eJournals Psychologie in Erziehung und Unterricht70/1

Psychologie in Erziehung und Unterricht
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0342-183X
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/peu2023.art04d
3_070_2023_1/3_070_2023_1.pdf11
2023
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Empirische Arbeit: Zusammenwirken von familiärem Risiko und Merkmalen der Kindertagesstätte und pädagogischer Fachkräfte auf sozial-emotionale Probleme bei unter Dreijährigen: Bedeutung für die Resili

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2023
Niklas Ortelbach
Jennifer Gerlach
Ina Bovenschen
Charlotte Peter
Bei Eintritt in die Tagesbetreuung stellt sich bei Kindern mit familiären Belastungsfaktoren (z.B. Armut, niedrige elterliche Bildung) die Frage, inwiefern diese von Resilienz fördernden außerfamiliären Beziehungsangeboten profitieren. An einer Stichprobe von 353 Kindern (52,9% Jungen, Alter: M=27.1 Monate), deren Eltern Angaben zu familiären Risikofaktoren machten, wurde diese Fragestellung untersucht. Die zuständigen pädagogischen Fachkräfte (N=56) aus 47 Kindertagesstätten beurteilten die sozial-emotionalen Kompetenzen und Probleme der Kinder und machten Angaben zu Merkmalen der Einrichtung sowie zu ihrer beruflichen Situation, Belastung und Selbstwirksamkeitserwartung. In Mehrebenen-Regressionsmodellen sagte die Anzahl proximaler (jedoch nicht distaler) Risikofaktoren die kindlichen sozial-emotionalen Probleme vorher, und dieser Zusammenhang wurde durch die Fachkraft-Selbstwirksamkeit moderiert. Die sozial-emotionalen Kompetenzen wurden neben Alter und Geschlecht der Kinder nur von der Fachkraft-Selbstwirksamkeit vorhergesagt. Die Bedeutung der Selbstwirksamkeitserwartung pädagogischer Fachkräfte für die Resilienzförderung in der Kindertagesstätte durch universelle Präventionsprogramme wird abschließend diskutiert.
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n Empirische Arbeit Psychologie in Erziehung und Unterricht, 2023, 70, 35 -46 DOI 10.2378/ peu2023.art04d © Ernst Reinhardt Verlag Zusammenwirken von familiärem Risiko und Merkmalen der Kindertagesstätte und pädagogischer Fachkräfte auf sozial-emotionale Probleme bei unter Dreijährigen: Bedeutung für die Resilienzförderung in der Kindertagesstätte Niklas Ortelbach 1 , Jennifer Gerlach 2 , Ina Bovenschen 2, 3 , Charlotte Peter 4 , Christoph Liel 3 , Herbert Scheithauer 1 1 Freie Universität Berlin 2 Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg 3 Deutsches Jugendinstitut e.V., München 4 Papilio gGmbH Augsburg Zusammenfassung: Bei Eintritt in die Tagesbetreuung stellt sich bei Kindern mit familiären Belastungsfaktoren (z. B. Armut, niedrige elterliche Bildung) die Frage, inwiefern diese von Resilienz fördernden außerfamiliären Beziehungsangeboten profitieren. An einer Stichprobe von 353 Kindern (52,9 % Jungen; Alter: M = 27.1 Monate), deren Eltern Angaben zu familiären Risikofaktoren machten, wurde diese Fragestellung untersucht. Die zuständigen pädagogischen Fachkräfte (N = 56) aus 47 Kindertagesstätten beurteilten die sozial-emotionalen Kompetenzen und Probleme der Kinder und machten Angaben zu Merkmalen der Einrichtung sowie zu ihrer beruflichen Situation, Belastung und Selbstwirksamkeitserwartung. In Mehrebenen-Regressionsmodellen sagte die Anzahl proximaler (jedoch nicht distaler) Risikofaktoren die kindlichen sozial-emotionalen Probleme vorher, und dieser Zusammenhang wurde durch die Fachkraft-Selbstwirksamkeit moderiert. Die sozialemotionalen Kompetenzen wurden neben Alter und Geschlecht der Kinder nur von der Fachkraft- Selbstwirksamkeit vorhergesagt. Die Bedeutung der Selbstwirksamkeitserwartung pädagogischer Fachkräfte für die Resilienzförderung in der Kindertagesstätte durch universelle Präventionsprogramme wird abschließend diskutiert. Schlüsselbegriffe: Familiäre Risikofaktoren, sozial-emotionale Probleme, Erzieher*innenmerkmale, Resilienzförderung, Kleinkindalter Interaction of family risk and child care as well as early child care providers’ characteristics on toddlers’ social-emotional problems: Relevance for promoting resilience in kindergarten Summary: Children with family risk factors (e. g. poverty, low parental education) may benefit from high quality early day-care. This study investigated a sample of 353 toddlers (52.9 % boys; age: M = 27.1 months) whose parents provided information on family risk factors. Professionals (N = 56) from 47 day-care centers assessed the children’s social-emotional competencies and problems and provided information on characteristics of the day-care center, their occupational situation, and self-efficacy. In multi-level regression models, the number of proximal (but not distal) risk factors predicted the toddlers’ social-emotional problems, and this relationship was moderated by caregiver self-efficacy. In addition to child age and gender, social-emotional competencies were predicted only by professionals’ self-efficacy. To conclude, the relevance of early day-care providers’ self-efficacy for the promotion of resilience through universal prevention programs is discussed. Keywords: Family risk, social-emotional problems, early day-care, resilience promotion 36 Niklas Ortelbach et al. Sozial-emotionale Entwicklung, Risikofaktoren und Resilienz im Kleinkindalter Der Erwerb sozial-emotionaler Kompetenzen sowie die Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten, die die Entwicklung sozial-emotionaler Kompetenzen begünstigen, stellen Meilensteine der kindlichen Entwicklung in den ersten Lebensjahren dar (Thompson, 2006). Frühe sozial-emotionale Kompetenzen von Kindern (z. B. Joint attention und Empathie) sind langfristig bedeutsam, da sie unter anderem positive Auswirkungen auf die kognitive Entwicklung und Schulleistungen (u. a. Briggs-Gowan & Carter, 2008), Gesundheit und Wohlbefinden im Erwachsenenalter (u. a. Jones, Greenberg & Crowley, 2015) oder späteren Berufserfolg (Goodman, Joyce & Smith, 2011) haben können. Die Entwicklung sozial-emotionaler Kompetenzen kann somit als Folge und gleichzeitig als Auslöser von positiven Entwicklungsprozessen verstanden werden, welche die kognitive, soziale und emotionale Anpassung im Lebenslauf erhöhen (Garmezy, Masten, Nordstrom & Farrarese, 1979). Die Entwicklung sozial-emotionaler Kompetenzen ist vor besondere Herausforderungen gestellt, wenn Kinder unter schwierigen Bedingungen aufwachsen. Belsky (1984) nimmt dabei an, dass distale familiäre Risikofaktoren wie Armut oder niedrige Bildung indirekt wirken, indem sie dem Kind eher näherliegende (proximale) Faktoren, z. B. das Verhalten der Bezugspersonen, beeinflussen. Solche proximalen Risikofaktoren wirken sich wiederum direkt auf die kindliche Entwicklung aus (Scheithauer, Niebank & Petermann, 2000). Eine Vielzahl empirischer Studien (für einen Überblick vgl. z. B. Masten, 2018) zeigt jedoch, dass eine Gruppe von Menschen selbst nach extrem aversiven Erfahrungen zunächst keine klinisch relevanten emotionalen und sozialen Probleme aufweist und/ oder sich altersangemessen entwickelt. Die „Resilienz“, die Widerstandsfähigkeit eines Individuums im Umgang mit vorhandenen Belastungen als positive Anpassungsleistung, wird dabei durch das Zusammenspiel von risikoerhöhenden Bedingungen und risikomildernden Bedingungen erklärt (Scheithauer & Petermann, 1999). Diese risikoerhöhenden und -mildernden Bedingungen können ihren Ursprung in dispositionalen Merkmalen, situativen und kulturellen Kontexten, dem familiären Umfeld sowie im außerfamiliären Umfeld haben (Scheithauer & Petermann, 1999). Bedeutsam aufseiten der risikomildernden Bedingungen ist dabei die Unterscheidung von promotiven Faktoren, die direkt die Wahrscheinlichkeit positiver Entwicklungsoutcomes erhöhen, und protektiven Faktoren (Schutzfaktoren), die die Wirkung risikoerhöhender Bedingungen abpuffern (Lösel & Farrington, 2012). Die Familie und die Kindertagesstätte als relevante Entwicklungskontexte Da Kinder, die familiären Belastungen ausgesetzt sind, ein erhöhtes Risiko für sozial-emotionale Probleme aufweisen (Whittaker, Harden, See, Meisch & Westbrook, 2011), rücken insbesondere bei diesen Kindern Entwicklungskontexte außerhalb der Familie, wie beispielsweise Kindertagesstätten, als Möglichkeit zur Förderung kindlicher Resilienz in den Vordergrund (vgl. Scheithauer & Petermann, 2000). Dies ist bedeutsam, da bei psychosozial hoch belasteten Familien in Deutschland die Kenntnis und Inanspruchnahme präventiver, entwicklungsförderlicher Maßnahmen aus dem Bereich der Frühen Hilfen deutlich geringer ausgeprägt sind als in weniger belasteten Familien (Eickhorst et al., 2016) und im Rahmen außerfamiliärer Tagesbetreuung viele Kinder aus unterschiedlichen Herkunftsbedingungen erreicht werden können. Vorhandene Forschungsbefunde legen nahe, dass die qualitativen Merkmale der Betreuung in der Einrichtung entscheiden, ob die außerfamiliäre Betreuung tatsächlich entwicklungsförderlich ist (NICHD Early Child Care Research Network, 2002; Tietze et al., 2013) und somit als Schutzfaktor bei vorhandenen Risiken fungieren kann. Als zentral wird dabei das Interaktionsverhalten der pädagogischen Fachkräfte angesehen. Ergänzend dazu wird angenommen, dass auch Merkmale der Fachkräfte (z. B. ihre Arbeitszufriedenheit) die Interaktionsqualität Familiäres Risiko und sozial-emotionale Probleme in der Kindertagesstätte 37 und (vermittelt über ihr Interaktionsverhalten) die kindliche Entwicklung vorhersagen (Wertfein, Spies-Kofler & Becker-Stoll, 2009). Im Hinblick auf die Vorhersage des Interaktionsverhaltens der Fachkräfte zeigten sich für positives Interaktionsverhalten der Fachkräfte häufig positive Zusammenhänge mit einer hohen beruflichen Qualifikation (Howes, 1997; NICHD Early Child Care Research Network, 2002; Tietze et al., 2013), einer großen Berufserfahrung (De Schipper, Riksen-Walraven & Geurts, 2007; Ota, Baumgartner & Berghout Austin, 2013) und geringerem Stresserleben (Jeon, Buettner, Grant & Lang, 2019; Rusby, Jones, Crowley & Smolkowski, 2013). Zudem erwies sich eine hohe Selbstwirksamkeit pädagogischer Fachkräfte als prädiktiv für lernförderliches Fachkraft-Verhalten (Fantuzzo et al., 2012; Perren et al., 2017). In Bezug auf die Wirkung struktureller Merkmale der Kindertagesstätten zeigten bisherige Studien, dass insbesondere eine außerfamiliäre Betreuung in kleineren Gruppen positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden und Sozialverhalten der Kinder sowie auf die Fachkraft- Kind-Bindung hat (Ahnert, Pinquart & Lamb, 2006; Vermeer & van Ijzendoorn, 2006). Weiterhin zeigten sich verschiedentlich auch ein niedriger Fachkraft-Kind-Schlüssel und das Gruppenkonzept (mit tendenziell positiven Outcomes für offene Gruppenarbeit) mit positiven kindlichen Entwicklungsoutcomes wie kognitiven und sozialen Kompetenzen assoziiert (Howes, 1997; NICHD Early Child Care Research Network, 2002; Tietze et al., 2013). Das Interaktionsverhalten der Fachkräfte wird dabei häufig als Mediator zur Vermittlung der Qualitätsmerkmale der Einrichtungen auf die kindlichen Entwicklungsoutcomes aufgefasst. Über direkte und mediierte Effekte hinaus weisen erste Befunde auch auf eine mögliche Pufferfunktion hin: So fanden Wustmann-Seiler und Kollegen (2017), dass eine hohe Interaktionsqualität sowie gute räumlich-materielle Ressourcen der Einrichtung negative Auswirkungen des familiären Risikos auf internalisierende Verhaltensprobleme von Kindern abmildern können. Zusammenfassend zeigt bisherige Forschung, dass sowohl Faktoren im familiären Kontext als auch Merkmale der außerfamiliären Betreuung die sozialemotionale Entwicklung der Kinder beeinflussen können. Erste Befunde weisen auch darauf hin, dass Faktoren in der außerfamiliären Betreuung bei vorhandenen Risiken im familiären Umfeld protektiv wirken können. Die vorliegende Studie Anknüpfend an den aktuellen Forschungsstand soll in der vorliegenden Studie das Zusammenwirken von familiärem Risiko und Merkmalen der Kindertagesstätte bzw. der pädagogischen Fachkräfte auf die sozial-emotionale Entwicklung von unter Dreijährigen in der Krippenbetreuung in den Blick genommen werden. Dazu wird untersucht, inwieweit das familiäre Risiko - distale und proximale Faktoren - die sozial-emotionalen Probleme und Kompetenzen unter dreijähriger Kinder vorhersagen. Weiterhin soll analysiert werden, inwieweit Merkmale der Kindertagesstätte (Größe der Einrichtung, Gruppenkonzept, Gruppengröße, Betreuungsschlüssel) und der pädagogischen Fachkräfte (Berufsausbildung, Berufserfahrung, Belastungserleben, Selbstwirksamkeitserwartung) die sozial-emotionalen Probleme und Kompetenzen der Kinder vorhersagen. Schließlich soll beantwortet werden, inwiefern positive Merkmale der außerfamiliären Betreuung (Merkmale der Einrichtung und der Fachkräfte) die Auswirkungen von elterlichem Risiko auf die sozial-emotionalen Probleme und Kompetenzen der Kinder moderieren. Methode Stichprobe Die Stichprobe umfasste 56 pädagogische Fachkräfte (Alter M = 34.3 Jahre, SD = 10.6; Berufserfahrung M = 10.5 Jahre, SD = 10.4; 100 % weiblich) aus 47 Kindertagesstätten. Die Fachkräfte machten im Mittel Angaben zu 10.1 Kindern ihrer Gruppe (insgesamt 565 Kinder; 52,9 % Jungen; Alter: M = 27.1 Monate, SD = 7.7), davon lagen für 353 (62,5 %) Kinder die Daten aus den Elternfragebögen vor. 38 Niklas Ortelbach et al. Durchführung Die Daten entstammen dem ersten Messzeitpunkt der Evaluationsstudie des Programms Papilio-U3 1 (Ortelbach, Gerlach, Bovenschen, Peter & Scheithauer, 2018) zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen und der Bindungssicherheit von unter Dreijährigen in Krippen. Dafür wurden 125 pädagogische Fachkräfte aus 57 Kindertagesstätten in Berlin, Brandenburg, Bayern und Nordrhein-Westfalen akquiriert, von denen schließlich 100 Fachkräfte aus 50 Einrichtungen an allen Messzeitpunkten der begleitenden Evaluationsstudie mit randomisiertem Kontrollgruppendesign teilnahmen (Convenience Sample). Für die Analysen wurden pro Krippengruppe die Angaben einer Fachkraft ausgewählt, die jeweils die Bezugsfachkraft zweier zufällig ausgewählter und im Lauf der Evaluationsstudie genauer untersuchter Indexkinder war. Nach einer Aufklärung über den Ablauf der Studie holten die Fachkräfte das Einverständnis der Eltern der Kinder ihrer Gruppe ein, bei Nicht-Zustimmung nahm das Kind an der Studie nicht teil. Den Fachkräften wurden Fragebögen mit Angaben zu sich selbst und den Kindern der Gruppe (bzw. ein Link zur Beantwortung des äquivalenten Onlinefragebogens) ausgehändigt. Darüber hinaus wurden sie gebeten, den Fragebogen für die Eltern an diese weiterzuleiten. Alle Fragebögen wurden nach dem Ausfüllen von den Befragten an die beteiligten Forschungsinstitutionen zurückgesendet. Die Studie wurde positiv von der Ethikkommission der Freien Universität Berlin begutachtet. Erhebungsinstrumente Risikoindex Das Ausmaß psychosozialer Belastungen in der Familie wurde per Selbstbericht der Eltern in Anlehnung an den Fragebogen der Studie „Kinder in Deutschland - KiD 0 - 3“ (Lorenz, Ulrich, Sann & Liel, 2020; Lorenz, Ulrich, Kindler & Liel, 2020) erhoben. Die hier verwendete adaptierte Version des Fragebogens erfasst 11 vom Kind aus gesehen distale Risikofaktoren (Armut, Beengte Wohnverhältnisse, Arbeitslosigkeit, Alleinerziehender Elternteil, Migrationshintergrund, Niedriger Bildungsstand, Misshandlungs- oder Vernachlässigungserfahrung der Bezugsperson in der Kindheit, Frühe Mutterschaft, Anzahl der Geschwister > 2, Psychische Erkrankung oder Substanzmissbrauch eines Elternteils), von denen in der untersuchten Stichprobe im Mittel 1.1 (SD = 1.3) vorlagen. Außerdem wurden 13 proximale Risikofaktoren aufseiten der Eltern (Lautstarke Auseinandersetzungen zwischen den Eltern, Uneinigkeit in der Erziehung, Partnerschaftsgewalt, Aktuelle Depressivität/ Angstsymptomatik der Befragungsperson, Negative Haltung der Mutter zum Kind während der Schwangerschaft, Negative Erziehungseinstellungen und Erziehungsmethoden, Stress bzw. Überbelastung, Fehlende soziale Unterstützung) und aufseiten des Kindes (Schlechter Gesundheitsstatus, Frühgeburt bzw. niedriges Geburtsgewicht, Erhöhte Fürsorgeanforderungen, Niedrige Selbstregulation und hoher negativer Affekt, Erfahrene Misshandlung, Vernachlässigung oder miterlebte Partnergewalt) untersucht, mit einer mittleren Häufigkeit von 1.7 (SD = 1.4) in der vorliegenden Stichprobe. Durch Aufsummieren der jeweils durch einzelne oder mehrfache Items oder Instrumente erfassten dichotomen Risikofaktoren wurden zwei kumulative Risikoindizes zur Abbildung der distalen und proximalen Risikodimension gebildet (siehe auch Evans, Li & Whipple, 2013). Der Range beider Risikoindizes in der vorliegenden Stichprobe betrug 0 bis 6. Sozial-emotionale Probleme und Kompetenzen der Kinder Die Erfassung kindlicher Verhaltensprobleme und sozial-emotionaler Kompetenzen erfolgte über die deutsche Version des Brief Infant-Toddler Social and Emotional Assessment (BITSEA; Briggs-Gowan, Carter, Irwin, Wachtel & Cicchetti, 2004) für pädagogische Fachkräfte zur Einschätzung von Kindern im Alter von 12 bis 36 Monaten. Frühe sozial-emotionale Probleme und Verhaltensauffälligkeiten werden mit je einer Subskala Probleme (M = 0.32, SD = 0.25, Cronbachs Alpha = .81; z. B. „Wird oft sehr wütend.“) und Kompetenzen (M = 1.29, SD = 0.42, Cronbachs Alpha = .83; z. B. „Befolgt Regeln.“) erfasst, deren 23 bzw. 11 Items jeweils gemittelt wurden. Die Fachkräfte schätzten das Verhalten der Kinder in den letzten vier Wochen auf einer 3-stufigen Antwortskala ein (nicht zutreffend/ selten - sehr zutreffend/ oft). Die Anwendbarkeit, Reliabilität und Validität des BITSEA zur Erfassung sozial-emotionaler und Verhaltensproble- 1 Das Programm haben die BARMER als Entwicklungspartner, die Papilio gGmbH als Projektträger, die Freie Universität Berlin (Univ.-Prof. Dr. Herbert Scheithauer, Experte für Prävention, und Team) und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Dr.in Ina Bovenschen, Expertin für Bindung, und Team) 2017 bis 2020 entwickelt und evaluiert. Familiäres Risiko und sozial-emotionale Probleme in der Kindertagesstätte 39 me gelten international als belegt, so korrelierten in vergangenen Studien die gemessenen Problemwerte mit internalisierenden/ externalisierenden Verhaltensauffälligkeiten und Dysregulation sowie die gemessenen Kompetenzwerte mit Indikatoren früher sozial-emotionaler Kompetenzen wie Compliance oder Aufmerksamkeit (Briggs-Gowan & Carter, 2007; Kruizinga et al., 2012). Merkmale der Kindertagesstätte und pädagogischen Fachkräfte Zur Untersuchung des Einflusses von Merkmalen der Kindertagesstätten machten die Leitungen der Einrichtungen Angaben zur Größe der Einrichtung (Anzahl der Gruppen, Range 1 - 6), zum Gruppenkonzept (geschlossen, teiloffen, offen) und durchschnittlichen Betreuungsschlüssel (Range 1 : 2.5 - 1 : 8.75), sowie die Fachkräfte zur Anzahl der Kinder der Gruppe (Range 6 - 24). Als Merkmale der Fachkräfte wurden die Berufsausbildung (Kinderpflegerin, Erzieherin, Höhere oder Zusatzqualifikation), Berufserfahrung (in Jahren) sowie berufliche Belastung und Selbstwirksamkeitserwartung erhoben. Die Erhebung der beruflichen Belastung erfolgte mit der 15 Items umfassenden Skala BEL (5-stufig; trifft gar nicht zu - trifft völlig zu) von Enzmann und Kleiber (1989; M = 1.97, SD = 0.49, Cronbachs Alpha = .81). Zur Erfassung der Selbstwirksamkeitserwartung wurde die für die vorliegende Untersuchung adaptierte Skala individuelle Lehrerselbstwirksamkeit von Schwarzer und Jerusalem (1999) verwendet (M = 3.38, SD = 0.29, Cronbachs Alpha = .64). Hierfür wurden die Fachkräfte gebeten, 10 Items auf einer 4-stufigen Skala (stimmt nicht - stimmt genau) zu bewerten. Statistische Datenanalyse Fehlende Werte auf Einzelitems der BITSEA-Subskalen und Instrumenten auf Fachkraft-Ebene gingen über Ipsative Mean Imputation in die Skalenmittelwerte ein. Missings auf familiären Risikofaktoren wurden bei der Indexerstellung berücksichtigt, indem maximal drei fehlende Faktoren pro Index (distal bzw. proximal) zugelassen und durch den Mittelwert der Risikofaktoren, für die Angaben vorlagen, ersetzt wurden und dann auf ganze Zahlen gerundet wurde. Aufgrund des unvollständigen Rücklaufs der Elternfragebögen wurde eine Missing-Analyse durchgeführt und geprüft, ob sich Kinder mit und ohne vorliegende Elterndaten auf den untersuchten Outcomes unterschieden: Kinder, für die kein Elternfragebogen vorlag, hatten höhere BITSEA-Problemscores, t (542) = 3.31, p < .01, für den BITSEA-Kompetenzscore zeigte sich kein Unterschied, t (537) = - 0.87, p = n. s.. Für die Mehrebenenanalysen wurden alle Fälle mit vollständigen Daten auf allen Prädiktoren und dem jeweiligen Outcome (N = 56 pädagogische Fachkräfte, N = 336 Kinder für den Problemscore bzw. N = 331 Kinder für den Kompetenzscore) berücksichtigt. In einem ersten Analyseschritt wurden die potenziellen Prädiktoren mit den Outcomes korreliert. Die mit den Outcomes assoziierten Variablen wurden als Prädiktoren für Mehrebenenanalysen verwendet, da die Stichprobe eine Mehrebenenstruktur aufwies. Hierfür wurden lineare gemischte Modelle auf der Basis restriktiver bzw. nicht restriktiver Maximum- Likelihood-Schätzungen zum Vergleich von Modellen mit zufälligen bzw. festen Effekten berechnet. Es wurden jeweils alle Modelle getrennt für die beiden Outcomes BITSEA Problemscore und BITSEA Kompetenzscore spezifiziert. Die Berechnung der deskriptiven Statistiken erfolgte mit IBM SPSS Statistics, für die weiteren Analysen wurden R (Version 3.6.1) und die R-Pakete lme4 (Bates, Maechler, Bolker & Walker, 2015), lmerTest (Kuznetsova, Brockhoff & Christensen, 2017) und interactions (Long, 2019) verwendet. Ergebnisse Sozial-emotionale Probleme Für beide Outcome-Variablen, sozial-emotionale Probleme und Kompetenzen, sind die Korrelationen mit allen potenziellen Prädiktoren Tabelle 1 zu entnehmen. Die Fachkräfte berichteten höhere Problemscores, je jünger die Kinder waren, je mehr proximale familiäre Risikofaktoren vorlagen, bei offener Gruppenarbeit und je geringer die (Fachkraft-)Selbstwirksamkeitserwartung ausgeprägt war. Diese Variablen wurden dementsprechend als potenzielle Level 1- (Alter der Kinder und proximales Risiko) bzw. Level 2-Prädiktoren (Gruppenkonzept und Fachkraft-Selbstwirksamkeit) für die Mehrebenenanalysen ausgewählt. Tabelle 2 fasst die Kennwerte der finalen Modelle jedes Schrittes des Modellbildungsprozesses zusammen. 40 Niklas Ortelbach et al. Modell Nullmodell Level 1-Prädiktor (Random Intercept) Level 1-Prädiktor (Random Slope) Level 2-Prädiktor (Random Slope) Cross-Level- Interaktion Feste Effekte Intercept Proximaler Risikoindex Selbstwirksamkeit (Fachkraft), zentriert Proximaler Risikoindex × Selbstwirksamkeit 0.30 (0.02)*** 0.26 (0.02)*** 0.02 (0.01)* 0.27 (0.02)*** 0.02 (0.01)* 0.27 (0.02)*** 0.02 (0.01)* -0.08 (0.07) 0.27 (0.02)*** 0.02 (0.01)* 0.00 (0.08) -0.06 (0.03) + Zufällige Effekte σ² e σ² u0 σ² u1 0.04 0.02 0.04 0.02 0.04 0.01 0.00 0.04 0.01 0.00 0.04 0.01 0.00 Deviance -93.69 -99.39 -101.16 -102.41 -106.28 p (χ²) AIC BIC R² m / R² c -87.69 -76.24 - / .303 < .05 -91.39 -76.12 .013 / .316 - a) -89.16 -66.26 .012 / .332 n.s. -88.41 -61.69 .022 / .337 < .05 -90.28 -59.74 .034 / .338 Tab. 2: Ergebnisse der Mehrebenenanalysen zur Vorhersage der sozial-emotionalen Probleme der Kinder Anmerkungen: Angegeben sind jeweils die unstandardisierten Koeffizienten sowie Standardfehler; p ( χ ²) jeweils Vergleich zum vorherigen Modell; R ² m / R ² c = marginales/ konditionales Pseudo-R² (Nakagawa, Johnson & Schielzeth, 2017) a) Für den Modellvergleich nach Aufnahme des Random Slopes für den Proximalen Risikoindex wurden die Modelle auf Basis von Restricted-maximum-likelihood-Schätzungen neu berechnet, Kennwerte siehe Text. + p < .10, * p < .05; *** p < .001 Variable 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 1. Geschlecht des Kindes 2. Alter des Kindes 3. Risikoindex (distal) 4. Risikoindex (proximal) 5. Gruppenkonzept 6. Gruppengröße 7. Betreuungsschlüssel 8. Berufsausbildung 9. Berufserfahrung 10. Fachkraft-Selbstwirksamkeit 11. Berufliche Belastung 12. BITSEA Skalenwert Probleme 13. BITSEA Skalenwert Kompetenz - .02 .03 -.09 .01 .01 -.01 -.01 .02 -.02 .00 -.06 .23** - .12* .13* .24** -.04 -.17** .01 -.02 -.02 .06 -.10* .32** - .21** -.13 .05 -.02 .00 .07 -.04 -.06 .04 -.02 - -.03 -.05 -.11* -.02 .06 -.05 .06 .12* -.01 - -.27** -.10* .09 -.03 .26** -.15* -.13** .16** - -.01 -.15** -.14** -.03 -.07 .03 -.09* - .10* .09* .20** -.02 .05 -.01 - .07 .13** .11* .01 .03 - -.06 .13** .08 -.14** - -.40** -.15* .18** - .07 -.06 - -.39** Tab. 1: Korrelationen der untersuchten Variablen Anmerkungen: * p < .05, ** p < .01 Familiäres Risiko und sozial-emotionale Probleme in der Kindertagesstätte 41 Für das Nullmodell wurden die Varianzen der Problemscores innerhalb der einzelnen Krippengruppen der Stichprobe mit den Varianzen zwischen Krippengruppen verglichen. Die resultierende Intraklassenkorrelation betrug .303, also ließen sich 30,3 % der Unterschiede im Problemscore der Kinder auf Unterschiede zwischen den Gruppen zurückführen. Auf Level 1 wurden für Alter, Geschlecht und proximales Risiko feste Effekte modelliert (Random Intercept Modell). Hierbei erwies sich nur das proximale Risiko als signifikanter Prädiktor des BITSEA Problemwerts (B = 0.02, SE = 0.01, t (38.48) = 2.18, p < .05): Je mehr proximale familiäre Risikofaktoren vorlagen, desto mehr sozial-emotionale Probleme berichtete die Fachkraft für das Kind. Für das proximale Risiko wurde entsprechend auch ein zufälliger Effekt modelliert (Random-Slope-Modell) um zu prüfen, ob sich die Zusammenhänge zwischen der Risikobelastung und den kindlichen Problemen in den einzelnen Krippengruppen unterscheiden. Trotzdem das Random-Slope-Modell im Vergleich zum Random-Intercept-Modell keinen besseren Modellfit aufwies, χ ² (2) = 1.88, p = n. s., wurde der zufällige Effekt beibehalten (Heisig & Schaeffer, 2019), um im Folgenden eine Cross-Level-Interaktion zu modellieren und damit mögliche Moderationseffekte zu untersuchen. Auf Level 2 wurden zu diesem Zweck die Variablen Gruppenkonzept und Fachkraft- Selbstwirksamkeit sowie die Interaktionsterme aus proximalem Risikoindex und Gruppenkonzept bzw. Fachkraft-Selbstwirksamkeit als feste Effekte aufgenommen. Hierbei ergab sich nur für die Interaktion aus proximalem Risiko und Fachkraft-Selbstwirksamkeit ein signifikanter Effekt (B = -0.07, SE = 0.03, t (220.66) = -2.36, p < .05), daher wurden für das finale Modell ausschließlich die am Interaktionseffekt beteiligten 0.10 0.05 0.00 0.05 Effekt des proximalen Risikoindex auf den Problemscore -1.0 -0.5 0.0 0.5 Selbstwirksamkeitserwartung der Fachkräfte (zentriert) Range der beobachteten Daten n. s. p < .05 Abb. 1: Moderierender Effekt der Fachkraft-Selbstwirksamkeit auf den Zusammenhang zwischen proximalem Risikoindex und Problemscore 42 Niklas Ortelbach et al. Variablen beibehalten (vgl. Tabelle 2). Modellvergleiche bestätigten, dass das Modell mit allen genannten (Level 2-)Prädiktoren nicht besser passte als das sparsamere finale Modell, das auf Level 2 nur die Variablen Fachkraft-Selbstwirksamkeit und den Interaktionsterm aus proximalem Risiko und Fachkraft-Selbstwirksamkeit beinhaltete, χ ² (3) = 4.09, p = n. s. Die Aufnahme des Interaktionsterms führte zu einer besseren Modellpassung im Vergleich zum Modell ohne Interaktion, χ ² (1) = 3.87, p < .05. Zur Veranschaulichung des Interaktionseffekts wurde die Zone der Signifikanz (Johnson- Neyman-Technik) des Slopes betrachtet, die sich außerhalb des Intervalls [0.02; 17.76] Standardabweichungen befand. Der Effekt ist in Abbildung 1 dargestellt. Hieraus wird ersichtlich, dass der positive Zusammenhang zwischen proximalem Risikoindex und Problemscore stärker war, je geringer die Fachkraft-Selbstwirksamkeit ausgeprägt war, und dass dieser Zusammenhang knapp über dem Wert einer durchschnittlich ausgeprägten Selbstwirksamkeit seine statistische Bedeutsamkeit verlor. Sozial-emotionale Kompetenzen Wie aus Tabelle 1 ersichtlich, berichteten die Fachkräfte über mehr sozial-emotionale Kompetenzen für Mädchen, je älter die Kinder und je kleiner die Krippengruppen waren, für Kinder aus Gruppen mit geschlossenem Gruppenkonzept, je geringer ihre Berufserfahrung und je höher ihre Selbstwirksamkeitserwartung ausgeprägt waren. Die Intraklassenkorrelation betrug .096, es wurden also 9,6 % der Unterschiede im Kompetenzscore der Kinder durch Unterschiede zwischen den Krippengruppen erklärt. Alter und Geschlecht, jeweils als feste Effekte auf Level 1 modelliert, sagten signifikant den BITSEA Kompetenzscore vorher. Je älter die Kinder, desto höher wurden von der Fachkraft ihre sozial-emotionalen Kompetenzen eingeschätzt (B = 0.02, SE = 0.00, t (325.40) = 7.26, p < .001). Mädchen wurden im Vergleich zu Jungen als kompetenter eingeschätzt (B = 0.19, SE = 0.03, t (315) = 5.00, p < .001). Zur Vorhersage der Random Intercepts erwies sich auf Level 2 wiederum nur die Selbstwirksamkeitserwartung der Fachkräfte als prädiktiv: je höher die Selbstwirksamkeit, desto höher der Kompetenzscore der Kinder (B = 0.29, SE = 0.09, t (50.28) = 3.45, p < .01). Gruppengröße, Gruppenkonzept und Berufserfahrung der Fachkraft waren keine signifikanten Prädiktoren und ihre Aufnahme verbesserte die Modellpassung nicht ( χ ² (2) = 3.85, p = n. s.). Durch Aufnahme der Prädiktoren auf Level 1 und 2 wurde jeweils eine bessere Modellpassung erzielt, χ ² (2) = 71.82, p < .001 bzw. χ ² (1) = 11.20, p < .001. Diskussion Ziel der vorliegenden Studie war es, den Zusammenhang familiärer Risikofaktoren mit sozialemotionalen Kompetenzen und Problemen unter Dreijähriger sowie den Einfluss von Merkmalen der Kindertagesstätte und pädagogischen Fachkräfte zu untersuchen. Es konnte gezeigt werden, dass die Anzahl proximaler Risikofaktoren die durch die Fachkräfte eingeschätzten sozial-emotionalen Probleme der Kinder vorhersagten, und dass dieser Zusammenhang durch die Selbstwirksamkeit der Fachkräfte moderiert wurde: Bei überdurchschnittlicher Selbstwirksamkeit gab es den positiven Zusammenhang zwischen proximalem Risikoindex und Problemscore nicht. Die sozial-emotionalen Kompetenzen der Kinder wurden neben Alter und Geschlecht der Kinder nur von der Selbstwirksamkeit der Fachkräfte vorhergesagt. Distale familiäre Risikofaktoren, Strukturmerkmale der Einrichtung (Gruppenkonzept, Gruppengröße, Betreuungsschlüssel) und weitere Merkmale der Fachkräfte (berufliche Qualifikation, Berufserfahrung, aktuelles Belastungserleben) waren jeweils nicht für den kindlichen Problem- und Kompetenzscore prädiktiv. Die Analysen zeigen, dass familiäre Risikofaktoren erwartungsgemäß das kindliche Problemverhalten vorhersagen. Dabei zeigte sich dieser Effekt nur für proximale, nicht jedoch für distale familiäre Risiken. Dies steht im Einklang mit der Annahme, dass proximale Faktoren näher an kindlichen Outcomes liegen und direkter mit diesen verbunden sind als distale Faktoren (Scheithauer et al., 2000). Auch vorherige Studien fanden bereits Zusammenhänge proxima- Familiäres Risiko und sozial-emotionale Probleme in der Kindertagesstätte 43 ler Faktoren zu externalisierenden und internalisierenden Problemen (z. B. Campbell, Shaw & Gilliom, 2000), während distale Risiken scheinbar über proximale Faktoren wirken und damit geringere (direkte) Vorhersagekraft für kindliche Outcomes besitzen (z. B. Jones, Forehand, Brody & Armistead, 2002; Whittaker et al., 2011). Es ist darüber hinaus auch plausibel anzunehmen, dass die Kenntnis der familiären Verhältnisse die Fachkräfte in ihrer Einschätzung des kindlichen Problemverhaltens beeinflusst hat. Bisherige Forschungsbefunde deuten an, dass Alter und Geschlecht der Kinder mit der Entwicklung von sozial-emotionalen Kompetenzen und Verhaltensproblemen zusammenhängen: Mädchen zeigen im Vergleich zu Jungen häufig höhere sozial-emotionale Kompetenzen (Lamb & Ahnert, 2006) und weniger Verhaltensprobleme (Buyse, Verschueren & Doumen, 2011). De Schipper, van IJzendoorn und Tavecchio (2004) berichten von mehr externalisierenden Verhaltensauffälligkeiten bei älteren Kindern. Die in der vorliegenden Studie fehlende Vorhersagekraft des Geschlechts für den BITSEA-Problemscore (ebenso z. B. bei Briggs-Gowan et al., 2004) liegt möglicherweise darin begründet, dass externalisierende und internalisierende Auffälligkeiten in den Problemscore gleichermaßen einfließen und sich mögliche Geschlechterunterschiede hierbei aufheben. Dass das Alter nur die Kompetenzen der Kinder vorhersagte, kann auf den natürlichen Kompetenzzuwachs (auch z. B. in Bezug auf Selbstregulationsfähigkeiten) der Kinder hindeuten, während die Probleme i. S. von Entwicklungsauffälligkeiten eher differenzieller Natur zu sein scheinen. Die Befunde der vorliegenden Studie verdeutlichen, dass unter Dreijährige von der Betreuung in Kindertageseinrichtungen dann profitieren können, wenn sie von pädagogischen Fachkräften betreut werden, welche sich in ihrem Beruf als selbstwirksam erleben. Verschiedene Modelle emotionaler Sozialisation betonen die Wichtigkeit emotionsfokussierter Erziehungsverhaltensweisen für die Entwicklung sozial-emotionaler Kompetenzen der Kinder (Eisenberg, Cumberland & Spinrad, 1998; Mortensen & Barnett, 2015). Die Selbstwirksamkeitserwartung pädagogischer Fachkräfte erwies sich in Entsprechung dazu in bisherigen Studien als Prädiktor für deren Interaktionsqualität. Fantuzzo et al. (2012) fanden, dass die Selbstwirksamkeitsüberzeugung der Fachkräfte die Förderung der kognitiven und emotionalen Fähigkeiten der Kinder beeinflusste: Je höher die Selbstwirksamkeit, desto mehr Zeit verbrachten die Fachkräfte mit der Vermittlung kognitiver und sozial-emotionaler Fertigkeiten. Ähnlich erwies sich in der Studie von Perren et al. (2017) die Selbstwirksamkeit der Fachkräfte als starker Prädiktor für kindorientiertes Interaktionsverhalten, da Fachkräfte mit positiven Selbstwirksamkeitserwartungen verstärkt darauf achteten, Kinder in den Gruppenalltag aktiv miteinzubeziehen und anregende Lernmöglichkeiten zu schaffen. Außerdem sagten emotionsspezifische Facetten der Selbstwirksamkeit der Fachkräfte die Bereitschaft vorher, im Kollegium oder mit Eltern kindliche Emotionen zu thematisieren (Ciucci, Baroncelli, Toselli & Denham, 2018). Die Rolle der Selbstwirksamkeit wurde darüber hinaus im familiären Kontext wiederholt untersucht und sowohl direkt als auch indirekt vermittelt über das Elternverhalten mit der kindlichen Entwicklung in Verbindung gebracht (vgl. für einen Überblick Jones & Prinz, 2005). Konzeptuell lassen sich die Befunde zur Bedeutung der Selbstwirksamkeitserwartung in das Risiko- und Schutzfaktorenmodell zum Aufbau kindlicher Resilienz integrieren. Die Selbstwirksamkeit der Fachkräfte puffert hier als Schutzfaktor die Wirkung umgebungs- und kindbezogener risikoerhöhender Bedingungen ab. Limitationen der Studie sind zum einen die aufgrund der Stichprobengröße begrenzten Möglichkeiten der Modellierung weiterer komplexerer Zusammenhänge, bspw. der simultanen Berücksichtigung mehrerer zufälliger Effekte. Auch lassen sich mit dem verwendeten Studiendesign keine Aussagen über die Wirkrichtung der untersuchten Zusammenhänge zwischen Selbstwirksamkeit und sozial-emotionalen Problemen/ Kompetenzen treffen. Zudem war die Varianzaufklärung im Modell zur Vorhersage des BITSEA Problemscores mit 3,4 % nur gering, die Signifikanz des Effekts verdeutlicht jedoch 44 Niklas Ortelbach et al. den kontextübergreifenden Einfluss familiärer, psychosozialer Risiken auf die kindliche Entwicklung, der in vorherigen Studien zum Teil nicht gefunden wurde (Jungmann, Koch & Böhm, 2017). Wegen des verzögerten Rücklaufs der Fragebögen der Fachkräfte wurden auch Daten derjenigen Fachkräfte eingeschlossen, die den Fragebogen erst nach Beginn der Fortbildung im Programm Papilio-U3 beendeten. Hier ist nicht auszuschließen, dass erste Programmeffekte die untersuchten Zusammenhänge verringern. Unter Umständen fehlen außerdem durch den eingeschränkten Rücklauf der Elternfragebögen systematisch Angaben von Familien mit einer höheren Anzahl von Risikofaktoren, wie dies die Missing-Analyse andeutet. Demgegenüber steht der Range der Risikofaktoren in der Stichprobe, deren Anzahl sowohl für den distalen wie auch den proximalen Risikoindex bis zu 6 variierte und somit zeigt, dass auch eine kleine Zahl von Familien mit erhöhtem Risiko erreicht werden konnte. Die mittlere Ausprägung der distalen und proximalen Risikofaktoren lag mit 1.1 bzw. 1.7 jeweils im geringen bis mittleren Bereich der Risikobelastung verglichen mit der Studie KiD 0 - 3 (Zimmermann et al., 2016), wobei dort beide Indices zur Einteilung der Risikogruppen kombiniert wurden. Die Ausprägungen der Fachkraft- Selbstwirksamkeit (Range 2.7 - 3.9) lagen im oberen Bereich der verwendeten Skala, dies entspricht der generellen schiefen Verteilung des Merkmals in zahlreichen Stichproben (Hinz, Schumacher, Albani, Schmid & Brähler, 2006). Die vorliegende Studie deutet auf den Zusammenhang der Fachkraft-Selbstwirksamkeit mit kindlichen sozial-emotionalen Problemen hin, was für die Entwicklung und Umsetzung von Präventionsprogrammen im Setting der Kindertagesstätte von entscheidender Bedeutung ist. Während der Fortbildung im Rahmen des universellen Präventionsprogramms Papilio-U3 werden auch Quellen der Selbstwirksamkeit nach Bandura (1997) wie Verhaltensmodelle (Einsatz von Schulungsvideos in der Fortbildung) oder eigene Erfahrungen (Einsatz von Videofeedback) angesprochen. Ziel ist es hierbei, über eine Förderung von Kompetenzen und Verhaltensweisen der Fachkräfte (neben der Selbstwirksamkeit konkret auch eine Steigerung feinfühligen Verhaltens) Resilienzfaktoren der Kinder wie sozial-emotionale Kompetenzen und Bindungssicherheit zu fördern. In der Evaluation des Präventionsprogramms wird sich entsprechend zeigen, ob sich Änderungen der Selbstwirksamkeitserwartungen erzielen lassen und inwiefern diese dann mit Maßen der Interaktionsqualität und Outcomes auf Kind-Ebene zusammenhängen. Die KiD 0 - 3 Studie wurde vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH), getragen von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut e.V. 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Fachgruppe Frühe Hilfen Nockherstr. 2 81541 München E-Mail: liel@dji.de Univ.-Prof. Dr. Herbert Scheithauer Freie Universität Berlin Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie Habelschwerdter Allee 45 14195 Berlin E-Mail: herbert.scheithauer@fu-berlin.de