Psychologie in Erziehung und Unterricht
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0342-183X
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
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Editorial
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Olaf Köller
Die Erwartung an Wissenschaft, ihre aus öffentlichen Geldern finanzierte Forschung frei verfügbar zu publizieren, ist in den letzten Jahren sehr stark gestiegen. Drittmittelprojekte, die beispielsweise vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert werden, erhalten die Auflage, die entstandenen Manuskripte (Open Access) und in der Regel auch die Daten (Open Data), die im Projekt generiert werden, so zu publizieren, dass sie kostenlos gelesen bzw. weiter genutzt werden können. Open Access (OA) hat hierbei den Anspruch, den unbeschränkten und kostenlosen Zugang zu qualitätsgeprüfter wissenschaftlicher Information im Internet zu ermöglichen. Durch den Wegfall technischer, finanzieller und rechtlicher Barrieren trägt OA dazu bei, wissenschaftliche Innovationsprozesse zu beschleunigen und die Sichtbarkeit von Forschungsergebnissen zu verbessern. Dadurch werden wissenschaftlich Arbeitende in ihren Forschung und Publikationsprozessen unterstützt und der Nutzen öffentlich geförderter Forschung maximiert.
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Psychologie in Erziehung und Unterricht, 2017, 64, 161 -162 DOI 10.2378/ peu2017.art10d © Ernst Reinhardt Verlag München Basel Editorial Open Access in PEU: Erhöhung der Sichtbarkeit und schnelles Veröffentlichen Olaf Köller Geschäftsführender Herausgeber Die Erwartung an Wissenschaft, ihre aus öffentlichen Geldern finanzierte Forschung frei verfügbar zu publizieren, ist in den letzten Jahren sehr stark gestiegen. Drittmittelprojekte, die beispielsweise vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert werden, erhalten die Auflage, die entstandenen Manuskripte (Open Access) und in der Regel auch die Daten (Open Data), die im Projekt generiert werden, so zu publizieren, dass sie kostenlos gelesen bzw. weiter genutzt werden können. Open Access (OA) hat hierbei den Anspruch, den unbeschränkten und kostenlosen Zugang zu qualitätsgeprüfter wissenschaftlicher Information im Internet zu ermöglichen. Durch den Wegfall technischer, finanzieller und rechtlicher Barrieren trägt OA dazu bei, wissenschaftliche Innovationsprozesse zu beschleunigen und die Sichtbarkeit von Forschungsergebnissen zu verbessern. Dadurch werden wissenschaftlich Arbeitende in ihren Forschungs- und Publikationsprozessen unterstützt und der Nutzen öffentlich geförderter Forschung maximiert. Als Folge der zunehmenden Erwartung, dass die wissenschaftlichen Texte im Internet frei verfügbar gemacht werden, sind in den vergangenen Jahren viele OA-Zeitschriften gegründet worden, die in der Regel ein rasches, elektronisches Publizieren erlauben, wobei auf eine Printversion der Zeitschrift verzichtet wird. Autorinnen und Autoren entrichten nach Akzeptanz ihres Manuskripts einen festen Betrag, der je nach Zeitschrift erheblich variieren kann. Anschließend steht der gesetzte Beitrag auf der entsprechenden Webpage der OA-Zeitschrift kostenlos zum Download zur Verfügung. Bei diesen Journals wird typischerweise vom Goldenen Weg des OA gesprochen. Die Qualitätssicherung dieser neuen Zeitschriften variiert sehr stark, manche haben ein strenges Reviewverfahren ebenso wie die etablierten Zeitschriften im Bereich der Entwicklungspsychologie und Pädagogischen Psychologie. Solche Journals erreichen eine hohe Akzeptanz und die darin publizierten Arbeiten eine erhebliche Sichtbarkeit. PLOS ONE als eine sehr renommierte OA-Zeitschrift hat mittlerweile einen Impact Factor von 4.41 erreicht. Zum Vergleich: Learning and Instruction liegt bei 3.69. Zugegebenermaßen ist der Markt der OA- Journals sehr unübersichtlich geworden und die täglich eingehenden E-Mails, in denen OA-Journals zu günstigen Preisen anbieten, die Arbeiten zu publizieren, verunsichern eher als dass sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ermuntern, ihre Arbeiten OA zu publizieren. Einfacher ist daher das hybride Publizieren. Das Manuskript wird bei einer Zeitschrift eingereicht, deren Verlag an seinem traditionellen Subskriptionsmodell festhält, den Autorinnen und Autoren aber zusätzlich anbietet, den Beitrag gegen eine entsprechende Gebühr als OA online freischalten zu lassen. Die Psychologie in Erziehung und Unterricht (PEU) will in Zukunft auch dieses hybride Finanzierungsmodell ermöglichen. Autorinnen und Autoren sollen die Möglichkeit erhalten, dass ihre Papiere, welche den Reviewprozess erfolgreich durchlaufen haben, zeitnah online erscheinen und als OA-Artikel aus dem Netz kostenlos heruntergeladen werden können. Der Ernst Reinhardt Verlag bietet den Autorinnen und Autoren diesen Service zu einem Einstiegspreis von E 950,- zzgl. 19 % Mehrwertsteuer an. Nach Annahme des Beitrags erschei- 162 Olaf Köller nen Titel und Abstract in der folgenden Print- Version der PEU. Im Internet erscheint der Artikel vollständig in der elektronischen PEU- Version, entsprechend wird der Umfang der elektronischen Version der PEU gegenüber der Printversion ansteigen. Die Herausgeber der PEU können darüber hinaus entscheiden, die OA-Artikel auch in die Printversion aufzunehmen, das Standardmodell sollte aber die Beschränkung auf Online-Publikationen sein, zumal es sich in der Scientific Community immer stärker durchsetzt, auf die Zeitschriften elektronisch zuzugreifen. Die Vorteile des OA- Publizierens in der PEU liegen auf der Hand: - Durch ein strenges Peer Review wird nach wie vor die Qualitätssicherung gewährleistet. Die Leserinnen und Leser haben auch zukünftig die Garantie, dass nur Beiträge, die von mindestens zwei Gutachterinnen/ Gutachtern und den Herausgeberinnen/ Herausgebern positiv begutachtet wurden, in der PEU erscheinen. - Die Zeit zwischen Einreichung eines Manuskripts und seiner (Online-)Publikation wird deutlich zurückgehen, sodass vor allem auch Papiere, die Bestandteil kumulativer Qualifikationsarbeiten sind, rasch verfügbar werden. - Die Kosten sind im Vergleich zu anderen Zeitschriften mit hybridem Finanzierungsmodell niedrig. Die PEU passt sich mit diesem Schritt einem Modernisierungsprozess an, der den raschen und freien Zugriff auf wissenschaftliche Befunde erlaubt. Die Herausgeberinnen und Herausgeber, ebenso wie der Ernst Reinhardt Verlag, sind der festen Überzeugung, damit die Attraktivität der PEU weiter zu steigern. Jedoch gilt weiterhin: Auch wenn sich Autorinnen und Autoren nicht für die Open- Access-Möglichkeit entscheiden, sind ihre PEU- Beiträge online für alle Abonnentinnen und Abonnenten abrufbar bzw. einzeln als E-Artikel direkt erwerbbar.
