eJournals Frühförderung interdisziplinär45/3

Frühförderung interdisziplinär
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0721-9121
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/fi2026.art16d
1_045_2026_3/1_045_2026_3.pdf71
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Fachkonzepte aus Therapie und Förderung: "Heidelberger Elterntraining zur Kommunikations- und Sprachanbahnung bei Kindern mit globaler Entwicklungsstörung" (HET GES, Buschmann 2024)

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Anke Buschmann
Maximilian Christmann
"Bei Josip liegt im Rahmen der Trisomie 21 eine allgemeine Entwicklungsstörung vor (AES; ICD-10: F83). AES haben vielfältige Ursachen, treten jedoch gehäuft im Rahmen von Chromosomenstörungen auf (Moog und Blank 2019), auch prä-, peri- und postnatale Einflüsse können eine Rolle spielen (Moog und Blank 2019). In Ländern mit niedrigen bis mittleren Einkommen beträgt die Prävalenz 19 bis 25% (Gil et al. 2020, Wondmagegn et al. 2024). Kinder mit AES weisen neben Schwierigkeiten in der motorischen und kognitiven Entwicklung nahezu immer Defizite in der kommunikativen und sprachlichen Entwicklung auf. Hierdurch können sie erschwert proaktiv in die kommunikative Interaktion mit ihrer Umwelt treten, wodurch eine Abnahme der elterlichen Responsivität auf die kommunikativen Signale und die Handlungsinitiativen der Kinder resultieren kann (Mahoney 1988). SPZs und Frühförderstellen sind für die meisten Familien eines Kindes mit AES die ersten Anlaufstellen und nicht zuletzt sind die Schwierigkeiten in der Kommunikation bzw. die ausbleibende Lautsprache der Hauptanlass für eine Vorstellung. Das HET GES ist ein empirisch abgesichertes und ressourcenorientiertes Beratungsformat zur Verbesserung der Eltern-Kind-Interaktion, zur Steigerung der kommunikativen Fähigkeiten der Kinder und zur Anbahnung von Lautsprache. In vielen SPZs und Frühförderstellen ist eine Teilnahme der Eltern am HET GES bereits etabliert, entsprechend der interdisziplinären S3-Leitlinie „Therapie von Sprachentwicklungsstörungen“ (DGPP 2022)."
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115 Frühförderung interdisziplinär, 45.-Jg., S.-115 - 123 (2026) DOI 10.2378/ fi2026.art16d © Ernst Reinhardt Verlag FACHKONZEPTE AUS THERAPIE UND FÖRDERUNG Einleitung Bei Josip liegt im Rahmen der Trisomie 21 eine allgemeine Entwicklungsstörung vor (AES; ICD- 10: F83). AES haben vielfältige Ursachen, treten jedoch gehäuft im Rahmen von Chromosomenstörungen auf (Moog und Blank 2019), auch prä-, peri- und postnatale Einflüsse können eine Rolle spielen (Moog und Blank 2019). In Ländern mit niedrigen bis mittleren Einkommen beträgt die Prävalenz 19 bis 25 % (Gil et al. 2020, Wondmagegn et al. 2024). Kinder mit AES weisen neben Schwierigkeiten in der motorischen und kognitiven Entwicklung nahezu immer Defizite in der kommunikativen und sprachlichen Entwicklung auf. Hierdurch können sie erschwert proaktiv in die kommunikative Interaktion mit ihrer Umwelt treten, wodurch eine Abnahme der elterlichen „Heidelberger Elterntraining zur Kommunikations- und Sprachanbahnung bei Kindern mit globaler Entwicklungsstörung“ (HET GES, Buschmann 2024) Ein Praxisbericht zur Umsetzung im sozialpädiatrischen Kontext Anke Buschmann, Maximilian Christmann Hinweis: Bei dem unten beschriebenen Fallbeispiel handelt es sich um ein aus den Erfahrungen der Autor: innen entstandenes, fiktives Familiensystem. Probleme in der Kommunikation mit Josip (2; 6) Josip kommt als drittes Kind der Familie V. mit Trisomie 21 zur Welt. Mit 14 Monaten wird er erstmalig im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) für eine entwicklungsdiagnostische Beurteilung vorgestellt. Zur Entwicklungsunterstützung wird eine Frühförderung empfohlen mit Heilpädagogik und Physiotherapie nach Bobath. Zur Wiedervorstellung mit 30 Monaten kann er bereits frei laufen und erfreut sich ausgiebig an der Erkundung seiner Umgebung. Gerne sammelt er Stöcke in der freien Natur und präsentiert diese stolz seinen Eltern und älteren Geschwistern. Letztere machen sich manchmal einen Spaß daraus, ihm seine Findlinge wegzunehmen und davonzulaufen. Darüber ärgert sich Josip sehr. Noch mehr ärgert es ihn jedoch, dass seine Eltern oft nicht verstehen, warum er weint und schreit. Denn Josip kann noch nicht sprechen. Die Einschätzung seiner Entwicklung zeigt, dass Josip wichtige Meilensteine, wie die Objektpermanenz und das Lenken der Aufmerksamkeit des Erwachsenen auf ihn interessierende Dinge, bereits erworben hat. Er zeigt beim Buchanschauen und Spielen großes Interesse an Dingen zum Auf- und Zumachen, Geräusche produzieren und Stapeln. Er lautiert und lallt, sagt „Mama“ und vereinzelt „Pa“ (Papa). Er sucht gezielt Hunde im Buch, bezeichnet diese sicher als „wau-wau“ und freut sich an der gemeinsamen Interaktion. Das Sprachverständnis ist sowohl auf Kroatisch als auch auf Deutsch viel besser als die Sprachproduktion. Dennoch erleben die Eltern im Alltag, dass er bei Tischgesprächen nicht folgen kann, und er im Anschluss gemeinsame Aktivitäten verweigert. Wiederholende Erklärungen versteht er nicht. In der Entwicklungsdiagnostik bestätigen sich diese Defizite im Sprachverständnis. Die Eltern wünschen sich Unterstützung dabei, wie die Kommunikation mit Josip besser gelingen kann. Den Eltern wird eine Teilnahme am HET GES empfohlen sowie die Anmeldung von Josip zu einer Sprachtherapie. 116 FI 3/ 2026 Fachkonzepte aus Therapie und Förderung Responsivität auf die kommunikativen Signale und die Handlungsinitiativen der Kinder resultieren kann (Mahoney 1988). SPZs und Frühförderstellen sind für die meisten Familien eines Kindes mit AES die ersten Anlaufstellen und nicht zuletzt sind die Schwierigkeiten in der Kommunikation bzw. die ausbleibende Lautsprache der Hauptanlass für eine Vorstellung. Das HET GES ist ein empirisch abgesichertes und ressourcenorientiertes Beratungsformat zur Verbesserung der Eltern-Kind-Interaktion, zur Steigerung der kommunikativen Fähigkeiten der Kinder und zur Anbahnung von Lautsprache. In vielen SPZs und Frühförderstellen ist eine Teilnahme der Eltern am HET GES bereits etabliert, entsprechend der interdisziplinären S3-Leitlinie „Therapie von Sprachentwicklungsstörungen“ (DGPP 2022). Im Folgenden berichten wir über die Umsetzung des HET GES im sozialpädiatrischen Kontext. HET GES: Eltern systematisch zu sprachförderlicher Interaktion anleiten Das HET GES stellt eine evidenzbasierte sowie positiv evaluierte Maßnahme zur Anleitung des Bezugssystems eines Kindes mit AES dar. Kinder profitieren davon, wenn ihre Eltern - zusätzlich zu einer ambulant stattfindenden Frühförderung oder gezielten Sprachtherapie - strukturiert und methodisch aufeinander aufbauend mittels Psychoedukation und praktischer Anleitung in der alltagsintegrierten Sprachförderung unterstützt sowie im Einsatz lautsprachunterstützender Gebärden (LUG) geschult werden. Untersuchungen zeigen, dass im Kontext von HET GES geschulte Eltern für ihre Kinder günstigere Umweltbedingungen für den weiteren Spracherwerb schaffen als Eltern, die nur einmalig beraten werden oder kurze Anleitungen am Ende von Therapiesitzungen erhalten. Konkret reagieren Eltern auf kommunikative Signale ihres Kindes responsiver und nutzen LUG häufiger als Eltern ohne systematische Schulung (Buschmann und Jooss 2012, Rau 2011, von Maydell und Vogt 2013). Zudem erleben sich die Eltern als selbstwirksam und fühlen sich in der Lage, ihr Kind in seiner sprachlichen Entwicklung gut zu unterstützen (Buschmann et al. 2013). Organisation des HET GES ◾ Eltern/ Bezugspersonen von 2bis 5-jährigen Kindern mit AES (max. 12 Teilnehmende) ◾ vorab für mehrsprachige Familien: Workshop à 120 Minuten ◾ 7 Gruppensitzungen à 120 Minuten im Abstand von 2 - 3 Wochen ◾ 1 Termin pro Familie à 45 Minuten ◾ 1 Gruppennachschulung à 120 Minuten ◾ Durchführung durch 1- 2 zertifizierte Trainingsleiter: innen ◾ Geeigneter Durchführungsort: Besprechungszimmer mit Beamer/ Smartboard, Whiteboard Konzeption und Ziele des HET GES Das HET GES zielt darauf ab, die elterliche Responsivität zu erhöhen, die Eltern-Kind-Interaktion zu optimieren sowie den Spracherwerb unterstützende Strategien in den Alltag der Familien effektiv zu integrieren. Hierzu gehören neben einem angepassten Sprachangebot der Einsatz gezielter Sprachlehrstrategien sowie Methoden der Unterstützten Kommunikation (UK). Ziel ist eine Verbesserung der sozial-kommunikativen bzw. pragmatischen Kompetenzen der Kinder mit dem Einstieg in den Erwerb der Lautsprache. Das HET GES hat eine klare, aufeinander aufbauende Struktur. Die Teilnehmenden erhalten Transferaufgaben, es gibt Feedbackrunden und für jede Familie eine videogestützte Supervision der Eltern- Kind-Interaktion. Dadurch können die vermittelten Inhalte schrittweise in den Alltag integriert werden. Überforderung des Familiensystems wird präventiv vermieden, da sich jede Sitzung auf maximal zwei Themenkomplexe beschränkt, die sich gut in den 117 FI 3/ 2026 Fachkonzepte aus Therapie und Förderung Alltag integrieren lassen. Viele Inhalte beziehen sich auf Dinge, die Eltern bereits versuchen umzusetzen (z. B. Bilderbuchbetrachtung, gemeinsames Spiel), die jedoch durch die aus der AES resultierenden Besonderheiten der Kinder häufig erschwert sind und zum Teil bisher nicht gelangen. Für welche Eltern ist HET GES geeignet? Zielgruppe sind Eltern und andere Bezugspersonen von Kindern mit einer AES bei einem Entwicklungsalter von zwei bis fünf Lebensjahren (Buschmann 2024). Hierzu gehören u. a. Kinder mit genetischen oder neurologischen Störungen, Stoffwechselerkrankungen und Kinder mit deutlichen allgemeinen Entwicklungsdefiziten unklarer Genese. Von Vorteil ist es, wenn die Kinder erste sozial-kommunikative Kompetenzen aufweisen (sozialer Blickkontakt, turn-taking, joint attention, Triangulation) und zu einer einfachen nonverbalen Interaktion fähig sind. Ein Sonderfall sind Eltern von Kindern im Autismus-Spektrum mit begleitender Entwicklungsstörung. Diese besuchen das „Training Autismus - Sprache - Kommunikation“ (TASK, Fröhlich et al. 2014), eine spezifische Adaption des HET (siehe auch Praxisbericht Determann et al. 2021). Umsetzung des HET GES im sozialpädiatrischen Kontext Im SPZ erfolgen sowohl die diagnostische Abklärung einer AES als auch die Koordination der Interventionsmaßnahmen. Heilpädagogische Frühförderung und Sprachtherapie gehören meistens zu den Empfehlungen, beginnen jedoch oft erst nach einem langwierigen Genehmigungsprozess bzw. einer mehrmonatigen Wartezeit. Deshalb bietet sich das HET GES als festes Beratungsangebot eines SPZ an. Es lässt sich gut in die Arbeitsstruktur integrieren und ist wirtschaftlich durchführbar: Die Sitzungen finden im Abstand von zwei bis drei Wochen statt und erstrecken sich über drei Quartale. Das Angebot ist für die Eltern kostenlos, lediglich das schriftliche Begleitmaterial wird privat in Rechnung gestellt. Wenn Termine von Familien nicht wahrgenommen werden können, erhalten sie das Begleit- und Arbeitsmaterial per Post. So bleiben sie aktuell informiert und können ohne Schwierigkeiten in die Zusammenarbeit wieder einsteigen. Eine schriftliche Einladung mit Datumsangaben sowie eine Erinnerung per E-Mail wenige Tage vor dem Termin fördern die Teilnahme der Familien. Die Eltern können bereits in der Wartezeit auf einen Förder- oder Therapieplatz am HET GES teilnehmen. Das erleichtert später die Frühförderung oder Sprachtherapie: Die Eltern kennen ihre Rolle im Spracherwerb, besitzen zahlreiche Kompetenzen in der alltagsintegrierten Sprachförderung und können Aufgaben für zu Hause mit ihrem Kind besser umsetzen. Sitzung 1: Sprache förderlich und passend anbieten Zu Beginn erhalten die Eltern Informationen über die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Spracherwerb. Dies wird an den elterlichen Wissensstand angepasst, gemeinsam mit diesen erarbeitet und anschaulich mit einer vereinfachten Darstellung des Sprachbaums (Wendlandt 2016) illustriert. Außerdem werden sie über mögliche Ursachen des späten Sprachbeginns aufgeklärt: Sie erfahren, dass jede Grunderkrankung mit bestimmten Defiziten (Hören, Kognition, Aufmerksamkeit, Motorik) verbunden ist, die den Spracherwerb erschweren. Viele Eltern empfinden diese Aufklärung als entlastend. Mitunter sei ihnen mitgeteilt worden, das Kind spreche deshalb noch nicht, weil es zu „faul“ sei, es zu oft digitale Medien konsumiere oder die Eltern ihm zu viel abnehmen würden. Eine Ausbildung im HET GES ist für Fachpersonen möglich. Informationen und Anmeldung unter https: / / www.zelheidelberg.de/ heidelberger-elterntraining/ 118 FI 3/ 2026 Im zweiten Teil wird mit den Eltern eine sprachförderliche Grundhaltung als Basis für eine responsive Interaktion mit dem Kind erarbeitet. Die Eltern lernen, ihr Kind zu beobachten und seine nonverbalen und verbalen Kommunikationssignale zu bemerken sowie prompt auf diese einzugehen. Dies irritiert anfangs einzelne Eltern, denn sie verhielten sich bisher genau umgekehrt: Sie hatten sich sehr bemüht, ihrem Kind gezielt und direktiv Aktivitäten und Sprache anzubieten, um ihm etwas beizubringen. Eine gemeinsame Reflexion und der Austausch in der Gruppe helfen Vorbehalte und Fehlinformationen abzubauen. Abschließend wird mit den Eltern darüber gesprochen, wie sie ein gutes Sprachvorbild für ihr Kind sein können, sodass ihm der Spracherwerb erleichtert wird. Die beste Unterstützung liefert ein Sprachangebot, welches den Sprach- und allgemeinen Entwicklungsstand des Kindes berücksichtigt und ihm sprachlich ein kleines Stück voraus ist. Sitzung 2: LUG als Brücke zur Lautsprache Mittels LUG kann der Spracherwerb eines Kindes mit AES gut unterstützt werden (Darmer 2018, Sarimski 2013, von Maydell und Vogt 2013, Wagner und Sarimski 2012). Erfahrungsgemäß verfügen die Eltern über ein ganz unterschiedliches Vorwissen zu diesem Thema: Wenige Eltern kennen LUG bereits aus der inklusiven Kita oder Therapie/ Förderung und berichten über positive Erfahrungen damit. Viele Eltern waren bisher fehlinformiert und äußern Bedenken, dass LUG das eigentliche Sprechenlernen ersetzen könnten. Andere Eltern fühlen sich bisher nicht ausreichend angeleitet, wie sich LUG im Alltag einsetzen lassen und wiederholte erfolglose Übungsversuche zu Hause haben dazu geführt, dass sie LUG nicht mehr verwenden. Ein Großteil der Eltern begegnet LUG jedoch erstmals im Rahmen des HET GES und reagiert mitunter überrascht darüber, dass durch diese das Wörter lernen erleichtert wird. Durch einfache Übungen werden die Vorteile der LUG praxisnah erfahrbar. Die Eltern lernen, wie sie die LUG schrittweise in den familiären Alltag einführen und üben den natürlichen Einsatz in der Interaktion mit ihrem Kind. Im Verlauf des Trainings berichten viele Eltern begeistert von ihren Beobachtungen: Das Kind verstehe sie durch die LUG besser, dadurch entstünden weniger Missverständnisse als früher. Zudem kommuniziere das Kind durch die Gebärden häufiger eigeninitiativ. Zur Unterstützung eines natürlichen Gebrauchs von Gesten und Gebärden sowie zur Sprachförderung werden Bewegungslieder und Fingerspiele eingeführt. Einige Teilnehmende verfügen bereits über Erfahrungen in diesem Bereich und teilen ihre Freude sowie Anregungen mit der Gruppe. Häufig berichten Teilnehmende jedoch, dass sie mit ihrem Kind bisher eher passiv konsumiert haben (CDs, YouTube, Tonie-Box). Im Kurs wird gemeinsam erarbeitet, wie das Singen interaktiv mit dem Kind gestaltet werden kann, um Freude zu bereiten und zugleich das Erlernen der Lautsprache zu fördern. Wichtige Hinweise zur erfolgreichen Umsetzung zu Hause sind: Umgebungsgeräusche und instrumentale Begleitung können vom Sprachangebot ablenken. Hilfreich ist die Etablierung eines täglichen Rituals. Sitzung 3: Bücher interaktiv und kommunikativ gemeinsam anschauen Anhand von Videoclips wird mit den Eltern erarbeitet, wie das Buchanschauen mit dem Kind gelingt und vor allem, wie es dabei neue Gebärden, Lautmalereien und Wörter lernen kann. Die Eltern lernen eine zugewandte, eher beobachtende Position einzunehmen. Sie üben abzuwarten und ihr Kind aktiv werden zu lassen sowie prompt und adäquat auf seine kommunikativen Initiativen einzugehen. Außerdem wird sich über zentrale Rahmenbedingungen für die gemeinsame Buchzeit ausgetauscht, sodass Kind und Erwachsene Freude daran haben und nicht abgelenkt sind. Über eine Auswahl geeigneter Bücher für Kinder mit AES zur Fachkonzepte aus Therapie und Förderung 119 FI 3/ 2026 Ansicht und zum Ausleihen freuen sich die Eltern stets sehr und kommen darüber auch miteinander gut ins Gespräch. Retrospektiv berichten die Teilnehmenden häufig, dass sie vor der Teilnahme am HET GES die Interaktion beim Buchanschauen direktiv geführt haben, mit der Idee, dem Kind „etwas beibringen zu wollen“. D. h., sie haben dem Kind vorgelesen bzw. ihm erklärt, was im Buch zu sehen ist. Das Kind war im Grunde genommen wenig aktiv beteiligt; oft mit der Folge, dass es sich lieber einer anderen Aktivität widmen wollte. Wenn Eltern beim Buchanschauen dem Kind die Führung geben und abwarten, profitieren sie von mehreren positiven Effekten. Die Sprachförderung wird dadurch besonders wirksam, denn das Kind bestimmt Tempo, Themen und Wörter. Dadurch wird seine spontane Kommunikation und Sprachproduktion stärker gefördert, weil es selbst aktiv Geräusche, Lautmalereien, Gebärden und Wörter sucht. Gleichzeitig stärkt es Selbstwirksamkeit und Motivation: Das Kind fühlt sich kompetent, wenn es Entscheidungen trifft, auf etwas zeigt, ein Tier streichelt, ein Geräusch macht, mit einer Gebärde auf etwas hinweist. Das steigert seine Freude am Buchanschauen und die Bereitschaft, weiter zu kommunizieren und sich aktiv am Gespräch zu beteiligen. Zudem kann das Kind eigenes Vorwissen, seine Interessen und Themen einbringen. Die Eltern können gezielt darauf eingehen und passende sprachliche Impulse liefern. Die dialogische Qualität der Interaktion verbessert sich, weil echtes Zuhören, Nachahmen, Verstehen und Nachfragen gefördert wird statt vorzugeben, was gesagt werden soll. Dadurch entsteht eine stärkere gegenseitige Verständigung. Fachkonzepte aus Therapie und Förderung 120 FI 3/ 2026 Sitzung 4: Einen kleinen Schritt dem Kind voraus sein und es motivieren, Sprache erweitern und passende Fragen Die dialogische Bilderbuchbetrachtung wird vertieft. Es wird erarbeitet, wie die Eltern am besten auf die Äußerungen ihres Kindes reagieren können, um es sprachlich anzuregen, ohne das Kind in seiner Sprachverarbeitung zu überfordern. Anhand anschaulicher Videoclips werden verschiedene gezielte Sprachlehrstrategien illustriert und anschließend miteinander geübt. Zudem lernen die Teilnehmenden sprachanregende Fragen kennen und von Fragen unterscheiden, die eher sprachhemmend wirken, weil sie keine verbale Reaktion des Kindes erfordern (z. B. „Wo ist? “ ). In der Auseinandersetzung mit diesem Themenkomplex berichten die Eltern oft, dass sie bisher nicht über die Art des Fragens reflektiert hätten, sich nun aber freuen zu wissen, wie sie ihr Kind durch Fragen zum Erzählen einladen können. Sobald die Eltern die erarbeiteten Inhalte zu Hause in der Interaktion mit ihrem Kind ausprobiert und sich in deren Umsetzung geübt haben, berichten sie glücklich und stolz, dass ihr Kind motivierter an der Bilderbuchbetrachtung teilnimmt und sich stärker kommunikativ beteiligt. Sitzung 5: Sprache im Alltag fördern und nonverbal kommunizieren Die Eltern werden für Alltagssituationen sensibilisiert, die sich gut zur Sprachförderung eignen, und lernen, wie sie den Spracherwerb ihrer Kinder dabei unterstützend begleiten können. Inhalt ist u. a. das handlungsbegleitende Sprechen unter Berücksichtigung des Einsatzes von LUG und einem passenden Sprachangebot. Zudem machen sich die Teilnehmenden mit dem Feld der Unterstützten Kommunikation (UK) vertraut. Es wird erklärt, wie Fotos, Bildtafeln und Piktogramme als Brücke zu mehr kommunikativem Austausch und Teilhabe im Alltag dienen. Außerdem werden sie auf Beratungsstellen für UK hingewiesen. Anzumerken ist, dass noch immer viele Eltern über die Möglichkeiten und Wirksamkeit der UK nicht oder unzureichend informiert sind. Im HET GES werden Vorbehalte und Ängste behutsam besprochen. Da die Eltern in den letzten Wochen bereits viele positive Erfahrungen mit der responsiven Grundhaltung und dem Einsatz von LUG gesammelt haben, können sie die Vorteile der UK für die kommunikative Teilhabe und Partizipation ihres Kindes gut erkennen und probieren gern Neues aus. Sitzung 6: Spielerisch gemeinsam Kommunikation und Gefühle kennenlernen Mit den Eltern wird ein an das Entwicklungsalter des Kindes angepasstes Spiel erarbeitet und in Kleingruppen im Kurs miteinander ausprobiert. Dazu werden passende Spielzeuge und Spielangebote präsentiert. Spracherwerb und Emotionsregulation hängen eng miteinander zusammen (Köckeritz et al. 2010). Kinder mit geringen Sprachfähigkeiten sind oft in ihrer Selbstregulationskompetenz eingeschränkt (Ahufinger et al. 2025). Dieser Tatsache gerecht werdend, gibt es seit der 4. Auflage des HET (Buschmann 2024) einen zusätzlichen Baustein zum Emotional Talk. Die Eltern lernen, was dies ist und wie dieser unter Zuhilfenahme von UK mit den Kindern gelingen kann. Sitzung 7: Familien individuell fördern Der Individualtermin dient zur tiefergehenden Supervision der Eltern in der Interaktion mit ihrem Kind und dauert 45 Minuten. Zudem erhalten die Eltern Antworten auf ihre individuellen Fragen. Häufig interessieren sich die Eltern für den aus der AES resultierenden langfristigen Heilmittelbe- Fachkonzepte aus Therapie und Förderung 121 FI 3/ 2026 darf, für Intensivtherapien oder für das weitere, empfehlenswerte Vorgehen in der ambulanten Sprachtherapie sowie inklusive Maßnahmen in der Kindertagesstätte. Sitzung 8: Mit digitalen Medien umgehen lernen und Sprachhemmung vermeiden Einige Eltern berichten vor der Teilnahme am HET GES von einem mehrstündigen Medienkonsum ihres Kindes am Tag. Durch die systematische Befähigung zu einem responsiven und sprachanregenden Interaktionsverhalten hat sich der Medienkonsum in vielen Familien bis zu dieser Sitzung bereits reduziert, ohne dass explizit darüber gesprochen wurde. Denn die Interaktion zwischen Eltern und Kind gelingt besser und beide haben Freude daran, miteinander zu spielen, Bücher anzuschauen, spazieren zu gehen usw. In dieser Sitzung werden die derzeit in der Forschung und in Leitlinien festgelegten Referenzwerte erläutert. Es werden Videoclips aus dem Internet gezeigt, die vermeintlich geeignete Formate für Kinder darstellen; gemeinsam wird erarbeitet, dass es sich dabei nicht um sprachförderliche Angebote handelt. Des Weiteren werden sprachhemmende Verhaltensweisen wie das Sprechen über das Kind in Anwesenheit des Kindes, Aufforderungen zum Nachsprechen und Nichtreagieren auf Handlungsinitiativen des Kindes thematisiert. Der Austausch darüber führt oft zu emotionalen Momenten: Eltern berichten, dass sie früher aus dem Wunsch, den Spracherwerb möglichst effizient zu unterstützen, solche Verhaltensweisen umgesetzt haben. Nun sind sie dankbar, im Kurs gelernt zu haben, wie sie alternativ förderlich mit ihrem Kind interagieren können. Teilweise zeigen sich auch Sorgen der Eltern: Sie berichten, dass ihr Umfeld oder sogar Fachpersonen zu solchen Verhaltensweisen geraten hätten und sie nicht wüssten, wie sie darauf reagieren sollen, sollte ihnen erneut dazu geraten werden. Nachschulung: Wissen auffrischen und gemeinsam Bücher lesen Ein halbes Jahr später erfolgt eine Nachschulung. Zu Beginn wird sich über die bisherige Entwicklung der Kinder und die aktuelle Förderung ausgetauscht. Anschließend folgt ein Themenblock zu den Sprachlehrstrategien, mit Schwerpunkt auf dem korrektiven Feedback. Da mittlerweile einige der Kinder von den Eltern auch vorgelesen bekommen möchten, wird die Methode des dialogischen Lesens erarbeitet. Dies gelingt den Eltern in der Regel sehr gut, da sie bereits umfassende Erfahrung in der dialogischen Buchbetrachtung besitzen. In der Abschlussrunde stellen die Eltern häufig Fragen zur zukünftigen Beschulung des Kindes. Hier kann auf die Beratungs- und Förderzentren verwiesen und über die Erstellung eines förderdiagnostischen Gutachtens aufgeklärt werden. Zum Kursabschluss wird das HET GES evaluiert: Die Eltern geben eine Rückmeldung und füllen einen standardisierten Feedbackbogen aus. Erfahrungen mit HET GES Zum Abschluss des HET GES berichtet Familie V., dass Josip (3; 4 Jahre) dank LUG und der erlernten sprachförderlichen Interaktionsstrategien viel Spaß an gemeinsamer Kommunikation habe und zunehmend mehr Lautsprache produziere. Mittlerweile gelingen ihm kombinierte Äußerungen aus Lautmalereien, Lautsprache und LUG. Dank Piktogrammen zu den Grundemotionen, die die Familie an einem Schlüsselring stets mit sich führe, könne sich Josip bei emotionalen Herausforderungen schneller über seine Eltern regulieren. Er habe dadurch die Möglichkeit zu zeigen, wie er sich fühlt. Bei Erklärungen wirke er aufmerksamer und könne Aufforderungen leichter folgen. Das habe auch seine Erzieher: in in der Kita zurückgemeldet. Die Eltern fühlen sich durch die Teilnahme am HET GES insgesamt gestärkt und kompetent darin, Josip in seiner kommunikativen und sprachlichen Entwicklung gut zu begleiten und gezielt zu fördern. Fachkonzepte aus Therapie und Förderung 122 FI 3/ 2026 Austausch zum Thema Mehrsprachigkeit ist sehr wichtig für die Eltern Der Workshop „Mehrsprachigkeit als Chance“ (Buschmann 2024) wird von mehrsprachigen Familien dankbar angenommen. Sie nehmen vor dem HET daran teil, wodurch sich die Eltern sicherer im Umgang mit den verschiedenen Sprachen fühlen und sich besser auf die Inhalte des HET einlassen können. Zudem profitieren die Eltern vom Austausch mit anderen mehrsprachigen Familien. Fazit Das HET GES stellt ein gut umsetzbares Schulungsangebot im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) dar. Bei zunehmenden Wartezeiten für Frühförderung und Sprachtherapie ist das HET GES als empirisch abgesichertes und ressourcenorientiertes Schulungsprogramm eine gute Antwort auf die zunehmende Mangelversorgung, zumal an jeder Gruppe bis zu 12 Personen teilnehmen können. Die Eltern empfinden das HET GES als äußerst förderlich und erleichternd. Es hilft ihnen, sich in der Interaktion mit ihrem von einer allgemeinen Entwicklungsstörung (AES) betroffenen Kind als selbstwirksam zu erleben. Sie fühlen sich kompetent darin, ihr Kind in der sprachlichen und sozial-emotionalen Entwicklung zu unterstützen. Teilweise vernetzen sich die Eltern über soziale Medien und bleiben über das HET GES hinaus miteinander im Kontakt. Prof.in Dr. Anke Buschmann ZEL - Heidelberg Hochschule Nordhausen Weinberghof 4 99734 Nordhausen E-Mail: anke.buschmann@hs-nordhausen.de Maximilian Christmann SPZ Darmstadt Dieburger Straße 31 64287 Darmstadt E-Mail: maximilian.christmann@kinderkliniken.de Literatur Ahufinger, N., Aguilera, M., Guerra, E., Giberga, A., Verdaguer-Ribas, O., Balboa-Castells, R., Andreu, L., Esteve-Gibert, N., Sanz-Torrent, M. (2025): Emotional suffering in school-aged children and adolescents with and without developmental language disorder. Acta psychologia 255, https: / / doi.org/ 10.2139/ ssrn.4750031 Buschmann, A. (2024): Heidelberger Elterntraining frühe Sprachförderung (4. Aufl.). Elsevier, München Buschmann, A., Jooss, B. (2012): Heidelberger Elterntraining zur Kommunikations- und Sprachanbahnung bei Kindern mit globaler Entwicklungsstörung (1. Aufl.). Elsevier, München Buschmann, A., Schmid, S., Sarimski, K. (2013): Familienorientierte Frühintervention zur Kommunikations- und Sprachanbahnung bei Kindern mit Deletionssyndrom 22q11. Sprachförderung & Sprachtherapie in Schule und Praxis 2, 109 -118 Darmer, A. (2018): Die Entwicklung des produktiven Wortschatzes von Kindern und Jugendlichen mit Down-Syndrom - Ein systematisches Review. Logos 26(1), 4 -14, doi: 10.7345/ prolog-1801004 Determan, N., Lerch, M., Buschmann, A. (2021): Elternschulungen in Logopädie und Frühförderung: Es lohnt sich. Erfahrungsbericht zu TASK - Training Autismus - Sprache - Kommunikation, Frühförderung interdisziplinär 2, 91- 95, https: / / doi.org/ 10.2378/ fi2021.art09d DGPP (2022): Therapie von Sprachentwicklungsstörungen. Interdisziplinäre S3-Leitlinie. In: https: / / register.awmf.org/ assets/ guidelines/ 049-015l_S3_ Therapie_von_Sprachentwicklungsst%C3%B6runge n_Text_2022-12.pdf, 23.04.2026 Fröhlich, U., Noterdaeme, M., Jooss, B., Buschmann, A. (2014): Elterntraining zur Anbahnung sozialer Kommunikation bei Kindern mit Autismus- Spektrum-Störungen. Training Autismus • Sprache • Kommunikation (TASK) (1. Aufl.). Elsevier, München Gil, J. D. C., Ewerling, F., Ferreira, L. Z., Barros, A. J. D. (2020): Early childhood suspected developmental delay in 63 lowand middle-income countries: Large withinand between-country inequalities documented using national health surveys. Journal of Global Health 10(1), https: / / doi.org/ 10.7189/ jogh.10.010427 Köckeritz, M., Klinkhammer, J., von Salisch, M. (2010): Die Entwicklung des Emotionswissens und der behavioralen Selbstregulation bei Vorschulkindern mit und ohne Migrationshintergrund unter Berücksichtigung des Sprachverständnisses. Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie 59, 529 - 544, https: / / doi.org/ 10.13109/ prkk.2010.59.7.529 Fachkonzepte aus Therapie und Förderung 123 FI 3/ 2026 Fachkonzepte aus Therapie und Förderung Mahoney, G. (1988): Maternal communication style with mentally retarded children. American Journal of Mental Retardation 92(4), 352 - 359 Moog, U., Blank, R. (2019): Entwicklungsstörungen und Behinderungen. In: https: / / www.springermedizin.de/ emedpedia/ detail/ paediatrie/ entwicklungsstoerungen-und-behinderungen? epediaDoi=10.1007% 2F978-3-642-54671-6_27, 23.04.2026 Rau, K. (2011): Kommunikations- und Sprachanbahnung bei Kleinkindern mit Down-Syndrom. Randomisiert kontrollierte Evaluationsstudie zur Wirksamkeit des Heidelberger Elterntrainings. Videobasierte Analyse der elterlichen Spontansprache beim Buchanschauen [Unveröffentlichte wissenschaftliche Hausarbeit]. Pädagogische Hochschule Heidelberg. Sarimski, K. (2013): Entwicklung des produktiven Wortschatzes von Kindern mit Down-Syndrom. Erste Ergebnisse aus der Heidelberger Down-Syndrom Studie. Logos 21(4), 248 - 254 von Maydell, D., Vogt, S. (2013): Anwendung lautsprachunterstützender Gebärden durch Eltern global entwicklungsgestörter Kinder nach einem Interaktionstraining. Sprache - Stimme - Gehör 37, 30 - 35, https: / / doi.org/ 10.1055/ s-0032-1333272 Wagner, S., Sarimski, K. (2012): Früher Gebärden- und Spracherwerb bei Kindern mit Down-Syndrom. Sprachheilarbeit 4, 184 -191 Wendlandt, W. (2016): Sprachstörungen im Kindesalter. Materialien zur Früherkennung und Beratung. Thieme, Stuttgart, https: / / doi.org/ 10.1055/ b-0035- 105625 Wondmagegn, T., Girma, B., Habtemariam, Y. (2024): Prevalence and determinants of developmental delay among children in lowand middle-income countries: a systematic review and meta-analysis. Frontiers in Public Healt, 12, https: / / doi.org/ 10.3389/ fpubh.2024.1301524 a www.reinhardtverlag.de Mit OnlineTherapiematerial. 4., überarb. Auflage 2022. 316 Seiten. 117 Abb. 24 Tab. (978-3-497-03159-7) kt Strategien zum Wortschatzerwerb Der „Wortschatzsammler“ ist eine erfolgreiche, evidenzbasierte Therapiemethode für lexikalische Defizite bei Kindern mit Sprachentwicklungs störungen. Im Mittelpunkt stehen dabei - im Gegensatz zu bestehenden Elaborationsthera pien - nicht einzelne Wörter, sondern Strategien zum Wortschatzerwerb: Die Kinder lernen, wie sie lexikalische Lücken erkennen und füllen können. Das Buch führt verständlich in das therapeuti sche Know-how ein und stellt ausgearbeitete Therapieeinheiten zum Wortschatzerwerb für das Vor und Grundschulalter zur Verfügung. Neu in der 4. Auflage: Die Transferbausteine aus den Konzepten wurden in einem eigenen Kapitel zusammengefasst und durch Vorschlä ge für Eltern mehrsprachiger Kinder ergänzt.