mensch & pferd international
2
1867-6456
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
2_014_2022_3/2_014_2022_3.pdf71
2022
143
Medien & Materialien
71
2022
Im Mai 2022 ist im Ernst Reinhardt Verlag eine neue Toolbox „100 Impulskarten für die hundegestützte Psychotherapie“ erschienen. Die Autorin Mareike Domin gibt hier verschiedenste Impulse für den Einsatz des Hundes in Therapiesitzungen.
2_014_2022_3_0009
130 | mup 3|2022 Medien & Materialien Medien & Materialien Mareike Domin - 100 Impulskarten für die hundegestützte Psychotherapie Im Mai 2022 ist im Ernst Reinhardt Verlag eine neue Toolbox „100 Impulskarten für die hundegestützte Psychotherapie“ erschienen. Die Autorin Mareike Domin gibt hier verschiedenste Impulse für den Einsatz des Hundes in Therapiesitzungen. Mit enthalten in dem Kartenset ist ein Onlinezugang zu einem Leitfaden, der sowohl eine Einführung in die tiergestützte Therapie allgemein als auch in die Nutzung der Karten gibt. Wichtige Hinweise zu Voraussetzungen, Verwendung und Einsatzzeitpunkt werden beschrieben. Ebenso enthalten ist ein tabellarischer Überblick über alle verfügbaren Karten. Die Karten selbst sind übersichtlich gegliedert und gut verständlich aufgebaut. Jede Karte verfügt über verschiedene Piktogramme, die über die Schwerpunkte der Karte informieren: Mit und ohne direktem Hundeeinsatz, Eignung für Einzelbzw. Gruppentherapie, Karten für Kinder und Jugendliche, Hinweise zum Einsatzzeitpunkt (Anfang, Mitte oder Ende der Therapieeinheit). Ebenso ist anhand eines Symbols auf der Karte erkennbar, ob der Hund über spezielle Fähigkeiten, wie zum Beispiel Apportieren, verfügen muss. Jede Karte bearbeitet einen Schwerpunkt, so gibt es zum Beispiel Karten zum Thema Vertrauen, Angst, Emotionen beschreiben, etc. Jene Karten, die keinen direkten Hundekontakt erfordern, enthalten eine Kernfrage anhand derer ein Thema angesprochen werden kann, ein Anwendungsbeispiel für den / die TherapeutIn oder mögliche Kombinationstipps mit anderen Karten. Zum Teil sind Weiterentwicklungsmöglichkeiten vorgeschlagen. Auf jeder Karte wird das Ziel benannt, auf welches mit Hilfe der Karte hingearbeitet werden kann sowie auch darauf hingewiesen, für welche KlientInnen / Störungsbilder die jeweiligen Karten gut geeignet sind. Die Karten mit direktem Hundeeinsatz sind im Prinzip gleich aufgebaut, anstatt der Leitfrage wird allerdings eine Übung beschrieben, die gemeinsam mit dem Hund absolviert wird. Hier wird außerdem auf diverse Voraussetzungen hingewiesen (wenn beispielsweise Spielzeug, Leckerlis oder ähnliches benötigt werden). Für alle PsychotherapeutInnen, die einen Therapiehund im aktiven Einsatz haben, geben die Impulskarten gut umsetzbare Ideen. Sie sind anschaulich, gut gegliedert und sofort einsetzbar. Einziges kleines Manko aus Sicht der Testerin ist, dass der Schwerpunkt der Karten (welcher in der tabellarischen Übersicht als „Thema / Aufgabe“ angegeben ist, auf den Karten nicht ersichtlich ist - das wäre wünschenswert gewesen, um auch ohne Leitfaden schnell die Themen erkennen zu können, welche mit der jeweiligen Karte angesprochen werden. MB Ernst Reinhardt Verlag, € 39,90,- Medien & Materialien mup 3|2022 | 131 Anna-Lena Rexilius - Pferdegestützt und spielerisch Lesen und Schreiben fördern Neben der Toolbox „100 Impulskarten für die tiergestützte Psychotherapie mit Hund“ ist im Ernst Reinhardt Verlag ein weiterer neuer Titel im Fachgebiet der tiergestützten Pädagogik erschienen: „Pferdegestützt und spielerisch Lesen und Schreiben fördern“ von Anna-Lena Rexilius ist ein praxisorientiertes Buch mit vielen Ideen und Anregungen für Kindergruppen von 5-12 Jahren. Die ersten Kapitel geben einen kurzen Einblick in allgemeine Themen. So werden die Begrifflichkeiten Legasthenie, Lese-Rechtschreib-Störung und Lernschwäche definiert und voneinander abgegrenzt. Das Thema „Lernen“ wird hier aufgearbeitet: Die verschiedenen Aspekte der Wahrnehmung werden beschrieben sowie der Einfluss von Emotionen, Bewegung und diversen Metakompetenzen auf das Lernverhalten angeschnitten. Selbstverständlich werden in dieser theoretischen Einführung auch die Wirkfaktoren des Pferdes benannt und es wird auf die Besonderheiten des Pferdes (sowie das Setting rund ums Pferd) in der Förderung eingegangen. Die Theorie ist gut verständlich zusammengefasst und aufs Nötigste eingeschränkt, sodass man als LeserIn einen Einblick erhält und sich bei Interesse in weiterführenden Werken vertiefen kann. Weiterfolgend gibt die Autorin kurze Hinweise zur praktischen Anwendung der Spiele: Äußere Rahmenbedingungen, didaktisch methodische Prinzipien, der Methoden-Kern, Förderschwerpunkte und Kriterien zur Spielauswahl werden beschrieben. Nach diesen Einführungen geht es in den deutlich ausführlicheren praktischen Teil mit verschiedensten Spielvorschlägen zu diversen Schwerpunkten. So sind die nachfolgenden Kapitel benannt in „Basale Wahrnehmungsfähigkeit“, „Visuelle / Auditive Wahrnehmung “, „Grob- und Feinmotorik“ und Symptomtrainings zu den Schwerpunkten „Phonologische Bewusstheit“, „Silbenlesen“, „Lesen auf Wortebene“, „Lesen auf Satzebene“, „Lesen auf Textebene“ und „Schreiben“. Zu jedem dieser Themen gibt es zahlreiche Spielevorschläge, wobei jeweils die Materialien aufgelistet sind, die Aufgabenstellung beschrieben wird, Skizzen zum Ablauf gezeichnet sind und zum Teil Tipps zur Anwendung gegeben werden. Alle Spielideen sind gut verständlich und leicht umsetzbar. Zum Teil bedarf es einiges an Material, welches bereits im Vorfeld vorbereitet werden muss. Die Spiele sind bestimmt nicht nur für PädagogInnen mit Schwerpunkt „Lese- und Schreibförderung“ interessant, sondern auch in anderen Kontexten adaptierbar und gut einzusetzen. Vor allem die Ideen der allgemeineren Wahrnehmungskapitel sind für KlientInnen mit diversen Förderschwerpunkten anwendbar. Einen sehr großen Kritikpunkt erntet leider die Ausrüstung der Ponys auf den Bildern in diesem neuen Werk: Alle Ponys sind ausschließlich am Stallhalfter (! ) und mit ausgesprochen kurzen Führstricken ausgestattet. Aus versicherungsrechtlicher Sicht ist dies absolut nicht akzeptabel und nicht zur Nachahmung empfohlen. Im Falle eines Unfalls würden mit so einer Ausrüstung wohl massive rechtliche Probleme auftauchen. Inhaltlich und auch sprachlich jedoch ist das Buch gut gegliedert, einfach zu lesen und ausgesprochen praxisnah, umso bedauerlicher ist das Manko mit der Bebilderung. MB Ernst Reinhardt Verlag, € 33,-
