eJournals mensch & pferd international14/3

mensch & pferd international
2
1867-6456
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/mup2022.art14d
2_014_2022_3/2_014_2022_3.pdf71
2022
143

Editorial

71
2022
Magdalena Bauer
Liebe Leserinnen und Leser, in dem Fachbeitrag von Heft 3 verknüpft Manfred Fede die beiden Konzepte des Gruppentrainings sozialer Kompetenzen für Kinder und Jugendliche (GSK-KJ) mit der Heilpädagogischen und Therapeutischen Förderung mit dem Pferd (HTFP) zunächst theoriebasiert.
2_014_2022_3_0001
Editorial Editorial mup 3|2022|© Ernst Reinhardt Verlag, DOI 10.2378 / mup2022.art14d | 85 Liebe Leserinnen und Leser, in dem Fachbeitrag von Heft 3 verknüpft Manfred Fede die beiden Konzepte des Gruppentrainings sozialer Kompetenzen für Kinder und Jugendliche (GSK-KJ) mit der Heilpädagogischen und Therapeutischen Förderung mit dem Pferd (HTFP) zunächst theoriebasiert. In einem zweiten Schritt geht es langsam von der Theorie in die Praxis und der Autor erklärt, wie die definierten Ziele mithilfe bestimmter Übungen, Fragen und der Haltung der TherapeutInnen erreicht werden können. Im dritten Schritt gibt er uns Einblicke in die Arbeit mit einer Gruppe aus vier bzw. fünf Kindern und Jugendlichen und beschreibt exemplarisch eine konkrete Einheit aus der Praxis. Abschließend fasst er die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und gibt einen Ausblick für die konzeptionelle Rahmung und praktische Umsetzung der Kombination von GSK-KJ und HTFP. Im Stichwort berichtet Maria Schläffer über die Wirkfaktoren in der pferdegestützten Ergotherapie. Am Beispiel des Klienten Vincent erklärt sie uns unter Anderem die Brückenfunktion, den Aufforderungscharakter und die Präsenz- Fokussierung auf die Gegenwart durch das Pferd. In diesem Heft haben wir mit drei Forumsbeiträgen eine breite inhaltliche Auswahl für Sie: Ein Teil der im Stichwort beschriebenen Wirkfaktoren findet sich auch in dem Beitrag von Katrin Krivan über die pferdegestützte Selbsterfahrung wieder, in dem sie uns Einblicke in bewährte Übungen aus der Praxis - zum Beispiel zu Nähe und Distanz - gibt. Als Grundlage erklärt sie die Arbeit mit dem inneren Pferd, dem inneren Kind und dem inneren Team in der Bearbeitung der individuellen Themen der KientInnen und beschreibt darüber hinaus, welche Herausforderungen die pferdegestützte Selbsterfahrung mit sich bringt. Julia Boschmann und Astou Maraszto schreiben über Rassismuskritik im Rahmen pferdegestützter Förderungen und thematisieren dabei Rassismus als gesellschaftliche Normalität und den Unterschied zu Chancengleichheit und Gleichstellung. Sie zeigen durch geschichtlichen Rassismus geprägte Begriffe aus dem Pferdebereich auf und wie Sprache in diesem Kontext rassismuskritisch gebraucht werden kann. Außerdem geben sie wertvolle Impulse zur Entwicklung einer rassismuskritischen Grundhaltung innerhalb aber auch außerhalb der eigenen pferdegestützten Arbeit. Caroline Köstenbaumer berichtet über die HIPS-Reittherapie bei jungen Menschen, bei deren Betreuung auch professionelle Hilfesysteme an ihre Grenzen stoßen und führt den kritisch diskutierten Begriff der „SystemsprengerInnen“ ein. Das individuelle reittherapeutische Setting bietet dabei für die betroffenen Kinder und Jugendliche die Möglichkeit verpasste Entwicklungsschritte nachzuholen. Die Autorin beschreibt, welche praktischen Rahmenbedingungen helfen können diesen Prozess zu unterstützen. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und bei der Umsetzung neuer Erkenntnisse in Ihrer eigenen Arbeit. Ihre Magdalena Bauer und Lisa Tometten