiedenen Checklisten zu den „red flags“ im frühen Kindesalter (z. B. der ,Checklist of 16 Early Signs of Autism by 16 Months’) vereinzelt bewährte, zugleich ältere Screening-Instrumente (z. B. M-CHAT, BSFA) zum Einsatz (Lütolf 2022). Diese Instrumente haben primär die Kinder im Blick, die bereits im zweiten und dritten Lebensjahr deutlich sichtbare, mit Autismus assoziierte Auffälligkeiten zeigen. Es fehlen jedoch Screening-Instrumente, die die Lücke zu den ab dem fünften Lebensjahr oder später ansetzenden Screenings wie dem FSK, der SRS oder dem MBAS schließen (Hofer & Fellinger 2022). Zudem sollten diese Instrumente bereits im 176 FI 4/ 2025 Tests und Screenings jungen Kindesalter das breite Autismus-Spektrum mit seinen heterogenen Erscheinungsformen und Entwicklungsverläufen abdecken. Des Weiteren erscheint eine Anpassung der Screening-Instrumente einerseits an die Diagnosekriterien der ICD-11, andererseits an ein aktuelles Autismusverständnis erstrebenswert. An diesem Handlungs- und Entwicklungsbedarf setzt das Zürcher Autismus-Screening für das Kindesalter (ZASK) an. 2. Das Zürcher Autismus-Screening für das Kindesalter (ZASK) 2.1 Autismusverständnis des ZASK Mit dem Bedeutungsgewinn des Konzeptes der Neurodiversität hat sich in den letzten zehn Jahren parallel zur Entwicklung medizinischer Diagnosen in DSM-5 und ICD-11 eine Sichtweise etabliert, der zufolge Autismus nicht als Störung, sondern als eine von vielen neurologischen Varianten menschlicher Wahrnehmung und Denkprozesse verstanden wird. Eine Beschreibung möglicher Gemeinsamkeiten von Personen im Autismus-Spektrum dient aus dieser Perspektive weniger der Feststellung von Abweichungen von einer Norm als vielmehr dem besseren Verständnis für diese autismusspezifische Wahrnehmung und autismusspezifischen Denkprozesse. Die Berücksichtigung einer Vielfalt an Erscheinungsformen erhält dabei einen besonderen Stellenwert. Wie in dem folgenden Modell (Abb. 1) verdeutlicht, können die autismusspezifischen Charakteristika in diesem Sinne individuell sehr unterschiedliche Bedeutsamkeiten haben. 2.2 Zielsetzungen und Zielgruppe des ZASK Bei der Konzipierung des ZASK stand es den vorausgehenden Ausführungen folgend im Vordergrund, ein autismusspezifisches Screening-Instrument für das Kindesalter zu entwickeln, das zum einen die Breite des Autismus-Spektrums abdeckt, zum anderen die diagnostischen Kriterien der ICD-11 mit einem aktuellen Autismusverständnis im Sinne des oben dargestellten Modells verbindet. Ausgehend von einer zunehmend stabilen Prävalenz von diagnostisch relevanten Symptomen des Autismus nach dem zweiten Lebensjahr, zielt der ZASK auf eine Anwendung ab dem dritten Lebensjahr. Da die Mehrzahl der folgend vorgestellten Items im weiteren Entwicklungsverlauf in der Kindheit stabile Indikatoren des Autismus darstellt und einzelne gemäß aktuellen Studien Sensorische Sensitivitäten Soziale Wahrnehmung Soziale Kommunikation Detailfokussierung Spezialinteressen Routinen und Wiederholungen Erwartungen und Vorhersehbarkeit Handlungsplanung GE RI NGE REL E V A NZ H OHE REL E V A NZ Abb. 1: Individuelle Vielfalt und Gemeinsamkeiten bei Autismus (Stucki/ Eckert 2025) 177 FI 4/ 2025 Tests und Screenings zwischen dem siebten und zehnten Lebensjahr eine Abnahme der Prävalenz aufweisen (Hofer/ Fellinger 2022), erscheint ein Einsatz bis zum Ende des zwölften Lebensjahres passend. Zugleich ist im Blick zu behalten, dass aufgrund der Vielfalt der Erscheinungsformen des Autismus und der sich verändernden Prävalenz einzelner Charakteristika im Entwicklungsverlauf die Relevanz einzelner Items im individuellen Einzelfall variieren kann. Der ZASK ist zur Anwendung durch (heil)pädagogische und therapeutische Fachpersonen mit einem autismusspezifischen Grundlagenwissen vorgesehen. Vor dem Hintergrund der dargestellten Bedeutsamkeit der Früherkennung ist er insbesondere für den Einsatz in der Frühförderung oder im Kontext der frühen Bildung (Kita; Kindergarten) konzipiert. Eine zentrale Zielsetzung stellt es bei seiner Anwendung dar, autismusspezifische Beobachtungen aus dem (heil)pädagogischen, therapeutischen und gegebenenfalls ergänzend aus dem familiären Setting systematisch erfassen und reflektieren zu können sowie besser kommunizierbar zu machen. Fachpersonen soll mit diesem Instrument die Möglichkeit gegeben werden, einen ersten Diagnoseverdacht weiterverfolgen sowie im Austausch mit anderen Fachpersonen oder Angehörigen begründen oder auch fallen lassen zu können. 2.3 Aufbau und Anwendung des ZASK Aufbau Der ZASK besteht aus ◾ einer Einführung in die Zielsetzung und Anwendung des Instrumentes ◾ einer Sammlung von 28 inhaltlichen Items sowie ◾ ergänzenden Erläuterungen zu den einzelnen Items Orientiert an der ICD-11 widmen sich 14 Items dem Diagnosebereich „Soziale Kommunikation und Interaktion“ und 12 Items dem Diagnosebereich „Interessen, Aktivitäten und Verhaltensmuster“. Zwei weitere Items fragen die Einschätzung der Sprachentwicklung und kognitiven Entwicklung ab. Dem Bereich „Soziale Kommunikation und Interaktion“ sind basierend auf ICD-11 sowie dem aktuellen Fachdiskurs (Hofer/ Fellinger 2022, AWMF 2016) die folgenden 14 Items zugeordnet. Im Modell zur individuellen Vielfalt bei bestehenden Gemeinsamkeiten (Abb. 1) können diese den Aspekten „Soziale Wahrnehmung“ und „Soziale Kommunikation“ zugewiesen werden. Für den Bereich „Interessen, Aktivitäten und Verhaltensmuster“ wurden die folgenden 12 Items gewählt. Diese lassen sich den weiteren Bereichen des obigen Modells zuordnen. Reaktion auf verbale Ansprache Reaktion auf nonverbale Ansprache Einsatz von Gestik zur Kommunikation Einsatz von Mimik zur Kommunikation Einsatz von Blickkontakt zur Kommunikation Herstellung gemeinsamer Aufmerksamkeit Initiierung einer gemeinsamen Handlung Gemeinsame Aktivitäten mit Gleichaltrigen Sichtbarmachen eigener Gefühle Reaktion auf Gefühlsausdrücke anderer Personen Einnahme der Perspektive anderer Personen Verstehen nicht wörtlich gemeinter Sprache Verstehen sozialer Regeln und Kontexte Initiierung und Aufrechterhaltung eines wechselseitigen Gesprächs Ritualisierte, wiederkehrende Verhaltensweisen Sich wiederholende, gleichförmige Körperbewegungen Intensität der Beschäftigung mit ausgewählten Gegenständen ▶ 178 FI 4/ 2025 Tests und Screenings Die ergänzenden Erläuterungen zu den einzelnen Items konkretisieren diese auf einer praxisorientierten Ebene. Folgend werden zwei Beispiele dargestellt: Anwendung Der ZASK ist als digitales Instrument zur Anwendung am PC konzipiert und über den Link https: / / zask.hfh.ch/ erreichbar. Die ergänzenden Erläuterungen zu den einzelnen Items können über ein Informationsfeld bei Bedarf direkt angezeigt werden (s. Abbildung 2). In der parallel zur Verfügung stehenden Paper-Pencil-Version finden sich die Item-Erläuterungen im Anhang. Bei der Anwendung des ZASK bewertet die ausfüllende Fachperson das beobachtete Verhalten ▶ Intensität der Beschäftigung mit einem oder mehreren speziellen oder ungewöhnlichen Interessen Aufmerksamkeit für Details oder Teilaspekte von Gegenständen oder Situationen Fantasievolles und symbolisches Spiel Anpassungsfähigkeit an neue Umgebungen und Situationen Reaktion auf unvorhergesehene Ereignisse Festhalten an gewohnten Abläufen und Ritualen Festhalten an vorgegebenen Regeln Reaktion auf sensorische Reize Interesse an bestimmten sensorischen Reizen Erläuterung zum ITEM Wie reagiert das Kind auf eine verbale Ansprache, z. B. seinen Namen, eine Handlungsaufforderung oder eine gezielte Aufmerksamkeitslenkung? Wie reagiert das Kind auf kurzfristige und unerwartete Anpassungen oder Ereignisse, z. B. im Tagesablauf oder bei einer Aktivität? ITEM Reaktion auf verbale Ansprache Reaktion auf unvorhergesehene Ereignisse zu den einzelnen Items im Vergleich zum erwarteten Verhalten bei gleichaltrigen Kindern. Unterschiede können dabei qualitativer Art („ungewöhnlich“; „anders“ als bei anderen Kindern) und/ oder quantitativer Art (geringere/ höhere Häufigkeit) sein. Als Antwortmöglichkeiten werden für die 26 Items aus den beiden Diagnosebereichen die folgenden Optionen angeboten. 0 = „vergleichbar mit den Erwartungen an gleichaltrige Kinder“ 1 = „geringe Unterschiede“ 2 = „deutlich sichtbare Unterschiede“ 3 = „ausgeprägte Unterschiede“ N = nicht zu bewerten Zur Sprachentwicklung und kognitiven Entwicklung sind je drei Antwortoptionen formuliert. Auswertungsprotokoll Die digitale Version des ZASK bietet ein lokal zu speicherndes und ausdruckbares Protokoll der jeweiligen Anwendung. Mit Blick auf die Zielsetzung, Fachpersonen für autismusspezifische Besonderheiten zu sensibilisieren und diese zugleich besser kommunizierbar zu machen, bietet das Protokoll insbesondere die Möglichkeit, konkrete Besonderheiten sichtbar und somit für den Austausch nutzbar zu machen. Eine mehrheitliche Bewertung der Kriterien beider Diagnosebereiche mit den Werten 2 oder 3 kann mögliche Tendenzen aufzeigen, zugleich kann und soll der ZASK keine Grenzwerte für eine Verdachtsdiagnose benennen. 2.4 Nächste Schritte Der ZASK befindet sich aktuell in einer Erprobungsphase im Rahmen der berufsbegleitenden Ausbildung an der Hochschule für Heilpädagogik Zürich. In einer ersten Validierungsstudie füllen Fachpersonen der Heilpädagogischen Früherziehung und der Schulischen Heilpädagogik (in Kindergärten und Schulen tätige Fachpersonen) den ZASK für die von ihnen betreuten Kinder mit einer 179 FI 4/ 2025 Tests und Screenings vorliegenden Autismusdiagnose aus und beantworten ergänzende Fragen zur Diagnose. Eine Publikation erster Ergebnisse der statistischen Auswertung ist für 2026 vorgesehen. Darüber hinaus ist eine Erweiterung der Stichprobe geplant. Aktuelle Entwicklungen werden über die obengenannte Website kommuniziert. Prof. Dr. Andreas Eckert Matthias Lütolf Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik Schaffhauserstraße 239 Postfach 5850 CH-8050 Zürich E-Mail: andreas.eckert@hfh.ch Literatur AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) (2016): Interdisziplinäre Leitlinien Autismus-Spektrum-Störungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter. Frankfurt am Main. In: https: / / register.awmf.org/ de/ leitlinien/ detail/ 028-018, 11. 7. 2025 Eckert, A., Lütolf, M. (2017): Autismus-Spektrum- Störungen im frühen Kindesalter - Situationsanalyse und Handlungsempfehlungen für die Heilpädagogische Früherziehung in der Schweiz. Frühförderung interdisziplinär 36, 25 - 33, https: / / doi.org/ 10.2378/ fi2017.art03d Freitag, Ch., Jensen, K., Teufel, K., Luh, M., Todorova, A., Lalk, Ch., Vllasaliu, L. (2020): Empirisch untersuchte entwicklungsorientierte und verhaltenstherapeutisch basierte Therapieprogramme zur Verbesserung der Kernsymptome und der Sprachentwicklung bei Klein- und Vorschulkindern mit Autismus-Spektrum-Störung. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 48, 224 - 243, https: / / doi.org/ 10.1024/ 1422-4917/ a000714 Hofer, J., Fellinger, J. (2022): Autismus-Spektrum- Störungen: von der Früherfassung zu Intervention und Begleitung. Monatsschrift Kinderheilkunde 170, 443 - 452, https: / / doi.org/ 10.1007/ s00112-020-01116-2 Lütolf, M., Venetz, M., Koch, Ch. (2018): Aufgabenfelder, Arbeitstätigkeiten und Qualität des Erlebens im beruflichen Alltag der Heilpädagogischen Früherziehung. Frühförderung Interdisziplinär 37, 73 - 83, https: / / doi.org/ 10.2378/ fi2018.art13d Lütolf, M. (2022): Aktuelle Erkenntnisse zum frühen Kindesalter aus wissenschaftlicher Perspektive. In: Eckert, A. (Hrsg.): Autismus in Kindheit und Jugend. Grundlagen, Praxis und Perspektiven der Begleitung 17. Intensität der Beschäftigung mit ausgewählten Gegenständen Inwieweit beschäftigt sich das Kind zeitlich intensiv und nicht erkennbar funktional mit einem oder mehreren ausgewählten Gegenständen, z. B. Wedeln eines Fadens, Drehen eines Bauklotzes? ◯ 0 ◯ 1 ◯ 2 ◯ 3 ◯ N 18. Intensität der Beschäftigung mit einem oder mehreren speziellen oder ungewöhnlichen Interessen Inwieweit beschäftigt sich das Kind wiederholt und zeitlich intensiv mit einem oder mehreren ausgewählten Themen, z. B. Dinosaurier, Planeten, Waschmaschinen? ◯ 0 ◯ 1 ◯ 2 ◯ 3 ◯ N 19. Aufmerksamkeit für Details oder Teilaspekte von Gegenständen oder Situationen Inwieweit ist das Kind wiederholt besonders fokussiert auf einzelne Details bei Gegenständen, z. B. auf Räder, Muster, Formen bzw. Situationen, z. B. auf kleinere Veränderungen? ◯ 0 ◯ 1 ◯ 2 ◯ 3 ◯ N Abb. 2: Exemplarische Ansicht von Kriterien mit Erläuterungen im Bereich„Interessen, Aktivitäten und Verhaltensmuster“ 180 FI 4/ 2025 Tests und Screenings und Förderung in der Schweiz. 2. Aufl. Bern, Edition SZH/ CSPS, 53 - 66. Maglione, M. A., Gans, D., Das, L., Timbie, J., Kasari, C. (2012): Nonmedical interventions for children with ASD: recommended guidelines and further research needs. Pediatrics 130, Suppl 2, 169 - 178, https: / / doi.org/ 10.1542/ peds.2012-0900O Schaefer, Ch., Schneider, N., Jenni, O., von Rhein, M. (2018): Frühe Fördermassnahmen für Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung. Situation im Kanton Zürich. Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik 24, 14 - 19 Stucki, E., Eckert, A. (2025): Brücken bauen - Perspektivenübernahme zwischen Studierenden im Autismus-Spektrum und Dozierenden wechselseitig gestalten. In: Lindmeier, C., Schipp, C., Richter, M. (Hrsg.): Autistische Menschen in Studium und Hochschule, 127 - 145. Stuttgart, Kohlhammer Schweizerische Eidgenossenschaft (2018): Bericht des Bundesrats: Autismus-Spektrum-Störungen: Massnahmen für die Verbesserung der Diagnostik, Behandlung und Begleitung von Menschen mit Autismus- Spektrum-Störungen in der Schweiz. Schweizerische Eidgenossenschaft, Bern. Witzmann, M., Dose, M., Noterdaeme, M. (2023): Empfehlungen zur strategischen Entwicklung der gesundheitlichen Versorgung für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) in Bayern. Gesundheitswesen 85, 1060 - 1065, https: / / www. thieme-connect.de/ products/ ejournals/ abstract/ 10.1055/ a-1973-7192 a www.reinhardtverlag.de 5. Auflage 2024. 274 Seiten. (978-3-497-03271-6) kt Kinder mit einer Diagnose im Autismus-Spek trum versinken in ihrer eigenen Welt und sind dadurch häufig schwer erreichbar. Wie können Eltern den richtigen Zugang zu ihrem Kind finden? Die Autorin zeigt Eltern und pädagogischen Fachkräften einfühlsam und humorvoll, wie kleine Alltagsmomente zur Veränderung genutzt wer den können: Verständnis, geteilte Freude, Spiele und interaktive Situationen sind einfache, aber wirkungsvolle Mittel, um Kinder mit autistischähnlichen Verhaltensweisen zu fördern und ihnen Brücken in eine gemeinsame Welt zu bauen. Das Buch ist eine Schatzkiste mit vielen wertvol len Anregungen für ein gelungenes Miteinander! Alltagshilfen bei Autismus