mensch & pferd international
2
1867-6456
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/mup2026.art19d
2_018_2026_4/2_018_2026_4.pdf101
2026
184
Herausfordernde Übergänge im Leben gelingender gestalten - niederschwellige Unterstützung durch Pferde
101
2026
Daniel Klein
Angela Teichert
Übergänge stellen einen konstitutiven Bestandteil des menschlichen Lebensverlaufs dar. Das soziale Gefüge des Reitstalls, das sich aus Reiter:innen, Stallmitarbeitenden und Pferden zusammensetzt, kann unter günstigen atmosphärischen Bedingungen niedrigschwellige Ressourcen für eine gelingende Gestaltung von Übergangsprozessen bereitstellen. Der empirisch fundierte Fachbeitrag ordnet Lebensübergänge systematisch anhand des Transitionsmodells ein und arbeitet heraus, in welcher Weise Pferde als bedeutsame Sozialpartner für Freizeitreiter:innen wirksam werden können. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf praxisnahen Implikationen zum Erwerb von Übergangskompetenzen sowie zur Förderung und Stärkung der Selbstwirksamkeit.
2_018_2026_4_0003
132 | mup 4|2026|132-142|© Ernst Reinhardt Verlag, DOI 10.2378 / mup2026.art19d Dr. Daniel Klein, Prof. Dr. Angela Teichert Schlüsselbegriffe: Pferd, Freizeitreiter: in, Transitionsmodell, Übergänge, Lebensverlauf, Kompetenz, Selbstwirksamkeit Übergänge stellen einen konstitutiven Bestandteil des menschlichen Lebensverlaufs dar. Das soziale Gefüge des Reitstalls, das sich aus Reiter: innen, Stallmitarbeitenden und Pferden zusammensetzt, kann unter günstigen atmosphärischen Bedingungen niedrigschwellige Ressourcen für eine gelingende Gestaltung von Übergangsprozessen bereitstellen. Der empirisch fundierte Fachbeitrag ordnet Lebensübergänge systematisch anhand des Transitionsmodells ein und arbeitet heraus, in welcher Weise Pferde als bedeutsame Sozialpartner für Freizeitreiter: innen wirksam werden können. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf praxisnahen Implikationen zum Erwerb von Übergangskompetenzen sowie zur Förderung und Stärkung der Selbstwirksamkeit. Herausfordernde Übergänge im Leben gelingender gestalten - niederschwellige Unterstützung durch Pferde Klein, Teichert - Herausfordernde Übergänge im Leben gelingender gestalten mup 4|2026 | 133 Übergänge als fester Bestandteil des Lebensverlaufs Der Lebensverlauf beschreibt „die Abfolge von Aktivitäten und Ereignissen in verschiedenen Lebensbereichen“ und richtet den Fokus auf „die sozialstrukturelle Einbettung“ von Individuen sowie auf die „zeitliche Binnenstruktur, wie z. B. die Verweildauer in bestimmten Zuständen bei Übergangsereignissen“ (Mayer 2001, 446). Damit wird der Lebensverlauf als ein zeitlich strukturierter Prozess verstanden, der durch soziale Rahmenbedingungen geprägt ist und individuelle Entwicklungsdynamiken abbildet. Biografie und Lebensverlauf Biografische Übergänge stellen besonders prägende Ereignisse dar, die sich in der Regel über längere Zeiträume erstrecken und Veränderungen auf mehreren Ebenen nach sich ziehen. Sie können nachhaltigen Einfluss auf die persönliche Entwicklung nehmen. Walther und Stauber (2013, 27) setzen Lebenslauf und Biografie in ein relationales Verhältnis und definieren „Biografie [als] die subjektive Aneignung des Lebenslaufs durch die Individuen und seine (Re)Konstruktion [als] subjektiv stimmige, sinnvolle und kontinuierliche Lebensgeschichte“. Biografie wird damit als ein Prozess individueller Identitätsarbeit verstanden, in dem der Lebensverlauf subjektiv interpretiert, gedeutet und in eine kohärente Erzählung überführt wird. Herausforderungen im Lebensverlauf Das menschliche Leben ist grundlegend durch Wandel und Veränderung gekennzeichnet. Vor diesem Hintergrund sind Individuen gefordert, Übergangsprozesse aktiv und - zumindest teilweise - bewusst zu gestalten. Böhnisch beschreibt diese Prozesse als eine subjektive Bewältigungsperspektive, die jeweils neues, situationsspezifisches Bewältigungshandeln erfordert (Böhnisch 2018, 266 f). Während viele Übergänge weitgehend problemlos verlaufen, entwickeln sich andere zu herausfordernden Bewältigungslagen. Insbesondere dann, wenn Übergänge vom Modell der „Normallebensläufe“ (Walther/ Stauber 2013, 31) abweichen und eine „Konfrontation mit neuen Anforderungen“ (Walther / Stauber 2013, 31) darstellen, können sie von den betroffenen Individuen als besonders anspruchsvoll wahrgenommen werden. Die zentrale Herausforderung besteht nun darin, eine aktive Anschlussfähigkeit der neuen Anforderungen herzustellen, die im Sinne des eigenen Lebensverlaufs als kohärent erlebt werden kann. Solche anspruchsvollen Übergangsphasen lassen sich durch unterschiedliche Formen sozialer Unterstützung erleichtern. Hierzu zählen unter anderem Familie, Freund: innen, professionelle Unterstützer: innen (Berater: innen, Therapeut: innen) und auch Tiere. Pferde als Unterstützer im Lebensverlauf Pferde verfügen über artspezifische Eigenschaften, die sowohl in der pädagogischen als auch in der therapeutischen Arbeit nutzbar gemacht werden (Schütz 2022, 44 ff). So betont Schütz (2021, 36): „Pferde sind sehr sensibel und nehmen die kleinsten Veränderungen bei ihrem Gegenüber wahr.“ Eine zentrale Rolle spielt hierbei die nonverbale Kommunikation, die es Pferden ermöglicht, unmittelbar und feinsinnig mit Menschen in Interaktion zu treten (Schütz 2021, 36). Aus diesen Eigenschaften schließt Schütz (2021, 36): „Pferde eignen sich demnach nicht nur im therapeutischen Einsatz, sondern können ebenso in weiteren Bereichen der Persönlichkeitsentwicklung eingesetzt werden.“ Insbesondere sind in diesem Kontext die Wahrnehmung und Emotionsregulation bedeutsam. Pferde können durch ihr Verhalten und ihre Resonanz Menschen dabei unterstützen, eigene emotionale Zustände wahrzunehmen (Schütz 2022, 63) und neue Verhaltensstrategien zu erproben. In diesem Sinne übernehmen sie die Funktion von „sozialen funktionalen Äquivalenten“ (Böhnisch 2023, 127). Für Freizeitreiter: innen sind Pferde sowohl physisch als auch psychisch niedrigschwellig zugänglich und eignen sich dadurch als „Trainings- 134 | mup 4|2026 Klein, Teichert - Herausfordernde Übergänge im Leben gelingender gestalten partner“ für individuelle Bewältigungs- und Entwicklungsprozesse im Lebensverlauf. Übergänge als Transitionen Der Lebensverlauf ist in besonderem Maße durch Übergänge geprägt, die in der Regel mit sozialen Zustandswechseln sowie persönlichen Entwicklungsprozessen einhergehen (Walther et al. 2020). Der Begriff der Transition erweitert dieses Übergangsverständnis, indem er nicht nur einzelne Ereignisse, sondern die Gesamtheit sowie die Vielschichtigkeit von Übergangserfahrungen einschließlich ihrer zeitlichen Ausdehnung, ihrer Wirkungen und ihrer inneren wie äußeren Komplexität in den Blick nimmt. Griebel und Niesel (2024, 37 f) definieren Transitionen als Lebensereignisse, „die die Bewältigung von Diskontinuitäten auf mehreren Ebenen erfordern, Prozesse beschleunigen, intensiviertes Lernen anregen und als bedeutsame biografische Erfahrungen von Wandel in der Identitätsentwicklung wahrgenommen werden“. Transitionen umfassen somit nicht lediglich punktuelle einzelne Lebenslaufereignisse, sondern den gesamten Prozess der Übergangsbewältigung mit den damit verbundenen individuellen, sozialen und kontextuellen Veränderungsprozessen. Griebel und Niesel stellen in ihrem Transitionsmodell drei Ebenen dar und verorten auf jeder Ebene mögliche Veränderungspotenziale: Ebene 1: Auf der individuellen Ebene (Ebene des Einzelnen) kommt es zu Veränderungen der Identität, zur Bewältigung emotionaler Prozesse sowie zum Erwerb neuer Kompetenzen (Griebel / Niesel 2024, 36 f). Identität lässt sich als ein kontinuierlicher Prozess der Selbstreflexion über die eigene Person definieren (Fröhlich-Gildhoff 2022a, 431). Diese Selbstreflexion bildet eine grundlegende Voraussetzung für persönliche Weiterentwicklung. Entscheidend hierfür sind sowohl die Bereitschaft zur Veränderung als auch ein förderliches Umfeld, das entsprechende Reflexions- und Lernprozesse unterstützt. Ein solches Umfeld kann durch Interaktionen geprägt sein, die ohne Vorannahmen oder soziale Zuschreibungen erfolgen. Emotionen lassen sich als innere Prozesse verstehen. Sie treten je nach Person und Situation mit unterschiedlicher Intensität auf, beeinflussen Verhalten und strukturieren Handeln (Merten 2003, zit. n. Großmaß 2021, 222). Im Kontext von Übergängen gewinnen emotionale Prozesse besonders an Bedeutung, da sie sowohl Reaktionen auf Veränderung darstellen als auch Bedingungen für Anpassungs- und Lernprozesse sind. Im Alltagsgebrauch wird als „kompetent“ bezeichnet, wer sicher (…) und zuverlässig in der Lage ist, eine Aufgabe zu bewältigen“ (Heiner 2010, 51). Der wissenschaftliche Begriff der Kompetenz verweist „auf ein Potenzial [und] auf Handlungsoptionen, nicht auf die Umsetzung in mehr oder minder erfolgreiches Handeln“ (Heiner 2010, 51). Kompetenzen stellen somit eine zentrale Ressource im Umgang mit Übergangsanforderungen dar und reichen in der Praxis vom Potenzial über Handlungsoptionen bis hin zur tatsächlichen Umsetzung. Ebene 2: Die interaktionale Ebene (Ebene der Beziehungen) umfasst das Eingehen neuer Beziehungen, die Veränderung beziehungsweise den Abschied von bestehenden Beziehungen sowie die Einnahme neuer sozialer Rollen (Griebel / Niesel 2024, 36 f) . Unter Interaktionen werden aufeinander bezogene und sich gegenseitig beeinflussende Handlungen von sozialen Akteuren bezeichnet (Fröhlich-Gildhoff 2022b, 445). Sie bilden die Bereitschaft und ein förderliches Umfeld sind entscheidend für persönliche Weiterentwicklung. Klein, Teichert - Herausfordernde Übergänge im Leben gelingender gestalten mup 4|2026 | 135 Grundlage für den Aufbau, die Stabilisierung, die Veränderung sowie das Beenden sozialer Beziehungen und sind damit zentral für die Herausbildung sozialer Rollen. „Beziehungen sind (…) als interaktionales Prozessgeschehen zu begreifen. Jede Interaktion wird von der Erfahrung vorausgegangener und von der Erwartung künftiger Interaktionen geprägt“ (Gahleitner 2021, 151). Positive Beziehungserfahrungen beeinflussen demnach nicht nur den aktuellen Interaktionsverlauf, sondern auch zukünftige Erwartungen an soziale Beziehungen. Gleichzeitig stellt Beziehungsgestaltung für die Beteiligten eine kontinuierliche und komplexe Herausforderung dar, da sie Anpassungsleistungen, Responsivität und Verlässlichkeit erfordert (Gahleitner 2021, 151). Neben Beziehungen sind soziale Rollen ein zentrales Strukturmoment der interaktionalen Ebene. Jeder Mensch nimmt in im Verlauf seines Lebens unterschiedliche Rollen ein, z. B. Elternteil, Schüler: in, Vorgesetzte: r oder Vereinsmitglied. Soziale Rollen zeichnen sich durch eine gewisse Kontinuität aus und sind mit gesellschaftlich sowie kulturell geprägten Erwartungen verbunden. Ihre Funktion besteht darin, sowohl „das Verhalten anderer als auch das eigene Verhalten erwartbar zu machen“ (Sporket 2021, 717). Verändern sich Rahmenbedingungen wie es bei herausfordernden Lebensübergängen häufig der Fall ist, erfordert dies in der Regel eine Anpassung bestehender Rollen oder die Übernahme neuer Rollen. Für diese Aushandlungsprozesse sind Interaktionspartner: innen bedeutsam, die Rückmeldungen ermöglichen, ohne vorurteilsbehaftete Zuschreibungen vorzunehmen. Ebene 3: Die kontextuelle Ebene (Ebene der Lebensumwelten) bezieht sich auf die Integration unterschiedlicher Lebensbereiche sowie auf damit einhergehende institutionelle Übergänge (Griebel / Niesel 2024, 36 f). Ein wesentliches Merkmal von Transitionen auf dieser Ebene ist, in welchem Ausmaß Erfahrungen, Bewältigungsstrategien und Kompetenzen aus einem Kontext auf andere Kontexte übertragen und dort nutzbar gemacht werden können. Die Qualität der kontextuellen Transition bemisst sich dementsprechend daran, „wie gut die Anpassung an die neue Situation bzw. die Bewältigung des Übergangs“ (Griebel / Niesel 2024, 48) gelingt. Kontextuelle Transitionen sind somit nicht allein als Wechsel zwischen institutionellen Settings zu verstehen, sondern als Prozesse der Integration und Passung zwischen verschiedenen Lebensumwelten. Dazu zählen unter anderem Übergänge zwischen zentralen Lebensbereichen wie Familie, Bildung, Arbeit und Freizeit sowie deren wechselseitige Verschränkung im individuellen Lebensverlauf. Das Transitionsmodell verweist in seinen Grundzügen zunächst auf zentrale, sogenannte „große“ Lebensübergänge, denen zugleich zahlreiche kleine, alltägliche (Mikro-)Übergänge inhärent sind. Solche Mikrotransitionen können Wechsel der Räume, der Aktivitäten oder der Personen sein und verursachen im Alltag oft Stresssituationen und können verunsichern. Drei Zeitpunkte sind beim Durchlaufen einer Mikrotransition genau zu analysieren: Die Zeit direkt vor dem Übergang, die Zeit während des Übergangs, die Zeit direkt nach dem Übergang. Bei der Betrachtung von Mikrotransitionen als den kleinen Übergängen im Alltag steht ebenso wie bei den großen Transitionen im Mittelpunkt, wie diese sanft und ohne Brüche oder deutliche Stressoren gestaltet werden können (Gutknecht 2018, 5). Mit unserem Beitrag möchten wir Denkanstöße für die praktische Gestaltung von Übergängen unter Einbezug von Pferden geben. Großen Lebensübergängen sind zahlreiche kleine Übergänge des Alltags inhärent. 136 | mup 4|2026 Klein, Teichert - Herausfordernde Übergänge im Leben gelingender gestalten Die folgende Abbildung 1 „Von der Theorie zur Praxis“ bietet eine Vorschau auf die Inhalte und Zusammenhänge unseres Beitrags. Sie veranschaulicht die Entwicklung von den wissenschaftlichen Grundlagen über die empirischen Ergebnisse bis hin zu unseren Empfehlungen für eine gelingende Gestaltung von Lebensübergängen mit Pferden für Freizeitreiter: innen. Gelingende Übergangsgestaltung gestützt durch Pferde Im Folgenden werden die Ergebnisse der empirischen Untersuchung in Bezug auf das Transitionsmodell mit seinen drei Ebenen dargestellt. Die Ergebnisdarstellung erfolgt differenziert nach individueller, interaktionaler und kontextueller Ebene und beschränkt sich auf die empirisch erhobenen Befunde. Danach diskutieren wir unsere Ergebnisse mit der Theorie. In zwei von uns durchgeführten explorativen empirischen Studien in den Jahren 2022 und 2023 stand das soziale Miteinander zwischen Mensch und Pferd im Mittelpunkt der Analyse. Ziel der standardisierten Fragebogenerhebung war es, die subjektiv zugeschriebene Bedeutung der Mensch-Pferd-Interaktion für die Lebens- und Alltagsbewältigung von Freizeitreiter: innen zu untersuchen. Die Datenerhebung erfolgte bewusst in einem Reitstall ohne Angebote des interventionellen oder therapeutischen Reitens, um alltagsbezogene Erfahrungen unabhängig von professionell angeleiteten Settings abzubilden. Der eingesetzte Fragebogen umfasste demografische Variablen (u. a. Geschlecht und Alter) sowie allgemeine Angaben zur reiterlichen Situation, darunter Reiterfahrung, Pferdebesitz und Teilnahme an Reitunterricht. Darüber hinaus wurden Aspekte der Mensch-Pferd-Beziehung, insbesondere Bindungserleben und Übertragungsphänomene, erfasst (Storck 2020, 11; Jürgens 2016, 8). Ein weiterer Schwerpunkt lag auf E nt wi c kl ung E nt wi c kl ung Lebensübergänge mit Pferden gelingender gestalten Praxisempfehlungen für Freizeitreiter: innen Ein bewusstes … Ankommen im Reitstall Störende Faktoren möglichst ausblenden Gezielte Regulation der Atmung und Körperspannung Eine bewusste … Kontaktaufnahme zum Pferd Beobachtung des Zustands des Pferdes Klare Kommunikation verbunden mit Geduld Ein bewusstes … aktives Nutzen von unterschiedlichen Gegebenheiten Einüben von niederschwelligen Kontextwechseln Gestalten von Mikroübergängen Transitionsmodell als wissenschaftliche Grundlage Individuelle Ebene Interaktionale Ebene Kontextuelle Ebene Interaktionen Beziehungen Neue Rollen Integration der Ebenen Situation einordnen Anpassung an Situation Identitätsveränderung Emotionsbewältigung Kompetenzerwerb Forschungsergebnisse zur Mensch-Pferd-Beziehung Nähe zum Pferd gibt Sicherheit Fokussierung und Ruhe wirken sich positiv auf die Beziehung aus Interaktionsintensität festigt die Beziehung zum Pferd Bindung und Übertragung sind essenziell für eine Sozialpartnerschaft Wiederholtes Üben ist wichtig für Selbstwirksamkeit Ein geschützter Rahmen des Reitstalls begünstigt Selbstsicherheit Abb. 1 Klein, Teichert - Herausfordernde Übergänge im Leben gelingender gestalten mup 4|2026 | 137 der Erhebung emotionaler Zustände und deren unterschiedliche Ausprägungen während der Stallarbeit sowie der direkten Arbeit mit dem Pferd (Brandt/ Moosbrugger 2020, 42). Der Fragebogen setzte sich aus geschlossenen Fragen in Form von Items mit Likert-Skalen sowie offenen Fragen zur Möglichkeit individueller Ergänzungen zusammen (Kromrey / Roose / Strübing 2009, 239). Die kodierten Daten wurden mittels quantitativer statistischer Verfahren ausgewertet; hierbei kamen deskriptive Analysen (Häufigkeiten und Mittelwerte) ebenso wie Korrelationsanalysen zum Einsatz. Insgesamt nahmen fünf männliche und 45 weibliche Freizeitreiter: innen an der Untersuchung teil. Die Altersstruktur der Stichprobe verteilt sich wie folgt: Den Altersgruppen von 20 bis 30 Jahren sowie von 31 bis 40 Jahren ordneten sich jeweils 13 Personen zu. In den Altersklassen von 41 bis 50 Jahren sowie von 51 bis 60 Jahren waren jeweils neun Personen vertreten, während sechs Teilnehmende älter als 60 Jahre waren. Hinsichtlich der reiterlichen Erfahrung gaben 24 % der Befragten an, über bis zu fünf Jahre Reiterfahrung zu verfügen. Eine Reiterfahrung von fünf bis zehn Jahren wiesen 30 % auf, zehn bis 15 Jahre 24 %, 15 bis 20 Jahre 10 %, während jeweils 6 % seit 20 bis 25 Jahren beziehungsweise seit mehr als 25 Jahren reiten. Der Großteil der Teilnehmenden (96 %) nimmt zum Zeitpunkt der Erhebung regelmäßig Reitunterricht. Forschungsergebnisse auf der individuellen Ebene Die zentralen Aspekte auf der individuellen Ebene der Teilnehmenden betreffen Identitätsveränderungen, Emotionsbewältigung sowie den Erwerb von Kompetenzen. Identitätsveränderung : Die Ergebnisse weisen auf die Etablierung einer als unterstützend wahrgenommenen Umgebung hin. So geben 96,3 % der Befragten an, sich bereits im Vorfeld auf den Kontakt mit ihrem Pferd zu freuen, während 92,6 % berichten, sich in dessen Nähe wohl und sicher zu fühlen. Zudem zeigen die Daten Hinweise auf selbstreflexive Prozesse: 91,3 % der Befragten geben an, bei auftretenden Fehlern des Pferdes auch mögliche Ursachen im eigenen Verhalten, etwa in der Hilfengebung, zu berücksichtigen. Emotionsbewältigung : Ein wechselseitiges Resonanzgeschehen zwischen Mensch und Pferd wird ebenfalls in den erhobenen Daten sichtbar. Nahezu alle Teilnehmenden berichten, dass sich emotionale Zustände wie Ruhe oder Aufgeregtheit bidirektional zwischen Pferd und Reiter: in übertragen; lediglich 7,4 % bestätigen diese Aussage nicht. Darüber hinaus geben 66,6 % der befragten Freizeitreiter: innen an, dass Ruhe und Gelassenheit einen positiven Einfluss auf die vertrauensvolle Beziehungsgestaltung haben und mit Aspekten der Emotionsregulation einhergehen. Entsprechende Angaben liegen auch für Unruhe und Aufgeregtheit vor. In diesem Zusammenhang wird das Pferd als sozialer Interaktionspartner beschrieben, der unmittelbar auf emotionale Zustände reagiert. Kompetenzerwerb : Im Mensch-Pferd-Setting zeigt sich eine ausgeprägte Fokussierung auf die gemeinsame Tätigkeit. So geben 62,9 % der Befragten an, während der Arbeit mit dem Pferd vollständig bei der Sache zu sein und in dieser Zeit bewusst auf die Nutzung ihres Smartphones zu verzichten. Forschungsergebnisse auf der interaktionalen Ebene Auf der interaktionalen Ebene stehen Interaktionen, Beziehungsentwicklungen sowie die Einnahme neuer Rollen im Vordergrund. Interaktionen : Alle befragten Personen geben an, interessiert mit ihrem Pferd zusammenzuarbeiten und es zu trainieren. Darüber hinaus berichten sämtliche Teilnehmenden von der Eta- Das Pferd als sozialer Interaktionspartner reagiert unmittelbar auf emotionale Zustände. 138 | mup 4|2026 Klein, Teichert - Herausfordernde Übergänge im Leben gelingender gestalten blierung geregelter Rituale sowie vom Aufbau einer individuellen Mensch-Pferd-Beziehung. Beziehungen : Die Ergebnisse zeigen, dass sich im Zeitverlauf durch wiederholte interaktive Beziehungserfahrungen zwischen Mensch und Pferd eine vertrauensvolle Beziehung im Sinne einer Sozialpartnerschaft entwickeln kann. Als Merkmale dieser Sozialpartnerschaft werden eine sichere Bindung sowie Prozesse der Übertragung erfasst, wobei Übertragung als unbewusster Transfer von Gefühlen, Erwartungen und Perspektiven verstanden wird. Empirisch konnte ein Zusammenhang zwischen Bindung und Übertragung nachgewiesen werden (Pearson-Korrelationskoeffizient: 0,562; t-Wert: 3,401; p-Wert: 0,002). Die Bindung zwischen Freizeitreiter: innen und ihrem Pferd wurde mithilfe von 15 Fragebogen-Items erhoben, die emotionale Nähe, wahrgenommene Gegenseitigkeit, Responsivität sowie verhaltensbezogene Aspekte der Beziehung abbilden. Die Übertragung wurde über 13 Items erfasst, die emotionale Spiegelungsprozesse, projektive Zuschreibungen, Anthropomorphisierungen sowie kompensatorische und symbolische Aspekte umfassen. Abbildung 2 „ Das Zusammenspiel von sicherer Bindung und Übertragung “ stellt die durchschnittliche Zustimmung der einzelnen befragten Personen (5-stufige Likert-Skala; n = 27) sowie die jeweiligen personenbezogenen Mittelwerte der Dimensionen „sichere Bindung “ und „Übertragung “ dar. Ein besonderes anschauliches Ergebnis aus dem Bereich der Übertragung ist, dass 74 % der befragten Freizeitreiter: innen angeben, ihre eigene Kleidung auf die Ausrüstung ihres Pferdes abzustimmen, beispielsweise auf die Farbe der Schabracke oder der Bandagen. Einnahme neuer Rollen : Im Zuge berichteter Selbstwirksamkeitserfahrungen intensiviert sich der soziale Kontakt und wird als Sozialpartnerschaft beschrieben. Diese zeigt sich unter anderem in Formen anthropomorpher Interaktion, indem alle befragten Personen angeben, ihr Pferd beim Namen zu nennen und mit ihm zu sprechen. Forschungsergebnisse auf der kontextuellen Ebene Im Zentrum der kontextuellen Ebene steht die Integration unterschiedlicher Lebensbereiche. Abb. 2 Klein, Teichert - Herausfordernde Übergänge im Leben gelingender gestalten mup 4|2026 | 139 Die Ergebnisse zeigen, dass 81,4 % der Befragten angeben, sich als selbstwirksam zu erleben, wenn sie erfolgreich Einfluss auf ihr Pferd nehmen. Darüber hinaus hoben zwei Teilnehmende in offenen Antwortformaten hervor, dass sie sich selbst und ihr Pferd als eine Einheit wahrnehmen. Weiterhin zeigen die Daten, dass im Kontext des Reitstalls erworbene Kompetenzen in andere Kontexte, etwa das Reiten im Außengelände, übertragen werden können. Ergebnisdiskussion der Ebene 1: Individuelle Ebene Die Ergebnisse zeigen, dass auf der individuellen Ebene der Bewältigung von Übergängen zentrale Prozesse der Selbstreflexion, der Emotionsregulierung und des Kompetenzerwerbs bedeutsam sind. Der Kontakt mit dem Pferd fördert nicht nur im therapeutischen Kontext, sondern auch bei Freizeitreiter: innen emotionale Sicherheit und Wohlbefinden. Gleichzeitig weisen die Befunde auf ausgeprägte selbstreflexive Prozesse hin, etwa wenn eigene Verhaltensanteile bei Herausforderungen im Umgang mit dem Pferd berücksichtigt werden. Darüber hinaus verdeutlichen die Ergebnisse die Relevanz emotionaler Resonanzprozesse. Die wahrgenommene wechselseitige Übertragung emotionaler Zustände zwischen Mensch und Pferd geht mit einer bewussteren Wahrnehmung und Regulation eigener Emotionen einher. Damit wird deutlich, dass Pferde im Sinne Böhnischs als soziale funktionale Äquivalente wirksam werden. In der als niederschwellig zu charakterisierenden Mensch-Pferd-Beziehung werden Prozesse des Kompetenzerwerbs angestoßen, die sich unter anderem in einer hohen Fokussierung auf die Situation und bewusster Präsenz während der gemeinsamen Tätigkeit ausdrücken. Damit bildet die individuelle Ebene eine zentrale Grundlage für weiterführende interaktionale und kontextuelle Übergangsprozesse. Ergebnisdiskussion der Ebene 2: Interaktionale Ebene Auf der interaktionalen Ebene verdeutlichen die Ergebnisse, dass die individuellen Erfahrungen im Umgang mit dem Pferd in stabile Interaktions und Beziehungsstrukturen eingebettet sind. Wiederholte gemeinsame Aktivitäten, ritualisierte Abläufe und ein hohes Maß an Interesse an der Zusammenarbeit kennzeichnen das interaktionale Prozessgeschehen im Rahmen der Mensch-Pferd-Beziehungen. Besonders hervorzuheben ist der empirisch nachgewiesene Zusammenhang zwischen sicherer Bindung und Übertragungsprozessen. Die Beziehung zum Pferd wird als Sozialpartnerschaft beschrieben, die durch emotionale Nähe, Gegenseitigkeit und Responsivität gekennzeichnet ist. Die Einnahme neuer Rollen zeigt sich unter anderem in anthropomorphen Interaktionsformen, die dem Pferd eine aktive soziale Bedeutung zuschreiben. Die interaktionale Ebene fungiert damit als vermittelnde Ebene zwischen individueller Entwicklung und der Übertragbarkeit von Erfahrungen in andere Kontexte. Ergebnisdiskussion der Ebene 3: Kontextuelle Ebene Die Ergebnisse auf der kontextuellen Ebene verdeutlichen, dass Übergänge nicht ausschließlich als bedeutsame biografische Einschnitte, sondern auch als wiederkehrende Mikroübergänge im Alltag erfahren werden. Der Wechsel zwischen unterschiedlichen Reitkontexten, etwa von der Reithalle in das Außengelände, stellt einen solchen Übergang dar, in dem erlernte Kompetenzen angewendet und weiterentwickelt werden. Die Daten zeigen, dass sich die Teilnehmenden insbesondere dann als selbstwirksam erleben, wenn sie auch in neuen Situationen erfolgreich Einfluss auf ihr Pferd nehmen können. Wiederholte Übergangserfahrungen tragen zur Stärkung von Selbstsicherheit und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten bei. Dadurch wird die Pferde werden als soziale funktionale Äquivalente wirksam und unterstützen den Kompetenzerwerb. 140 | mup 4|2026 Klein, Teichert - Herausfordernde Übergänge im Leben gelingender gestalten Integration verschiedener Lebensbereiche unterstützt und Übergangskompetenzen werden aufgebaut. Zusammenfassung der Ergebnisdiskussion Zusammenfassend verdeutlichen die Ergebnisse, dass sich (Lebens)Übergänge auch im Kontext des Freizeitreitens identifizieren und systematisch entlang der drei Ebenen des Transitionsmodells beschreiben lassen. Auf individueller, interaktionaler und kontextueller Ebene werden Fähigkeiten erfahrbar, die zur Bewältigung von Übergängen beitragen. Bereits alltägliche Handlungen im Umgang mit dem Pferd aktivieren Prozesse auf allen drei Ebenen zugleich. Der Reitkontext erweist sich damit als ein vielschichtiger Erfahrungsraum, in dem Übergangserfahrungen gemacht und Übergangskompetenzen entwickelt werden können. Aus diesen Ergebnissen werden im folgenden Kapitel praxisbezogene Empfehlungen abgeleitet. Praxisempfehlungen und Fazit Unsere Empfehlungen für Freizeitreiter: innen orientieren sich auch hier an den drei Ebenen des Transitionsmodells und an unseren Forschungsergebnissen. Individuelle Ebene: Selbstregulation gezielt im Pferdekontakt trainieren Freizeitreiter: innen können zwischenmenschliche Übergänge wirksam vorbereiten, indem sie den Kontakt mit dem Pferd als Trainingsraum für Selbstwahrnehmung und Emotionsregulation nutzen. Die Forschung zeigt, dass Pferde sensibel auf emotionale Zustände reagieren und dadurch unmittelbares Feedback geben. Konkret empfiehlt es sich, aktuelle soziale Herausforderungen (z. B. Gespräche, Rollenwechsel) vor der Interaktion bewusst zu aktivieren und im Umgang mit dem Pferd die eigenen emotionalen Reaktionen zu beobachten. Durch gezielte Regulation (Atmung, Körperspannung, Fokus) kann erprobt werden, welche innere Haltung zu klaren und ruhigen Interaktionen führt. Eine kurze Reflexion mit Bezug zur Alltagssituation sichert den Transfer. Hilfreich ist es, in diesem Rahmen störende Faktoren möglichst auszublenden, wie beispielsweise der Verzicht auf das Smartphone. Mit dieser Empfehlung werden Übergänge nicht mehr primär technisch oder situativ geübt, sondern als innerpsychische Prozesse systematisch im Pferdekontakt trainiert und auf andere soziale Situationen übertragen. Interaktionale Ebene: Beziehungsmuster und Rollen im Pferdekontakt erproben Die Mensch-Pferd-Interaktion bietet einen stabilen Rahmen, um Beziehungsgestaltung und Rollenverhalten praktisch zu erproben. Die Ergebnisse zeigen, dass sich dabei Bindung, Responsivität und Übertragungsprozesse entwickeln. Freizeitreiter: innen sollten gezielt unterschiedliche Interaktionsweisen (führend, partnerschaftlich, abwartend) ausprobieren und die Reaktionen des Pferdes als Feedback für eigene Beziehungsmuster nutzen. Empfehlenswert ist eine bewusste Kontaktaufnahme zum Pferd, bei der die Qualität der Interaktion durch klare Kommunikation und Geduld (erste Berührung, ruhige Sprache, Vermeidung von Hektik) geprägt ist, um in eine resonante Beziehung zu kommen. Ebenso können neue Rollen eingeübt werden, etwa mehr Klarheit, Durchsetzungsfähigkeit oder Responsivität. Vorbewusste Erwartungen und Beziehungserfahrungen werden dabei im Pferdekontakt sichtbar und zugänglich für Reflexion. Das bedeutet, sensibel darauf zu achten, in welchem „Zustand“ sich das Pferd befindet (müde, aufgeregt, entspannt, zugewandt) und wie es auf Handlungen reagiert, um die Kommunikation und die eigene Interaktion entsprechend anzupassen. Das Pferd wird somit nicht nur als Trainingspartner, sondern als Spiegel zwischenmenschlicher Beziehungsmuster und als Übungsfeld für Rollenwechsel genutzt. Klein, Teichert - Herausfordernde Übergänge im Leben gelingender gestalten mup 4|2026 | 141 Kontextuelle Ebene: Transfer in Alltags- und Beziehungskontexte sichern Damit die im Pferdekontext entwickelten Kompetenzen wirksam werden, ist eine bewusste Übertragung auf andere Lebensbereiche entscheidend. Die Ergebnisse zeigen, dass Selbstwirksamkeit besonders durch erfolgreiche Anwendung in neuen Kontexten entsteht. Empfohlen wird, Parallelen zwischen Pferde- und Alltagssituationen aktiv herzustellen (z. B. Führung, Kommunikation, Umgang mit Unsicherheit). Zudem sollten Freizeitreiter: innen gezielt niederschwellige, unterschiedliche Kontexte im Umgang mit dem Pferd aufsuchen, um Anpassungsfähigkeit zu stärken. Mikrotransitionen im Stallalltag können dabei als kontinuierliche Übungsfelder genutzt werden. Der Pferdekontext wird damit nicht isoliert betrachtet, sondern bewusst als unterstützender Trainingsraum für transferierbare Übergangskompetenzen in zwischenmenschliche Lebensbereiche genutzt. Literatur ■ Böhnisch, L. (2018): Sozialpädagogik der Lebensalter: Eine Einführung. 8. Aufl. Beltz Juventa, Weinheim / Basel ■ Böhnisch, L. (2023): Lebensbewältigung: Ein Konzept für die Soziale Arbeit. 3. Aufl. Beltz Juventa, Weinheim / Basel ■ Brandt, H., Moosbrugger, H. (2020): Planungsaspekte und Konstruktionsphasen von Test und Fragebogen. In H. Moosbrugger & A. Kelava (Hrsg.), Testtheorie und Fragebogenkonstruktion (3., vollständig neu bearbeitete, erweiterte und aktualisierte Auflage). Springer, Wiesbaden, 39-66 ■ Filipp, S., Aymanns, P. (2018): Kritische Lebensereignisse und Lebenskrisen: Vom Umgang mit den Schattenseiten des Lebens. 2. Aufl. Kohlhammer, Stuttgart ■ Fröhlich-Gildhoff, K. (2022a): Identität. In: Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V. (Hrsg.): Fachlexikon der Sozialen Arbeit. 9. Aufl. Nomos, Baden Baden, 431-432 ■ Fröhlich-Gildhoff, K. (2022b): Interaktion. In: Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V. (Hrsg.): Fachlexikon der Sozialen Arbeit. 9. Aufl. Nomos, Baden Baden, 445-446 ■ Gahleitner, S. (2021): Beziehungsgestaltung, professionelle. In: Amthor, R., Goldberg, B., Hansbauer, P., Landes, B., Wintergerst, T. (Hrsg.): Wörterbuch Soziale Arbeit. 9. Aufl. Nomos, Baden Baden, 151-153 ■ Griebel, W., Niesel, R. (2024): Übergänge verstehen und begleiten: Transitionen in der Bildungslaufbahn von Kindern. 6. Aufl. Cornelsen, Berlin ■ Großmaß, R. (2021): Emotionen in der Sozialen Arbeit. In: Amthor, R., Goldberg, B., Hansbauer, P., Landes, B., Wintergerst, T. (Hrsg.): Wörterbuch Soziale Arbeit. 9. Aufl. Nomos, Baden Baden, 222-224 ■ Gutknecht, Dorothee. (2018). Responsive Gestaltung von Mikrotransitionen in der inklusiven Kita. Verfügbar unter: https: / / www. kita-fachtexte.de / fileadmin / Redaktion / Publikationen / KiTaFT_Gutknecht_2018_MikrotransitioneninderinklusivenKita.pdf. Letzter Zugriff: 26.05.2026 ■ Heiner, M. (2010): Kompetent handeln in der Sozialen Arbeit. Ernst Reinhardt, München / Basel In verdichteter Form zeigen die Empfehlungen, dass Pferde als funktionale Äquivalente genutzt werden können, um zwischenmenschliche Übergänge auf allen drei Ebenen zu üben: - individuell durch Emotionsregulation, - interaktional durch Beziehungsgestaltung und Rollenarbeit, - kontextuell durch gezielten Transfer in den Alltag. Der innovative Kern liegt in der systematischen Verbindung dieser Ebenen: Übergänge werden nicht nur erlebt, sondern bewusst im Pferdekontext eingeübt und auf reale soziale Situationen übertragen. Abschließend möchten wir alle ermutigen und bestärken, im Rahmen des „ganz normalen“ Ablaufs im Reitstall, die Gelegenheit der niederschwelligen Unterstützung durch ihre Pferde in diesem Sinne zu nutzen. 142 | mup 4|2026 Klein, Teichert - Herausfordernde Übergänge im Leben gelingender gestalten ■ Huinink, J. (1995): Warum noch Familie? Zur Attraktivität von Partnerschaft und Elternschaft in unserer Gesellschaft. Campus, Frankfurt am Main ■ Jürgens, U. (2016): Menschen, Tiere: Individuen jenseits der Projektionen. TIERethik, 8. Jg., 13(2016 / 2), 7-12 ■ Kromrey, H., Roose, J., Strübing, J. (2009): Empirische Sozialforschung: Modelle und Methoden der standardisierten Datenerhebung und Datenauswertung mit Annotationen aus qualitativ-interpretativer Perspektive (13., völlig überarbeiteter Auflage). UVK, Konstanz ■ Mayer, K. (2001): Lebensverlauf. In: Schäfers, B., Zapf, W. (Hrsg.): Handwörterbuch zur Gesellschaft Deutschlands. 2. Aufl. Leske und Budrich, Opladen, 446-460 ■ Merten, J. (2003): Einführung in die Emotionspsychologie. Kohlhammer, Stuttgart ■ Schütz, K. (2021): Pferde, Forschung & Psychologie kompakt: 150 wissenschaftliche Studien zu Pferden und ihrer Wirkung auf Menschen (Psychologie für Reiter). Kindle. ■ Schütz, K. (2022): Pferdegestütztes Coaching: Psychologisch basiert und wissenschaftlich fundiert. Springer, Berlin ■ Sporket, M. (2021): Rolle, soziale. In: Amthor, R., Goldberg, B., Hansbauer, P., Landes, B., Wintergerst, T. (Hrsg.): Wörterbuch Soziale Arbeit. 9. Aufl. Nomos, Baden Baden, 717-718 ■ Storck, T. (2020): Übertragung. Kohlhammer, Stuttgart ■ Walther, A., Stauber, B., Rieger-Ladisch, M., Wanka, A. (Hrsg.) (2020): Reflexive Übergangsforschung. Theoretische und methodologische Grundlagen. Budrich, Opladen ■ Walther, A., Stauber, B., (2013): Übergänge im Lebenslauf. In: Schröer, W., Stauber, B., Walther, A., Böhnisch, L., Lenz, K. (Hrsg.): Handbuch Übergänge. Beltz Juventa, Weinheim und Basel, 23-43 Die Autor: innen Dr. Daniel Klein Dipl.-Kaufmann (Univ.), Dipl.-Soziologe (Univ.) und Psychologe (B. Sc.), hat bei Prof. Dr. Ulrich Beck zu Entscheidungen unter Risiko in Soziologie und Wirtschaftswissenschaften promoviert. E-Mail: dklein@genion.de Prof. Dr. Angela Teichert Dipl. Sozialarbeiterin / Sozialpädagogin, ist als Professorin für Soziale Arbeit an der SRH Fernhochschule-The Mobile-University tätig. E-Mail: angela.teichert@mobile-university.de a w Bindung - kurz und bündig Menschliche Beziehungen lassen sich mit der Bindungstheorie besser verstehen. Kenntnisse auf diesem Gebiet sind für psychologische, soziale und pädagogische Ausbildungsfächer und Arbeitsfelder unverzichtbar. Das Buch führt kompakt in Bindungstheorie und -forschung ein. Es stellt Verfahren zur Erfassung der Feinfühligkeit und der Bindungsqualität dar und erklärt den Zusammenhang zwischen Bindung und Emotionen. Abschließend werden Bindungsstörungen, ihre Behandlung und geeignete Präventionsmaßnahmen beschrieben. Anke Lengning / Carsten Alexander Wiemers Bindung 3., aktual. Auflage 2025. 115 Seiten. 6 Abb. 4 Tab. Innenteil zweifarbig. (978-3-8252-6458-1) kt
