eJournals mensch & pferd international14/3

mensch & pferd international
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1867-6456
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/mup2022.art15d
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Fachbeitrag: Eine Gruppe wächst zusammen

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Manfred Fede
Das Gruppentraining sozialer Kompetenzen für Kinder und Jugend­liche (GSK-KJ) bildet das Basiskonzept für die gezielte Entwicklung und Förderung von Beziehungsfähigkeit und mutueller Empathie im Rahmen der Heilpädagogischen und Therapeutischen Förderung mit dem Pferd (HTFP) im Gruppensetting. Das Konzept wird zu diesem Zweck durch Elemente integrativ ausgerichteter psychotherapeutischer Arbeit ergänzt und erweitert und in der Praxisanwendung erprobt.
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88 | mup 3|2022|88-97|© Ernst Reinhardt Verlag, DOI 10.2378 / mup2022.art15d Manfred Fede Das Gruppentraining sozialer Kompetenzen für Kinder und Jugendliche (GSK-KJ) bildet das Basiskonzept für die gezielte Entwicklung und Förderung von Beziehungsfähigkeit und mutueller Empathie im Rahmen der Heilpädagogischen und Therapeutischen Förderung mit dem Pferd (HTFP) im Gruppensetting. Das Konzept wird zu diesem Zweck durch Elemente integrativ ausgerichteter psychotherapeutischer Arbeit ergänzt und erweitert und in der Praxisanwendung erprobt. Schlüsselbegriffe: Pferdegestützte Therapie, soziale Kompetenzen, Gruppensetting, mutuelle Empathie, Bottom-up-Arbeit Gruppentraining sozialer Kompetenzen kombiniert mit der Heilpädagogischen und Therapeutischen Förderung mit dem Pferd Eine Gruppe wächst zusammen Fede - Eine Gruppe wächst zusammen mup 3|2022 | 89 Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen theoriegeleiteten Praxisbericht im Rahmen der Ausbildung des Autors zum Therapeuten im Bereich Heilpädagogische und Therapeutische Förderung mit dem Pferd (HTFP). Er beschreibt die Begleitung einer Gruppe von vier und später fünf Kindern und Jugendlichen zwischen acht und vierzehn Jahren. Der Autor nahm überwiegend die Rolle eines Co-Therapeuten in der Zusammenarbeit mit einer klinischen Psychologin und HTFP-Therapeutin ein. Das Primärziel der pferdegestützten Intervention lag in der Förderung sozialer Kompetenzen bei den Kindern und Jugendlichen. Durch das Gruppensetting sollten positive bzw. korrigierende Beziehungserfahrungen und Prozesse der Kooperation und des Lernens ermöglicht werden (u. a. Mattke et al. 2009; Orth / Petzold 1995; Petzold 2020; Rahm 1997; Sipos / Schweiger 2019; van Haren 2015; Yalom 2007). Die Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen (Fremdunterbringung in WG) legte nahe, dass problematische Beziehungserfahrungen eine Rolle innerhalb des Interaktionsgeschehens spielen würden (u. a. Günder 2007; Schmid et al. 2008). Gründe für die Inanspruchnahme von HTFP waren Störungsbilder, die in diesem Bereich häufig vorkommen, beispielsweise Entwicklungsrückstand aufgrund von Vernachlässigung (u. a. Dölitzsch et al. 2014; Steinlin et al. 2015). Es soll der Versuch unternommen werden, die praktische Arbeit exemplarisch vor dem Hintergrund psychologisch-psychotherapeutischer Erkenntnisse darzustellen, zu reflektieren und Anregungen für pferdegestützte Interventionen in Bezug auf die spezielle Zielgruppe und das Gruppensetting zu geben. Dazu wird zunächst das Gruppentraining sozialer Kompetenzen (GSK-KJ) als zugrundeliegendes Konzept vorgestellt und um Elemente der HTFP ergänzt. Anschließend werden die theoretisch erläuterten Konzepte mit der praktischen Arbeitsweise der HTFP verknüpft und beispielhaft anhand einer Gruppeneinheit dargestellt. Gruppentraining sozialer Kompetenzen und seine Erweiterung durch integrative HTFP-Arbeit mit Gruppen Die therapeutische Arbeit mit der hier vorgestellten Gruppe erfolgte in Anlehnung an die Konzeption von Gruppentrainings sozialer Kompetenzen für Kinder und Jugendliche (GSK-KJ) nach Jürgens und Lübben (2021), einer Modifikation des Gruppentrainings sozialer Kompetenzen (GSK) nach Hinsch und Pfingsten (2015) für den Erwachsenenbereich. Grundsätzlich handelt es sich um ein kognitivbehaviorales Training, das für einen breiten Anwendungsbereich entwickelt worden ist und sowohl präventiv als auch kurativ-therapeutisch eingesetzt werden kann. Charakteristisch für die Arbeit im Rahmen dieses Konzeptes ist eine multimodale Vorgehensweise, d. h., es sind Übungen auf kognitiver (Wahrnehmung von Situationen und eigenem Verhalten), emotionaler (positive Beeinflussung von Gefühlen durch Selbstverbalisationen) und motorischer (Einüben des Verhaltens) Ebene im Trainingskonzept verankert. Anhand von unterschiedlichen Situationstypen wird eine Veränderung des Verhaltens top-down (von der kognitiven zur motorischen Ebene) angestrebt. Als Grundsätze für die Anwendung des Trainings gelten die Ressourcenorientierung, das Ansetzen beim persönlichen Erleben und das Beachten zielgruppenspezifischer Anforderungen (z. B. unterschiedliche Bedürfnislagen) (Jürgens / Lübben, 101 ff). Die Erweiterung des Konzepts erfolgte durch den Einbezug (1) des Pferdes und der Elemente (2) Beziehungserleben und (3) mutuelle (= wechselseitige) Empathie, die im Folgenden vorgestellt werden. Die therapeutische Arbeit mit dem Pferd Das Pferd als Therapiebegleittier hat aufgrund unterschiedlicher Eigenschaften im psychotherapeutischen Kontext einen hohen Stellenwert (Ladner / Brandenberger 2020, 24 ff): Als „sozialer Katalysator“ (Kunz / Schneider-Schunker 2021, 77) kann es den Prozess des Beziehungsaufbaus zwischen KlientIn und TherapeutIn 90 | mup 3|2022 Fede - Eine Gruppe wächst zusammen beschleunigen, wobei empirische Belege dafür vorwiegend aus der Arbeit mit Hunden existieren (Barzen 2019, 9 ff). Im Gruppensetting kann das „Triadische Beziehungsgeschehen“ zwischen KlientIn, TherapeutIn und Pferd (Kunz / Schneider- Schunker 2021, 71) im Sinne eines polyadischen Beziehungsgeschehens erweitert werden, wobei die Grundstruktur aus Interaktion und Beziehung erhalten bleibt (Petzold 2007, 381). Darüber hinaus kann das Miteinbeziehen des Pferdes in die Gruppenarbeit aus mehreren Gründen sinnvoll sein: Der / die ReiterIn kann durch das Getragen-Werden Verantwortung abgeben und Gefühle von Geborgenheit und Vertrauen erfahren (Erikson, 1989; Groth 2016; Hediger / Zink 2020, 51). Die dreidimensionalen Bewegungsimpulse und deren Aufforderungscharakter können geistig-seelische Vorgänge in Gang setzen (Ladner / Brandenberger 2020, 26 f), indirekt Achtsamkeit und Rücksichtnahme fördern (Kunz / Schneider-Schunker 2021, 75) und Synchronisation anregen (Sieper / Petzold 2011, 20 f). Unter Synchronisation versteht man das gemeinsame Abstimmen der Bewegungen aufeinander, ein „Schwingen“ im gleichen Rhythmus, das wichtig für den Aufbau von Beziehungen ist (Petzold 2007, 367 ff). In der Gruppe wird dieser „Bewegungsdialog“ zwischen Mensch und Pferd (Hediger / Zink 2020, 53) zum Bewegungspolylog erweitert. Er bildet die Basis für Formen von Mentalisierung, d. h., die Fähigkeit des Menschen, das Verhalten anderer durch Zuschreibung von Gefühlen, Gedanken u. dgl. zu interpretieren (Hediger / Zink 2020, 53). Dazu ist in der Regel die Begleitung durch die TherapeutInnen erforderlich, beispielsweise durch Verbalisation vermuteter Inhalte des Erlebens (Jürgens / Lübben 2021, 104), durch Sensibilisierung auf pferdespezifische Ausdrucks- und Verhaltensweisen (Kunz / Schneider-Schunker 2021, 79) oder durch öffnende Fragestellungen, die die Bewegungen gezielt begleiten (Mori 2015, 172). Die Förderung von Mentalisierung ist ein wesentliches Ziel sowohl der therapeutischen Arbeit mit dem Pferd als auch des GSK-KJ. Als PferdeführerIn kann der/ die KlientIn Selbstwirksamkeit erleben, aber auch Themen wie Macht/ Ohnmacht und Kontrolle / Kontrollverlust können eine Bedeutung erlangen (Hediger/ Zink 2020, 52). Zudem kann Führung nur durch ein Mindestmaß an Kooperation gelingen. Darüber hinaus wird ein entwicklungsförderliches Erleben von Natur, Freiheit und Lebendigkeit durch das Setting unterstützt (siehe auch Biophilie-Hypothese; Heintz 2021, 149ff; Kunz / Schneider-Schunker 2021, 73). Petzold ergänzt kritisch den Begriff der „Ökophilie“ und meint damit - unabhängig von evolutionär-genetischen Vorannahmen - die Affinität zum Lebendigen und zur Natur im Sinne einer erwerbbaren Haltung und Werteorientierung (Barzen 2019, 3; Petzold 2018). Tiergestützte Interventionen können zur Entwicklung dieser Haltung im Sinne „komplexen Lernens“ (Sieper/ Petzold, 2011) einen maßgeblichen Beitrag leisten. Beziehungserleben als zentrales Element Pferde können in der Gruppenarbeit korrigierende Beziehungserfahrungen vorbereiten und erleichtern. Ihr Miteinbeziehen liefert erste Ansatzpunkte für bottom-up orientierte therapeutische Arbeit (= von der motorischen zur kognitiven Ebene), die ebenfalls vorbereitend wie ergänzend für das GSK-KJ sein kann. Derartige Erfahrungen können internalisiert bzw. interiorisiert werden (Petzold 2012, 10; Petzold 2020, 27; Römer 2011, 9 ff) und bilden die (heilsame) Basis für weitere Beziehungserfahrungen. Interiorisierung meint die (aktive) Anwendung von Gelerntem sich selbst und anderen gegenüber und übersteigt damit noch die Internalisierung, die als (eher passive) Aufnahme einer äußeren Information verstanden werden kann. Pferde können in der Gruppenarbeit korrigierende Beziehungserfahrungen vorbereiten und erleichtern. Fede - Eine Gruppe wächst zusammen mup 3|2022 | 91 In der therapeutischen Arbeit mit Kindern / Jugendlichen im Gruppensetting geht es vor allem darum, Entwicklungs- und Reifungsschritte zu ermöglichen und dafür eine „fördernde Umwelt“ (Winnicott 1965 / 2020) bereitzustellen, die von „benigner“ (d. h. gutartiger) Gruppendynamik getragen wird (Petzold 1996; Petzold 2020, 14). Um dabei die Beziehungsarbeit und das Empathielernen in den Fokus zu stellen, werden Elemente der Integrativen Therapie ergänzend zum GSK-KJ genutzt (für Details siehe „ Vier Wege der Heilung und Förderung“ ; Petzold 1988, zitiert nach Römer 2011, 18 ff; Weilenmann 2016, 30 ff), wobei die wesentlichen Aspekte des zweiten und dritten Weges aufgrund ihrer besonderen kontextuellen Bedeutung herausgegriffen werden: ■ Reparenting (= empathische Nachbeelterung, in Anlehnung an das intuitive parenting nach Papoušek 2000): Die TherapeutInnen stellen gute elterliche Qualitäten zur Verfügung und begleiten (nonverbal) in Form eines „Mimik- und Blickdia- / -polylogs“ (Petzold 2007, 407; Römer 2011, 20) den Bewegungspolylog der Gruppe. Er ist gekennzeichnet durch aktive Hinwendung, gezielte Aufmerksamkeit und Augenkontakt (der Akzeptanz und Anerkennung ausdrückt) sowie unterstützenden mimischen Ausdruck (z. B. aufmunterndes Lächeln). ■ Sensitive caregiving (= sensible Sorgfalt, Petzold 2020, 28): Die sensible Sorgfalt ergänzt den Mimik- und Blickpolylog z. B. durch unterstützende Verbalisationen von Gefühlen, durch Förderung der Kommunikationsvielfalt innerhalb der Gruppe oder das Bereitstellen von stimulierenden Angeboten, die den Erlebens- und Ausdrucksspielraum der Kinder und Jugendlichen bestmöglich erweitern (Petzold et al. 2016, 589f). Diese aktivierende Bezugnahme bereitet das Erleben von Selbstwirksamkeit vor und kann - bei entsprechender therapeutischer Begleitung - vorhandene Ressourcenpotenziale freilegen, das persönliche Selbstwertgefühl steigern (Kunz / Schneider-Schunker 2021, 77) und dabei unterstützen, persönliche Souveränität zu erlangen (Petzold 2007, 226). Das Gruppensetting eignet sich auch für das Bilden oder Verbessern bestehender psychosozialer Netzwerke. Es bietet die Möglichkeit, Empathie in der Gruppe zu etablieren und Solidaritätserfahrungen zu begünstigen (Petzold 2020, 14). Förderung mutueller Empathie In direktem Zusammenhang mit der Förderung von sozialen Kompetenzen und Beziehungserleben steht die Entwicklung von Empathie. Sie kann als „einfühlendes Verstehen“ (Petzold 2020, 25) definiert werden und impliziert das „Engagement“ für andere (Römer 2011, 5 f). Empathie drückt sich auf drei Ebenen aus (vgl. Modell komplexer wechselseitiger Empathie, Leitner / Höfner 2020, 162; Petzold 2007, 405 ff; Petzold 2020, 22 ff): Der kognitiven (Verständnis / Perspektivwechsel einschließlich Identifikation), emotionalen (Mitgefühl) und somatosensumotorischen Ebene (Mitschwingen und Imitation). In Rückbezug auf grundlegende empirische Forschungsergebnisse der Psychotherapieforschung zu Wirkfaktoren (Grawe et al. 2001), kann die Entwicklung mutueller Empathie und rekursiv verlaufender Beziehungsfähigkeit als eines der bedeutsamsten Ziele therapeutischer Arbeit identifiziert werden (Leitner / Höfner 2020, 76; Petzold 2012, 12). Diese Fähigkeit bildet die Basis von Beziehungsfähigkeit und spielt bereits von Anbeginn an eine bedeutende Rolle in der affektiven und motorischen Interaktion von Kindern mit ihrer (sozialen) Umwelt (Häusser 2012). Auf neurobiologischer Ebene dürften dabei den cerebralen Spiegelneuronensystemen und dem Hormon Oxytocin wichtige Funktionen zukommen. Letzteres könnte die Entstehung einer grundlegenden Of- Das Gruppensetting eignet sich auch für das Bilden oder Verbessern bestehender psychosozialer Netzwerke. 92 | mup 3|2022 Fede - Eine Gruppe wächst zusammen fenheit gegenüber Beziehungen begünstigen, die wiederum zur Vorbereitung korrigierender Beziehungserfahrungen genutzt werden kann. Dieser Prozess kann durch den Einbezug des Pferdes in die Gruppenarbeit erleichtert werden (Ladner / Brandenberger 2020, 28 ff). Eindeutige empirische Forschungsergebnisse, beispielsweise über die spezifische Wirkweise von Oxytocin, stehen aber noch aus (Barzen 2020, 60 f). Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis: GSK-KJ kombiniert mit HTFP Die oben genannten Elemente beinhalten die Globalziele der praktischen Durchführung: Entwicklung und Förderung sozialer Kompetenzen und Mentalisierungsfähigkeit auf Basis mutueller Empathie. Diese lassen sich in folgende Feinziele ausdifferenzieren: Vereinbaren und Einhalten von Regeln mit anderen, Verfolgen eigener und gemeinsamer Ziele, Wahrnehmung eigener und fremder Gefühle, verbesserte Wahrnehmung sozialer Situationen und verbessertes Problemlösen in sozialen Situationen (Jürgens / Lübben 2021, 89). Es folgt eine Beschreibung wesentlicher Aspekte der Arbeitsweise, die mit Umsetzungsbeispielen unterlegt ist. Diese Darstellung bezieht sich auf die Arbeit mit der Gruppe über den gesamten Zeitraum hinweg. Die genannten Punkte greifen Aspekte aus dem GSK-KJ auf und kombinieren diese mit Aspekten einer integrativ ausgerichteten HTFP-Arbeitsweise. Beziehungsarbeit und Konfliktaustragung im Gruppensetting Zu diesem Punkt gehört die Bereitschaft der TherapeutInnen, Konflikte zuzulassen (z. B. wenn es darum geht, wer das Pferd von der Koppel holen darf) und diese durch die Gruppe austragen zu lassen, ohne umgehend ermahnend einzugreifen (Jürgens / Lübben 2021, 104). Diese Vorgehensweise setzt eine entsprechende Haltung der Offenheit und Ruhe, des Diabzw. Polylogs (Petzold 2007, 400 f) und des Vertrauens in die beteiligten Personen und den Prozessverlauf bei den TherapeutInnen voraus und stellt hohe Anforderungen an deren soziale Kompetenzen (Jürgens / Lübben 2021, 101). Die therapeutische Arbeit wurde dementsprechend eher rahmend angelegt und war darauf ausgerichtet, dass Meinungsverschiedenheiten von den Kindern und Jugendlichen selbst durchlebt werden durften. Besonderes Augenmerk wurde auf das Aushalten von Frustrationen und das gemeinsame Erarbeiten von Konsenslösungen (Petzold 2012, 6) durch die Gruppe gelegt. Förderung von Empathie Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass Top-down-Arbeit sinnvoll durch Bottom-up-Arbeit mit und ohne Pferd vorbereitet und ergänzt werden kann. Diesem Punkt wurde hier besonders durch ein gemeinsames Einschwingen (Synchronisation) der Gruppe aufeinander zu Beginn der HTFP-Einheit durch Übungen ohne Pferd entsprochen (für Details siehe „ Der Gemeinsame Schritt“, Klein-Nikolaidis / Schmidt 2009, 57 f). Das gemeinsame Nachahmen der drei Grundgangarten des Pferdes diente auf kognitiver Ebene dem Verständnis der Bewegungen des Pferdes (zur allgemeinen Bedeutung von Aufwärmübungen im Bereich HTFP vgl. auch Zender et. al 2020, 138 ff). Multisensorisches Wahrnehmen und Mentalisierung Sich empathisch auf sich selbst oder ein anderes Lebewesen einlassen zu können (egal, ob Mensch oder Pferd), erfordert zunächst die Fähigkeit, Innehalten zu können, achtsam zu lauschen, zu sehen, zu riechen, zu spüren - zusammengefasst: multisensorisch und leiblich im Hier und Heute erfahren und (bewusst) wahrnehmen zu können (Sieper / Petzold 2011, 8; Petzold 2020, 23; Tometten 2019, 7). Diese Form des Wahrnehmens wirkt dabei vorbereitend für diverse Mentalisierungsprozesse. Beispielsweise kann im Rahmen der Vorbereitung des Pferdes dieses Wahrnehmen gezielt reflexiv aufgegriffen und gefördert werden durch begleitende Fragen wie: „Wie könnte es dem Pferd denn gerade gehen, wenn du ihm durch die Mähne streichst? Fede - Eine Gruppe wächst zusammen mup 3|2022 | 93 Woran kannst du das erkennen? Wie fühlt sich das für dich an, wenn du dem Pferd durch die Mähne streichst? “ (vgl. Tometten 2022, 30). Ressourcenaktivierung durch Erfolgserlebnisse und Kooperation Das Verfolgen eigener und gemeinsamer Ziele sowie die erfolgreiche Zielerreichung wurden bereits als bedeutende Feinziele benannt. Wichtig dabei ist das Anknüpfen an bereits vorhandene Kompetenzen sowie die Möglichkeit der erfolgreichen Zielerreichung (Jürgens / Lübben 2021, 101ff). Sie kann dazu genutzt werden, um das Selbstwirksamkeitserleben und Selbstverbalisationen positiv zu verändern. Das bedarf der gezielten Begleitung während der Übungsphasen durch die TherapeutInnen. Gruppenressourcen lassen sich besonders gut bergen durch den Einsatz kooperativer Spiele (z. B. das Eisschollen-Spiel; Kirchliche Jugendarbeit und Diözesanverband Würzburg 2015), bei dem es um das Erreichen eines gemeinsamen Gruppenziels geht (Überwinden eines zuvor gebauten Parcours). Modellierung sozial kompetenten Verhaltens Das Verhalten von Personen in Vorbildfunktion ist für das Erlernen sozialer Kompetenz durch Kinder/ Jugendliche überaus bedeutsam (Jürgens / Lübben 2021, 100). Im Gruppensetting obliegt es den TherapeutInnen für eine Atmosphäre zu sorgen, die heilsame Begegnungen unter den Kindern und Jugendlichen ermöglicht (dazu gehört besonders der Schutz vor Exposition). Im Rahmen der HTFP-Arbeit ist ebenso wichtig, wie sich die TherapeutInnen gegenüber den Pferden verhalten, z. B. wenn ein Pferd lahmt und der empathischen Zuwendung und Versorgung bedarf (Kunz / SchneiderSchunker 2021, 71). Praxisanwendung Das Setting Das GSK-KJ empfiehlt, die Trainings möglichst auf „neutralem Boden“ durchzuführen (Jürgens / Lübben 2021, 104), um Rollenprojektionen vonseiten der Kinder / Jugendlichen auf die TherapeutInnen zu vermeiden (z. B. könnte eine Therapeutin als Lehrerin wahrgenommen werden). Ein Reitstall eignet sich als „neutraler Boden“ im Sinne obiger Überlegungen. Nicht nur dem Pferd kann ein hoher „Motivations- und Aufforderungscharakter“ (Kunz / Schneider- Schunker 2021, 73) zugeschrieben werden, da es das Erleben und Spüren begünstigt, sondern auch die natürliche Umgebung Reitstall lädt dazu ein, sich auszuprobieren und neue Dinge zu erleben (z. B. spielerisches Erkunden des Heulagers). Zudem leben auf einem Reitbetrieb zumeist auch eine Reihe von anderen Tieren, die z. B. durch die tägliche Versorgung in die Arbeit miteinbezogen werden können (Kunz / Schneider-Schunker 2021, 75 f; Römer 2011, 23). Die HTFP-Einheiten wurden allesamt am Hof „ mit Pferden stärken “ in Kaltenleutgeben (Niederösterreich) abgehalten. Eva SchneiderSchunker ist Klinische und Gesundheitspsychologin, Supervisorin, Adipositastrainerin und langjährige HTFP-Therapeutin. Sie kann auf insgesamt vier ausgebildete Therapiepferde im Alter von 20 bis 23 Jahren zurückgreifen. Die Gruppe Die Begleitung der Gruppe von vier / fünf Kindern und Jugendlichen erfolgte kontinuierlich alle zwei Wochen über rund ein halbes Jahr hinweg (November 2020 bis Juni 2021). Vier Kinder / Jugendliche waren über den gesamten Zeitraum hinweg dabei, ein fünftes Kind ist erst im April zur Gruppe gestoßen. Die wesentlichen Gründe für den Beginn von HTFP waren: Entwicklungsrückstand aufgrund von Vernachlässigung, Aufmerksamkeitsdefizite, dissoziales Verhalten und unzureichende Sozialkompetenzen. Beim fünften Kind stand Neugierde im Vordergrund, weil andere Kinder / Jugendliche aus der WG HTFP in Anspruch genommen haben. Die Gruppe hat sich durch das Hinzukommen weiterer Kinder / Jugendlicher aus der WG kontinuierlich entwickelt, zwei Kinder begannen HTFP ursprünglich im Einzelsetting. Analog zu den bisher genannten Global- und Feinzielen können als zentrale individuelle Entwicklungs- und 94 | mup 3|2022 Fede - Eine Gruppe wächst zusammen Förderthemen genannt werden: Regeln einhalten, Bedürfnisse und Emotionen wahrnehmen und benennen, eigene und gemeinsame Ziele verfolgen, Umgang mit Konflikten, Bewegung machen / aktiv sein und Steigerung des Selbstwirksamkeitserlebens und Selbstwertgefühls. Exemplarische Beschreibung einer HTFP-Einheit Der Titel der Einheit lautet „Einschwingen, Rollenwechsel und Wahrnehmung“. Es handelt sich hierbei um eine exemplarische Einheit. Sie kann daher nur Teilausschnitte der bisherigen theoretischen und arbeitsbezogenen Überlegungen aufgreifen und abbilden. Die Übung wird mit zwei Pferden durchgeführt. Abbildung 1 zeigt die Skizze zur Planung des Hauptteils der Einheit. Zielsetzungen der Einheit: Förderung von Empathie bottom-up durch Synchronisation; Regeln einhalten und Verfolgen gemeinsamer Ziele (Kooperation); Führen (inkl. Rollenwechsel und Wahrnehmung); Psychomotorik, Freude an Spiel und Bewegung (Bernhart-Preisl 2019, 115 ff); Feedback. Tabelle 1 zeigt in tabellarischer Darstellung den Ablaufplan der Einheit mit zusätzlichen Durchführungshinweisen. Reflexion der Einheit: Die Umsetzung der Übungen verlief plangemäß und sie wurden von den Kindern / Jugendlichen gut angenommen. Der gemeinsame Schritt zu Beginn der Einheit musste mehrfach geübt werden, um phasenweise zu gelingen. Bei dieser Übung zeigten sich rasch Unstimmigkeiten innerhalb der Gruppe. Die therapeutische Chance liegt darin, diese Unstimmigkeiten reflexiv ins Bewusstsein zu heben (Zwischenfeedback), Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen und Zeit für nochmaliges Ausprobieren zu geben. Beim Hauptteil der Einheit kamen vor allem die Jugendlichen auf ihre Kosten, da sie gerne Übungen mit dem Ball ausführen und Fußball mögen, es aber im Rahmen von HTFP kaum Übungen gibt, die diese Kombination vorsehen. Das GSK-KJ berücksichtigt unterschiedliche Bedürfnislagen von Altersgruppen, und bei der Arbeit mit altersbezogen heterogenen Gruppen sollen diese bewusst einbezogen werden (Jürgens / Lübben 2021, 104 ff). Besonders wichtig erscheint der mehrmalige Rollenwechsel zwischen „FußballerIn“ und „PferdeführerIn“, da hier sehr unterschiedliche Aktivitätsmodi von den Kindern und Jugendlichen gefordert werden. Das Führen des Pferdes kann gerade nach einer Phase gesteigerter motorischer Tätigkeit zu Ungeduld führen. Hier gilt es besonders den Tempowechsel und die bewusste Wahrnehmungsänderung in den Übergängen therapeutisch zu begleiten. In Phasen des Vorbereitens und Versorgens der Pferde kann besonders gut an multisensorischer Wahrnehmung und Mentalisierung gearbeitet werden. Abb. 1: Skizze zur Einheit „Einschwingen, Rollenwechsel und Wahrnehmung“ Start Slalom Pferd führen Start Slalom mit Ball „Schleuse/ Übergang“ (schnell-langsam bzw. „balancieren“) Start Start Übergabe Pferd Übergabe Pferd Fede - Eine Gruppe wächst zusammen mup 3|2022 | 95 Resümee und Ausblick Das GSK-KJ stellt eine Möglichkeit des Trainings sozialer Kompetenzen für Kinder und Jugendliche dar, die unter schwierigen Lebensbedingungen aufwachsen. Es hat Manual- und Angebotscharakter (Jürgens / Lübben 2021, 48) und verfährt kognitivbehavioral. Die Vorgehensweise lässt sich vereinfacht als Top-down-Bewegung fassen, also von der kognitiven hin zur Verhaltensebene. Die HTFP-spezifische Arbeit in integrativer Ausrichtung macht eine konzeptuelle Erweiterung notwendig. Die im Theorieteil getroffenen Erweiterungen öffnen die konzeptuelle Rahmung für ein neues Verständnis „komplexen Lernens“ (Sieper / Petzold 2011), das sich zukünftig z. B. im biopsychosozialökologischen Wirkmodell bündeln lassen könnte (Barzen 2019, 15; Petzold 2007, 367; Petzold 2020, 31 ff), welches ganzheitlich Arbeitsphase Zeit in Minuten Wer? Durchführungshinweise Ankommen / Aufwärmen ohne Pferd 10 K / J* Ankommen und Einschwingen der Gruppe anhand der Übung „Der gemeinsame Schritt“ ohne Pferd. Materialien: Parelli-Führstrick. Feedback / Reflexion 5 K / J, T** Feedback mittels Blitzlicht, nochmaliges Durchführen der Übung, zweites Feedback. Fokus: Phasen gelingender Synchronisation & persönliches Erleben. Pferde putzen und vorbereiten 10 K / J, T Reflexionsanlässe nutzen. Modus für Auswahl der Pferde überlegen. Pferde zum Platz führen 5 K / J Festgelegte Führreihenfolge der Pferde beachten (Konfliktpotenzial). Evtl. Regeln im Vorfeld erarbeiten. Aufwärmen / Pferde im Schritt führen und Aufbau der Übung 10 K / J Konsensuale Vorgehensweise beachten. Vorher abstimmen (T-Tandem) was bei Regelbruch / abweichendem Verhalten unternommen werden kann. Übungsaufbau gemäß Skizze (Abb. 1) durch 2 K / J, parallel Aufwärmen der Pferde (Führen) durch die anderen beiden K / J (inkl. Wechsel). Dann 2 Runden 1 K / J führt, 1 K / J am Pferd (inkl. Wechsel). Erleben, Kooperation und Synchronisation aus dem Warming-up mitnehmen, aktiv Bewegungs- und Mimik- und Blickpolylog fördern. Rollenwechsel sprachlich begleiten. Hauptteil / Durchführung der Übung mit 4 Kindern 30 K / J, T 2 Teams arbeiten kooperativ (beliebig viele Durchgänge). Ziel der Übung: Zeitgleiches Durchlaufen des Slaloms mit dem Fußball oder dem an der Hand geführten Pferd. Vor der Übergabe des Pferdes „Schleuse“ (Stange oder Band am Boden liegend) beachten. Tempowechsel und Wahrnehmung aktiv begleiten, ggfs. unterstützen. Feedback / Reflexion 10 K / J, T Abschließendes individuelles Feedback. Fokus: Persönliches Erleben, Gelingendes & Entwicklungsmöglichkeiten. Pferde zum Stall führen 5 K / J Hier in der umgekehrten Reihenfolge. Pferde versorgen und belohnen / Abschluss 5 K / J Nutzen von Reflexionsanlässen. Abschluss & Verabschiedung (evtl. kleine Belohnung an die K / J bei konstruktivem Arbeiten). 90 * = Kinder und Jugendliche ** = TherapeutInnen Tab. 1: Ablaufplan zur Einheit „Einschwingen, Rollenwechsel und Wahrnehmung“ 96 | mup 3|2022 Fede - Eine Gruppe wächst zusammen und ressourcenorientiert ausgerichtet ist. Gerade für die tiergestützte Arbeit bietet sich dieses Modell an, da es die Lebenswelt (Reitstall, Natur - hier als spezifischer Erlebniswert ; Frankl 2010, 127) und andere Lebewesen (Pferde, aber auch andere Tiere, die in einem Reitstall leben) aktiv in die therapeutische Arbeit miteinbezieht. Die konzeptuelle Erweiterung des GSK-KJ schaffte die (Verständnis-)Grundlage für ein noch prozessorientierteres und ergebnisoffeneres praktisches Arbeiten im HTFP-Gruppensetting, wobei versucht wurde, Gemeinsamkeiten sichtbar zu machen und im Rahmen der konkreten Arbeits- und Herangehensweise sinnvoll miteinander zu kombinieren. Leibliches Spüren und bottom-up orientierte Arbeit bilden abschließend eine wichtige Basis für komplexes Lernen und das Einbeziehen des Pferdes kann dabei eine wirkungsvolle Unterstützung sein. Literatur ■ Barzen, A. 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