Frühförderung interdisziplinär
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0721-9121
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/fi2026.art23d
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Eltern-Kind-Konzepte: Mikas Familie entdeckt eine neue Welt
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Rebekka Bartole
Als Mika geboren wurde, schien für einen kurzen Moment die Zeit still zu stehen. Das Glück war überwältigend und es schien alles perfekt – bis der Klinikalltag über die junge Familie hereinbrach: Apgar-Score, U1, Hörscreening … Das Hörscreening ist störungsanfällig, dass es nicht gleich gelingt, kommt häufig vor – bei Mika schlägt aber auch der 2. und 3. Versuch fehl. Hört Mika etwa nicht? In den nächsten Wochen und Monaten folgen weitere Untersuchungen und Arzttermine, bis die Diagnose feststeht: Auf beiden Ohren an Taubheit grenzend schwerhörig. Für Mikas Eltern ist das ein Schock. Sie haben 1.000 Fragen. Wie gehe ich damit um, dass ich ein behindertes Kind habe? Wie sollen wir mit Mika kommunizieren? Wie wird sich unsere Bindung entwickeln? Die Fragen gehen über die rein medizinischen Belange hinaus und können den Eltern auch von den Ärzten nicht beantwortet werden. Mikas Eltern fühlen sich allein mit ihren Fragen, keines der anderen Paare, die sie aus dem Geburtsvorbereitungskurs kennen, ist in einer ähnlichen Situation. Aber sie sind keineswegs ein Einzelfall. Etwa 0,1–0,3%, also 1–3 von 1000 Kindern haben oder erlangen eine Hörbehinderung bis zum Vorschulalter. Von diesen Kindern haben etwa 90–95% hörende Eltern (vgl. BGK 2026). Die meisten von ihnen haben bis zur Diagnose keinerlei Vorkenntnisse zu Gehörlosigkeit oder Schwerhörigkeit, Gebärdensprache und Gehörlosenkultur, da sie in der Familie und im Bekanntenkreis meist niemanden kennen, der oder die selbst eine Hörbehinderung hat. Für die medizinische Beratung der Eltern gibt es in Deutschland meist einen guten Zugang, sie setzt in der Regel frühzeitig ein, fokussiert sich aber auf das Hördefizit, die Diagnostik und den Zugang zu technischen Hörhilfen. Doch die Eltern haben darüber hinaus einen hohen Beratungsbedarf und viele Fragen.
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196 Frühförderung interdisziplinär, 45.-Jg., S.-196 - 201 (2026) DOI 10.2378/ fi2026.art23d © Ernst Reinhardt Verlag Mikas Familie entdeckt eine neue Welt Die Willkommensbox DEAFinitely LOVE Rebekka Bartole für den Bundeselternverband gehörloser Kinder e.V. ELTERN-KIND-KONZEPTE Als Mika geboren wurde, schien für einen kurzen Moment die Zeit still zu stehen. Das Glück war überwältigend und es schien alles perfekt - bis der Klinikalltag über die junge Familie hereinbrach: Apgar-Score, U1, Hörscreening … Das Hörscreening ist störungsanfällig, dass es nicht gleich gelingt, kommt häufig vor - bei Mika schlägt aber auch der 2. und 3. Versuch fehl. Hört Mika etwa nicht? In den nächsten Wochen und Monaten folgen weitere Untersuchungen und Arzttermine, bis die Diagnose feststeht: Auf beiden Ohren an Taubheit grenzend schwerhörig. Für Mikas Eltern ist das ein Schock. Sie haben 1.000 Fragen. Wie gehe ich damit um, dass ich ein behindertes Kind habe? Wie sollen wir mit Mika kommunizieren? Wie wird sich unsere Bindung entwickeln? Die Fragen gehen über die rein medizinischen Belange hinaus und können den Eltern auch von den Ärzten nicht beantwortet werden. Mikas Eltern fühlen sich allein mit ihren Fragen, keines der anderen Paare, die sie aus dem Geburtsvorbereitungskurs kennen, ist in einer ähnlichen Situation. Aber sie sind keineswegs ein Einzelfall. Etwa 0,1 - 0,3 %, also 1 - 3 von 1000 Kindern haben oder erlangen eine Hörbehinderung bis zum Vorschulalter. Von diesen Kindern haben etwa 90 - 95 % hörende Eltern (vgl. BGK 2026). Die meisten von ihnen haben bis zur Diagnose keinerlei Vorkenntnisse zu Gehörlosigkeit oder Schwerhörigkeit, Gebärdensprache und Gehörlosenkultur, da sie in der Familie und im Bekanntenkreis meist niemanden kennen, der oder die selbst eine Hörbehinderung hat. Für die medizinische Beratung der Eltern gibt es in Deutschland meist einen guten Zugang, sie setzt in der Regel frühzeitig ein, fokussiert sich aber auf das Hördefizit, die Diagnostik und den Zugang zu technischen Hörhilfen. Doch die Eltern haben darüber hinaus einen hohen Beratungsbedarf und viele Fragen. Der Bundeselternverband gehörloser Kinder e.V. Als Bundeselternverband möchten wir Menschen bei der Suche nach Antworten auf diese Fragen unterstützen. Dabei stellen wir den Mensch in den Mittelpunkt. Die Diagnose Hörbehinderung betrachten wir nicht rein medizinisch, vielmehr ist uns ein ganzheitlicher Ansatz wichtig. Wir möchten Eltern von Kindern mit Hörbehinderung die Möglichkeit bieten, unterschiedliche Lebenswege kennenzulernen. Denn nur so können die Eltern für ihre Kinder und sich selbst eine informierte Entscheidung treffen und ihren eigenen Weg finden. Wir ermöglichen den Kontakt zu anderen Eltern in einer ähnlichen Situation und, was uns besonders wichtig ist, auch den Kontakt zu Erwachsenen mit einer Hörbehinderung. Der Bundeselternverband gehörloser Kinder e.V. ist ein gemeinnütziger und ehrenamtlich geführter Verein, der sich seit dem Gründungsjahr 1963 in vielfacher Hinsicht für Kinder mit Hörbehinde- Abb. 1: Die Familie beim Arztgespräch, BGK 197 FI 4/ 2026 Eltern-Kind-Konzepte rung und ihre Eltern und Angehörige einsetzt. Dabei verstehen wir uns als Dachverband für alle Eltern von Kindern mit Hörbehinderung. Wir bieten Eltern Beratung und Vernetzung an, unabhängig davon, ob und mit welchen technischen Hilfen das Kind versorgt ist. Unser diverses Team besteht aus hörenden und tauben Vorstandsmitgliedern, Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen. Somit fließen immer mehrere Perspektiven in unsere Arbeit ein. Wir haben die Expertise aus „beiden Welten“. Da fast alle Teammitglieder selbst auch Elternteil eines Kindes mit Hörbehinderung sind, können wir aus eigener Erfahrung sprechen. Auch Mikas Eltern kommen über den Bundeselternverband in Kontakt mit dem Gehörlosenverein in ihrer Stadt und erfahren von einem Familientreff. Die ersten Kontakte sind nicht einfach für die Eltern, da sie kaum Gebärdensprache (DGS) können und sich nur schwer verständigen können. Aber sie begegnen verschiedenen Menschen mit Hörbehinderung, die fest im Leben stehen, beruflich erfolgreich sind und Familie haben. Es ist wie ein erster Blick in eine neue, unbekannte Welt. Es entsteht eine erste Idee von einem anderen Leben für und mit ihrem Kind. Mikas Eltern fragen sich, wie sie Mika in seiner Entwicklung optimal unterstützen und fördern können. Bimodal-bilinguale Familienkommunikation Als Bundeselternverband ist es unser Wunsch, die bestmögliche Lebensqualität und Förderung unserer Kinder zu erreichen. Der wichtigste Schritt in diese Richtung ist der schnellstmögliche Aufbau einer gelungenen und altersgerechten Kommunikation. Unsere Erfahrung deckt sich mit aktuellen wissenschaftlichen Studien. Wie z. B. Barbara Hänel- Faulhaber und Elisabeth Weiglin in ihrem Artikel „Bimodale-bilinguale Sprachförderung und Sprachtherapie - Eine bezugswissenschaftliche Grundlegung“ in einer Ausgabe der Frühförderung Interdisziplinär aus dem Jahr 2024 darlegen, sichert eine bimodal-bilinguale Förderung in Deutsch und Deutscher Gebärdensprache die Kommunikationsfähigkeit von Kindern mit Hörbehinderung und beugt einer Sprachdeprivation vor (vgl. Hänel-Faulhaber/ Weiglin 2024). Werden einem Kind mit Hörbehinderung von Geburt an beide Sprachmodalitäten angeboten, so trägt dies zu einer erfolgreichen sprachlichen Entwicklung und damit zu altersgerechten sozialen und kognitiven Fähigkeiten bei. Unter einer bimodal-bilingualen Kommunikation versteht man ein zweisprachiges Angebot z. B. in deutscher Lautsprache als Schriftsprache und ggf. gesprochene Sprache und in Deutscher Gebärdensprache (DGS), die visuell und somit für Kinder mit Hörbehinderung barrierefrei erfassbar ist. Eine zusätzliche technische Versorgung mit Hörgeräten oder Cochlear Implantaten (CI) kann den Zugang zur Lautsprache erleichtern. Beratung, Vernetzung und Veranstaltungen Eine unserer Kernaufgaben als Verein ist die unabhängige Beratung der Familien und das Aufzeigen verschiedener Möglichkeiten und Netzwerke, die mit der neuen Lebenssituation einhergehen. Eine Beratung ist kostenfrei und nicht an eine Mitgliedschaft gebunden. Jede Familie ist anders und die Entscheidungen müssen immer von den Familien individuell getroffen werden. Wir beraten und vernetzen auch Fachkräfte und engagieren uns politisch und gesellschaftlich für Teilhabe, Barrierefreiheit und Inklusion von Kindern mit Hörbehinderung. Dafür präsentieren wir uns bei Veranstaltungen oder halten z. B. Online-Vorträge. Wir arbeiten daran, den hohen Informationsbedarf von Eltern und Fachkräften zu decken. 198 FI 4/ 2026 Eltern-Kind-Konzepte Die Vernetzung unter den Familien gelingt am besten auf einer unserer Veranstaltungen, zum Beispiel auf der großen jährlichen Familientagung in Duderstadt. Hier kommen ca. 60 Familien aus ganz Deutschland zusammen. Neben Vorträgen und Workshops zu Themen wie Sprachdeprivation, Hausgebärdensprachkurse, Dolmetschen in der Schule, Gehörlosenkultur oder gewaltfreie Kommunikation gibt es auch ein vielfältiges Programm für die Kinder. Sie werden von tauben und hörenden Betreuenden in Kreativität, sportlicher Aktivität, Spiel und Spaß begleitet. In kindgerechten Workshops erhalten sie viel neues Wissen und können sich in ihrer Peergroup austauschen. Die gesamte Veranstaltung ist bilingual, in deutscher Laut- und Gebärdensprache, sodass sich alle Familien unabhängig von der Kommunikationsform wohlfühlen und in den Austausch kommen können. Ganz neu gibt es nun auch die App „BGK-Familien“, über die man nicht nur über anstehende Veranstaltungen auf dem Laufenden bleibt, sondern auch der Austausch der Familien untereinander erleichtert wird. Die Willkommensbox DEAFinitely LOVE Um Eltern in der ersten Zeit rund um die Diagnosestellung zu unterstützen, haben wir das Projekt DEAFinitely LOVE ins Leben gerufen. Die Idee stammt von Anja Fiele, selbst Mutter von tauben Kindern, und richtet sich an alle Familien mit Kindern mit Hörbehinderung im Alter von 0 bis 3 Jahren. Mit liebevoll zusammengestellten Willkommensboxen begrüßen wir die Familien in der Community und halten eine Vielzahl an Informationen und Möglichkeiten bereit. Die neu verfasste Erstinformations-Broschüre „Eine neue Welt verstehen“ begleitet die Familien bei all dem Neuen, das mit einem Kind mit Hörbehinderung auf sie zukommt. Die Broschüre schließt damit eine spürbare Lücke: Bisher fehlt im deutschsprachigen Raum ein niedrigschwelliges, wissenschaftlich fundiertes und zugleich praxisorientiertes Informationsangebot für den entscheidenden Moment nach der Diagnose. Die Broschüre spricht Eltern in einer emotional herausfordernden Situation direkt an und gibt konkrete Orientierung für den Alltag, Behördenwege und den frühen Spracherwerb. Entstanden ist sie in enger Zusammenarbeit von tauben und hörenden Fachkräften, Eltern von Kindern mit Hörbehinderung sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, darunter Dr. Christian Rathmann (HU Berlin) und Prof. Dr. Barbara Hänel-Faulhaber (Universität Hamburg). Mikas Familie begleitet die Lesenden grafisch durch die Broschüre. Darüber hinaus sind die Boxen vollgepackt mit nützlichen Kleinigkeiten und Probeangeboten von unseren Kooperationspartnern. Ob man Tipps für die Beantragung eines Hausgebärdensprachkurses, Ideen für einen spielerischen Einstieg in die visuelle Kommunikation oder Bilderbuchtipps sucht - in der Willkommensbox wird man fündig. Abb. 2: Die Willkommensbox geöffnet, BGK 199 FI 4/ 2026 Eltern-Kind-Konzepte Die Boxen sind liebevoll und persönlich gestaltet, begrüßen die Familien mit einer selbst gebastelten und handschriftlich beschriebenen Karte und halten kleine Geschenke für die Kinder bereit. Der Bundeselternverband gehörloser Kinder e.V. versendet die Willkommensbox kostenlos an alle Eltern mit einem Kind mit Hörbehinderung. Fachkräfte können die Box zum Selbstkostenpreis bestellen. Finanziert wird das Projekt über die Aktion Mensch, die Techniker Krankenkasse und private Spenden. Im Projekt ist viel Aufklärungs- und Vernetzungsarbeit enthalten, um möglichst viele Eltern und Fachkräfte zu erreichen. Mikas Eltern haben die Willkommensbox DEAFinitely LOVE schon bestellt. Neben der Broschüre vom CI- Zentrum liegt auf ihrem Küchentisch nun auch die dort enthaltene Erstinformations-Broschüre „Eine neue Welt verstehen“, in der sie wichtige Informationen aus einem anderen Blickwinkel erhalten und vor allem Tipps und Praxisbeispiele für ihren Alltag finden. Sie sind nun nach und nach dabei, ihren eigenen Weg im Umgang mit Mikas Hörbehinderung zu finden. Dabei hilft ihnen auch ein Beratungsgespräch und die Kontakte im Gehörlosenverein und zu anderen Eltern. Noch ist der Hausgebärdensprachkurs nicht bewilligt, aber Mikas Mutter nutzt die Gebärdenbild-Box für erste Gebärdenspiele und der Vater übt mit einer App erste Gebärden. Mika liebt seinen Kuscheloktopus und interessiert sich für die Hörtechnik in den Schaufensterauslagen des Akustikers. Wie kann ich die Willkommensbox in der Frühförderung nutzen? Die Willkommensbox DEAFinitely LOVE enthält wertvolle Informationen, wichtige Kontakte und ermutigende Angebote für Familien mit 0 - 3-jährigen Kindern mit Hörbehinderung. Eltern und Erziehungsberechtigte können die Box online bestellen, Fachkräfte können die Box zum Selbstkostenpreis in Höhe von € 65,- erwerben. In der Frühförderung können Sie DEAFinitely LOVE vielseitig einsetzen. Unterstützen Sie die Eltern bei der Bestellung ihrer Willkommensbox Die Bestellung mit dem Onlineformular ist für viele Eltern problemlos möglich. Geben Sie einfach einen Flyer mit QR-Code mit. Familien, die sich mit der deutschen Schriftsprache schwertun, benötigen vielleicht etwas Unterstützung. Das Formular benötigt nur wenige Angaben. Die Vorfreude auf die Geschenkbox kann das Erstgespräch eventuell bereichern. Zudem kann man mit manchen Formular-Fragen, z. B. „Das möchte ich noch über die Hörbehinderung meines Kindes mitteilen“, bereits gut ins Gespräch kommen. Machen Sie sich gemeinsam schlau! Entdecken Sie gemeinsam die beiliegende Erstinformations-Broschüre „Eine neue Welt verstehen“. Der neu gestaltete Ratgeber bereitet Informationen rund um Hördiagnostik und -technik, Sprachdeprivation, Gebärdensprache, Sprachentwicklung und Rechte anschaulich auf. Vielleicht bieten die Kapitel „Willkommen“, „Begriffe“ und „Lebenswege“ niedrigschwellig Anknüpfungspunkte für ihre Aufklärungsarbeit. Das Kapitel „Rechte“ ent- Abb. 3: Die Familie beim Öffnen der Box, BGK Abb. 4: QR-Code mit Link-Tree zu den BGK und Willkommensbox-Infos 200 FI 4/ 2026 Eltern-Kind-Konzepte hält eine Checkliste, die Ihnen auf einen Blick Antragsstellungen und Unterstützungsmöglichkeiten zusammenfasst. So haben Sie die vielfältigen Möglichkeiten immer griffbereit und können Schritt für Schritt darauf zurückkommen. Wählen Sie Ihre Lieblingsangebote aus Die Box wurde von unseren zahlreichen Kooperationspartnern mit einer Vielzahl an Angeboten gefüllt. Begleiten Sie die Familien kompetent dabei, das für sie Passende zu finden. Ob man erste Gebärden lieber mit der App des einen oder des anderen Anbieters lernt oder lieber analoge Bücher nutzt - das ist individuell. Sie können selbst neue Angebote ausprobieren oder zeigen, was Sie selbst gerne nutzen. Die Box enthält auch Kinderbücher - was Sie wohl gemeinsam im Klinik-Wimmelbuch entdecken? Bestimmt gibt es dazu viel zu erzählen! Vielleicht kommt auch das interaktive Nixie-Buch gut an. Am Ende der Stunde noch ein bisschen zu lesen kann ein schönes Ritual sein - und Sie können den Eltern zeigen, wie Vorlesen mit Gebärdensprache gut geht. Der Oktopus ist immer mit dabei Kuscheltiere sind oft ein guter Eisbrecher! Manches Kind begrüßt lieber einen Teddy als eine noch unbekannte erwachsene Person. Der immer gleiche Gefährte in Ihrem Setting hilft, einen vertrauten Rahmen zu schaffen. Küren Sie den Oktopus aus der Willkommensbox zu Ihrem Assistenten, denn Oktopusse hören nichts, sind sehr klug, haben 3 Herzen und sind Meister der visuellen Kommunikation. Wenn das Kind den Oktopus aus der eigenen Box zu Hause hat, kann er Eltern und Kind super an die Tipps erinnern, die Sie mitgegeben haben und die im Alltag so schnell untergehen. Die Box enthält einen Bastelbogen mit demselben Maskottchen, zum gemeinsamen Gestalten und Aufhängen. Mit dem Oktopus können die wertvollen Ermutigungen und Hinweise aus Ihren Gesprächen im Alltag weiter nachschwingen. Spiel, Spaß und Gebärden Die Willkommensbox bietet Beratung, Bildung und Interaktion vom ersten Tag an. Eine Hörfähigkeit des Kindes wird (noch) nicht vorausgesetzt. Ob das Spiel „Weg und wieder da“ oder die „Gebärden zur Ermutigung und Bestärkung” - manche Materialien können Sie direkt in Ihre Einheiten einbauen. Die Familie kann zu Hause dann direkt weiterspielen. Zusammen ist man weniger allein! Der Mehrwert von Betroffenenkontakten ist signifikant für Eltern hörbehinderter Kinder. Mit der Box unterstützen Sie die Eltern praktisch, frühzeitig Kontakte zu Gleichbetroffenen zu finden. Hierzu sind diverse Materialien in der Box wie ein Erstberatungsgutschein und die bundesweite Kontaktliste in der Erstinformationsbroschüre. Im Moment ist unsere digitale Netzwerkkarte mit Gruppen, Institutionen und Akteuren noch im Aufbau. Diese soll einen unkomplizierten und übersichtlichen Zugang zu den Akteuren in den verschiedenen Regionen der Bundesrepublik bieten. Eltern können so Ansprechpartner und Institutionen je nach Region und Kategorie finden. Melden Sie sich gerne, wenn wir auch Ihre Hör-Frühförderstelle dort auflisten dürfen! Ermutigen Sie die Familien, sich zu vernetzen! Mehr Informationen finden Sie auf unseren Homepages http: / / deafinitelylove.de und http: / / gehoer losekinder.de Abb. 5: DEAFinitely LOVE-Logo, BGK 201 FI 4/ 2026 Eltern-Kind-Konzepte Über Spenden für die Fortführung der Willkommensboxen freuen wir uns. Sie finden uns auf Betterplace: Bundeselternverband gehörloser Kinder e.V.: Spende für unsere Organisation (better place.org). Flyer, die Willkommensbox und die Erstinformationsbroschüre „Eine neue Welt verstehen” können Sie per Mail an info@bgk-willkommensbox.de bestellen. Die Erstinformation finden Sie auch als E-Book oder PDF zum Download auf unserer Homepage. Mika in der Frühförderung Mikas Eltern haben nun eine Hör-Frühförderung gefunden. Frau Meyer kommt nun einmal wöchentlich zu Besuch und hat eine große Tasche mit Spielen und Materialien dabei. Mika freut sich, als er in der Spiele- Tasche auch den Oktopus entdeckt. Er erkundet begeistert die Murmelbahn, während seine Eltern sich mit Frau Meyer unterhalten. Dann zeigt ihm Frau Meyer auch so eine Karte mit Bildchen wie Mama hat und macht die gleiche Bewegung wie Mama oft. Mika freut sich, lacht begeistert und hält seinen rechten Zeigefinger hoch - und Frau Meyer versteht und lässt die Murmel nochmal rollen. Rebekka Bartole für den Bundeselternverband gehörloser Kinder e.V. Märkisches Ufer 38/ 40 10179 Berlin E-Mail: info@bgk-willkommensbox.de Literatur Bundeselternverband gehörloser Kinder e.V. (2026): Eine neue Welt verstehen - Erstinformation für Familien von Kindern mit Hörbehinderung Hänel-Faulhaber, B., Weiglin, E. (2024): Bimodalbilinguale Sprachförderung und Sprachtherapie - Eine bezugswissenschaftliche Grundlegung. Frühförderung interdisziplinär 43 (3), 119 - 134, https: / / doi.org/ 10.2378/ fi2024.art12d Abb. 6: Die Familie bei der Frühförderung, BGK - Anzeige -
