eJournals Psychologie in Erziehung und Unterricht64/4

Psychologie in Erziehung und Unterricht
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0342-183X
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/peu2017.art23d
3_064_2017_4/3_064_2017_4.pdf101
2017
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Empirische Arbeit: Prosoziales Verhalten von Kindern, elterliche Partnerschaft und Erziehungsverhalten: Effekte verschiedener Ratergruppen

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2017
Harald Werneck
Maximilian Oscar Eder
Takuya Yanagida
Victoria Brückner
Stephanie Krenn
In der vorliegenden Arbeit wurden die Einschätzungen des kindlichen prosozialen Verhaltens mittels Fragebögen von Müttern, Vätern und Pädagoginnen verglichen. Darüber hinaus wurde untersucht, inwieweit das mütterliche und väterliche Partnerschafts- und Erziehungsverhalten mit dem kindlichen prosozialen Verhalten in Zusammenhang stehen. Insgesamt wurden jeweils 98 Mütter und Väter von Vorschulkindern (49 Mädchen und 49 Buben) und deren Pädagoginnen in die Untersuchung miteinbezogen. Mütter beurteilten ihre Kinder als prosozialer im Vergleich zu Vätern und Pädagoginnen. Das Erziehungsverhalten beider Eltern stand mit dem prosozialen Verhalten der Kinder in Zusammenhang. Lediglich das Partnerschaftsverhalten des Vaters zeigte einen Zusammenhang mit dem kindlichen prosozialen Verhalten. Das Partnerschaftsverhalten des Vaters zeigte dabei, mediiert über dessen Erziehungsverhalten, einen indirekten Effekt auf das kindliche prosoziale Verhalten. Implikationen für die zukünftige Forschung und die praktische Bedeutung der Ergebnisse werden diskutiert.
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n Empirische Arbeit Psychologie in Erziehung und Unterricht, 2017, 64, 305 -318 DOI 10.2378/ peu2017.art23d © Ernst Reinhardt Verlag München Basel Prosoziales Verhalten von Kindern, elterliche Partnerschaft und Erziehungsverhalten: Effekte verschiedener Ratergruppen Harald Werneck 1 , Maximilian Oscar Eder 1 , Takuya Yanagida 2 , Victoria Brückner 3 , Stephanie Krenn 4 1 Universität Wien 2 Fachhochschule Oberösterreich, Wels 3 Medizinische Universität Wien 4 St. Anna Kinderkrebsforschung, Wien Zusammenfassung: In der vorliegenden Arbeit wurden die Einschätzungen des kindlichen prosozialen Verhaltens mittels Fragebögen von Müttern, Vätern und Pädagoginnen verglichen. Darüber hinaus wurde untersucht, inwieweit das mütterliche und väterliche Partnerschafts- und Erziehungsverhalten mit dem kindlichen prosozialen Verhalten in Zusammenhang stehen. Insgesamt wurden jeweils 98 Mütter und Väter von Vorschulkindern (49 Mädchen und 49 Buben) und deren Pädagoginnen in die Untersuchung miteinbezogen. Mütter beurteilten ihre Kinder als prosozialer im Vergleich zu Vätern und Pädagoginnen. Das Erziehungsverhalten beider Eltern stand mit dem prosozialen Verhalten der Kinder in Zusammenhang. Lediglich das Partnerschaftsverhalten des Vaters zeigte einen Zusammenhang mit dem kindlichen prosozialen Verhalten. Das Partnerschaftsverhalten des Vaters zeigte dabei, mediiert über dessen Erziehungsverhalten, einen indirekten Effekt auf das kindliche prosoziale Verhalten. Implikationen für die zukünftige Forschung und die praktische Bedeutung der Ergebnisse werden diskutiert. Schlüsselbegriffe: Prosoziales Verhalten, Erziehungsverhalten, Partnerschaftsverhalten, Vorschulalter Children’s Prosocial Behaviours, Parental Relationship and Parenting: Differences Between Raters Summary: This study investigated the differences between ratings from mothers, fathers and kindergarten teachers concerning pre-schooler’s prosocial behaviours. Furthermore, associations between parental relationship behaviours, maternal and paternal parenting behaviours, and pre-schooler’s prosocial behaviours were examined. Altogether 98 mothers and fathers of pre-school aged children (49 girls and 49 boys) and their kindergarten teachers were included. Mothers rated their children as more prosocial compared to fathers and kindergarten teachers. Parenting behaviours from mothers and fathers showed significant associations with children’s prosocial behaviours. Paternal relationship behaviours were also associated with children’s prosocial behaviours. Furthermore, there was an indirect effect of paternal relationship behaviours on children’s prosocial behaviour, which was mediated by paternal parenting behaviour. Implications for future research and the practical significance of the findings are discussed. Keywords: Prosocial behaviour, parenting, partnership quality, pre-school Prosoziale Verhaltensweisen haben nicht nur einen bedeutenden Stellenwert für das Funktionieren unserer Gesellschaft, sondern stehen auch in einem positiven Zusammenhang mit der kindlichen Entwicklung und kindlichen Interaktionen mit Peers (Eisenberg, Fabes & Spinrad, 2006; Knafo & Plomin, 2006; McCoy, Cummings & Davies, 2009). 306 Harald Werneck, Maximilian Oscar Eder, Takuya Yanagida, Victoria Brückner, Stephanie Krenn Verhaltensweisen können dann als prosozial bezeichnet werden, wenn sie anderen zugutekommen und von der handelnden Person freiwillig ausgeführt werden (Eisenberg et al., 2006; Persson, 2005). Darunter fallen Handlungen wie etwa helfen, unterstützen, teilen oder physische Zuneigung (Persson, 2005). Derartige Verhaltensweisen können über unterschiedliche methodische Zugänge erfasst werden. Dabei häufig aufzufinden sind Einschätzungen über Fragebögen (z. B. Nantel-Vivier et al., 2009) oder Verhaltensbeobachtungen (z. B. Vaish, Carpenter & Tomasello, 2009). Bewerten Eltern und Lehrkräfte das prosoziale Verhalten der Kinder über Fragebögen, so zeigen sich meist bedeutsame Differenzen in ihren Einschätzungen. Üblicherweise beurteilen Eltern ihre Kinder als prosozialer im Vergleich zu deren Lehrkräften. Die Korrelationen zwischen den Bewertungen sind vorwiegend gering und teilweise nicht statistisch signifikant (Nantel-Vivier et al., 2009; Van Leeuwen, Meerschaert, Bosmans, De Medts & Braet, 2006; Vitaro, Gagnon & Tremblay, 1991). Insbesondere Mütter scheinen die sozialen Kompetenzen ihrer Kinder bedeutend zu überschätzen (Deimann, Kastner-Koller, Benka, Kainz & Schmidt, 2005). Dass differierende Bewertungen der kindlichen Verhaltensweisen auch aufschlussreich und erkenntnisfördernd sein können, wird in der Literatur jedoch ebenfalls thematisiert (Achenbach, McConaughy & Howell, 1987; Vitaro et al., 1991). Da Eltern das Verhalten ihrer Kinder in anderen Entwicklungskontexten und Situationen erleben als deren Lehrkräfte, ist es durchaus plausibel, dass deren Einschätzungen divergieren (Nantel- Vivier et al., 2009). Der Einbezug multipler Informationsquellen kann die Breite der Informationsgewinnung erhöhen, weshalb unterschiedliche Ratergruppen in die folgende Studie mitaufgenommen und in ihren Urteilen verglichen wurden. Wie prosoziales Verhalten im Kindesalter zustande kommt und durch welche Faktoren es beeinflusst wird, ist nicht zufriedenstellend geklärt. Einen theoretischen Rahmen für die empirische Erforschung kindlichen prosozialen Verhaltens bietet das heuristische integrative Modell prosozialen Verhaltens (Eisenberg, 1986; Eisenberg et al., 2006). Laut diesem Modell beeinflussen die biologischen Voraussetzungen des Individuums nicht nur Charakteristiken des Kindes, sondern ebenso die Eltern-Kind-Interaktion (Eisenberg et al., 2006; Knafo, Israel & Ebstein, 2011). Aktuelle Befunde zeigen, dass prosoziales Verhalten bedeutend durch genetische Einflüsse, umweltbezogene Faktoren sowie deren Wechselwirkung beeinflusst wird (Eisenberg et al., 2006; Knafo et al., 2011; Knafo & Plomin, 2006; Scourfield, John, Martin & McGuffin, 2004). Vor allem die Sozialisation vonseiten der Eltern und Peers scheint einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung prosozialer Verhaltensweisen zu haben (z. B. Eisenberg et al., 2006; Schreyer-Mehlhop & Petermann, 2011). Gerade in jungen Jahren ist der wichtigste Entwicklungskontext für die kindliche soziale Entfaltung die Familie. Das Bindungsverhalten, der Erziehungsstil und die Partnerschaftsqualität der Eltern stellen diesbezüglich wesentliche Einflussfaktoren dar (Reichle & Gloger-Tippelt, 2007). Elterliches Erziehungsverhalten steht in bedeutendem Ausmaß mit dem prosozialen Verhalten in Zusammenhang (Farrant, Devine, Maybery & Fletcher, 2012; Hastings, McShane, Parker & Ladha, 2007; Hastings, Rubin & De- Rose, 2005; Knafo et al., 2011; Knafo & Plomin, 2006; Romano, Tremblay, Boulerice & Swisher, 2005). So wiesen Schreyer-Mehlhop und Petermann (2011) nach, dass positive Erziehungspraktiken der Mütter (z. B. Lob, Hilfestellungen bei Aufgaben) positiv und bestrafende Erziehungspraktiken (z. B. Handgreiflichkeiten, Entzug von Belohnung) negativ mit kindlichem prosozialen Verhalten zusammenhängen. Knafo et al. (2011) konnten ebenfalls zeigen, dass positives mütterliches Erziehungsverhalten (z. B. Wärme, induktive Erziehung, Förderung der Autonomie) positiv und negatives Erziehungsverhalten (z. B. körperliche Bestrafung, Liebesentzug) negativ mit prosozialem Verhalten in Zusammenhang stehen. Romano et al. Kindliches prosoziales Verhalten 307 (2005) berichteten negative Zusammenhänge zwischen prosozialem Verhalten und strafendem Verhalten der Mütter. Farrant et al. (2012) konnten zudem belegen, dass Erziehungspraktiken, welche das Kind darin fördern, Perspektiven anderer zu übernehmen, einen indirekten positiven Einfluss auf das kindliche prosoziale Verhalten haben. Die meisten bisherigen Studien untersuchten jedoch ausschließlich den Zusammenhang mütterlicher Erziehungspraktiken mit kindlichem prosozialen Verhalten. Einflüsse väterlicher Erziehungspraktiken oder Vergleiche zwischen den Eltern sind in der Literatur deutlich seltener aufzufinden (z. B. Hastings et al., 2005; Hastings, McShane et al., 2007; Volling & Belsky, 1992). Zwar scheinen Beziehungen zwischen väterlichen Erziehungspraktiken und kindlichem prosozialen Verhalten zu bestehen (Volling & Belsky, 1992), manche Befunde deuten jedoch darauf hin, dass mütterliche Erziehungspraktiken einen deutlich stärkeren Zusammenhang mit kindlichem Verhalten aufweisen (Hastings, McShane et al., 2007). Gewisse Ergebnisse legen sogar nahe, dass väterliche Erziehungspraktiken nicht mit dem kindlichen prosozialen Verhalten in Beziehung stehen (Hastings et al., 2005). Ob, und wenn ja, wie stark das prosoziale Verhalten von Kindern durch die väterliche Erziehung beeinflusst wird, ist daher nicht zufriedenstellend geklärt. Neben dem Erziehungsstil ist auch die Partnerschaftsqualität der Eltern ein wichtiger Faktor in der Entwicklung sozialer und prosozialer Fähigkeiten (Kouros, Cummings & Davies, 2010; McCoy et al., 2009; Whiteside-Mansell, Bradley, McKelvey & Fussell, 2009). Die Partnerschaft der Eltern stellt gerade für junge Kinder einen wichtigen Entwicklungs- und Sozialisationskontext dar (Reichle & Gloger-Tippelt, 2007). Befunde zeigen, dass das Partnerschaftsverhalten der Eltern mit sozialen Kompetenzen und Verhaltensauffälligkeiten der Kinder im Zusammenhang steht (Braune-Krickau et al., 2005). Manche Studien weisen darauf hin, dass der Einfluss der elterlichen Partnerschaftsqualität auf die kindlichen Sozialkompetenzen und Verhaltensprobleme zumindest teilweise über das Erziehungsverhalten der Eltern mediiert wird (Buehler & Gerard, 2002; Whiteside-Mansell et al., 2009). Andere Autorinnen und Autoren hingegen können die mediierende Rolle des Erziehungsverhaltens, speziell im Zusammenhang mit prosozialem Verhalten, nicht nachweisen (McCoy et al., 2009). Darüber hinaus zeigen Befunde, dass die elterliche Beziehungsqualität unter Berücksichtigung anderer relevanter Prädiktorvariablen keinen bedeutenden Einfluss auf die kindlichen sozialen Kompetenzen aufweist (z. B. Braune-Krickau et al., 2005). Der genaue Zusammenhang zwischen Partnerschaftsqualität und dem kindlichen prosozialen Verhalten ist daher nicht zufriedenstellend geklärt. Ein immer wiederkehrender Vergleich, der in der Literatur wiederholt diskutiert wird, ist jener zwischen den Geschlechtern. Viele Studien berichten, dass Mädchen höhere Werte in Maßen des prosozialen Verhaltens erzielen als Buben (Knafo et al., 2011; Knafo & Plomin, 2006; Romano et al., 2005; Van Leeuwen et al., 2006; Vitaro et al., 1991). Dieses Ergebnis lässt sich auch über unterschiedliche Kulturen hinweg zeigen (Russel, Hart, Robinson & Olsen, 2003). Dennoch weisen Befunde darauf hin, dass die Stärke des Unterschiedes in Abhängigkeit von der Form des untersuchten prosozialen Verhaltens und der Messmethode variiert (Eisenberg & Fabes, 1998). Prosoziale Verhaltensweisen vor einem Publikum werden häufiger von jungen Männern als von jungen Frauen gezeigt (Carlo & Randall, 2002; Padilla-Walker, Barry, Carroll, Madsen & Nelson, 2008). Darüber hinaus weisen Ergebnisse einer Metaanalyse darauf hin, dass Geschlechtsunterschiede stabiler sind, wenn Befragungsinstrumente im Vergleich zu direkter Verhaltensbeobachtung eingesetzt werden (Eisenberg & Fabes, 1998). Manche Autorinnen und Autoren vermuten deshalb, dass diese Unterschiede eher auf kulturell beeinflusste Wahrnehmungen und weniger auf tatsächliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern zurückzuführen sein könnten (Eisenberg & Fabes, 1998; Hastings, McShane 308 Harald Werneck, Maximilian Oscar Eder, Takuya Yanagida, Victoria Brückner, Stephanie Krenn et al., 2007). Geschlechtsunterschiede sollten daher hinsichtlich der Form des gezeigten prosozialen Verhaltens und der Art der Erfassung diskutiert werden. Ziele und Hypothesen Die vorliegende Untersuchung verfolgte drei Ziele. Erstens sollte überprüft werden, ob sich Eltern und Pädagoginnen 1 hinsichtlich der Einschätzung des kindlichen prosozialen Verhaltens unterscheiden. Dabei wurde angenommen, dass (H1) Mütter das prosoziale Verhalten ihrer Kinder positiver einschätzen als Väter oder Pädagoginnen. Zweitens sollten bisherige Befunde zum Unterschied im prosozialen Verhalten zwischen Buben und Mädchen überprüft werden. Dabei wurde angenommen, dass (H2) Mädchen im Vergleich zu Buben als prosozialer eingeschätzt werden. Drittens sollte der Zusammenhang zwischen den mütterlichen und väterlichen Erziehungspraktiken und der Partnerschaftsqualität einerseits sowie dem prosozialen Verhalten im Vorschulalter andererseits untersucht werden. Aufgrund vorangegangener Befunde wurde (H3) ein positiver Zusammenhang zwischen wünschenswerten Aspekten der elterlichen Erziehung (Lob, Wärme) und kindlichem prosozialem Verhalten erwartet. Da sich die vorliegende Befundlage zum Zusammenhang zwischen der elterlichen Partnerschaftsqualität und dem kindlichen prosozialen Verhalten als uneindeutig darstellt, können Vorhersagen nur unter Vorbehalt getroffen werden. Aufgrund des in der Literatur immer wieder gefundenen negativen Zusammenhangs zwischen der Partnerschaftsqualität und kindlichen Verhaltensproblemen wurde (H4) ein positiver Zusammenhang zwischen Partnerschaftsqualität und dem kindlichen prosozialen Verhalten erwartet, da zu erwarten ist, dass Kinder interpersonale Verhaltensmuster ihrer Eltern zumindest teilweise als Bezugsrahmen für ihre eigenen Interaktionsmuster heranziehen. Darüber hinaus wurde erwartet, dass dieser Zusammenhang (H5) über das Erziehungsverhalten der Eltern mediiert wird. Methode Stichprobe und Ablauf der Untersuchung Insgesamt nahmen an der Untersuchung acht Kindergärten aus unterschiedlichen Wiener Gemeindebezirken teil. Die Zielgruppe waren deutschsprachige Familien mit 3bis 6-jährigen Kindern, welche zum Zeitpunkt der Untersuchung den Kindergarten besuchten. Die Beherrschung der deutschen Sprache war erforderlich, damit die Eltern selbstständig die auszufüllenden Dokumente bearbeiten konnten. Beide Eltern mussten gemeinsam mit dem Kind in einem Haushalt leben. Die Teilnahme war freiwillig und anonym. Insgesamt wurden an 385 Familien Fragebögen ausgeteilt, von welchen 105 Familien die Fragebögen zurückschickten, was einer Rücklaufquote von 27,3 % entspricht. Von den 105 Familien wurden 98 zur Auswertung herangezogen, da beide Elternteile und die betreuende Pädagogin die Fragebögen vollständig ausfüllten. Von den beurteilten Kindern waren 49 (50 %) männlich und die restlichen 49 (50 %) weiblich. Durchschnittlich waren die Kinder bei der Erhebung 55.11 Monate alt (SD = 11.62), wobei sich die Mittelwerte nicht signifikant zwischen Buben und Mädchen unterschieden, t(96) = .982, p = .33. Das durchschnittliche Alter der Mütter lag bei 38.02 Jahren (SD = 4.85), das der Väter bei 41.63 Jahren (SD = 6.71). Insgesamt hatten 1,0 % der Mütter und 3,1 % der Väter einen Pflichtschulabschluss, 9,2 % der Mütter und 10,2 % der Väter einen Lehrabschluss, 17,3 % der Mütter und 22,4 % der Väter eine abgeschlossene Matura und 72,4 % der Mütter beziehungsweise 64,3 % der Väter einen Hochschulabschluss. Die Fragebögen wurden von allen Müttern und Vätern zu Hause ausgefüllt. Dabei wurden demografische Daten, der Erziehungsstil, das Partnerschaftsverhalten des Partners und das kindliche prosoziale Verhalten von jedem Elternteil erfragt. Die Pädagoginnen füllten zu den gleichen Kindern Fragebögen zum prosozialen Verhalten aus. Über diesen multi-informanten Ansatz sollte es ermöglicht werden, ein breites Spektrum des kindlichen prosozialen Verhaltens zu erfassen. Wir gingen davon aus, dass Pädagoginnen als Bezugspunkt für ihre Bewertung eher das Kindergartensetting und Eltern eher das häusliche Setting heranziehen. 1 In der vorliegenden Untersuchung wurden ausschließlich weibliche Angestellte befragt, weshalb im Folgenden auf die männliche Form verzichtet wird. Kindliches prosoziales Verhalten 309 Erhebungsmethoden Prosoziales Verhalten Die Items des Fragebogens zum prosozialen Verhalten wurden von der Viert- und Fünftautorin des Artikels in Anlehnung an die Skala zum prosozialen Verhalten (prosocial with peers) der Child Behavior Scale (Ladd & Profilet, 1996) entworfen. Sieben der ursprünglichen Items wurden ins Deutsche übersetzt und um weitere prosoziale Verhaltensweisen ergänzt. Die Aussagen sollten allgemein formuliert werden und in ihrer Beschreibung spezielle Situationen vermeiden, die möglicherweise nicht von allen Kindern erlebt werden. Insgesamt resultierten zwölf Items (siehe Tab. 1), bei welchen mittels fünfstufiger Antwortskala anzugeben war, wie häufig das erfragte prosoziale Verhalten seit Beginn des Kindergartenjahres aufgetreten ist (0 = fast nie bis 4 = fast immer). Die Items 1, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 11 und 12 sind dabei maßgeblich an die Child Behavior Scale (Ladd & Profilet, 1996) angelehnt. Der Fragebogen wurde sowohl beiden Eltern als auch den Pädagoginnen zur Beantwortung vorgelegt. Die verwendeten Items sowie deren Mittelwerte, Standardabweichungen, Itemschwierigkeiten und Itemtrennschärfen finden sich in Tabelle 1. Detailliertere Angaben zur Skalenkonstruktion und Itemstatistiken finden sich bei Krenn (2012). Reliabilitätsanalysen und Itemtrennschärfen wiesen darauf hin, dass Item 6 (ist beunruhigt bei negativen [unangenehmen] Situationen) nicht gut mit den restlichen Items der Skala vereinbar war (siehe Tab. 1). Dieses Item wurde in den weiteren Analysen ausgeschlossen. Nachfolgende Reliabilitätsanalysen erbrachten gute bis sehr gute Ergebnisse für Mütter ( α = .81), Väter ( α = .81) und Pädagoginnen ( α = .91). Erziehungsverhalten Zur Erfassung des Erziehungsverhaltens wurde die Deutsche Erweiterte Version des Alabama Parenting Questionnaire für Grundschulkinder (DEAPQ-EL-GS) als Grundlage verwendet (Reichle & Franiek, 2009). Das Verfahren umfasst 40 Items, welche sieben Skalen zugeordnet sind. Von den insgesamt sieben Skalen wurden folgende vier in die vorliegende Analyse integriert: positives Elternverhalten (z. B. Sie loben Ihr Kind wenn es etwas gut gemacht hat), Involviertheit (z. B. Sie bringen Ihr Kind zu einer Freizeitbeschäftigung), machtvolle Durchsetzung (z. B. Wenn Ihr Kind sich nicht genau an Ihre Anweisungen hält, weisen Sie es sofort zurecht) und verantwortungsbewusstes Elternverhalten (z. B. Sie besprechen mit ihrem Kind, was es in seiner Freizeit tun könnte). In der Skala Involviertheit wurden drei Items in ihrer Formulierung an das Kindergartenalter angepasst. Die verbleibenden drei Skalen des Verfahrens wurden aufgrund inhaltlicher (die Items der Skala geringes Monitoring waren für die untersuchte Altersgruppe inhaltlich nicht geeignet) und methodischer Unzulänglichkeiten (unpassende Fit-Maße in den berechneten Modellen) aus der Analyse ausgeschlossen. Die Reliabilitäten der vier verwendeten Skalen erwiesen sich dabei für beide Eltern als ausreichend (positives Elternverhalten [Mütter/ Väter]: α = .68/ .73; verantwortungsbewusstes Elternverhalten [Mütter/ Väter]: α = .62/ .70; Involviertheit [Mütter/ Väter]: α = .52/ .58; machtvolle Durchsetzung [Mütter/ Väter]: α = .83/ .78). Das Zutreffen der Aussagen im gesamten Fragebogen konnte auf einer fünfstufigen Skala (0 = fast nie, 4 = fast immer) angegeben werden. Partnerschaftsqualität Die elterliche Partnerschaftsqualität wurde über den Partnerschaftsfragebogen (Hahlweg, 1996) erfasst. Der Fragebogen beinhaltet drei Skalen: Streitverhalten (z. B. Wenn wir uns streiten, beschimpft er/ sie mich), Zärtlichkeit (Er/ sie nimmt mich in den Arm), Gemeinsamkeiten (Wir schmieden gemeinsame Zukunftspläne). Auf diesen Skalen sollten sowohl Mütter als auch Väter das Beziehungsverhalten ihres Partners angeben. Die Reliabilitäten erwiesen sich dabei für beide Elternteile als gut bis sehr gut (Streitverhalten [Mütter/ Väter]: α = .83/ .91; Zärtlichkeit [Mütter/ Väter]: α = .91/ .91; Gemeinsamkeiten [Mütter/ Väter]: α = .89/ .83). Die Häufigkeit des Auftretens der beschriebenen Verhaltensweisen konnte in allen Skalen auf einer fünfstufigen Skala angegeben werden (0 = fast nie bis 4 = fast immer). Analytische Vorgehensweise Um Unterschiede in der Einschätzung des prosozialen Verhaltens zwischen den unterschiedlichen Ratergruppen und zwischen Buben und Mädchen zu analysieren, wurde eine zweifaktorielle Varianzanalyse mit Messwiederholung (gemischtes Design) durchgeführt. Der Messwiederholungsfaktor setzte sich aus den drei Stufen Mutter/ Vater/ Pädagogin und der Gruppenfaktor aus den Stufen Buben und Mädchen zusammen. Anschließend wurden Post-hoc-Tests mit Bonferroni-Korrektur für den Messwiederholungs- 310 Harald Werneck, Maximilian Oscar Eder, Takuya Yanagida, Victoria Brückner, Stephanie Krenn faktor berechnet. Der Unterschied zwischen den Einschätzungen des kindlichen prosozialen Verhaltens durch Mütter, Väter und Pädagoginnen über Mädchen und Buben wurde durch einfache Kontraste ermittelt. Damit der Zusammenhang zwischen den dyadischen Daten von Vätern und Müttern zum elterlichen Erziehungsverhalten, der Partnerschaftsqualität und dem kindlichen prosozialen Verhalten berechnet werden konnte, wurde in einem ersten Schritt ein Fragebogen zum prosozialen Verhalten des Kindes Mein Kind … M SD Pi r it Item 1 … hilft anderen Kindern, wenn es darum gebeten wird M V P 3.36 3.18 3.04 0.74 0.74 0.99 84.0 79.5 76.0 .53 .58 .71 Item 2 … tröstet andere Kinder M V P 2.72 2.45 2.19 0.94 0.99 1.1 68.0 61.3 54.8 .47 .55 .77 Item 3 … hilft den Eltern [der Erzieherin] unaufgefordert M V P 2.37 1.96 2.04 0.84 0.77 1.12 59.3 49.0 51.0 .47 .37 .59 Item 4 … erkennt und versteht Gefühle anderer M V P 3.28 3.08 2.66 0.78 0.70 0.94 82.0 77.0 66.5 .58 .50 .70 Item 5 … hilft den Eltern [der Erzieherin], wenn es darum gebeten wird M V P 3.35 3.02 3.38 0.75 0.83 0.83 83.8 75.5 84.5 .29 .32 .67 Item 6 … ist beunruhigt bei negativen (unangenehmen) Situationen M V P 2.76 2.85 2.36 1.0 0.95 1.07 69.0 71.3 59.0 .02 .31 -.20 Item 7 … ist freundlich zu anderen Kindern M V P 3.49 3.31 3.31 0.61 0.65 0.83 87.3 82.8 82.8 .34 .33 .47 Item 8 … zeigt kooperatives Verhalten M V P 3.24 3.03 2.91 0.73 0.68 0.98 81.0 75.8 72.8 .60 .58 .70 Item 9 … hat Sinn für Gerechtigkeit M V P 3.20 3.10 2.95 0.95 0.82 0.96 80.0 77.5 73.8 .54 .42 .69 Item 10 … teilt mit anderen Kindern M V P 3.07 2.68 2.70 0.79 0.82 0.90 76.8 67.0 67.5 .32 .40 .67 Item 11 … hilft unaufgefordert anderen Kindern M V P 2.59 2.31 2.19 0.87 0.79 1.01 64.8 57.8 54.8 .56 .61 .71 Item 12 … reagiert auf Gefühle anderer M V P 3.28 3.10 2.66 0.74 0.88 0.90 82.0 77.5 66.5 .41 .60 .59 Tab. 1: Eigenständig konstruierte Items zum prosozialen Verhalten des Kindes in Anlehnung an die Child Behavior Scale (Ladd & Profilet, 1996) Anmerkungen: Pi = Itemschwierigkeit, r it = Itemtrennschärfe; M = Mütter, V = Väter, P = Pädagoginnen. Fünfstufige Antwortskala (0 = fast nie bis 4 = fast immer). Formulierungen in eckigen Klammern wurden im Fragebogen für Pädagoginnen verwendet. Kindliches prosoziales Verhalten 311 Akteur-Partner-Interdependenz-Modell mit latenten Variablen (APIM; Kenny, Kashy & Cook, 2006) und unterscheidbaren Partnern mittels AMOS 20 analysiert. Dieses erlaubt eine simultane Analyse von Akteur- (z. B. Erziehungsverhalten des Vaters auf das vom Vater wahrgenommene prosoziale Verhalten des Kindes) und Partner-Effekten (z. B. Erziehungsverhalten der Mutter auf das vom Vater wahrgenommene prosoziale Verhalten des Kindes) und ermöglicht somit die Analyse des Einflusses beider Elternteile auf die abhängigen Variablen. Hierdurch kann die Abhängigkeit zwischen den zwei Mitgliedern der Dyaden modelliert werden (Kenny et al., 2006). Als Indikatoren für die latenten Variablen wurden die Mittelwertsskalen der Fragebögen verwendet (Little, Cunningham, Shahar & Widaman, 2002). Die jeweils eingeschätzte Partnerschaftsqualität wurde als latente Variable mit den manifesten Indikatoren Gemeinsamkeiten, Zärtlichkeit und Streitverhalten und das jeweils angegebene Erziehungsverhalten als latente Variable mit den manifesten Indikatoren positives Elternverhalten, verantwortungsvolles Elternverhalten, machtvolle Durchsetzung und Involviertheit spezifiziert (siehe Abb. 1). Als abhängige Variablen wurden die Einschätzungen des kindlichen prosozialen Verhaltens durch Väter und Mütter spezifiziert. Die Zusammenhänge der Partnerschaftsqualität und des Erziehungsverhaltens innerhalb sowie zwischen den Eltern wurden im Modell mitberücksichtigt. In einem zweiten Schritt wurden für die Angaben beider Elternteile getrennt Mediationsanalysen (mittels AMOS 20) berechnet. In beiden Modellen sollte der Einfluss des Partnerschaftsverhaltens mediiert über das Erziehungsverhalten analysiert werden, wobei die latenten Variablen jenen des APIM-Modells entsprachen. Die getrennte Analyse wurde vorgenommen, da das Mediationsmodell für beide Elternteile gemeinsam unzureichende Fit-Maße erzielte. Die Berechnung des indirekten Effekts in beiden Mediationsmodellen wurde über Bootstrap-Analysen mit 5000 Ziehungen vorgenommen. Für die Evaluation der Modelle wurden neben dem χ 2 -Test die in der Literatur empfohlenen Fit-Maße CFI (Comparative Fit Index), RMSEA (Root Mean Square Error of Approximation) und SRMR (Standardized Root Mean Square Residual) herangezogen. Ein p-Wert größer als .05 für den χ 2 -Test und Werte größer als .95 für den CFI (Hu & Bentler, 1999), Werte kleiner als .08 für RMSEA und SRMR weisen auf einen akzeptablen Fit hin (Arbuckle, 2011; Hu & Bentler, 1999). Ergebnisse Für die zweifaktorielle Varianzanalyse mit Messwiederholung (gemischtes Design) ergab der Mauchly-Test, dass die Voraussetzung der Sphärizität verletzt war, χ 2 (2) = 26.38, p < .001, weshalb die Freiheitsgrade unter Verwendung der Greenhouse-Geisser-Schätzung der Sphärizität korrigiert wurden ( ε = .81). Es ergab sich ein signifikanter Unterschied zwischen den Stufen des Messwiederholungsfaktors in der Bewertung des prosozialen Verhaltens, F(1.61, 154.54) = 14.24, p < .000, η ² = .129. Post-hoc-Tests (Bonferroni) zeigten, dass Mütter (M = 3.09, SD = 0.47) höhere Einschätzungen angaben als Väter (M = 2.84, SD = 0.47), p < .000, r = .46, und Pädagoginnen (M = 2.73, SD = 0.71), p < .000, r = .43. Väter und Pädagoginnen unterschieden sich in ihrer Einschätzung hingegen nicht statistisch signifikant voneinander, p = .511, r = .14. Der Haupteffekt des Geschlechts war nicht signifikant, F(1, 96) = 1.845, p = .178, η ² = .019, die Ratings schienen demnach über alle Ratergruppen hinweg unabhängig vom Geschlecht des Kindes zu erfolgen. Jedoch ergab sich ein signifikanter Interaktionseffekt zwischen Ratergruppe und dem Geschlecht des Kindes, F(1.61, 154 .54) = 4.27, p = .023, η ² = .043. Die Ergebnisse der einfachen Kontraste zeigten signifikante Interaktionen im Vergleich zwischen Buben und Mädchen, wenn Mütter mit Pädagoginnen verglichen werden, F(1, 96) = 4.03, p = .047, r = .20, und wenn Väter mit Pädagoginnen verglichen werden, F (1, 96) = 5.90, p = .017, r = .24. Eine Betrachtung der Interaktionsgrafik zeigte, dass der eingeschätzte Unterschied im prosozialen Verhalten zwischen Buben und Mädchen bei Pädagoginnen größer war als bei Müttern oder Vätern. Pädagoginnen schätzten Mädchen im Vergleich zu Buben als prosozialer ein. Abbildung 1 zeigt das Akteur-Partner-Interdependenz-Modell (APIM; Kenny et al., 2006) zu den Zusammenhängen zwischen der elterlichen Partnerschaftsqualität, dem Erziehungsverhalten und dem prosozialen Verhalten. 312 Harald Werneck, Maximilian Oscar Eder, Takuya Yanagida, Victoria Brückner, Stephanie Krenn Das Modell erzielte eine adäquate Anpassung, χ 2 (85) = 117.38, p = .012; RMSEA = .063; SRMR = .073; CFI = .932. 2 Für Väter ergab sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem selbst angegebenen Erziehungsverhalten und dem von der Mutter eingeschätzten Partnerschaftsverhalten. Bei Müttern hingegen war der Zusammenhang zwischen dem Erziehungsverhalten und dem vom Vater eingeschätzten Partnerschaftsverhalten statistisch nicht signifikant (p = .09). Das Erziehungsverhalten beider Eltern sowie deren Angaben zur Partnerschaftsqualität standen in einem signifikanten Zusammenhang. Das vom Vater angegebene Erziehungsverhalten und dessen Einschätzung des mütterlichen Partnerschaftsverhaltens waren ebenfalls signifikant miteinander korreliert. Auch das Erziehungsverhalten der Mutter und deren Einschätzung des väterlichen Partnerschaftsverhaltens standen in einem signifikanten Zusammenhang. Im Modell zeigten sich insgesamt drei signifikante Effekte der unabhängigen Variablen auf das prosoziale Verhalten. 2 Die Fehlervarianz des manifesten Indikators Gemeinsamkeiten der latenten Variable Partnerschaftsqualität für Mütter wurde im ursprünglichen Modell negativ geschätzt, weshalb diese auf den Wert 0.1 fixiert wurde. Die Fixierung der Fehlervarianz hatte keinen Einfluss auf die Interpretation aller anderen Modellparameter. Prosoziales Verhalten (Vater) Prosoziales Verhalten (Mutter) e1 e2 e3 e4 e5 e6 e7 e8 e9 e10 e11 e12 e13 e14 StV ZäV GeV poV veV maV inV inM maM veM poM GeM ZäM StM Partnerschaft (Vater) Erziehung (Vater) Partnerschaft (Mutter) Erziehung (Mutter) e15 e16 .09 .38 .40 .66 .15 .01 .24 -.44 .85 .86 .36 .69 .72 .15 .54 .52 .45 .40 .75 .67 .23 .87 .80 -.47 .24 .40 .54 -.22 .60 -.22 .29 .42 .35 -.09 -.21 .61 Abb. 1: Akteur-Partner-Interdependenz-Modell (APIM; Kenny et al., 2006) zu den Zusammenhängen zwischen den latenten Variablen zur elterlichen Partnerschaftsqualität sowie dem elterlichen Erziehungsverhalten und den manifesten Variablen zum kindlichen prosozialen Verhalten für Mütter und Väter. Anmerkungen: St = Streit, Zä = Zärtlichkeit, Ge = Gemeinsamkeiten, po = positives Elternverhalten, ve = verantwortungsvolles Elternverhalten, ma = machtvolle Durchsetzung, in = involviertes Elternverhalten, V = Vater, M = Mutter. Es werden standardisierte Pfadkoeffizienten angegeben, wobei fett gedruckte Koeffizienten statistisch signifikant sind; p < .05. Das Modell weist folgende Fitmaße auf: χ 2 (85) = 117.38, p = .012; RMSEA = .063; SRMR = .073; CFI = .932. Residuen der beobachteten Variablen werden als „e“ dargestellt. Kindliches prosoziales Verhalten 313 Zwei dieser Effekte waren Akteur-Effekte. So zeigte sich einerseits ein positiver signifikanter Einfluss des väterlichen Erziehungsverhaltens auf das vom Vater eingeschätzte prosoziale Verhalten des Kindes. Andererseits zeigte sich ein positiver signifikanter Einfluss des mütterlichen Erziehungsverhaltens auf das von der Mutter eingeschätzte prosoziale Verhalten des Kindes. Das vom jeweils anderen Dyadenmitglied eingeschätzte Partnerschaftsverhalten zeigte keinen signifikanten Einfluss auf das selbst eingeschätzte prosoziale Verhalten des Kindes. Darüber hinaus zeigte sich ein signifikanter Partner-Effekt von dem durch die Mutter eingeschätzten Partnerschaftsverhalten des Vaters auf die mütterliche Einschätzung des kindlie4 Partnerschaft (Mutter) e3 e2 e1 e6 e5 e8 e1 e2 e3 e4 e5 e6 e7 e9 e7 e8 e9 Erziehung (Mutter) Prosoziales Verhalten (Mutter) Partnerschaft (Vater) Erziehung (Vater) Prosoziales Verhalten (Vater) inM maM veM poM GeM ZäM StM StV ZäV GeV poV veV maV inV a b .45 .38 .76 .68 .86 .82 -.51 -.38 .78 .95 .71 .68 .14 .57 .32 .23 -.04 .17 .41 Abb. 2: Mediationsmodelle zu den latenten Variablen zur elterlichen Partnerschaftsqualität sowie dem elterlichen Erziehungsverhalten und den manifesten Variablen zum kindlichen prosozialen Verhalten für Mütter (a) und Väter (b) getrennt. Anmerkungen: in = involviertes Elternverhalten, ma = machtvolle Durchsetzung, ve = verantwortungsvolles Elternverhalten, po = positives Elternverhalten, Ge = Gemeinsamkeiten, Zä = Zärtlichkeit, St = Streit, M = Mutter, V = Vater. Es werden standardisierte Pfadkoeffizienten angegeben, wobei fett gedruckte Koeffizienten statistisch signifikant sind; p < .05. Das Modell für Mütter (a) weist folgende Fitmaße auf: χ 2 (19) = 17.66, p = .545; RMSEA = .000; SRMR = .053; CFI = 1.00. Das Modell für Väter (b) weist folgende Fitmaße auf: χ 2 (19) = 17.44, p = .493; RMSEA = .000; SRMR = .058; CFI = 1.00. Residuen der beobachteten Variablen werden als „e“ dargestellt. 314 Harald Werneck, Maximilian Oscar Eder, Takuya Yanagida, Victoria Brückner, Stephanie Krenn chen prosozialen Verhaltens. Umgekehrt zeigte sich kein signifikanter Effekt vom mütterlichen Partnerschaftsverhalten auf die Einschätzung des kindlichen prosozialen Verhaltens durch den Vater. Darüber hinaus zeigten weder das väterliche noch das mütterliche Erziehungsverhalten einen signifikanten Einfluss auf das von dem jeweils anderen Dyadenmitglied eingeschätzte kindliche prosoziale Verhalten. Die für beide Elternteile getrennt berechneten Mediationsmodelle finden sich in Abbildung 2. Das Modell für Mütter erzielte eine sehr gute Anpassung, χ 2 (19) = 17.66, p = .545; RMSEA = .000; SRMR = .053; CFI = 1.00. Entsprechend den Ergebnissen des APIM-Modells zeigte sich ein signifikanter positiver und direkter Einfluss des mütterlichen Erziehungsverhaltens auf das von der Mutter eingeschätzte kindliche prosoziale Verhalten. Der indirekte Effekt des mütterlichen Partnerschaftsverhaltens, mediiert über das Erziehungsverhalten, auf das kindliche prosoziale Verhalten war nicht signifikant, kann jedoch als Trendergebnis eingeschätzt werden (b = .075, p = .068). Das Modell für Väter erzielte ebenfalls eine sehr gute Anpassung, χ 2 (19) = 17.44, p = .493; RMSEA = .000; SRMR = .058; CFI = 1.00. Analog zum Modell für Mütter und dem APIM-Modell zeigte sich ein signifikanter positiver und direkter Einfluss des Erziehungsverhaltens auf das kindliche prosoziale Verhalten. Ebenfalls ergab sich ein signifikanter indirekter Effekt des väterlichen Partnerschaftsverhaltens mediiert über das Erziehungsverhalten auf das prosoziale Verhalten des Kindes (b = .161, p = .008). Diskussion In der vorliegenden Untersuchung sollten die Unterschiede in der Einschätzung des prosozialen Verhaltens von Vorschulkindern durch Mütter, Väter und Pädagoginnen sowie der Unterschied in diesen Einschätzungen für Buben und Mädchen analysiert werden. Darüber hinaus sollten die Zusammenhänge zwischen dem elterlichen Partnerschaftsverhalten, dem elterlichen Erziehungsverhalten und dem kindlichen prosozialen Verhalten für Mütter und Väter erfasst und untersucht werden. In unserer ersten Hypothese erwarteten wir, dass Mütter das prosoziale Verhalten ihrer Kinder höher einschätzten als Väter oder Pädagoginnen. Diese Erwartung konnte mit den Daten erhärtet werden und ist konsistent mit bisherigen Befunden (Deimann et al., 2005; Nantel- Vivier et al., 2009). Väter wiederum unterschieden sich in unseren Daten in ihrer Einschätzung kaum von Pädagoginnen. Es ist davon auszugehen, dass Pädagoginnen das prosoziale Verhalten des Kindes in einem anderen Setting wahrnehmen als die Eltern. Während Pädagoginnen das Kind im Kindergarten bei alltäglichen Peerinteraktionen erleben, nehmen Eltern das prosoziale Verhalten eher in einem häuslichen und familiären Setting wahr. Vitaro et al. (1991) erklären Unterschiede in der Einschätzung der sozialen Verhaltensweisen durch diverse Rater dahingehend, dass Kinder in unterschiedlichen sozialen Kontexten differierende Verhaltensweisen zeigen können. Somit haben Eltern und Pädagoginnen einen anderen Bezugspunkt für ihre Einschätzung. Hastings, McShane et al. (2007) gehen außerdem davon aus, dass Mütter gewöhnlich häufiger Zeit mit ihren Kindern verbringen und deren prosozialen Verhaltensweisen mehr Beachtung schenken als Väter. Möglicherweise könnte dies den Grund für die Diskrepanzen zwischen den mütterlichen und väterlichen Einschätzungen erklären. In unserer zweiten Hypothese erwarteten wir, dass das prosoziale Verhalten von Mädchen höher eingeschätzt wird als jenes von Buben. Dies konnte mit unseren Daten nicht bestätigt werden. Die Einschätzungen des prosozialen Verhaltens fielen in unserer Untersuchung für Buben und Mädchen ähnlich aus. Diese Ergebnisse stehen in Kontrast zu vielen bisherigen Befunden, welche klare Unterschiede in der Einschätzung des prosozialen Verhaltens von Mädchen und Buben über Fragebögen nahelegten (Knafo et al., 2011; Knafo & Plomin, 2006; Romano et al., 2005; Van Leeuwen et al., 2006; Vitaro et al., 1991). Dieses Ergebnis könnte Kindliches prosoziales Verhalten 315 durch zwei Ursachen bedingt sein. Einerseits zeigen Befunde einer Metaanalyse, dass Geschlechtsunterschiede mit steigendem Alter zunehmen und besonders im Kleinkind- und Kindergartenalter als gering einzuschätzen sind (Eisenberg & Fabes, 1998). Andererseits zeigen Untersuchungen, dass Geschlechtsunterschiede von der Art des erfragten prosozialen Verhaltens abhängen (Eisenberg & Fabes, 1998; Padilla- Walker et al., 2008). Enthalten Fragebögen Items mit eher maskulinen oder femininen Formen des prosozialen Verhaltens, so zeigen sich eher Unterschiede in der Einschätzung des prosozialen Verhaltens (Zarbatany, Hartmann, Gelfand & Vinciguerra, 1985). Da im vorliegenden Fragebogen Items zur Anwendung kamen, die eher als geschlechtsneutral zu bezeichnen sind, konnte kein signifikanter Unterschied festgestellt werden. Darüber hinaus zeigte sich, dass der Unterschied in der Bewertung zwischen Buben und Mädchen von der einschätzenden Person abhängig war. So war der eingeschätzte Unterschied bei Pädagoginnen wesentlich größer als bei Müttern und Vätern. Möglicherweise werden Kinder des eigenen Geschlechts systematisch besser eingeschätzt, speziell wenn es sich nicht um die eigenen Kinder handelt. Dies würde im vorliegenden Fall, mit ausschließlich weiblichen Pädagoginnen, die höheren Werte für die Mädchen erklären. Unabhängig von der Ursache dieses Ergebnisses erscheint es für die Zukunft wichtig, die Unterschiede im prosozialen Verhalten zwischen Buben und Mädchen auch hinsichtlich der Ratergruppe zu berücksichtigen. In unserer dritten Hypothese erwarteten wir, dass das Erziehungsverhalten der Eltern in einem positiven Zusammenhang mit dem kindlichen prosozialen Verhalten steht. Diese Annahme konnte mithilfe des APIM-Modells bestätigt werden. Konsistent mit aktuellen Befunden (z. B. Hastings, McShane et al., 2007; Schreyer- Mehlhop & Petermann, 2011; Volling & Belsky, 1992) zeigte sowohl das väterliche als auch das mütterliche Erziehungsverhalten einen positiven Zusammenhang mit dem kindlichen prosozialen Verhalten. Somit zeigen unsere Daten, dass beide Elternteile einen wichtigen Sozialisationskontext für die kindliche prosoziale Entwicklung darstellen. In unserer vierten Hypothese erwarteten wir, dass die elterliche Partnerschaftsqualität positiv mit dem kindlichen prosozialen Verhalten in Zusammenhang steht. Diese Annahme konnte nur teilweise über unser APIM-Modell bestätigt werden. Das jeweils vom Partner eingeschätzte Partnerschaftsverhalten zeigte keinen Zusammenhang mit dem selbst eingeschätzten prosozialen Verhalten des Kindes. Lediglich das von der Mutter eingeschätzte Partnerschaftsverhalten des Vaters zeigte einen signifikanten Zusammenhang mit der Einschätzung des kindlichen prosozialen Verhaltens durch die Mutter. Einerseits ist es möglich, dass Mütter das Kontaktausmaß der Väter zu ihren Kindern stärker in Abhängigkeit von deren gezeigtem Partnerschaftsverhalten regulieren als umgekehrt (Gatekeeping-Effekt). Zeigt der Vater ein für die Mutter zufriedenstellendes Partnerschaftsverhalten, so wird diesem eher ermöglicht, mit dem Kind zu interagieren und dessen Verhaltensweisen zu beeinflussen. Andererseits könnte der Zusammenhang darauf zurückzuführen sein, dass beide Einschätzungen von der Mutter vorgenommen wurden und der Zusammenhang durch gemeinsame Methodenvarianz, im Fall der Mütter, überschätzt wird. In unserer fünften Hypothese erwarteten wir, dass der Einfluss der Partnerschaftsqualität auf das prosoziale Verhalten über das Erziehungsverhalten mediiert wird. Dieser Mediationseffekt konnte mit den aktuellen Daten für Väter bestätigt werden. Für Mütter konnte kein signifikanter indirekter Effekt nachgewiesen werden, wobei das Ergebnis als Trend beurteilt werden kann. Dass der indirekte Einfluss des Partnerschaftsverhaltens auf das prosoziale Verhalten der Kinder bei Vätern stärker ausgeprägt ist, dürfte darauf zurückzuführen sein, dass bei Vätern im Gegensatz zu Müttern ein deutlicher Zusammenhang zwischen Partnerschafts- und Erziehungsverhalten besteht. Dieses Ergebnis ist vereinbar mit bisherigen Befunden, welche bei Vätern einen stärkeren Zusammenhang zwi- 316 Harald Werneck, Maximilian Oscar Eder, Takuya Yanagida, Victoria Brückner, Stephanie Krenn schen der Partnerschaftsqualität und der Erziehungspraxis aufzeigten als bei Müttern (Almeida, Wethington & Chandler, 1999; Belsky, Youngblade, Rovine & Volling, 1991). Dieser Umstand wurde unter anderem auf die gesellschaftlich weniger klar definierte Rolle von Vätern zurückgeführt (Belsky et al., 1991). Implikationen Für Wissenschaft und Praxis ergeben sich aus unseren Befunden diverse Implikationen. Einerseits erscheint es von Bedeutung bei der Untersuchung des kindlichen prosozialen Verhaltens, darauf zu achten, wie und von wem die Beurteilung der prosozialen Verhaltensweisen vorgenommen wird. Besonders bei Fragebogenuntersuchungen sollten unterschiedliche Rater für die Beurteilung herangezogen werden, um den unterschiedlichen Kontexten gerecht zu werden, in welchen sich Kinder dieser Altersgruppe bewegen, und um Besonderheiten unterschiedlicher Ratergruppen zu erheben. Für die Praxis ergibt sich die Forderung, bei Interventionen, welche auf das Sozialverhalten von Kindern im Vorschulalter abzielen, immer sowohl Mütter als auch Väter miteinzubeziehen. Da meistens beide Eltern Verhaltensweisen zeigen, die mit dem kindlichen prosozialen Verhalten in Zusammenhang stehen, erscheint es notwendig, beide in die Intervention zu integrieren. Ebenfalls legen unsere Ergebnisse nahe, bei Interventionen nicht nur an unmittelbar kindbezogenen elterlichen Verhaltensweisen, wie dem Erziehungsverhalten, anzusetzen, sondern ebenso auf Ebene der Eltern selbst, beispielsweise durch Stärkung der elterlichen Partnerschaftsqualität. Einschränkungen Einschränkend sei zu erwähnen, dass die vorliegenden Ergebnisse auf einer kleinen und relativ unrepräsentativen Stichprobe basieren. Diese sind vorrangig für Familien aus der höheren Bildungsschicht gültig und können nicht ohne Weiteres auf andere Bevölkerungsgruppen übertragen werden. Jedoch sind uns keine Untersuchungen bekannt, die darauf hindeuten, dass sich die erforschten Zusammenhänge in Abhängigkeit von der Bildungsschicht unterscheiden. Ebenfalls wurde das prosoziale Verhalten der Vorschulkinder über eine bisher nicht geprüfte Gruppe an Aussagen eingeschätzt. Es ist daher unbedingt notwendig, die Gültigkeit dieser Aussagen in zukünftigen Untersuchungen empirisch weiter zu überprüfen und zu festigen. Nicht zuletzt wäre es methodisch wünschenswert, auch auf entsprechende Vergleichsdaten männlicher Pädagogen zurückgreifen zu können, was angesichts der Betreuungssituation, insbesondere im Vorschulbereich, in absehbarer Zeit aber unrealistisch erscheint. Darüber hinaus sind die vorliegenden Ergebnisse insbesondere auf die untersuchte Altersgruppe zu beziehen. Das prosoziale Verhalten verändert sich in seiner Häufigkeit und Ausprägung vor allem im Kleinkind- und Vorschulalter maßgeblich (siehe Eisenberg & Fabes, 1998; Hastings, Utendale & Sullivan, 2007). Die Befunde sind somit nur eingeschränkt auch für ältere Kinder und Jugendliche gültig. Literatur Achenbach, T. M., McConaughy, S. H. & Howell, C.T. (1987). Child/ adolescent behavioral and emotional problems: Implications of cross-informant correlations for situational specificity. 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