mensch & pferd international
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1867-6456
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/mup2026.art11d
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Das Therapiepferd - Über die Auswahl geeigneter Individuen
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Ruth Herrmann
Wie die Erfahrung zeigt, sind Pferde, Ponys und Esel sehr geschätzte und wertvolle Co-Therapeuten für diverse Bereiche. Schon ihre Anwesenheit wird von vielen Menschen als wohltuend und hilfreich empfunden. Die Präsenz des großen Tieres zieht die Aufmerksamkeit auf sich, viele Menschen empfinden es als wohltuend, das Fell und die Körperwärme zu fühlen. Interaktionen und Zuwendung werden meist als beglückend empfunden. Besonders bei Pferden und Ponys ist die Möglichkeit, getragen zu werden und sich bewegen zu lassen.
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74 | mup 2|2026|74-79|© Ernst Reinhardt Verlag, DOI 10.2378 / mup2026.art11d Ruth Herrmann Praxistipp Das Therapiepferd - Über die Auswahl geeigneter Individuen Wie die Erfahrung zeigt, sind Pferde, Ponys und Esel sehr geschätzte und wertvolle Co-Therapeuten für diverse Bereiche. Schon ihre Anwesenheit wird von vielen Menschen als wohltuend und hilfreich empfunden. Die Präsenz des großen Tieres zieht die Aufmerksamkeit auf sich, viele Menschen empfinden es als wohltuend, das Fell und die Körperwärme zu fühlen. Interaktionen und Zuwendung werden meist als beglückend empfunden. Besonders bei Pferden und Ponys ist die Möglichkeit, getragen zu werden und sich bewegen zu lassen. In meiner Arbeit als verhaltensmedizinisch tätige Tierärztin und als Beteiligte an der Ausbildung pferdegestützter Therapeut: innen treffe ich aber auch auf Situationen, die alles andere als optimal sind. Auch Therapiepferde können durch ihre Arbeit überfordert werden und sowohl körperliche als auch psychische Symptome zeigen. Auf das individuelle Wohlbefinden haben Faktoren wie Haltung, Gesundheit, Beziehungen, Training und Therapieeinsatz einen Einfluss. Im Einzelfall geht es darum, herauszufinden, welche Aspekte für das betroffene Tier problematisch sind und wie diese verbessert werden können. So kann es vorkommen, dass in einer unharmonischen Pferdegruppe ein Tier ständig unter Spannung steht, weil es einem anderen ausweichen muss und es dadurch zu wenig zur Ruhe kommt, sich nicht hinlegen kann und bei der Futteraufnahme ständig wachsam sein muss. Je nach Persönlichkeit resignieren einige betroffene Tiere, wirken uninteressiert und in sich gekehrt. Andere werden empfindlich auf Berührungen, weil sie durch die ständige Anspannung in eine Art Schmerzzustand kommen. Ich erwähne solche Beispiele, um zu verdeutlichen, dass es sinnvoll ist, eine ausführliche Anamnese zu machen und sich nicht vorschnell auf einzelne Symptome zu fokussieren. Dementsprechend kann die Therapie aus Anpassungen des Haltungssystems oder des Managements bestehen, aber auch manuelle Therapie, Training, falls nötig Medikation und weitere Maßnahmen umfassen. Manchmal sind wir aber auch mit der Situation konfrontiert, dass sich ein individuelles Tier nicht für den spezifischen Einsatz eignet. Daher möchte ich diese Frage etwas genauer erörtern. Die erste und grundlegende Frage ist, für welchen therapeutischen Bereich soll das Pferd oder Pony eingesetzt werden können? Muss es dafür spezielle physische und psychische Voraussetzungen mitbringen? Wie sind die Ressourcen der Therapieeinrichtung verteilt? Wie sieht es mit den Fähigkeiten aus, die Tiere für ihren Einsatz zu trainieren und ist ausreichend Zeit dafür vorhanden? Beachten von physischen Kriterien Physische Eigenschaften sind von großer Bedeutung, wenn Pferde im therapeutischen Setting auch geritten werden. Kraft und Balance sind besonders durch schwere Klient: innen oder solche ohne oder mit übermäßiger Körperspannung gefordert. Der Praxistipp: Herrmann - Das Therapiepferd - Über die Auswahl geeigneter Individuen mup 2|2026 | 75 Tragfähigkeit sollte in diesem Zusammenhang eine große Bedeutung beigemessen werden. (Hierzu können Sie Genaueres in mup 3 / 2024 nachlesen, in welcher diesem Thema ein ganzer Beitrag gewidmet wurde). Bemerkenswert ist, dass Tragfähigkeit nur begrenzt mit Größe und Muskelmasse zu tun hat. Wesentlich zentraler ist das ganze Zusammenwirken des Bewegungsapparates: Sind die Proportionen des Pferdes harmonisch oder gibt es Schwachstellen? Wirken Muskel- und Bindegewebe so zusammen, dass das Pferd eine für seinen Einsatz passende Körperspannung hat und mit minimalem Training mit Belastungen gut umgehen kann? Die Zucht vieler Pferde hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Ursprünglich wurden Pferde und Ponys für den Arbeitseinsatz genutzt. Einige Rassen dienten mehr dem Renommee; aber auch bei diesen war Härte und Gesundheit ein wichtiges Kriterium. In jüngster Zeit sind sportlicher Einsatz, Eleganz und spektakuläre Bewegungen mehr ins Zentrum züchterischer Interessen gerückt. Die Qualität der gezüchteten Pferde ist gestiegen, worunter meistens verstanden wird, dass sie tolle Bewegungen und / oder Springvermögen bereits mitbringen. Diese Zuchtziele beeinflussen auch viele ältere Nutzungsrassen, welche früher für ihre Stabilität und Ruhe bekannt waren. Solche Pferde bringen meistens weniger Stabilität mit, was bedeutet, dass sie durch ihre Reiter viel leichter aus dem Gleichgewicht zu bringen sind. Geübte sportliche Reiter: innen finden sie rittiger, aber Balance und Kraft müssen gezielt trainiert werden. Grundsätzlich wird das Gleichgewicht zwischen Pferd und Reiter rascher gestört, Pferde reagieren in unterschiedlicher Weise darauf. Sie gehen nicht vorwärts oder werden eilig, sind schlecht zu bremsen oder können nicht stillstehen. Manche werden schreckhaft, weil sie sich grundsätzlich unsicher fühlen. In vielen Köpfen steckt immer noch, dass so ein bisschen Schrittreiten ja keine Belastung darstellt. Gerade für solche „weichen“ Pferde trifft das aber besonders wenig zu. Wer nach einem längeren Stadtbummel schon mal Rückenschmerzen hatte, kann aber nachvollziehen, dass langsame Bewegung ohne viel Körperspannung längerfristig nicht gut für das Wohlbefinden ist. Darum sollten gerittene Therapiepferde regelmäßig gymnastisch gearbeitet werden, wozu auch schwungvolles Vorwärts in allen Gangarten gehört. Sicher ist es auch zu empfehlen, sie ihren individuellen Bedürfnissen entsprechend regelmäßig manualtherapeutisch behandeln zu lassen. Art und Dauer der Einsätze als Kriterien Die Voraussetzungen für Therapietiere richten sich natürlich sehr stark nach Art und Frequenz des geplanten Einsatzes. Hier ist je nach Ausrichtung und Art der Arbeit sehr vieles möglich. So gibt es auch ganz unterschiedliche Settings, zum Beispiel arbeiten in einer Strafanstalt inhaftierte Männer mit Eseln aus dem Tierschutz. In einigen weckt die Arbeit mit den introvertierten Tieren, welche sorgfältig und über Vertrauen zur Mitarbeit gewonnen werden müssen, das eigene empathische Empfinden. Gerade in Bereichen, wo Empathie und Beziehung im Zentrum stehen, gibt es viele tolle Möglichkeiten, Verhaltensbereicherung und Motivation gezielt zu fördern. Das positive Ergebnis für die Tiere führt zur Zufriedenheit aller. Hier können auch Tiere mit Erfolg eingesetzt werden, welche sich auf den ersten Blick nicht unbedingt für einen Einsatz als Co- Therapeuten anbieten. Sobald man aber mit Kindern oder verletzlichen Personen arbeitet, sind ruhige, nicht aggressive Persönlichkeitsmerkmale der tierischen Co-Therapeuten von großer Bedeutung. Beurteilung der Persönlichkeit Es gibt einige Ansätze, die Persönlichkeit von Pferden einzuteilen oder auch zu testen. Verglichen mit den wissenschaftlichen Grundlagen in der Humanpsychologie ist die Studienlage bei Pferden aber noch relativ dünn. Nichtsdestotrotz sind einige Ansätze sehr interessant und bis zu einem gewissen Grad validiert, also verlässlich. Die französische Verhaltensforscherin Lea Lansade befasst sich seit vielen Jahren mit Verhaltenstests bei Pferden und der möglichen Vorhersagekraft für ausgewählte Leistungen. In ihrem Test prüft sie die Eigenschaften „Bewegungsdrang“, „Herdentrieb“, „taktile Sensibilität“, „Ängstlichkeit“ und „Nähe zum Menschen“. Bei der Entwicklung der Tests legten die Forscher: innen Wert darauf, dass sie unter möglichst einfachen Bedingungen durchgeführt werden können. Eine spezielle Herausforderung bei Verhaltenstests besteht darin, dass die anwesenden Menschen das Pferd möglichst nicht beeinflussen. Darum 76 | mup 2|2026 Praxistipp: Herrmann - Das Therapiepferd - Über die Auswahl geeigneter Individuen bewegen sich die Tiere frei und werden nicht geführt. Das zu testende Pferd oder Pony wird in einem Viereck/ Paddock freigelassen, der im bekannten Umfeld aufgebaut ist. Der Paddock misst ca. 6 mal 9 Meter und wird auf sicherem, aber nicht fressbarem Untergrund aufgestellt. Nebenan steht ein anderes Pferd oder Pony, damit das zu testende Tier nicht alleine ist. Die taktile Sensibilität wird mit einem Von- Frey-Filament links oder rechts des Widerrists getestet. Diese Filamente gibt es in unterschiedlichen Stärken. Das feinste entspricht etwa dem Reiz eines Insektenbeins. Zittert das Pferd mit der Haut bei der Berührung durch das Filament, ist der Test positiv. Empfindliche Pferde reagieren auf feinste Berührungen, weniger empfindliche erst bei dickeren Filamenten. Beim Test „Nähe zum Menschen“ stellt sich eine dem Pferd unbekannte Person in das Viereck, ohne mit dem Pferd zu interagieren. Hier beurteilt man, ob das Pferd Kontakt mit der Person aufnimmt, wie lange der Kontakt dauert und welcher Art er ist. Manche Pferde zeigen keinerlei Interesse an der Person oder fürchten sich sogar. Andere gehen umgehend hin, beschnuppern die Person, bleiben neben ihr stehen oder werden geradezu aufdringlich. Die Person ist angewiesen möglichst ruhig und teilnahmslos zu bleiben; darf sich aber verteidigen, falls ein Pferd zu aufdringlich wird. „Bewegungsdrang“ und „Herdentrieb“ werden geprüft, indem das Begleitpferd weggeführt wird. Nun beobachtet man einerseits, ob und wie sich das Pferd bewegt. Steht es einfach da und schaut, bewegt es sich im Schritt oder Trab oder galoppiert es hektisch herum, bockt und steigt es eventuell auch? Andererseits wird erfasst, ob und wie oft es wiehert, also nach dem anderen Pferd ruft. Dieses Verhalten korreliert gut mit dem Herdentrieb. Beim Test für die „Ängstlichkeit“ wird dem Pferd am Rande des Vierecks schmackhaftes Futter aus einem Becken angeboten. Neben dem fressenden Pferd wird ein Schirm geöffnet, um eine Schreckreaktion zu bewirken. Einerseits wird die Schreckreaktion beurteilt, andererseits anschließend beobachtet, ob und wie schnell das Pferd wieder zum Futterbecken zurückkehrt und zu fressen beginnt. Manche Pferde springen schnell und weit weg, kehren aber sofort zum Abb. 1: Test der taktilen Sensibilität (alle Abb.: © Agroscope, SNG) Abb. 2: Test - Nähe zum Menschen Abb. 3: Test zum Herdendrang / Bewegungsdrang Praxistipp: Herrmann - Das Therapiepferd - Über die Auswahl geeigneter Individuen mup 2|2026 | 77 Futter zurück. Andere brauchen mehr Zeit, um sich dem Futter wieder anzunähern. Wiederum andere trauen sich während der Beobachtungszeit gar nicht mehr hin. Weitere Pferde zucken nur kurz zurück und fressen gleich wieder weiter. Das Schweizer Nationalgestüt in Avenches hat mit diesen Tests weiter gearbeitet, sie für die Zucht des Freibergerpferds eingesetzt und Eignungen und Verfeinerungen für die Praxis und Forschung getestet. Es wäre durchaus interessant zu prüfen, wie bereits im Einsatz stehende Therapiepferde, deren Eignung gut bekannt ist, in einem vergleichbaren Verhaltenstest abschneiden und die Ergebnisse mit der Beurteilung der Therapeut: innen zu vergleichen. So könnte man einen ersten Eindruck gewinnen, inwiefern der Verhaltenstest bei der Auswahl neuer Therapiepferde hilfreich sein könnte. Als Hypothese würde ich postulieren, dass Pferde für die Reittherapie oder Therapie mit Kontakt zu verletzlichen Menschen in den Testbereichen „Sensibilität“, „Bewegungsdrang“, „Herdentrieb“ und „Ängstlichkeit“ einen niedrigen Wert und im Testbereich „Nähe zum Menschen“ einen mittleren bis hohen Wert aufweisen. Im letzten Testbereich ist sicher zu beachten, wie diese Interaktion aussieht. Ruhige und neugierige Kontaktaufnahme ist sicher positiv, eher stürmisches, spielerisches oder aggressives Verhalten aber nicht wünschenswert. Aggressives Verhalten ist in Zusammenhang mit einem therapeutischen Einsatz grundsätzlich kritisch zu sehen. Als weiterer Persönlichkeitsaspekt ist die Extraversion oder Introversion eines Tieres von praktischer Bedeutung. Extravertierte Tiere zeigen ihren Gemütszustand deutlich, auch Anzeichen von Stress und Furcht sind bei ihnen gut zu erkennen. Introvertierte Tiere sind schwieriger lesbar, weil ihr Gemütszustand deutlich schlechter zu erkennen ist. Deshalb besteht hier viel mehr die Gefahr, dass Stressanzeichen übersehen werden. Dies kann einerseits gefährlich sein, weil bei Überschreiten der Reaktionsschwelle die Stressreaktion als unvorhersehbar oder unbere- Abb. 4 & 5: Test zur Ängstlichkeit Abb. 6: Entdecken neuer Gegenstände 78 | mup 2|2026 Praxistipp: Herrmann - Das Therapiepferd - Über die Auswahl geeigneter Individuen chenbar wahrgenommen wird, andererseits kann das Wohl des Tieres leiden, weil seine Belastung nicht ausreichend wahrgenommen wird. Sebastian McBride hat Zusammenhänge der Physiologie des Striatums mit der Stressreaktion bei unterschiedlichen Tieren untersucht. Tiere mit einer aktiven Stressbewältigung entwickeln im Kontext mit chronischem Stress eher stereotypes Verhalten. Tiere mit passiven Coping-Strategien verfallen bei chronischem Stress eher in einen depressionsartigen Zustand, zeigen also kaum mehr Gefühle. Wir sind immer noch nicht besonders gut darin, Schmerzzustände bei Pferden zu erkennen. Gerade chronische Schmerzen werden ertragen und betroffene Tiere zeigen unterschiedliche Grade von erlernter Hilflosigkeit. Kompensationen und Abwehrreaktionen werden oft als Marotten wahrgenommen. Auch auf diesem Gebiet gibt es verschiedene Ansätze, Schmerz und Unwohlsein besser zu verstehen und zu erkennen. Equine Pane Face, Horse Grimace Scale und das Ridden Horse Pain Ethogram von Sue Dyson sind publizierte Studien zu diesem Thema. Es braucht hier sicher noch mehr Vertiefung und ethologische Arbeit. Wir sehen, dass Kriterien sich nach Schmerzqualität und Umständen anders zeigen können und auch, dass es individuelle Unterschiede gibt. Um das Tierwohl bei zur Therapie eingesetzten Tieren zu gewährleisten, erachte ich es als wichtig, einen kritischen Diskurs zu pflegen. Der wissenschaftliche Ansatz ist dazu geeignet, unsere Wahrnehmung und Bewertung zu hinterfragen und zu überprüfen. In meiner Praxis nehme ich die Erkenntnisse und Diskussionen zusammen mit meiner persönlichen Erfahrung als hilfreiche Grundlage für Beurteilungen und Abwägungen im Einzelfall wahr. Ich danke Christa Wyss von Agroscope Schweizer Nationalgestüt für den anregenden Austausch zum Thema. Literaturverzeichnis und weiterführende Literatur ■ Dalla Costa, E., Minero, M., Lebelt, D., Stucke, D. & Canali, E. (2014): Development of the Horse Grimace Scale (HGS) as a pain assessment tool in horses undergoing routine castration. PLoS One, PLOS. https: / / doi.org/ 10.1371/ journal. pone.0092281 ■ Dyson, S. (2022): The ridden horse pain ethogram. Equine Veterinary Education, Wiley. https: / / doi.org/ 10.1111/ eve.13468 ■ Gleerup, K. B., Forkman, B. & Lindegaard, C. (2015): An equine pain face. Veterinary Anaesthesia and Analgesia, Elsevier. https: / / doi. org/ 10.1111/ vaa.12212 ■ Lansade, L. & Simon, F. (2010): Horses‘ learning performances are under the influence of several temperamental dimensions. Applied Animal Behaviour Science 125(1-2): 30-37. https: / / doi. org/ 10.1016/ j.applanim.2010.02.010 ■ Lansade, L., Bonneau, C. & Parias, C. et al. (2019): Horse’s emotional state and rider safety during grooming practices, a field study. Applied Animal Behaviour Science 217, 43-47. https: / / doi.org/ 10.1016/ j.applanim.2019.04.017 ■ Lansade, L., Bouissou, M. F. & Boivin, X. (2007): Temperament in preweanling horses: development of reactions to humans and novelty, and startle responses. Developmental Psychobiology. https: / / doi.org/ 10.1002/ dev.20233 Die Autorin Ruth Herrmann Tierärztin, Dipl. Verhaltensmedizin STVV, Ruth Herrmann hat sich seit jeher für das Verhalten von Tieren interessiert. Nach Abschluss des Veterinärmedizin-Studiums arbeitete sie ein Jahr in der Verhaltensforschung, dann einige Jahre in der kurativen Praxis und absolvierte begleitend eine ausführliche Weiterbildung in Verhaltensmedizin. Seit über zwanzig Jahren ist sie in der Verhaltensmedizinischen Praxis tätig und hat sich im Verlaufe der Jahre immer mehr auf Pferdeverhalten und -training konzentriert. Ihre Tätigkeit umfasst neben der Praxis auch Lehre an der Veterinärmedizinischen Fakultät und weiteren Institutionen, sowie Pferdetraining und Unterricht. Kontakt verhaltenstierarzt@ggs.ch Praxistipp: Herrmann - Das Therapiepferd - Über die Auswahl geeigneter Individuen mup 2|2026 | 79 ■ Lansade, L., Bouissou, M.-F. & Erhard, H. W. (2008a): Reactivity to humans: a temperament trait of horses which is stable across time and situations. Applied Animal Behaviour Science. https: / / doi.org/ 10.1016/ j.applanim.2008.04.012 ■ Lansade, L., Bouissou, M.-F. & Erhard, H. W. (2008b): Fearfulness in horses: a temperament trait stable across time and situations. Applied Animal Behaviour Science. https: / / doi. org/ 10.1016/ j.applanim.2008.06.011 ■ Lansade, L., Colson, V., Parias, C. et al. (2020): Female horses spontaneously identify a photograph of their keeper, last seen six months previously. Scientific Reports. https: / / doi. org/ 10.1038/ s41598-020-62940-w ■ Lansade, L., Marchand, A. R., Coutureau, E., Ballé, C., Polli, F. & Calandreau, L. (2017): Personality and predisposition to form habit behaviours during instrumental conditioning in horses (Equus caballus). PLoS ONE 12(2): e0171010. https: / / doi.org/ 10.1371/ journal.pone.0171010 ■ Lansade, L., Nowak, R., Lainé, A.-L., Leterrier, C., Bonneau, C., Parias, C. & Bertin, A. (2018): Facial expression and oxytocin as possible markers of positive emotions in horses. Scientific Reports, Nature Publishing Group. https: / / doi. org/ 10.1038/ s41598-018-32993-z ■ Lansade, L., Pichard, G. & Leconte, M. (2008): Sensory sensitivities: components of a horse’s temperament dimension. Applied Animal Behaviour Science. https: / / doi.org/ 10.1016/ j. applanim.2008.02.012 ■ McBride, S. (2005): Altered mesoaccumbens and nigro-striatal dopamine physiology is associated with stereotypy development in a nonrodent species. Behavioural Brain Research, Elsevier. https: / / doi.org/ 10.1016/ j.bbr.2004.10.014 ■ McBride, S. D., Parker, M. O., Roberts, K. & Hemmings, A. (2017): Applied neurophysiology of the horse; implications for training, husbandry and welfare. Applied Animal Behaviour Science, Elsevier. https: / / doi.org/ 10.1016/ j. applanim.2017.02.014 Bewegung über die Lebensspanne Das Lehrbuch vermittelt die Grundlagen der Psychomotorik und bietet eine Orientierung über Bezugstheorien und aktuelle Forschungserkenntnisse, die auf psychomotorische Theorie und Praxis wirken. Die psychomotorische Praxis über die Lebensspanne wird vorgestellt und Planung, Diagnostik und Kooperation mittels Fallbeispielen und Abbildungen anschaulich erklärt. Ein umfangreicher Serviceteil mit psychomotorischen Institutionen rundet das Werk ab. Neu in der 2. Auflage: Aktualisierung der Kapitel Inklusion und Diagnostik und Ergänzung des Exkurses ICF-Orientierung. Stefanie Kuhlenkamp Lehrbuch Psychomotorik 2., überarbeitete Auflage 2022. 238 Seiten. 53 Abb. 9 Tab. utb-L (978-3-8252-8820-4) kt a w
