eJournals Psychologie in Erziehung und Unterricht56/3

Psychologie in Erziehung und Unterricht
3
0342-183X
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
3_056_2009_3/3_056_2009_3.pdf71
2009
563

Coparenting: Das elterliche Zusammenspiel in der Kindererziehung

71
2009
Daniela Teubert
Martin Pinquart
Bei Coparenting handelt es sich um ein multidimensionales Konstrukt, welches das elterliche Zusammenspiel bei der Kindererziehung beschreibt. Seit den 1980er Jahren ist dieses Konstrukt immer stärker in den Fokus der Forschung vor allem in der amerikanischen Entwicklungs-psychologie gerückt. Der vorliegende Überblicksartikel beschreibt verschiedene Konzepte über Dimensionen des Coparentings und integriert diese in ein Konzept, welches vier Kategorien umfasst: „Kooperation“, „Konflikt“, „Untergrabung“ und „Triangulation“. Im Anschluss werden Methoden zur Erfassung des Coparentings, aktuelle Forschungsergebnisse zum Zusammenhang von Co-parenting mit der Qualität der Paarbeziehung und dem Erziehungsstil der Eltern sowie weiteren elterlichen Charakteristika dargelegt und Auswirkungen von Coparenting auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen berichtet. Abschließend wird auf offene Forschungsfragen im Zusammenhang mit Coparenting und die praktische Relevanz dieses Konstruktes hingewiesen.
3_056_2009_3_0001
Psychologie in Erziehung und Unterricht, 2009, 56, 161 - 171 © Ernst Reinhardt Verlag München Basel Coparenting: Das elterliche Zusammenspiel in der Kindererziehung Daniela Teubert, Martin Pinquart Universität Marburg Coparenting: Parents’ Team-Work in Child Rearing Summary: Coparenting is a multidimensional construct which describes parents’ collaboration in child rearing. Since the 1980’s, coparenting became an important field of research in American developmental psychology. This article summarizes different conceptualizations of coparenting and integrates them in a coparenting framework which includes the dimensions „cooperation“, „conflict“, „undermining“ and „triangulation“. Furthermore, this paper summarizes methods for assessing coparenting, current research findings about the relation between coparenting, marriage quality, parenting style, and parents’ characteristics, as well as the impact of coparenting on the social and emotional adjustment of children and adolescents. Conclusions are stated regarding the need for further conceptual and empirical work, as well as regarding practical implications of research on coparenting. Keywords: Coparenting, parenting, marriage, adult development, child development Zusammenfassung: Bei Coparenting handelt es sich um ein multidimensionales Konstrukt, welches das elterliche Zusammenspiel bei der Kindererziehung beschreibt. Seit den 1980er Jahren ist dieses Konstrukt immer stärker in den Fokus der Forschung vor allem in der amerikanischen Entwicklungspsychologie gerückt. Der vorliegende Überblicksartikel beschreibt verschiedene Konzepte über Dimensionen des Coparentings und integriert diese in ein Konzept, welches vier Kategorien umfasst: „Kooperation“, „Konflikt“, „Untergrabung“ und „Triangulation“. Im Anschluss werden Methoden zur Erfassung des Coparentings, aktuelle Forschungsergebnisse zum Zusammenhang von Coparenting mit der Qualität der Paarbeziehung und dem Erziehungsstil der Eltern sowie weiteren elterlichen Charakteristika dargelegt und Auswirkungen von Coparenting auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen berichtet. Abschließend wird auf offene Forschungsfragen im Zusammenhang mit Coparenting und die praktische Relevanz dieses Konstruktes hingewiesen. Schlüsselbegriffe: Coparenting, Erziehung, Ehe, Entwicklung von Erwachsenen, kindliche Entwicklung Lange Zeit beschäftigte sich die Entwicklungspsychologie theoretisch und empirisch mit der Frage, wie die Mutter-Kind-Beziehung (Ainsworth, 1973), später auch die Vater-Kind-Beziehung (Lamb, 1997), der elterliche Erziehungsstil (Maccoby & Martin, 1983) sowie die Ehe-Qualität (Erel & Burnam, 1995) sich auf die kindliche Entwicklung auswirken. Diese Arbeiten haben einen enormen Beitrag zu unserem Verständnis über Zusammenhänge zwischen Familie, Erziehung und Entwicklung geleistet. Neue Forschungen rücken das Zusammenspiel des Erziehungsverhaltens beider Eltern bzw. anderer Erziehungspersonen in den Mittelpunkt, das sogenannte Coparenting. Die amerikanische Entwicklungspsychologie widmet sich seit Beginn der 1980er Jahre zunehmend diesem Konstrukt. In der deutschen Forschung hat Coparenting bisher noch kaum Aufmerksamkeit gefunden. Daher fasst dieser Artikel die n Übersichtsartikel 162 Daniela Teubert, Martin Pinquart aktuellen Forschungsergebnisse und offenen Forschungsfragen zu Coparenting zusammen. Die Autoren beziehen sich dabei auf Coparenting zwischen verheirateten bzw. zusammenlebenden Eltern. Ausgeklammert werden Arbeiten zur Aufrechterhaltung des Coparentings nach einer Scheidung bzw. Trennung der Eltern (z. B. Markham, Ganong & Coleman, 2007). Ursprung, Definition und Abgrenzung von Coparenting Die Beschäftigung mit Coparenting geht auf mehrere Quellen zurück: Die Familien-System- Theorie betrachtet die Eltern als ein „parenting system“, welches das Verhalten und die Beziehungen der einzelnen Familienmitglieder untereinander reguliert (Minuchin, 1985). Ein anderer Ansatz geht auf Weisman und Cohen (1985) zurück, die von einer „parenting alliance“ sprechen und darin eine Quelle des elterlichen Selbstwertes sehen. Weiterhin sind frühe empirische Arbeiten zu Übereinstimmungen oder Diskrepanzen zwischen den Eltern in Fragen der Kindererziehung als ein Ursprung der Coparenting-Forschung zu betrachten (z.B. Block, Block & Morrison, 1981). In den aktuellen Definitionen des Konstruktes Coparenting finden sich diese Ansätze wieder. So beschreibt Feinberg (2003) Coparenting als die Beziehung zwischen den Erziehenden, die der gegenseitigen Unterstützung und Koordination bei der Kindererziehung dient. Darüber hinaus gehören Solidarität (Van Egeren & Hawkins, 2004) und Respekt (Konold & Abidin, 2001) zwischen den Eltern und das gemeinsame Vertreten und Durchsetzen von Ansprüchen, Zielen und Regeln in der Kindererziehung zu einem funktionierenden Coparenting (McHale, 2007). An Relevanz für Forschung und Praxis gewinnt Coparenting als ein von der Ehe oder der Paarbeziehung der Eltern und deren Erziehungsstil getrenntes Konstrukt: Die Beziehung der Eltern auf der Paarebene zielt auf die Befriedigung deren Bedürfnisse als Mann und Frau ab und besteht schon vor einer Schwangerschaft. Wann man den Beginn des Coparenting festmacht, variiert in Abhängigkeit von dessen Definition. Verantwortung für das Kind zu teilen beginnt im Laufe der Schwangerschaft, gemeinsame Kindererziehung nach der Geburt (McHale & Rotman, 2007). Coparenting bezieht sich primär auf die Befriedigung der Bedürfnisse der Kinder und kann - muss aber nicht - nach dem Scheitern der Paarbeziehung fortbestehen. Aktuelle Forschungsergebnisse bestätigen, dass es sich bei Coparenting um ein über Ehe oder Paarbeziehung hinausgehendes bedeutsames Konstrukt handelt. So erwies sich in einer Untersuchung von Feinberg, Kan und Hetherington (2007) Coparenting im Längsschnitt als ein gleich guter bzw. besserer Prädiktor antisozialen Verhaltens von Adoleszenten als Ehe-Qualität und Ehe-Streit zusammen. Sowohl aus theoretischer als auch aus empirischer Perspektive ist es ebenso notwendig, zwischen Erziehungsstil und Coparenting der Eltern zu differenzieren. Erziehungsstil meint die bestimmten Erziehungspraktiken der Mutter oder des Vaters im Umgang mit dem Kind. Coparenting hingegen beschreibt das Ausmaß, in dem sich Eltern wechselseitig unterstützen bzw. unterminieren in der gemeinsamen Kindererziehung. Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen Coparenting und kindlicher Anpassung konnten im Querschnitt und im Längsschnitt nachweisen, dass Coparenting über den Einfluss des elterlichen Erziehungsstils hinaus signifikante Varianz in den jeweiligen abhängigen Variablen aufklärt (Belsky, Putnam & Crnic, 1996; Caldera & Lindsey, 2006; Karreman, Van Tuijl, Van Aken & Dekovic, 2008). Dimensionen des Coparentings Seit Beginn der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Coparenting herrscht unter den verschiedenen Autoren Einigkeit darüber, dass es sich dabei um ein multidimensionales Konstrukt handelt. Jedoch finden sich in theoretischen und empirischen Arbeiten zu Copa- Coparenting 163 renting verschiedene Konzepte, die sich unterscheiden in Anzahl, Benennung und Inhalt der möglichen Dimensionen des Coparentings. Basierend auf inhaltlichen Überschneidungen bzw. Differenzen in den vorliegenden Konzepten, kann Coparenting aus unserer Sicht am besten anhand von vier Kategorien beschrieben werden: „Kooperation“, „Konflikt“, „Untergrabung“ und „Triangulation“. Einen Überblick zu den existierenden Coparenting-Konzepten und die Integration der jeweiligen Dimensionen in diese vier Kategorien bietet Tabelle 1. Kategorien Autor Kooperation Konflikt Untergrabung Triangulation Belsky et al., 1995; Stright & Bales, 2003 „supportive coparenting“ („I feel we work well together with our child.“, Stright & Bales, 2003) „non-supportive coparenting“ („My partner criticizes my parenting in front of our child.”, Stright & Bales, 2003) „non-supportive coparenting” („When our child wants something and I say no, my partner says yes.“, Stright & Bales, 2003) Abidin & Brunner, 1995 „communication & teamwork“ („My child’s other parent and I are a good team.“) „respect“ (r) („My child’s other parent believes I am a good parent.“ r) McHale, 1997 „family-integrity“ („Inclusion of parent in family activity.“) „reprimand“ („Taking a back-seat while partner reprimands.“ r) „conflict“ („Argue with your partner.“) „disparagement“ („Undo or oppose a punishment or limit or discipline your partner has set with this child.“) Margolin et al., 2001 „cooperation“ („My spouse tells me a lot of things about this child.“) „conflict“ („My spouse argues with me about this child.“) „conflict“ („My spouse undermines my parenting.“) „triangulation“ („My spouse tries to get this child to take sides when we argue.“) McHale et al., 2000 „cooperation“ „child-centeredness“ „coparental warmth“ (r) „verbal sparring“ „competition“ Feinberg, 2003 „division of labor“ „childrearing agreement“ (r) „supportundermining“ „coalitions“ als Bestandteil des „joint family management“ Van Egeren & Hawkins, 2004 „shared parenting“, „support“ „undermining“, „solidarity“ (r) Tabelle 1: Integration der verschiedenen Coparenting Dimensionen Anmerkungen: r = rekodiert. Fett gedruckte Dimensionen beschreiben Konzepte, die zu den vier Kategorien besonders enge Verbindungen aufweisen, während nicht fett gedruckte Konzepte nur in Teilaspekten die jeweilige Kategorie beschreiben. Die Dimensionen „non supportive coparenting“ (Belsky et al., 1995 bzw. Stright & Bales, 2003) sowie die Dimension „conflict“ (Margolin et al., 2001) beschreiben Verhaltensweisen, welche sowohl Aspekte von „Konflikt“ als auch „Untergrabung“ beinhalten. Bei Belsky et al. (1995) bzw. Stright und Bales (2003), Abidin und Brunner (1995), McHale (1997) und Margolin et al. (2001) sind zusätzlich Beispiel-Items aus den entsprechenden Selbstbzw. Fremdbeschreibungsfragebögen angeführt. Zu den Konzepten von McHale et al. (2000), Feinberg (2003) sowie Van Egeren und Hawkins (2004) existieren unseres Wissens nach noch keine Fragebögen. 164 Daniela Teubert, Martin Pinquart „Kooperation“ beschreibt, inwieweit die Eltern Informationen über das Kind austauschen, beide an der Erziehung beteiligt sind, sich wechselseitig als unterstützend wahrnehmen und wichtige Entscheidungen, auf das Kind sowie dessen Erziehung bezogen, gemeinsam treffen. Somit fasst der Kooperationsbegriff vorrangig die folgenden Dimensionen vorliegender Coparenting-Konzepte zusammen: „supportive coparenting“ (Belsky, Crnic & Gable, 1995), „communication & teamwork“ (Abidin & Brunner, 1995), „cooperation“ (Margolin, Gordis & John, 2001; McHale, Kuersten-Hogan & Lauretti, 2000), „division of labor“ (Feinberg, 2003), sowie „shared parenting“ und „support“ (Van Egeren & Hawkins, 2004). Diskussionen bis hin zu Streitigkeiten der Eltern aufgrund differierender Ansichten zu Ansprüchen, Zielen und Regeln in der Kindererziehung werden in der Kategorie „Konflikt“ integriert. Diese Art Auseinandersetzungen können sowohl im Beisein des Kindes als auch in dessen Abwesenheit auftreten. Ein gering ausgeprägtes „childrearing agreement“ nach Feinberg (2003) sowie „conflict“ nach McHale (1997) spiegeln die Kategorie am deutlichsten wider. Ein Mangel an Respekt und Wertschätzung zwischen Mutter und Vater für deren jeweilige Erziehungsleistung wird als „Untergrabung“ bezeichnet. Dies kann sich äußern durch ein wechselseitiges Hintergehen oder Übergehen der Eltern bei Entscheidungen in der Kindererziehung. Auch Aussagen oder Handlungen eines Elternteils in Anwesenheit des Kindes, die den anderen Elternteil „lächerlich“ oder „schlecht“ dastehen lassen, fallen in diese hauptsächlich an „respect“ (Abidin & Brunner, 1995), „disparagement“ (McHale, 1997), „verbal sparring“ (McHale et al., 2000), sowie „undermining“ (Van Egeren & Hawkins, 2004) angelehnte Kategorie. „Triangulation“ schließlich beschreibt durch einen Elternteil initiierte Grenzverletzungen zwischen dem Subsystem des Kindes und dem der Eltern. Dabei kann es sich um Koalitionsbildung handeln, also um ein Hineinziehen des Kind in elterliche Konflikte oder den Einsatz des Kindes als Druckmittel in elterlichen Streitsituationen. Der Begriff wurde so auch von Margolin et al. (2001) verwendet und ist analog zum Begriff „coalitions“ von Feinberg (2003). Methodische Herangehensweisen In frühen empirischen Arbeiten zu Coparenting wurde dieses als Ausmaß der Übereinstimmung zwischen Mutter und Vater in Fragen der Kindererziehung indirekt erfasst (z. B. Block et al., 1981). Im Rahmen darauf folgender wissenschaftlicher Beschäftigung mit Coparenting wurden beobachtungsbasierte Methoden und standardisierte Fragebögen entwickelt, welche dieses Konstrukt direkt erheben und sich dabei stärker auf dessen Verhaltensaspekte konzentrieren: Autor, Messinstrument Kategorien Interne Konsistenzen Interrater- Reliabilität Alter des Kindes Belsky, Crnic und Gable, 1995 „Coding Coparenting“ „positives/ supportive“ „negatives/ unsupportive“ „mixed“ „unsupportive emotional“ „unsupportive - matter of fact“ > .75 (Belsky & Hsieh, 1998) .75 - .83 (Belsky et al., 1995) 0 - 6 Jahre McHale, Kuersten- Hogan und Lauretti, 2000 „Coparenting and Family Rating System“ „Competition“ „cooperation“ „verbal sparring“ „couple warmth“ „child-centeredness“ .76 - .86 (McHale, Johnson & Sinclaire, 1999) .64 - .88 (McConnell & Kerig, 2002) 0 - 12 Jahre Tabelle 2: Beobachtungsbasierte Methoden Coparenting 165 Ein großer Teil der Forschungsergebnisse zu Coparenting basiert auf Beobachtungsstudien. Tabelle 2 gibt einen Überblick zu zwei in der aktuellen Forschung genutzten beobachtungsbasierten Methoden und ihren Kategorien. Belsky und Mitarbeiter (Belsky et al., 1995, 1996; Belsky & Hsieh, 1998) stützen ihre Analysen von familiären Interaktionen auf ein fünf Kategorien umfassendes System. Dazu werden Familien in ihrem häuslichen Umfeld bei alltäglichen Routinen eine Stunde lang beobachtet. Die Beobachter fertigen detaillierte Notizen zu den affektiven und behavioralen Charakteristika des Familienlebens an und übertragen diese anschließend in das Kategoriensystem. Zur Beurteilung des elterlichen Coparentings wird zu jeder Kategorie ein Summenwert gebildet (Belsky et al., 1995) bzw. das Verhältnis von „supportive coparenting“ zu „unsupportive coparenting“ in Prozent angegeben (Belsky & Hsieh, 1998). Eine detaillierte Beschreibung dieses „Coding Coparenting“ findet sich bei Belsky et al. (1995). Aus der Forschergruppe um McHale stammt das „Coparenting and Family Rating System“ (McHale et al. 2000). Die Familien werden dazu im Labor während einer halbstandardisierten Spielsituation für ca. 15 Minuten beobachtet. Nach der Übertragung der gesammelten Beobachtungsdaten in dieses aus fünf Kategorien bestehende System werden für jede Kategorie standardisierte Summenwerte gebildet (McHale et al., 2000). Eine umfassendere Darstellung dieser Methode findet sich bei McHale et al. (2000). Standardisierte Befragungen der Eltern bilden einen weiteren empirischen Zugang zu Coparenting. Tabelle 3 stellt die vorliegenden Fragebögen und deren Gütekriterien vor. Dem jeweils zugrunde liegenden Konzept entsprechend, variieren die Messinstrumente in Anzahl, Benennung und Inhalt der Subskalen. Das „Parenting Alliance Measure (PAM)“ ist einer der ersten Fremdbeschreibungsfragebögen zur Erfassung von Coparenting (Abidin & Brun- Autor, Messinstrument Skalen Interne Konsistenzen Hinweise auf Validität Alter des Kindes McHale, 1997 „Coparenting Scale (CS)“ Selbstbericht „family-integrity“ „disparagement“ „conflict“ „reprimand“ .59 - .82 (McHale, 1997) Prädiktive Validität (McHale & Rasmussen, 1998) Konvergente Validität (McHale, 1997) Diskriminante Validität (McHale, Kuersten-Hogan, Lauretti & Rasmussen, 2000) 0 - 6 Jahre Margolin, Gordis und John, 2001 „Coparenting Questionnaire (CQ)“ Fremdbeurteilung „cooperation“ „conflict“ „triangulation“ .69 - .87 (Margolin et al., 2001) Prädiktive Validität (Baril et al., 2007) Konvergente Validität Diskriminante Validität (Margolin et al., 2001) 1 - 18 Jahre Abidin und Brunner, 1995 „Parenting Alliance Measure (PAM)“ Fremdbeurteilung „communication & teamwork“ „respect“ .82 - 97 (Konold & Abidin, 2001) Prädiktive Validität Konvergente Validität (Abidin & Brunner, 1995) Diskriminante Validität (Bonds & Gondoli, 2007) 1 - 19 Jahre Stright und Bales, 2003 „Parent perception of the coparenting relationship“ Fremdbeurteilung „supportive“ „unsupportive“ .75 - .83 (Stright & Bales, 2003) Konvergente Validität (Stright & Bales, 2003) keine Angabe Tabelle 3: Selbst- und Fremdbeschreibungsfragebögen 166 Daniela Teubert, Martin Pinquart ner, 1995; Konold & Abidin, 2001). Dieser erhebt mit 20 Items das Ausmaß, zu welchem die Eltern glauben, eine intakte zwischenelterliche Erziehungsallianz zu pflegen. Als ein Ergebnis der intensiven Beschäftigung mit dem Konstrukt Coparenting entwickelten McHale und seine Kollegen die „Coparenting Scale (CS)“ (McHale, 1997). Dieses 16 Items umfassende Selbstbeschreibungsinstrument erhebt die Häufigkeit von elterlichen Aktivitäten, die im Zusammenhang mit Coparenting sowie der Förderung des Familiensinns stehen. Mit Hilfe des 14 Items umfassenden „Coparenting Questionnaire (CQ)“ von Margolin et al. (2001) berichten zusammenlebende Eltern über die Coparenting Aktivitäten ihres Partners. Basierend auf dem Kodierungssystem der Forschergruppe um Belsky (Belsky et al., 1995, 1996; Belsky & Hsieh, 1998) konstruierten Stright und Bales (2003) einen Fremdbeschreibungsfragebogen. Auf dessen Basis bewerten Eltern anhand von 14 Items das Coparenting ihres Partners. Zum „Parenting Alliance Measure“ (Abidin & Brunner, 1995; Konold & Abidin, 2001), der „Coparenting Scale“ (McHale, 1997) und dem „Coparenting Questionnaire “ (Margolin et al. 2001) liegen ausreichende Belege zur Reliabilität und Validität vor, bei dem Fragebogen von Stright und Bales (2003) besteht noch ein dahin gehender Untersuchungsbedarf. Der aktuelle Forschungsstand zu Coparenting Die Entwicklung des elterlichen Coparentings Zur Entwicklung von Coparenting nach der Geburt liegen zwei Gruppen von Befunden vor: zur korrelativen Stabilität des Coparentings und zur Veränderung der mittleren Ausprägungen der Coparenting-Dimensionen über die Zeit. Studien zur korrelativen Stabilität des Coparentings beschränken sich auf die Zeit der frühesten Kindheit bis zum Vorschulalter. Bei Schoppe-Sullivan, Mangelsdorf, Frosch und McHale (2004) ergaben sich moderate korrelative Stabilitäten der Kooperation (r = .27, p < .05) und Untergrabung (r = .42, p < .01) im Coparenting der Eltern zwischen dem 6. Lebensmonat und dritten Lebensjahr des Kindes. Ähnliche Befunde berichten Favez et al. (2006) sowie McHale und Rotman (2007). Bei Margolin et al. (2001) finden sich Hinweise auf Veränderungen in den mittleren Ausprägungen der Coparenting-Dimensionen im Laufe der kindlichen Entwicklung. Hier zeigte sich bei dem Vergleich zweier Stichproben, dass die Mütter und Väter von präadoleszenten Kindern über weniger Coparenting-Kooperation berichteten als die Eltern der Vorschüler. Bezüglich der Dimensionen Konflikt und Triangulation ergaben sich keine Unterschiede zwischen beiden Gruppen. Jedoch fehlen Längsschnittuntersuchungen, um diese Befunde eindeutig zu interpretieren. Zusammenhänge von Elternvariablen mit Coparenting Den vielfach replizierten Zusammenhang zwischen Coparenting und der elterlichen Partnerschaftsqualität belegen jüngst erneut Kolak und Volling (2007). In dieser Querschnittstudie zeigte eine durch beide Partner als unterstützend wahrgenommene Ehe einen positiven Zusammenhang mit Kooperation sowie einen negativen Zusammenhang mit Konflikt und Triangulation im elterlichen Coparenting. Bei Bonds und Gondoli (2007) sagte die Ehe-Zufriedenheit der Mütter einen Zuwachs an Kooperation in deren Coparenting im Folgejahr vorher. Im Zusammenhang mit dem elterlichen Erziehungsstil erwies sich Coparenting als ein Mediator zwischen der ehelichen Beziehung der Eltern und deren praktiziertem Erziehungsstil. So ergab sich in der Längsschnittuntersuchung von Bonds und Gondoli (2007) im Laufe von zwei Jahren, dass eine hohe anfängliche Ehe- Qualität eine verstärkte Kooperation im elterlichen Coparenting im Folgejahr (T 2) vorhersagte und dies wiederum einen Anstieg der Coparenting 167 Wärme im mütterlichen Erziehungsstil zwischen T 2 und T 3 nach sich zog. Zwei alternative Modelle mit veränderter Richtung und zeitlicher Abfolge der Zusammenhänge konnten die erhobenen Daten nicht besser erklären. Ähnliche Ergebnisse erbrachten auch die Studien von Floyd, Gilliom und Gostigan (1998) sowie Margolin et al. (2001). Querschnittliche Untersuchungen zu Zusammenhängen zwischen weiteren elterlichen Charakteristika und Coparenting erbrachten folgende Ergebnisse: Sensitivität und Offenheit der Eltern im Umgang mit den Familienmitgliedern (Kolak & Volling, 2007) sowie väterliche Flexibilität als auch mütterliche Selbstkontrolle (Talbot & McHale, 2004) standen in einem positiven Zusammenhang mit Coparenting-Kooperation, depressive Symptome der Mutter wiesen eine negative Beziehung zu Coparenting-Kooperation auf (Hughes, Gordon & Gaertner, 2004). Diese empirischen Befunde legen nahe, dass es sich bei der Ehe-Qualität um einen wichtigen Prädiktor von Coparenting handelt. Um die Bedeutung anderer elterlicher Charakteristika für deren Coparenting zu spezifizieren, bedarf es weiterer längschnittlicher Untersuchungen. Darüber hinaus scheint es sich bei Coparenting um einen vermittelnden Prozess zu handeln, über welchen sich die Qualität der elterlichen Beziehung auf deren Erziehungsverhalten auswirken kann. Coparenting und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen Eine Vielzahl an Studien untersuchte den Zusammenhang zwischen Coparenting und der Entwicklung von Klein- und Vorschulkindern. Dabei trugen in Längsschnittstudien Aspekte des Coparentings zur Vorhersage späterer Entwicklungsergebnisse bei. Belsky et al. (1996) fanden, dass ein Mangel an elterlicher Kooperation ein höheres Ausmaß impulsiven und enthemmten Verhaltens von Dreijährigen zum Folgezeitpunkt vorhersagte. Hierbei wurde für andere Aspekte des Elternverhaltens (wie Sensitivität) und das Temperament im Alter von 10 Monaten statistisch kontrolliert. Ein geringeres Ausmaß an Coparenting-Konflikt sagte bei Lindsey und Caldera (2005) eine Zunahme der Verträglichkeit von Kleinkindern über einen Zeitraum von 6 Monaten vorher. Untergrabung im Coparenting der Eltern von 8 - 11 Monate alten Kindern war ein Prädiktor externalisierenden Problemverhaltens in der Vorschule im Alter von 4 Jahren (McHale & Rasmussen, 1998); einen ähnlichen Befund berichten Schoppe, Mangelsdorf und Frosch (2001). Eine Beziehung zwischen Triangulation und 5 Jahre später erhobenen erhöhten depressiven sowie psychosomatischen Symptomen bei Kindern berichten Jacobvitz, Hazen, Curran und Hitchens (2004). Auch während der Schulzeit steht Coparenting in Beziehung mit dem Erleben und Verhalten der Kinder. Ein Mangel an Kooperation im elterlichen Coparenting, untersucht während der Sommerferien, wies einen Zusammenhang mit schlechteren Leistungen in Mathematik und Lesen sowie Unselbstständigkeit und Passivität im darauf folgenden 3. Schuljahr der Kinder auf (Stright & Neitzel, 2003). Eine Untersuchung von Jones, Shaffer, Forehand, Brody und Armistead (2003) ergab im Querschnitt und Längsschnitt, dass ein vermehrtes Auftreten von Coparenting-Konflikten zwischen alleinstehenden Müttern und den Großmüttern als Coparenting-Partnerinnen mit verstärkten internalisierenden sowie externalisierenden Problemen bei den Kindern einhergeht. Der Frage, welche Rolle Coparenting im Laufe der Adoleszenz spielt, geht die Forschung erst seit Kurzem nach. In einer Längsschnittuntersuchung von Feinberg et al. (2007) erwies sich bei den untersuchten Jugendlichen Coparenting-Konflikt als ein Prädiktor des Anstieges von antisozialem Verhalten im Laufe von zwei Jahren. Baril, Crouter und McHale (2007) fanden, dass Eltern, die ihre Partnerschaft als liebevoller beschrieben, zeitgleich über ein geringeres Ausmaß an Coparenting-Konflikt berichteten, was wiederum ein Jahr später verbunden war mit geringer ausgeprägtem Risikoverhalten 168 Daniela Teubert, Martin Pinquart der Jugendlichen. Bei Grych, Raynor und Fosco (2004) und Franck und Buehler (2007) korrelierte Triangulation durch die Eltern mit internalisierenden sowie externalisierenden Symptomen bei Jugendlichen. Das querschnittliche Untersuchungsdesign dieser Studien verbietet jedoch kausale Schlussfolgerungen. Zusammenfassend lässt sich aus diesen Forschungsergebnissen schließen, dass ein ungünstiges Coparenting (geringe Kooperation und hohes Ausmaß an Konflikt) das Risiko für die betroffenen Kinder und Jugendlichen erhöht, Verhaltensauffälligkeiten zu entwickeln. Bewertung des Forschungsstandes Gut repliziert sind die Befunde, dass eine hohe Partnerschaftsqualität die Kooperation im elterlichen Coparenting positiv beeinflussen kann (z. B. Bonds & Gondoli, 2007), sowie dass ein Mangel an Kooperation bzw. ein Übermaß an Konflikt im elterlichen Coparenting die Entwicklung von externalisierenden oder auch internalisierenden Symptomen bei Kindern und Jugendlichen nach sich ziehen kann (z. B. Baril et al., 2007; Jones et al., 2003; Schoppe et al., 2001). Darüber hinaus scheint es sich bei Coparenting um einen vermittelnden Prozess zu handeln, der Zusammenhänge zwischen der elterlichen Partnerschaftsqualität einerseits und deren praktiziertem Erziehungsstil bzw. Symptomen von Verhaltensauffälligkeiten der Kinder teilweise erklären kann (Baril et al., 2007; Bonds & Gondoli, 2007; Floyd et al., 1998). Diese Forschungsergebnisse basieren größtenteils auf methodisch hochwertigen Längsschnittuntersuchungen an umfangreichen Stichproben. Jedoch können diese Studien lediglich Hinweise auf Wirkrichtungen liefern. Um auszuschließen, dass Drittvariablen die berichteten Effekte erzeugt haben, bedarf es randomisierter und kontrollierter Experimentalstudien, die beispielsweise belegen, dass die Teilnahme der Eltern an einer Intervention zur Stärkung des elterlichen Coparentings eine Abnahme von Verhaltensauffälligkeiten bei den Kindern bewirkt. Die Uneinheitlichkeit der verschiedenen Konzeptualisierungen von Coparenting ist hingegen kritisch zu bewerten (siehe Tabelle 1). Die verschiedenen Arbeiten differieren auch dahingehend, wie weit oder eng der Coparenting-Begriff gefasst wird: während Feinberg (2003) eine Vielzahl familiärer Prozesse unter Coparenting zusammenfasst, beschränken sich Belsky und Mitarbeit bei Coparenting auf das Ausmaß an Unterstützung zwischen den Eltern während der Kindererziehung (Belsky et al., 1995). Dieser Zustand erschwert den Vergleich und die Integration der verschiedenen Forschungsergebnisse. Die Mehrzahl der vorhandenen Studien zu Coparenting beziehen sich auf die Zeit des Säuglingsalters bis in die Vorschulzeit der Kinder hinein (McHale, 2007), dementsprechend mangelt es an einer entwicklungspsychologischen Theorie zu Coparenting, welche die gesamte Entwicklung der Kinder und Jugendlichen umfasst. Oft beziehen sich die Studien auf vollständige Familien, die einer westlichen Mittelschicht entstammen und nur ein Kind haben (McHale, 2007). Eine an diesen beiden Einschränkungen ansetzende Ausdehnung der Beschäftigung mit Coparenting ist wünschenswert. Bei einer detaillierten Betrachtung der vorhandenen Untersuchungen zu Coparenting fallen in einigen Arbeiten methodische Mängel auf, die es verbieten, aus diesen allgemeingültige und/ oder kausale Schlüsse zu ziehen. Beispiele sind: eine zu geringe Stichprobengröße bei der Studie von Van Egeren und Hawkins (2004), um das dort vorgeschlagene Coparenting-Konzept faktorenanalytisch zu untermauern; Untersuchungen zu Zusammenhängen zwischen elterlichen Charakteristika und deren Coparenting im Querschnitt (Hughes et al. 2004, Kolak & Volling, 2007; Talbot & McHale, 2004); der Mono-Informant-Bias in den Daten und das querschnittliche Design bei Untersuchungen zur Bedeutung der Dimension Triangulation in der Adoleszenz (Franck & Buehler, 2007; Grych et. al., 2004); sowie die nur zu einem Messzeitpunkt erfolgte Erhebung von Coparenting in der Studie von Baril et al. Coparenting 169 (2007). Daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer Replikation dieser und anderer Forschungsergebnisse unter Verwendung einer verbesserten Methodik. Ausblick Offene Fragen Zukünftige Arbeiten sollten darauf abzielen, ein einheitliches Coparenting-Konzept zu entwickeln, welches alle relevanten Bestandteile dieses Konstruktes in sich vereint. Einen unseres Erachtens dafür gut geeigneten theoretischen Ansatz haben wir in diesem Beitrag vorgeschlagen. Darauf aufbauend könnten Selbst- und Fremdbeschreibungsfragebögen oder Beobachtungssysteme konstruiert werden, welche Coparenting dementsprechend ganzheitlich erfassen. Derzeit fehlt es noch an einem Beobachtungsinstrument zur Untersuchung des Coparentings bei Eltern Jugendlicher. Obwohl es sich bei Coparenting um ein aus Elternperspektive sozial erwünschtes Konstrukt handelt und daraus Antwortverzerrungen in Elternfragebögen resultieren können (Baril et al., 2007), wurden bisher kaum die Kinder oder Jugendlichen selbst zum Coparenting ihrer Eltern befragt. In einer Reihe von Untersuchungen befragte die Arbeitgruppe um Grych Kinder und Jugendliche zu Ehe-Konflikten der Eltern (z.B. Grych et al., 2004). Ausgehend von diesen Forschungsergebnissen erscheint es uns sinnvoll, Kinder und Jugendliche auch zu Coparenting zu befragen. Ein Mangel an Studien herrscht auch zur Entwicklung der Coparenting-Beziehung zwischen den Eltern im Zuge des Älterwerdens des Kindes. Zur korrelativen Stabilität des elterlichen Coparentings über das Vorschulalter hinaus fehlt es genauso an Daten, wie Unklarheit herrscht über mögliche Veränderungen in der mittleren Ausprägung auf den verschiedenen Coparenting-Dimensionen. Für die Vermutung, dass das Ausmaß an Kooperation zwischen den Eltern abnimmt, ja älter die Kinder werden (Margolin et al., 2001), während das von Triangulation oder Konflikt gleich bleibt oder sogar zunimmt (Baril et al., 2007), fehlt es an eindeutigen Belegen in Form von Längsschnittdaten. Die Zeit der Adoleszenz ist eine Phase, in der Jugendliche verstärkt versuchen, Einfluss auf ihre Familien zu nehmen (z. B. Grotevant, 1997). Daher erscheint es möglich, dass sich nicht nur das Coparenting der Eltern auf die Jugendlichen auswirken kann, sondern auch die Jugendlichen selbst durch ihr Verhalten Einfluss auf das elterliche Coparenting nehmen können. Erste Hinweise darauf finden sich bei Baril et al. (2007). Weiterer Forschungsbedarf besteht zu Zusammenhängen zwischen Coparenting-Dimensionen und relevanten Ergebnisvariablen bei Jugendlichen. Beispiele sind, ob ein erhöhtes Ausmaß an Coparenting-Konflikt die soziale Kompetenz negativ beeinflussen kann oder ob Coparenting-Kooperation in einem positiven Verhältnis zu Schulleistungen steht. Praktische Relevanz Die Ergebnisse der Forschung belegen die Relevanz des Konstruktes Coparenting für Präventions- und Interventionsprogramme in Erziehungsberatung, Familientherapie sowie Kinder- und Jugendpsychotherapie. Dies kann realisiert werden, indem Aspekte von Coparenting in Angebote von Erziehungsberatungsstellen bzw. in schon etablierte Elterntrainings wie Triple-P integriert werden, oder auch durch Neuentwicklung von Interventionen in Hinblick auf Coparenting. Feinberg und Kan (2008) haben ein Präventionsprogramm („Family Foundations“) für werdende Eltern entwickelt, um diese bei der Gestaltung eines funktionierenden Coparentings zu unterstützen: „Family Foundations“ besteht aus einer Abfolge von acht sowohl psychoedukativ als auch interaktiv gestalteten Sitzungen. Eine erste randomisierte und kontrollierte Evaluationsstudie ergab, dass die Interventionsgruppe sechs Monate nach der Geburt über mehr Coparenting-Kooperation berichtete als die Kontrollgruppe (Feinberg & Kan, 2008). 170 Daniela Teubert, Martin Pinquart Eine weitere Zielgruppe für die Entwicklung von Interventionen sind Familien, die bestimmten Risikofaktoren für die Entwicklung ihrer Kinder ausgesetzt sind. So zeigten Forehand und Jones (2003), dass ein geringes Ausmaß an Coparenting-Konflikt den Effekt einer erhöhten Kriminalitätsrate im Wohnumfeld auf aggressives Verhalten und depressive Symptome von Mädchen abpufferte. Literatur Abidin, R. R. & Brunner, J. F. (1995). Development of a parenting alliance inventory. Journal of Clinical Child Psychology, 24, 31 - 40. Ainsworth, M. (1973). The development of infant-mother attachment. In B. M. Caldwell & H. N. Ricciuti (Eds.), Review of child development research (vol. 3, pp 1 - 94). Chicago: University of Chicago Press. Baril, M. E., Crouter, A. C. & McHale, S. M. (2007). Processes linking adolescent well-being, marital love, and coparenting. Journal of Family Psycholog y, 21, 645 - 654. Belsky, J., Crnic, K. & Gable, S. (1995). The determinants of coparenting in families with toddler boys: Spousal differences and daily hassles. Child Development, 66, 629 - 642. Belsky, J. & Hsieh, K. H. (1998). Patterns of marital change during the early childhood years: Parent personality, coparenting, and devision-of-labor correlates. Journal of Family Psychology, 12, 511 - 528. Belsky, J., Putnam, S. & Crnic, K. (1996). Coparenting, parenting, and early emotional development. In J. P. McHale & P. A. Cowan (Eds.), Understanding how family-level dynamics affect children’s development: Studies of two-parent families (pp. 45 - 55). San Francisco: Jossey-Bass. Block, J. H., Block, J. & Morrison, A. (1981). Parental agreement-disagreement on child-rearing orientations and gender related personality-correlates in children. Child Development, 52, 965 - 974. Bonds, D. D. & Gondoli, D. M. (2007). Examining the process by which marital adjustment affects maternal warmth: The role of coparenting support as a mediator. Journal of Family Psychology, 21, 288 - 296. Caldera, Y. M. & Lindsey, E. W. (2006). Coparenting, mother-infant interaction, and infant-parent attachment relationships in two-parent families. Journal of Family Psychology, 20, 275 - 283. Erel, O. & Burman, B. (1995). Interrelatedness of marital relations and parent-child relations: A meta-analytic review. Psychological Bulletin, 118, 108 - 132. Favez, N., Frascarolo, F., Carneiro, C., Montfort, V., Corboz-Warnery, A. & Fivaz-Depeursinge, E. (2006). The development of the family alliance from pregnancy to toddlerhood and children outcomes at 18 months. Infant and Child Development, 15, 59 - 73. Feinberg, M. E. (2003). The internal structure and ecological context of coparenting: A framework for research and intervention. Parenting: Science and Practice, 3, 95 - 132. Feinberg, M. E. & Kan, M. L. (2008). Establishing family foundations: Intervention effects on coparenting, parent/ infant well-being, and parent-child relations. Journal of Family Psychology, 22, 253 - 263. Feinberg, M. E., Kan, M. L., & Hetherington, E. M. (2007). The longitudinal influence of coparenting conflict on parental negativity and adolescent maladjustment. Journal of Marriage and the Family, 69, 687 - 702. Floyd, F. J., Gilliom, L. A. & Costigan, C. L. (1998). Marriage and the parenting alliance: Longitudinal prediction of change in parenting perceptions and behaviors. Child Development, 69, 1461 - 1479. Forehand, R. & Jones, D. J. (2003). Neighborhood violence and coparent conflict: Interactive influence on child psychosocial adjustment. Journal of Abnormal Child Psychology, 31, 591 - 604. Franck, K. L. & Buehler, C. (2007). A family process model of marital hostility, parental depressive affect, and early adolescent problem behavior: The roles of triangulation and parental warmth. Journal of Family Psychology, 21, 614 - 625. Grotevant, H. (1997). Adolescents’ development in family context. In N. Eisenberg (Ed.), Handbook of childpsychology: Vol. 3 Social, emotional and personality development (5 ed., pp. 1097 - 1149). New York: Wiley. Grych, J. H., Raynor, S. R. & Fosco, G. M. (2004). Family processes that shape the impact of interparental conflict on adolescents. Development and Psychopathology, 16, 649 - 665. Hughes, F. M., Gordon, K. C. & Gaertner, L. (2004). Predicting spouses’ perceptions of their parenting alliance. Journal of Marriage and the Family, 66, 506 - 514. Jacobvitz, D., Hazen, N., Curran, M. & Hitchens, K. (2004). Observation of early triadic family interactions. Boundary disturbances in the family predict symptoms of depression, anxiety, and attention-deficit/ hyperactivity disorder in middle-childhood. Development and Psychopathology, 16, 577 - 592. Jones, D. J., Shaffer, A., Forehand, R., Brody, G. & Armistead, L. P. (2003). Coparent conflict in single motherheaded African American families: Do parenting skills serve as a mediator or moderator of child psychosocial adjustment? Behavior Therapy, 34, 259 - 272. Karreman, A., Van Tuijl, C., Van Aken, M. A. G. & Dekovic, M. (2008). Parenting, coparenting, and effortful control in preschoolers. Journal of Family Psychology, 22, 30 - 40. Kolak, A. M. & Volling, B. L. (2007). Parental expressiveness as a moderator of coparenting and marital relationship quality. Family Relations, 56, 467 - 478. Konold, T. R. & Abidin, R. R. (2001). Parenting alliance: A multifactor perspective. Assessment, 8, 47 - 65. Lamb, M. E. (1997). The role of the father in child development (3rd ed.). New York: Wiley. Lindsey, E. W. & Caldera, Y. M. (2005). Interparental agreement on the use of control in childrearing and infants’ compliance to mother’s control strategies. Infant Behavior and Development, 28, 165 - 178. Maccoby, E. E. & Martin, J. A. (1983). Socialization in the context of the family: Parent - child interaction. In P. H. Mussen (Ed.) & E. M. Hetherington (Vol. Ed.), Handbook of child psychology: Vol. 4. Socialization, personality, and social development (4th ed., pp. 1 - 101). New York: Wiley. Coparenting 171 Margolin, G., Gordis, E. B. & John, R. S. (2001). Coparenting: A link between marital conflict and parenting in two-parent families. Journal of Family Psychology, 15, 3 - 21. Markham, M. S., Ganong, L. H. & Coleman, M. (2007). Coparental identity and mothers’ cooperation in coparental relationships. Family Relations, 56, 369 - 377. McConnell, M. C. & Kerig, P. K. (2002). Assessing coparenting in families of school-age children: validation of the coparenting and family rating system. Canadian Journal of Behavioural Science, 34, 44 - 58. McHale, J. P. (1997). Overt and covert coparenting processes in the family. Family Process, 36, 183 - 201. McHale, J. P. (2007). When infants grow up in multiperson relationship systems. Infant mental Health Journal, 28, 370 - 392. McHale, J. P., Johnson, D. & Sinclaire, R. (1999). Family dynamics, preschoolers family representations, and preschoolers peer relationships. Early Education and Development, 10, 373 - 401. McHale, J. P., Kuersten-Hogan, R. & Lauretti, A. (2000). Evaluating coparenting and family dynamics during infancy and early childhood: The coparenting and family rating system. In P. Kerig & K. Lindahl (Eds.), Family observational coding systems: Resources for systemic research (pp. 151 - 170). Hillsdale, NJ: Erlbaum. McHale, J. P., Kuersten-Hogan, R., Lauretti, A. & Rasmussen, J. L. (2000). Parental reports of coparenting and observed coparenting behavior during the toddle period. Journal of Family Psychology, 14, 220 - 236. McHale, J. P. & Rasmussen, J. L. (1998). Coparental and family group-level dynamics during infancy: Early family precursors of child and family functioning during preschool. Development and Psychopatholog y, 10, 39 - 59. McHale, J. P. & Rotman, T. (2007). Is seeing believing? Expectant parents’ outlooks on coparenting and later coparenting solidarity. Infant Behavior and Development, 30, 63 - 81. Minuchin, P. (1985). Families and individual development: Provocations from the field of family therapy. Child Development, 56, 289 - 302. Schoppe-Sullivan, S. J., Mangelsdorf, S. C., Frosch, C. A. & McHale, J. L. (2004). Associations between coparenting and marital behavior from infancy to the preschool years. Journal of Family Psychology, 18, 194 - 207. Schoppe, S. J., Mangelsdorf, S. C. & Frosch, C. A. (2001). Coparenting, family process, and family structure: Implications for preschoolers’ externalizing behavior problems. Journal of Family Psycholog y, 15, 526 - 545. Stright, A. D. & Bales, S. S. (2003). Coparenting quality: Contributions of child and parent characteristics. Family Relations, 52, 232 - 240. Stright, A. D. & Neitzel, C. (2003). Beyond parenting: Coparenting and children’s classroom adjustment. International Journal of Behavioral Development, 27, 31 - 40. Talbot, J. A. & McHale, J. P. (2004). Individual parental adjustment moderates the relationship between marital and coparenting quality. Journal of Adult Development, 11, 191 - 205. Van Egeren, L. & Hawkins, D. P. (2004). Coming to terms with coparenting: Implications of definition and measurement. Journal of Adult Development, 11, 165 - 178. Weissman, S. H. & Cohen, R. S. (1985). The parenting alliance and adolescence. Adolescent Psychiatry, 12, 24 - 45. Dipl.-Psych. Daniela Teubert Prof. Dr. Martin Pinquart Philipps-Universität Marburg FB Psychologie, AG Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie Gutenbergstraße 18 D-35032 Marburg Tel.: (0 64 21) 28-2 36 98 Fax: (0 64 21) 28- 2 36 85 E-Mail: daniela.teubert@staff.uni-marburg.de pinquart@staff.uni-marburg.de