eJournals Psychologie in Erziehung und Unterricht58/3

Psychologie in Erziehung und Unterricht
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0342-183X
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/peu2011.art15d
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Simulierte Synästhesie - eine Möglichkeit der Kreativitätsförderung?

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Siegfried Preiser
Synästhesie ist eine Variante der Wahrnehmung, bei der wahrgenommene Reize unwillkürlich trotz fehlender Reizgrundlage zu einer zusätzlichen Wahrnehmung in einer anderen Sinnesmodalität führen. Synästhetiker gelten als überdurchschnittlich kreativ. Eine mögliche Erklärung liegt darin, dass Menschen mit ungewöhnlichen Assoziationen bessere Chancen haben, originelle Konstellationen von Problemaspekten zu finden. In drei Schulklassen des 4. und des 5. Schuljahres wurden in einem Vorher-Nachher-Design mit Kontrollgruppen Effekte eines nach Synästhesieprinzipien gestalteten Kunstunterrichts untersucht. In dem sich über fünf Wochen erstreckenden Kunstunterricht der Trainingsgruppen wurden verschiedene Sinnesmodalitäten in unterschiedlichen Konstellationen miteinander verknüpft: visuelle, haptische, kinästhetische, olfaktorische Reize sowie akustische Reize in Form von Musik, Geräuschen und Texten. Veränderungen bei den Trainingsgruppen (N = 58) und den Kontrollgruppen (N = 59) wurden mittels Varianten des Tests für schöpferi-sches Denken – Zeichnerisch (TSD-Z) gemessen. Zweifaktorielle Varianzanalysen mit Messwiederho-lung erbrachten in zwei Stichproben hochsignifikante Interaktionseffekte. Ein Training mit simulierten Synästhesieerfahrungen ist offenbar in der Lage, die zeichnerische Kreativität zu fördern.
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n Empirische Arbeit Psychologie in Erziehung und Unterricht, 2011, 58, 225 - 232 DOI 10.2378/ peu2011.art15d © Ernst Reinhardt Verlag München Basel Simulierte Synästhesie - eine Möglichkeit der Kreativitätsförderung? Siegfried Preiser Goethe-Universität Frankfurt am Main Can Simulated Synaesthesia Promote Creativity? Summary: Synaesthesia is a type of perception in which contents of perception from different sensory modalities are combined in an instinctive and compelling manner. Synaesthetes are considered to be exceptionally creative. One possible explanation for the increased creativity of synaesthetes could be due to the fact that people with exceptional associations have better chances of discovering extraordinary constellations of problem aspects. School students of three different classes (4 th and 5 th grade) participated in a pre-post-design study with control groups in order to investigate potential creativity-enhancing effects of art lessons based on synaesthesia principles. The training lasted for five weeks. During this time art lessons of the training groups were aimed at combining various sensory modalities in different constellations: visual, haptic, kinaesthetic, olfactory as well as acoustic stimuli in the form of music, sounds, and texts. Differences between the training groups (N = 58) and the control groups (N = 59) were measured using an alternative to the Test for Creative Thinking-Drawing Production (TSD-Z). Two-way ANOVAs with repeated measurement yielded highly significant interaction effects. These empirical findings indicate that training programs which provide experiences of simulated synaesthesia apparently have the ability to promote drawing creativity. Keywords: Synaesthesia, multimodal perception, creativity, arts lessons Zusammenfassung: Synästhesie ist eine Variante der Wahrnehmung, bei der wahrgenommene Reize unwillkürlich trotz fehlender Reizgrundlage zu einer zusätzlichen Wahrnehmung in einer anderen Sinnesmodalität führen. Synästhetiker gelten als überdurchschnittlich kreativ. Eine mögliche Erklärung liegt darin, dass Menschen mit ungewöhnlichen Assoziationen bessere Chancen haben, originelle Konstellationen von Problemaspekten zu finden. In drei Schulklassen des 4. und des 5. Schuljahres wurden in einem Vorher-Nachher-Design mit Kontrollgruppen Effekte eines nach Synästhesieprinzipien gestalteten Kunstunterrichts untersucht. In dem sich über fünf Wochen erstreckenden Kunstunterricht der Trainingsgruppen wurden verschiedene Sinnesmodalitäten in unterschiedlichen Konstellationen miteinander verknüpft: visuelle, haptische, kinästhetische, olfaktorische Reize sowie akustische Reize in Form von Musik, Geräuschen und Texten. Veränderungen bei den Trainingsgruppen (N = 58) und den Kontrollgruppen (N = 59) wurden mittels Varianten des Tests für schöpferisches Denken - Zeichnerisch (TSD-Z) gemessen. Zweifaktorielle Varianzanalysen mit Messwiederholung erbrachten in zwei Stichproben hochsignifikante Interaktionseffekte. Ein Training mit simulierten Synästhesieerfahrungen ist offenbar in der Lage, die zeichnerische Kreativität zu fördern. Schlüsselbegriffe: Synästhesie, multimodale Wahrnehmung, Kreativität, Kunstunterricht Synästhesie ist eine seltene Variante der Wahrnehmung, bei der ein Reiz oder eine Vorstellung aus einer bestimmten Sinnesmodalität unwillkürlich und zwingend zu einer zusätzlichen Wahrnehmung in einer anderen Sinnesmodalität führt, ohne dass eine entsprechende Reizgrundlage vorhanden ist. Gehörte Töne können beispielsweise eine Farbwahrnehmung hervorrufen, auch Zahlen oder Buchstaben werden in ganz bestimmten Farben gesehen. 226 Siegfried Preiser Der Begriff Synästhesie ist seit etwa 300 Jahren bekannt (nach Ramachandran & Hubbard, 2004), als wissenschaftlicher Begriff wieder eingeführt wurde er von dem Neurophysiologen Alfred Vulpian (1866). Im Handbuch der Psychologie aus den Sechzigerjahren war der Synästhesie ein eigenes Kapitel gewidmet (Werner, 1966). In aktuellen Lehrbüchern und Lexika der Psychologie wird das Phänomen dagegen allenfalls in Form eines kurzen Hinweises berücksichtigt. Im Wahrnehmungsband der aktuellen Enzyklopädie der Psychologie (Prinz & Bridgeman, 1994) taucht das Stichwort im Register überhaupt nicht auf. Das Phänomen wurde lange Zeit eher von Künstlern und Reformpädagogen als von Wissenschaftlern beachtet. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts wird das Phänomen systematischer untersucht, beispielsweise durch den Neurologen Richard E. Cytowic (1989/ 2002; 1998). In jüngerer Zeit haben Erfahrungsberichte von Betroffenen und populärwissenschaftliche Darstellungen verbreitetes Interesse an diesem Phänomen geweckt (vgl. Ramachandran & Hubbard, 2004). Über Gesellschaften und Internetplattformen von Synästhesiebegabten, -interessierten und -forschern werden Erfahrungen und Informationen ausgetauscht (www.synaesthesia.com; www.synaesthesie.net; www.synaesthesie.org). Das Phänomen Synästhesie Persönliche Erfahrungsberichte und wissenschaftliche Untersuchungen belegen gleichermaßen, dass Synästhesiephänomene in einer großen qualitativen Bandbreite auftreten: Synästhetiker sehen beispielsweise konkrete Farben, geometrische Figuren, bewegte Gegenstände oder ganze Bildfragmente, wenn sie bestimmte Töne oder Geräusche hören, und zwar in einer Klarheit und Eindeutigkeit, die weit über das Erleben von „Klangfarben“ im Sinne visueller Assoziationen hinausgeht. Sie sehen Wochentage, Monate oder Zahlen in ganz bestimmten Farben. Sie fühlen „Spitzen“ oder Samt bei bestimmten Gewürzen, sie „schmecken“ Tonintervalle als salzig oder süß. Auch Emotionen können Farb- oder Geschmackswahrnehmungen hervorrufen (Beispiele nach Duffy, 2003; Emrich, Schneider & Zedler, 2004; Ramachandran & Hubbard, 2004). Synästhetiker erleben diese cross-modalen Verknüpfungen als selbstverständlich. Wenn sie allerdings merken, dass andere Menschen kein Verständnis für ihre Wahrnehmungen haben, tendieren sie oft dazu, ihre besondere Wahrnehmungsform zu verheimlichen. Synästhesie wird als normales Phänomen bei allen Neugeborenen angenommen, weil die Gehirnareale noch nicht spezialisiert sind und deshalb Sinneseindrücke verschiedener Modalitäten miteinander verbunden werden (Baron- Cohen, 1996; Mowrer, 1993); bei Synästhetikern bleibt der unwillkürliche cross-modale Transfer zeitlebens erhalten. Assoziative Verknüpfungen zwischen verschiedenen Sinnesmodalitäten (cross-modale Assoziationen) gibt es allerdings bei allen Menschen; viele sind weit verbreitet und in unsere Alltagssprache eingegangen: Tonhöhe, Klangfarbe, tiefblau, warme Worte, kaltes Blau, spitze Töne, scharfer Tonfall, samtiger Klang. Auch können mittels verknüpfenden Lernens Assoziationen zwischen beliebigen Reizen und Vorstellungen hergestellt werden, die auf einen der beiden assoziierten Reize unwillkürlich die Vorstellung des anderen Reizes hervorrufen, der einer anderen Sinnesmodalität zugehören kann. Während Synästhesien allerdings die Klarheit und Eindeutigkeit einer manifesten Wahrnehmung aufweisen, handelt es sich bei cross-modalen Assoziationen eher um diffuse Eindrücke und vage Vorstellungen. Nach den vorliegenden, weiter oben zitierten Erfahrungsberichten erleben Synästhetiker ihre Wahrnehmungen als völlig normal. Es werden jedoch auch Probleme berichtet: Synästhesien erzeugen Irritationen, weil man allmählich lernt, dass bestimmte Wahrnehmungen keine Reizgrundlage haben (diese Erfahrung könnte allenfalls die Entwicklung zum radikalen Konstruktivisten fördern). Sie führen zu kommunikativen Konflikten, weil verschiedene Personen unterschiedlichen cross-modalen Transfer erleben, also beispielsweise einen Buchstaben in Simulierte Synästhesie 227 unterschiedlichen Farben sehen. Sie führen zu kognitiven Belastungen, weil Wahrnehmungsinhalte (zum Beispiel farbig gedruckte Wochentage), die den eigenen Wahrnehmungsverknüpfungen widersprechen, kognitive Kapazitäten beanspruchen und zu einer verzögerten Informationsverarbeitung führen. Wir kennen dieses Problem als Interferenzphänomen, wenn beispielsweise im Stroop-Test Farbnamen in verschiedenen Farben gedruckt sind und nicht der Name gelesen, sondern die Druckfarbe benannt werden soll (Stroop, 1935). Synästhesie, ästhetisches Lernen und Kreativität Es gibt nur relativ wenige genuine Synästhetiker. Synästhesie und deren Persistenz über den Lebenslauf scheint eine angeborene Fähigkeit oder - je nach Betrachtungsweise - Störung der normalen modalitätsspezifischen Wahrnehmung zu sein. Synästhesieähnliche Phänomene sind jedoch allen Menschen zugänglich, und sie können durch Lernerfahrungen erzeugt und gefördert werden. Die Frage ist nur, warum sollten sie gefördert werden, wo sie doch Probleme verursachen können. Ein möglicher Grund liegt in der angestrebten Förderung von Phantasie und Kreativität: Anknüpfend an philosophische Theorien und romantische Auffassungen über die Beziehungen zwischen Wahrnehmung, Kunst, Sittlichkeit, Vernunft und Emotion werden Ästhetik und Synästhetik als bedeutsam für Kunst und Kreativität propagiert (vgl. Silbermann, 1979). Auch nach neueren empirischen Untersuchungen gelten Synästhetiker als überdurchschnittlich kreativ und sollen vermehrt unter Künstlern zu finden sein (vgl. Ramachandran & Hubbard, 2004). Beispielsweise waren Synästhetiker mit 23 % überproportional unter den Schülern einer Kunstschule zu finden (Domino, 1989). Sie tendieren in hohem Maße zu künstlerisch-kreativen Aktivitäten, teilweise auch zum Instrumentalspiel, wobei jedoch die Beziehungen zu Kreativitätstestergebnissen uneindeutig sind (Ward, Thompson-Lake, Ely & Kaminski, 2008). Eine mögliche Erklärung für Beziehungen zwischen Kreativität und Synästhesie liegt darin, dass cross-modale Assoziationen ebenso wie breite und flache Assoziationshierarchien die Produktion origineller Ideen erleichtern. Menschen, die mehr und weiter entfernte Einfälle zu einem bestimmten Thema entwickeln, haben bessere Chancen, ungewöhnliche Konstellationen von Problemaspekten zu finden oder zu erarbeiten. Maltzman (1960) hat diesen Aspekt für die Entwicklung seines Remote Assoziation Tests und für ein Trainingskonzept genutzt. Dabei werden die Trainingsteilnehmer dazu angehalten, immer neue und dadurch sich immer weiter entfernende Assoziationen zu vorgegebenen Begriffen zu produzieren. Die Aktivierung ungewöhnlicher Assoziationen kann auch durch Kreativitätstechniken bzw. allein durch bestimmte Instruktionen gefördert werden. Auch Analogien, Metaphern und imaginative Visualisierungen von abstrakten Ideen werden wegen der Verbreiterung des Blickfeldes als kreativitätsfördernd angesehen (vgl. Finke, 1997; Ward, Smith & Vaid, 1997). Die Förderung synästhesieähnlicher Phänomene in Form von cross-modalen Verknüpfungen wäre in der Schule möglich. Insbesondere die Unterrichtsfächer Kunst und Musik bieten sich dafür an, weil sie die zentralen und komplexen Sinnesmodalitäten Sehen und Hören fokussieren und in der Regel multimodal angelegt sind: Musik machen, Tanzen, Zeichnen, Malen und Modellieren beinhalten neben akustischen bzw. visuellen Reizen auch taktile und kinästhetische Wahrnehmungsinhalte; olfaktorische Reize könnten problemlos hinzugefügt werden. Wahrnehmen mit allen Sinnen ist ein in der Kunstpädagogik anerkanntes Prinzip der ästhetischen Erziehung (Staudte, 1993; 2000). Dieser von Friedrich Schiller geprägte Begriff beinhaltet die Verbindung von sinnlicher Schönheit und Vernunft. Unter ästhetischem Lernen versteht man Lernprozesse, bei denen Lernstoff nicht nur verbal vermittelt, sondern mit mehreren Sinnen aufgenommen und aktiv verarbeitet wird. Nach Staudte (2000) macht erst ein reflexiver Prozess aus einer sinnlichen eine ästhetische Erfahrung. 228 Siegfried Preiser Diese Reflexion über die Wahrnehmungsinhalte, die zu einer vertieften Verarbeitung führen soll, wird ausgelöst durch Ungereimtheiten, Widersprüche und Überraschungen und kann durch den Kunstunterricht gefördert werden, beispielsweise durch ungewöhnliche Verknüpfungen von Sinneseindrücken,Materialien oder Bearbeitungstechniken. Wahrnehmen mit allen Sinnen wird auchinTrainingsprogramme zurKreativitätsförderung integriert (vgl. Preiser & Buchholz, 2008). Fragestellung Es soll nun untersucht werden, ob sich durch didaktisch evozierte synästhesieähnliche Erfahrungen kreative Fähigkeiten fördern lassen. Es wird die Hypothese geprüft, dass eine mehrwöchige Förderung cross-modaler Assoziationen im Kunstunterricht im Vergleich zu einer Kontrollgruppe zu einer Steigerung der zeichnerischen Kreativität führt. Methodik In einem Vorher-Nachher-Design mit Kontrollgruppe wurden potenzielle Effekte eines nach Synästhesieprinzipien gestalteten Kunstunterrichts in drei Schulklassen untersucht. In Parallelklassen als Kontrollgruppen wurde im gleichen Zeitraum „normaler“ Kunstunterricht angeboten. Die Unterrichtseinheiten in den verschiedenen Klassen wurden von drei verschiedenen Lehramtsstudierenden im Rahmen ihrer Staatsexamensarbeiten durchgeführt. Detailinformationen zu Methodik, Intervention und Ergebnissen der Arbeiten können vom Verfasser angefordert werden. Die Konzeption der Unterrichtsinhalte und -methoden für die Studie 1 erfolgte unabhängig von den beiden anderen. Stichproben Studie 1: Grundschule, 5. Schuljahr, Interventionsgruppe n = 17 (8 Mädchen und 9 Jungen), Kontrollgruppe n = 17 (7 Mädchen und 10 Jungen) - Erhebung durch Christoph Döring (2009). Studie 2: Grundschule, 4. Schuljahr, Interventionsgruppe n = 20 (11 Mädchen und 9 Jungen), Kontrollgruppe n = 21 (12 Mädchen und 9 Jungen) - Erhebung durch Anika Moje (2008). Studie 3: Förderstufe, 5. Schuljahr, Interventionsgruppe n = 21 (12 Mädchen und 9 Jungen), Kontrollgruppe n = 21 (8 Mädchen und 13 Jungen) - Erhebung durch Christine Moje (2008). Messinstrumente In Studie 1 wurde der TSD-Z (Test für schöpferisches Denken - Zeichnerisch; Urban & Jellen, 1995) für die Vorher- und Nachher-Messung der zeichnerischen Kreativität (im Sinne von divergenter Produktion) verwendet. Die Vorlagen bestehen aus DIN-A 4-Blättern mit einigen Linienfragmenten und geometrischen Formen in einem Rahmen sowie einem außerhalb des Rahmens befindlichen Element; diese Fragmente sollen zu einer Zeichnung vervollständigt werden. Die Auswertung erfolgte nach den 13 Einzelkriterien des Tests (ohne Zeitfaktor), die Werte zwischen 0 und 6 annehmen können (0 = nicht erfüllt, 6 = voll erfüllt). Die Ergebnisse von Kreativitätstests sind durch situative Bedingungen oder Veränderungen der Instruktion leicht zu beeinflussen (siehe ein Beispiel für den TSD-Z bei Preiser, 2009). Um die Reliabilität zu erhöhen, wurde deshalb in den Studien 2 und 3 jeweils eine Serie von vier eigens entwickelten Varianten des TSD-Z verwendet. Die Auswertung erfolgte in Anlehnung an den Originaltest, jedoch mit einer reduzierten Zahl von sieben Kriterien, da einzelne Aspekte des Tests schwer objektiv zu beurteilen scheinen (wie z. B. Affektivität/ Emotionalität/ Expressive Kraft) oder in den untersuchten Altersgruppen kaum vorkommen (wie z. B. Unkonventionalität in Form von Abstraktheit, Fiktion, Symbolik): 1. Fortsetzen und Ausgestalten von Zeichen 2. Hinzufügen von eigenen Zeichen 3. Zeichnerischer Zusammenhang der zeichnerischen Elemente 4. Inhaltlicher/ thematischer Zusammenhang 5. Den Betrachter persönlich ansprechen (Humor, Emotionen) 6. Unkonventionelle und phantasievolle Gestaltung 7. Perspektive und Dreidimensionalität Bei jedem Kriterium konnten minimal 1 Punkt (Kriterium nicht erfüllt) und maximal 5 Punkte (Kriterium voll erfüllt) erreicht werden. Die Ergebnisse der vier Subtests korrelieren untereinander; deshalb wurden Summenwerte über alle Kriterien und alle vier Tests gebildet. Die Reliabilitätswerte nach Cron- Simulierte Synästhesie 229 bachs a lagen für die verschiedenen Testungen zwischen .69 und .86, die Trennschärfeindizes zwischen .37 und .78. Pro Zeichnung wurden 10 Minuten angesetzt. Intervention Der Kunstunterricht der Interventionsgruppe in Studie 1 beinhaltete folgende Elemente: Erweiterung der Phantasie (Traumwelt), Einbeziehung verschiedener Sinnesmodalitäten (Malen zu Musik, Geruchsparcour, cross-modale Verknüpfungen) und besondere Malstile (Höhlenmalerei/ Naturfarben, Hundertwasser). Wegen der unterschiedlichen Kreativitätstestung sind die Werte dieser Stichprobe zahlenmäßig nicht unmittelbar mit den Werten der anderen Studien vergleichbar. Hinzu kommt eine Panne bei der Datenerhebung: Die Klassenlehrerin hatte den Schülern der Interventionsgruppe versehentlich eine Videovorführung für die Stunde versprochen, in der letztlich stattdessen die Nachher- Erhebung stattfand; die Testdurchführung fand also unter ungünstigen motivationalen Bedingungen statt. Der Kunstunterricht in den Trainingsklassen der Studien 2 und 3 wurde nach dem gleichen Grundkonzept, jedoch mit anderen Unterrichtsinhalten und -medien durchgeführt. Studien 2 und 3 hatten eine identische Unterrichtsstruktur; lediglich die Inhalte wurden geringfügig an die jeweilige Altersgruppe adaptiert. Die zwei Testtermine und die fünf Unterrichts-Doppelstunden beinhalteten folgende Trainingselemente: - Durchführung des Kreativitätstests mit vier zeichnerischen Gestaltungsaufgaben. - Vorbereitende Synästhesieaufgabe: nachdenken, zu welchem Wochentag welche Farbe passen würde und in einer Tabelle festhalten. - Malen zu Musik - Verknüpfung von akustischen mit visuellen Reizen: Zu drei Musikstücken sollte jeweils im Zeitraum von 20 - 25 Minuten ein Bild gemalt werden. - Tastzeichnen - Verknüpfung von haptischen mit visuellen Reizen: Die Kinder fühlten nacheinander mehrere Gegenstände in undurchsichtigen Beuteln und sollten ihre Empfindungen und Eindrücke mit der anderen Hand zeichnen. - Blindzeichnen - Verknüpfung von visuellen Reizen mit Motorik: Die Kinder zeichneten nacheinander sieben sichtbare Gegenstände, sie konnten dabei jedoch nicht ihre Hand und das Blatt sehen. - Riechparcours - Verknüpfen von Gerüchen mit Assoziationen und Farben: Die Kinder bekamen 15 unterschiedliche Gerüche zur Verfügung gestellt und sollten dazu Assoziationen in Form von Farben und Begriffen finden. - Arbeiten mit Ton - Verknüpfung von Texten mit haptischem Empfinden: Den Schülerinnen und Schülern wurde eine Geschichte vorgelesen, zu der anschließend aus Ton ein passendes Objekt geformt werden sollte. - Geräusche - Verknüpfen von kurzen akustischen mit visuellen Reizen: Zu jeweils kurz vorgespielten Geräuschen sollten die Kinder Bilder gestalten. - Wiederholung der Kreativitätstests. In den Kontrollgruppen erfolgte je eine Testung im Abstand von sieben Wochen; dazwischen wurde ein konventioneller Kunstunterricht durch die jeweilige Kunstlehrerin gegeben. Ergebnisse Die Ergebnisse der Studie 1 sind statistisch nicht signifikant (für die Interaktion Gruppe x Zeit: F = 0,25; p > .50; h 2 = .01); die Effektstärke nach Cohen beträgt für die Veränderung der Trainingsgruppe gegenüber dem Ausgangsniveau d = .41, wenn auf die Standardabweichung des Ausgangsniveaus relativiert wird. Relativ zur - sich ebenfalls steigernden - Kontrollgruppe beträgt die Effektstärke jedoch nur d = .20 (vgl. Tabellen 1 und 2). In den beiden Studien 2 und 3 erbrachten zweifaktorielle Varianzanalysen mit Messwiederholung dagegen hochsignifikante Interaktionseffekte „Zeit x Gruppe“ ( h 2 = .27 und .19). Die Effektstärke für die Steigerung der zeichnerischen Kreativität beträgt in diesen beiden Trainingsgruppen jeweils d = .49, wenn auf die Standardabweichung des Ausgangsniveaus relativiert wird, während sich die Kontrollgruppen verschlechterten. Wird die Steigerung der Kreativität der Interventionsgruppe relativ zur Veränderung der Kontrollgruppe berücksichtigt und auf die gemeinsame Standardabweichung relativiert, ergeben sich sogar Effektstärken von d = 1.03 (Studie 2) und d = .61 (Studie 3). 230 Siegfried Preiser In den Stichproben 1 und 3 liegen die Ausgangswerte der Trainings- und Kontrollgruppen sehr nah beieinander, lediglich in Stichprobe 2 zeigt die Kontrollgruppe ein höheres Ausgangsniveau als die Trainingsgruppe. Die Standardabweichungen von Trainings- und Kontrollgruppen unterscheiden sich nicht gravierend voneinander. Für den maximalen Unterschied der Standardabweichungen der Ausgangswerte für Stichprobe 2 (SD = 13.68 und 8.40) ergibt sich ein nichtsignifikanter Wert von F = 1.63 (df = 19/ 20; p > .05). Studie 1 Quelle der Variation SS df MS F F krit p h 2 Zwischen den Vpn Faktor A (Gruppe) 39.77 1 39.77 .52 4.15 .48 .02 Innerhalb der Vpn Faktor B (Zeit) A x B (Gruppe x Zeit) Fehler 68.00 7.12 895.88 1 1 32 68.00 7.12 (28.00) 2.43 .25 4.15 4.15 .13 .62 .07 .01 Studie 2 Quelle der Variation SS df MS F F krit p h 2 Zwischen den Vpn Faktor A (Gruppe) .05 1 .05 .00 4.08 .99 .00 Innerhalb der Vpn Faktor B (Zeit) A x B (Gruppe x Zeit) Fehler 10.21 723.87 1931.18 1 1 39 10.21 723.87 (49.52) .21 14.62 4.08 4.08 .65 < .001 .01 .27 Studie 3 Quelle der Variation SS df MS F F krit p h 2 Zwischen den Vpn Faktor A (Gruppe) 555.43 1 555.43 1.57 4.08 .22 .04 Innerhalb der Vpn Faktor B (Zeit) A x B (Gruppe x Zeit) Fehler 220.19 403.05 1749.76 1 1 40 220.19 403.05 (43.74) 5.03 9.21 4.08 4.08 .03 < .001 .11 .19 Tabelle 1: Ergebnisse der Varianzanalysen mit Messwiederholung über die zeichnerischen Kreativitätstests für drei unabhängige Trainings- und Kontrollgruppen vor und nach dem Training Trainingsgruppe M (SD) Kontrollgruppe M (SD) Gesamtgruppe M (SD) Studie 1 n = 17 n = 17 N = 34 prä post 18.3 (6.41) 20.9 (6.77) 17.4 (6.88) 18.8 (8.62) 17.9 (6.56) 19.9 (7.71) Studie 2 n = 20 n = 21 N = 41 prä post 66.3 (13.68) 72.9 (13.17) 72.1 (8.40) 66.9 (11.60) 69.3 (11.54) 69.8 (12.60) Studie 3 n = 21 n = 21 N = 42 prä post 63.7 (15.46) 71.3 (17.99) 62.9 (11.05) 61.8 (10.53) 63.3 (13.28) 66.5 (15.33) Tabelle 2: Mittelwerte und Standardabweichungen der zeichnerischen Kreativitätstests für Trainings- und Kontrollgruppen vor und nach dem Training Anmerkungen: Studie 1: Summenwert von 13 Einzelkriterien nach dem TSD-Z (Urban & Jellen, 1995). Die Einzelkriterien konnten Werte zwischen 0 und 6 annehmen (0 = nicht erfüllt, 6 = voll erfüllt). Studien 2 und 3: Summenwert von vier selbst konstruierten Subtests mit jeweils 7 Einzelkriterien. Die Einzelkriterien konnten Werte zwischen 1 und 5 annehmen (1 = nicht erfüllt, 5 = voll erfüllt). Simulierte Synästhesie 231 Diskussion In Studie 1 ergibt sich zwar ein nennenswerter Betrag der Effektstärke (je nach Berechnungsart d = 0.41 bzw. 0.20), die Ergebnisse sind jedoch statistisch nicht annähernd signifikant. Für dieses schwache Ergebnis könnte die oben erwähnte Panne bei der abschließenden Testung verantwortlich sein. Dagegen konnte in Studie 2 und 3 in zwei unterschiedlichen Klassen des 4. und 5. Schuljahrs aus zwei verschiedenen Schulen gezeigt werden, dass ein fünfwöchiger Kunstunterricht mit synästhesieähnlichen Erfahrungen in der Lage ist, die zeichnerische Kreativität der Schülerinnen und Schüler zu fördern, während in der gleichen Zeit in zwei „normal“ unterrichteten Parallelklassen die Testergebnisse zurückgingen. Das letztgenannte Ergebnis könnte ein Testsättigungsphänomen sein, da - um die Reliabilität zu erhöhen - jeweils vier ähnlich gestaltete zeichnerische Gestaltungsaufgaben nacheinander zu absolvieren waren. Effektstärken nahe 0,50 und trotz der geringen Stichprobenumfänge statistisch signifikante Werte sind für ein fünfwöchiges Training mit jeweils einer Doppelstunde pro Woche durchaus beachtlich. Dass bei Studie 1 die Kreativitätsleistung der Kontrollgruppe - im Gegensatz zu den Studien 2 und 3 - ebenfalls anstieg, kann mit den regulären Unterrichtserfahrungen während des Untersuchungszeitraum zusammenhängen; verantwortlich für den Unterschied zu Studien 2 und 3 könnte allerdings auch die Tatsache sein, dass hier jeweils nur ein zeichnerischer Kreativitätstest gegeben wurde und deshalb keine Testsättigungseffekte eintraten. Das gravierendste methodische Problem der gesamten Untersuchung besteht sicherlich darin, dass - schulorganisatorisch bedingt - mit Klumpenstichproben in Form von kompletten Schulklassen gearbeitet wurde, was zwar ein natürliches Unterrichtssetting beinhaltet, aber die Unabhängigkeit der einzelnen individuellen Messwerte beeinträchtigt. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass die Ausgangsbedingungen für Trainings- und Kontrollgruppen und die jeweilige Art des Kunstunterrichts die beobachteten Veränderungen nicht entscheidend beeinflusst haben dürften: Die Ausgangswerte der Trainings- und Kontrollgruppen liegen relativ nah beieinander und auch die Standardabweichungen von Trainings- und Kontrollgruppen unterscheiden sich nicht gravierend voneinander. Eine Mehrebenenanalyse, bei der individuelle Effekte von Schulklasseneffekten auf Aggregatebene unterschieden werden könnten, ist bei zwei mal drei Schulklassen nicht durchführbar. Für die Wirksamkeit des Trainingskonzepts spricht die Tatsache, dass gleichsinnige positive Effekte - mit Effektstärken nahe 0,50 - in drei unabhängigen Studien in drei verschiedenen Schulen gefunden wurden, davon in zwei Schulen statistisch signifikant, wobei das Training durch drei verschiedene Lehrkräfte durchgeführt wurde. Die postulierten Auswirkungen des Trainings wurden nur für die zeichnerische Kreativität nachgewiesen. Es handelt sich aber unseres Erachtens nicht um einen trivialen und trainingsspezifischen Effekt: Während das Training multimodal angelegt war, verlangten die Testaufgaben rein zeichnerische Ideen, bei denen Farben oder andere Sinnesmodalitäten keine Rolle spielen. Wir nehmen an, dass durch das cross-modale Training die Bereitschaft und Fähigkeit zu ungewöhnlichen, weit entfernten Assoziationen gefördert wurde und dadurch auch originelle Ideen für zeichnerische Gestaltungen begünstigt wurden. Ein Training mit simulierten Synästhesieerfahrungen ist also offenbar in der Lage, die zeichnerische Kreativität zu fördern. Ob auch die verbale Kreativität profitiert, müsste in weiteren Unterrichtsversuchen geprüft werden. Literatur Baron-Cohen, S. (1996). Is there a normal phase of synaesthesia in development? Psyche. An Interdisciplinary Journal of Research on Consciousness 2 (27). 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