eJournals Psychologie in Erziehung und Unterricht69/3

Psychologie in Erziehung und Unterricht
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0342-183X
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/peu2022.art18d
3_069_2022_3/3_069_2022_3.pdf71
2022
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Empirische Arbeit: Väterliches Kompetenzerleben bei Vätern aus psychosozial belasteten Familien - Wie verhalten sich mütterliche und väterliche Wahrnehmung zueinander?

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2022
Mariana Rudolf
Andreas Eickhorst
Der Beitrag widmet sich der subjektiven Situation von Vätern und Müttern von Säuglingen aus psychosozial belasteten Familien und vergleicht die jeweiligen Sichtweisen schwerpunktmäßig hinsichtlich des väterlichen Kompetenzerlebens. Die Daten stammen von 192 Elternpaaren aus dem Frühe-Hilfen-Projekt „Keiner fällt durchs Netz“ und umfassen neben Maßen zur Befindlichkeitserfassung umfangreiche Fragebogendaten zum Vaterschaftserleben. Der Beitrag zeigt und diskutiert, wie die Väter den Kontakt zum Kind und ihr Erleben der Elternschaft einschätzen und setzt diese subjektive Sichtweise in Bezug zur Einschätzung der Mütter. Zusätzlich wurden die Beeinträchtigung des Bindungserlebens aus Sicht beider Elternteile, Einstellungen hinsichtlich der Förderung oder Erschwernis der Vater-Kind-Bindung durch die Mutter sowie Aspekte der jeweiligen psychischen Belastung (z.B. Depression, elterlicher Stress) auf verschiedenen Dimensionen erfragt und in Beziehung gesetzt. Gatekeeping erwies sich bedeutend im Zusammenhang mit allgemeiner psychischer Belastung der Familie, jedoch nicht bezogen auf väterliches Kompetenzerleben. Väterliche und mütterliche Einstellungen wichen in vielen Bereichen voneinander ab.
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n Empirische Arbeit Psychologie in Erziehung und Unterricht, 2022, 69, 181 -194 DOI 10.2378/ peu2022.art18d © Ernst Reinhardt Verlag Väterliches Kompetenzerleben bei Vätern aus psychosozial belasteten Familien - Wie verhalten sich mütterliche und väterliche Wahrnehmung zueinander? Mariana Rudolf 1 , Andreas Eickhorst 2 1 Psychologische Psychotherapeutin, Alexianer Krankenhaus Hedwigshöhe 2 Hochschule Hannover Zusammenfassung: Der Beitrag widmet sich der subjektiven Situation von Vätern und Müttern von Säuglingen aus psychosozial belasteten Familien und vergleicht die jeweiligen Sichtweisen schwerpunktmäßig hinsichtlich des väterlichen Kompetenzerlebens. Die Daten stammen von 192 Elternpaaren aus dem Frühe-Hilfen-Projekt „Keiner fällt durchs Netz“ und umfassen neben Maßen zur Befindlichkeitserfassung umfangreiche Fragebogendaten zum Vaterschaftserleben. Der Beitrag zeigt und diskutiert, wie die Väter den Kontakt zum Kind und ihr Erleben der Elternschaft einschätzen und setzt diese subjektive Sichtweise in Bezug zur Einschätzung der Mütter. Zusätzlich wurden die Beeinträchtigung des Bindungserlebens aus Sicht beider Elternteile, Einstellungen hinsichtlich der Förderung oder Erschwernis der Vater-Kind-Bindung durch die Mutter sowie Aspekte der jeweiligen psychischen Belastung (z. B. Depression, elterlicher Stress) auf verschiedenen Dimensionen erfragt und in Beziehung gesetzt. Gatekeeping erwies sich bedeutend im Zusammenhang mit allgemeiner psychischer Belastung der Familie, jedoch nicht bezogen auf väterliches Kompetenzerleben. Väterliche und mütterliche Einstellungen wichen in vielen Bereichen voneinander ab. Schlüsselbegriffe: Väter, Mütter, elterliche Einstellungen, Bindung, psychisches Befinden, elterlicher Stress Paternal competence of fathers in psychosocial distressed families - how do the maternal and paternal view correspond? Summary: This study deals with the subjective situation of fathers and mothers in psychosocially burdened families and compares their individual views with focus on the paternal competence experience. Data is provided from 192 couples from the early prevention project “Keiner fällt durchs Netz” and consists of extensive questionnaire data of mothers and fathers rating their parenting experiences and individual level of psychological stress. The paper focuses on fathers’ evaluation of their contact with the child and certain variables of fatherhood experience. Ratings are linked to the mothers’ views. In addition, psychological variables like bonding, opinions regarding the mother’s support or impairment of the father-childattachment as well as psychological distress (e. g. experienced parental stress, depression) were evaluated and linked to each other. Gatekeeping turned out as significant in relation to psychological family distress, but not to paternal experience of competence. Paternal and maternal views differed on many topics. Keywords: fathers, mothers, parental attitudes, mental condition, bonding, parental stress Väterliches Kompetenzerleben und Engagement Für beide Elternteile ist der Übergang zur Elternschaft neben freudigen und positiven Aspekten auch mit neuen Belastungen verbunden (Perren, von Wyl, Simoni, Bürgin et al., 2005). Väter sind von diesen Veränderungen oft in anderen Bereichen als Mütter beansprucht, da Letztere insbesondere zu Beginn die primären Bezugspersonen sind und somit den höheren Versorgungsaufwand leisten. Die neuen Aufgaben sind gemeinsam einfacher zu bewältigen, weshalb väterliches Engagement einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Kindsmutter sowie allgemein des neuen Familiensystems leistet (z. B. Reichle, 2008). 182 Andreas Eickhorst, Mariana Rudolf 1 Gatekeeping-Verhalten kann prinzipiell auch von Vaterseite aus gezeigt werden, ist in der aktuellen Stichprobe, in der die Mütter die meiste Zeit mit dem Kind verbringen und den Großteil der Versorgung übernehmen, allerdings als eher unwahrscheinlich anzunehmen. Das väterliche Engagement wird von vielen Faktoren beeinflusst (vgl. Barry, Smith, Deutsch & Perry-Jenkins, 2011; Eickhorst, Benz, Scholtes & Cierpka, 2010). Durch die erstmalige Elternschaft stehen Väter vor der Aufgabe, ihr bisheriges Selbstbild durch die Rolle als Familienvater weiter zu entwickeln. Gelingt dem Vater die neue Rolle positiv zu integrieren, so ist davon auszugehen, dass das aktive Einbringen als Vater gefördert und die allgemeine psychische Belastung gemildert werden (Eickhorst, 2005; Eickhorst, 2008; Matzner, 2004). Beeinflussungsfaktoren des väterlichen Kompetenz-Erlebens Inwiefern subjektives Wohlbefinden und Kompetenzerleben in der neuen Rolle als Vater möglich sind, scheint von einer Vielzahl an Faktoren abzuhängen (Diener, Oishi & Lucas, 2003; Rudolf, Eickhorst, Doege & Cierpka, 2015). Positive Erlebnisse im direkten Kontakt zum Kind fördern den Aufbau eines positiven Vaterselbstbildes (Eickhorst, 2005). Dies kann durch eine unterstützend wirkende Partnerin, die dem Vater wahrgenommene Kompetenzen direkt oder indirekt spiegelt, erleichtert werden. Das Gefühl, von der Partnerin überfordert oder nicht verstanden zu werden, kann Partnerschaftsprobleme, elterlichen Stress und die allgemeine psychische Belastung erhöhen und dazu beitragen, sich in der neuen Rolle als Vater als inkompetent und überfordert wahrzunehmen (Adler, Frevert, Cierpka, Pokorny et al., 1994). Mütterliches „Gatekeeping“ Die Mutter fungiert am Anfang häufig als zentrale Bezugsperson des Säuglings und hat einen großen Einfluss darauf, inwiefern die Einbringung des Vaters in die dominantere Mutter- Kind-Dyade ermöglicht oder verhindert wird. Im Idealfall agieren beide Partner gemeinsam im Sinne des „Co-Parenting“ und schaffen ein stützendes und möglichst konfliktarmes Umfeld für den Säugling (McHale, 2007). Sieht die Mutter ihren Partner als wenig kompetenten Vater an, so könnte dies zu einer (mehr oder weniger bewussten) Einschränkung des Kontaktes zwischen Vater und Kind führen, vorhandene Unsicherheit beim Vater verstärken und die Dynamik der sich noch entwickelnden Vater-Kind-Beziehung negativ beeinflussen. Dieses „Gatekeeping“- Verhalten der Mutter 1 kann beim Vater Gefühle der Frustration, Rückzugsverhalten sowie ein defizitäres Vaterbild auslösen bzw. steigern, andererseits aber auch eine Reaktion auf einen tatsächlich unbeholfenen oder wenig unterstützenden Vater sein. Beide Prozesse scheinen sich wechselseitig zu beeinflussen (Fagan & Barnett, 2003; Schoppe-Sullivan, Brown, Cannon, Mangelsdorf et al., 2008). Allgemeine psychische Belastung der Eltern Neue Aufgaben durch neue Rollen beinhalten potenziell neue Stressoren. Ist die Beziehung der Eltern von Unverständnis und Konflikten bezüglich der Rollenverteilung geprägt, können bereits vorhandene Belastungen zusätzlich ansteigen, womit weniger psychische Ressourcen für die Bewältigung von Alltagsproblemen und Krisen zur Verfügung stehen (Goodman, 2008; Paulson & Bazemore, 2010; Tronick & Reck, 2009). Psychische Belastungen wie depressive Symptome sind auch bei Vätern nicht ungewöhnlich (Bielawska-Batorowicz & Kossakowska-Petrycka, 2006; van den Berg, van der Ende, Crijnen, Jaddoe et al., 2009). In einer australischen Längsschnittstudie konnten die Autoren zeigen, dass der Umstand, Vater zu sein, entscheidend zur Entwicklung depressiver Symptome beiträgt: in der Stichprobe der Studie (N = 3.471) zeigten sich Väter signifikant depressiver als die Vergleichsstichprobe australischer Männer (Giallo, D’Esposito, Christensen, Väterliches Kompetenzerleben bei Vätern aus psychosozial belasteten Familien 183 Mensah et al., 2012). Elterlicher Stress und die subjektive Wahrnehmung des Familiensystems als belastet wirken sich laut Studienlage ebenso auf die generelle psychische Stabilität aus (Kunz, Sidor, Eickhorst & Cierpka, 2012). Möglichkeiten der Unterstützung in belasteten Systemen In multipel belasteten Familien (z. B. sozial, finanziell, psychisch) zeigen sich eine ungünstige Entwicklung des Kindes sowie eine niedrigere allgemeine psychische Gesundheit der Eltern (vgl. Egle, Hoffmann & Steffens, 1997; Kunz, Sidor, Eickhorst & Cierpka, 2012). Die zusätzliche Beanspruchung des Systems durch die Geburt eines Kindes und Herausforderungen der Elternschaft kann dazu beitragen, ohnehin belastete Eltern an ihre Grenzen zu bringen und vorhandene Probleme als nicht mehr aus eigener Kraft bewältigbar erscheinen zu lassen. Maßnahmen der Prävention oder der frühen Intervention können angespannte Interaktionen entlasten, positive Aspekte der Beziehung fördern und das Familiensystem stabilisieren (Cierpka, 2014). Insbesondere in der frühen und frühesten Kindheit ist dies sinnvoll, da die Entwicklung des Kindes in einem entscheidenden Stadium möglichst positiv beeinflusst werden kann, statt erfolgte Schädigungen später erst wieder ausgleichen zu müssen. Die Unterstützung der Bildung selbstwertstärkender elterlicher Einstellungen, die zu einer psychischen Entlastung beitragen können, scheint individuell leichter beeinflussbar als die Minimierung gesundheitlicher, finanzieller oder materieller Belastungen. Aus einem dieser Projekte zur Förderung belasteter Familien („Keiner fällt durchs Netz“; vgl. Cierpka, 2009) stammen die in dieser Studie verwendeten Daten. Die vorliegende Studie hat das Anliegen, Faktoren, welche die psychische Belastung neu gewordener Eltern erhöhen, zu identifizieren, um konkrete Ansatzpunkte zur Unterstützung auszumachen. Fragestellung Um das väterliche Kompetenz-Erleben und dessen Reflexion in der mütterlichen Wahrnehmung zu messen, wurden Mütter und Väter aus denselben Familien befragt. Erhoben wurden u. a. Kontakt des Vaters zum Kind, individuell erlebte Belastungen beider Elternteile, sowie väterliche Kompetenzen. Die Selbstsicht der Väter und deren Einstufung aus Sicht der Mütter wurden in Zusammenhang gebracht. Es ergeben sich folgende Forschungsfragen: 1. Wie sehr erleben sich Väter als kompetent in ihrer Rolle und stufen die Bindung zum Kind als positiv ein? Inwiefern spiegelt sich dies in der Wahrnehmung der Mütter wider? 2. Gibt es Zusammenhänge zwischen „Gatekeeping“-Verhalten der Mutter, der Kompetenzzuschreibung an den Partner und dessen subjektiver psychischer Belastung? 3. Gibt es Zusammenhänge zwischen der Wahrnehmung der Elternteile bezüglich stärker objektivierbarer Bereiche wie z. B. der Wahrnehmung von Alltags-Problemen durch die Elternschaft oder der Beurteilung des Temperaments des Kindes? Methodik Stichprobe Die Datenauswertung basiert auf Fragebögen von Familien, die im Präventionsprojekt „Keiner fällt durchs Netz“ 2 durch Familienhebammen betreut wurden sowie einer demografisch und hinsichtlich der Belastungsindikatoren 3 vergleichbaren Kontroll- 2 Dieses im gesamten Saarland sowie Teilen von Hessen und Baden-Württemberg angebotene und vom Universitätsklinikum Heidelberg (Prof. Cierpka) initiierte Projekt der „Frühen Hilfen“ wurde in den Jahren 2008 bis 2012 mit Mitteln des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen inklusive eines Kontrollgruppendesigns in Bezug auf seine Wirksamkeit evaluiert (Ergebnisse nachzulesen in Sidor, Kunz, Eickhorst & Cierpka, 2013). 3 Ein Screening zu Belastungen und Ressourcen der Familie vor Aufnahme ins Projekt ermittelt einen „Belastungswert“ für jede Familie. Damit kann zum einen der Hilfebedarf bestimmt und zum anderen die Belastung quantifiziert und dokumentiert werden (Eickhorst, Sidor, Frey & Cierpka, 2012). 184 Andreas Eickhorst, Mariana Rudolf Mutter Vater Alter 25,43 (14 -42 Jahre) 29,08 (15 -54) Nationalität Deutsch: 84,4 % Andere: 15,6 % Deutsch: 85,4 % Andere: 14,6 % Bildung (höchster Abschluss) Kein Abschluss: 17,7 % Hauptschule: 41,1 % Realschule u. FH-Reife: 23,9 % Abitur/ Hochschule: 13,0 % Kein Abschluss: 13,5 % Hauptschule: 46,9 % Realschule u. FH-Reife: 22,9 % Abitur/ Hochschule: 12,5 % Berufstätigkeit Angestellt/ Selbstständig: 2,6 % Arbeitslos: 22,4 % In Elternzeit: 63,0 % In Ausbildung: 5,2 % Keine Ausbildung: 52,6 % Angestellt/ Selbstständig: 50,0 % Arbeitslos: 26,6 % In Elternzeit: 5,2 % In Ausbildung: 10,9 % Keine Ausbildung: 26,6 % Anzahl leiblicher Kinder 1: 65,1 % 2: 21,0 % 3: 9,1 % 4: 1,6 % 5: 2,7 % 1: 67,0 % 2: 20,3 % 3: 6,0 % 4: 2,7 % 5 -6: 2,7 % Alter Interventionskind (Monate) M = 4,4 (SD = 5,49) Anzahl Kinder Haushalt 1: 65,4 % 2: 21,8 % 3: 7,4 % 4: 2,1 % 5 -6: 2,7 % Monatlich zur Verfügung stehendes Einkommen < 1000 €: 34,9 % bis 1500 €: 29,7 % bis 2000 €: 16,1 % > 2000 €: 10,1 % Vater an Versorgung beteiligt (Muttersicht) ja: 93,8 % Vater Anwesenheit bei Geburt 81,3 % Reaktion auf Schwangerschaft (Vatersicht) freudig: 64,1 % überrascht: 15,6 % zurückhaltend: 9,4 % eher ablehnend: 1,6 % Tab. 1: Soziodemografische Merkmale der Stichprobe (fehlende Prozent zu 100 % missing values) gruppe desselben Projektes, welche keine spezifische Betreuung durch aufsuchende Hilfen erhielt. Da die Befragung beider Gruppen in den allerersten Lebensmonaten des Kindes durchgeführt wurde und zeitgleich mit dem Beginn der Betreuung durch eine Familienhebamme in der Interventionsgruppe stattgefunden hat, ist anzunehmen, dass die Effekte dieser Betreuung auf die elterliche Wahrnehmung noch nicht allzu groß und daher die Fragebogendaten diesbezüglich weitestgehend unbeeinflusst sind. Deshalb wurden Kontroll- und Interventionsgruppe als gemeinsame Stichprobe belasteter Eltern zusammen gefasst. Von ursprünglich 368 ausgefüllten Fragebogenpaketen wurden in die Auswertung nur die 192 Familien einbezogen, für welche die Daten von beiden Elternteilen möglichst vollständig vorlagen. Die demografischen Eigenschaften der Stichprobe sind in Tabelle 1 aufgelistet. Väterliches Kompetenzerleben bei Vätern aus psychosozial belasteten Familien 185 Instrumente Vaterfragebogen Dieser Fragebogen, der auf einer fünfstufigen Skala 61 Items zum Vaterschaftserleben erhebt, wurde im Rahmen des Präventions-Projektes entwickelt und liegt in Versionen für Väter und Mütter vor (Eickhorst, Nakhla, Demant, Scholtes & Benz, 2008). In der Version für Väter erfragt dieser direkt verschiedene Bereiche des väterlichen Selbsterlebens, wobei er in der Version für Mütter die Beurteilung des väterlichen Selbsterlebens sowie die Einschätzung der väterlichen Kompetenzen aus Muttersicht beinhaltet. In beiden Versionen sind Items bezüglich des väterlichen Versorgungsverhaltens sowie allgemeiner wahrgenommener Belastungsbereiche enthalten. Eine a priori auf theoretischen Argumenten basierende Skalenbildung ließ sich durch eine Faktorenanalyse nicht hinreichend bestätigen, weshalb auf eine Auswertung auf Skalenbasis verzichtet und stattdessen auf Einzelitems zurückgegriffen wurde. Dabei wurden in der Version für Mütter 21 relevante Items (in der Version für Väter 15) für die vorliegende Fragestellung ausgewählt (darunter 7 Items zum Bereich Gatekeeping [2 in der Version für Väter], siehe Tabelle 2) und jeweils in Vater- und Muttersicht gegenübergestellt (beispielsweise zum Thema Hilflosigkeit: Ich fühle mich hilflos und überfordert mit meinem Kind [Vatersicht] und Ich glaube, mein Partner fühlt sich hilflos und überfordert mit dem Kind [Muttersicht]). Die Tabelle 2 listet sämtliche verwendeten Items auf. Gatekeeping Diese Variable wurde mit einzelnen Items, welche im Vaterbogen enthalten waren, näherungsweise bestimmt. Aus der Tabelle 2 wurden 7 Items für Mütter und 2 Items für Väter ausgewählt, welche mütterliches potenziell bindungshemmendes Verhalten zwischen Vater und Kind abbilden. Bindung Der Postpartum-Bonding-Questionnaire (PBQ; deutsche Fassung Reck, Klier, Pabst et al., 2006) bildet die frühe Eltern-Kind-Bindung mittels 25 Items auf einer fünfstufigen Skala ab. Gemäß einem Hinweis der Autoren wurde nur die Unterskala impaired bonding (12 items; α = .78) zur Analyse herangezogen. Depressivität Hier wurde die Edinburgh Postnatal Depression Scale (EPDS; dt. Version: Bergant, Nguyen, Heim et al., 1998) für Depressivität verwendet, welche einen Maximalwert von 30 mit einem Cut-Off für klinische Bedeutsamkeit bei Frauen mit 9 beinhaltet (10 Items; jeweils Werte von 0 - 3 möglich; interne Konsistenz: α = .87). Bei Männern wird diskutiert, ob dieser tiefer anzusetzen ist (5 - 6). Elterlicher Stress Mit 36 Items in 5 Abstufungen erfasst der Parenting Stress Index (PSI; Tröster & Abidin, 2011) den empfundenen elterlichen Stress. Er schließt drei Unterskalen mit ein, deren Reliabilität als gut zu bezeichnen ist (Elterliche Belastung: α = .87; Dysfunktionale Eltern-Kind-Interaktion: α = .80; sowie Schwieriges Kind: α = .85). Familiäres Funktionsniveau Das familiäre Funktionsniveau wurde mit der Family Adaptability and Cohesion Scale III (FACES III; Olson, 1985) erfasst. Dieser Fragebogen umfasst 30 Items, welche sich in die Dimensionen Kohäsion (familialer Zusammenhalt) und Adaptabilität (Anpassungsfähigkeit der Familie) aufteilen lassen, wobei die beiden Dimensionen durch einen kombinierten Wert in Beziehung zueinander gestellt werden können. Die Reliabilität des Fragebogens ist relativ schwach und liegt bei α = .62. Familienkohärenz Der Familienbogen (Sidor & Cierpka, 2016) erfasst auf einer vierstufigen Skala die empfundenen Stärken und Schwächen der eigenen Familie, Beziehungen der einzelnen Mitglieder untereinander, sowie wahrgenommene Familienprobleme (interne Konsistenz: α = .91). Temperament des Kindes Das wahrgenommene Temperament wurde durch vier einzelne Items aus dem Sozioökonomischen Panel (SOEP) operationalisiert (Wagner, Frick & Schupp, 2007). Soziodemografie Als soziodemografische Kontrollvariablen wurden für beide Elternteile Alter, Nationalität, Bildungsstand sowie berufliche Situation erfasst. Zusätzlich 186 Andreas Eickhorst, Mariana Rudolf Version Mutter Version Vater Items zu Kompetenzerleben, belasteten Lebensbereichen und Kontaktgestaltung zum Kind Ich habe das Gefühl, das Kind reagiert positiv auf meinen Partner. Ich habe das Gefühl, mein Kind reagiert positiv auf mich. Ich erlebe die Beziehung meines Partners zum Kind als schwierig. Ich erlebe die Beziehung zu meinem Kind als schwierig. Mein Partner erlebt das Kind als pflegeleicht. Ich erlebe das Kind als pflegeleicht. Die Geburt war für mich eine belastende Erfahrung. Die Geburt war für mich eine belastende Erfahrung. Ich glaube mein Partner ist gerne Vater. Ich bin gerne Vater. Ich glaube, mein Partner fühlt sich hilflos und überfordert mit dem Kind. Ich fühle mich hilflos und überfordert mit meinem Kind. Ich erlebe meinen Partner als unterstützend. Ich denke, meine Partnerin erlebt mich als unterstützend. Ich habe das Gefühl, mein Partner hat einen guten Kontakt zum Kind. Ich glaube, dass ich einen guten Kontakt zu meinem Kind habe. Mein Partner ist mit seiner neuen Lebenssituation als Vater zufrieden. Ich bin mit meiner neuen Lebenssituation als Vater zufrieden. Ich halte meinen Partner für einen guten Vater. Ich halte mich für einen guten Vater. Mein Partner hält sich für einen guten Vater. Ich habe das Gefühl, mein Partner fühlt sich als Vater mit dem Kind sicher. Ich fühle mich als Vater mit dem Kind sicher. Ich erlebe meinen Partner als kompetent im Umgang mit dem Kind. Ich denke, meine Partnerin erlebt mich als kompetent im Umgang mit unserem Kind. Ich erlebe folgende Bereiche als problematischer als vor der Geburt: - die Partnerschaft - die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie - meine Erwerbslosigkeit - Zeit für mich selbst zu finden - Freundeskreis Ich erlebe folgende Bereiche als problematischer als vor der Geburt: - die Partnerschaft - die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie - meine Erwerbslosigkeit - Zeit für mich selbst zu finden - Freundeskreis Gatekeeping Items Wenn ich meinem Partner nicht genau sage, wie er etwas mit dem Kind machen soll, macht er es falsch. Mein Partner findet, dass ich seine Beziehung zum Kind fördere. Ich fördere die Beziehung meines Partners zum Kind. Ich habe das Gefühl, meine Partnerin fördert meine Beziehung zum Kind. Mein Partner weiß nicht wirklich, wie man ein Kind pflegt, deshalb ist es einfacher für mich, es selbst zu tun. Ich überlasse meinem Partner nur ungern den Umgang mit dem Kind. Meine Partnerin überlässt mir nur ungern den Umgang mit unserem Kind. Ich glaube, mein Partner findet, dass ich ihm vorschreibe, wie er mit dem Kind umgehen soll. Mein Partner weiß nicht wirklich, wie man sich mit einem Kind beschäftigt, deshalb ist es einfacher für mich, es selbst zu tun. Tab. 2: Verwendete Items des Väterbogens (väterliches Erleben) Väterliches Kompetenzerleben bei Vätern aus psychosozial belasteten Familien 187 wurden das zur Verfügung stehende Haushaltseinkommen, die Anzahl der Kinder (im Haus lebend sowie allgemeine Anzahl leiblicher Kinder), sowie das Alter des jüngsten Kindes erhoben. Ebenso wurden Items zur Reaktion auf die Schwangerschaft sowie bezüglich der Begleitung bei der Geburt einbezogen, um das anfänglich bestehende Involvement der Väter abschätzen zu können. Auswertung Die vorhandenen Fragebögen wurden aufgrund der Skalenqualität mit nichtparametrischenTestverfahren analysiert (Korrelationen nach Kendalls tau, Gruppenvergleich nach Wilcoxon für abhängige Stichproben). Da bislang für die selbst entwickelten Fragebögen keine Skalen gebildet werden konnten, wurden die verwendeten Items nach theoretischen Gesichtspunkten ausgewählt und einzeln miteinander verglichen, weshalb der explorative Aspekt der Auswertung hier betont werden soll. Ergebnisse Einflüsse der Soziodemografie Das Alter der Eltern, die Anzahl der Kinder allgemein, sowie die Anzahl der Kinder, welche im gleichen Haushalt leben, wiesen keine bzw. vernachlässigbare Zusammenhänge mit den ausgewählten Fragebogen-Items auf. Bezüglich der Nationalität (deutsch vs. nicht-deutsch) gab es in der Gruppe der Väter nur geringfügige Unterschiede: Väter nicht-deutscher Nationalität gaben signifikant seltener an, dass sie das Gefühl haben, ihre Partnerin fördere die Beziehung zum Kind (p < .05) und waren signifikant häufiger der Ansicht, dass die Partnerin ihnen vorschreibe, wie sie mit dem Kind umzugehen haben (p < .05). Darüber hinaus gaben nichtdeutsche Väter häufiger an, sich mit dem Kind sicher zu fühlen (p < .05). Ob eine Mutter deutscher Nationalität ist, hat nur vereinzelt Einflüsse auf die Beantwortung der Fragen des Väter-Fragebogens: Mütter nicht-deutscher Herkunft überlassen ihrem Partner signifikant häufiger ungern den Umgang mit dem Kind (p < .05), denken häufiger, dass ihr Partner mit seiner neuen Lebenssituation zufrieden sei und erleben die Partnerschaft seltener als problematischer als vor der Geburt (p < .05). Väterliches Kompetenzerleben und Zufriedenheit mit der Situation als Vater (zu Fragestellung 1) Die in der Studie befragten Väter erlebten sich generell als eher kompetent und fühlten sich wohl in ihrer Rolle („Ich halte mich für einen guten Vater“ (M = 2,55: SD = 0,6), „Ich bin gerne Vater“ (M = 2,89, SD = 0,4), jeweils Skala 0 - 3). Das väterliche Kompetenzerleben wurde zum Teil über konkrete Bewertungen des Kontaktes zum Kind identifiziert. Die Einschätzungen beider Eltern bezüglich der Frage, wie gut die Beziehung zwischen Vater und Kind ist, korrelieren signifikant im unteren Bereich (siehe Tabelle 3). Die größten Übereinstimmungen finden sich bezüglich der Fragen, ob der Vater das Kind als pflegeleicht (Korrelation von .35***) und den Kontakt zum Kind als gut erlebe (.30***). Etwas weniger hoch korrelieren die Einschätzungen, ob die Beziehung des Kindes zum Vater schwierig sei (.22**), das Kind positiv auf den Vater reagiere (.25**) oder ob sich der Vater mit dem Kind hilflos bzw. überfordert fühle (.26***). Die Einschätzung der Zufriedenheit mit der neuen Situation als Vater stimmte in mittlerem Ausmaß überein (.37***). Väter, die ihr Kind als schwer zu trösten wahrnehmen, fühlen sich eher hilflos und überfordert (-.31**). Die Bewertung, ob sich die Väter auf die Vaterschaft vorbereitet gefühlt haben, korreliert hingegen in höherem Ausmaß zwischen den Elternteilen (.39**). Väter, welche konkrete Maßnahmen der Vorbereitung angeben (72 %, v. a. durch Bücher und Gespräche mit Bezugspersonen), fühlen sich erwartungsgemäß signifikant vorbereiteter (M = 1,7 vs. 2,24; p < .001 Skala 0 - 3). Bei eher abstrakt formulierten Items, wie z. B. „gerne Vater zu sein“ oder sich „für einen guten Vater zu halten“, verschwinden die Zusammenhänge zwischen den Elternteilen (Übersicht der relevanten Korrelationen in Tabelle 3). 188 Andreas Eickhorst, Mariana Rudolf Item Väterbogen (Versionen Vater und Mutter) Korrelation Mutter: Ich habe das Gefühl, das Kind reagiert positiv auf meinen Partner. Vater: Ich habe das Gefühl, mein Kind reagiert positiv auf mich. .24** Mutter: Ich erlebe die Beziehung meines Partners zum Kind als schwierig. Vater: Ich erlebe die Beziehung zu meinem Kind als schwierig. .22** Mutter: Ich glaube, mein Partner fühlt sich hilflos und überfordert mit dem Kind. Vater: Ich fühle mich hilflos und überfordert mit meinem Kind. .26*** Mutter: Ich habe das Gefühl, mein Partner fühlt sich als Vater mit dem Kind sicher. Vater: Ich fühle mich als Vater mit meinem Kind sicher. .19* Mutter: Ich erlebe meinen Partner als kompetent im Umgang mit dem Kind. Vater: Ich denke, meine Partnerin erlebt mich als kompetent im Umgang mit dem Kind. .26*** Mutter: Mein Partner erlebt das Kind als pflegeleicht. Vater: Ich erlebe mein Kind als pflegeleicht. .35*** Mutter: Ich habe das Gefühl, mein Partner hat einen guten Kontakt zum Kind. Vater: Ich glaube, dass ich einen guten Kontakt zu meinem Kind habe. .30*** Mutter: Mein Partner ist mit seiner neuen Lebenssituation als Vater zufrieden. Vater: Ich bin mit meiner neuen Lebenssituation als Vater zufrieden. .37** Tab. 3: Signifikante Zusammenhänge der Ansichten zwischen Vätern und Müttern bezüglich der väterlichen Beziehung zum Kind Anmerkungen: * p < .05; ** p < .01; *** p < .001 (alle Korrelationen zweiseitig) Die Qualität der Bindung aus Vatersicht steht nur gering im Zusammenhang mit dem Gefühl, ein guter Vater zu sein sowie gerne Vater zu sein (-.16* sowie -.24** mit dem Konstrukt „beeinträchtigte Bindung“ [impaired bonding] des PBQ). Auch hier scheint das Temperament in Form des gezeigten Bindungsverhaltens wenig Einfluss auf die eigene Beurteilung als „guter“ Vater zu haben. Väterliches Kompetenzerleben und Bezug zu mütterlichem „Gatekeeping“ (zu Fragestellung 2) Es ergab sich keine Korrelation zwischen Items, die auf mütterliches „Gatekeeping“ hindeuten, und Erleben von Selbstkompetenz der Väter („Ich bin gerne Vater“, „Ich halte mich für einen guten Vater“ und „Ich fühle mich als Vater mit meinem Kind sicher“). Beim Betrachten etwaiger Zusammenhänge zwischen Einstellungen der Mutter, die auf „Gatekeeping“ hindeuten könnten, und der psychischen Belastung beider Eltern ergeben sich kleinere signifikante Korrelationen mit verschiedenen Variablen der psychischen Belastung (Depressivität, Bindung und elterlicher Stress). Diese Zusammenhänge legen erhöhte psychische Belastungen bei erhöhter „Gatekeeping“-Wahrscheinlichkeit nahe, was für beide Elternteile zu beobachten war (siehe Tabelle 4). Die Angaben beider Elternteile, ob es Anzeichen für mütterliches „Gatekeeping“ gebe, hingen in geringerem bis mittlerem Maße zusammen (z. B. Haltung, Aufgaben als Mutter lieber selbst zu übernehmen: .19**). Förderliches mütterliches Verhalten wurde als stärker übereinstimmend beurteilt (z. B. ob die Mutter die Beziehung zum Kind aktiv fördere: .35***). Übereinstimmung elterlicher Ansichten zu Bereichen, die als problematisch erlebt werden (zu Fragestellung 3) Die Wahrnehmung der nach der Geburt angestiegenen Belastung unterscheidet sich zwischen den Geschlechtern (siehe Tabelle 5). Prozentual Väterliches Kompetenzerleben bei Vätern aus psychosozial belasteten Familien 189 Item Väterbogen (Muttersicht) Item Väterbogen (Vatersicht) Item Väterbogen (Vatersicht) Ich habe das Gefühl, meine Partnerin fördert meine Beziehung zum Kind. Meine Partnerin überlässt mir nur ungern den Umgang mit unserem Kind. Wenn ich meinem Partner nicht genau sage, wie er etwas mit dem Kind machen soll, macht er es falsch. -.20** N = 176 .112 N = 181 Mein Partner findet, dass ich seine Beziehung zum Kind fördere. .24*** N = 169 -.08 N = 174 Ich fördere die Beziehung meines Partners zum Kind. .35*** N = 170 -.15* N = 175 Mein Partner weiß nicht wirklich, wie man ein Kind pflegt, deshalb ist es einfacher für mich, es selbst zu tun. -.14* N = 178 .20** N = 183 Ich überlasse meinem Partner nur ungern den Umgang mit dem Kind. -.11 N = 178 .19** N = 181 Ich glaube, mein Partner findet, dass ich ihm vorschreibe, wie er mit dem Kind umgehen soll. -.09 N = 176 .19** N = 181 Mein Partner weiß nicht wirklich, wie man sich mit einem Kind beschäftigt, deshalb ist es einfacher für mich, es selbst zu tun. -.15* N = 176 .19** N = 181 Tab. 4: Zusammenhänge Gatekeeping Anzeichen aus Muttersicht und wahrgenommenes Gatekeeping der Mutter aus Vatersicht Anmerkungen: * p < .05; ** p < .01; *** p < .001 (alle Korrelationen zweiseitig) Item: Ich erlebe folgende Bereiche problematischer als vor der Geburt. Häufigkeiten Mutter Häufigkeiten Vater Partnerschaft Vereinbarkeit von Arbeit und Familie Erwerbslosigkeit Zeit für mich selbst zu finden Freundeskreis Ja: 59,4 % Nein: 37,5 % Ja: 15,6 % Nein: 81,3 % Ja: 31,8 % Nein: 65,1 % Ja: 59,9 % Nein: 37,0 % Ja: 8,3 % Nein: 76,6 % Ja: 31,3 % Nein: 66,1 % Ja: 32,3 % Nein: 65,1 % Ja: 25,5 % Nein: 71,4 % Ja: 43,2 % Nein: 54,2 % Ja: 12,5 % Nein: 71,9 % Tab. 5: Nach der Geburt erlebte Veränderungen der Belastungen Mütter und Väter Anmerkung: fehlende Prozent zu 100 % missing values mehr Mütter nehmen den Bereich „Partnerschaft“ sowie „Zeit für sich selbst zu finden“ als problematischer wahr als vor der Geburt des Kindes (signifikante Werte im Bereich „Vereinbarkeit Arbeit und Familie“, „Zeit für sich selbst finden“ sowie „Freundeskreis“; p < .001). Der Bereich, der die größte Belastung für die Väter bedeutet, ist „Zeit für mich selbst zu finden“ (43,2 %). Die psychische Belastung des Vaters weist nur geringe Zusammenhänge mit der Sicht, ein guter Vater oder gerne Vater zu sein, auf (.19*; Kennwerte der Skalen zur psychischen Belastung in Tabelle 6). Etwas höher sind die Zusammenhänge zwischen der Sichtweise, sich mit dem Kind sicher zu fühlen, und den erfragten potenziellen Belastungsbereichen (-.21**, -.23**, .18*). 190 Andreas Eickhorst, Mariana Rudolf Korrelation Vater Mutter Impaired Bonding EPDS PSI FACES FamBog Bindung (PBQ, Impaired Bonding) .32** 146 .13* 143 .24** 101 -.06 87 -.15* 133 Depressivität (EPDS) .17** 148 .25** 148 .16* 103 .21** 88 -.19** 138 Elterlicher Stress (PSI; drei Unterskalen zus.) .15* 97 .17* 95 .34** 80 .10 63 -.18* 88 Familiäres Funktionsniveau (FACES) .041 92 -.01 91 -.08 53 .22** 67 -.01 85 Familienkohärenz (Familienbogen) -.16** 147 -.19** 147 -.25** 103 .04 91 .37** 136 Tab. 7: Zusammenhänge zwischen den Variablen psychischer Belastung beider Elternteile Anmerkungen: * p < .05; ** p < .01; *** p < .001 (alle Korrelationen zweiseitig) Die generelle psychische Belastung beider Elternteile liegt durchweg bei allen erfassten Feldern im mittleren Bereich. Allerdings liegen die Inter-Korrelationen der erfassten Belastungsvariablen zwischen den Geschlechtern jeweils höher als innerhalb eines Geschlechts: so korrelieren etwa Depressionswerte (EPDS) zwischen den Partnern höher als der Depressionswert der Mutter mit ihrem berichteten elterlichen Stress (PSI). Vergleichsweise hohe signifikante Zusammenhänge zwischen den Urteilen der Partner weisen die Skalen impaired bonding (PBQ), elterlicher Stress (PSI) sowie die Familienkohärenz (Familienbogen) auf (.32**; .34** und .37**; siehe Tabelle 7). Diskussion Elternschaft ist eine komplexe neue Erfahrung, die von Vätern und Müttern durchaus unterschiedlich erlebt wird. Die vorliegende Studie vergleicht, inwiefern Mütter und Väter die gleichen Ansichten hinsichtlich bestimmter Themen teilen: Wie erlebt der Vater seine Vaterschaft, den Kontakt zu seinem Kind und seine eigene Kompetenz in der neuen Rolle? Weitere potenzielle Einflussfaktoren wie psychische Befindlichkeit der Eltern (u. a. Stresserleben), bindungsförderndes oder -verhinderndes mütterliches Verhalten sowie subjektive Alltagsbelastung wurden mit einbezogen. Mutter Vater M ( SD) N M ( SD) N PBQ (Skala Impaired Bonding) EPDS PSI FACES Familienbogen MSC (Maternal self confidence) SOC 4,56 (4,4) 8,1 (6,25) 66,66 (18) 9,4 (5,7) 32,89 (8) 119,3 (16,7) 46,7 (10,4) 161 164 105 101 160 149 161 4,1 (4,0) 5,5 (4,9) 62,6 (18,7) 8,8 (5,5) 34,1 (7,2) - 49,7 (9,0) 160 159 110 97 149 - 151 Tab. 6: Mittelwerte und Standardabweichungen der Skalen psychischer Belastung für Mütter und Väter Väterliches Kompetenzerleben bei Vätern aus psychosozial belasteten Familien 191 Bedeutung des väterlichen Kompetenzerlebens Den Vater in seiner Rollenfindung zu unterstützen, scheint in Zeiten, in denen die Anforderung vom „reinen Versorger“ zu immer komplexeren Aufgaben hin gehen, wichtig. Positives Erleben der neuen Rolle kann allgemeines Wohlbefinden und Partnerschaftszufriedenheit begünstigen. Können sich die Eltern gegenseitig hinsichtlich Befindlichkeit und vorhandener Unsicherheiten gut einschätzen, scheint gegenseitige Unterstützung leichter machbar und Konflikte weniger wahrscheinlich bzw. besser lösbar. Wird die Belastung des Partners in der Elternrolle nicht erkannt, droht zusätzliche Überforderung durch erlebtes Unverständnis. Die folgenden Faktoren haben sich in der vorliegenden Studie als bedeutende Einflussgrößen erwiesen: Väterliche Kompetenz aus Innen- und Außensicht Die vorliegenden Ergebnisse mit dem Fokus auf der Situation des Vaters legen nahe, dass Mütter deren innere Befindlichkeit nur mäßig gut einschätzen können. Selbstwertbezogene Bewertungen, z. B. ob sich der Vater für einen guten Vater halte, weisen entgegen der Erwartung keinen Zusammenhang zwischen den Elternteilen auf. Zufriedenheit mit der Vaterrolle wird von beiden Elternteilen höher übereinstimmend eingeschätzt (.37**). Eine als positiv erlebte Beziehung zum Kind oder die aktive Einbringung im Sinne von Versorgungsaufgaben scheint damit nicht in Zusammenhang zu stehen. Für die Sichtweise, sich für „einen guten Vater“ zu halten (bzw. zu denken, dass der Partner sich für einen guten Vater halte), scheint mehr nötig zu sein, als die Beziehung mit dem Kind als positiv zu erleben oder Versorgungsaufgaben erfolgreich zu übernehmen. Zu vermuten ist, dass auch subjektiv erlebte Aspekte der Partnerschaft und das Gefühl, eine Familie zu sein und für diese als Familienvater auch sorgen zu können, Einfluss darauf nehmen. Die Datenlage zeigt, dass väterliche Zufriedenheit mit der Elternrolle oder eine als eingeschränkt wahrgenommene Bindung nur gering mit dem Temperament des Kindes zusammenhängt (niedrige Korrelation der Einschätzung des Kindes als leicht erregbar, schwer zu trösten oder generell zurückhaltend mit der Zufriedenheit als Vater und der Einschätzung der Bindung als eingeschränkt). Als „schwierig“ wahrgenommene Kinder können es einerseits erschweren, eine selbstwertstärkende Identität als „guter Vater“ zu entwickeln, und wenig selbstbewusste Väter könnten andererseits ihre Kinder wiederum als schwieriger wahrnehmen. Eine geringe Korrelation zwischen Temperament des Kindes und Vater-Selbstbild deutet aber an, dass ein als unbeschwert erlebter Kontakt nicht Voraussetzung für Kompetenzerleben und Freude an der Vaterrolle sein muss. Mutterrolle: Förderin oder Saboteurin der väterlichen Kompetenz? Es ergaben sich entgegen der Erwartung keine signifikanten Korrelation zwischen Items, die auf mütterliches „Gatekeeping“ hindeuten, und der subjektiven Kompetenz des Vaters. Geringe Zusammenhänge bestehen zur psychischen Belastung beider Elternteile. Die „Gatekeeping“- Haltung der Mutter korreliert nur gering mit der Wahrnehmung der Väter diesbezüglich und scheint daher nicht bewusst als hinderlich wahrgenommen zu werden. Förderndes Verhalten der Mütter ist aus Mutter- und Vatersicht stärker repräsentiert. Ein hoher Anteil der Väter der Studie bereitete sich laut eigenen Angaben aktiv auf die Vaterschaft vor, was sich positiv auf die Einstufung der Mütter, den Partner als unterstützend wahrzunehmen, ausgewirkt haben könnte. Die Daten legen nahe, dass die Befindlichkeit des Vaters stärker durch bindungsförderliches Verhalten der Mutter als durch hinderliches beeinflusst zu sein scheint. Ebenso ist „Gatekeeping“-Verhalten eher in allgemein belasteten Familien zu beobachten. Diese Tatsache sowie potenzielle Folgen des Verhaltens sollten in multipel belasteten Familien auf Helferseite bewusst gemacht und in die unterstützende Arbeit mit einbezogen werden. 192 Andreas Eickhorst, Mariana Rudolf Psychisches Befinden von Vater und Mutter im Vergleich und Zusammenhänge zum väterlichen Kompetenzerleben Subjektiv berichtete Belastung in verschiedenen Bereichen (elterlicher Stress, Depressivität, Gefühl des Familienzusammenhaltes) weist nur geringe Zusammenhänge mit der Auffassung, ein „guter Vater zu sein“ oder gerne Vater zu sein, auf: Auch psychisch belastete Väter können sich als kompetente Väter wahrnehmen. Die Tatsache, dass psychische Belastungen in dieser Stichprobe stärker zwischen den Eltern als innerhalb der Person korrelieren, verweist auf den Einfluss der geteilten Umwelt auf die erlebte Belastung. Dies legt Implikationen für die Praxis nahe: Gerade Eltern mit als interaktionell problematisch wahrgenommenen Kindern erleben schneller elterlichen Stress, der oftmals mit einer beeinträchtigten Bindung zum Kind einhergeht (Lupien, McEwen, Gunnar & Heim, 2009). Dies war auch in der vorliegenden Stichprobe zu beobachten. Externe Stressoren - auch als anstrengend erlebte Kinder - scheinen stärker mit emotionaler Belastung verknüpft als „abstrakte“ Einstellungen (z. B. Konzept des „guten Vaters“). Elternschaft als Veränderung aller Lebensbereiche - Haben beide Eltern „das gleiche Los gezogen“? Prozentual erleben Mütter im Vergleich zu den Vätern nach der Geburt eher Bereiche wie Partnerschaft oder Zeit für sich selbst zu haben häufiger als verschlechtert; Väter hingegen Vereinbarkeit von Arbeit und Familie. Nahezu alle Mütter befanden sich zum Zeitpunkt der Befragung in Elternzeit, womit der größte Anteil ihres Alltags am Kind orientiert war. Die Anforderung an „neue“ Väter, in der heutigen Zeit gefühlt verschiedenen Ansprüchen gerecht werden zu müssen (materielle und gleichzeitig emotionale Versorgung), wird als belastend erlebt. Auch die geleistete finanzielle Versorgung scheint die Wahrnehmung als „guter Vater“ mitzuformen. Berufstätige Väter jedoch bewerteten die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie nicht automatisch als schwieriger. Implikationen und Fazit Insgesamt ergibt sich das Bild, dass die subjektive Sicht, ein guter Vater zu sein, von verschiedensten Einflussfaktoren abhängt und sich das väterliche Selbst-Erleben nicht zwangsläufig im Blick der Partnerin widerspiegelt. Potenzielles „Gatekeeping“ von Mutterseite als Auslöser oder Folge „fehlender Kompetenz“ des Vaters spielte in der vorliegenden Studie eine untergeordnete Rolle, möglicherweise auch deswegen, da Väter dieser Stichprobe die Mütter genereller selten als „Gatekeeping“-zeigend wahrgenommen haben. Auch eine allgemeine psychische Belastung in Form von Stress oder Depressivität hängt mit väterlicher Kompetenz in Fremd- und Selbstwahrnehmung nur gering zusammen. Elternpaare stimmen in Bereichen, die der Wahrnehmung direkter zugänglich sind (z. B. Temperament des Kindes), stärker überein. Die Daten geben wieder, dass neben Belastungsfaktoren das Kind betreffend (z. B. schwieriges Temperament) u. a. mangelnde Möglichkeiten der Selbstfürsorge und die Herausforderung der Balance-Findung zwischen „alter“ und „neuer Rolle“ als Belastungen wahrgenommen werden. Obwohl der Fokus der Auswertung auf der Situation der Väter lag, scheint dies ebenso für die Lage der Mutter zuzutreffen, für die sich insbesondere im frühen Alter der Kinder bei „klassischer“ Rollenaufteilung der Ablauf des Alltags stärker ändert. Die Sicht, auch außerhalb der „Funktion als Elternteil“ noch eine Bedeutung als Partner*in, Individualperson, sowie Erwerbstätige*r zu haben, stellte sich als subjektiv erschwert heraus. Dies impliziert, dass breiter angelegte Unterstützungsangebote, wie z. B. aufsuchende Hilfe oder Elternkurse, notwendig sind, die mehr als „reine Versorgungsaspekte“ beinhalten und auch auf die Paarbeziehung und emotionale Belastungen eingehen. Wird hierbei Verständnis für die Situation und das emotionale Befinden des Partners/ der Partnerin erzeugt, können Konflikte umfassender gelöst und eine mögliche Über- oder Unterforderung gemeinsam bearbeitet werden. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig, dass die Inanspruchnahme Väterliches Kompetenzerleben bei Vätern aus psychosozial belasteten Familien 193 von „klassischen“ Elternkursen, welche stärker auf das Kind und somit auf Aspekte der Versorgung bezogen sind, höher ist. Selbstfürsorge im engeren Sinne und Förderung der Partnerschaftszufriedenheit scheint aus Sicht der Eltern somit zunächst zweitrangig. Ein Einbringen dieser Themen in Kontakte zu werdenden Eltern, z. B. im Rahmen der Geburtsvorbereitung, der ärztlichen Termine oder in der Kontaktaufnahme mit den zukünftig betreuenden Hebammen kann daher dazu beitragen, potenzielle Belastungen frühzeitig „auf den Tisch“ zu bringen, diese möglichst gering zu halten und ein Klima des offenen Austausches zu schaffen. Einschränkungen der Studie Da die verwendeten Fragebogenpakete nur von deutschsprachigen Elternteilen bzw. Eltern mit gewissen Deutsch-Grundkenntnissen ausgefüllt werden konnten, ist der Einfluss der Ansichten von Eltern mit anderem kulturellen Hintergrund nur gering vertreten. Ebenso ist anzunehmen, dass motivationale Faktoren und soziale Erwünschtheit (trotz angekündigter Anonymisierung der Daten) eine Rolle bei der Beantwortung der Fragen gespielt haben und „eher kooperative“ Väter an der Befragung teilgenommen haben könnten. Möglicherweise sind die Rollenbilder und der Anteil der Versorgung, die der Vater übernimmt, konservativer. Eine weitere Einschränkung ergibt sich aus der Verwendung von Einzelitems hinsichtlich des Erlebens als Vater anstelle einer psychometrisch valide konstruierten Skala. Bei der Interpretation der Ergebnisse und ihres Signifikanzniveaus sind die Summierung von Einzelitems sowie die explorative Natur der Studie immer zu beachten. Trotz dieser Einschränkungen können die berichteten Ergebnisse als relevant für die Väterforschung angesehen werden, da durch die Studie erste Einblicke in ein wenig beforschtes Feld (väterliche Einstellungen zum Erleben der Vaterschaft in psychosozial belasteten Familien bzw. den Frühen Hilfen allgemein; vgl. Eickhorst, 2009) als auch weiterführende Anregungen für Folgestudien in diesem Bereich möglich werden. Anschließende Forschung sollte die oben genannten Einschränkungen aufgreifen und weitere Differenzierungen möglich machen. Literatur Adler, S., Frevert, G., Cierpka, M., Pokorny, D. & Strack, M. (1994). Wie wird das wohl zu dritt alles werden? 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