eJournals mensch & pferd international18/1

mensch & pferd international
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1867-6456
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/mup2026.art02d
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2026
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Untersuchung der Wirksamkeit von pferdegestützter (Heil-)Pädagogik im Gruppensetting bei Kindern mit emotional-­sozialem Förderbedarf

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2026
Franca Rosiny
Anne Züll
Vera Tillmann
Der gezielte Einsatz von Pferden kann eine wertvolle Ergänzung im präventiven, rehabilitativen und therapeutischen Kontext sein. Ziel der „EquiKids“- Studie ist, Maßnahmen der pferdegestützten (Heil-)Pädagogik im Gruppensetting bei Kindern mit Förderbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung (ESE, z. B. Impulsivität, aggressives Verhalten, Auffälligkeiten im Gruppenverhalten) zu evaluieren. Im ersten Interventionsjahr nahmen insgesamt 54 Kinder einmal wöchentlich an dem Angebot teil. Fachkräfte beurteilten die Kinder zu Beginn der Intervention, nach dem Schulhalbjahr sowie zu Schuljahresende mithilfe der App EQUITEDO. Die Ergebnisse zeigen signifikante Verbesserungen in den Bereichen psychosoziale, mentale und motorische Funktionen sowie der intra- und interpersonellen Kompetenzen über den Zeitverlauf der Untersuchung. Das hier vorgestellte Zwischenergebnis weist bereits auf positive Effekte der pferdegestützten (Heil-)Pädagogik hin, welche in 2026 mit einer größeren Stichprobe aktualisiert werden.
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4 | mup 1|2026|4-16|© Ernst Reinhardt Verlag, DOI 10.2378 / mup2026.art02d Franca Rosiny, Anne Züll & Vera Tillmann Schlüsselbegriffe: digitales Assessment; biopsychosoziale Entwicklung; ICF; Wirksamkeitsstudie; EQUITEDO® Der gezielte Einsatz von Pferden kann eine wertvolle Ergänzung im präventiven, rehabilitativen und therapeutischen Kontext sein. Ziel der „EquiKids“- Studie ist, Maßnahmen der pferdegestützten (Heil-)Pädagogik im Gruppensetting bei Kindern mit Förderbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung (ESE; z. B. Impulsivität, aggressives Verhalten, Auffälligkeiten im Gruppenverhalten) zu evaluieren. Im ersten Interventionsjahr nahmen insgesamt 54 Kinder einmal wöchentlich an dem Angebot teil. Fachkräfte beurteilten die Kinder zu Beginn der Intervention, nach dem Schulhalbjahr sowie zu Schuljahresende mithilfe der App EQUITEDO. Die Ergebnisse zeigen signifikante Verbesserungen in den Bereichen psychosoziale, mentale und motorische Funktionen sowie der intra- und interpersonellen Kompetenzen über den Zeitverlauf der Untersuchung. Das hier vorgestellte Zwischenergebnis weist bereits auf positive Effekte der pferdegestützten (Heil-)Pädagogik hin, welche in 2026 mit einer größeren Stichprobe aktualisiert werden. Untersuchung der Wirksamkeit von pferdegestützter (Heil-)Pädagogik im Gruppensetting bei Kindern mit emotionalsozialem Förderbedarf Rosiny, Züll, Tillmann - Untersuchung der Wirksamkeit von pferdegestützter (Heil-)Pädagogik mup 1|2026 | 5 Im Rahmen des Projekts „Equitherapy impacts for Kids - EquiKids“ (2024-2026) werden die Effekte pferdegestützter (Heil-)Pädagogik auf Kinder mit einem Förderbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung (ESE) untersucht. Gefördert wird die Studie von der Marga und Walter Boll-Stiftung, der Imhoff Stiftung, der Kämpgen-Stiftung und der Gold- Kraemer-Stiftung. Unter dem Begriff der pferdegestützten (Heil-)Pädagogik werden nach dem Deutschen Kuratorium für therapeutisches Reiten „ganzheitlich orientierte pädagogische Angebote mit dem Pferd […] für Kinder, Jugendliche und Erwachsene“ verstanden (DKThR o. D.). Kinder mit dem Förderbedarf ESE zeichnen sich durch Schwierigkeiten im Bereich der Gefühls- und Verhaltensregulation (externalisierende / internalisierende Verhaltensweisen) aus (Hanisch et al. 2023). Typische Verhaltensweisen sind zum Beispiel Hyperaktivität, Impulsivität, Aggression gegenüber Anderen, Angst, depressive Verstimmungen, Defizite in der Aufmerksamkeit und Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion (Myschker und Stein 2018). In Deutschland hatten im Jahr 2022 17,6 % der Schülerinnen und Schüler, die mit sonderpädagogischer Förderung unterrichtet wurden, einen Förderbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung (ESE) (Statista 2024). Die Notwendigkeit, die Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen, ist groß, da das Risiko einer Chronifizierung herausfordernder Verhaltensweisen erhöht ist und die gesellschaftliche, berufliche sowie die soziale Teilhabe beeinflusst sein kann (Faraone et al. 2021; Petermann et al. 2016; Stein und Müller 2018). Studien weisen auf unterschiedliche mögliche negative Folgen hin (Burke und Loeber 2015). Das Risiko von zeitversetzt auftretenden Schwierigkeiten wie zum Beispiel Schulversagen und -absentismus, Angst, Depression, Substanzmissbrauch und Delinquenz ist bei dieser Zielgruppe deutlich erhöht (Erskine et al. 2016; Haller et al. 2016). Vor diesem Hintergrund ist eine umfängliche, möglichst frühzeitige und kontinuierliche Förderung nötig, welche schulische als auch außerschulische Maßnahmen umfassen sollte (Ringeisen et al.; Hanisch et al. 2023). Die systematische Einbettung des gezielten pädagogischen Einsatzes von Pferden im Förderschulsetting bietet für diverse Zielgruppen eine wertvolle Ergänzung. Die pferdegestützte (Heil-)Pädagogik wird besonders für die individuelle Förderung von herausfordernden Verhaltensweisen und Beeinträchtigungen eingesetzt, die in sozialem Kontext stehen (Hartje 2009). Daher könnte die pferdegestützte (Heil-) Pädagogik im Gruppensetting insbesondere für Kinder und Jugendliche mit einem Förderbedarf ESE, unabhängig der Indikation (neurologisch, psychisch, sozial, kognitiv), eine ganzheitliche Methode zur Förderung darstellen. Pferdegestützte (Heil-)Pädagogik lässt sich dem Oberbegriff pferdegestützte Interventionen zuordnen. Pferdegestützte Interventionen umfassen eine Vielzahl an Maßnahmen mit dem Pferd für diverse Zielgruppen mit unterschiedlich zugrundeliegenden Professionen der Anbietenden (Pülschen 2018). Die Effekte pferdegestützter Interventionen sind vielfältig und können Verbesserungen sowohl auf (senso-)motorischer, mentaler und psychosozialer Ebene erreichen (Keino et al. 2009; Punzo et al. 2022; Stolz und Tillmann 2017; Vermöhlen et al. 2018). Studien haben sich bislang häufig auf einzelne psychische Auffälligkeiten wie Autismus-Spektrum-Störung (ASS) oder Aufmerksamkeitsdefizit-(Hyperaktivitäts-) Störung, AD(H)S, fokussiert, welche zu einem sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich ESE führen können, aber nicht müssen (Hennemann et al. 2020). Bei Kindern und Jugendlichen mit ASS konnten positive Effekte pferdegestützter Interventionen auf das Verhalten (z. B. in den Pferdegestützte (Heil-)Pädagogik im Gruppensetting als ganzheitliche Methode zur Förderung 6 | mup 1|2026 Rosiny, Züll, Tillmann - Untersuchung der Wirksamkeit von pferdegestützter (Heil-)Pädagogik Bereichen Hyperaktivität, Gefühlsausbrüche und Aggression) sowie interpersonelle Interaktionen (z. B. Entwicklung sozialer Kompetenzen, angepasstes soziales Verhalten) und kommunikative Fähigkeiten beobachtet werden (McDaniel Peters und Wood 2017; Zhao et al. 2021). Auch die Lebensqualität, Selbstpflege und funktionellen Fähigkeiten (z. B. Gleichgewicht und Haltungskontrolle) können durch pferdegestützte Interventionen gesteigert werden (McDaniel Peters und Wood 2017). Bei Kindern und Jugendlichen mit AD(H)S zeigen sich positive Effekte von pferdegestützten Interventionen auf das soziale Verhalten und die motorischen Funktionen (Jang et al. 2015) sowie auf exekutive Funktionen und die Aufmerksamkeitsleistung (Breitenbach et al. 2023; Gilboa und Helmer 2020). Das Review von White et al. (2020) weist auf positive Effekte pferdegestützter Interventionen für Kinder mit AD(H)S auf verhaltensbezogene, psychologische und körperliche Symptome hin. Helmer et al. (2021) legten in ihrem systematischen Review den Fokus auf die Evaluation pferdegestützter Interventionen bei Kindern und Jugendlichen mit AD(H)S gemäß der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) (s. Abbildung 1) der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization 2001). Die eingeschlossenen Studien zeigen positive Effekte von pferdegestützten Interventionen auf unterschiedliche Komponenten der ICF. So konnten Verbesserungen der Körperfunktionen und -strukturen (z. B. Verbesserung der mentalen und motorischen Funktionen), der Aktivitäten (z. B. soziales Verhalten) und der Teilhabe (z. B. Beziehungen mit Peers) bei Kindern und Jugendlichen mit AD(H)S beobachtet werden (Helmer et al., 2021). Bei Jugendlichen mit schulischen Schwierigkeiten konnte eine signifikante Verbesserung der emotional-sozialen Kompetenzen nach der Teilnahme an einer pferdegestützten Intervention (Ho et al. 2017) beobachtet werden. Norwood et al. (2021) untersuchten die Auswirkungen eines fünfwöchigen pferdegestützten Programms auf die Aufmerksamkeit und das Verhalten von vulnerablen Jugendlichen mit einem erhöhten Risiko für emotionale Störungen und Verhaltensschwierigkeiten. Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Verbesserung von Verhaltensschwierigkeiten und der Hyperaktivität (Norwood et al. 2021). Stolz und Tillmann (2017) untersuchten Effekte der pferdegestützten (Heil-)Pädagogik im Gruppensetting im Bereich des Voltigierens auf die psychosozialen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen mit dem Förderbedarf ESE. Die teilnehmenden Schüler: innen wurden unter anderem von den Reit- und Voltigierpädagog: innen mithilfe eines selbsterstellten standardisierten Fragebogens auf Grundlage von ausgewählten Verhaltenskategorien der ICF beurteilt. Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Verbesserung der psychosozialen Kompetenzen (u. a. Selbstsicherheit, Mut und soziale Zeichen in Beziehungen) im Verlauf des Schuljahres (Stolz und Tillmann 2017). Trotz der dargelegten Studienlage kommen einige Autor: innen zu dem Schluss, dass es noch immer an kontrollierten, methodisch abgesicherten Wirksamkeitsstudien mit ausreichend hoher Fallzahl mangelt (Anestis et al. 2014; Hauge et al. 2014; Schläffer 2020; White et al. 2020). Zudem fehlen Studien, in denen standardisierte und validierte Erhebungsinstrumente angewendet werden, welche die komplexen Wirkfaktoren pferdegestützter Interventionen zielgerichtet erfassen, wissenschaftlich evaluierbar und international vergleichbar machen (Barzen 2020; Hauge et al. 2014; Schläffer 2020; Stolz et al. 2022b). Die Forschungsgruppe um Stolz et al. entwickelte und validierte daher in der PED-Studie („Pferd, Evaluation, Dokumentation“), gefördert durch die Imhoff Stiftung, Kämpgen-Stiftung und die Marga und Walter Boll-Stiftung, das ICF-basierte Dokumentations- und Evaluationstool zur Messung Positive Effekte von pferdegestützten Interventionen auf das soziale Verhalten Rosiny, Züll, Tillmann - Untersuchung der Wirksamkeit von pferdegestützter (Heil-)Pädagogik mup 1|2026 | 7 von pferdegestützten Interventionen EQUITEDO (Stolz et al. 2022a). Die ICF dient als wissenschaftliche Grundlage für das Verständnis und die Untersuchung der Gesundheit und gesundheitsbezogener Zustände von Menschen und stellt eine international etablierte Sprache dar, wodurch die Kommunikation zwischen verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen weltweit ermöglicht wird (Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information 2005). Zusätzlich erlaubt sie einen internationalen Vergleich von Forschungsergebnissen z. B. zu verschiedenen Interventionsmaßnahmen. Die Grundlage der ICF bildet das bio-psycho-soziale Modell (Abbildung 1), mit dem Ziel, Gesundheit ganzheitlich zu betrachten, wobei die Funktionsfähigkeit (Körperfunktionen und -strukturen; Aktivitäten; Partizipation) eines Menschen als eine Wechselwirkung zwischen Gesundheitsproblem und Kontextfaktoren (Umwelt- und personenbezogene Faktoren) verstanden wird (Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information 2005). Die geplante Studie „EquiKids“ ist ein Folgeprojekt der PED-Studie, in der EQUITEDO angewendet wird. In diesem Zusammenhang bietet sie das Potenzial, die Wirksamkeit der pferdegestützten Intervention auf Grundlage der Kriterien der ICF wissenschaftlich zu evaluieren und eine Einordnung in den internationalen Kontext präventiver, rehabilitativer und teilhabeorientierter Maßnahmen zu ermöglichen. Kurzbeschreibung der „EquiKids“-Studie Ziel der „ EquiKids“-Studie ist es, die Wirksamkeit der pferdegestützten (Heil-)Pädagogik im Gruppensetting bei Kindern mit dem Förderbedarf ESE zu evaluieren. In einer Projektlaufzeit von drei Jahren (2024-2026) werden Effekte der pferdegestützten (Heil-)Pädagogik im längsschnittlichen Studiendesign vertiefend in den Blick genommen. Anhand eines kontrollierten Designs werden über zwei Schuljahre (2024 / 25 und 2025 / 26) Daten von zwei Untersuchungsgruppen erhoben. Die zwei Untersuchungsgruppen sind jeweils in eine Interventionsgruppe (IG) und Kontrollgruppe (KG) aufgeteilt. Die IG nimmt über ein Schuljahr einmal wöchentlich während der Schulzeit an der pferdegestützten (Heil-)Pädagogik im Gruppensetting teil, während die KG dem üblichen Schulalltag ohne zusätzliches Förderangebot nachgeht. Die Gruppierung der Kinder erfolgt in den beteiligten Schulen vor Interventionsstart durch eine gleichmäßige Verteilung der Grundgesamtheit in IG und KG. Die IG wird viermal von (heil-)pädagogischem Fachpersonal sowie Lehrkräften fremdbeurteilt (t0 = zu Beginn der Intervention; t1 = nach dem Schulhalbjahr; t2 = am Ende des Schuljahres, t3 = Follow-up nach den Sommerferien). Die KG wird zu denselben Zeitpunkten durch die Lehrkräfte fremdbeurteilt. Die Kinder werden mittels EQUITEDO (Stolz et al. 2022b) und dem SDQ-Fragebogen (einem Gesundheitsproblem (Gesundheitsstörung oder Krankheit) Körperfunktionen und -strukturen Aktivitäten Partizipation [Teilhabe] personbezogene Faktoren Umweltfaktoren Abb. 1: Das biopsycho-soziale Modell der ICF (Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information 2005, 23) 8 | mup 1|2026 Rosiny, Züll, Tillmann - Untersuchung der Wirksamkeit von pferdegestützter (Heil-)Pädagogik Fragegebogen zur Erfassung von Verhaltensschwierigkeiten) (Goodman 1997) beurteilt. Im Rahmen dieses Artikels werden erste Zwischenergebnisse vorgestellt. Dazu gehören die EQUITEDO-Beurteilungen durch (heil-)pädagogische Fachkräfte der Kinder aus der Interventionsgruppe des ersten Studienjahres (Schuljahr 2024 / 25) ohne die Follow-up-Messung. Folgenden Forschungshypothesen wird in diesem Beitrag nachgegangen: 1. Die pferdegestützte (Heil-)Pädagogik im Gruppensetting führt nach dem Schulhalbjahr und dem ganzen Schuljahr zu einer signifikanten Verbesserung der motorischen, mentalen und psychosozialen Funktionen der Kinder. 2. Die pferdegestützte (Heil-)Pädagogik im Gruppensetting führt nach dem Schulhalbjahr und dem ganzen Schuljahr zu einer signifikanten Verbesserung der inter- und intrapersonellen Fähigkeiten der Kinder. Methode Stichprobe Im ersten Studienjahr (Schuljahr 2024 / 24) nahmen insgesamt 54 Kinder (20 Mädchen, 34 Jungen) im Alter zwischen 7 und Einschlusskriterien: Förderbedarf im Bereich ESE einschließlich: - Beeinträchtigung der emotionalen und sozialen Entwicklung, des Erlebens und der Selbststeuerung - Beeinträchtigungen im emotionalen Erleben und sozialen Handeln - Gestörte Person-Umwelt-Beziehung - Fehlende Lernmotivation, Perspektivlosigkeit/ erhebliche Lern- und Leistungsprobleme - Angststörungen - Depressive und aggressiv-dissoziale Störungen - Hyperkinetische Störungen: Diagnose Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit und ohne Überaktivität (ADS, ADHS) - Adipositas - Autismus - Störungen des Sozialverhaltens und Reifekrisen - Teilleistungsstörungen und dadurch entstandene Sekundärproblematiken (mental, motorisch) - Funktionsstörungen des Stütz- und Bewegungssystems - Kognitive Beeinträchtigungen und Beeinträchtigungen der Wahrnehmung, der Merkfähigkeit, der Aufmerksamkeit Ausschlusskriterien: - Teilnahme an einer pferdegestützten Intervention innerhalb der letzten 12 Monate - Parallele Teilnahme an anderen Interventionsstudien - Körpergewicht über 90 kg - Nicht medikamentös kontrolliertes Anfallsleiden - Keine oder unzureichende Fähigkeit, die Beine zu spreizen, damit das Kind auf dem Pferd sitzen kann - Bekannte schwere Osteoporose; Bekannte schwere Osteoarthritis in der Hüfte - Bekannte schwere Skoliose, die durch die pferdegestützte Intervention verschlimmert werden könnte - Schwere Blutgerinnungsstörungen, bei denen die Gefahr von Hämatomen durch die Intervention besteht - Unzureichend stabile Begleiterkrankungen im Bereich der inneren Medizin, der Gynäkologie und / oder der Chirurgie - Allergie gegen Pferdehaare - Schädigungen von Gehirn, Rückenmark, Muskulatur oder Knochengerüst - Diagnose Krebs - Fehlfunktion von Organen Tab. 1: Ein- & Ausschlusskriterien für die teilnehmenden Kinder (angelehnt an Kontraindikationen des DKThR (2023)) Rosiny, Züll, Tillmann - Untersuchung der Wirksamkeit von pferdegestützter (Heil-)Pädagogik mup 1|2026 | 9 13 Jahren (M = 9.72 ±1.68 Jahre) an der Intervention teil. Zu Beginn konnten insgesamt 63 Kinder in die Studie eingeschlossen werden, allerdings haben neun Kinder nicht das komplette Schuljahr an der Intervention teilgenommen (z. B. aufgrund eines Schulwechsels), sodass diese als Drop-out gelten. Einschlusskriterien waren ein Förderbedarf im Bereich der emotional-sozialen Entwicklung sowie ein ärztliches Gutachten zur Teilnahme an der pferdegestützten (Heil-)Pädagogik (s. Tabelle 1). Das Einverständnis der Eltern und Erziehungsberechtigten wurde im Vorhinein eingeholt. Die Studie wurde zudem von der Ethikkommission der Deutschen Sporthochschule Köln unter der Nummer 025 / 2024 genehmigt. Durchführung Die Studie wurde im Schuljahr 2024 / 25 an sieben Standorten gemeinsam mit zwölf Schulen aus drei Bundesländern durchgeführt. Die pferdegestützte (Heil-)Pädagogik im Gruppensetting (mind. drei Kinder) hat einmal die Woche begleitend zum Schulalltag stattgefunden. Die pferdegestützten Maßnahmen wurden nach standardisierten Bedingungen und Tierschutz-konformen Richtlinien (Durchführungsbestimmungen des DKThR) durchgeführt und von Fachkräften für pferdgestützte (Heil-)Pädagogik (nach DKThR) mit pädagogischem Grundberuf ausgeübt. Die teilnehmenden Kinder wurden dreimal durch die Fachkräfte mittels EQUITEDO fremdbeurteilt (t0 = zu Beginn der Intervention; t1 = nach dem Schulhalbjahr; t2 = am Ende des Schuljahres) (s. Abbildung 2). Untersuchungsinstrumente Zur Erfassung der Effekte der pferdegestützten (Heil-) Pädagogik wird das validierte und ICF-basierte Erhebungs- und Dokumentationstool EQUITEDO (Stolz et al. 2022b) eingesetzt. EQUITEDO ermöglicht auf Grundlage der ICF die Erfassung von biopsychosozialen Aspekten der Funktionsfähigkeit im Kontext pferdegestützter Interventionen, da die einzelnen Items mit konkreten ICF-Codes verknüpft sind. In EQUITEDO werden das Basismodul „Pferdgestützte Therapie und Förderung“ (bestehend aus drei Skalen: motorische Funktionen, psychosoziale Funktionen und mentale Funktionen) mit 25 Items und das Modul „Heilpädagogische Förderung (Gruppensetting)“ (bestehend aus zwei Skalen; interpersonelle und intrapersonelle Funktionen) mit elf Items erhoben. Jedes Item wird auf einer Skala von 1 = „trifft gar nicht zu“ bis 10 = „trifft voll und ganz zu“ von den Fachkräften für pferdgestützte (Heil-)Pädagogik zu den oben genannten drei Messzeitpunkten beurteilt. Datenanalyse Die erhobenen Daten wurden mit der Statistik Software-Programm JASP ausgewertet und analysiert (JASP Team 2025). Die Voraussetzungen für die Varianzanalyse wurde geprüft, sodass eine einfaktorielle ANOVA mit Messwiederholung für jede Subkategorie von EQUITEDO gerechnet werden konnte. Posthoc-Tests korrigiert nach Bonferroni wurden berechnet, um zu überprüfen, zwischen welchen Messzeitpunkten es eine Veränderung gab. Die Effektstärken werden nach Cohen (2013) eingeordnet. So weist d = 0.30 auf einen kleinen Effekt, d = 0.50 auf einen mittleren Effekt und d = 0.80 auf einen großen Effekt hin. Ergebnisse Die Ergebnisse der ANOVA mit Messwiederholung zeigen signifikante Verbesserungen der IG über den Zeitverlauf sowohl Abb. 2: Studiendesign 10 | mup 1|2026 Rosiny, Züll, Tillmann - Untersuchung der Wirksamkeit von pferdegestützter (Heil-)Pädagogik für das Basismodul „Pferdgestützte Therapie und Förderung“ (s. Tabelle 2) als auch für das Subdmodul „Heilpädagogische Förderung (Gruppensetting)“ (s. Tabelle 3) von EQUITEDO. Die ANOVA mit Messwiederholung zeigt einen signifikanten Effekt des Messzeitpunktes für alle drei Subskalen des Basismoduls „Pferdgestützte Therapie und Förderung “. Der Post-hoc-Test korrigiert nach Bonferroni zeigt eine signifikante Verbesserung der psychosozialen Funktionen von t0 zu t1 (p < .001, d = -0.717) und von t0 zu t2 (p <. 001, d = -0.762) mit einem mittleren Effekt. Zwischen t1 und t2 zeigte sich kein signifikanter Unterschied. Für die Subskala „mentale Funktionen“ zeigt der Post-hoc-Test korrigiert nach Bonferroni eine signifikante Verbesserung von t0 zu t1 (p <. 001, d = -0.854) und von t0 zu t2 (p <. 001, d = -0.959) mit einem großen Effekt. Zwischen t1 und t2 zeigte sich kein signifikanter Unterschied. Der Post-hoc-Test korrigiert nach Bonferroni zeigt eine signifikante Verbesserung der motorischen Funktionen von t0 zu t1 (p <. 001, d = -0.727) mit einem mittleren Effekt und von t0 zu t2 (p <. 001, d = -0.848) mit einem großen Effekt. Zwischen t1 und t2 zeigte sich kein signifikanter Unterschied. Die ANOVA mit Messwiederholung zeigt einen signifikanten Effekt des Messzeitpunktes sowohl für die Subskala „intrapersonelle als auch interpersonelle Funktionen“ des Submoduls „Heilpädagogische Förderung (Gruppensetting)“. Der Post-hoc-Test korrigiert nach Bonferroni zeigt eine signifikante Verbesserung der intrapersonellen Funktionen von t0 zu t1 (p <. 001, d = -0.664) mit einem mittleren Effekt und von t0 zu t2 (p < .001, d = -0.850) mit einem großen Effekt. Von t1 zu t2 gab es keinen signifikanten Unterschied. Der Post-hoc-Test korrigiert nach Bonferroni zeigt eine signifikante Verbesserung der interpersonellen Funktionen von t0 zu t1 (p <. 001, d = -0.651) mit einem mittleren Effekt, von t0 zu t2 (p <. 001, d = -0.871) mit einem großen und von t1 zu t2 (p <. 024, d = -0.219) mit einem kleinen Effekt. In Abbildung 3 sind die Mittelwerte der Subskalen des Basismoduls „Pferdgestützte Therapie und Förderung“ und in Abbildung 4 des Submodf Fehler-df F p η² Psychosoziale Funktionen* 1.644 87.130 31.313 < .001 0.371 Mentale Funktionen* 1.764 93.502 51.029 < .001 0.491 Motorische Funktionen* 1.524 80.778 41.574 < .001 0.440 *mit Greenhouse-Geisser-Korrektur Tab. 2: Effekt von Messzeitpunkt auf die Subskalen des Basismoduls „Pferdgestützte Therapie und Förderung“ von EQUITEDO® Tab. 3: Effekt von Messzeitpunkt auf die Subskalen des Submoduls „Heilpädagogische Förderung (Gruppensetting)“ von EQUITEDO® df Fehler-df F p η² Interpersonelle Funktionen* 1.770 93.795 31.606 < .001 0.374 Intrapersonelle Funktionen 2.0 106.0 31.929 < .001 0.376 *mit Greenhouse-Geisser-Korrektur Rosiny, Züll, Tillmann - Untersuchung der Wirksamkeit von pferdegestützter (Heil-)Pädagogik mup 1|2026 | 11 duls „Heilpädagogische Förderung (Gruppensetting)“ zu den drei Messzeitpunkten (t0, t1 und t2) dargestellt. Die Sternchen zeigen die signifikanten Unterschiede zwischen den Mittelwerten an. Diskussion Die Ergebnisse der Beurteilungen durch die Fachkräfte zeigen erstmalig basierend auf den Kriterien der IFC, dass die pferdegestützte (Heil-)Pädagogik im Gruppensetting eine effektive Maßnahme für Kinder mit dem Förderbedarf ESE im schulischen Kontext auf die in dieser Studie untersuchten Parameter darstellt. Die Anwendung des standardisierten ICF-basierten Erhebungsinstruments EQUITEDO innerhalb der „EquiKids“-Studie ermöglicht, die hier gewonnenen Erkenntnisse im Gesundheits- und Rehabilitationssystem einzuordnen und vergleichbar zu machen. Abb. 3: Basismodul „Pferdgestützte Therapie und Förderung“ Abb. 4: Submodul „Heilpädagogische Förderung (Gruppensetting)“ 12 | mup 1|2026 Rosiny, Züll, Tillmann - Untersuchung der Wirksamkeit von pferdegestützter (Heil-)Pädagogik Die pferdegestützte (Heil-)Pädagogik im Gruppensetting konnte sowohl psychosoziale, mentale und motorische (Hypothese 1) als auch intrapersonelle und interpersonelle Funktionen (Hypothese 2) von Kindern mit einem Förderbedarf im Bereich ESE positiv beeinflussen. Im Bereich der psychosozialen Funktionen (z. B. psychische Stabilität, Motivation, Affektkontrolle) zeigt sich im Vergleich zum Beginn des Schuljahres eine signifikante Verbesserung zum Schulhalbjahr und Schuljahresende mit einem mittleren Effekt. Zwar zeigten sich im Basismodul keine signifikanten Verbesserungen zum Schuljahresende im Vergleich zum Schulhalbjahr, jedoch weisen die Analysen auf eine Stabilisierung psychosozialer, mentaler und motorischer Funktionen hin. Eine weitere Teilnahme an dem Angebot zeigt also, dass die nach einem Schulhalbjahr erworbenen Kompetenzen aufrechterhalten werden können. Damit werden Erkenntnisse vorausgegangener Studien bestätigt. Stolz und Tillmann (2017) beobachteten bei derselben Zielgruppe ebenfalls eine signifikante Verbesserung der psychosozialen Kompetenzen, insbesondere in Bezug auf die Gruppe, über ein Schuljahr. Trotter et al. (2008) stellten in ihrer experimentellen Studie eine Reduktion von Aggression sowie eine Verbesserung des sozialen Verhaltens bei Schüler: innen nach einer 12-wöchigen pferdegestützten Intervention fest. Die signifikante Verbesserung der mentalen Funktionen in der vorliegenden Studie (z. B. Selbstwahrnehmung, Abrufen von Gedächtnisinhalten) zum Schulhalbjahr und Schuljahresende im Vergleich zum Schuljahresbeginn kann mit einer großen Effektstärke beschrieben werden. Die hier vorgestellten Ergebnisse schließen sich an die Studienergebnisse von Gilboa und Helmer (2020) sowie Breitenbach et al. (2023) an, welche in ihren Studien signifikante Verbesserungen der exekutiven Funktionen sowie der Aufmerksamkeitsleistung durch die pferdegestützten Intervention bei Kindern mit AD(H)S beobachten konnten. Im Bereich der motorischen Funktionen (z. B. vestibuläre Funktionen, Funktionen des Muskeltonus) zeigt sich im Vergleich zum Beginn des Schuljahres eine signifikante Verbesserung zum Schulhalbjahr mit mittleren Effektstärken und Schuljahresende mit großen Effektstärken. In ihrer Untersuchung konnten Jang et al. (2015) bei Kindern mit AD(H)S einen positiven Effekt auf motorische Fähigkeiten durch die pferdegestützte Interventionen erfassen. Motorische Fähigkeiten hängen mit der Entwicklung kognitiver, aber auch emotionaler und sozialer Kompetenzen zusammen (Adolph und Hoch 2020). Daher könnte eine Verbesserung der motorischen Funktionen durch die pferdegestützte (Heil-)Pädagogik indirekt auch die emotional-sozialen Kompetenzen positiv beeinflussen und damit spezifisch an den Förderbedarf ESE anknüpfen. Die positiven Effekte der pferdegestützten (Heil-)Pädagogik zeigen sich in der vorliegenden Untersuchung besonders in Bezug auf gruppenspezifische Effekte, welche in EQUITEDO durch das Submodul „Heilpädagogische Förderung (Gruppensetting)“ erfasst wurden. Hier konnten signifikante Verbesserungen der interpersonellen (z. B. soziale Interaktionen, Beziehungen eingehen) und intrapersonellen Funktionen (z. B. Probleme lösen, Funktionen der psychischen Energie und des Antriebs) vom Schuljahresbeginn zum Schulhalbjahr mit mittleren Effektstärken und vom Schuljahresbeginn zum Schuljahresende mit großen Effektstärken erfasst werden. Weiterhin konnte eine Verbesserung der interpersonellen Kompetenzen vom Schulhalbjahr zum Schuljahresende mit kleiner Effektstärke beobachtet werden. Dies deutet darauf hin, dass eine Interventionsdauer von einem Schuljahr sinnvoll ist, um gruppenspezifische Kompetenzen (z. B. Umgang mit anderen) umfassend zu fördern. Weiss- Positive Effekte auf inter- und intrapersonelle Funktionen; z. B. soziale Interaktion & Impulskontrolle Rosiny, Züll, Tillmann - Untersuchung der Wirksamkeit von pferdegestützter (Heil-)Pädagogik mup 1|2026 | 13 Dagan et al. (2022) weisen darauf hin, dass die Interaktion mit dem Pferd sowie die Beziehung zum Pferd die Kernmechanismen zur Förderung verschiedener psychologischer, verhaltens- und beziehungsbezogener Fähigkeiten darstellen. Die hier vorliegenden Studienergebnisse knüpfen an Erkenntnisse aus vorangegangenen Studien an, in denen positive Effekt auf die Sozialkompetenz, Kommunikationsfähigkeit und Interaktionsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen durch pferdegestützte Interventionen im Gruppensetting beobachtet werden konnten (Burgon 2011; Mc- Daniel Peters und Wood 2017; Zhao et al. 2021). Die Ergebnisse der vorliegenden Studie und früheren Untersuchungen weisen darauf hin, dass vor allem die Förderung emotionaler und sozialer Kompetenzen in Bezug auf die Gruppe von Kindern mit dem Förderbedarf ESE durch das Gruppenangebot ermöglicht wird. Ausblick Die vorliegende Untersuchung konnte erstmalig positive Effekte der pferdegestützten (Heil-)Pädagogik auf die hier untersuchten Parameter auf Grundlage der ICF messbar machen und ermöglicht damit eine Vergleichbarkeit mit anderen Interventionsmaßnahmen im Gesundheitssystem. Die pferdegestützte (Heil-)Pädagogik hat schon nach einem halben Jahr positive Effekte auf die biopsychosoziale Funktionsfähigkeit von Kindern mit dem Förderbedarf ESE, welche durch eine weitere Teilnahme über die zweite Schuljahreshälfte aufrechterhalten werden können. Die Maßnahme im Gruppensetting scheint besonders wirksam für gruppenspezifische Faktoren (wie z. B. die Interaktionsfähigkeit) zu sein. Die signifikante Verbesserung in der zweiten Interventionshälfte deutet darauf hin, dass eine Interventionsdauer von einem Schuljahr eine umfassende Förderung gruppenspezifischer Kompetenzen ermöglicht. Fraglich bleibt, ob die positiven Effekte langfristig aufrechterhalten werden können. Um dies zu untersuchen, ist im Rahmen der „ EquiKids“-Studie eine Follow-up-Messung nach den Sommerferien geplant, die Aufschluss über nachhaltige Effekte pferdegestützter Interventionen geben soll (die Daten liegen zur Zeit der Artikelerstellung noch nicht vor). Bisher können noch keine Aussagen darüber getroffen werden, ob sich die beobachteten positiven Effekte auch auf andere Bereiche übertragen lassen. Dies wird im Rahmen der „EquiKids“-Studie untersucht, indem Lehrkräfte das Verhalten der teilnehmenden Kinder im Schulalltag beurteilen. Weiterhin wird eine Kontrollgruppe erfasst, welche nicht an der pferdegestützten (Heil-)Pädagogik teilnimmt, um mögliche Unterschiede zwischen (heil-)pädagogischer Förderung mit dem Pferd und keiner spezifischen zusätzlichen Förderung feststellen zu können. Über Ergebnisse dieser Schwerpunkte wird zu einem anderen Zeitpunkt berichtet. Zusätzlich findet die „EquiKids“-Studie über zwei Schuljahre statt, sodass die Effekte der pferdegestützten (Heil-)Pädagogik anhand einer größeren Stichprobe evaluiert werden können. Weiterführende Forschung mit Anwendung von standardisierten ICF-basierten Erhebungsinstrumenten, mit randomisiert-kontrolliertem Studiendesign und Untersuchungen, in denen die pferdegestützte (Heil-)Pädagogik mit einer anderen Fördermaßnahme verglichen wird, sind nötig, um die Wirksamkeit gegenüber anderen Maßnahmen zu untersuchen. Dies kann dazu beitragen, die Leistungsträger zukünftig von der Effektivität pferdegestützter (heil-)pädagogischer Maßnahmen zu überzeugen und eine Kostenübernahme zu erleichtern. Dies würde es mehr Kindern mit dem Förderbedarf ESE im und außerhalb des Settings Schule ermöglichen, an pferdgestützten Interventionen teilnehmen zu können. Die Teilnahme über ein Schuljahr ermöglicht eine umfassende Förderung gruppenspezifischer Kompetenzen. 14 | mup 1|2026 Rosiny, Züll, Tillmann - Untersuchung der Wirksamkeit von pferdegestützter (Heil-)Pädagogik Herzlichen Dank an unsere Praxispartnerinnen: Nicolette Böhm, Elena Brück, Désirée Frerichs, Steffi Halupnik, Inga Nelle, Bianca Pathmann, Anja Reinhardt, Veronique Todisco und Antje Vier. Literatur ■ Adolph, K. E., Hoch, J. E. (2020): The Importance of Motor Skills for Development. Nestle Nutrition Institute workshop series 95, 136-144, http: / / dx.doi.org/ 10.1159/ 000511511 ■ Anestis, M. D., Anestis, J. C., Zawilinski, L. L., Hopkins, T. A., Lilienfeld, S. O. (2014): Equinerelated treatments for mental disorders lack empirical support: a systematic review of empirical investigations. Journal of clinical psychology 70 (12), 1115-1132, http: / / dx.doi.org/ 10.1002/ jclp.22113 ■ Barzen, A. 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Rehabilitation, Prävention und Gesundheitsmanagement, seit 2024 tätig als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport (FIBS) gGmbH; Projekte: EquiKids und MS Hippo II Anne Züll Diplomsportwissenschaftlerin, seit 2013 tätig als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport (FIBS) gGmbH; Projekte: EquiKids und InBiA Dr. Vera Tillmann Diplom-Pädagogin, seit 2016 wissenschaftliche Leiterin und Prokuristin des Forschungsinstituts für Inklusion durch Bewegung und Sport (FIBS) gGmbH Anschriften Franca Rosiny · Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport (FIBS) gGmbH · - An-Institut der Deutschen Sporthochschule Köln · Paul-R-Kraemer-Allee 100 50226 Frechen-Buschbell · rosiny@fi-bs.de Anne Züll · Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport (FIBS) gGmbH · - An-Institut der Deutschen Sporthochschule Köln · Paul-R-Kraemer-Allee 100 50226 Frechen-Buschbell · zuell@fi-bs.de Dr. Vera Tillmann · Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport (FIBS) gGmbH · - An-Institut der Deutschen Sporthochschule Köln · Paul-R-Kraemer-Allee 100 50226 Frechen-Buschbell · tillmann@fi-bs.de