Psychologie in Erziehung und Unterricht
3
0342-183X
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
3_053_2006_1/3_053_2006_1.pdf11
2006
531
Schlafverhalten, Lebenszufriedenheit und wahrgenommener Leistungsstress in der Schule
11
2006
Uwe Wolfradt
Frühere Studien zeigten, dass mit zunehmendem Alter die Schlafdauer und -qualität aufgrund biologischer und psychosozialer Gründe abnimmt und dies mit einer Verschlechterung der Leistung in der Schule und einer Abnahme des Selbstwertes verbunden ist. Gleichzeitig steigen die Anforderungen in der Schule mit zunehmendem Alter. Ziel der vorliegenden Studie war es, an einer Stichprobe von 217 Schülern eines Naturwissenschaftlichen Gymnasiums (Alter: 10 bis 19 Jahre) den Einfluss des Schlafverhaltens auf die Lebenszufriedenheit, die Wahrnehmung des Klassenklimas und das Erleben des Leistungsstresses zu untersuchen. Hierzu wurden die Schüler gebeten, einen Fragebogen mit verschiedenen Skalen zu bearbeiten. Die Ergebnisse zeigen, dass für die Schüler Müdigkeit durch Schlafprobleme mit einer niedrigen Lebenszufriedenheit, einer negativen Wahrnehmung des Klassenklimas und höherem Leistungsstress zusammenhängt. Die Schlafdauer spielte nur eine geringere Rolle. Die Befunde werden vor dem Hintergrund der Bedeutung des Schlafes für das Leistungs- und psychosoziale Verhalten während des Jugendalters diskutiert.
3_053_2006_1_0002
Einleitung Ein guter Schlaf gilt bei Kindern wie Jugendlichen als eine allgemein akzeptierte Bedingung für ein gutes Leistungsverhalten in der Schule. Die Adoleszenz wird von einer Anzahl biologischer Veränderungen begleitet, die sich u. a. in einer Veränderung der Schlaf- Wachregulation und des Schlafmusters (z. B. Zunahme des Delta-Schlafes und reduzierte REM-Latenzen) niederschlagen. Grundlegend muss zwischen Schlafquantität, der Anzahl der Stunden des Schlafes (vom Zubettgehen bis zum Aufwachen) und der Schlafqualität, d. h. wie tief der Schlaf war (z. B. Ein- und Durchschlafen), unterschieden werden (Backhaus & Riemann, 1999). Schlafphasenverzögerungen, späteres Zubettgehen und frühes Aufstehen für die Schule beeinflussen zudem die Schlafqualität (Carskadon, 1990). Sleep Behaviour, Life Satisfaction and Perceived Performance Stress in School Summary: Previous studies have shown that sleep duration and sleep quality decrease during adolescence due to biological and psychosocial reasons. Simultaneously, school performance deteriorates and self-esteem decreases while schools demands increase with age. The aim of the present study was to examine the impact of sleep behaviour on life satisfaction, perceived class climate and experienced performance stress among a sample of 217 adolescents of a science high school (range of age: 10 - 19 years). The students were asked to complete a questionnaire with different scales. The results show that tiredness due to sleep problems is closely related to low life satisfaction, a negative perception of the class climate, and higher performance stress for the students. The sleep duration plays a less important role. The findings are discussed with respect to the role of sleep in performance and psychosocial behaviour during adolescence. Keywords: Sleep, life satisfaction, adolescents, stress, school Zusammenfassung: Frühere Studien zeigten, dass mit zunehmendem Alter die Schlafdauer und -qualität aufgrund biologischer und psychosozialer Gründe abnimmt und dies mit einer Verschlechterung der Leistung in der Schule und einer Abnahme des Selbstwertes verbunden ist. Gleichzeitig steigen die Anforderungen in der Schule mit zunehmendem Alter. Ziel der vorliegenden Studie war es, an einer Stichprobe von 217 Schülern eines Naturwissenschaftlichen Gymnasiums (Alter: 10 bis 19 Jahre) den Einfluss des Schlafverhaltens auf die Lebenszufriedenheit, die Wahrnehmung des Klassenklimas und das Erleben des Leistungsstresses zu untersuchen. Hierzu wurden die Schüler gebeten, einen Fragebogen mit verschiedenen Skalen zu bearbeiten. Die Ergebnisse zeigen, dass für die Schüler Müdigkeit durch Schlafprobleme mit einer niedrigen Lebenszufriedenheit, einer negativen Wahrnehmung des Klassenklimas und höherem Leistungsstress zusammenhängt. Die Schlafdauer spielte nur eine geringere Rolle. Die Befunde werden vor dem Hintergrund der Bedeutung des Schlafes für das Leistungs- und psychosoziale Verhalten während des Jugendalters diskutiert. Schlüsselbegriffe: Schlaf, Lebenszufriedenheit, Jugendliche, Stress, Schule ■ Empirische Arbeit Schlafverhalten, Lebenszufriedenheit und wahrgenommener Leistungsstress in der Schule 1 Uwe Wolfradt Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Psychologie in Erziehung und Unterricht, 2006, 53, 12 - 21 © Ernst Reinhardt Verlag München Basel 1 Dank: Ich danke Frau Prof. Dr. Ellen Aschermann (Köln) und Frau Maria Miller für die Hilfe bei der kritischen Durchsicht früherer Manuskriptfassungen. Schließlich gilt mein Dank den anonymen Gutachtern für ihre konstruktiven Vorschläge zur Verbesserung des Beitrages. Schlafverhalten, Lebenszufriedenheit und Leistungsstress 13 Unter diesen Bedingungen wird die zirkadiane Periode bei den Jugendlichen über einen 24-Stunden-Rhythmus verlängert. Durch ein verändertes Schlafverhalten in der Woche und am Wochenende entstehen zudem Verzögerungen in den Schlafphasen (Carskadon et al., 1999). Eine Schlafdeprivation bei Schülern kann zu nachhaltigen Leistungseinbußen in der Schule führen. In einzelnen Versuchen in den USA wurden beispielsweise durch veränderte Schulpläne diesem Zusammenhang Rechnung getragen, damit die Schüler ausreichend Schlaf erhalten (siehe hierzu Mitru, Millroad & Mateika, 2002). Risikofaktoren (z. B. Drogenabusus), die die Gesundheit schädigen, können auch in Verbindung mit Schlafentzug im Jugendalter gebracht werden (Tynjälä, Kannas & Levälathi, 1997). In der vorliegenden Studie soll der Frage nachgegangen werden, wie sich das Schlafverhalten auf die Lebenszufriedenheit und die Wahrnehmung des schulischen Kontextes (Leistungsdruck und Klassenklima) bei Gymnasiasten der Klassenstufen 5 bis 13 auswirken. Schlafverhalten bei Jugendlichen Die bisherige Forschung konnte zeigen, dass sich das Schlafverhalten von Jugendlichen durch spezifische Besonderheiten auszeichnet. Eine Studie von Ohayon et al. (2000) an einer repräsentativen Stichprobe von 1125 Jugendlichen (15 bis 18 Jahre) und 2169 jungen Erwachsenen (19 bis 24 Jahre) aus Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Italien zeigte, dass Jugendliche etwas mehr Schlaf haben als junge Erwachsene. In beiden Altersgruppen war in 26 % der Fälle mindestens ein Symptom von Schlaflosigkeit (Insomnie) vorzufinden. 4 % der Jugendlichen erfüllten sogar die Kriterien nach DSM-IV für eine Schlafstörung. Fast drei Viertel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die eine Angststörung aufwiesen, hatten zudem ein Symptom von Insomnie. Eine britische Studie von Groeger, Zijlstra und Dijk (2004) bestätigt ebenfalls eine etwas längere Schlafdauer der Gruppe der 16 - 24-Jährigen gegenüber Erwachsenen des mittleren und höheren Erwachsenenalters. Eine niederländische Studie von Meijer, Habekothé und Van Den Wittenboer (2001) fand bei einer Gruppe von 449 Schülern (9 - 14 Jahre), dass 43 % von ihnen Probleme aufwiesen frühmorgens aufzustehen; 15 % berichteten von Schlafproblemen und 25 % fühlten sich in der Schule nicht ausgeruht. In einer Studie von Manni et al. (1997) an 869 17-jährigen italienischen Jugendlichen zeigten sich bei 19 % ernste Schlafprobleme (Einschlaf- und Durchschlafprobleme). Ein signifikanter Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Sorgen, Ängstlichkeit und Depression konnte ebenfalls gefunden werden. Roberts, Roberts und Chen (2001) zeigten in einer Studie an 5423 amerikanischen Jugendlichen, dass eine negative Stimmung, Suizidgedanken und Unzufriedenheit mit einem gestörten Schlaf (Insomnie und Hypersomnie) in Beziehung stehen. In einer Überblicksarbeit verweisen Dahl und Lewin (2002) darauf, dass mangelnder Schlaf die Fähigkeit von Jugendlichen schwächt, ihre Stimmung zu regulieren. Schlaf-deprivierte Jugendliche sind leichter reizbar, neigen zu wechselnden Stimmungslagen und können negatives Ruminieren weniger effektiv hemmen als nicht schlaf-deprivierte Jugendliche. Mit zunehmendem Alter wachsen in der Adoleszenz die sozialen Aktivitäten mit den Peers (z. B. häufige Diskobesuche). Dies führt zum einen dazu, dass die Schlafdauer abnimmt, und zum anderen, dass Eltern den Einfluss auf das Einhalten der Schlafzeit verlieren (Carskadon, 2002). Einfluss des Schlafes auf das schulische Leistungsverhalten Einige empirische Studien konnten zeigen, dass Müdigkeit durch Schlafdeprivation einen unmittelbaren Einfluss auf das schulische Leistungsverhalten ausübt (Pilcher & Huffcutt, 1996; Meijer & Van den Wittenboer, 2004; Fredriksen et al., 2004). Mit höherem Jugendalter wachsen zudem die Leistungsanforderungen in der Schule, die nun eine intensivere 14 Uwe Wolfradt Vor- und Nachbearbeitungszeit notwendig machen. Neben den Auswirkungen des Schlafverhaltens auf die psychische Gesundheit zeigen andere Studien, dass Schlafdeprivation und Störungen des Schlafes (Parasomnie und Insomnie) sich auch auf das Wohlbefinden und auf das schulische Leistungsverhalten auswirken können (Pilcher & Huffcutt, 1996). Das Zusammenwirken von pubertär bedingten biologischen Schlafveränderungen und kontextuellen Faktoren in der Adoleszenz führt oftmals zu negativen Konsequenzen in der Schule. Wolfson und Carskadon (1998) zeigten in einer Studie an 3120 Schülern in den USA, dass Schüler mit guten Schulnoten von einer längeren regulären Schlafdauer (und früherem Zubettgehen) und von weniger Tagesmüdigkeit berichten als leistungsschwächere Schüler. In einer weiteren Studie von Meijer und Van den Wittenboer (2004) konnte an einer Stichprobe von 153 niederländischen Schülern gezeigt werden, dass eine Kombination aus geringer chronischer Schlafreduktion (also genügend Schlaf in der Nacht) zusammen mit hoher schulischer Motivation und hoher Intelligenz ein gutes schulisches Leistungsverhalten am besten vorhersagt (43 % Varianzaufklärung). Einige experimentell angelegte Studien zeigten eindrucksvoll, dass Schlafdeprivation bei jungen Erwachsenen Leistungsdefizite bei der Bearbeitung von mathematischen Aufgaben zur Folge hat. So wurde eine Studie von Engle-Friedman et al. (2003) durchgeführt, in der 58 amerikanische Studierende (M = 18.45 Jahren), die randomisiert den Bedingungen schlaf-depriviert (wurden durch Aktivitäten von den Versuchsleitern wachgehalten) und nicht-schlaf-depriviert (durften schlafen) zugeordnet wurden, unterschiedlich schwere mathematische Aufgaben (Aufaddieren von Zahlen, die auf einem Computer dargeboten werden, deren Schwierigkeitsgrad sie wählen konnten) bearbeiten mussten. Die Ergebnisse zeigten, dass die schlaf-deprivierten Probanden eher die leichteren Aufgaben präferierten und hier bessere Ergebnisse erzielten als bei schwereren Aufgaben. Auf der Stufe der schwereren Aufgaben ergaben sich jedoch im Vergleich zu den nicht-schlaf-deprivierten Probanden deutliche Fehler beim Aufsummieren. Unzureichender Schlaf wirkt sich besonders auf das Lernen neuer Informationen, das Arbeitsgedächtnis, die Aufmerksamkeit und das abstrakte Denken aus (Sadeh, Raviv & Gruber, 2000; Steenari et al., 2003). Eine neuere längsschnittlich angelegte Studie von Fredriksen et al. (2004) fand bei 2259 Schülern (Altersstufe 11 bis 14 Jahre) in Chicago einen engen Zusammenhang zwischen Schlafdauer und Leistungs- und psychosozialen Maßen. Hier zeigte sich, dass Schüler, die zu einem früheren Messzeitpunkt weniger Schlaf hatten, später auch einen niedrigeren Selbstwert, schlechtere Leistungsbewertungen (Noten) und höhere Depressionssymptome aufwiesen als Schüler mit mehr Schlaf. Die vorgestellten experimentellen und quasi-experimentellen Studien zeigen, dass das Schlafverhalten einen nachhaltigen Einfluss auf die Schülerpersönlichkeit und das Leistungsverhalten in der Schule nehmen kann. Wie dargestellt wirkt sich ein gestörtes Schlafverhalten bei Jugendlichen auf psychosoziale Maße wie Zufriedenheit und Selbstwert und schulisches Leistungsvermögen negativ aus. Hierbei führt unzureichender Schlaf zu einer Verschlechterung der schulischen Noten wie zu einer Beeinträchtigung des Selbstvertrauens des Schülers. Auch eine Studie von Meijer, Habekothé und Van den Wittenboer (2000) an 449 niederländischen Schülern konnte zeigen, dass die Schlafqualität einen starken Einfluss auf die Wahrnehmung der schulischen Situation hat. So wirkt sich mangelnder Schlaf und damit Müdigkeit negativ auf die schulische Leistungsmotivation, die Kontrolle von Aggression (mangelnde Impulskontrolle), aber auch auf die Wahrnehmung des Lehrers (er hat einen geringeren Einfluss auf den Schüler) sowie auf das Selbstbild des Schülers bezüglich der eigenen Schulleistungen aus. In der vorliegenden Studie wird daher angenommen, dass ein gestörtes Schlafverhalten zu erheblichen Leistungsdefiziten führen muss, was sich Schlafverhalten, Lebenszufriedenheit und Leistungsstress 15 unter anderem darin niederschlagen sollte, den schulischen Anforderungen nicht mehr gerecht zu werden. Die Wahrnehmung eines höheren Leistungsdrucks und eines kompetitiven Klassenklimas könnten entsprechend der Studie von Meijer et al. (2000) die Konsequenzen sein. Grundlegende methodische Probleme in diesem Forschungsgebiet Ein grundlegendes methodisches Problem von Korrelationsstudien in diesem Forschungsbereich ist die Frage nach der Kausalität. Wirkt die Schlafqualität/ Schlafdeprivation sich auf die Schulleistungen und die Wahrnehmung der eigenen Person (Selbstwert) und der schulischen Situation aus oder beeinflussen diese Faktoren umgekehrt die Schlafqualität und die Schlafdauer? Obgleich das Schlafverhalten sehr stark biologisch determiniert ist, können Kontextfaktoren wie Schule, persönliche Probleme oder Probleme in der Familie Einfluss auf das Schlafverhalten nehmen (siehe hierzu Vignau et al., 1997; Roberts, Roberts & Chen, 2001). Insbesondere erhöhte Müdigkeit durch Schlafdeprivation hat seine Wurzeln in unklaren elterlichen Regelungen des Zubettgehens (hier für das mittlere und höhere Jugendalter). Zum anderen sind die frühen Schulzeiten und zunehmenden schulischen Leistungsanforderungen dem veränderten Schlafbedürfnis der Jugendlichen nicht zuträglich (siehe hierzu Mitru, Millrood & Mateika, 2002). Jedoch weisen die experimentellen Studien darauf hin, dass Schlafdeprivation (hier durch Reduktion der Schlafquantität) Defizite in schulischen Leistungen verursacht. Ferner zeigen die wenigen Längsschnittstudien, dass Schlafdeprivation über die Zeit hinweg mit schlechteren Schulleistungen und niedrigerem Selbstvertrauen einhergeht (Strauch & Meier, 1988; Fredriksen et al., 2004). Fragestellung Die vorliegende Studie möchte den Einfluss von Schlafverhalten (Schlafquantität, Schlafqualität) auf die Lebenszufriedenheit, das wahrgenommene soziale Klima in der Klasse und das Erleben des Leistungsstresses an einer Gruppe von Gymnasiasten untersuchen. Bisherige experimentelle und quasiexperimentelle Studien haben nur übergeordnete psychosoziale Merkmale (Depressivität, Selbstwert) und Leistungsverhalten zumeist bei Studierenden untersucht. Die vorliegende Studie möchte einen Beitrag zur Erforschung des Einflusses des Schlafverhaltens auf den schulischen Kontext in einem deutschen Gymnasium leisten. Der Studie liegt die Hypothese zugrunde, nach der ein gestörtes Schlafverhalten mit der Wahrnehmung eines negativen Klassenklimas und dem Erleben eines höheren Leistungsstresses sowie mit einer geringeren Lebenszufriedenheit zusammenhängt. Schlafgestörte Jugendliche sollten hiernach stärker Leistungsstress empfinden und das soziale Klima in der Klasse negativer wahrnehmen, da sie durch die Schlafdeprivation erhebliche Leistungseinbußen erleiden. Insbesondere soll mittels einer Clusteranalyse das Zusammenwirken von Schlafqualität und der Kontextvariable Klassenklima auf die Wahrnehmung von Leistungsdruck und Zufriedenheit in der Schule untersucht werden. In Anlehnung an die Befunde der Studie von Meijer et al. (2000) ist zu erwarten, dass die Schlafqualität in Kombination mit dem Klassenklima einen negativen Einfluss auf den wahrgenommenen Leistungsdruck und die Lebenszufriedenheit nimmt. Methodik Stichprobe An der Studie nahmen insgesamt 217 Schüler eines Gymnasiums für naturwissenschaftlich-begabte Jugendliche in Halle/ Saale (Altersdurchschnitt: 14.9 Jahre, SD = 2,7; Range: 10 - 19, Jahrgangsstufen 5 bis 13) teil. Diese Gruppe setzt sich aus 62 Mädchen und 155 Jungen zusammen. Die Zusammensetzung entspricht dieser Spezialschule für mathematisch-naturwissenschaftliche Begabte, die eine höhere Selektion für Jungen begünstigt. Die Erhebung wurde in Klassenverbänden mit Zustimmung der Schulleitung vorgenommen. 16 Uwe Wolfradt Erhebungsmethoden Der Fragebogen setzt sich wie folgt zusammen: Das Schlafverhalten wurde mit Einzelitems des Kurzscreenings Hypersomnie und Insomnie von Backhaus und Riemann (1999) erfasst: Müdigkeit: ‚Fühlst Du dich oft am Tage müde, weil Du Probleme mit dem Schlafen hast? ‘ Einschlafprobleme: ,Gehen Dir oft Gedanken durch den Kopf, so dass Du lange brauchst um einzuschlafen? ‘ Durchschlafprobleme: ‚Kommt es vor, dass Du nachts plötzlich aufschreckst und wieder einschläfst? ‘ (Antwortformat war für die Items 1 = nie bis 5 = sehr oft) Zusätzlich wurde das Traumverhalten (‚Hast Du im allgemeinen Träume mit eher negativem oder eher positivem Inhalt? Antwortformat: 1 = eher mit negativem Inhalt bis 5 = eher mit positivem Inhalt) und schließlich die Schlafdauer angesprochen; hier sollten die Schüler angeben, wie viele Stunden sie in der Nacht im Durchschnitt schlafen. Hieran schlossen sich weitere Skalen an. Der Fragebogen setzte sich zudem aus den Skalen Zufriedenheit in verschiedenen Lebensbereichen, wahrgenommener Leistungsdruck in der Klasse und Sozialklima in der Klasse von Schwarzer und Jerusalem (1999) zusammen. Die Skalen sollen nun im Einzelnen dargestellt werden: Zufriedenheit in verschiedenen Lebensbereichen (6 Items): ,Wie zufrieden bist Du im Augenblick mit folgenden Bereichen Deines Lebens? ‘ (Schule, Freizeit, Familie, Freunde, mit Dir selbst, Leben insgesamt) (1 = sehr unzufrieden bis 5 = sehr zufrieden). Die interne Konsistenz dieser Skala lag in der vorliegenden Studie bei α = .74. Wahrgenommener Leistungsdruck in der Klasse (z. B. „Der Unterricht geht so schnell, dass ich oft nicht mitkomme“ oder „Ich komme kaum nach mit den Hausarbeiten“) (1 = trifft nicht zu bis 5 = trifft genau zu). Die interne Konsistenz dieser Skala lag in der vorliegenden Studie bei α = .75. Sozialklima in der Klasse (4 Items, z. B. „Wenn jemand Schwierigkeiten hat, helfen ihm die Mitschüler“ oder „Diejenigen, die ihre Aufgaben verstanden haben, warten, bis die anderen auch so weit sind“) (1 = trifft nicht zu bis 5 = trifft genau zu) Die interne Konsistenz dieser Skala lag in der vorliegenden Studie bei α = .72. Ergebnisse Wie Tabelle 1 zu entnehmen ist, korreliert die Schlafdauer positiv mit dem wahrgenommenen sozialen Klima und Zufriedenheit. Positive Zusammenhänge bestehen zwischen den Schlafproblemen (Müdigkeit, Ein- und Durchschlafen) und dem wahrgenommenen Leistungsdruck. Positives soziales Klassenklima korreliert negativ mit Leistungsdruck und Schlafproblemen. Wahrgenommener Leistungsdruck steht demgegenüber mit weniger positiven Träumen in Zusammenhang. Die Schlafprobleme sind untereinander positiv (2) (3) (4) (5) (6) (7) (8) (9) (10) Zufriedenheit (1) .30*** -.27*** -.46*** -.29*** -.23*** .42*** .27*** -.19** -.09 Positives soziales Klima (2) -.29*** -.24*** -.05 .01 .15* .24*** -.29*** -.06 Hoher Leistungsdruck (3) .33*** .22*** .25*** -.19** -.10 -.08 -.16* Müdigkeit d. Schlafprobleme (4) .41*** .25*** -.24*** -.29*** .08 -.04 Einschlafprobleme (5) .24*** -.13 -.07 -.11 -.19** Durchschlafprobleme (6) -.29*** -.11 -.08 -.28*** Träume (positiv) (7) .12 -.05 -.01 Schlafdauer (in Std.) (8) -.56*** .02 Alter (9) .04 Geschlecht (10) Tabelle 1: Interkorrelationen der verwendeten Maße und Alter Anmerkungen: *p < .05; ** p < .01; *** p < .001, Geschlecht: 0 = Mädchen; 1 = Jungen Schlafverhalten, Lebenszufriedenheit und Leistungsstress 17 korreliert. Das Alter steht in einer negativen Beziehung zu einzelnen Parametern: Hiernach sind jüngere Schüler zufriedener, nehmen ein positiveres Klassenklima wahr und schlafen länger (siehe auch Abbildung 1: Schlafdauer nach Klassenstufen). Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Schlafdauer nicht mit den Ein- und Durchschlafproblemen korreliert ist, sondern nur mit der Müdigkeit. Da es sich bei der vorliegenden Schülerstichprobe um keine klinischen Probanden mit Schlafstörungen handelt, wirkt sich die bloße Schlafquantität nur auf die Müdigkeit (dem subjektiven Bedürfnis nach mehr Schlaf) aus. Multivariate Regressionsanalysen wurden durchgeführt, um zu determinieren, welche der Schlafverhaltensmaße und demographischen Variablen einen Einfluss auf die Zufriedenheit, das wahrgenommene Klassenklima und den Leistungsstress haben. Tabelle 2 zeigt die Ergebnisse. 10 9 8 7 6 . 5 6 7 8 9 10 11 12 13 . Klassenstufen Stunden p < .001 Abbildung 1: Die durchschnittliche Schlafdauer (in Stunden) über die Jahrgangsstufen Zufriedenheit Positives Hoher Soziales Klima Leistungsdruck β β β Schlafverhalten Müdigkeit d. Schlafprobleme -.29*** -.19* .26** Einschlafprobleme -.14* -.01 .03 Durchschlafprobleme -.05 .07 .12 Träume (positiv) -.05 .11 -.09 Schlafdauer (in Std.) .05 .05 -.06 Alter -.14* -.24** -.12 Geschlecht -.06 -.05 -.11 r 2 .34*** .12*** .14*** Tabelle 2: Standardisierte Regressionskoeffizienten des Schlafverhaltens, Alters und Geschlechts zur Vorhersage von Zufriedenheit, wahrgenommenem positivem sozialen Schulklima und hohem schulischen Leistungsdruck Anmerkungen: * p < .05; ** p < .01; *** p < .001 18 Uwe Wolfradt Die Zufriedenheit wird durch eine niedrige Müdigkeit, geringe Einschlafprobleme und ein geringes Alter am besten vorausgesagt. Eine Kombination von niedriger Schlafmüdigkeit und geringem Alter sagt auch ein positives Klassenklima voraus. Hoher Leistungsstress wird nur durch eine hohe Müdigkeit durch Schlafprobleme vorausgesagt. Hiernach zeigen das Alter und eine Müdigkeit durch Schlafprobleme eine hohe prädiktive Bedeutung; am besten wird die Zufriedenheit durch diese Variablen vorausgesagt (34 % Varianzaufklärung). Es zeigen sich signifikante Mittelwertsunterschiede zwischen Mädchen und Jungen bezüglich der Ein- und Durchschlafprobleme (p < .01 und p < .001) zu ungunsten der Mädchen. Ferner zeigte sich auch, dass Mädchen einen höheren Leistungsdruck in der Klasse wahrnehmen als Jungen (p < .05), obgleich sich dieser Befund nicht in den Regressionsanalysen, sondern nur für die bivariaten Korrelationen finden ließ (siehe Tabellen 1 und 2). Für die anderen Variablen ließen sich keine signifikanten Unterschiede ermitteln. Aufgrund der geringen Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen wurden die Datenanalysen mit der Gesamtstichprobe gerechnet. Mit Hilfe einer nicht-hierarchischen Clusteranalyse mit iterativer Lösung (mittels des Statistikprogramms SPSS 11.5 for Windows) wurden vier Gruppen über die Variablen Schlafprobleme (Müdigkeit) und wahrgenommenes Klassenklima identifiziert: Gruppe 1 (n = 41) zeichnet sich durch erhöhte Schlafprobleme mit der Wahrnehmung eines negativen Klassenklimas aus, Gruppe 2 (n = 47) berichtet ebenfalls vermehrt über Schlafprobleme mit der Wahrnehmung eines positiven Klassenklimas, Gruppe 3 (n = 78) hat weniger Schlafprobleme und ein negatives Klassenklima und Gruppe 4 (n = 58) weist niedrige Schlafprobleme bei Wahrnehmung eines positiven Klassenklimas auf. Bezüglich der Geschlechtsverteilung ließen sich über die Gruppen hinweg keine Unterschiede finden. Allerdings zeigen sich Altershäufungen in den Gruppen (z. B. Ältere in den Schlafproblemgruppen). Es wurden nun Mittelwertsvergleiche zwischen den Gruppen bezüglich der Le- 5 4 3 2 1 Zufriedenheit Leistungsdruck Schlafprobleme/ neg. Klima Schlafprobleme/ pos. Klima keine Schlafprobleme/ neg. Klima keine Schlafprobleme/ pos. Klima Anmerkungen: Posthoc-Vergleich nach dem Scheffé-Test (ungleiche Buchstaben unterscheiden sich signifikant p < .05 voneinander) Abbildung 2: Mittelwertunterschiede zwischen den Clustergruppen bezüglich Zufriedenheit und Leistungsdruck a b a a a b b, c c Schlafverhalten, Lebenszufriedenheit und Leistungsstress 19 benszufriedenheit und des Leistungsdrucks durchgeführt. Abbildung 2 zeigt die Ergebnisse. So weist die Gruppe 1 mit erhöhten Schlafproblemen und der Wahrnehmung eines negativen Klassenklimas die niedrigste Lebenszufriedenheit und den höchsten Leistungsstress im Vergleich zu den anderen Gruppen auf (Signifikanz mit Posthoc-Vergleichen überprüft). Die Gruppe 2 mit erhöhten Schlafproblemen und einem positiv wahrgenommenen Klassenklima unterscheidet sich ferner signifikant von der Gruppe 4 „wenig Schlafprobleme/ positives Klassenklima“ bezüglich der Lebenszufriedenheit. Es zeigt sich also, dass auch bei positivem Klassenklima ein Zusammenhang zwischen Schlafproblemen und niedriger Lebenszufriedenheit zu finden ist. Diskussion Die Befunde der vorliegenden Studie bestätigen die Annahme, dass ein gestörtes Schlafverhalten mit einer niedrigeren Lebenszufriedenheit, einem höheren wahrgenommenen Leistungsstress und negativem sozialen Klassenklima einhergeht. So zeigte sich, dass eher die Schlafqualität (Schlafbedürfnis) als die Schlafquantität (Dauer) einen Einfluss auf Lebenszufriedenheit, Leistungsstress und Klassenklima hat. Dies trifft insbesondere für die Müdigkeit während des Tages zu, die durch Schlafprobleme entsteht. Jugendliche haben möglicherweise keinen ausreichenden Tiefschlaf in der Nacht. Ein- und Durchschlafprobleme spielen in diesem Kontext eine weniger wichtige Rolle für die Lebenszufriedenheit. Obgleich Jugendliche aufgrund zunehmender Leistungsanforderungen in der Schule mehr Schlaf benötigen, nimmt die Schlafdauer aber aufgrund biologischer und sozialer Bedingungen im Jugendalter stetig ab (siehe Carskadon, 2002). Der Schlafdauer kommt aber in der vorliegenden Studie nicht die Bedeutung zu, Zufriedenheit und Wahrnehmung von Klassenklima und Leistungsdruck nachhaltig zu verschlechtern, wie dies bezogen auf Selbstwert und Leistung andere Studien gefunden haben (z. B. Fredriksen et al., 2004). Welche Erklärungen lassen sich für die Befunde annehmen? Gesichert ist, dass Schlafdauer und Müdigkeit durch Schlafprobleme in einer negativ signifikanten Beziehung zueinander stehen. Müdigkeit durch unzureichenden Schlaf führt möglicherweise zu Leistungs- und Konzentrationseinbußen, die sich negativ auf die Lebenszufriedenheit auswirken und in Kombination mit zunehmenden Leistungsanforderungen zu der Wahrnehmung eines kompetitiven Klassenklimas und höherem Leistungsstress führen. Aufgrund der vorliegenden Analysen fühlt sich besonders die Gruppe der Schüler am stärksten belastet, die über starke Schlafprobleme (Müdigkeit) berichtet und ein negatives Klassenklima wahrnimmt. Hoher wahrgenommener Leistungsstress und niedrige Lebenszufriedenheit sind hier die Konsequenzen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Schlafprobleme oft auf psychosoziale Konflikte in der Identitätsentwicklung der Jugendlichen zurückzuführen sind. Dies kann mit der vorliegenden Studie nicht beantwortet werden. Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen, Schlafqualität und Leistungsmaßen an einer Gruppe von Studierenden liefert eine Studie von Gray und Watson (2002). Die Autoren fanden, dass die gute Schlafqualität negativ mit Neurotizismus und positiv mit Extraversion (positive Stimmung) zusammenhängt. Demgegenüber fanden sich keine korrelativen Beziehungen zwischen der Schlafdauer (in Stunden) und den Persönlichkeitsmerkmalen des Fünf-Faktoren-Modells. Analog fand sich in der vorliegenden Studie, dass der Schlafdauer kein prädiktiver Einfluss auf die Höhe der Zufriedenheit zukommt, wohl aber der Müdigkeit durch Schlafprobleme. Die geschlechtsspezifischen Unterschiede, nach denen in der vorliegenden Studie Mädchen stärker Ein- und Durchschlafprobleme berichten, bestätigen bisherige Studien 20 Uwe Wolfradt (z. B. Giannotti & Cortesi, 2002). Hierbei muss darauf hingewiesen werden, dass die Mädchengruppe der vorliegenden Studie hoch-selektiv ist, da nur naturwissenschaftlich interessierte und begabte Mädchen Zugang zu diesem Gymnasium haben. Mädchen möchten sich möglicherweise in den von Jungen dominierten Klassen stärker beweisen und stehen in erheblichem Maße unter Leistungsdruck. Die vorliegende Studie zeigt ferner, dass mit zunehmendem Alter die Zufriedenheit, die Wahrnehmung eines positiven Klassenklimas und die Schlafdauer abnehmen. Es ließ sich allerdings kein positiver Zusammenhang zwischen Alter und Leistungsstress belegen, wie dies andere Studien für das Stresserleben insgesamt zeigten (z. B. Lohaus, Beyer & Klein- Heßling, 2004). Dies mag an den Besonderheiten einer Spezialschule für naturwissenschaftlich begabte Schüler liegen, welche nur aufgrund einer Eingangsbegabung für dieses Gymnasium zugelassen sind und in Vergleich zu anderen Schulen auf höhere Leistungsanforderungen eingestellt sind. Gleichzeitig nimmt - den Befunden der vorliegenden Studie zufolge - mit zunehmendem Alter die Schlafdauer ab, wie dies bisherige Studien belegen konnten (z. B. Carskadon et al., 1980). Obgleich die korrelativen Befunde auf der Basis von querschnittlichen Selbstberichtdaten - wie bereits dargelegt - nur eingeschränkt kausal zu interpretieren sind und die Stichprobe an Gymnasiasten nicht repräsentativ ist, lässt sich aufgrund bisheriger Studien ein Einfluss von Schlafproblemen (quantitativ und qualitativ) auf Merkmale des schulischen Kontextes annehmen (siehe hierzu die Studien von Fredriksen et al., 2004; Meijer & Van den Wittenboer, 2004). Die Befunde der vorliegenden Studie zeigten, dass die Müdigkeit durch Schlafprobleme, die mit einer verminderten Schlafdauer in Beziehung steht, die Lebenszufriedenheit sowie die Wahrnehmung des Klassenklimas eher ungünstig beeinflusst. Ebenso wirkt sie sich auch auf die Zunahme des wahrgenommenen Leistungsstresses aus. In weiteren Studien auf Basis größerer Stichproben von Schülern und eines längsschnittlichen Versuchsdesigns müssten konkrete aktuelle Probleme der Befragten erfasst werden und bezüglich ihres Einflusses auf das Schlafverhalten genauer analysiert werden. Literatur Backhaus, J. & Riemann, D. (1999). Schlafstörungen. Göttingen: Hogrefe. Carskadon, M. A. (1990). Pattern of sleep and sleepiness in adolescents. Pediatrician, 17, 5 - 12. Carskadon, M. A. (2002). Factors influencing sleep patterns of adolescents. In M.A. Carskadon (Ed.), Adolescent sleep patterns: Biological, social and psychological influences (pp. 4 - 26). New York: Cambridge University Press. Carskadon, M. A., Harvey, K., Duke, P., Anders, T. F. & Dement, W. C. (1980). Pubertal changes in daytime sleepiness. Sleep, 2, 453 - 460. Carskadon, M. A., Labyak, S. E., Acebo, C. & Seifer, R. (1999). Intrinsic circadian period of adolescent humans measured in condition of forced desynchrony. Neuroscience letters, 260, 129 - 132. Dahl, R. E. & Lewin, D. S. (2002). Pathways to adolescent health: Sleep regulation and behavior. Journal of Adolescent Health, 31, 175 - 184. Engle-Friedman, M., Riela, S., Golan, R., Ventuneac, A. M., Davis, C. M., Jefferson, A. D. & Major, D. (2003). The effect of sleep loss on next day effort. Journal of Sleep Research, 12, 113 - 124. Fredriksen, K., Rhodes, J., Reddy, R. & Way, N. (2004). Sleepless in Chicago: Tracking the effects of adolescent sleep loss during the middle school years. Child Development, 74, 84 - 95. Giannotti, F. & Cortesi, F. (2002). Sleep pattern and daytime function in adolescence: An epidemiological survey of an Italian high school student sample. In M. A. Carskadon (Ed.), Adolescent sleep patterns: Biological, social and psychological influences (pp. 132 - 147). New York: Cambridge University Press. Gray, E. K. & Watson, D. (2002). General and specific traits of personality and their relation to sleep and academic performance. Journal of Personality, 70, 177 - 206. Groeger, J. A., Zijlstra, F. R. H. & Dijk, D.-J. (2004). Sleep quantity, sleep difficulties and their perceived consequences in a representative sample of some 2000 British adults. Journal of Sleep Research, 13, 359 - 371. Lohaus, A., Beyer, A. & Klein-Heßling, J. (2004). Stresserleben und Stresssymptomatik bei Kindern und Jugendlichen. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 36, 38 - 46. Manni, R., Ratti, M. T., Marchioni, E., Castelnovo, G., Murelli, R, Sartori, I., Galimberti, C. A. & Tartara, A. (1997). Poor sleep in adolescents; A study of 869 17-year-old Italian secondary school students. Journal of Sleep Research, 6, 44 - 49. Meijer, A.-M., Habekothé, R. T. & Van den Wittenboer, G. L. H. (2000). Time in bed, quality of sleep and school functioning of children. Journal of Sleep Research, 9, 145 - 153. Schlafverhalten, Lebenszufriedenheit und Leistungsstress 21 Meijer, A.-M., Habekothé, R. T. & Van den Wittenboer, G. L. H. (2001). Mental health, parental rules and sleep in pre-adolescents. Journal of Sleep Research, 10, 297 - 302. Meijer, A.-M. & Van den Wittenboer, G. L. H. (2004). The joint contribution of sleep, intelligence and motivation to school performance. Personality and Individual Differences, 37, 95 - 106. Mitru, G., Millrood, D. & Mateika, J. H. (2002). The impact of sleep on learning and behavior in adolescents. Teachers College Record, 104, 704 - 726. Ohayon, M. M., Roberts, R. E., Zulley, J., Smirne, S. & Priest, R. G. (2000). Prevalence and pattern of problematic sleep among older adolescents. Journal of the Academy of Child and Adolescent Psychiatry, 39, 1549 - 1556. Pilcher, J. J. & Huffcutt, A. I. (1996). Effects of sleep reduction on performance: a meta-analysis. Sleep, 21, 861 - 867. Roberts, R. E., Roberts, C. R. & Chen, I. G. (2001). Functioning of adolescents with symptoms of disturbed sleep. Journal of Youth and Adolescence, 30, 1 - 18. Sadeh, A., Raviv, A. & Gruber, R. (2000). Sleep pattern and sleep disruptions in school-age children. Developmental Psychology, 36, 291 - 301. Schwarzer, R. & Jerusalem, M. (1999). Skalen zur Erfassung von Lehrer- und Schülermerkmalen. Berlin: Freie Universität Berlin. Steenari, M.-R., Vuontela, V., Paavonen, J., Carlson, S., Fjällberg, M. & Aronen, E. T. (2003). Working memory and sleep in 6to 13-year-old schoolchildren. Journal of the American Academy for Child and Adolescent Psychiatry, 42, 85 - 92. Strauch, I. & Meier, B. (1988). Sleep needs in adolescence: A longitudinal approach. Sleep, 11, 378 - 386. Tynjäla, J., Kannas, L. & Levälahti, E. (1997). Perceived tiredness among adolescents and its association with sleep habits and use of psychoactive substance. Journal of Sleep Research, 6, 189 - 198. Vignau, J., Bailly, D., Duhamel, A., Vervaecke, P., Beuscart, R. & Clooinet, C. (1997). Epidemiologic study of sleep quality and troubles in French secondary school adolescents. Journal of Adolescents Health, 21, 343 - 350. Wolfson, A. R. & Carskadon, M. A. (1998). Sleep schedules and daytime functioning in adolescents. Child Development, 69, 875 - 887. PD Dr. Uwe Wolfradt Institut für Psychologie Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg D-06099 Halle Tel.: (03 45) 5 52 43 56 Fax: (03 45) 5 52 72 17 E-Mail: u.wolfradt@psych.uni-halle.de
