Frühförderung interdisziplinär
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0721-9121
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
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Editorial 4/2026
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Christina Koch
Liebe Leser:innen, wann haben Sie zuletzt erlebt, wie es sich anfühlt, ein Gespräch nicht zu vershen – weil Ihnen die Sprache oder die passenden Worte fehlten? Solche Momente zeigen, wie selbstverständlich wir Kommunikation im Alltag nutzen und wie grundlegend sie ist, um Beziehungen zu gestalten, Bedürfnisse auszudrücken, sich bilden zu können und am gemeinsamen Leben teilzuhaben. Kleine Kinder erleben diese Situationen immer wieder, denn Sprache entwickelt sich fortlaufend und in der Interaktion mit anderen. Damit Kinder Sprache als Kommunikationsmittel entdecken können, müssen sie zunächst verstehen, dass Wörter bestimmte Bedeutungen haben. Gerade Kinder im frühen Spracherwerb – ebenso wie Kinder mit einer Sprachentwicklungsauffälligkeit oder anderen Kommunikationsbarrieren – sind deshalb besonders auf sprachlich anregende und kommunikativ unterstützende Umgebungen angewiesen. Die Zahlen für Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen halten sich seit Jahren konstant und über die Landesgrenzen hinaus bei ca. 7%. Hinzu kommen Kinder mit Sprachauffälligkeiten, welche mit weiteren Beeinträchtigungen kumulieren. Die ersten Lebensjahre sind für den Erwerb sprachlicher und kommunikativer Kompetenzen entscheidend. Kinder entwickeln Sprache im Austausch mit Eltern, pädagogischen Fachkräften und anderen Kindern. Eine feinfühlige, alltagsintegrierte Begleitung schafft vielfältige Gelegenheiten, Sprache zu erleben, auszuprobieren, Wortschatz und Erzählfähigkeit weiterzuentwickeln – und stärkt so nachhaltig Bildungs- und Teilhabechancen.
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145 Frühförderung interdisziplinär, 45.-Jg., S.-145 - 146 (2026) DOI 10.2378/ fi2026.art18d © Ernst Reinhardt Verlag EDITORIAL Liebe Leser: innen, wann haben Sie zuletzt erlebt, wie es sich anfühlt, ein Gespräch nicht zu verstehen - weil Ihnen die Sprache oder die passenden Worte fehlten? Solche Momente zeigen, wie selbstverständlich wir Kommunikation im Alltag nutzen und wie grundlegend sie ist, um Beziehungen zu gestalten, Bedürfnisse auszudrücken, sich bilden zu können und am gemeinsamen Leben teilzuhaben. Kleine Kinder erleben diese Situationen immer wieder, denn Sprache entwickelt sich fortlaufend und in der Interaktion mit anderen. Damit Kinder Sprache als Kommunikationsmittel entdecken können, müssen sie zunächst verstehen, dass Wörter bestimmte Bedeutungen haben. Gerade Kinder im frühen Spracherwerb - ebenso wie Kinder mit einer Sprachentwicklungsauffälligkeit oder anderen Kommunikationsbarrieren - sind deshalb besonders auf sprachlich anregende und kommunikativ unterstützende Umgebungen angewiesen. Die Zahlen für Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen halten sich seit Jahren konstant und über die Landesgrenzen hinaus bei ca. 7 %. Hinzu kommen Kinder mit Sprachauffälligkeiten, welche mit weiteren Beeinträchtigungen kumulieren. Die ersten Lebensjahre sind für den Erwerb sprachlicher und kommunikativer Kompetenzen entscheidend. Kinder entwickeln Sprache im Austausch mit Eltern, pädagogischen Fachkräften und anderen Kindern. Eine feinfühlige, alltagsintegrierte Begleitung schafft vielfältige Gelegenheiten, Sprache zu erleben, auszuprobieren, Wortschatz und Erzählfähigkeit weiterzuentwickeln - und stärkt so nachhaltig Bildungs- und Teilhabechancen. Familien, Kindertagesstätten und Kindergärten nehmen dabei eine zentrale Rolle ein. Für die frühe Bildung und die Heilpädagogik bedeutet dies, Kinder, Familien und Fachpersonen frühzeitig darin zu unterstützen, sprachliche und kommunikative Entwicklungsprozesse und Ausdrucksmöglichkeiten gemeinsam zu gestalten. Die Beiträge dieser Ausgabe nehmen diese Aufgabe aus unterschiedlichen Blickwinkeln in den Blick: Aupperle et al. untersuchen, wie in der Kita sprachliche Auffälligkeiten wahrgenommen und unterstützt werden. Gaigulo führt konkrete Möglichkeiten der Wortschatzförderung für die Praxis auf. Sammann et al. stellen ein Konzept zur Sprachförderung mehrsprachig aufwachsender Kinder vor, das Spiel, Bewegung und Alltagsorientierung gezielt zusammenführt. Wolfsperger et al. untersuchen anhand eines Scoping Reviews die Wirkung von elternzentrierten Ansätzen in der Logopädie und Sprachtherapie. Gemeinsam machen die Autor: innen deutlich: Gelingende Kommunikation ist die Grundlage für Lernen, Beziehungen und Teilhabe, und frühe Förderung ist immer auch Teilhabeförderung. Wie Teilhabeorientierung auch aus Elternperspektive gelingen kann, zeigt Bartole (Bundeselternverband gehörloser Kinder e. V.) in ihrem Beitrag zur Willkommensbox für Eltern hörbehinderter Kinder (0 - 3 Jahre) - mit hilfreichen Infos zu Förderung, Rechten und Vernetzung. Christina Koch Foto: Patrick Gutenberg 146 FI 4/ 2026 Editorial Auch redaktionell blicken wir nach vorn: Ab 2027 wird unsere Zeitschrift überwiegend als Themenheft erscheinen, um aktuelle Fragestellungen vertieft und aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven aufzugreifen. Wissenschaft lebt vom Austausch - deshalb freuen wir uns über Ihre Rückmeldungen zu den Beiträgen dieser und kommender Ausgaben. Anregungen und Diskussionsbeiträge sind jederzeit herzlich willkommen. Sprache und Kommunikation eröffnen Kindern Wege in die Welt. Die Beiträge dieses Heftes zeigen, wie wir sie dabei begleiten können. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und viele Impulse für Ihre Praxis und fachlichen Diskussionen. Christina Koch Christina Koch ist seit 1. 1. 2026 Teil des Herausgeber: innen- Teams der Zeitschrift Frühförderung interdisziplinär. Sie ist Professorin für Heilpädagogik der Frühen Kindheit an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik in Zürich und leitet dort den Masterstudiengang Heilpädagogische Früherziehung. Sie lehrt und forscht in den Bereichen Grundlagen und Wirksamkeit der Frühförderung, Spiel und Diagnostik. a www.reinhardtverlag.de 5., aktualisierte Auflage 2022. 207 Seiten. 24 Abb. Innenteil farbig. (978-3-497-03154-2) kt Kompaktes Elternwissen zu Hörschädigungen „Ihr Kind ist hörgeschädigt“ - diese Diagnose wirft bei Eltern viele Fragen und Sorgen auf: • Wie wird die Hör- und Sprachentwicklung meines Kindes verlaufen? • Wie fördere ich mein Kind im Alltag am besten? • Welche Spiele sind geeignet und wie bekommt das Kind Interesse an Bilderbüchern? Die Autorin beantwortet diese Fragen sehr anschau lich und ermöglicht es Eltern, wieder Sicherheit im täglichen Umgang mit ihrem Kind zu erhalten. Die praxisnahe und lebendige Beschreibung zahlreicher Spielsituationen motiviert zum Ausprobieren und Nachmachen - ein Muss für alle Eltern von Kindern mit Hörschädigung im Alter von 0 -6 Jahren!
