mensch & pferd international
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1867-6456
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/mup2022.art22d
2_014_2022_4/2_014_2022_4.pdf101
2022
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Fachbeitrag: Tierwohl im Reitsport
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Sarah Kühl
Die Diskussion um das Tierwohl im Reitsport hat in den letzten Jahren zugenommen. Da die breite Mehrheit zustimmt, dass die Nutzung von Tieren nur erlaubt ist, wenn das Wohl der Tiere garantiert werden kann, stellt sich die Frage, wie dies im Reitsport wahrgenommen wird. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die Sicherstellung des Tierwohls eher im mittleren Bereich eingeordnet wird, wobei Nicht-ReiterInnen dies am negativsten (µ=3,00) und TurnierreiterInnen am positivsten (µ=3,45) bewerten. Sowohl die nicht-reitende Gesellschaft als auch FreizeitreiterInnen vermuten zudem, dass der Freizeitsport pferdefreundlicher ist. Somit ist insbesondere der Leistungssport von einer Abnahme der gesellschaftlichen Akzeptanz bedroht. Eine klare Forderung nach einem Reitverbot zeigt sich bisher jedoch nicht.
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140 | mup 4|2022|140-149|© Ernst Reinhardt Verlag, DOI 10.2378 / mup2022.art22d Sarah Kühl Schlüsselbegriffe: Tierwohl, Reitsport, Freizeitsport, Leistungssport, Gesellschaft Die Diskussion um das Tierwohl im Reitsport hat in den letzten Jahren zugenommen. Da die breite Mehrheit zustimmt, dass die Nutzung von Tieren nur erlaubt ist, wenn das Wohl der Tiere garantiert werden kann, stellt sich die Frage, wie dies im Reitsport wahrgenommen wird. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die Sicherstellung des Tierwohls eher im mittleren Bereich eingeordnet wird, wobei Nicht-ReiterInnen dies am negativsten (µ=3,00) und TurnierreiterInnen am positivsten (µ=3,45) bewerten. Sowohl die nicht-reitende Gesellschaft als auch FreizeitreiterInnen vermuten zudem, dass der Freizeitsport pferdefreundlicher ist. Somit ist insbesondere der Leistungssport von einer Abnahme der gesellschaftlichen Akzeptanz bedroht. Eine klare Forderung nach einem Reitverbot zeigt sich bisher jedoch nicht. Eine empirische Analyse aus Sicht von PferdesportlerInnen und Gesellschaft Tierwohl im Reitsport Kühl - Tierwohl im Reitsport mup 4|2022 | 141 Einleitung Die Diskussion zur ethischen Vertretbarkeit der Nutzung von Tieren hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Dabei liegt der Fokus nicht nur allein auf der Haltung von landwirtschaftlichen Nutztieren zur Lebensmittelproduktion. Auch der Einsatz von Tieren in Versuchslaboren, im Zirkus oder ihre Haltung in Zoos wird vermehrt kritisiert und es lässt sich die Entwicklung erkennen, dass Tiere für diese Zwecke immer weniger genutzt werden (Hölker et al. 2019). In der Heimtierhaltung sind ebenfalls Missstände bekannt. Hierbei handelt es sich jedoch überwiegend um private Haushalte, sodass maximal eine öffentliche Diskussion basierend auf Einzelfällen stattfindet oder übergreifende Aufklärungskampagnen initiiert werden. Anders ist es im Reitsport. Zumindest der Spitzensport findet in der Öffentlichkeit statt und wird gerade bei großen sportlichen Events auch von Nicht- Reitenden in den Medien verfolgt. Dabei ist die Debatte um das Tierwohl im Reitsport nicht neu (z. B. Ikinger / Spiller 2016) und flammt insbesondere dann wieder auf, wenn Missstände durch die Medien aufgegriffen werden, wie bspw. der Vorfall bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio oder die Vorwürfe gegen den international erfolgreichen Springreiter Ludger Beerbaum. Insbesondere TierrechtlerInnen, aber auch die breite Öffentlichkeit, hinterfragen vor diesem Hintergrund vermehrt die ethische Vertretbarkeit der Nutzung von Pferden zur reinen Unterhaltung (z. B. Stern 2021; Furtado et al. 2021). Die Frage, wie eine solche ethische Vertretbarkeit aussehen kann, ist bis dato auch in der Philosophie nicht abschließend geklärt (Grimm / Wild 2016), es ist aber anzunehmen, dass die Bewertung des Tierwohls dabei eine wichtige Rolle spielt. Das Ziel des vorliegenden Beitrags ist daher, diese Wahrnehmung zu ermitteln und in den wissenschaftlichen Kontext einzuordnen. Theoretischer Hintergrund Für die Analyse der ethischen Vertretbarkeit bzw. Akzeptanz zur Nutzung von Tieren werden häufig Ansätze aus der Philosophie genutzt. Dabei bilden der ursprüngliche Anthropozentrismus (= der Mensch steht im Mittelpunkt und darf Tiere uneingeschränkt nutzen) sowie der Abolitionismus (= der Mensch darf Tiere zu keinem Zweck nutzen) Einstellungsextreme ab (Grimm / Wild 2016). Als Kompromiss hat sich zudem der neue kontrakttheoretische Ansatz entwickelt, welcher besagt, dass Menschen Tiere nutzen dürfen, wenn sie diese gut behandeln und ein „gutes Leben“ ermöglichen (Hölker et al. 2019). Es ist zu vermuten, dass insbesondere ReiterInnen diesem vermehrt zustimmen könnten, da bekannt ist, dass HaustierbesitzerInnen ein höheres Verantwortungsgefühl für Tiere im Allgemeinen aufweisen (Bjerke et al. 2015). Doch welche Haltungs- und Nutzungsformen die Kriterien eines „guten Lebens“ erfüllen, ist schwer zu definieren. Zur Pferdehaltung und zum Reitsport gibt es einige Studien, die das Tierwohl von Pferden und die entsprechenden Einflussfaktoren erhoben haben. So kommen bspw. Hemsworth et al. (2015) zu dem Schluss, dass sowohl das Haltungssystem als auch der Umgang mit den Tieren durch BesitzerInnen und HalterInnen einen starken Einfluss auf das Tierwohl von Freizeitpferden haben. Mangelnde Kompetenz, überwiegend verursacht durch Unwissenheit über die tatsächlichen Bedürfnisse eines Pferdes, ist häufig eine Hauptursache für Missstände bei der Fütterung, aber auch einer vernachlässigten Pflege von Hufen und Zähnen sowie einer gesundheitsschädigenden und wenig artgerechten Reitweise (Hemsworth et al. 2015; Visser/ van Wijk-Jansen 2010; Voigt et al. 2016). Eine Studie von Hässig und Kranz (2019) konnte zudem zeigen, dass es auf Turnierplätzen in der Schweiz vermehrt zu Tierschutzvergehen kommt, welche jedoch über- Die breite Öffentlichkeit hinterfragt vermehrt die ethische Vertretbarkeit der Nutzung von Pferden. 142 | mup 4|2022 Kühl - Tierwohl im Reitsport wiegend vor Ort verwarnt und nicht öffentlich dokumentiert werden. Insgesamt wird von den AutorInnen auf Verbesserungspotenzial im Bereich des Tierschutzes auf Turnierplätzen hingewiesen. Ergänzend dazu zeigten Furtado et al. (2021) auf, dass im Training und der Haltung von Pferden für den Turniersport insbesondere die psychologischen Aspekte des Wohlbefindens häufig übersehen werden, was die in der Studie befragten Stakeholder auf den Leistungsdruck zurückführen. Zusammenfassend zeigen die hier genannten Studien sowohl im Freizeitals auch Turniersport Missstände im Bereich des Tierwohls auf. Das Thema Tierwohl im Reitsport ist dabei nicht nur aus ethischen Gründen wichtig. Auch für das Image und damit die gesellschaftliche Akzeptanz der Nutzung von Pferden ist es von Bedeutung, das Wohl der Pferde im Reitsport zu thematisieren und zu garantieren (Furtado et al. 2021). Ein Verlust dieser Akzeptanz in der breiten Öffentlichkeit kann nicht nur Konsequenzen für den Turnier-, sondern auch den Freizeitsport und darüber hinaus den Einsatz von Pferden zu weiteren Zwecken wie pferdegestützte Interventionen haben. Aufgrund der vermehrt öffentlichen Wahrnehmung kann jedoch vermutet werden, dass aktuell insbesondere der Turniersport ein Imageproblem hat (Ikinger et al. 2016). Zur Beantwortung der eingangs genannten Forschungsfrage werden ableitend aus der genannten Literatur folgende Hypothesen überprüft und diskutiert: ■ H1: ReiterInnen und Nicht-ReiterInnen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer moralischen Einstellung zur Nutzung von Tieren. ■ H2: Der Turniersport wird, insbesondere von Nicht-ReiterInnen, mit einem geringeren Tierwohl-Niveau verbunden als das Freizeitreiten. Methodik Datenerhebung Im Jahr 2018 wurde eine Online-Befragung zum Thema „Tierwohl im Pferdesport“ unter Nicht-ReiterInnen und ReiterInnen durchgeführt. Dabei wurden Nicht- ReiterInnen über das Panelunternehmen respondi AG rekrutiert und ReiterInnen wurden über einen Link, welcher in sozialen Netzwerken und Foren verbreitet wurde, zur Teilnahme eingeladen. Die Beantwortung des Fragebogens hat im Schnitt 20 Minuten gedauert. Die Befragung bestand aus mehreren Teilen: Im ersten Teil wurden die soziodemografischen Angaben der Teilnehmenden erhoben. Im nächsten Schritt wurden erprobte Statements zur Messung der moralischen Einstellung zur Nutzung von Tieren (Hölker et al. 2019) genutzt (ursprünglicher Anthropozentrismus, Abolitionismus und neuer kontrakttheoretischer Ansatz). Im dritten Teil wurde die Einschätzung des Tierwohls im Reitsport erhoben. Zudem wurde in weiteren Blöcken die Einstellung zum Reitsport bzw. dessen Wahrnehmung anhand von Statements gemessen. Alle Statements wurden mithilfe einer 5-stufigen Likert-Skala von „Lehne voll und ganz ab“ (=1) bis „Stimme voll und ganz zu“ (=5) abgefragt. Datenbereinigung und Gruppierung Insgesamt haben 634 Nicht-ReiterInnen und 949 ReiterInnen teilgenommen, von denen 554 (87,4 %) bzw. 524 (55,2 %) den Fragebogen bis zum Ende ausgefüllt haben. Nachdem eine Qualitätsbereinigung basierend auf der Dauer der Befragung (schneller als 30 % des Medians der Bearbeitungszeit), einem inkonsistenten Antwortverhalten und fehlender Angaben durchgeführt wurde, verblieben 533 Nicht-ReiterInnen und 496 ReiterInnen im finalen Datensatz (n=1.029) für die Auswertung. Basierend auf den Fragen zur Ausübung des Reitsports wurden die Teilnehmenden für die Auswertung neu in die folgenden Gruppen eingeteilt: Nicht-ReiterInnen, FreizeitreiterInnen, FreizeitreiterInnen mit gelegentlicher Turnierteilnahme, TurnierreiterInnen (BerufsreiterInnen oder regelmäßige Turnierteilnahme). Dies erlaubt zum einen die spezifische Auswertung und den Vergleich von Freizeit- und TurnierreiterInnen. Zum anderen konnte durch Kühl - Tierwohl im Reitsport mup 4|2022 | 143 die Neugruppierung eine richtige Zuordnung garantiert werden. Datenanalyse Zunächst erfolgte eine deskriptive Auswertung der soziodemografischen Daten. Die Einstellung zur Nutzung von Tieren sowie die Bewertung des Tierwohls im Reitsport und die Wahrnehmung des Reitsports wurde mit Hilfe von Mittelwertvergleichen und einfaktorieller Varianzanalyse (ANOVA) für die vier genannten Gruppen ausgewertet. Dabei wurden Einzelstatements genutzt, um einen detaillierten Einblick zu erhalten. Um zu prüfen, welche Gruppen sich hinsichtlich ihrer Einstellung signifikant unterscheiden, wurden post-hoc Tests durchgeführt. Dafür wurde bei Annahme von Varianzgleichheit der Test nach Gabriel und bei Varianzheterogenität der Test nach Games-Howell verwendet (Field 2003, 374 f). Zur Schätzung der Effektstärke wird Eta 2 ( η 2 ) herangezogen. Die Datenauswertung erfolgte mit dem Softwareprogramm IBM SPSS Statistics Version 27. Ergebnisse Soziodemographie und Gruppierung nach Kontakt zum Reitsport Tabelle 1 zeigt die soziodemografischen Merkmale der Datensätze NichtReiterInnen und ReiterInnen. Dabei fällt auf, dass die befragten ReiterInnen deutlich jünger (33 Jahre), überwiegend weiblich (93,3 %) und überdurchschnittlich gut gebildet sind im Vergleich zu den befragten Nicht-ReiterInnen. Dies deckt sich mit Ergebnissen aus anderen Studien, die ebenfalls auf einen hohen Anteil an Frauen sowie jüngeren und gut gebildeten Personen unter den ReiterInnen hinweisen (z. B. Ikinger et al. 2016). Die zwei Datensätze wurden, basierend auf den Variablen zum Bezug zum Reitsport, den oben genannten Gruppen Nicht-ReiterInnen (NR, n = 570) sowie ReiterInnen (n = 456) mit den Untergruppen FreizeitreiterInnen (FR, n = 176), FreizeitreiterInnen mit Turnierteilnahme (FT, n = 180) und TurnierreiterInnen (TR, n = 100) zugeordnet. Moralische Einstellung zur Nutzung von Tieren Tabelle 2 zeigt die moralische Einstellung zur Nutzung von Tieren für die vier Gruppen mit unterschiedlichem Bezug zum Pferdesport. Für alle Gruppen zeigt sich eine deutliche Ablehnung des Gedankens des ursprünglichen Anthropozentrismus. Hier gibt es für beide Statements keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Anders sieht es beim Abolitionismus aus, hier gibt es Unterschiede zwischen den Gruppen, wenn auch mit geringer Effektstärke (=0,015 bzw. Tabelle 1: Soziodemografische Merkmale der Datensätze Merkmal Nicht-ReiterInnen ReiterInnen Alter (Durchschnitt) 50 Jahre 33 Jahre Frauen Männer 51,0 % 49,0% 93,3 % 6,7% Hauptschulabschluss oder (noch) kein Abschluss Realschulabschuss Hochschulreife Abgeschlossenes Studium 38,5 % 31,5 % 13,1 % 16,9% 2 % 17,9 % 45,2 % 34,9% Einkommen < 1.300 € Einkommen 1.300 € bis 2.599 € Einkommen 2.600 € bis 5.000 € Einkommen > 5.000€ 25,3 % 37,3 % 32,5 % 4,9% 25,0 % 30,4 % 32,7 % 11,9% 144 | mup 4|2022 Kühl - Tierwohl im Reitsport =0,016): Nicht-ReiterInnen stimmen signifikant stärker zu, dass es falsch ist, Tiere für menschliche Zwecke zu nutzen (µ=2,73) und dass sie ein Recht auf Freiheit haben (µ=3,93) im Vergleich zu TurnierreiterInnen (2,43 bzw. 3,54; p <0,05). Die deutlichste Zustimmung zeigt sich über alle Gruppen hinweg zu den Aussagen des neuen kontrakttheoretischen Ansatzes. Diese Aussagen beinhalten, dass Tiere nur dann genutzt werden dürfen, wenn sie ein möglichst gutes Leben haben, der Mensch also mit der Nutzung der Tiere die Verpflichtung eingeht, ihnen ein solches zu ermöglichen. ReiterInnen, unabhängig ob Freizeit- oder TurnierreiterIn (FR: µ=4,92 / µ=4,86; FT: µ=4,91 / µ=4,92; TR: µ=4,90 / µ=4,81) stimmen diesem signifikant stärker zu als Nicht-ReiterInnen (µ=4,57 / µ=4,66; p<0,05). Wahrnehmung des Tierwohls im Reitsport In einem nächsten Schritt wurden alle Teilnehmenden gefragt, wie tierfreundlich sie das Reiten im Allgemeinen sowie bei den verschiedenen Disziplinen bewerten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Wahrnehmung des Tierwohlniveaus im Reitsport im mittleren Bereich liegt (µ=3,09), wobei ReiterInnen dieses etwas besser bewerten (µ=3,10-3,45) als Nicht-ReiterInnen (µ=3,00), dabei ist der Unterschied der Mittelwerte nur zwischen den Gruppen NR und FT bzw. TR signifikant ( p <0,05). Auch zwischen den Disziplinen gibt es leichte Unterschiede: Vielseitigkeit wird insgesamt am besten hinsichtlich des vermuteten Tierwohls bewertet (µ=2,98), gefolgt von Dressur und Springen, während den Sportarten Galopprennen und Polo über alle Befragten hinweg ein Statement NR (n=570) FR (n=176) FT (n=180) TR (n=100) Gesamt (n=1.026) Ursprünglicher Anthropozentrismus Der Mensch darf mit Tieren machen, was er möchte. F(3,1022)=0,318, p=0,812, η 2 =0,001 1,34 a (0,726) 1,34 a 0,666) 1,31 a (0,560) 1,28 a (0,587) 1,33 (0,676) Der Mensch darf Tiere uneingeschränkt nutzen. F(3,1021)=0,719, p=0,541, η 2 =0,002 2,04 a (0,970) 1,93 a (0,966) 1,96 a (0,948) 2,01 a (0,959) 2,00 (0,964) Abolitionismus Es ist falsch, Tiere für unsere Zwecke zu nutzen. F(3,1019)=5,024, p=0,002, η 2 =0,015 2,73 a (1,050) 2,66 ab (0,912) 2,46 b (0,907) 2,43 b (0,946) 2,64 (0,999) Tiere haben ein Recht auf Freiheit. F(3,1017)=5,423, p=0,001, η 2 =0,016 3,93 a (0,962) 3,84 ab (0,918) 3,76 ab (0,953) 3,54 b (1,061) 3,85 (0,969) Neuer kontrakttheoretischer Ansatz Durch die Nutzung der Tiere geht der Mensch die Verpflichtung ein, bestmöglich für sie zu sorgen. F(3,1020)=25,298, p=0,000, η 2 =0,069 4,57 a (0,760) 4,92 b (0,392) 4,91 b (0,355) 4,90 b (0,461) 4,72 (0,646) Wenn wir Tiere nutzen, sollten wir ihnen ein gutes Leben ermöglichen. F(3,1021)=18,610, p=0,000, η 2 =0,052 4,66 a (0,545) 4,86 b (0,405) 4,92 b (0,297) 4,81 b (0,443) 4,75 (0,489) Frage: Inwieweit stimmen Sie den folgenden Aussagen zu bzw. lehnen Sie diese ab? ; Skala von 1(=Lehne voll und ganz ab) bis 5 (=Stimme voll und ganz zu) NR=Nicht-ReiterInnen, FR=FreizeitreiterInnen, FT=FreizeitreiterInnen mit Turnierteilnahme, TR=TurnierreiterInnen ab = unterschiedliche Buchstaben stehen für signifikante Unterschiede der Mittelwerte zwischen den Gruppen ermittelt durch Posthoc-Tests (p<0,05). Tabelle 2: Moralische Einstellung zur Nutzung von Tieren nach ReiterInnen-Gruppen, Darstellung von Mittelwerten (Standardabweichungen) Kühl - Tierwohl im Reitsport mup 4|2022 | 145 eher geringer Grad an Tierwohl zugeschrieben wird (Tabelle 3). Die Wahrnehmung ist dabei in ihrer Abstufung ähnlich zwischen Nicht-ReiterInnen und ReiterInnen, lediglich Galopprennen werden von Nicht-ReiterInnen vergleichsweise positiver wahrgenommen (µ=2,73). Die Unterschiede zwischen den Gruppen sind mit Effektstärken zwischen 0,009 und 0,085 als schwach zu bewerten (Cohen 1988). Wahrnehmung von Freizeit- und Leistungssport Ein Blick auf die Statements zur Bewertung des Freizeitvs. Leistungssportes sowie der Sicherstellung des Tierwohls zeigt, dass insbesondere ReiterInnen (µ=2,20-2,52) aber auch Nicht-ReiterInnen (µ=2,69) geringe Bedenken bzgl. der Gesundheit der Pferde, welche im Reitsport genutzt werden, haben (Tabelle 4). Auch zeigt sich eher eine Zustimmung, dass ReiterInnen auf das Wohl der Pferde achten, wobei TurnierreiterInnen (µ=4,04) hier eine signifikant positivere Meinung haben als Nicht-ReiterInnen (µ=3,57) und auch FreizeitreiterInnen (µ=3,56; p <0,05). Insbesondere Nicht-ReiterInnen (µ=3,72), aber auch tendenziell FreizeitreiterInnen (µ=3,63), vermuten, dass die Ansprüche, welche an die Pferde im Leistungssport gestellt werden, zu hoch sind. Generell stimmen Nicht- ReiterInnen (µ=3,94 vs. µ=2,21-3,34) am stärksten der Aussage zu, dass Freizeitreiten pferdefreundlicher ist als der Leistungssport. Ein generelles Nutzungsverbot wird jedoch von allen Gruppen, vor allem aber von den ReiterInnen, abgelehnt. Gleichzeitig sind jedoch alle Gruppen der Meinung, dass sich das Tierwohlniveau im Reitsport verbessern müsse. Hier stimmen insbesondere FreizeitreiterInnen signifikant stärker zu (µ=4,35 vs. 3,88-4,03; p <0,05). Diskussion Die Ergebnisse zeigen in Einklang mit vorherigen Studien (z. B. Hölker et al. 2019), dass sowohl Nicht-ReiterInnen als auch Disziplin NR (n=570) FR (n=176) FT (n=180) TR (n=100) Gesamt (n=1.026) 1 Pferdesport gesamt F(3,1022)=9,916, p < 0,001, η 2 =0,028 3,00 a (0,882) 3,10 ab (0,642) 3,17 b (0,593) 3,45 c (0,757) 3,09 (0,798) 2 Dressur F(3,1021)=31,672, p < 0,001, η 2 =0,085 2,62 a (1,286) 3,07 b (0,814) 3,32 c (0,816) 3,50 c (0,927) 2,91 (1,160) 2 Springen F(3,1021)=14,987, p < 0,001, η 2 =0,042 2,52 a (1,232) 2,51 a (0,828) 2,91 b (0,814) 3,16 b (0,873) 2,65 (1,095) 2 Vielseitigkeit F(3,1018)=6,126, p < 0,001, η 2 =0,018 2,95 a (1,318) 2,98 a (0,929) 3,19 ab (0,904) 3,42 b (0,855) 3,04 (1,161) 2 Galopprennen F(3,1021)=25,979, p < 0,001, η 2 =0,071 2,72 a (1,302) 1,94 b (0,975) 2,20 b (1,054) 2,10 b (0,969) 2,43 (1,222) 2 Polo F(3,1022)=3,189, p=0,023, η 2 =0,009 2,44 a (1,334) 2,10 b (1,091) 2,39 ab (1,288) 2,42 ab (1,232) 2,37 (1,281) Fragen: 1 Wie tierfreundlich ist aus Ihrer Sicht das Reiten allgemein? , 2 Und wie beurteilen Sie die einzelnen Disziplinen hinsichtlich ihres Grades an Tierwohl; Skala von 1(=Sehr geringer Grad an Tierwohl= bis 5 (=Sehr hoher Grad an Tierwohl); ohne „Ich kenne die Reitweise nicht.“ NR=Nicht-ReiterInnen, FR=FreizeitreiterInnen, FT=FreizeitreiterInnen mit Turnierteilnahme, TR=TurnierreiterInnen abc = unterschiedliche Buchstaben stehen für signifikante Unterschiede der Mittelwerte zwischen den Gruppen ermittelt durch Posthoc-Tests (p<0,05). Tabelle 3: Bewertung des Tierwohls im Reitsport allgemein und nach Disziplinen aus Sicht der ReiterInnen-Gruppen, Darstellung Mittelwerte (Standardabweichungen) 146 | mup 4|2022 Kühl - Tierwohl im Reitsport Statement NR (n=570) FR (n=176) FT (n=180) TR (n=100) Gesamt (n=1.026) Gesundheit Reiten schadet der Gesundheit des Pferdes. F(3,1019)=15,842, p < 0,001, η 2 =0,045 2,69 a (0,915) 2,52 a (0,676) 2,31 b (0,799) 2,20 b (0,725) 2,54 (0,859) Pferde verletzen sich häufig beim Reiten. F(3,1020)=85,004, p < 0,001, η 2 =0,200 3,14 a (0,928) 2,47 b (0,861) 2,23 c (0,792) 2,07 c (0,624) 2,76 (0,969) Umgang Reiter gehen schlecht mit den Pferden um. F(3,1017)=29,066, p < 0,001, η 2 =0,079 2,55 a (0,862) 2,41 a (0,735) 2,07 b (0,783) 1,89 b (0,723) 2,38 (0,848) Reiter sind sehr auf das Wohl der Pferde bedacht. F(3,1015)=11,942, p < 0,001, η 2 =0,034 3,57 a (0,859) 3,56 a (0,769) 3,79 b (0,769) 4,04 c (0,777) 3,65 (0,834) Anforderungen Die Anforderungen, die an die Pferde gestellt werden, sind zu hoch. F(3,1020)=34,115, p < 0,001, η 2 =0,091 3,44 a (0,964) 3,15 b (0,759) 2,89 c (0,825) 2,63 d (0,895) 3,21 (0,945) Die Ansprüche im Leistungssport sind für die Pferde zu hoch. F(3,1020)=39,653, p < 0,001, η 2 =0,116 3,72 a (0,961) 3,63 a (0,905) 3,18 b (0,906) 2,66 c (0,966) 3,51 (1,001) Freizeitvs. Turniersport Freizeitorientiertes Reiten ist pferdefreundlicher als das leistungsorientierte Reiten. F(3,1018)=124,895, p < 0,001, η 2 =0,296 3,94 a (0,907) 3,34 b (0,949) 2,77 c (0,998) 2,21 d (0,957) 3,46 (1,113) Reiten als Hobby ist in Ordnung, aber der Turniersport sollte verboten werden. F(3,1022)=120,258, p < 0,001, η 2 =0,239 2,94 a (1,153) 2,47 b (1,156) 1,68 c (0,714) 1,37 d (0,825) 2,49 (1,214) Nutzung Pferde dürfen nicht genutzt werden. F(3,1018)=67,626, p < 0,001, η 2 =0,166 2,31 a (1,087) 1,60 b (0,758) 1,42 bc (0,709) 1,34 c (0,673) 1,94 (1,031) Es ist in Ordnung Pferde zu reiten. F(3,1020)=63,946, p < 0,001, η 2 =0,158 3,74 a (0,983) 4,32 b (0,719) 4,47 b (0,638) 4,69 c (0,600) 4,06 (0,931) Zukunft Tierwohl Den Pferden geht es beim Reiten gut, es muss sich zukünftig nichts ändern. F(3,1019)=13,677, p < 0,001, η 2 =0,046 2,77 a (0,944) 2,24 b (0,884) 2,59 a (0,870) 2,80 a (0,865) 2,65 (0,934) Die Tierwohlstandards beim Reiten sollten angehoben werden. F(3,1016)=10,618, p < 0,001, η 2 =0,037 3,88 a (0,945) 4,35 b (0,743) 4,03 a (0,880) 3,88 a (0,902) 3,99 (0,914) Frage: Inwieweit stimmen Sie den folgenden Aussagen zu bzw. lehnen Sie diese ab? ; Skala von 1(=Lehne voll und ganz ab) bis 5 (=Stimme voll und ganz zu) NR=Nicht-ReiterInnen, FR=FreizeitreiterInnen, FT=FreizeitreiterInnen mit Turnierteilnahme, TR=TurnierreiterInnen abcd = unterschiedliche Buchstaben stehen für signifikante Unterschiede der Mittelwerte zwischen den Gruppen ermittelt durch Posthoc-Tests (p<0,05). Tabelle 4: Einstellung zum Reitsport nach ReiterInnen-Gruppen, Darstellung der Mittelwerte (Standardabweichungen) Kühl - Tierwohl im Reitsport mup 4|2022 | 147 ReiterInnen den Ansatz des ursprünglichen Anthropozentrismus, dass der Mensch Tiere uneingeschränkt nutzen darf, deutlich ablehnen. Gleichzeitig wird auch die Aussage des Abolitionismus, dass es generell falsch ist, Tiere zu nutzen, eher abgelehnt, etwas stärker von ReiterInnen. Dieses Ergebnis erscheint naheliegend, da ReiterInnen sich bei einer Befürwortung eines generellen Nutzungsverbotes von Tieren gezwungen sehen würden, mit dem Reitsport aufzuhören. Gleichzeitig sind sich ReiterInnen aber ihrer Verantwortung dem Tier gegenüber bewusst, was sich in der stärkeren Zustimmung zum neuen kontrakttheoretischen Ansatz zeigt. Dieser Ansatz wird in der Literatur auch als „New Deal“ thematisiert und vereint die Dissonanz zwischen dem Wunsch Tiere zu nutzen und dem gleichzeitigen Bewusstsein, diese dadurch in ihren Freiheiten einzuschränken (Hölker et al. 2019). Durch den Gedanken des kontrakttheoretischen Ansatzes können die ethischen und moralischen Bedenken, welche mit der Nutzung von Tieren einhergehen, durch die Garantie eines „guten Lebens“ umgangen werden. Diese Arbeit ist die erste, die zeigen kann, dass dieses Konstrukt bei ReiterInnen stärker ausgeprägt ist als bei Nicht-ReiterInnen, womit die Hypothese H1, basierend auf der Annahme, dass HaustierbesitzerInnen sich generell stärker für Tiere verantwortlich fühlen (Bjerke et al. 2015), für ReiterInnen gestützt wird. Es ist anzunehmen, dass hier weitere Faktoren die stärkere Zustimmung beeinflussen wie bspw. die Tatsache, dass ReiterInnen sich mit kritischen Fragen aus der Bevölkerung konfrontiert sehen und entsprechend sensibilisierter für dieses Thema sind. Dazu bedarf es jedoch weiterer Forschung. Auch die Frage, wie ein „gutes Leben“ für Pferde aus Sicht der befragten Personen aussehen sollte, wurde im Rahmen dieser Studie nicht untersucht. Vorhandene Arbeiten weisen aber darauf hin, dass bspw. die Haltung in Einzelboxen und weniger pferdefreundliche Trainingsmethoden von ReiterInnen (z. B. Ikinger et al. 2016; Voigt et al. 2016) und WissenschaftlerInnen kritisch gesehen werden (z. B. Furtado et al. 2021; Ruet et al. 2019). Generell ist die Sicherstellung des Wohls von Pferden multidimensional und sollte mindestens die Abwesenheit von physischen oder psychischen Leiden garantieren (Lesimple 2020). Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen zudem, dass der Grad des Tierwohls beim Reiten im Allgemeinen im mittleren Bereich und bei Disziplinen wie Galopprennen und Polo eher gering bewertet wird. Lediglich die TurnierreiterInnen zeigen eine Tendenz zu einer leicht positiven Einschätzung. Dieser eher kritische Blick auf den Grad des Tierwohls im Reitsport passt somit zu den Studien, welche auf ein deutliches Verbesserungspotenzial im Reitsport hinweisen (Furtado et al. 2021; Hässig / Kranz 2019; Visser / van Wijk-Jansen 2010; Voigt et al. 2016). Dabei bewerten sowohl Nicht-ReiterInnen als auch FreizeitreiterInnen das Freizeitreiten als pferdefreundlicher im Vergleich zum Leistungssport. Damit wird die basierend auf der Literatur aufgestellte Hypothese H2, dass der Turniersport ein schlechteres Image hinsichtlich der Beachtung des Tierwohls hat als das Freizeitreiten, gestützt. Die vorliegenden Ergebnisse geben einen Hinweis darauf, dass dies daran liegen kann, dass diese Gruppen die Anforderungen, welche im Leistungssport an die Pferde gestellt werden, als zu hoch bewerten. Auf diesen Punkt weisen auch andere Studien hin (z. B. Furtado et al. 2021; Voigt et al. 2016). Mediale Berichterstattungen zu Tierschutzvergehen können diese kritische Wahrnehmung verstärken. Die Defizite im Freizeitsport, welche insbesondere von Hemsworth et al. (2015) analysiert wurden, scheinen weniger offensichtlich zu sein und werden bisher eher von den TurnierreiterInnen geäußert, wäh- Mediale Berichterstattungen zu Tierschutzvergehen können die kritische Wahrnehmung verstärken. 148 | mup 4|2022 Kühl - Tierwohl im Reitsport rend die Gesellschaft hier weniger Missstände vermutet. Diese Situation kann aktuell insbesondere für den Leistungssport zu einem Akzeptanzproblem führen (Collins et al. 2010). Zum Zeitpunkt der Befragung zeigte sich jedoch keine klare Positionierung in Richtung eines Verbots für den Reitsport. Generell stimmen alle Gruppen eher zu, dass es in Ordnung ist, Pferde zu reiten, bei den Nicht-ReiterInnen ist die Zustimmung aber deutlich geringer und heterogener als bei ReiterInnen, was darauf hinweist, dass es bereits jetzt Personen gibt, die den Reitsport ablehnen. Inwieweit sich diese Ergebnisse auf die Nutzung von Pferden in weiteren Bereichen, wie bspw. pferdegestützter Intervention, übertragen lassen, kann nicht abschließend beantwortet werden und bedarf weiterer Forschung. Vor dem Hintergrund der generell eher positiven Einstellung der Gesellschaft gegenüber dem Reit- und auch dem Freizeitsport kann jedoch angenommen werden, dass insbesondere der Einsatz von Pferden in nutzenstiftenden Bereichen befürwortet wird. Studien zeigen jedoch, dass Pferde in therapeutischen Bereichen ebenfalls mit Stress und Überforderung konfrontiert sein können und Wissenschaftler für einen verschärften Fokus auf das Tierwohl plädieren, auch, um die gesellschaftliche Akzeptanz zu erhalten (Fine / Andersen 2021). In allen Gruppen zeigt sich zudem eine klare Positionierung für eine Anhebung der Tierwohlstandards im Reitsport. Interessanterweise ist hier die Zustimmung bei der Gruppe der FreizeitreiterInnen am höchsten. Dies kann daran liegen, dass Nicht-ReiterInnen zu geringe Kenntnisse für eine Einschätzung oder kein Interesse am Reitsport haben und daher ein Teil von ihnen indifferent in der Beantwortung der Frage ist. TurnierreiterInnen hingegen stufen das Tierwohlniveau im Pferdesport positiver ein, sehen also allenfalls etwas weniger Handlungsbedarf, möglicherweise aufgrund einer anderen Definition oder Einordnung des Themas (Ikinger / Spiller 2016). Fazit Die Ergebnisse der Studie lassen sich in zwei zentrale Aussagen zusammenfassen. Zum einen wird deutlich, dass der Reitsport solange akzeptabel erscheint, wie gewährleistet ist, dass es den Pferden dabei gut geht („New Deal“). Dies wird sowohl von der Gesellschaft als auch ReiterInnen derzeit zumindest teilweise angezweifelt, da das Tierwohlniveau im Reitsport maximal mittelmäßig, jedoch nicht durchweg positiv bewertet wird. Entsprechend besteht überwiegende Einigkeit, dass die Tierwohlstandards erhöht werden müssen. Zum anderen ist insbesondere das Image des Leistungssports angeschlagen. Die Gesellschaft, aber auch FreizeitreiterInnen vermuten hier zu hohe Leistungsanforderungen an die Pferde, und auch der Aussage, dass ReiterInnen sehr auf das Wohl der Pferde achten, wird nur leicht zugestimmt. Hier besteht die Gefahr, dass durch Bilder wie aus Tokio langfristig das derzeit noch leicht positive Bild des Reitsports kippen könnte. Es besteht somit klarer Handlungsbedarf zur Verbesserung des Tierwohls im Reitsport, da eine negative Wahrnehmung auch auf weitere Bereiche der Nutzung von Pferden, wie bspw. dem therapeutischen Reiten, abfärben könnte, auch wenn anzunehmen ist, dass der Zweck einer solchen Nutzung von Pferden anders bewertet wird als die Nutzung zu Leistungszwecken. Hier bedarf es jedoch weiterer Forschung für eine finale Bewertung. Abschließend lässt sich festhalten, dass Bestrebungen zur Sicherstellung des Tierwohls in allen Sparten der Nutzung von Pferden garantiert und auch kommuniziert werden sollten, um eine langfristige Akzeptanz in der Gesellschaft zu erhalten. In allen Gruppen zeigt sich eine klare Positionierung für eine Anhebung der Tierwohlstandards im Reitsport. Kühl - Tierwohl im Reitsport mup 4|2022 | 149 Die Autorin Dr. Sarah Kühl Diplom-Betriebswirtin und Pferdewissenschaftlerin (M.Sc.), wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte an der Universität Göttingen Anschrift Georg-August-Universität Göttingen Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung Platz der Göttinger Sieben 5 · 37073 Göttingen skuehl@gwdg.de Literatur ■ Bjerke, T., Østdahl, T., Kleiven, J. (2015): Attitudes and activities related to urban wildlife: Pet owners and non-owners. Anthrozoös 16(3), 252-262, https: / / doi.org / 10.2752 / 089279303 786992125 ■ Cohen, J. (1988): Statistical Power Analysis for the Behavioral Sciences (2. Auflage). Lawrence Erlbaum Associates Publishers, Hillsdale, NJ ■ Collins, J. A., Hanlon, A., More, S. J., Wall, P. G., Kennedy, J., Duggan, V. (2010): Evaluation of current equine welfare issues in Ireland: causes, desirability, feasibility and means of raising standards. 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