mensch & pferd international
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1867-6456
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
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Kostenloser Download: Tabelle 2 - Spielvorschläge und Evozierungsmöglichkeiten zu einzelnen Teilen des Bogens
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Christina Frankenhauser
Die Dateien der Spielvorschläge und Evozierungsmöglichkeiten (Tab. 2) stehen hier kostenlos zum Download bereit.
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80 | mup 2|2011 Forum: Frankenhauser - Vorstellung eines Einschätzbogens zur sprachlich-kommunikativen Kompetenz Tab. 2: Spielvorschläge und Evozierungsmöglichkeiten zu einzelnen Teilen des Bogens Aufgabenstellung Sprachlicher Ausdruck Sprachliches Verständnis Sonstige Beobachtung A: Symbolisierung: Eine Handpuppe „Lisa“ wird benötigt. Pädagoge: „Lisa möchte auch so gerne mal reiten. Nehmen wir sie mit auf das Pferd? “ Lisa: „Ich möchte so gerne mal auf dem Pferd stehen! “ Pädagoge: „Magst du Lisa mal helfen? “ Wichtig ist hier zu beachten, ob das Symbolspiel sprachlich aufgegriffen und erweitert wird. Wird die Puppe als Symbol gesehen und evtl. sogar in Puppensprache oder mit der Puppe gesprochen? Ja Nein Das Spiel wird nonverbal aufgegriffen und der Wunsch der Handpuppe umgesetzt (die Richtigkeit des Stehens der Puppe spielt hier nur sekundär eine Rolle). Ja Nein B: Rollenwechsel: Das Kind führt das Pferd in die Reithalle oder auf den Reitplatz und bestimmt bewusst den Weg, wohin das Pferd laufen soll; erweiternd kann das Kind sich führen lassen und dem Pädagogen mitteilen, wo das Pferd hinlaufen soll Das Kind teilt dem Pferd verbal mit, wo es hinlaufen soll und äußert beispielsweise “komm mit“ oder „hier entlang“. Beim Führenlassen verbalisiert das Kind, wo es hin möchte, z. B. „in die Ecke“, „zum Hütchen“. Ja Nein Das Kind führt das Pferd bewusst in eine bestimmte Richtung, ohne sich verbal zu äußern. Beim Führenlassen, zeigt das Kind in die Richtung, wo es hin möchte oder teilt sich anderweitig nonverbal mit, um in eine bestimmte Richtung reiten zu können. Ja Nein C: Perspektivwechsel: Die Perspektive des Pädagogen wird berücksichtigt, und das abwechselnde Gestalten kann erfolgen. Ein Ball wird benötigt; dieser wird von Pädagoge zum Kind geworfen; dabei wird ein Spiel eingebaut. Ein Thema wird festgelegt (z. B. Tiere), dann wird der Ball geworfen und der Pädagoge sagt: „Ich mag gerne Hunde! “, das Kind greift dies auf und sagt: „Ich mag gerne Katzen! “ Um die nonverbale Ausführung zu evozieren, kann alternativ der Ball auch auf verschiedene Arten geworfen werden (hoch, flach, einmal vorher um den Bauch kreisen, über den Pferdepo gerollt etc.) Das Kind steigt auf den Spielvorschlag ein und begreift die abwechselnde Gestaltung, wobei das Thema vom Kind auch variiert werden darf (wenn es nun heißt „Ich mag gerne Nudeln! “, so ist der Sinn der Abwechslung dennoch begriffen worden). Ja Nein Das Kind geht auf den Spielvorschlag ein und es wird versucht, den Ball auf die gleiche Art und Weise wie der Pädagoge zurückzuwerfen. Ja Nein D: Raumorientierung: z. B.: Pädagoge: „Wir reiten jetzt mal bis zum hinteren Hütchen und wenn wir dort angekommen sind, bekommt das Pferd Beifall geklatscht! “, „Wir reiten jetzt eine ganze Runde und dann …! “, „Welches Hütchen möchtest du nehmen? Das hier vorne? Welche Farbe hat es denn? “, „Versuch mal, deine Arme ganz nach oben zu strecken und an die Decke zu kommen! “, „Strecke die Arme mal ganz nach unten und zeig dem Pferd, wo unten ist! “ etc. Das Kind kann nah und fern einschätzen und erkennen. Es kann verbal mitteilen, ob es nach hinten oder nach vorne reiten möchte und benutzt Begriffe wie „da vorne“, „da hinten“, „oben“, „unten“. Ja Nein Das Kind kann nonverbale Aufträge („Strecke deine Arme nach oben! “) ausführen und weiß, wo oben und unten, hinten und vorne ist. Es kann z. B. eine große Runde außen herum reiten. Ja Nein Forum: Frankenhauser - Vorstellung eines Einschätzbogens zur sprachlich-kommunikativen Kompetenz mup 2|2011 | 81 Aufgabenstellung Sprachlicher Ausdruck Sprachliches Verständnis Sonstige Beobachtung E: Begriffe anhand von Vorstellung verstehen: Begriffe wie z. B. „Entspannung“, „Angst“, „Anspannung“ etc. werden mit einer Handpuppe eingeübt. Lisa: „Ich bin so müde und möchte mich entspannen! Kannst du mir zeigen, wie ich das hier oben auf dem Pferderücken mache? “ oder: Lisa: „Ich möchte mal ganz stolz reiten wie ein Ritter! Zeig mir mal wie das geht, ja? “ Das Kind kann die Begriffe verstehen und führt „Lisas“ Wünsche aus (z. B.: Puppe wird zum Entspannen hingelegt; sitzt stolz mit herausgedrückter Brust auf dem Pferd). Dabei wird das Spiel verbal begleitet („So, jetzt kannst du dich entspannen! “). Ja Nein Das Kind versteht die Begriffe und führt „Lisas“ Wünsche aus ohne verbale Begleitung. Ja Nein F: Gemeinsames Gestalten: Ein Spiel (z. B. Abschiedsspiel) wird vom Kind mitgestaltet. Der grobe Rahmen kann vom Pädagogen vorgegeben sein (z. B. das Spiel soll nur im Schritt stattfinden, da das Pferd noch trocken geritten werden muss), und das Kind bekommt die Möglichkeit, mit zu gestalten und Ideen einzubringen, wobei der Pädagoge mit seinen Ideen und Anmerkungen berücksichtigt wird (auch möglich als Vorbereitung für die kommende Stunde: Planung für das nächste Mal gemeinsam besprechen). Das Kind ist in der Lage, seine Wünsche und Interessen zu vertreten und seine Meinung zu einzelnen Teilen der Reiteinheit zu äußern. Das Kind bringt eigene Ideen mit ein und geht auf den Pädagogen und dessen Anmerkungen ein. Das Kind kann reflektiv auf die vergangene Stunde zurückblicken und eine kommende Reiteinheit planen. Ja Nein Das Kind kann nonverbal seine Wünsche zu einer Reiteinheit äußern bzw. berücksichtigt dabei die Einwände oder Anmerkungen des Pädagogen. Ja Nein G: Singen: Am Abschluss der Stunde wird ein leichtes Abschlusslied gesungen; sehr vorteilhaft ist der Einsatz der Handpuppe, da diese oftmals die Hemmungen des Kindes zu singen, abbaut und eine weitere „Person“ ist, die mitsingt. Sehr schön und einfach: „Fertig, fertig, Schluss und aus, alle gehen jetzt nach Haus’, das Reiten hat viel Spaß gemacht, alle haben ganz toll mitgemacht! Fertig, fertig, Schluss und aus, alle gehen jetzt nach Haus’! “ Das Kind singt den Vers mit oder spricht ihn mit (da dieser Vers Wiederholungen benötigt, sollte ein Abschiedslied als Ritual eingeführt werden, da das Kind nur dann irgendwann den Vers mitsingen und auswendig kann). Ja Nein Das Kind kennt den Text und kann durch Gesten oder Bewegen des Körpers am Lied teilnehmen. Ja Nein H: Sprechen im Takt des Pferdes: Die Handpuppe Lisa macht ein lustiges Spiel vor. Sie spricht im Takt des Pferdes: „Ich kann so toll reiten! “, „Ich finde reiten toll! “, „Ich mag das Pferd sehr gerne! “, „Kannst du das auch? “. Das Kind spricht auch im Takt des Pferdes und kann seine Stimme und Sprache bewusst und gesteuert einsetzen, wobei es von „Lisa“ immer wieder ermutigt werden sollte! Ja Nein Das Kind spricht nicht im Takt des Pferdes, sondern macht bewusste und gesteuerte Bewegungen im Takt des Pferdes. Hier geht es darum, ob die Regel des Taktes an sich begriffen wurde. Ja Nein
