eJournals Frühförderung interdisziplinär45/4

Frühförderung interdisziplinär
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0721-9121
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/fi2026.art19d
1_045_2026_4/1_045_2026_4.pdf101
2026
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Originalarbeit: Eltern*zentrierte Ansätze in der Logopädie und Sprachtherapie mit Kindern: ein Scoping Review

101
2026
Joana Wolfsperger
Melanie Trojan
Sandra Guggenberger
Eltern* spielen eine zentrale Rolle im kindlichen Spracherwerb. Dennoch erschweren strukturelle Vorgaben in Deutschland und Österreich die Umsetzung eltern*zentrierter Interventionen als Baustein von Logopädie und Sprachtherapie. Dieses Scoping Review untersucht anhand von Primärstudien aus den Jahren 1994–2025, ob eltern*zentrierte Interventionen eine positive Auswirkung auf die sprachlichen Fähigkeiten des Kindes in Therapie und/oder Alltag haben. 46 von 47 Studien berichten einen positiven Effekt – bei vielfältigen Diagnosen, Altersgruppen und variierenden Formaten. Im Sinne des Scoping-Review-Designs wurden hier weder die methodische Qualität der Studien bewertet noch Effektstärken aggregiert, weshalb das Vorliegen, nicht aber die Höhe der Effekte beurteilt wird. Weitere Forschung sollte daher messbare Effekte auf die Sprachentwicklung als auch Effekte auf elterliches Interaktionsverhalten einbeziehen. Die vorliegenden Ergebnisse unterstreichen dennoch bereits die Notwendigkeit, Rahmenbedingungen anzupassen, um eine Versorgung nach aktuellem wissenschaftlichem Standard zu ermöglichen.
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147 Frühförderung interdisziplinär, 45.-Jg., S.-147 - 166 (2026) DOI 10.2378/ fi2026.art19d © Ernst Reinhardt Verlag ORIGINALARBEIT Eltern*zentrierte 1 Ansätze in der Logopädie und Sprachtherapie mit Kindern: ein Scoping Review Joana Wolfsperger, Melanie Trojan, Sandra Guggenberger Zusammenfassung: Eltern* spielen eine zentrale Rolle im kindlichen Spracherwerb. Dennoch erschweren strukturelle Vorgaben in Deutschland und Österreich die Umsetzung eltern*zentrierter Interventionen als Baustein von Logopädie und Sprachtherapie 2 . Dieses Scoping Review untersucht anhand von Primärstudien aus den Jahren 1994 - 2025, ob eltern*zentrierte Interventionen eine positive Auswirkung auf die sprachlichen Fähigkeiten des Kindes in Therapie und/ oder Alltag haben. 46 von 47 Studien berichten einen positiven Effekt - bei vielfältigen Diagnosen, Altersgruppen und variierenden Formaten. Im Sinne des Scoping-Review-Designs wurden hier weder die methodische Qualität der Studien bewertet noch Effektstärken aggregiert, weshalb das Vorliegen, nicht aber die Höhe der Effekte beurteilt wird. Weitere Forschung sollte daher messbare Effekte auf die Sprachentwicklung als auch Effekte auf elterliches Interaktionsverhalten einbeziehen. Die vorliegenden Ergebnisse unterstreichen dennoch bereits die Notwendigkeit, Rahmenbedingungen anzupassen, um eine Versorgung nach aktuellem wissenschaftlichem Standard zu ermöglichen. Schlüsselwörter: Sprachtherapie, Logopädie, eltern*zentrierte Ansätze, Scoping Review Parent*-centred approaches in speech and language therapy for children: a scoping review Summary: Parents* play a central role in children’s language acquisition. Nevertheless, structural constraints in Germany and Austria make it difficult to implement parent*centred interventions as a component of speech and language therapy. This scoping review examines, based on primary studies from 1994 to 2025, whether parent*centred interventions have a positive impact on a child’s language skills in therapy and/ or everyday life. A positive effect was demonstrated in 46 out of 47 studies - across a wide range of diagnoses, age groups and varying intervention formats. In line with the scoping review design, neither the methodological quality of the studies was assessed nor were effect sizes aggregated; consequently, the presence of effects is assessed, but not their magnitude. Further research should therefore include measurable effects on language development, as well as effects on parental interaction behaviour. Nevertheless, the present findings already underscore the need to adapt the framework conditions to enable care that meets current scientific standards. Keywords: Speech and language therapy, parent*centred approaches, scoping review Einleitung A us sprachwissenschaftlicher und entwicklungspsychologischer Sicht ist es unbestritten, dass Eltern* die Entwicklung ihres Kindes positiv beeinflussen können: Den Einfluss des elterlichen Inputs auf die Sprachentwicklung des Kindes konnten Anderson et al. (2021) anhand einer Metaanalyse belegen. Dabei zeigte sich ein mittlerer Effekt der Qualität des elterlichen Inputs (d. h. ausdifferenzierter Wortschatz und syntaktische Komplexität) insbesondere in Alltagssituationen auf die sprachlichen Fähigkeiten des Kindes 1 Das * drückt aus, dass „Eltern“ als Platzhalter für alle engen Bezugspersonen im Kindesalter fungiert. 2 Im vorliegenden Beitrag wird die Berufsbezeichnung Sprachtherapeut: in synonym zu Logopäd: in verwendet. 148 FI 4/ 2026 Joana Wolfsperger, Melanie Trojan, Sandra Guggenberger (Anderson et al. 2021). Aus entwicklungspsychologischer Perspektive ist der Einbezug der Bezugspersonen in die frühe Sprachtherapie als sinnvoll zu erachten, da der Spracherwerb in Interaktion von Bezugsperson und Kind erfolgt (Buschmann 2020, Glück et al. 2023). Entscheidend ist dabei, wie responsiv die Bezugspersonen auf die kindliche Interaktion reagieren und wie gut und häufig es gelingt, Situationen geteilter Aufmerksamkeit herzustellen (Tamis- LeMonda et al. 1996). Insbesondere auch die Dauer der Situationen geteilter Aufmerksamkeit scheint einen positiven Effekt auf die kindliche Sprachentwicklung zu haben, wie Wolfsperger (2017) bei unreif geborenen Kindern belegen konnte. Ausgehend von der Bedeutung des sprachlichen Inputs und der Interaktionsqualität der Eltern* für den kindlichen Spracherwerb wurden in der Sprachtherapie international neben kindzentrierten auch eltern*zentrierte Methoden entwickelt, sodass eine passende Intervention entsprechend der individuellen Therapieziele ausgewählt werden kann (Kiese- Himmel und Neumann 2022). Eltern*zentrierte Interventionen werden, bezogen auf das Kind, auch als indirekt bezeichnet und kennzeichnen sich durch eine Beratung, strukturierte Anleitung oder ein Einzelbzw. Gruppentraining von Bezugspersonen (Kiese-Himmel und Neumann 2022). Um Kinder mit eingeschränkten Fähigkeiten im Bereich Kommunikation, Sprache oder Sprechen zielgenau unterstützen zu können, benötigen Eltern* eine Anleitung von und eine partnerschaftliche Kooperation mit Fachpersonen wie Sprachtherapeut: innen (Baumgartner 2008, Buschmann 2020). Ein genauerer Blick auf die rechtlichen Grundlagen der Abrechnung sprachtherapeutischer Maßnahmen in Deutschland und Österreich verdeutlicht jedoch eine Diskrepanz zwischen wissenschaftlicher Evidenz und praktischer Umsetzbarkeit. In Deutschland regeln der Vertrag nach § 125 SGB V und die Heilmittel-Richtlinie die Leistungen der Stimm-, Sprach-, Sprech- und Schlucktherapie sowie deren Vergütung. Sprachtherapie umfasst dabei die Diagnostik, die Ableitung ICF-orientierter Therapieziele, therapeutische Interventionen sowie die prozessimmanente Beratung von Patient: in und Bezugspersonen (Anlage 1 Leistungsbeschreibung 2021; Heilmittel-Richtlinie 2025). Die Beratung beinhaltet unter anderem die Anleitung zur eigenverantwortlichen Umsetzung therapeutischer Inhalte und kann auch ohne Anwesenheit des/ der Patienten: in erfolgen (Anlage 1 Leistungsbeschreibung 2021). Der zulässige Umfang solcher Beratungseinheiten ohne Anwesenheit des Patienten wird jedoch nicht näher spezifiziert. In Österreich ist die Abrechnung sprachtherapeutischer Behandlung anhand eines bestehenden Rahmenvertrags sowie möglicher individueller Zusatzvereinbarungen geregelt. Während beispielsweise die Österreichische Gesundheitskasse (ÖKG) bereits in der Rahmenvereinbarung festschreibt, dass die Anleitung von Bezugspersonen in maximal 20 % der jährlichen Therapiestunden erfolgen darf (Anlage 5, Rahmenvereinbarung 2021), regeln die Sozialversicherungsanstalt der Selbstständigen (SVS) sowie die Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) anhand einer Zusatzvereinbarung eine Begrenzung von eltern*zentrierter Therapie auf maximal ein Gespräch pro Verordnungsschein, bei Gesprächen mit unterschiedlichen Bezugspersonen auch bis zu drei Gespräche pro Verordnungsschein (7. Zusatzvereinbarung zur Rahmenvereinbarung SVS 2026; 7. Zusatzvereinbarung zur Rahmenvereinbarung BVAEB 2026). Damit werden in Deutschland und Österreich die abrechnungsfähigen Therapiekonzepte auf kindzentrierte Methoden begrenzt, eine Kombination aus eltern*zentrierten und kindzentrierten Interventionen ist dadurch nicht erstattungsfähig. Dadurch werden spezifische 149 FI 4/ 2026 Scoping Review zu eltern*zentrierten Ansätzen in der Sprachtherapie eltern*zentrierte Interventionsmaßnahmen wie beispielsweise Eltern*Gruppentrainings ausgeschlossen, was sowohl der Selbstverpflichtung als auch den ethischen Grundsätzen von Sprachtherapeut: innen und zudem den Empfehlungen der S3-Leitlinie zur Therapie von Sprachentwicklungsstörungen widerspricht (dbl 2022, DGPP 2022). Die Selbstverpflichtung zur Professionalität sieht vor, „auf der Grundlage aktueller wissenschaftlicher und therapeutischer Kenntnisse“ zu arbeiten (dbl 2022, 2), um damit zu gewährleisten, dass Kinder mit Sprachentwicklungsstörung „eine Therapie nach der besten-vorliegender Evidenz (…) erhalten“ (DGPP 2022, 9). Eine eigenverantwortliche Durchführung des logopädischen Prozesses ist auch im österreichischen Bundesgesetz über die gehobenen medizinisch-therapeutisch-diagnostischen Gesundheitsberufe geregelt (MTDG 2024). Das MTD- Gesetz beschreibt zudem „[…] die Beratung, Schulung und Aufklärung insbesondere in den Bereichen Gesundheitsförderung und Prävention” sowie „[…] die Betreuung und Begleitung von Personen und / oder deren Angehörigen bzw. Bezugspersonen sowie Organisationen und Einrichtungen” als explizite Kompetenzen von Logopäd: innen (MTDG 2024, 9). Das hier skizzierte Spannungsfeld zwischen dem Anspruch der sprachtherapeutischen Versorgung nach höchsten wissenschaftlichen Standards und den vorgegebenen Rahmenbedingungen zur Erbringung einer sprachtherapeutischen Leistung in Deutschland und Österreich ist der Ausgangspunkt für das vorliegende Scoping Review. Ziel des Scoping Reviews Ein Scoping Review eignet sich dazu, einen systematischen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu gewinnen und vorhandene Forschungsergebnisse zu bündeln (von Elm et al. 2019). Ziel des vorliegenden Scoping Reviews ist es, Studien zu identifizieren und zusammenzufassen, die explizit eltern*zentrierte Ansätze in der Sprachtherapie untersuchen oder rein eltern*zentrierte mit kindzentrierten Ansätzen vergleichen. Nachfolgend wird zusammenfassend von eltern*zentrierten Methoden gesprochen. Im Unterschied zu einem systematischen Review erfolgt dabei keine Bewertung der methodischen Qualität der eingeschlossenen Studien. Vor diesem Hintergrund soll die Forschungsfrage beantwortet werden, ob die Anwendung eltern*zentrierter Interventionen als wirksame Maßnahme in der Sprachtherapie mit Kindern beschrieben wird. Unter Wirksamkeit wird dabei ein positiver Effekt auf die sprachlichen Kompetenzen der Kinder im Therapiesetting oder im häuslichen Umfeld verstanden. Darüber hinaus soll das Scoping Review einen Überblick über die unterschiedlichen Ansätze eltern*zentrierter Interventionen in der Sprachtherapie geben. Nach dem PICO-Schema lässt sich das Ziel des vorliegenden Scoping Reviews folgendermaßen zusammenfassen (Tricco et al. 2018): P (Patient/ Population): Kinder mit Bedarf an Sprachtherapie aufgrund einer eingeschränkten Fähigkeit im Bereich Kommunikation, Sprache oder Sprechen I (Intervention): sprachtherapeutische Behandlungsansätze unter Einbezug der Eltern* C (Comparison): Behandlungsansätze, die Eltern* nicht direkt mit einbeziehen O (Outcome): Auswirkung der Intervention auf die sprachlichen Fähigkeiten eines Kindes in Therapie oder Alltag Das Scoping Review wurde insgesamt entsprechend den Vorgaben zur Durchführung eines Scoping Reviews wie in Tricco et al. (2018) und von Elm et al. (2019) beschrieben, durchgeführt. 150 FI 4/ 2026 Joana Wolfsperger, Melanie Trojan, Sandra Guggenberger Methodik Einschlusskriterien Es wurden Studien aus den Jahren 1994 bis 2025 eingeschlossen, die eltern*zentrierte Methoden innerhalb der Sprachtherapie von Kindern im Alter von 0 - 11; 11 Jahren untersuchten. Dabei wurden alle Studientypen, das heißt sowohl qualitative als auch quantitative und Mixed- Method-Designs akzeptiert, bei denen es sich um Primärstudien und Forschungsarbeiten aller Evidenzlevel handelt. Ausschlusskriterien Ausgeschlossen wurden alle Reviews, systematischen Reviews, Buchkapitel, Anleitungen, Präsentationen, Dissertationen oder Leitartikel. Des Weiteren konnten Studien nicht berücksichtigt werden, wenn diese einen Vergleich zwischen der Therapie von Kindern und Erwachsenen beinhalten. Ausgeschlossen wurden zudem Studien, bei denen die Intervention von anderen Berufsgruppen als Sprachtherapeut: innen durchgeführt wurde oder die ausschließlich kindzentrierte Therapien umsetzten. Suchstrategie Die Literaturrecherche fand im Zeitraum von März bis Mai 2025 statt. Zur Literaturrecherche wurden die Datenbanken ScienceDirect, Pubmed und ERIC genutzt. Die Auswahl der Datenbanken erfolgte entsprechend den Empfehlungen des JBI Manual for Evidence Synthesis (Peters et al. 2020). JBI empfiehlt, mehrere für die Forschungsfrage geeignete bibliografische Datenbanken zu durchsuchen, um eine möglichst umfassende Identifikation relevanter Literatur zu gewährleisten. ScienceDirect bietet einen breiten Bestand an begutachteten Publikationen, insbesondere aus den Gesundheits- und Sozialwissenschaften. PubMed ist die international führende Datenbank für biomedizinische und gesundheitswissenschaftliche Literatur. ERIC ist die wichtigste spezialisierte Datenbank für Bildungs- und Erziehungswissenschaften und umfasst Forschung zu Lehre, Lernen und Bildungsinterventionen. Durch die Kombination dieser drei Datenbanken konnten sowohl medizinisch-therapeutische als auch pädagogische und interdisziplinäre Publikationen systematisch erfasst werden. Auf ergänzende Suchverfahren wurde verzichtet, da die ausgewählten Datenbanken die für die Forschungsfrage relevanten Fachdisziplinen abdecken und die Recherche anhand einer vorab definierten Suchstrategie systematisch durchgeführt wurde. Jede dieser Datenbanken erfordert einen leicht angepassten Suchstrang, der in Tabelle 1 zusammengefasst ist. Datenbank Suchstrang ScienceDirect (caregiver OR parent) AND (“communication disorder” OR “language disorder”) AND (coaching OR “support program” OR training) AND (“speech therapy” OR “speech language pathology”) Pubmed (((speech language therapy OR speech language pathology AND (caregive* OR parent*)) AND (program* OR coach* OR training))) AND (development* language disorder* OR communication disorder*) ERIC (Caregive* OR Parent*) AND (Communication disorder OR Language disorder OR “Specific developmental disorders of speech and language”) AND Child* AND (Involvement OR Counseling OR Coaching OR “Support program” OR Training) AND (“Speech and language therapy” OR “Speech therapy” OR “Speech language pathology”) Tab. 1: Datenbanken und passender Suchstrang 151 FI 4/ 2026 Scoping Review zu eltern*zentrierten Ansätzen in der Sprachtherapie Software Zur Erstellung des Scoping Reviews wurde die Software Covidence eingesetzt (Covidence, o. J.). Der erste Screeningprozess (auf Ebene von Titel und Abstract) erforderte nur eine: n Reviewer: in, die beiden weiteren Prozesse (Volltextreview und Datenextraktion) erfolgten jeweils durch zwei Reviewer: innen. Auf Ebene des Volltextreviews und der Datenextraktion war es daher notwendig, gemeinsam einen Konsens zu finden, wenn Reviewer: in 1 und Reviewer: in 2 zu unterschiedlichen Ergebnissen kamen. Studienprisma Das Studienprisma des Scoping Reviews ist in Abbildung 1 dargestellt. Gründe für den Ausschluss von Studien auf Ebene der Volltextsichtung waren unterschiedlicher Art: Die meisten Studien wurden ausgeschlossen, da das Studiendesign nicht den Einschlusskriterien (n = 18), die Forschungsfrage nicht den Zielen des Scoping Reviews entsprach (n = 14), eine andere Patient: innengruppe gewählt wurde (n = 12) oder keine Studie vorlag (n = 10). Daneben gab es noch weitere Ausschlusskriterien wie fehlender Volltextzugang oder Veröffentlichung weder auf Deutsch noch Englisch. Ergebnisse Wie aus dem Studienprisma hervorgeht, konnten 47 Studien in das Scoping Review eingeschlossen werden. Die wesentlichen Merkmale der Studien sind in Tabelle 2 zusammengefasst. Studien aus den Datenbanken (n = 1946) ScienceDirect (n = 738) PubMed (n = 736) ERIC (n = 472) Ausgeschlossene Studien (n = 280) Duplikate (n = 280) Gesichtete Studien (n = 1666) Ausgeschlossene Studien (n = 1524) Auf ihre Eignung hin geprüfte Studien (n = 142) Ausgeschlossene Studien (n = 95) In das Review eingeschlossene Studien (n = 47) Eingeschlossen Sichtung Identifikation Abb. 1: Prisma Flussdiagramm der Studienauswahl (erstellt mit Covidence [Covicence, o. J.]) 152 FI 4/ 2026 Joana Wolfsperger, Melanie Trojan, Sandra Guggenberger Autor: en, Jahr der Veröffentlichung Diagnose Alter der Kinder in Monaten Anzahl der Kinder Dauer der Intervention in Monaten Didaktische Methoden Ayuso-Lanchares et al. 2025 Late Talker oder Sprachentwicklungsstörung 36 - 60 34 4 - 6 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, ergänzende Literatur, Video-Feedback Allen & Marshall 2011 Sprachentwicklungsstörung 96 - 114 16 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Video-Feedback, Diskussion Baharav & Reiser 2010 Autismus-Spektrum- Störung 54 - 62 2 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Live-Feedback zu Videosequenzen Barzegar Bafrooei et al. 2025 Stottern 36 - 84 52 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Anleitungsvideos, ergänzende Literatur, Feedback durch Audio-Aufzeichnung Buschmann et al. 2015 Late Talker 24 - 51 43 7 - 12 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Anleitungsvideos, Rollenspiel, Video-Feedback Ciccone et al. 2012 Sprachentwicklungsverzögerung 21 - 53 18 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Feedback, Beantwortung von Fragen Crowe et al. 2004 Sprachentwicklungsstörung 38 - 41 6 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Video-Feedback, Coaching Girolametto et al. 2007 Autismus-Spektrum- Störung 32 - 38 3 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, ergänzende Literatur, Rollenspiel, Video-Feedback, Coaching Hampton et al., 2020 Autismus-Spektrum- Störung 36 - 60 68 4 - 6 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Video-Feedback, Coaching Hao et al., 2021 Autismus-Spektrum- Störung 23 - 85 30 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Anleitungsvideos, Video-Feedback Hsieh et al., 2023 Sprachentwicklungsverzögerung aufgrund einer Autismus-Spektrum- Störung, ADHS, Down Syndrom, Zerebralparese oder unspezifischer Entwicklungsstörung 18 - 36 122 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Rollenspiel, Austausch mit anderen Familien Tab. 2: Eingeschlossene Studien ▶ 153 FI 4/ 2026 Scoping Review zu eltern*zentrierten Ansätzen in der Sprachtherapie Autor: en, Jahr der Veröffentlichung Diagnose Alter der Kinder in Monaten Anzahl der Kinder Dauer der Intervention in Monaten Didaktische Methoden Iacono et al., 1998 Down Syndrom oder Entwicklungsstörung 28 - 43 5 4 - 6 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Video-Feedback Kaiser & Roberts, 2013 Kinder mit geistiger Behinderung 30 - 54 77 0 - 3 Demonstration der Techniken, ergänzende Literatur, individuelle spezifische Informationen zur Kindesentwicklung, In-vivo-Training Kashinath et al., 2006 Autismus-Spektrum- Störung 33 - 65 5 4 - 6 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Anleitungsvideos, ergänzende Literatur, Video-Feedback, direkte Beobachtung der Eltern bei der Anwendung der Strategien mit dem Kind, Besprechung der Strategieanwendung, Ermittlung möglicher Hindernisse, Gespräche zur Problemlösung, Besprechung der Übertragung auf andere Routinen Kent-Walsh et al., 2010 Zerebralparese oder Down Syndrom 55 - 99 6 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Video-Feedback, Rollenspiel Kiesewalter et al., 2017 Verdacht auf Verbale Entwicklungsdyspraxie 24 - 37 32 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Hausaufgaben Lancaster et al., 2010 Phonologische Störung 40 - 70 27 4 - 6 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, ergänzende Literatur, Hausaufgaben Lavelli et al., 2019 Sprachentwicklungsstörung 42 - 66 32 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Anleitungsvideos, Video-Feedback Lim et al., 2020 Verbale Entwicklungsdyspraxie 50 - 86 4 4 - 6 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Anleitungsvideos, ergänzende Literatur, Video-Feedback, Coaching Lund, 2018 Kinder mit Hörbeeinträchtigung 15 - 35 6 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Anleitungsvideos, Video-Feedback, Beantwortung von Fragen, Coaching McCullough, 2001 Down Syndrom oder Cornelia de Lange Syndrom Cornelia de Lange Syndrom o. A. (Vorschulalter) 4 k. A. Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken Mettler et al., 2022 Late Talker 24 - 40 5 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Anleitungsvideos, ergänzende Literatur Noyan Erbaş et al., 2021 Autismus-Spektrum- Störung 24 - 48 14 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Anleitungsvideos, ergänzende Literatur, Video-Feedback ▶ ▶ 154 FI 4/ 2026 Joana Wolfsperger, Melanie Trojan, Sandra Guggenberger Autor: en, Jahr der Veröffentlichung Diagnose Alter der Kinder in Monaten Anzahl der Kinder Dauer der Intervention in Monaten Didaktische Methoden O’ Toole et al., 2023 Down Syndrom 10 - 18 7 7 - 12 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Coaching Oakes et al., 2015 FXS (volle Mutation) 31 1 7 - 12 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, schriftliches Feedback Onslow et al., 1994 Stottern 28 - 58 23 3 - 16 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Video-Feedback, Beobachtung des Therapeuten und Identifikation angewendeter Strategien Pak et al., 2025 Autismus-Spektrum- Störung 31 - 33 2 k. A. Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Anleitungsvideos, Flussdiagramme, Besprechung von Beispielen, Beantwortung von Fragen Paul et al., 2013 Autismus-Spektrum- Störung 28 - 87 22 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Anleitungsvideos, ergänzende Literatur, Hausaufgaben Peredo et al., 2018 Sprachentwicklungsstörung 32 - 39 3 3 - 4 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Rollenspiel, Beantwortung von Fragen Peter et al., 2020 Klassische Galaktosämie 24 5 > 12 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, ergänzende Literatur, Video-Feedback Peter et al., 2021 Klassische Galaktosämie 2 - 15 45 < 18 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Video-Feedback Peter et al., 2025 Down Syndrom 4 - 16 10 7 - 12 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Audioaufzeichnung der Eltern Pierson et al., 2021 Autismus-Spektrum- Störung oder Down Syndrom 60 - 87 4 7 - 12 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Anleitungsvideos, ergänzende Literatur, Rollenspiel, Video-Feedback Pile et al., 2010 Sprachentwicklungsstörung 48 - 60 36 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, ergänzende Literatur Qi et al., 2024 Entwicklungsverzögerung, Frühgeburt oder weitere Diagnosen 12 - 57 59 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Anleitungsvideos, ergänzende Literatur Rajesh & Venkatesh, 2019 Sprachentwicklungsverzögerung 12 - 26 9 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, ergänzende Literatur Roberts & Kaiser, 2015 Sprachentwicklungsverzögerung 24 - 42 97 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Anleitungsvideos, ergänzende Literatur, Rollenspiel ▶ ▶ 155 FI 4/ 2026 Scoping Review zu eltern*zentrierten Ansätzen in der Sprachtherapie Autor: en, Jahr der Veröffentlichung Diagnose Alter der Kinder in Monaten Anzahl der Kinder Dauer der Intervention in Monaten Didaktische Methoden Romski et al., 2010 Entwicklungsverzögerung 21 - 40 62 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, ergänzende Literatur, Beantwortung von Fragen Sawyer et al., 2025 Sprachentwicklungsstörung 36 - 60 31 4 - 6 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, ergänzende Literatur, Quizz Scherer et al., 2008 Kinder mit Lippen-Kiefer- Gaumenspalte 14 - 36 20 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, ergänzende Literatur, Rollenspiel Schertz et al., 2025 Sprachentwicklungsverzögerung 24 - 48 39 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Anleitungsvideos, ergänzende Literatur, Rollenspiel, Video-Feedback Senent-Capuz et al., 2021 Late Talker 18 - 40 17 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Anleitungsvideos, Rollenspiel, Video-Feedback, Diskussionen Sugden et al., 2020 Phonologische Störung 39 - 71 5 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, Anleitungsvideos, ergänzende Literatur Sweeney et al., 2020 Kinder mit Gaumenspalte 36 - 84 44 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Anleitungsvideos, Quiz, Sprechbeispiele, Individuelles Therapieprogramm per E-Mail, Therapiematerialien Tang et al., 2024 Autismus-Spektrum- Störung, Sprachentwicklungsstörung oder Globale Entwicklungsstörung mit Sprachentwicklungsverzögerung 12 - 68 146 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Anleitungsvideos, Video-Feedback, Elternbildung Young Na & Wilkinson, 2018 Down Syndrom oder angeborene organische oder motorische Sprachbeeinträchtigung 61 - 116 3 0 - 3 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken Zwitserlood- Nijenhuis et al., 2023 Sprachentwicklungsstörung 36 46 4 - 6 Verbale Instruktion durch den Therapeuten, Demonstration der Techniken, ergänzende Literatur Anmerkungen: k. A.: keine Angabe; Aus Platzgründen wird in der Tabelle auf die rein maskuline Schreibweise zurückgegriffen, Personen aller Geschlechter sind damit explizit mitgemeint. ▶ 156 FI 4/ 2026 Joana Wolfsperger, Melanie Trojan, Sandra Guggenberger Wirksamkeit der eltern*zentrierten Intervention Bezogen auf die Wirksamkeit eltern*zentrierter Interventionen wurde entsprechend der Zielsetzung des Scoping Reviews untersucht, ob diese positive Effekte auf die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder haben. In der Auswertung der eingeschlossenen Studien wurde unterschieden, ob Veränderungen der sprachlichen Fähigkeiten anhand einer klinischen Diagnostik im Therapiesetting, anhand sprachlicher Äußerungen im häuslichen Umfeld oder mithilfe beider Erhebungszugänge erfasst wurden. Von den 47 eingeschlossenen Studien berichten 46 über positive Auswirkungen eltern*zentrierter Interventionen auf die kindlichen Sprachfähigkeiten. Diese wurden in 15 Studien anhand klinischer Diagnostik (n = 15), sprachlicher Äußerungen im häuslichen Umfeld (n = 16) und mithilfe beider Erhebungszugänge (n = 15) erhoben. Lediglich eine Studie fand keinen Effekt auf die kindliche Sprache, berichtete jedoch über Veränderungen im elterlichen Verhalten (Pile et al. 2010). Da Veränderungen im Verhalten der Eltern* nicht Gegenstand der Auswertung waren, kann keine Aussage darüber getroffen werden, in wie vielen der übrigen Studien zusätzlich positive Auswirkungen auf das elterliche Verhalten nachgewiesen wurden. Die eingeschlossenen Studien weisen heterogene Designs und unterschiedliche Stichprobengrößen auf. Darunter befinden sich 12 randomisiert kontrollierte Studien sowie Fallserien, Kohortenstudien, nicht randomisierte experimentelle Studien und Pilotbzw. Machbarkeitsstudien. Eine quantitative Erhebung von Effektstärken auf die Sprachentwicklung oder Eltern* war im Rahmen dieses Scoping Reviews nicht vorgesehen und aufgrund der heterogenen Designs und Outcomes nicht möglich. Dennoch wurden positive Auswirkungen auf rezeptive Fähigkeiten (Roberts und Kaiser 2015, Buschmann et al. 2015), semantisch-lexikalische und morphosyntaktische Entwicklung (z. B.: Sawyer et al. 2025), Lautsprachentwicklung (Peter et al. 2020) sowie kommunikative Kompetenz (z. B.: Barzegar Bafrooei et al. 2025) und kommunikative Teilhabe (Sweeney et al. 2020) festgestellt. SEV und SES Globale Entwicklungsverzögerung, genetisches Syndrom Autismus-Spektrum-Störung Late Talker Klassische Galaktosämie Zerebralparese Lippen-Kieferund/ oder Gaumen-Spalte Verbale Entwicklungsdyspraxie Redeflussstörung Phonologische Störung Hörstörung 0 2 4 6 8 10 12 14 16 Abb. 2: Diagnosen, der an den eingeschlossenen Studien teilnehmenden Kinder. SEV: Sprachentwicklungsverzögerung, SES: Sprachentwicklungsstörung 157 FI 4/ 2026 Scoping Review zu eltern*zentrierten Ansätzen in der Sprachtherapie Diagnose und Alter der an den eltern*zentrierten Maßnahmen teilnehmenden Kinder Die eingeschlossenen Studien untersuchten die Wirksamkeit eltern*zentrierter Maßnahmen bei Kindern unterschiedlichster Diagnosen, von Sprachentwicklungsstörung bis zu genetischen Syndromen und organischen Erkrankungen, die mit einer sprachlichen Beeinträchtigung einhergehen. Die Verteilung der einzelnen Diagnosen ist in Abbildung 2 dargestellt. Die Altersspanne der untersuchten Kinder reicht von 10 Monaten bis zu 9; 8 Jahren, wobei die meisten der untersuchten Kinder jünger als Schulalter waren (n = 38). Das heißt, in neun der 47 eingeschlossenen Studien waren auch Kinder beteiligt, die älter als sechs Jahre waren. Nur in einer Studie wurden jedoch ausschließlich Kinder im Schulalter untersucht. Wissenschaftliche Methode der Intervention und Anzahl der teilnehmenden Kinder Insgesamt wurden Studien mit unterschiedlichen Studiendesigns in die Analyse eingeschlossen. Den größten Anteil bildeten randomisiert kontrollierte Studien (n = 12) mit Stichprobengrößen zwischen 16 und 68 Teilnehmenden. Ergänzend wurden zwei Fall-Kontroll-Studien berücksichtigt, deren Stichprobengrößen zwei bzw. sechs betragen. Insgesamt wurden 18 Fallserien eingeschlossen, mit einer Spannbreite der Stichprobengrößen von zwei bis 32. Zwei Kohortenstudien wiesen Stichprobengrößen von 20 bzw. 59 Teilnehmenden auf. Zusätzlich wurden fünf nicht-randomisierte experimentelle Studien identifiziert, deren Stichproben zwischen 17 und 39 Teilnehmende umfassten. Drei Studien waren als Pilotstudien klassifiziert. Eine randomisierte Parallelgruppenstudie umfasste fünf Teilnehmende, während eine weitere randomisierte Gruppenstudie insgesamt 77 Kinder einschloss. Eine Studie kombinierte ein Fallserien-Design mit Mixed-Methods-Ansätzen und untersuchte vier Kinder. Darüber hinaus wurde eine nicht-randomisierte Machbarkeitsstudie mit vier Teilnehmenden sowie eine weitere Machbarkeitsstudie mit insgesamt 122 Kindern eingeschlossen. Rahmenbedingungen der Intervention Dauer Die Dauer der in den eingeschlossenen Studien untersuchten Interventionen variiert ebenfalls unter den Studien. Der Großteil der Interventionen lag im Bereich von null bis drei Monaten (n = 27). Weitere acht Studien berichteten eine Interventionsdauer von vier bis sechs Monaten, während fünf Studien eine Dauer zwischen sieben bis zwölf Monaten aufwiesen. Lediglich eine Studie untersuchte Interventionen mit einer Dauer von mehr als zwölf Monaten. Zusätzlich wurden in einigen Studien abweichende oder weniger eindeutig definierte Zeiträume berichtet. Dazu zählten unter anderem eine Interventionsdauer von drei bis vier Monaten, eine von drei bis 16 Monaten sowie zwei Studien ohne konkrete Zeitangabe. Weitere Einzelangaben umfassten Interventionen von bis zu 18 Monaten (n = 1) sowie mindestens zwei Monaten (n = 1). Insgesamt zeigt sich, dass die Mehrheit der Interventionen auf null bis drei Monate angelegt war, während längere Interventionszeiträume deutlich seltener untersucht wurden. Frequenz Die Frequenz der Interventionen variierte zwischen den eingeschlossenen Studien deutlich. Am häufigsten wurde eine Durchführung ein- 158 FI 4/ 2026 Joana Wolfsperger, Melanie Trojan, Sandra Guggenberger mal pro Woche berichtet (n = 21). Eine geringere Frequenz von weniger als einmal pro Woche wurde in insgesamt sechs Studien berichtet. Interventionen mit einer Frequenz von zweimal pro Woche wurden in acht Studien identifiziert. Eine noch höhere Frequenz von mehr als zweimal pro Woche wurde in sechs Studien beobachtet. Drei Studien machten keine Angaben zur Frequenz der Interventionen. Darüber hinaus wurden mehrere abweichende oder spezifische Frequenzformate berichtet. Eine Studie beschrieb ein kompaktes Format mit vier Einheiten innerhalb von zwei bis sechs Wochen. In zwei Studien wurde die Frequenz als „ein- oder zweimal“ angegeben, wobei in einer davon unterschiedliche Gruppen verschiedene Frequenzen erhielten. Eine weitere Studie berichtete von Sitzungen alle zwei Wochen. Eine andere Studie präsentierte ein komplexeres Interventionsdesign eines Kurzzeitprogrammes mit einer Assessment-Sitzung, drei Trainingseinheiten innerhalb einer Woche sowie einer weiteren Assessment- und Feedback-Sitzung nach sechs bis zehn Wochen. Eine weitere Studie beschrieb ein zweiphasiges Modell mit einer initialen zweitägigen Trainingsphase sowie anschließenden Videotelefonie- Sitzungen in den Wochen drei, sechs und neun. Allgemein zeigte sich, dass wöchentliche Interventionen das dominierende Format darstellten, während sowohl niederfrequente als auch hochintensive und strukturierte Programme seltener vorkamen. Intensität Die berichtete Intensität der Interventionen pro Tag variierte erheblich zwischen den Studien. Die Mehrheit der Studien (n = 19) wies eine tägliche Intensität von weniger als einer Stunde auf. Zwei Studien berichteten eine Dauer von etwa einer Stunde pro Tag, während acht Studien eine Intensität von mehr als einer Stunde angaben. Vier Studien enthielten keine Informationen zur zeitlichen Dauer der Intervention pro Tag. Einige Studien berichteten differenzierte Zeitangaben. So lag die tägliche Intensität in einzelnen Studien zwischen ein und drei Stunden (n = 1), 45 - 60 Minuten (n = 1), 45 - 90 Minuten (n = 1) sowie 30 - 60 Minuten (n = 1), wobei hier für Eltern* eine Dauer von etwa einer Stunde angegeben wurde, während andere Komponenten unter einer Stunde lagen. Weitere Angaben umfassten 60 - 90 Minuten (n = 1). Einige Interventionen wiesen komplexere oder mehrphasige Intensitätsstrukturen auf. Eine Studie beschrieb zunächst einen zweitägigen Workshop mit jeweils acht Stunden, gefolgt von wöchentlichen Sitzungen von etwa einer Stunde. Eine weitere Studie berichtete ein kombiniertes Format mit einem einmaligen Workshop (zwei bis drei Stunden), klinischen Sitzungen (30 Minuten) sowie häuslichen Interventionseinheiten (20 Minuten). Ebenso beschrieb eine andere Studie ein zweiphasiges Modell mit einem zweitägigen Eltern*training (ca. fünfeinhalb Stunden pro Tag), gefolgt von häuslichen Einheiten fünfmal pro Woche mit einer täglichen Dauer von zehn bis 15 Minuten über einen Zeitraum von zwölf Wochen. Ort der Intervention Hinsichtlich des Durchführungsortes wurden die meisten Interventionen entweder im häuslichen Umfeld (n = 31) oder in klinischen Settings (n = 28) durchgeführt. Bildungseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten wurden in fünf Studien als Interventionsort genannt, während 14 Studien Online-Formate nutzten. Einzelne Studien berichteten spezifischere oder kombinierte Settings, wie beispielsweise Interventionen in Innen- und Außenbereichen (n = 1) oder die Durchführung über lokale Versorgungsstrukturen (n = 1). In zwei Fällen wurden keine Angaben zum Interventionsort gemacht. 159 FI 4/ 2026 Scoping Review zu eltern*zentrierten Ansätzen in der Sprachtherapie Format der Intervention Einzelvs. Gruppensetting 17 Studien beschrieben Interventionen, die Eltern*gruppen anbieten. Die meisten analysierten Interventionen fanden jedoch im Einzelsetting statt (n = 39). Face-to-Face-Interventionen Ungeachtet des Ortes der Intervention (Präsenz, Online) fanden alle 47 untersuchten Interventionen Face-to-Face zwischen Eltern*teil und Therapeut: in statt. In 44 Studien erfolgte die Face-to-Face-Intervention zwischen Eltern* und Therapeut: in zusätzlich zur Face-to-Face-Intervention zwischen Eltern* und Kind. 26 Studien beschrieben zudem eine Intervention Face-to- Face zwischen Kind und Therapeut: in als Ergänzung zur eltern*zentrierten Intervention, wobei eine Studie explizit das Beisein des Eltern*teils in der Therapeut: in-Kind-Interaktion nannte. In einer weiteren Studie wurde eine Intervention zwischen Kind und Lehrperson beschrieben. Andere Formate Neben der direkten Intervention in Präsenz wurden zusätzlich auch andere Formate genutzt: in 13 Studien wurden Interventionen beschrieben, die Materialien asynchron bereitstellten, drei Interventionen stellten schriftlichen Austausch über einen Chat zur Verfügung und in zwei Studien wurden Telefonate angeboten. Zudem fand sich in je einer (n = 2) Studie eine Selbsteinschätzungsskala für Eltern*. Didaktische Methoden der Intervention In den eingeschlossenen Studien zeigte sich eine hohe Variabilität an eingesetzten didaktischen Methoden, die nachfolgend geclustert nach der jeweiligen Funktion (Wissenserwerb, Handlungskompetenz und Integration in den Alltag) beschrieben werden. Eltern*Information: Wissenserwerb In einigen Studien wurde den Eltern* Information in unterschiedlichen Formen zur Verfügung gestellt: einerseits konnten die Eltern* auf Literatur zurückgreifen (n = 23), andererseits wurde mittels anderer didaktischer Methoden ein Fokus darauf gelegt, dass Eltern* ihr Wissen sichern konnten (Quizzes: n = 2; Fragen beantwortet bekommen: n = 6; nach Bedarf mehr Information anbieten: n = 1). Die Diskussion von Beispielen, die Beobachtung und Identifikation der Nutzung von Techniken durch den/ die Therapeut: in sowie spezifische Informationen über die Entwicklung des Kindes wurde von jeweils einer Studie als didaktische Methode genannt. Eltern*training: Handlungskompetenz Das Training der elterlichen Fertigkeiten fand sich in vielfältiger Weise beschrieben. 46 untersuchte Interventionen wiesen verbale Instruktionen seitens des/ der Therapeut: in auf. 38 nutzten eine Demonstration von Techniken, neun nutzten ein So-tun-als-ob-Spiel und eine Studie nutzte ein Rollenspiel mit der Therapeutin. Das Nutzen von Anleitungsvideos konnte in 20 Interventionen festgestellt werden. Eine Studie beschrieb In-vivo-Training als Methode, eine weitere nannte die Übermittlung eines individualisierten Therapieprogramms per Post als didaktische Methode. Coaching, also eine Begleitung der Eltern* im Prozess wurde von drei Studien beschrieben, sechs Studien nutzten Coaching in Verbindung mit Feedback. Feedback wurde in 21 Studien in der Form von Video-Feedback gegeben. Aber auch Audio- Aufnahmen fanden in zwei Studien Anwendung. Eine Studie nutzte eine direkte Beobachtung 160 FI 4/ 2026 Joana Wolfsperger, Melanie Trojan, Sandra Guggenberger der Eltern* bei der Strategieanwendung mit dem Kind als Feedback-Methode, in einer weiteren Studie wurde Live-Feedback von Video- Sessions angeboten. Eine weitere Studie nutzte Sprechbeispiele als Feedback-Methode. Unterstützung bei der Implementierung im Alltag Einzelne Studien beschrieben zudem, dass in der Intervention auf die Unterstützung bei der Implementierung im Alltag Bezug genommen wurde: so waren Hausaufgaben in drei Studien als Methode genannt. Ebenso wurde in je einer Studie auf die Identifikation möglicher Hürden, die Besprechung von Problemlösestrategien und den Alltagstransfer Bezug genommen. Angeleiteter Austausch mit anderen Familien wurde von zwei Studien beschrieben. Abbildung 3 fasst die wesentlichen didaktischen Methoden der eltern*zentrierten Ansätze aus den eingeschlossenen Studien grafisch zusammen: Einbezug in den therapeutischen Prozess Die Eltern* wurden in jedem beschriebenen Ansatz in die Durchführung der Intervention miteinbezogen (N = 47). Aus einzelnen Studien geht hervor, dass die Eltern* auch in weitere Teile des therapeutischen Prozesses mit einbezogen wurden (Anamnese, Diagnostik, Evaluation und Adaptation). In einer Studie wurde es den Eltern* ermöglicht, ihre Präferenz für den Interventionstyp anzugeben (eltern*angeleitete oder therapeut: innenangeleitete Intervention). Diskussion Der vorliegende Artikel beschreibt die Ergebnisse eines Scoping Reviews zum Forschungsstand über eltern*zentrierte Therapieansätze in der Sprachtherapie. In das Scoping Review wurden 47 international publizierte Primärstudien aus den Jahren 1994 - 2025 eingeschlossen. Wissenserwerb Handlungskompetenz Alltagsimplementierung Beobachtung der/ des Therapeut: in als Modell Diskussion von Beispielen Sicherung und Reflexion von Wissen ergänzende Literatur und spezifische Informationen verbale Instruktionen Demonstration von Techniken Hausaufgaben Besprechung von Strategien bei Problemen Angeleiteter Austausch mit Familien Anleitungsvideos individualisiertes Therapiemanual rollenspielbasierte Methoden In-vivo-Training Feedback: Video, Audio, live Abb. 3: Didaktische Methoden eltern*zentrierter Maßnahmen der eingeschlossenen Studien (eigene Abbildung) 161 FI 4/ 2026 Scoping Review zu eltern*zentrierten Ansätzen in der Sprachtherapie Zentrales Ergebnis dieses Scoping Reviews ist, dass 46 der 47 eingeschlossenen Studien überwiegend positive Effekte des Einbezugs der Eltern* in die sprachtherapeutische Intervention auf die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder berichten. Die einzige Studie, die keine Hinweise auf einen direkten Effekt auf die kindliche Sprache berichtete, beschrieb dennoch positive Veränderungen im Verhalten der Eltern*. Dabei wurden die eltern*zentrierten Maßnahmen bei einer großen Bandbreite an Störungsbildern und unterschiedlichem Alter der Kinder eingesetzt. Eine Auflistung der einzelnen Diagnosen und Altersgruppen findet sich in Tabelle 2. Die untersuchten Interventionen unterschieden sich in Dauer, Häufigkeit und Ort der Förderung. Auch in der praktischen Umsetzung zeigten die einzelnen Studien eine hohe Variabilität. Die meisten Programme waren allerdings auf Kurzzeitinterventionen von null bis drei Monate ausgelegt und fanden überwiegend einmal pro Woche im häuslichen Umfeld statt. Dabei dominierten Einzelgegenüber Gruppensettings. Alle untersuchten Interventionen basierten auf Face-to-Face-Interaktionen zwischen Therapeut: in und Eltern*, wobei auch digitale und hybride Formate genutzt wurden. Schließlich ließ sich auch in den eingesetzten didaktischen Methoden eine große Variabilität finden, wobei sowohl auf den Erwerb von Wissen als auch von Handlungskompetenz Schwerpunkte gelegt wurden. Am häufigsten wurden die Eltern* in den Therapieprozess einbezogen, vereinzelt auch in die Anamnese, Diagnostik und Evaluation. Aufgrund der im Rahmen eines Scoping Reviews nicht vorgesehenen Erhebung der Effektstärke kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage darüber getroffen werden, welches Format und welche didaktischen Methoden als besonders wirksam anzusehen sind. Insgesamt stehen die Ergebnisse auch in Verbindung mit der ICF, in der Sprachentwicklung nicht ausschließlich als Funktionsebene, sondern insbesondere im Hinblick auf Aktivität und Partizipation zu betrachten ist (WHO 2001). Eltern*zentrierte Interventionen adressieren somit nicht nur sprachliche Fähigkeiten des Kindes, sondern vor allem auch Kontextfaktoren, womit sie eine wirksame, evidenzbasierte Intervention darstellen, die unabhängig vom spezifischen Format positive Auswirkungen auf die kindliche Sprachentwicklung hat. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die eingeschlossene Literatur überwiegend auf positive Effekte eltern*zentrierter Ansätze auf die kindliche Sprachentwicklung hindeutet. Das vorliegende Scoping Review bietet einen strukturierten Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu eltern*zentrierten Ansätzen in der Sprachtherapie. Die eingeschlossenen Studien weisen über verschiedene Störungsbilder und didaktische Methoden hinweg mehrheitlich positive Ergebnisse aus. Aufgrund des Scoping- Review-Designs ohne methodische Qualitätsbewertung der eingeschlossenen Studien lassen sich daraus jedoch keine belastbaren Aussagen zur Wirksamkeit der Intervention ableiten. In den eingeschlossenen Studien wurden Forschungsdesigns unterschiedlicher wissenschaftlicher Güte angewendet, auch die Stichprobengröße variiert stark. Es ist daher unerlässlich, eine zusätzliche Analyse der Höhe der Wirksamkeit durchzuführen, um eine genauere Aussage treffen zu können. Ein weiterer Kritikpunkt liegt darin begründet, dass der Fokus des Scoping Reviews bislang ausschließlich auf einer Verbesserung der kindlichen Sprachfähigkeiten lag. Auch eine Stärkung elter*licher sprachförderlicher Verhaltensweisen ist für den weiteren Verlauf der Sprachentwicklung entscheidend, weshalb weitere Analysen auch die Auswirkungen auf das Verhalten der Eltern* einbeziehen sollten. Weitere methodische Limitationen betreffen 162 FI 4/ 2026 Joana Wolfsperger, Melanie Trojan, Sandra Guggenberger die Durchführung der Studienauswahl und die Bewertung der eingeschlossenen Literatur. Das Titel- und Abstract-Screening wurde durch eine Person durchgeführt. Zur Sicherstellung einer möglichst konsistenten Anwendung der vorab definierten Ein- und Ausschlusskriterien erfolgte vor Beginn des eigentlichen Screenings ein Testscreening anhand ausgewählter Studien. Dabei wurden die getroffenen Entscheidungen mit den festgelegten Kriterien abgeglichen und Unklarheiten vor der weiteren Studienauswahl geklärt. Dennoch kann ein Einzel-Screening im Vergleich zu einer unabhängigen Bewertung durch mehrere Reviewer ein erhöhtes Risiko für subjektive Entscheidungen beinhalten. Eine Bewertung der methodischen Qualität der eingeschlossenen Studien wurde nicht vorgenommen, da dies im Rahmen eines Scoping Reviews nicht grundsätzlich vorgesehen ist (Peters et al. 2020). Bedeutung für die Praxis Vor dem Hintergrund der vorliegenden Ergebnisse stellt sich aus Versorgungsperspektive die Frage, wie eltern*zentrierte Interventionen strukturell im Gesundheitssystem verankert werden sollten. Dabei scheint es wichtig, die kindzentrierte Versorgung um klar definierte, evidenzbasierte, eltern*zentrierte Ansätze zu erweitern. Konkret bedeutet dies, dass Interventionen, wie Eltern*Gruppentrainings, Coaching- und Beratungsleistungen, als eigenständige sprachtherapeutische Leistung verstanden und entsprechend auch im Rahmen der Regelversorgung abgebildet und finanziert werden sollten. Ziel wäre somit eine kombinierte Versorgungsstruktur, die den Therapeut: innen die Entscheidung über die Anzahl und Kombination von eltern* und kindzentrierten Methoden überlässt. Gleichzeitig legen diese ersten positiven Effekte kombinierter Interventionen nahe, dass eine stärkere Gewichtung eltern*zentrierter Anteile innerhalb der Therapie sinnvoll sein kann, wie sie bereits in der familienzentrierten Frühförderung üblich ist (Sarimski 2022). Liefern weitere sich anschließende Untersuchungen eine tatsächliche, hohe Wirksamkeit eltern*zentrierter Maßnahmen als Ergänzung zur kindzentrierten Therapie oder erreichen kombinierte Ansätze gar bessere sprachliche Fähigkeiten bei den Kindern, wäre die Evidenz für ein flexibles, indikationsgeleitetes Versorgungsmodell aus einer Kombination sowohl kindals auch eltern*zentrierter Ansätze in der Sprachtherapie - wie sie bereits in der ICF-orientierten und familienzentrierten Frühförderung umgesetzt wird - gegeben. Spätestens dann sollten auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst werden. Prof.in Dr. Joana Wolfsperger Iu, Internationale Hochschule, Campus München Berg-am-Laim Str. 47 D-81673 München E-Mail: Joana.wolfsperger@iu.org Melanie Trojan, BSc MSc Hochschule Campus Wien Favoritenstraße 232 A-1100 Wien E-Mail: melanie.trojan@hcw.ac.at Sandra Guggenberger, BSc MA fh gesundheit, fhg - Health University of Applied Sciences Tyrol Innrain 98 A-6020 Innsbruck E-Mail: sandra.guggenberger@fhg-tirol.ac.at Literatur Allen, J., Marshall, C. R. (2011): Parent-Child Interaction Therapy (PCIT ) in school-aged children with specific language impairment. Int J Lang Commun Disord 46 (4), 397 - 410, https: / / doi.org/ 10.3109/ 1368 2822.2010.517600 Anderson, N. J., Graham, S. A., Prime, H., Jenkins, J. M., Madigan, S. (2021): Linking Quality and Quantity of Parental Linguistic Input to Child Language Skills: A Meta-Analysis. 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