eJournals mensch & pferd international15/4

mensch & pferd international
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1867-6456
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/mup2023.art19d
2_015_2023_4/2_015_2023_4.pdf101
2023
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Fachbeitrag: Pferdegestützte Therapie und ihre Auswirkungen auf die Kernsymptomatik bei Kindern mit ADHS

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2023
Erwin Breitenbach
Annette Gomolla
Theresa Wachter
In der quasi-experimentellen Studie zur Wirkung pferdegestützter Therapie bei ADHS wurde in der Experimentalgruppe (N=12) eine Intervention bestehend aus 11 Therapieeinheiten durchgeführt. Die nicht-behandelte Kontrollgruppe bestand ebenfalls aus 12 Kindern. Aus Vor- und Nachuntersuchung beider Gruppen standen damit 24 Datensätze zur Auswertung zur Verfügung. Der Prä-Post-Vergleich bestätigt die vermuteten und bereits bekannten positiven Veränderungen vor allem im Bereich der Aufmerksamkeit. Im Gruppenvergleich zeigte sich ein signifikanter Gruppenunterschied in der Verbesserung der Unaufmerksamkeit zugunsten der Experimentalgruppe mit hoher Effektstärke. In Übereinstimmung mit anderen Untersuchungsergebnissen kann dies vorsichtig als Therapieeffekt interpretiert werden. Bei der Hyperaktivität/Impulsivität fanden sich keine entsprechenden Veränderungen und Unterschiede.
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140 | mup 4|2023|140-150|© Ernst Reinhardt Verlag, DOI 10.2378 / mup2023.art19d Erwin Breitenbach, Annette Gomolla und Theresa Wachter Ergebnisse einer quasi-experimentellen Interventionsstudie Pferdegestützte Therapie und ihre Auswirkungen auf die Kernsymptomatik bei Kindern mit ADHS Schlüsselbegriffe: ADHS, Reittherapie, Wirksamkeitsstudie In der quasi-experimentellen Studie zur Wirkung pferdegestützter Therapie bei ADHS wurde in der Experimentalgruppe (N = 12) eine Intervention bestehend aus 11 Therapieeinheiten durchgeführt. Die nicht-behandelte Kontrollgruppe bestand ebenfalls aus 12 Kindern. Aus Vor- und Nachuntersuchung beider Gruppen standen damit 24 Datensätze zur Auswertung zur Verfügung. Der Prä-Post-Vergleich bestätigt die vermuteten und bereits bekannten positiven Veränderungen vor allem im Bereich der Aufmerksamkeit. Im Gruppenvergleich zeigte sich ein signifikanter Gruppenunterschied in der Verbesserung der Unaufmerksamkeit zugunsten der Experimentalgruppe mit hoher Effektstärke. In Übereinstimmung mit anderen Untersuchungsergebnissen kann dies vorsichtig als Therapieeffekt interpretiert werden. Bei der Hyperaktivität/ Impulsivität fanden sich keine entsprechenden Veränderungen und Unterschiede. Breitenbach, Gomolla, Wachter - Pferdegestützte Therapie bei Kindern mit ADHS mup 4|2023 | 141 Forschungsstand Das Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) gehört zu den häufigsten psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter. In der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen (KiGGS Welle 2) in Deutschland wurde zwischen 2014 und 2017 bei Kindern und Jugendlichen im Alter von drei bis 17 Jahren eine Prävalenzrate für ADHS von 4,4 Prozent gefunden (Göbel et al. 2018). Dabei waren signifikant mehr Jungen als Mädchen betroffen (Schäfer / Rüther 2007) und bei ca. 60 % der Betroffenen bestand eine ADHS bis ins Erwachsenenalter (Häßler 2008). Gemäß ICD-11 zählt ADHS zu den neuronalen Entwicklungsstörungen und die Kernsymptomatik äußert sich in unaufmerksamen, impulsiven und hyperaktiven Verhaltensweisen. Bei der Behandlung scheint eine multimodale Therapie nach derzeitigem Kenntnisstand am erfolgreichsten zu sein und wird daher in den S3-Leitlinien zur Behandlung von ADHS im Kindes- und Jugendalter gefordert (Heinzl 2018). Sie umfasst Medikation, Verhaltenstherapie (Selbstinstruktions- und Selbstmanagement-Trainings) sowie Beratung von Eltern, Familien und pädagogischen Fachkräften (Petermann / Ruhl 2011). Das Neurofeedback-Training (NFB-Training) ist eine relativ neue verhaltenstherapeutische Behandlungsmethode, die im Kern aus einem computergestützten Aufmerksamkeitstraining besteht. Die Ergebnisse einschlägiger Interventionsstudien sind noch uneindeutig, verweisen jedoch darauf, dass der in ein multimodales Therapiesetting eingebettete Einsatz von NFB-Trainings hilfreich sein kann (Holtmann et al. 2009; Monastra et al. 2002). Des Weiteren werden immer häufiger achtsamkeitsbasierte Verfahren in der Therapie von Kindern und Jugendlichen mit ADHS eingesetzt. Berechtigterweise - wie einzelne Studien nahelegen - zielen sie vor allem auf Verbesserungen in der Aufmerksamkeitsregulierung, Aufmerksamkeitsfokussierung, Meta- Kognition und Selbstregulation ab (Linderkamp 2020; Chou / Huang 2017). In den letzten zehn Jahren gibt es bei der Therapie von Kindern und Jugendlichen mit ADHS auch immer mehr Hinweise zum erfolgreichen Einsatz von tiergestützten Interventionen (Chadwick et al., 2022; Narvekar / Narvekar, 2022; Jurícková et al., 2020; Shotwell / Wagner, 2019). Hediger und Turner (2014) berichten beispielsweise, dass die bloße Anwesenheit eines Hundes die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistung von Kindern erhöht. Vor allem aber scheint sich die pferdegestützte Therapie als Behandlungsansatz zu etablieren (für einen Überblick s. Breitenbach et al. 2021). Neuropsychologische Erkenntnisse zur Aufmerksamkeits- und Handlungssteuerung berechtigen zu der Annahme, dass die spezifischen beim Reiten auf die Kinder einwirkenden Bewegungs- und Gleichgewichtsreize Aufmerksamkeit, Konzentration und gezielt-kontrolliertes Handeln verbessern könnten (Breitenbach et al. 2015). Fragestellung und Hypothesen Aufgrund der aktuellen Forschungslage zur Wirksamkeit (Breitenbach et al. 2021) und den begründeten Annahmen zur Wirkweise von pferdegestützter Therapie (Breitenbach et al. 2015) bei Kindern mit ADHS lässt sich vermuten, dass potenzielle Verbesserungen der Aufmerksamkeit und Hyperaktivität/ Impulsivität auf die pferdegestützte Intervention zurückzuführen sind und damit als Therapieeffekte betrachtet werden können. Dabei wird die pferdegestützte Therapie hier als reittherapeutische Interventionsform mit den Wirkfaktoren (1) der strukturierten Handlungen um und mit dem Pferd sowie (2) des passiven Reitens (geführt durch die Fachkraft) untersucht. In der vorliegenden Evaluationsstudie, die als Folgestudie zu Breitenbach et al. (2021) Vor allem aber scheint sich die pferdegestützte Therapie als Behandlungsansatz zu etablieren. 142 | mup 4|2023 Breitenbach, Gomolla, Wachter - Pferdegestützte Therapie bei Kindern mit ADHS anzusehen ist, wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich die ADHS-spezifische Kernsymptomatik bei den behandelten Kindern verringert und inwieweit diese Veränderungen als Therapieeffekte angesehen werden können. Aus dieser Fragestellung ergeben sich im Einzelnen folgende zu prüfende Hypothesen (EG = Experimentalgruppe, KG = unbehandelte Kontrollgruppe): ■ H1: Bei den Kindern der EG erhöht sich signifikant die Aufmerksamkeitsleistung (von Prä zu Post). ■ H2: Bei den Kindern der EG verringert sich signifikant die Unaufmerksamkeit (von Prä zu Post). ■ H3: Bei den Kindern der EG reduziert sich signifikant die Hyperaktivität/ Impulsivität (von Prä zu Post). ■ H4: Die Verbesserungen in der Aufmerksamkeitsleistung bei den Kindern der EG unterscheiden sich signifikant von denen der KG. ■ H5: Die Verringerungen in der Unaufmerksamkeit bei den Kindern der EG unterscheiden sich signifikant von denen der KG. ■ H6: Die Reduktion von Hyperaktivität/ Impulsivität bei den Kindern der EG unterschiedet sich signifikant von der der KG. Methode Studiendesign Die Untersuchung wurde als kontrollierte Studie mit Experimental- (EG) und unbehandelter Kontrollgruppe (KG) durchgeführt. Es wurden 18 Kinder rekrutiert und nach der Eingangsuntersuchung nach Geschlecht und Alter gematcht und zufällig auf die KG ( N = 12) und die EG ( N = 6) aufgeteilt. Nach einer zwölfwöchigen Wartezeit wurden die Kinder der KG nachuntersucht, und 6 Kinder aus der KG wurden in die EG überführt. Ihre KG-Nachuntersuchung lieferte gleichzeitig die Daten für ihre EG-Voruntersuchung. Somit bestand die EG ebenfalls aus 12 Kindern. Die Kinder der EG wurden nach der Intervention erneut untersucht. Damit lagen für beide Gruppen jeweils 12 Datensätze inklusive Vor- und Nachuntersuchung vor. Durchführung Die TeilnehmerInnen der EG erhielten insgesamt 11 standardisierte Einzeltherapien, davon waren 9 Einheiten 50 Minuten und 2 Einheiten 90 Minuten lang. Über den Erhebungszeitraum hinweg waren jedem Kind dasselbe Pferd und dieselbe Fachkraft zugeteilt. In den jeweiligen Einheiten kam es zunächst zu einer Kontaktaufnahme zwischen Kind und Pferd. Dann wurde das Pferd geputzt und für das Reiten vorbereitet (ca. 15 Minuten). Anschließend wurden auf dem Reitplatz auf dem Pferd sitzend im Schritt und Trab verschiedene spielerische Aufgaben, wie zum Beispiel ein Ballspiel oder das Umreiten eines Parcours gemeinsam mit der therapeutischen Fachkraft durchgeführt (ca. 20 Minuten). Das Kind durfte hierbei nicht selbständig reiten, sondern wurde geführt und gegebenenfalls zusätzlich gesichert. Die Spiele orientierten sich an allgemeingängigen Inhalten, die in der Reittherapie mit Kindern durchgeführt werden, beispielsweise Ballspiele oder einfache Voltigierübungen (Knien, Fahne und Drehen). Auf die Verbesserung der Aufmerksamkeit wurde bei der Auswahl und Durchführung der Übungen und Spiele kein besonderer Fokus gelegt. Abschließend gab es eine Liegeübung, bei der das Kind zwischen einer und drei Minuten bäuchlings auf dem Pferd über der Kruppe lag. Die Doppelstunden enthielten einen Ausritt ins Gelände mit einer Reitzeit von 40 Minuten. Die Therapiestunde wurde damit beendet, dass das Kind das Pferd zurück in den Stall führte, die Materialien aufräumte und sich vom Pferd verabschiedete (ca. 15 Minuten). Es kamen drei ausgebildete Therapiepferde zum Einsatz: Zwei Fjordpferde (Stute und Wallach) und ein Criollo (Stute) mit einem Stockmaß zwischen 1,42 m und 1,47 m. Die Fachkräfte Breitenbach, Gomolla, Wachter - Pferdegestützte Therapie bei Kindern mit ADHS mup 4|2023 | 143 waren im Grundberuf Psychologinnen und verfügten alle über eine Weiterbildung in der pferdegestützten Therapie. Die Bezugspersonen der Kinder wurden zu Beginn über den Ablauf der Studie aufgeklärt und erhielten nach den Einheiten und der Nachbefragung ein kurzes Abschlussgespräch und ansonsten keine zusätzlichen Interventionen, Trainings oder Beratungen. Alle Kinder nahmen freiwillig mit Zustimmung ihrer Bezugsperson und ohne Fehlzeiten teil und es kam zu keinen Therapieabbrüchen. Je nach Familieneinkommen wurden die Therapiekosten ganz oder teilweise von der Colette-Hecht- und der Roman-Schenk-Stiftung übernommen. Stichprobe Bei allen teilnehmenden Kindern war gemäß ICD-10 eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (F 90.0) durch einen Kinder- und Jugendpsychiater oder psychotherapeuten im Rahmen einer medizinisch-psychiatrischen Abklärung (Zeitpunkt der Abklärung lag zwischen 3 Monaten und 2 Jahren zurück) diagnostiziert worden. Mehr als die Hälfte (62 %) der Kinder hatten im Vorfeld bereits eine Maßnahme wie Ergotherapie, Psychotherapie oder Gruppentraining für ADHS durchlaufen. Aus den Vorbefragungen ging hervor, dass bei keinem der teilnehmenden Kinder weitere komorbide Störungen bekannt waren. Mehr als die Hälfte der Kinder (58,4 %) sowohl aus der EG als auch aus der KG wurden während der pferdegestützten Therapie medikamentös behandelt. Die verordneten Medikamente wurden vor der ersten Datenerhebung mindestens bereits seit 4 Wochen eingenommen. Zu Beginn der Erhebung waren die zwölf Kinder der EG - acht Jungen und vier Mädchen - zwischen 6.07 und 11.06 Jahren alt ( M = 9.22, SD = 0.97). Die Kinder der KG waren im Alter von 7.10 bis 11.05 ( M = 9.35, SD = 1.79), zehn von ihnen männlich und zwei weiblich. Aufgrund der Überführung einiger Kinder aus der KG in die EG liegt eine Überlappung der Gruppen vor. Untersuchungsinstrumente Um den Ausprägungsgrad der ADHS-spezifischen Symptomatik Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivität/ Impulsivität zu messen, wurden (1) ein Leistungstest und (2) ein Selbst- und Fremdbeurteilungsfragebogen eingesetzt. (1) Zur Prüfung der Aufmerksamkeitsleistung wurde der bp-Untertest aus der Basisdiagnostik Umschriebener Entwicklungsstörungen, BUEGA (Esser et al. 2008), durchgeführt. In der Auswertung steht die Anzahl der richtigen Lösungen ( Richtige ) für die Arbeitsgeschwindigkeit und der falschen Lösungen ( Fehler ) sowie der prozentuale Anteil der Fehler ( Fehlerprozent ) für die Arbeitsgenauigkeit und Gesamtkonzentration (Esser et al. 2008; Blanz 2015). Die Aufgabe der Kinder bestand darin, in vier Minuten auf dem Testbogen so viele „b“s und „p“s durchzustreichen wie möglich. Dabei sollten sie Zeile um Zeile bearbeiten. (2) Mit den Langversionen der Conners-Skalen (Lidzba et al. 2013) zu Aufmerksamkeit und Verhalten (6-18 Jahre) über Inhalts- und Symptomskalen wurden die teilnehmenden Kinder (Selbstbeurteilung) und deren Bezugspersonen (Fremdbeurteilung) befragt. Über die Inhaltsskalen wurden die Kernsymptome von ADHS, wie Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität/ Impulsivität sowie zusätzlich Aggressivität und Trotz abgefragt. In den Symptomskalen wurden Symptome einer ADHS nach den Klassifikationssystemen ICD-10 und DSM IV ermittelt. Bei beiden eingesetzten Verfahren wurden mithilfe von alters- und geschlechtsspezifischen Normtabellen die Rohwerte in T-Werte transformiert, welche für die Analyse genutzt wurden. Statistische Auswertung Die Datenanalyse wurde mit SPSS (Version 29.0) durchgeführt. Die vorliegenden Datensätze wurden mit dem Kolmogorov-Smirnov-Test auf Normalverteilung geprüft. 144 | mup 4|2023 Breitenbach, Gomolla, Wachter - Pferdegestützte Therapie bei Kindern mit ADHS Für die Prä-Post-Analysen der Daten der EG wurde zur Signifikanzprüfung bei normalverteilten Daten der gepaarte t-Test verwendet, bei nicht normalverteilten Daten der Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test. Das Signifikanzniveau wurde auf α < .05 festgelegt. Eine Adjustierung von Alpha wurde nicht vorgenommen, da das Auffinden von Signifikanzen und Effekten durch den geringen Stichprobenumfang ohnehin stark erschwert ist. Zusätzlich wurden Effektstärken berechnet. Im Zusammenhang mit dem t-Test wurde als Maß für die Effektstärke das Differenzmaß von Cohen’s d und im Zusammenhang mit dem Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test der Korrelationskoeffizient r ermittelt. Dabei wird ab d = 0.5 von einem mittleren und ab d = 0.8 von einem großen Effekt gesprochen und bei r = 0.3-0.5 von einem mittleren und darüber von einem großen Effekt. In diese Prä-Post-Analyse wurden nur Variablen einbezogen, bei denen sich in der Voruntersuchung keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen zeigten. Zum Auffinden von Therapieeffekten wurde ein Vergleich zwischen EG und KG gerechnet. Die entsprechenden Hypothesen wurden mithilfe eines 2(Gruppe) x 2(Messzeitpunkte)-faktoriellen Designs durch Varianzanalyse mit Messwiederholung geprüft. Mittels der Mixed-Anova wurden die Interaktionseffekte von Zeitraum 1 (t0) und Zeitraum 2 (t1) mit dem Faktor Gruppe berechnet. Aufgrund unbekannter Sphärizität wurde die Greenhouse-Geisser-Korrektur der Freiheitsgrade genutzt. Als Effektgröße wurde das Partielle-Eta-Quadrat ( η 2 ) verwendet. Die Effektstärke ist wie folgt zu interpretieren: η 2 ≤ .06 als geringer, .06 bis .14 als mittlerer und > 0.14 als starker Effekt (Cohen 1988). Ergebnisse Zu den Ergebnissen ist grundsätzlich anzumerken, dass die ADHS-Symptomatik der meisten Kinder bei der Eingangsuntersuchung sowohl in der EG als auch in der KG nicht besonders ausgeprägt war. Es herrschte zumeist nur ein leichtes klinisches Krankheitsbild vor. Dies kann auf die Gabe der Medikamente während des Therapiezeitraums zurückgeführt werden, ebenso auf bereits durchgeführte therapeutische Interventionen. Daher war der Spielraum für Verbesserungen relativ klein. Aufmerksamkeit (H1 & H4) H1: Der Prä-Post-Mittelwertvergleich für den bp-Test in der EG ergab signifikante Unterschiede und mittlere Effektstärken bei den Fehlern ( t [8] = -2.103, p = .034, d = .62) und Fehlerprozenten ( t [8] = -2.650, p = .015, d = .77), nicht aber bei den Richtigen . Damit hat die Arbeitsgeschwindigkeit nicht zugenommen, die Arbeitsgenauigkeit und Gesamtkonzentration hingegen schon. In der KG ergaben sich bei den Richtigen signifikante Unterschiede ( t [10] = -2192, p = .027, r = .66) mit mittlerer Effektstärke, nicht aber bei den Fehlern und Fehlerprozenten . Die Kinder sind im Prä-Post-Vergleich in ihrer Arbeitsgeschwindigkeit schneller geworden, haben sich aber nicht in ihrer Genauigkeit und Konzentration verändert. Alle Mittelwerte und Standardabweichungen (inklusive Signifikanz und Effektstärke ) sind in Tabelle 1 dargestellt. H4: Auch wenn die EG einen signifikanten Unterschied der Fehler und Fehlerprozente aufwies, waren im Hinblick auf die Interaktion (Zeit*Gruppe) keine signifikanten Interaktionseffekte für die drei abhängigen Variablen zu finden (alle Testwerte sind in Tabelle 2 dargestellt). Unaufmerksamkeit (H2 & H5) Ausgewertet wurden folgende Subskalen der Conners-Skalen: Inhaltsskala Unaufmerksamkeit, Symptomskala Unaufmerksamkeit nach ICD, Symptomskala Unaufmerksamkeit nach DSM (jeweils einmal als Selbst- und einmal als Elternbeurteilung). H2: Dabei zeigten sich im Prä-Post-Vergleich in der EG Veränderungen in der Elternbeurteilung Inhaltsskala ( t [11] = 2.077, p = .031, d = .60) mit kleinem Effekt und Elternbeurteilung Symptomskala nach DSM (z = -1.943, p = .052, r = .56) mit großem Effekt (obwohl das Signifikanzniveau Breitenbach, Gomolla, Wachter - Pferdegestützte Therapie bei Kindern mit ADHS mup 4|2023 | 145 von .05 knapp verfehlt wurde). In der KG waren keine signifikanten Veränderungen auszumachen. Alle Mittelwerte und Standardabweichungen (inklusive Signifikanz und Effektstärke) sind in Tabelle 1 dargestellt. H5: In der Inhaltsskala (Fremdbeurteilung) fand sich eine deutliche Tendenz zu einem signifikanten Gruppenunterschied in der Verbesserung der Unaufmerksamkeit (F[1,22] = 4.16, p = .053, η 2 = .159) mit Vorteil für die EG mit einem großem EG KG prä post p d prä post p d M SD M SD M SD M SD Richtige 52.00 10.14 51.22 11.23 .393 .29 43.91 9.62 50.82 11.01 .027 * .66 Fehler 50.56 10.83 57.00 9.19 .034* .62 54.64 13.37 54.64 9.27 .500 .00 Fehlerprozent 52.11 9.96 58.22 7.82 .015* .77 53.91 13.16 57.00 8.50 .209 .26 Anmerkung: *Der Unterschied ist auf dem Niveau p < .05 einseitig signifikant. Tabelle 1: Ergebnisse aus dem bp-Test in der EG und KG df Fehler F p η² Richtige_Zeit*Gr 1 18 3.202 .09 .151 Fehler_Zeit*Gr 1 18 2.315 .145 .114 Fehlerprozent_Zeit*Gr 1 18 .438 .516 .024 Tabelle 2: Gruppenvergleich der Aufmerksamkeit Tabelle 3: Ergebnisse Conners - Unaufmerksamkeit in der EG und KG EG KG prä post p d / r prä post p d M SD M SD M SD M SD SB Inhaltsskala 57.63 12.21 59.25 9.75 .261 .24 52.55 12.02 50.64 9.92 .185 .28 FB Inhaltsskala 62.00 8.26 59.83 6.71 .031* .60 61.17 6.54 61.83 7.23 .241 .21 SB ICD Symptomskala 54.56 11.63 53.56 9.98 .344 .14 49.25 10.47 49.17 9.70 .487 .01 FB ICD Symptomskala 61.17 6.01 61.25 7.44 .475 .02 62.08 5.40 61.00 6.36 .169 .28 SB DSM Symptomskala** 54,00 57,50 .422 .74 53.08 8.30 51.93 8.39 .269 .18 FB DSM Symptomskala 56,50 57,00 .026* .88 61.08 6.97 60.17 7.09 .165 .29 Anmerkungen: *Der Unterschied ist auf dem Niveau p < .05 einseitig signifikant. ** Wilcoxon Vorzeichen-Rang-Test mit Korrelationskoeffizient r. 146 | mup 4|2023 Breitenbach, Gomolla, Wachter - Pferdegestützte Therapie bei Kindern mit ADHS Effekt. Weitere Gruppenunterschiede wurden nicht gefunden (alle Testwerte sind in Tabelle 4 dargestellt). Hyperaktivität/ Impulsivität (H3 & H6) Analog zu den Berechnungen der Unaufmerksamkeit wurden folgende Subskalen der Conners- Skalen ausgewertet: Inhaltsskala Hyperaktivität/ Impulsivität, Symptomskala Hyperaktivität/ Impulsivität nach ICD, Symptomskala Hyperaktivität/ Impulsivität nach DSM (jeweils einmal als Selbst- und einmal als Elternbeurteilung). H3: Im Prä-Post-Vergleich der Hyperaktivität/ Impulsivität ergaben sich weder in der EG noch in der KG signifikante Unterschiede. Alle Mittelwerte und Standardabweichungen (inklusive Signifikanz und Effektstärke) sind in Tabelle 5 dargestellt. H6: In keiner der Skalen zeigten sich signifikante Gruppenunterschiede (alle Testwerte sind in Tabelle 6 dargestellt). Diskussion In der vorliegenden Studie wurde die Wirksamkeit pferdegestützter Therapie bei Kindern mit ADHS auf die Kernsymptomatik Aufmerksamkeit/ Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität/ Impulsivität untersucht. Neben einem Vergleich der Symptomatik vor und nach der Intervention wurde ein Gruppenvergleich zwischen Experimental- und Kontrollgruppe durchgeführt, der dem Auffinden von Therapieeffekten dienen sollte. EG KG prä post p d prä post p d M SD M SD M SD M SD SB Inhaltsskala 55.50 10.01 57.38 8.59 .223 .29 52.00 9.78 50.82 7.15 .144 .34 FB Inhaltsskala 61.08 7.09 62.17 7.90 .275 .18 62.33 6.37 61.25 5.19 .102 .39 SB DSM Symptomskala 57.22 10.75 56.56 9.76 .409 .08 62.33 6.18 61.50 6.56 .08 .43 FB DSM Symptomskala 61.67 6.87 62.08 8.34 .407 .07 52.00 9.78 50.82 7.15 .144 .34 df Fehler F p η² Unaufmerksamkeit_Selbst*Gr 1 17 1.26 .277 .069 Unaufmerksamkeit_Fremd*Gr 1 22 4.16 .053 .159 DSM Unaufmerksamkeit_Selbst*Gr 1 19 .004 .953 .000 DSM Unaufmerksamkeit_Fremd*Gr 1 22 1.152 .295 .050 ICD Aufmerksamkeit_Selbst*Gr 1 19 .068 .797 .004 ICD Aufmerksamkeit_Fremd*Gr 1 22 .483 .494 .021 Tabelle 4: Gruppenvergleich der Unaufmerksamkeit Tabelle 5: Ergebnisse Conners - Hyperaktivität/ Impulsivität in der EG und KG Breitenbach, Gomolla, Wachter - Pferdegestützte Therapie bei Kindern mit ADHS mup 4|2023 | 147 Interpretation der Ergebnisse In der EG ergaben sich bei der Aufmerksamkeitsleistung für die Arbeitsgenauigkeit und Gesamtkonzentration signifikante Verbesserungen mit mittleren Effektstärken. Die Arbeitsgeschwindigkeit hingegen blieb unverändert. Die Kinder der KG machten in der Vor- und Nachuntersuchung gleich viele Fehler, bearbeiteten die Aufgaben in der Nachuntersuchung jedoch signifikant schneller. Zentrales Ziel von Interventionen zur Verbesserung der Aufmerksamkeitsleistung bei Kindern ist - gerade mit Blick auf schulische Leistungen - eine Reduktion der Fehler. Im Fokus steht also in erster Linie die Verbesserung der Aufmerksamkeitsgenauigkeit. Erst in einem zweiten Schritt ist eine erhöhte Arbeitsgeschwindigkeit zum Beispiel infolge von Übung und Automatisierung hilfreich und angezeigt. Aus dieser Perspektive zeigen die Kinder aus der EG die gewünschte grundlegende Verbesserung ihrer Aufmerksamkeitsleistung, die im Rahmen weiterer Übung durch ein erhöhtes Arbeitstempo noch gesteigert werden kann. Diese Ergebnisse bestätigen die von Breitenbach et. al. (2021) berichteten Befunde: Auch hier wurden im Prä-Post-Vergleich durchgehend bedeutsame Verbesserungen der Aufmerksamkeit gefunden. Mit Blick auf die Studien zu achtsamkeitsbasierten (Linderkamp / Lüdeke 2019) und Neofeedback-Verfahren (Plitzka et al. 2000) kann man durchaus von einer vergleichbaren Studienlage ausgehen. Auch die bereits in der anderen Teilstudie berichtete Verringerung der Unaufmerksamkeit nach einer pferdegestützten Intervention (Breitenbach 2021) wird durch die vorliegenden Daten gestützt. Eine signifikante Reduktion der Unaufmerksamkeit konnte im Prä-Post-Vergleich bei der EG bezüglich der Fremdbeurteilung auf der Inhaltsskala und in der deutlichen Tendenz auf der Symptomskala nach DSM-IV beobachtet werden. In der Selbstbeurteilung wurden keine signifikanten Veränderungen gefunden. Interessanterweise wurden die Verbesserungen im Bereich der Unaufmerksamkeit nur in der Fremdbeurteilung durch die Eltern gefunden und nicht in der Selbstbeurteilung durch die Kinder. Empirische Untersuchungen von Emeh et al. (2018), Stewart et al. (2017) oder Volz- Sidiropoulou et al. (2016) bestätigen, dass Kinder mit ADHS ihre eigenen sozialen und verhaltensbezogenen Kompetenzen deutlich positiver einschätzen als ihre Eltern. Speziell bei der ADHS- Symptomatik wird in einer Studie von Wiener et al. (2012) eine solche positive „Wahrnehmungsverzerrung“ festgestellt. Damit ist gemeint, dass Kinder mit ADHS im Gegensatz zu Kindern ohne ADHS ihre Symptomatik nicht so stark empfinden und bewerten, wie dies beispielsweise ihre Eltern tun. Dennoch ist die Selbstbeurteilung der Kinder für die Einschätzung des Therapieerfolgs von großer Bedeutung. Therapieerfolg ist eben df Fehler F p η² Hyperaktivität_Selbst*Gr 1 17 1.74 .204 .093 Hyperaktivität_Fremd*Gr 1 22 1.26 .274 .054 DSM Hyperaktivität_Selbst*Gr 1 19 .465 .503 .024 DSM Hyperaktivität_Fremd*Gr 1 22 .472 .499 .021 Tabelle 6: Gruppenvergleich der Hyperaktivität Die Kinder aus der EG zeigen die gewünschte grundlegende Verbesserung ihrer Aufmerksamkeitsleistung. 148 | mup 4|2023 Breitenbach, Gomolla, Wachter - Pferdegestützte Therapie bei Kindern mit ADHS nicht nur ein objektiv erfassbarer und messbarer Zustand, sondern in hohem Maße auch ein subjektives Erleben. Wenn die Daten signifikante erwünschte Therapieeffekte zeigen, sich dies im Erleben der Betroffenen jedoch nicht wiederfindet, kann man wohl nur schwer von einer erfolgreichen Therapie sprechen. Die Ergebnisse aus dem Gruppenvergleich (EG-KG) zur Verringerung der Unaufmerksamkeit in der Fremdbeurteilung sind im Großteil nicht signifikant. Ein Wert, die Inhaltsskala, verfehlte die Signifikanzgrenze nur knapp. Es kann ein Therapieeffekt vermutet werden, der jedoch in weiteren Studien mit einer größeren Stichprobe untermauert werden müsste. Die in den Hypothesen erwartete Reduzierung der Hyperaktivität/ Impulsivität konnte im Prä- Post-Vergleich nicht gestützt werden. Als Erklärung ließe sich anführen, dass in den Studien, die eine Veränderung der Hyperaktivität/ Impulsivität im Zusammenhang mit pferdegestützter Therapie berichten, zusätzlich zum (passiven) Reiten Bewegungsprogramme auf und neben dem Pferd durchgeführt wurden und die höhere körperliche Bewegung gegebenenfalls zu der Verringerung geführt hat. Limitationen Durch zu geringe Stichprobengröße können alle vorliegenden Befunde nicht verallgemeinert werden und aufgrund der Ergebnisse aus dem Gruppenvergleich (EG-KG) lassen sich die beobachteten signifikanten Veränderungen nicht als Therapieeffekte interpretieren. Neben der grundsätzlich geringen Belastbarkeit der Daten sei am Ende noch einmal auf die Besonderheit der Stichprobe verwiesen, die es bei der Interpretation und Würdigung der Ergebnisse zu berücksichtigen gilt. Die ADHSspezifische Symptomatik war, wie bereits erwähnt, zu Beginn der Intervention relativ gering ausgeprägt, weshalb logischerweise nur geringe Verbesserungen erzielt werden konnten. Das Zusammentreffen von kleiner Stichprobe und geringer Symptomausprägung könnte für die geringen Gruppenunterschiede mit verantwortlich gemacht werden. Implikationen für Forschung und Praxis Als abschließendes Fazit lässt sich festhalten, dass alle verfügbaren bisherigen Befunde für die Wirksamkeit pferdegestützter Intervention bei Kindern mit ADHS sprechen, letztendlich jedoch auch weiterhin kontrollierte Studien mit ausreichend großen Stichproben fehlen, auf deren Grundlage die Veränderungen in der ADHS-Kernsymptomatik als Therapieeffekte interpretiert werden können. Die Verringerung der Hyperaktivität und Impulsivität konnte nicht belegt werden. In dem vorliegenden Studiendesign hatten die Kinder eine Reitzeit von lediglich etwa 20 Minuten. Inwieweit eine längere Zeit auf dem Pferd mit passivem und aktivem Reiten zu Effekten bei der Hyperaktivität und Impulsivität führt, wäre in einer weiteren Studie zu klären, in der die Reitdauer in verschiedenen Gangarten variiert wird. Die allgemeine Studienlage und die Ergebnisse der vorliegenden Studie bedeuten für die Praxis, dass eine pferdegestützte Intervention als kindzentrierte Maßnahme in ein multimodales Therapiegefüge mit eingebunden werden kann. Die Kinder der EG nahmen hoch motiviert an der Intervention teil, was durch die bei null liegende Drop-Out-Rate bestätigt wird. Keines der Kinder verpasste eine Interventionseinheit. Weiterhin ist auch festzuhalten, dass es keine Negativ-Befunde in der Studie gab, es also zu keinerlei Verschlechterungen der Symptomatik durch die Intervention kam - dies ist für klinisch-therapeutisches Arbeiten ebenfalls von Bedeutung. Pferdegestützte Intervention kann als kindzentrierte Maßnahme eingebunden werden. Breitenbach, Gomolla, Wachter - Pferdegestützte Therapie bei Kindern mit ADHS mup 4|2023 | 149 Anderen in der Praxis eingesetzten Therapieprogrammen und -verfahren wie beispielsweise verhaltenstherapeutischen Therapieprogrammen (Dreisörner 2006) oder Neurofeedback-Trainings (Holtmann et al. 2009) mangelt es ebenfalls in gleicher Weise an der empirischen Evidenz für Wirkweise und Wirkeffekte. Insofern kann die pferdegestützte Therapie bei Kindern mit ADHS momentan als durchaus gleichwertiges Therapieverfahren angesehen werden und zum Einsatz kommen. Literatur ■ Blanz, M. (2021): Forschungsmethoden und Statistik für die soziale Arbeit: Grundlagen und Anwendungen (2. Auflage). Kohlhammer, Stuttgart ■ Breitenbach, E., Gomolla, A., Machul, D. & Rathgeber, A. (2015): Pferdegestützte Intervention bei Kindern mit ADHS. Erste Überlegungen zu einem Therapiekonzept und zu möglichen Wirkfaktoren. mensch & pferd international, 7(3), 96-108 ■ Breitenbach, E., Gomolla, A., Radek, S. (2021): Pferdegestützte Intervention bei Kindern mit ADHS. Erste Ergebnisse einer Wirksamkeitsstudie. mensch & pferd international, 13 (1), 4-13 ■ Cohen, J. (2009): Statistical power analysis fort he behavioral sciences. Psychology Press, New York ■ Chadwick, Z., Edmondson, A. M. (2022): Engaging with animal assisted interventions (AII): exploring the experiences of young people with ASD / ADHD diagnosis. Support for Learning, 37 (1), 44-61 ■ Chou, C.-C. & Huang, C.-J. (2017): Effects of an 8-week yoga program on sustained attention and discrimination function in children with attention deficit hyperactivity disorder. PeerJournal, 5 ■ Dreisörner, T. (2006). 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(2014): Can Dogs increase children’s attention and concentration performance? A randomised controlled trial. Human-Animal Interaction Bulletin, 2, 21-39 Die AutorInnen Prof. i. R. Dr. Erwin Breitenbach Lehrer an Grund- und Hauptschulen, Diplompsychologe, Professor i. R. für Rehabilitationspsychologie an der Humboldt Universität zu Berlin, Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Sonderpädagogik I der Universität Würzburg Dr. rer. nat. Annette Gomolla Diplom- Psychologin, M. A. Erwachsenenbildung, Geschäftsführung des gemeinnützigen Forschungszentrums GREAT, Leiterin des Instituts für Pferdegestützte Therapie, Vorstandsmitglied im Berufsverband für Fachkräfte Pferdegestützter Interventionen e. V., seit über 20 Jahren in der Pferdegestützten Therapie und Pädagogik tätig Theresa Wachter Kindheitspädagogin B. A. Anschriften Prof. i. R. Dr. Erwin Breitenbach · Am Hirzrain 7 36103 Flieden · breitene@rz.hu-berlin.de Dr. Annette Gomolla Nachfragen bitte an diese Autorin richten. Bruder Klaus Str. 8 · 78467 Konstanz A.Gomolla@great-horses.org 150 | mup 4|2023 Breitenbach, Gomolla, Wachter - Pferdegestützte Therapie bei Kindern mit ADHS ■ Heinzl, S. (2018): Neue S3-Leitlinie „ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen“. Der Neurologe & Psychiater, 19 (60) ■ Holtmann, M., Grasmann, D., Cionek-Szpak, E., Hager, V., Panzner, N., Beyer, A. et al. (2009): Spezifische Wirksamkeit von Neurofeedback auf die Impulsivität bei ADHS. Kindheit und Entwicklung, 18(2), 95-104 ■ Jurícková, V., Bozdechová, A., Machová, K., Vadronová, M. (2020): Effect of Animal Assisted Education with a Dog Within Children with ADHD in the Classroom: A Case Study. Child and Adolescent Social Work Journal, 37, 677-684 ■ Lidzba, K., Christiansen, H., Drechsler, R. (2013). Conners 3, Conners Skalen zu Aufmerksamkeit und Verhalten. Hogrefe Verlag, Göttingen ■ Linderkamp, F. 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