eJournals mensch & pferd international7/4

mensch & pferd international
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1867-6456
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/mup2015.art28d
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Medien & Materialien

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Josef Rihm
H. S.
Medien & Materialien
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mup 4|2015|167-168|© Ernst Reinhardt Verlag München Basel, DOI 10.2378 / mup2015.art28d | 167 Medien & Materialien Smallfix Der patentierte Smallfix - einer für Alle! Die Idee für den Smallfix stammt von einer Mutter, passionierte Reiterin, die ihren Kindern mit wenig Aufwand (zeitlich wie auch finanziell) das Reiten näher bringen wollte. Der patentierte Smallfix war ihr „Kindersitz“. Mit ihm schaffte sie eine Sitzgelegenheit, angepasst auf die geringere Körpergröße eines jeden Kindes. Der Sattelaufsatz bietet Komfort und Sicherheit für „Groß“ (Reitanfänger) und „Klein“. Der für den spoga horse Innovationspreis nominierte Smallfix bewährt sich allerdings auch in den Bereichen des Therapeutischen Reitens. Mit nur wenigen Handgriffen lässt sich der Sattelaufsatz sowohl an die körperlichen Voraussetzungen des jeweiligen Reiters als auch an jeden beliebigen englischen Sattel anpassen. Das Vorderzwiesel- und das mit Hilfe von äußerst strapazierfähigen Klettverschlüssen flexibel einstellbare Sitzflächenpolster gewähren aufgrund der individuellen Anpassung der Sitzfläche an die Gesäßgröße des Reiters einen äußerst sicheren Sitz. Mit Hilfe des Sitzflächenpolsters kann zudem eine Komfortoptimierung für den Reiter erzielt werden. In Kombination mit dem gut haftenden Material bietet der Smallfix dem Reiter einen bequemen und sicheren Halt im Sattel. Ein mit Karabinerhaken bestückter, schnell an den Sattel anzubringender Sattelanfassriemen gewährt dem Reiter darüber hinaus zusätzliche Sicherheit. Die mit Klettverschlüssen rasch anbringbare Abdeckung der Sitzfläche schont bei der Lagerung des Smallfix dessen Klettverschluss. Die Stützpolster des Smallfix sind herausnehmbar, der Sattelaufsatz ist zudem bei 30° C waschbar. Seit einem halben Jahr wird der patentierte Smallfix im Reitstall Müller in Driedorf-Roth im täglichen Reitbetrieb getestet. Hier zeigen sich die Vorteile durch die Nutzung des Smallfix. Zum einen ist er schnell auf dem Sattel angebracht und kann ohne größeren Aufwand auf die verschiedensten Reitergrößen eingestellt werden. Es ist somit möglich, auf einem Pferd und einem Sattel ein Kind reiten zu lassen und direkt im Anschluss einen Erwachsenen. Zum anderen bietet die „Sattelverkleinerung“ unsicheren Reitern Halt und damit Sicherheit. Josef Rihm 168 | mup 4|2015 Medien & Materialien Nina Steigerwald: Agility mit Pferden Agility ist momentan noch eher im Zusammenhang mit Hunden verbreitet, zunehmend findet es aber auch Eingang in die Arbeit mit Pferden. Dabei ist die Beschäftigung mit dem Pferd „auf Augenhöhe“, die freie Mitarbeit des Pferdes ohne Zwang, das zentrale Element. Dies wird auch im vorliegenden Buch deutlich, positive Verstärkung ist hier Grundlage des Trainings. Interessante Gestaltungselemente fallen schon beim Aufschlagen des Buches auf. Sowohl Frontals auch Rückumschlag lassen sich ausklappen. Hier sind die zentralen Gedanken des Buchs zusammengefasst. Im vorderen Deckel finden sich mit „KAMKID“ die Grundregeln zum „Geheimnis eines guten Trainings“, der rückseitige Umschlag enthält die Anleitung zum Bau einer Pferdewippe. Im ersten Kapitel werden die Grundsätze des Trainings verdeutlicht. Neben positiver Verstärkung (auch durch den Clicker) werden Elemente wie das Erstellen von Trainingsplänen und die Videodokumentation und -analyse vorgestellt. Im zweiten Kapitel finden sich dann neben den Rahmenbedingungen (Platz und Ausrüstung) erste Einstiegsübungen. Das dritte Kapitel führt dann in die Freiarbeit mit dem Pferd ein. In den folgenden fünf Kapiteln werden unterschiedliche Übungen zu den Themen „Rauf und Rüber“, „Wippen und Wackeln“, „Hüpfer und Sprünge“, „Biegung und Achtsamkeit“ und „Parcours“ dargestellt. Auch die Übung mit einem „Target“, einer Art „Zeigestock“, wird eingeführt. Alle Übungen werden sehr kleinschrittig beschrieben, die Partnerschaft mit dem Pferd steht dabei immer wieder im Vordergrund und Hinweise zu den Zielen und Effekten des Trainings finden sich bei jeder Übung und zu jedem Kapitel. Das Buch ist übersichtlich und gut strukturiert. Einzelne Übungen können immer wieder hinzugenommen oder weggelassen werden, das gesamte Konzept lässt sich gut nachvollziehen. Allerdings sind nur die ersten Übungen ohne Materialien, bei den meisten weiterführenden Übungen werden umfangreiche Materialien notwendig. Diese sind meist nicht sehr kostspielig, handwerkliche Erfahrung scheint aber notwendig, um die Geräte sicher zu bauen. Agility ist sicher eine gute Ausgleichsarbeit für Therapiepferde. Eine Übertragung der Übungen auf die Bodenarbeit in der Heilpädagogischen Förderung mit dem Pferd scheint aber ebensogut möglich, wenn die Übungen vorher sicher trainiert wurden. Viele der „Spiele“ lassen sich dann auch in diesem Bereich einsetzen und können bei den Teilnehmern z. B. Selbstwirksamkeit und Eigenaktivität, Körpersprache und -wahrnehmung sowie Koordination und Kooperation fördern. Ein interessantes Konzept, das zum Ausprobieren einlädt. H.S. Müller Rüschlikon Verlag, Stuttgart, 2015, 144 Seiten, 19,95 € (D)