Psychologie in Erziehung und Unterricht
3
0342-183X
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/peu2025.art18d
3_072_2025_4/3_072_2025_4.pdf101
2025
724
Übersichtsartikel: Längsschnittstudien und Wirkungsforschung im Kinderschutz: Internationale Forschungslinien und Herausforderungen bei der Umsetzung in Deutschland
101
2025
Susanne Witte
Sabine Heene
Christoph Liel
Heinz Kindler
Ist das Wohl eines Kindes in seiner Familie gefährdet, so ist es die Pflicht des Staates, das Kind zu schützen. Aber Eingriffe in das Familienleben können auch negative Auswirkungen auf Kinder haben. Um in diesen Situationen kurz-, mittel- und langfristige Auswirkungen verschiedener Maßnahmen im Interesse des Kindes abschätzen zu können, sind empirische Befunde mit längsschnittlichen Daten unerlässlich. Diese fehlen jedoch vor allem im deutschsprachigen Raum. Der Artikel fasst internationale Forschungslinien zu Auswirkungen von staatlichen Eingriffen in Familien aufgrund einer Kindeswohlgefährdung zusammen und erläutert das methodische Vorgehen exemplarisch anhand ausgewählter Studien. Aufbauend hierauf und unter Berücksichtigung der spezifischen Strukturen und professionellen Traditionen werden Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze bei der Umsetzung von längsschnittlichen Studien in Deutschland diskutiert.
3_072_2025_4_0004
Psychologie in Erziehung und Unterricht, 2025, 72, 264 -278 DOI 10.2378/ peu2025.art18d © Ernst Reinhardt Verlag n Übersichtsartikel Längsschnittstudien und Wirkungsforschung im Kinderschutz: Internationale Forschungslinien und Herausforderungen bei der Umsetzung in Deutschland Susanne Witte 1 , Sabine Heene 2 , Christoph Liel 1 & Heinz Kindler 1 1 Deutsches Jugendinstitut e.V., München, 2 Selbstständige Forscherin, München Zusammenfassung: Ist das Wohl eines Kindes in seiner Familie gefährdet, so ist es die Pflicht des Staates, das Kind zu schützen. Aber Eingriffe in das Familienleben können auch negative Auswirkungen auf Kinder haben. Um in diesen Situationen kurz-, mittel- und langfristige Auswirkungen verschiedener Maßnahmen im Interesse des Kindes abschätzen zu können, sind empirische Befunde mit längsschnittlichen Daten unerlässlich. Diese fehlen jedoch vor allem im deutschsprachigen Raum. Der Artikel fasst internationale Forschungslinien zu Auswirkungen von staatlichen Eingriffen in Familien aufgrund einer Kindeswohlgefährdung zusammen und erläutert das methodische Vorgehen exemplarisch anhand ausgewählter Studien. Aufbauend hierauf und unter Berücksichtigung der spezifischen Strukturen und professionellen Traditionen werden Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze bei der Umsetzung von längsschnittlichen Studien in Deutschland diskutiert. Schlüsselbegriffe: Längsschnittforschung, Kinderschutz, Misshandlung, Vernachlässigung Longitudinal Studies and Impact Research in Child Protection: International Research Lines and Challenges in Implementation in Germany Summary: If there is a risk of significant harm to children in their family, it is the state’s obligation to protect the children. But, in these situations intervening in family life may also have negative effects on children. In order to be able to estimate short-, medium-, and long-term effects of different measures in the children’s best interest, empirical findings with longitudinal data are essential. However, these are missing, especially in German-speaking countries. The article summarizes international research lines on the effects of state intervention in families due to endangerment of children’s well-being and explains the methodological approach using selected studies as examples. Building on this and taking into account the specific structures and professional traditions, challenges and possible solutions of the implementation of longitudinal studies in Germany are discussed. Keywords: Longitudinal research, child protection, abuse, neglect Weltweit wird eine bedeutsame Minderheit der Kinder 1 misshandelt, missbraucht und vernachlässigt (Massullo et al., 2023; Moody, Cannings-John, Hood, Kemp & Robling, 2018; Stoltenborgh, Bakermans-Kranenburg, Alink & van Ijzendoorn, 2015). In Deutschland berichten in repräsentativen Befragungen circa ein Drittel der Erwachsenen, dass sie mindestens eine Form von Gewalt und Vernachlässigung in ihrer Kindheit erlebt haben, viele davon in ihren Familien (Jarczok et al., 2023; Witt et al., 2018). Die meisten Staaten haben strukturelle und rechtliche Voraussetzungen geschaffen, um Kindern und Jugendlichen, die Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung erfahren (haben), zu helfen (Merkel-Holguin, Fluke & Krugman, 2019). In Deutschland ist hierbei ein 1 Unter Kinder werden alle Personen unter 18 Jahren zusammengefasst. Längsschnittstudien und Wirkungsforschung im Kinderschutz 265 wesentliches Ziel, bereits präventiv Familien, in denen es möglicherweise zu einer Gefährdung des Kindeswohls kommt, Hilfe und Unterstützung anzubieten (Witte, Miehlbradt, van Santen & Kindler, 2019). Erst wenn auf diese Weise eine (drohende) Gefährdung nicht abgewandt werden kann, werden Eingriffe in die elterliche Sorge möglich. Vor Entscheidungen über Hilfs- und Schutzmaßnahmen sind allerdings die kurz- und langfristigen Auswirkungen auf Kinder (und ihre Familien) im Hinblick auf die Gewährung von Schutz, aber auch die Förderung des Wohlergehens abzuwägen (Zimmermann & Kindler, 2023). Zum einen kann es sein, dass manche Hilfen bzw. Maßnahmen nicht ausreichen, um Kinder vor weiteren Gefährdungsereignissen zu schützen. Dass diese Gefahr besteht, zeigen Verlaufsstudien zu wiederholten Gefährdungsereignissen in Kinderschutzfällen (z. B. Bae & Kindler, 2017; Shipe, Guastaferro, Ayer, Lee & Connell, 2024) sowie rückblickende Analysen von problematischen Kinderschutzfällen (z. B. Gerber & Lillig, 2018). Gerade massivere Maßnahmen, wie etwa Fremdunterbringungen, denen es häufiger gelingt, Kinder vor (weiterer) Gewalt in der Familie zu schützen, stellen aber zum anderen einen massiven Eingriff in deren Lebenswelt dar und können Belastungsreaktionen auslösen (Waddoups, Yoshikawa & Strouf, 2019). Um Entscheidungen über Hilfs- und Schutzmaßnahmen im Sinne des Kindeswohls treffen zu können, ist es zum einen notwendig, ausreichend Informationen über die familiäre Situation zu haben, zum anderen ist aber auch Wissen darüber notwendig, welche Hilfs- und Schutzmaßnahmen kurz-, mittel- und langfristig zu einer Reduktion des Gefährdungsrisikos und einer Verbesserung des Wohlergehens der Kinder - wie psychische und körperliche Gesundheit sowie die Möglichkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe - in spezifischen Konstellationen führen. Da es sich hierbei um eine in die Zukunft gerichtete Entscheidung handelt, muss für eine Abschätzung auf Erfahrungen aus vergleichbaren Konstellationen zurückgegriffen werden. Je umfangreicher die Wissensbasis hierfür, desto validere Entscheidungen können getroffen werden. Aus diesem Grund ist es für die Praxis im Kinderschutz von großer Bedeutung, dass es Befunde zu den Auswirkungen von verschiedenen Hilfs- und Schutzmaßnahmen auf eine Vielzahl von Lebensbereichen bei Kindern gibt, bei denen eine Kindeswohlgefährdung oder das Risiko hierfür festgestellt wurde. Längsschnittstudien haben dabei im Vergleich zu Momentaufnahmen durch einmalige Erhebungen den großen Vorteil, dass Verläufe sichtbar werden und selektive Ausfälle in der Stichprobe beschrieben werden können (Farrington, Loeber & Welsh, 2010). Vor allem im angloamerikanischen Raum haben sich einige Forschungsvorhaben mit den Auswirkungen von unterschiedlichen staatlichen Interventionen bei Kinderschutzfällen beschäftigt (z. B. Edwards, Collin-Vézina, Danbrook & Wekerle, 2022). Im deutschsprachigen Raum gibt es jedoch nur sehr wenige Studien, die sich mit den langfristigen Auswirkungen solcher Interventionen bei Risikokonstellationen beschäftigt haben (z. B. Esser & Schmidt, 2017; Laucht, Esser & Schmidt, 2000; Linderkamp, Schramm & Michau, 2009). Nahezu durchgängig wurden dabei aber Gefährdungsfälle nicht gesondert ausgewertet (für eine Ausnahme siehe Witte, Kindler & Heene, in press). Dies ist umso bedauerlicher, da sich aufgrund der unterschiedlichen Gestaltung und Ausrichtung von Kinderschutzsystemen und auch der angrenzenden Hilfssysteme die Ergebnisse von Studien zur Auswirkung von Hilfs- und Schutzmaßnahmen nur bedingt auf jeweils andere Länder übertragen lassen. Der vorliegende Artikel gibt einen Überblick über internationale Forschungslinien und stellt diese den bisherigen Studien aus Deutschland gegenüber. Für die Auswahl der internationalen Studien wurde über Forschungsdatenbanken zum einen nach relevanten Artikeln gesucht, zum anderen wurden auf der Grundlage der langjährigen Erfahrung der Autor: innen Studien mit großer Bedeutung und methodisch innovativen Zugängen ausgewählt. In der Darstellung wird auf methodische Zugänge sowie 266 Susanne Witte, Sabine Heene, Christoph Liel, Heinz Kindler deren Stärken und Limitationen und auf unterschiedliche Phänomenbereiche, also interessierende Variablen und Einflussfaktoren, eingegangen. Hierbei wird laut § 1 des Gesetzes zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG) davon ausgegangen, dass es Ziel des Kinderschutzhandelns ist, Viktimisierung zu vermeiden, wenn das nicht gelingt, Gefährdung zu beenden, erneute Viktimisierung zu verhindern und Bewältigung bzw. Förderung zu ermöglichen. Insgesamt liegt der Fokus auf Studien, in denen nicht nur Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung erhoben werden, sondern auch Hilfs- und Schutzmaßnahmen berücksichtigt werden. Der vorliegende Überblick stellt exemplarisch Forschungslinien dar, eine vollständige Übersicht internationaler Forschungsprojekte wird nicht angestrebt. Methodische Zugänge - Stichprobenauswahl und Informationsquellen Bevölkerungsweite Panelstudien Ein großer Teil der Studien zu den Auswirkungen von Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung greift auf querschnittliche Designs mit retrospektiver Erfassung von Belastungen in der Kindheit zurück, die zum Teil auf großen Bevölkerungsgruppen beruhen (Clemens et al., 2018; Witte, Walper & Fegert, 2018). Hierbei besteht aber das Problem, dass es zu Erinnerungsverzerrungen kommt (Baldwin, Reuben, Newbury & Danese, 2019). Vor allem erhaltene Hilfs- und Schutzmaßnahmen lassen sich auf diese Weise kaum valide erfassen, da deren Dauer, rechtliche Einordung und Ausgestaltung eher selten angegeben werden können. Eher können persönliche Eindrücke aus der Beziehung zu Fachkräften wiedergegeben werden (z. B. Blau, Bohrer & Haase, in press). In diesem Sinne ist eine Abschätzung von Effekten verschiedener Interventionen nur unzureichend möglich. Anders verhält es sich mit bevölkerungsweiten Panelstudien, die möglichst repräsentative Stichproben von Familien mit Kindern, von einem jungen Alter der Kinder an, regelmäßig befragen. Allerdings ist in diesen Studien meist nur eine für Analysen unzureichende Anzahl von Kindern enthalten, die in der Familie schwere Formen von Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung erleben, sodass es zu einem staatlichen Eingreifen kommt. Dies liegt zum einen an der im Vergleich zur Gesamtbevölkerung relativ geringen Grundgesamtheit von Kindern, die in Deutschland massivere Eingriffe erleben. Beispielsweise lebten in Deutschland im Jahr 2023 zum Stichtag 31. 12. etwa 0,76 % aller Kinder bzw. Jugendlichen in einer stationären Einrichtung (Hilfen gemäß § 27 (2), § 34, § 35 a (2) SGB VIII; Anzahl gesamt: 106.700 Kinder und Jugendliche) und etwa 0,10 % in einer Pflegefamilie (§ 33 SGB VIII; Anzahl Gesamt: 73.020 Kinder und Jugendliche; Statistisches Bundesamt, 2024 a, 2024 b). Zum anderen stehen bestimmte Risikofaktoren für Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung (z. B. niedriger sozioökonomischer Status) im Zusammenhang mit einer geringeren Bereitschaft, sich an Forschungsprojekten zu beteiligen (Eisner, Murray, Eisner & Ribeaud, 2019). Werden Haushaltsbefragungen als Rekrutierungsstrategie herangezogen, werden meist stationäre Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe nicht berücksichtigt (Huinink et al., 2011). Eine Erfassung der Entwicklung von Kindern erscheint hier auch gerade aufgrund der häufigen Wechsel zwischen stationären Einrichtungen schwierig. Am besten lassen sich langfristige Folgen im Hinblick auf bestimmte grundlegende Interventionsformen und Ereignisse (z. B. Aufwachsen in Fremdunterbringung; Brännström, Forsman, Vinnerljung & Almquist, 2020) noch in den skandinavischen und anderen Ländern untersuchen, die eine Verknüpfung von Registerdaten zulassen (für Forschungsübersichten siehe Chikwava et al., 2021; Soneson et al., 2023). Im Hinblick auf spezifische Merkmale der Ausgestaltung von Hilfs- und Schutzmaßnahmen (z. B. Betreuungsverhältnis) können jedoch Folgen kaum valide und in ihrer ganzen Bandbreite abgeschätzt werden. Selbst wenn sich in großen Längsschnittstudien und Wirkungsforschung im Kinderschutz 267 Studien eine kleine Anzahl von Kindern und Familien finden lässt, so sind die subjektiven Angaben zu erhaltenen Hilfen häufig fehleranfällig (Turner & Martin, 1984) und nicht ausreichend, um Effekte valide zu schätzen. Dies gilt auch für die großen Familienpanels in Deutschland (z. B. pairfam, AID: A; siehe Reim, 2021). Risikostichproben Eine weitere Möglichkeit für einen methodischen Zugang ist die Rekrutierung von Risikostichproben. Hierbei werden über festgelegte Einschlusskriterien bevorzugt oder ausschließlich Kinder und Familien ausgewählt, bei denen eine höhere Wahrscheinlichkeit für Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung oder eine Mitteilung an Kinderschutzbehörden und entsprechende Hilfs- und Schutzmaßnahmen besteht (z. B. Armut; Nivison et al., 2024). Die Rekrutierungs- und Panelpflegestrategien werden meist an die Besonderheiten der Zielgruppe angepasst. Bei einem solchen häufig als prospektiv bezeichneten Studiendesign besteht der Vorteil in der frühzeitigen Erfassung von Daten (eventuell bereits bevor Misshandlung, Missbrauch oder Vernachlässigung aufgetreten sind; z. B. Nivison et al., 2024) und damit infolge der zeitlichen Ordnung der Daten einer Annäherung an die Möglichkeit der Abschätzung von kausalen Effekten. Allerdings werden nur solche Kinder und Familien in die Stichprobe aufgenommen, bei denen ein risikoförderndes Einschlusskriterium zum Zeitpunkt der ersten Erhebungswelle (z. B. Armut) bereits vorliegt. So erfasst beispielsweise die Minnesota Longitudinal Study of Risk and Adaption, welche 1975 begann, bereits während der Schwangerschaft bei Müttern mit niedrigem sozioökonomischen Status Daten (z. B. Nivison et al., 2024). Wird ein bestimmtes Kriterium herangezogen, gehen Kinder und Familien nicht in die Stichprobe mit ein, bei denen ein entsprechender Risikofaktor erst im späteren Verlauf auftritt (z. B. durch den Verlust des Arbeitsplatzes der Eltern) oder bei denen es auf der Grundlage anderer Risikokonstellationen zu Misshandlung, Missbrauch oder Vernachlässigung kommt. Prospektive Designs mit Risikostichproben bedürfen eines erheblichen Aufwandes bei der Stichprobenpflege und einer mittelbis langfristig angelegten Förderung, da Gefährdungsereignisse am häufigsten erst in der mittleren Kindheit bzw. im Jugendalter auftreten (Guastaferro & Shipe, 2023). Dennoch ist es möglich, dass für eine bestimmte Variable - etwa im Hinblick auf eingeleitete Hilfs- und Schutzmaßnahmen (z. B. Inobhutnahmen) - letztendlich keine ausreichende Anzahl an Beobachtungen vorliegt. Inanspruchnahmepopulationen Eine Möglichkeit, um für bestimme Maßnahmen ausreichend umfangreiche Stichproben zu rekrutieren, sind Studiendesigns, bei denen die Inanspruchnahme bestimmter Hilfen bzw. die Einrichtung bestimmter Schutzmaßnahmen als Auswahlkriterium herangezogen wird. Es wird also eine Inanspruchnahmepopulation erhoben. Dies bedeutet aber auch, dass Familien, bei denen eine Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung nicht zu diesen Hilfs- oder Schutzmaßnahmen führt, nicht in die Stichprobe miteingeschlossen sind. Dies beschränkt die Generalisierbarkeit der Ergebnisse auf die Gesamtheit der Familien, in denen es zu Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung kommt, auf eine Weise, die nur schwer abzuschätzen ist. Werden Kinder und Jugendliche beispielsweise über stationäre Einrichtungen rekrutiert, sind entsprechende Selektionseffekte zu erwarten. Bei der Analyse von Inanspruchnahmepopulationen bestehen zwei Möglichkeiten, Daten zu gewinnen: 1) Direkte und wiederholte Befragung der betroffenen Kinder und Familien und 2) Auswertung administrativer Daten (Fallakten). Bei ersterem sind sehr hohe Selektionseffekte zu erwarten, da es sich meist um bildungsferne, teilweise psychisch belastete Familien handelt, die nur schwer für Forschungsvorhaben zu gewinnen 268 Susanne Witte, Sabine Heene, Christoph Liel, Heinz Kindler sind. In einer der wenigen Analysen zu solchen Selektionseffekten zeigten sich beispielsweise in einer Studie von Jud, Lips & Landolt (2010) Verzerrungen im Hinblick auf die Nationalität der Familie: Familien mit einer ausländischen Nationalität konnten schlechter kontaktiert werden, wurde jedoch erfolgreich Kontakt aufgenommen, so nahmen sie häufiger an der Studie teil. In einem Teil der Studien zu Inanspruchnahmepopulationen werden spezifische Angebote im Hinblick auf ihre Wirksamkeit überprüft. Werden solche Angebote neu entwickelt und vor ihrer Einführung gezielt auf Wirkungen hin überprüft, wird auch von Interventionsforschung gesprochen (Fraser, Richman, Galinsky & Day, 2009). Die zu prüfenden spezifischen Interventionen werden im Kinderschutz regelhaft mit üblichen Unterstützungsmaßnahmen (engl. service as usual) verglichen (z. B. Chaffin, Hecht, Bard, Silovsky & Beasley, 2012). In diesem Rahmen ist es möglich, die Wirksamkeit von spezifischen Angeboten im Hinblick auf die Reduktion der Rate von Kindesmisshandlung oder anderen Indikatoren im Sinne von randomisiert-kontrollierten Studien zu betrachten (z. B. B. L. Green et al., 2014), während es sowohl aus ethischen als auch aus rechtlichen Gründen nicht möglich wäre, bei einer bereits bestehenden Kindeswohlgefährdung einem Teil der Kinder Hilfe oder Schutz zu verweigern, indem sie einer Vergleichsgruppe ohne Intervention zugeordnet werden. Es kann also nur die Art und Ausgestaltung der erbrachten Hilfe variiert werden. Eine Möglichkeit, dennoch den Effekt beispielsweise staatlicher Eingriffe abzuschätzen, ist der Vergleich mit „Beinahe“- Fällen: Hierbei werden Fälle, in denen eine Hilfs- oder Schutzmaßnahme erwogen, jedoch nicht eingeleitet wurde, mit solchen verglichen, in denen die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet wurden (Davidson-Arad, Englechin- Segal & Wozner, 2003; Russell, Kerwin & Halverson, 2018). Ein Großteil der längsschnittlichen Studien zu Inanspruchnahmepopulationen beruht auf administrativen Daten, das heißt auf einer Auswertung von meist digitalisierten Fallakten. Diese werden nicht primär für Forschungszwecke geführt und weisen somit einige Einschränkungen in der Datenqualität auf, haben aber den Vorteil, dass es nur wenige Selektionseffekte bei der Stichprobe gibt (Witte, 2020). Die Daten können ohne zusätzliche Erhebungen bei Beteiligten nicht ergänzt werden und die unmittelbare Perspektive von Kindern (und Eltern) wird nur unzureichend berücksichtigt (Skehill, 2010). Die Informationen sind vielmehr durch Fachkräfte und Inanspruchnahmeschwellen gefiltert (Witte, 2020). Letztere bedingt gerade bei einer längsschnittlichen Auswertung, dass „schwere“ Fälle, in denen eine umfassende und lange Begleitung von Familien notwendig ist, meist besser und über einen längeren Zeitraum dokumentiert sind. Für „leichte“ Fälle hingegen liegen meist nur für einen kurzen Zeitraum Informationen vor. In der Auswertung kann durch eine Selektionsanalyse Zusammenhängen zwischen dem in der Akte dokumentierten Zeitraum und den Fallmerkmalen nachgegangen werden. Auch kann es sich lohnen, der Auswertung der reduzierten Stichprobe eine Auswertung aller zum Messzeitpunkt erfassten Kinder bzw. Familien analog der in der Therapieforschung weit verbreiteten Intention-to-treat-Analyse (Sedgwick, 2013) gegenüberzustellen. In vielen angloamerikanischen Ländern gibt es eine umfassende Archivierung und Bereitstellung von anonymisierten grundlegenden Informationen aus Fallakten im Kinderschutz für wissenschaftliche Zwecke, die staatlich gefördert wird (z. B. NCANDS in den USA; z. B. Rosenberg, Williams, Martinez & Ball, 2024). Zudem werden in den USA im Rahmen der groß angelegten Längsschnittstudie „National Survey of Child and Adolescent Well-Being“ (NSCAW) Kinder, Jugendliche und ihre Familien, die Kontakt zu Kinderschutzbehörden hatten, über mehrere Jahre hinweg wiederholt befragt sowie die Daten mit weiteren Datenbanken aus dem Gesundheitsbereich verknüpft (Montgomery Armstrong et al., 2024). Längsschnittstudien und Wirkungsforschung im Kinderschutz 269 In Deutschland erlauben die amtlichen Statistiken der Kinder- und Jugendhilfe keine längsschnittliche Analyse der Fallverläufe von Kindern und Familien. Sie werden vielmehr in einer nicht verknüpfbaren Weise bezogen auf einzelne (erbrachte) Hilfeleistungen und durchgeführte Verfahren geführt. Kindbezogene Daten über einen längeren Zeitraum liegen nur in den jeweiligen Jugendämtern vor, in den meisten Fällen zumindest teilweise noch in Papierform. Werden Akten elektronisch geführt, so verwenden Jugendämter unterschiedliche Programme. Möglichkeiten der fallbezogenen Datenzusammenführung und Auswertung über mehrere Jugendämter hinweg scheinen bislang nicht geprüft oder erprobt worden zu sein. In bisherigen quantitativen Studien zu Fallverläufen im Kinderschutz in Deutschland wurden deswegen meist nur kurze Zeiträume betrachtet (Turgut, Biehal & Witte, in prep.; Witte et al., in press). Eine Zusammenführung von Informationen aus Jugendämtern und unmittelbar in Familien erhobenen Daten gibt es bisher in Deutschland nicht. Kombination unterschiedlicher Informationsquellen Eine Möglichkeit, administrative Daten in ihrer Aussagekraft anzureichern, stellt die Kombination administrativer Daten unterschiedlicher Einrichtungen, zum Beispiel aus dem Gesundheitswesen und der Kinder- und Jugendhilfe, dar. Gerade in Studien aus den USA wird die Kombination unterschiedlicher administrativer Datensätze häufig gewählt, was auch durch vergleichsweise weniger strenge Datenschutzvorgaben ermöglicht wird (z. B. Jonson-Reid, Kohl & Drake, 2012). Hier erlaubt beispielsweise die Zusammenführung von Daten aus Geburtsregistern und administrativen Daten der Kinderschutzbehörden eine Vorhersage der Inanspruchnahme bestimmter Leistungen, aber auch möglicher blinder Flecken des staatlichen Schutzhandelns (z. B. Putnam-Hornstein & Needell, 2011). Gerade bei großen Datensätzen bestehen aber auch Herausforderungen, die Informationen zu einzelnen Fällen zusammenzuführen (z. B. Jennings, Richards, Tomsich & Gover, 2015). Aber auch in einigen an dieser Stelle forschungsfreundlichen Ländern, die dem Europäischen Datenschutzrecht unterliegen, wurden entsprechende Untersuchungen möglich gemacht (z. B. für Dänemark: Ubbesen, Petersen & Kristensen, 2013). Für umfassende Studiendesigns im Bereich Kinderschutz, wie zum Beispiel die LONG- SCAN-Studie (z. B. English, Thompson & White, 2015), wurden Befragungen und administrative Daten kombiniert: Es wurden sowohl Kinder und Familien befragt als auch die administrativen Daten ausgewertet. Gerade auch die Kombination dieser beiden Datenquellen konnte hierbei aufschlussreiche Ergebnisse liefern. In Deutschland gibt es bisher nur wenige Studien, die unterschiedliche Informationsquellen verknüpft haben (Sierau et al., 2016; Witte et al., in press). Datenschutzvorgaben und unterschiedliche Arten, Akten zu führen (familienvs. kindbezogen), erschweren die einfache Verknüpfung von Informationsquellen. Phänomenbereiche - Hilfeverläufe und Auswirkungen aus unterschiedlichen Perspektiven Im Hinblick auf die mittel- und langfristigen Folgen von Hilfs- und Schutzmaßnahmen im Zusammenhang von Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung lassen sich in der Forschung unterschiedliche Themenfelder voneinander abgrenzen. Sie unterscheiden sich darin, welche Phänomene im Hinblick auf die Lebensverläufe und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen betrachtet werden. Hierbei betrachten Studien meist einen oder mehrere der drei folgenden Phänomenbereiche: 1) weiteres Kinderschutzhandeln, 2) Reviktimisierung in unterschiedlichen Kontexten und 3) Erleben und Verhalten der betroffenen Kinder. Vor allem die beiden letztgenannten Bereiche bilden damit die Ziele des § 1 KKG ab. Je nach interessierendem Phänomenbereich ist es notwendig, die methodischen Zugänge anzupassen. 270 Susanne Witte, Sabine Heene, Christoph Liel, Heinz Kindler Kinderschutzhandeln als Einflussfaktor oder Indikator für Belastungslagen Noch sehr eng an das weitere Kinderschutzhandeln gebunden sind Fragestellungen zur Fremdunterbringung und der Familienzusammenführungen im weiteren Fallverlauf. In diesen Studien wird beispielsweise untersucht, inwieweit es in der Folge einer Mitteilung zur Fremdunterbringung kommt bzw. wann nach einer Fremdunterbringung eine erneute Rückführung zur Familie erfolgt (Esposito et al., 2014; Parolini et al., 2018; Wells & Correia, 2012). Esposito et al. (2017) untersuchten beispielsweise in einer kanadischen Studie den Verlauf von 77.579 Jugendlichen nach einer Meldung wegen einer Gefährdung des Kindeswohls im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit einer Fremdunterbringung, der Stabilität der Fremdunterbringung und einer darauf folgenden Zurückführung zu ihrer Herkunftsfamilie. Hierbei werden besondere Fallkonstellationen (z. B. Meldung wegen sexuellen Missbrauchs) berücksichtigt. Ein weiterer Aspekt ist die Einleitung von Hilfs- und Unterstützungsangeboten. In der internationalen Forschung wurde hierbei vor allem untersucht, inwieweit Kinder spezifische, ihren Bedürfnissen entsprechende Hilfsangebote erhielten (z. B. Fong, Alegria, Bair- Merritt & Beardslee, 2018). In Deutschland erfassen alle Jugendämter die eingeleiteten Schutz- und Hilfsmaßnahmen sowie Verfahren zur Abklärung von Gefährdungsfällen als Teil der amtlichen Statistiken. Anders als in den USA oder England werden diese Daten allerdings nicht bezogen auf einzelne Kinder, sondern nach durchgeführten Verfahren oder der Leistung strukturiert. Administrative Daten können somit nicht dazu genutzt werden, Fallverläufe aufzuzeigen. Hierzu müssen in Deutschland Akten durch Forschende selbst ausgewertet und im Hinblick auf das Eintreten bestimmter Ereignisse strukturiert werden (z. B. Witte, López López, Baldwin, Biehal & Kindler, 2022). Fremdunterbringung Familienzusammenführung Hilfs- und Unterstützungsangebote in der Familie in Institutionen in Partnerschaften Delinquenz bzw. Straffälligkeit psychische Belastung interpersonelle Beziehungsgestaltung Bildung Kinderschutzhandeln Reviktimisierung Erleben und Verhalten der Kinder Abb. 1: Phänomenbereiche in der internationalen Forschung Längsschnittstudien und Wirkungsforschung im Kinderschutz 271 In der Forschung zeigt sich zum einen, dass das weitere Kinderschutzhandeln als abhängige und als vorherzusagende Variable betrachtet wird. Es werden die genannten Bereiche als Indikatoren für Problemlagen bzw. deren Besserung in der Familie verstanden. Dies ist aber insofern problematisch, da diese Ereignisse meist nicht nur durch die tatsächlichen Probleme der Familie, sondern auch durch Systemlogiken und -traditionen sowie Aspekte der Verfügbarkeit von freien Plätzen bedingt sind (z. B. Graham, Dettlaff, Baumann & Fluke, 2021). Die Ausgestaltung von Hilfs- und Schutzmaßnahmen wird in der Kinderschutzforschung zum anderen auch häufig als unabhängige Variable verwendet, die also dazu genutzt wird, Verläufe vorherzusagen. Häufig erfolgt hier keine experimentelle, das heißt durch die Forscher: innen kontrollierte Variation. Vielmehr wird die auftretende Variation zwischen Fällen, Kinderschutzbehörden, Regionen oder Bundesstaaten genutzt, um statistische Zusammenhänge zu berechnen. So macht sich ein Teil der Studien die unterschiedliche Ausgestaltung von Schutzmaßnahmen zunutze (z. B. Unterbringung in Pflegefamilien im Vergleich zu stationären Unterkünften; Li, Chng & Chu, 2019) und solche, bei denen im Hinblick auf bestimmte meist zusätzliche Programme variiert wird (z. B. Training zur Förderung der Feinfühligkeit bei Pflegeeltern; Raby, Freedman, Yarger, Lind & Dozier, 2019). Reviktimisierung Eine weitere Gruppe an Forschungsarbeiten befasst sich mit der Reviktimisierung von Kindern, die bereits wegen Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung dem Jugendamt bzw. vergleichbaren Einrichtungen in anderen Ländern gemeldet wurden. Hierbei wird häufig die erneute Meldung als Indikator für Misshandlung, Missbrauch oder Vernachlässigung herangezogen (z. B. Potter, Kennedy & Font, 2022; Stephens & Oates, 2015). Dies ist auch bei den wenigen Studien zum deutschen Kinderschutzsystem der Fall (Bae & Kindler, 2017). Die Untersuchung der Fragestellung anhand von Selbstberichten von Kindern findet sich auch in der angloamerikanischen Forschung selten (für eine Ausnahme siehe Laslett, Room, Dietze & Ferris, 2012). Neben der Reviktimisierung innerhalb der Familie haben sich auch einige Studien mit der Reviktimisierung von Kindern in institutionellen Settings in der Kinder- und Jugendhilfe beschäftigt (z. B. Indias, Arruabarrena & Paúl, 2019). Ein vorherrschendes Merkmal dieser Studien ist die Befragung von Kindern zu ihren Erfahrungen, insbesondere zu sexueller Gewalt. In Deutschland gibt es bisher einige Studien, die - wie auch in internationalen Studien - eine hohe Rate von Reviktimisierung von Kindern in stationären Einrichtungen belegen (Allroggen, Rau, Ohlert & Fegert, 2017; Helfferich, Kavemann, Kindler, Schürmann-Ebenfeld & Nagel, 2017). Eine weitere Forschungslinie wendet sich im Hinblick auf die Auswirkungen von Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung dem Risiko für eine Reviktimisierung in Partnerschaften im Jugend- und Erwachsenenalter zu (Fereidooni, Daniels & Lommen, 2023). Hierbei verwendet jedoch eine Vielzahl der Studien ein querschnittliches Design, das Erfahrungen von Missbrauch, Misshandlung und Vernachlässigung retrospektiv anhand von Selbstberichten erfragt (für eine Ausnahme siehe Cascardi, 2016). Erleben und Verhalten von Kindern Neben beiden erstgenannten Kategorien gibt es noch Forschungsarbeiten, die sich direkt dem Verhalten und Erleben von Kindern zuwenden. Hierzu zählen beispielsweise Untersuchungen zur Delinquenz bzw. Kriminalität von Kindern und Jugendlichen (z. B. Laurier, Hélie, Pineau- Villeneuve & Royer, 2018), wobei in einigen internationalen Studien unterschiedliche administrative Daten miteinander verknüpft werden. Ein weiterer Bereich beschäftigt sich mit dem Erreichen von Bildungszielen und der beruflichen Etablierung. Ein wichtiges Themenfeld - international wie innerhalb Deutschlands - 272 Susanne Witte, Sabine Heene, Christoph Liel, Heinz Kindler ist hierbei der Übergang vom Jugendalter ins Erwachsenenalter bei Jugendlichen, die in Fremdunterbringung aufwachsen (z. B. Cage, 2018). In Deutschland finden sich querschnittliche Studien zu Herausforderungen bei der Bewältigung eines Hochschulstudiums (Köngeter, Schröer & Zeller, 2012). Der Aufbau eines Längsschnitts in Deutschland wird in dem Projekt Careleaver Statistics verfolgt, welches junge Erwachsene, die in Fremdunterbringung aufgewachsen sind, während des jungen und mittleren Erwachsenenalters wiederholt befragt (cls-studie.de). Vergleichbar hierzu sind die längsschnittlichen Untersuchungen des SOS Kinderdorfs zur Handlungsbefähigung von Jugendlichen in stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und Careleavern (SOS-Kinderdorf e.V., 2017). Ein großer Teil der Studien in diesem Bereich betrachtete die mittel- und langfristigen Folgen von Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung und die in der Folge eingeleiteten Hilfs- und Schutzmaßnahmen für die psychische Gesundheit (Baldwin et al., 2023; Marquis, Leschied, Chiodo & O’Neill, 2008; Seker et al., 2022). Aufbauend auf administrativen Daten wird in einigen Studien die Einleitung von Hilfen aus dem Bereich der Psychiatrie oder Psychotherapie als Indikator für Probleme im Bereich der psychischen Gesundheit herangezogen (M. J. Green et al., 2020). In Deutschland gibt es zwei längsschnittliche Studien, die sich primär der psychischen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in Risikogruppen zugewandt haben (Laucht et al., 2000; Linderkamp et al., 2009). In anderen bevölkerungsweiten Studien werden Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung als Risikofaktoren erfasst, jedoch lediglich im Elternbericht (z. B. Schüller & Steinberg, 2022). Trotz der großen Fallzahlen finden sich in den Studien kaum ausreichend Fälle mit einer Beteiligung des Jugendamtes oder Familiengerichts. Ein deutlich kleinerer Teil der längsschnittlichen Studien im Kinderschutz wendet sich der körperlichen Gesundheit zu (für eine Ausnahme siehe Toussaint, Hardy & Buchleither, 2023). Für Deutschland sind uns keine Studien zur körperlichen Gesundheit bekannt, die einen Zusammenhang mit erlebter Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung und staatlichem Handeln untersuchen. Ein weiterer Bereich an Studien bezieht sich auf den Bereich der interpersonellen Beziehungsgestaltung im weiteren Lebensverlauf. Dieser ist eng verknüpft mit dem Phänomenbereich der Reviktimisierung in Partnerschaften, weil unzureichende interpersonelle Fähigkeiten als Risikofaktor für diese gelten (Fereidooni et al., 2023). Unter diesen Bereich fallen aber auch Studien zum Umgang mit den eigenen Kindern. Bei Letzteren besonders im Hinblick auf eine Gefährdung der eigenen Kinder, im Sinne eines transgenerationalen Gefährdungsrisikos (z. B. Russotti, Warmingham, Handley, Rogosch & Cicchetti, 2021). Wichtige Kovariaten In internationalen Studien werden vermehrt weitere Kovariaten wie beispielsweise die Ethnizität oder Migrationshintergrund berücksichtigt (z. B. Nikulina & Widom, 2014). Hierbei werden unterschiedliche Vorgehensweisen und Eingriffsschwellen in Familien diskutiert (Cram, Gulliver, Ota & Wilson, 2015). Eine Diskussion des Einflusses von Stereotypen und Vorurteilen bezüglich staatlichen Handelns wird in Deutschland bisher kaum geführt und deswegen in den wenigen Studien auch selten berücksichtigt (Kindler, 2013). Dennoch ist der Umgang mit Menschen mit Migrationshintergrund (Jagusch, Sievers & Teupe, 2018) und anderen religiösen und gesellschaftlichen Überzeugungen eine Realität in der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe (Meysen, Brandt, Fakhir, Witte & Kindler, 2022). Strategien für Längsschnittstudien in Deutschland Für Untersuchungen in Deutschland gelten zunächst ähnliche Herausforderungen, wie auch in anderen Ländern. Hinzu kommen spezifische Besonderheiten, die in Deutschland die Längsschnittstudien und Wirkungsforschung im Kinderschutz 273 Durchführung von längsschnittlichen Untersuchungen im Bereich des Kinderschutzes vor Herausforderungen stellen, wie beispielsweise eine unzureichende übergeordnete und zwischen Jugendämtern vergleichbare Datenerfassung, aber auch eine bisher oft als wenig gewinnbringend wahrgenommene Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis, die mit Vorbehalten gegenüber dem Nutzen wissenschaftlicher Erkenntnisse einhergeht. Übergeordnete Datenerfassung und digitale Aktenführung Ein erster Schritt hin zu der Erfassung von längsschnittlichen Daten im Kinderschutz in Deutschland ist die Weiterentwicklung der Datenerfassung zu Fallverläufen. Hier wäre sicherlich eine umfassendere Erfassung von Daten zu den Verläufen aus der Perspektive der Kinder in den amtlichen Statistiken sinnvoll. Während eine deutschlandweite Umsetzung nicht einfach möglich ist, so erscheint zumindest die Zusammenführung und Auswertung von Daten in einzelnen Jugendämtern sinnvoll und zielführend, insbesondere wenn auf bestehende bereits digitalisierte Daten zurückgegriffen werden kann. Dies ist auch insofern sinnvoll, als hierdurch die Ressourcen von Fachkräften weniger beansprucht werden, weil Daten ausgewertet werden, die ohnehin im Rahmen der Arbeit erzeugt werden (Witte, 2020). Anders als in Ländern mit einer stark standardisierten Dateneingabe muss jedoch in Deutschland hierbei, wenn Daten aus mehreren Jugendämtern gewonnen werden sollen, Zeit für die Zusammenführung unterschiedlicher Erfassungssysteme eingeplant werden. Besonders aussichtsreich erscheinen in Deutschland vor allem die Daten zu den Phänomenbereichen, die entweder aufgrund eines Eingriffs in die elterliche Sorge gut dokumentiert werden (z. B. Inobhutnahmen) oder die in der Kinder- und Jugendhilfe Kosten verursachen und deswegen in der Dokumentation gut belegt werden müssen (z. B. Einrichtung spezifischer Hilfen für Kinder und Familien). Einbezug von Praxis und Familien Fast schon traditionell werden Praxis und Forschung als zwei Gegensätze dargestellt und nicht selten wird die Beziehung zwischen den beiden Feldern zumindest als spannungsreich beschrieben (Epstein, 2015). Dies führt zu einer Lücke zwischen Praxis und Forschung, die durchwegs zwei Seiten hat: Forschung geht an den Bedürfnissen der Praxis vorbei und in der Praxis besteht ein großes Unbehagen, manchmal sogar Widerstand, gegen das Nutzen von Forschungsbefunden für die praktische Arbeit. Im Hinblick auf konkrete längsschnittliche Studien gerade im sensiblen Themenbereich des Kinderschutzes scheinen besonders folgende Strategien sinnvoll: 1) früher Einbezug der Fachpraxis, insbesondere der Fach- und Leitungskräfte an den Standorten, an denen Daten erhoben werden sollen. Im Sinne einer praxis-basierten Forschung (Epstein, 2015) ist es so auch möglich, dass Fragestellungen, aber auch methodische Zugangsweisen mit der Praxis generiert werden. 2) Frühzeitiger Nutzen der Forschungsergebnisse für beteiligte Fachkräfte und Einrichtungen. Forschungsergebnisse werden hierbei - gerade im Hinblick auf zuvor generierte Fragestellungen - für die Fachkräfte und Einrichtungen aufbereitet und mit diesen diskutiert. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Fachkräfte gerade im Hinblick auf längsschnittliche Untersuchungen auch weiter motiviert sind, an Forschungsprojekten mitzuwirken. Dies ist umso wahrscheinlicher, wenn Fachkräfte einen konkreten Nutzen darin erkennen können, dass durch ihre Beteiligung ihre Perspektiven auf betreute Kinder und Familien Eingang in die Forschung finden können. 3) Wenig zusätzlicher Aufwand durch Forschungsprojekte. In den Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe gibt es nicht selten zu wenig Personal. Zusätzliche Aufgaben, wie Forschungsprojekte, werden hierbei oft als Last erlebt. Hier scheint es sinnvoll zu sein, wenn Forscher: innen bereits bei der Konzeption der Datenerhebungen darauf achten, dass sich diese den Arbeitsabläufen anpassen bzw. 274 Susanne Witte, Sabine Heene, Christoph Liel, Heinz Kindler bereits bestehende administrative Abläufe nutzen, um den Mehraufwand möglichst gering zu halten. Es ist unerlässlich, Mittel zur Verfügung zu stellen, um Fachkräfte für die Mitwirkung bei Studien zu gewinnen, denn auch wenn Familien, Kinder und Jugendliche direkt befragt werden sollen, so ist der Zugang zu Klient: innen über Fachkräfte, die bereits mit ihnen Kontakt haben, einfacher. Es gilt aber auch, Datenerfassungen so zu gestalten, dass sie nutzerfreundlich und einfach zu bedienen sind. Eine besonders wichtige Herausforderung ist dabei, dass für Fachkräfte Forschung immer auch einen unmittelbaren Nutzen bereithalten sollte. Praktische Erfahrungen mit Längsschnittstudien in angrenzenden Forschungsbereichen (Vogel et al., 2023) zeigen jedoch, dass die Datenerfassung und Gewinnung von Familien über Fachkräfte auch bei gutem Willen der Beteiligten mit hohem Aufwand und teils geringem Rücklauf verbunden sein kann, welche bei der Projektkonzeption einkalkuliert werden sollten. Umgang mit föderalistischen Strukturen Die große Vielfalt an Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe zwischen unterschiedlichen Ländern und Kommunen in Deutschland ist für Forschungsvorhaben eine große Herausforderung. Für Längsschnittstudien - die mit einer ausreichend großen Anzahl an Kindern und Familien unter Berücksichtigung eines Dropouts über die Zeit mit der Datenerhebung beginnen müssen - besteht jedoch die Notwendigkeit, in mehreren Kommunen Daten zu erheben und möglicherweise unterschiedliche Ausgangsbedingungen in Einklang zu bringen. Auch wenn die Heterogenität der Strukturen eine nicht unerhebliche Herausforderung darstellt und im Forschungsprozess hierfür mehr Ressourcen eingeplant werden müssen, so bietet diese auch viele Möglichkeiten, unterschiedliche Arbeitsweisen zu vergleichen und somit deren Effekt auf Kinder und Jugendliche zu untersuchen. Schlussfolgerung und Ausblick International, vor allem in angloamerikanischen Ländern, gibt es zum Teil seit Jahrzehnten längsschnittliche Studien, die Hilfs-, Lebens- und Entwicklungsverläufe von Kindern und Familien, bei denen eine Kindeswohlgefährdung oder das Risiko hierfür vorlag, verfolgen. Diese Studien sind ein wichtiger Baustein, um die Frage nach der Wirkung von Hilfs- und Schutzmaßnahmen zu beleuchten. Sie sind gerade deswegen so wichtig, da aus ethischen und rechtlichen Gründen nur manche Einflussfaktoren experimentell manipuliert werden können. In Deutschland gibt es bisher keine großen längsschnittlichen Untersuchungen im Kinderschutz. Auch amtliche Daten, die ermöglichen, Verläufe von Kindern nachzuzeichnen, fehlen. Dennoch gibt es in einigen Bereichen bereits erste längsschnittliche Studien in Deutschland, deren Befunde erste Einblicke in Hilfs-, Lebens- und Entwicklungsverläufe von Kindern und Familien geben. Methodisch zeigen sie auch Möglichkeiten auf, anderen Grundvoraussetzungen (z. B. Datenschutzbestimmungen, Fehlen digitalisierter Fallakten) zu begegnen. Die Ergebnisse sind gerade auch vor dem Hintergrund der anderen Ausgestaltung des Kinderschutzsystems interessant, bleiben aber zum Teil aufgrund der kleinen Stichproben in ihrer Aussagekraft hinter den großen Studien aus dem angloamerikanischen Raum zurück. Für die Zukunft erscheint es aus unserer Sicht wichtig, dass es längsschnittlichen Studien gelingt, Kinder und Familien für einen möglichst langen Zeitraum zu begleiten und somit auch Einflussfaktoren und ein möglichst breites Spektrum an Folgen umfassend zu erfassen. Durch so gewonnene Daten können Fachkräfte im Kinderschutz die Auswirkungen ihrer Entscheidungen mit größerer Sicherheit abschätzen und damit den weiteren Lebensweg von Kindern positiv beeinflussen. Forschung unterstützt die Kinder- und Jugendhilfe dabei einzuordnen, inwieweit sie dem in § 1 KKG festgelegten Auftrag nachkommen, und Möglichkeiten für Verbesserungen aufzudecken. In Längsschnittstudien und Wirkungsforschung im Kinderschutz 275 dieser Hinsicht ist es für die Forschung im Kinderschutz essenziell, gute Modelle für eine Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis zu entwickeln, die frühzeitig im Forschungsprozess beginnt, Raum für wechselseitiges Lernen gibt und Forschungsergebnisse nachvollziehbar für die Praxis aufbereitet. Literatur Allroggen, M., Rau, T., Ohlert, J. & Fegert, J. M. (2017). Lifetime prevalence and incidence of sexual victimization of adolescents in institutional care. Child Abuse & Neglect, 66, 23 - 30. https: / / doi.org/ 10.1016/ j.chiabu. 2017.02.015 Bae, H. & Kindler, H. (2017). Child maltreatment re-notifications in Germany. Analysis of local case files. Children and Youth Services Review, 75, 42 - 49. https: / / doi.org/ 10.1016/ j.childyouth.2017.02.012 Baldwin, J. R., Reuben, A., Newbury, J. B. & Danese, A. (2019). Agreement between prospective and retrospective measures of childhood maltreatment: A systematic review and meta-analysis. JAMA Psychiatry, 76 (6), 584 - 593. https: / / doi.org/ 10.1001/ jamapsychiatry. 2019.0097 Baldwin, J. R., Wang, B., Karwatowska, L., Schoeler, T., Tsaligopoulou, A., Munafò, M. R. et al. (2023). Childhood Maltreatment and Mental Health Problems: A Systematic Review and Meta-Analysis of Quasi-Experimental Studies. The American Journal of Psychiatry, 180 (2), 117 - 126. https: / / doi.org/ 10.1176/ appi.ajp.2022 0174 Blau, C., Bohrer, A.-K. & Haase, J. (in press). Was bleibt? Zur Resonanz von Kinderschutz im Rückblick ehemaliger Kinderschutzkinder. In C. Schrapper & H. Kindler (Hrsg.), Kinderschutzkarrieren. Rekonstruktion von organisationalen Entwicklungen, Gefährdungserfahrungen, diagnostischen Vorgehensweisen, Interventionen und biographischen Verläufen in einer westdeutschen Großstadt 1985 - 2014. Weinheim: Beltz Juventa. Brännström, L., Forsman, H., Vinnerljung, B. & Almquist, Y. B. (2020). Inequalities in educational outcomes in individuals with childhood experience of out-of-home care: What are driving the differences? PloS One, 15 (4), e0232061. https: / / doi.org/ 10.1371/ journal.pone.023 2061 Cage, J. (2018). Educational attainment for youth who were maltreated in adolescence: Investigating the influence of maltreatment type and foster care placement. Child Abuse & Neglect, 79, 234 - 244. https: / / doi.org/ 10.10 16/ j.chiabu.2018.02.008 Cascardi, M. (2016). From Violence in the Home to Physical Dating Violence Victimization: The Mediating Role of Psychological Distress in a Prospective Study of Female Adolescents. Journal of Youth and Adolescence, 45 (4), 777 - 792. https: / / doi.org/ 10.1007/ s10964- 016-0434-1 Chaffin, M., Hecht, D., Bard, D., Silovsky, J. F. & Beasley, W. H. (2012). A statewide trial of the SafeCare homebased services model with parents in Child Protective Services. Pediatrics, 129 (3), 509 - 515. https: / / doi.org/ 10.1542/ peds.2011-1840 Chikwava, F., Cordier, R., Ferrante, A., O’Donnell, M., Speyer, R. & Parsons, L. (2021). Research using population-based administration data integrated with longitudinal data in child protection settings: A systematic review. PloS One, 16 (3), e0249088. https: / / doi.org/ 10.1371/ journal.pone.0249088 Clemens, V., Huber-Lang, M., Plener, P. L., Brähler, E., Brown, R. C. & Fegert, J. M. (2018). Association of child maltreatment subtypes and long-term physical health in a German representative sample. European Journal of Psychotraumatology, 9 (1), 1510278. https: / / doi.org/ 10. 1080/ 20008198.2018.1510278 Cram, F., Gulliver, P., Ota, R. & Wilson, M. (2015). Understanding overrepresentation of indigenous children in child welfare data: an application of the drake risk and bias models. Child Maltreatment, 20 (3), 170 - 182. https: / / doi.org/ 10.1177/ 1077559515580392 Davidson-Arad, B., Englechin-Segal, D. & Wozner, Y. (2003). Short-term follow-up of children at risk: comparison of the quality of life of children removed from home and children remaining at home. Child Abuse & Neglect, 27 (7), 733 - 750. https: / / doi.org/ 10.1016/ s0145-2134(03)00113-3 Edwards, D., Collin-Vézina, D., Danbrook, M. C. & Wekerle, C. (2022). Longitudinal trajectories of depressive symptoms among sexually abused adolescents involved in child protection services. Child Abuse & Neglect, 131, 105742. https: / / doi.org/ 10.1016/ j.chiabu.2022.105 742 Eisner, N. L., Murray, A. L., Eisner, M. & Ribeaud, D. (2019). A practical guide to the analysis of non-response and attrition in longitudinal research using a real data example. International Journal of Behavioral Development, 43 (1), 24 -34. https: / / doi.org/ 10.1177/ 01650254187 97004 English, D. J., Thompson, R. & White, C. R. (2015). Predicting risk of entry into foster care from early childhood experiences: A survival analysis using LONGSCAN data. Child Abuse & Neglect, 45, 57 - 67. https: / / doi. org/ 10.1016/ j.chiabu.2015.04.017 Epstein, I. (2015). Building a bridge or digging a pipeline? Clinical data mining in evidence-informed knowledge building. Research on Social Work Practice, 25 (4), 499 - 506. https: / / doi.org/ 10.1177/ 1049731514536 475 Esposito, T., Delaye, A., Chabot, M., Trocmé, N., Collin- Vézina, D. & Simpson, M. (2017). The placement trajectories of youth served by child protection for sexual abuse. Journal of Child & Adolescent Trauma, 10 (1), 63 - 76. https: / / doi.org/ 10.1007/ s40653-016- 0128-6 Esposito, T., Trocmé, N., Chabot, M., Collin-Vézina, D., Shlonsky, A. & Sinha, V. (2014). Family reunification for placed children in Québec, Canada. A longitudinal study. Children and Youth Services Review, 44, 278 - 287. https: / / doi.org/ 10.1016/ j.childyouth.2014. 06.024 Esser, G. & Schmidt, M. H. (2017). Die Mannheimer Risikokinderstudie. Kindheit und Entwicklung, 26 (4), 198 - 202. https: / / doi.org/ 10.1026/ 0942-5403/ a000 232 Farrington, D. P., Loeber, R. & Welsh, B. C. (2010). Longitudinal-experimental studies. In A. R. Piquero & D. Weisburd (Eds.), Handbook of quantitative criminology (S. 503 - 518). New York, NY: Springer. https: / / doi. org/ 10.1007/ 978-0-387-77650-7_24 276 Susanne Witte, Sabine Heene, Christoph Liel, Heinz Kindler Fereidooni, F., Daniels, J. K. & Lommen, M. J. J. (2023). Childhood maltreatment and revictimization: A systematic literature review. Trauma, Violence & Abuse, 15248380221150475. https: / / doi.org/ 10.1177/ 1524 8380221150475 Fong, H.-F., Alegria, M., Bair-Merritt, M. H. & Beardslee, W. (2018). Factors associated with mental health services referrals for children investigated by child welfare. Child Abuse & Neglect, 79, 401 - 412. https: / / doi.org/ 10.1016/ j.chiabu.2018.01.020 Fraser, M. W., Richman, J. M., Galinsky, M. J. & Day, S. H. (2009). Intervention research. Developing social programs (Pocket guides to social work research methods). New York: Oxford University Press. https: / / doi.org/ 10.10 93/ oso/ 9780195325492.001.0001 Gerber, C. & Lillig, S. (2018). Gemeinsam lernen aus Kinderschutzverläufen. Eine systemorientierte Methode zur Analyse von Kinderschutzfällen und Ergebnisse aus fünf Fallanalysen (Nationales Zentrum Frühe Hilfen, Hrsg.) (Beiträge zur Qualitätsentwicklung im Kinderschutz 9). Verfügbar unter: https: / / www.fruehehilfen.de/ service/ publikationen/ einzelansicht-publikationen/ titel/ gemein sam-lernen-aus-kinderschutzverlaeufen-eine-system orientierte-methode-zur-analyse-von-kindersch/ Graham, J. C., Dettlaff, A. J., Baumann, D. J. & Fluke, J. D. (2021). The decision-making ecology of placing a child into foster care. In J. Fluke, M. López López, R. Benbenishty, E. J. Knorth & D. Baumann (Hrsg.), Decisionmaking and judgment in child welfare and protection. Theory, research, and practice (S. 111 - 135). New York, NY: Oxford University Press. https: / / doi.org/ 10.1093/ oso/ 9780190059538.003.0005 Green, B. L., Ayoub, C., Bartlett, J. D., Ende, A. von, Furrer, C., Chazan-Cohen, R. et al. (2014). The effect of early head start on child welfare system involvement. A first look at longitudinal child maltreatment outcomes. Children and Youth Services Review, 42, 127 - 135. https: / / doi.org/ 10.1016/ j.childyouth.2014.03.044 Green, M. J., Hindmarsh, G., Kariuki, M., Laurens, K. R., Neil, A. L., Katz, I. et al. (2020). Mental disorders in children known to child protection services during early childhood. The Medical Journal of Australia, 212 (1), 22 - 28. https: / / doi.org/ 10.5694/ mja2.50392 Guastaferro, K. & Shipe, S. L. (2023). Child maltreatment types by age: Implications for prevention. International Journal of Environmental Research and Public Health, 21 (1). https: / / doi.org/ 10.3390/ ijerph21010020 Helfferich, C., Kavemann, B., Kindler, H., Schürmann- Ebenfeld, S. & Nagel, B. (2017). Stigma macht vulnerabel, gute Beziehungen schützen. Sexueller Missbrauch in den Entwicklungsverläufen von jugendlichen Mädchen in der stationären Jugendhilfe. Diskurs Kindheits- und Jugendforschung, 12 (3), 261 - 275. https: / / doi.org/ 10. 3224/ diskurs.v12i3.01 Huinink, J., Brüderl, J., Nauck, B., Walper, S., Castiglioni, L. & Feldhaus, M. (2011). Panel analysis of intimate relationships and family dynamics (pairfam): Conceptual framework and design. Journal of Family Research, 23 (1), 77 - 101. https: / / doi.org/ 10.20377/ jfr-235 Indias, S., Arruabarrena, I. & Paúl, J. de. (2019). Child maltreatment, sexual and peer victimization experiences among adolescents in residential care. Children and Youth Services Review, 100, 267 - 273. https: / / doi.org/ 10.1016/ j.childyouth.2019.03.014 Jagusch, B., Sievers, B. & Teupe, U. (Hrsg.). (2018). Migrationssensibler Kinderschutz. Ein Werkbuch (1. Auflage). Regensburg: WALHALLA Fachverlag. https: / / doi.org/ 10.5771/ 9783802949715 Jarczok, M., Lange, S., Meinck, F., Witt, A., Clemens, V., Fegert, J. M. et al. (2023). Widening epidemiological data on the prevalence of child maltreatment: Validation of the German ICAST-R in a student sample and national household survey. Child Abuse & Neglect, 137, 106038. https: / / doi.org/ 10.1016/ j.chiabu.2023.106 038 Jennings, W. G., Richards, T. N., Tomsich, E. & Gover, A. R. (2015). Investigating the role of child sexual abuse in intimate partner violence victimization and perpetration in young adulthood from a propensity score matching approach. Journal of Child Sexual Abuse, 24 (6), 659 - 681. https: / / doi.org/ 10.1080/ 10538712.2015.1057665 Jonson-Reid, M., Kohl, P. L. & Drake, B. (2012). Child and adult outcomes of chronic child maltreatment. Pediatrics, 129 (5), 839 - 845. https: / / doi.org/ 10.1542/ peds.2011-2529 Jud, A., Lips, U. & Landolt, M. A. (2010). Methodological challenges in following up patients of a hospital child protection team: is there a recruitment bias? Child and Adolescent Psychiatry and Mental Health, 4, 27. https: / / doi.org/ 10.1186/ 1753-2000-4-27 Kindler, H. (2013). Qualitätsindikatoren für den Kinderschutz in Deutschland. Analyse der nationalen und internationalen Diskussion - Vorschläge für Qualitätsindikatoren (NZFH, Hrsg.). München/ Köln. Köngeter, S., Schröer, W. & Zeller, M. (2012). Statuspassage „Leaving Care“: Biografische Herausforderungen nach der Heimerziehung. Diskurs Kindheits- und Jugendforschung, (3), 261 - 276. Laslett, A.-M., Room, R., Dietze, P. & Ferris, J. (2012). Alcohol’s involvement in recurrent child abuse and neglect cases. Addiction (Abingdon, England), 107 (10), 1786 - 1793. https: / / doi.org/ 10.1111/ j.1360-0443.20 12.03917.x Laucht, M., Esser, G. & Schmidt, M. H. (2000). Längsschnittforschung zur Entwicklungsepidemiologie psychischer Störungen: Zielsetzung, Konzeption und zentrale Befunde der Mannheimer Risikokinderstudie. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 29 (4), 246 - 262. https: / / doi.org/ 10.1026/ / 0084-5345. 29.4.246 Laurier, C., Hélie, S., Pineau-Villeneuve, C. & Royer, M.-N. (2018). From maltreatment to delinquency: Service trajectories after a first intervention to child protection services. In T. Shaw, B. R. Lee & J. L. Farrell (Hrsg.), Administrative data and child welfare research. Using linked data to improve child welfare research, policy, and practice (1st). London: Routledge. Li, D., Chng, G. S. & Chu, C. M. (2019). Comparing long-term placement outcomes of residential and family foster care: A meta-analysis. Trauma, Violence & Abuse, 20 (5), 653 - 664. https: / / doi.org/ 10.1177/ 15 24838017726427 Linderkamp, F., Schramm, S. A. & Michau, S. (2009). Die psychische Entwicklung von Pflegekindern und Pflegeeltern. Ergebnisse einer prospektiven Längsschnittstudie. Verhaltenstherapie & psychosoziale Praxis, 4 (41), 863 - 880. Marquis, R. A., Leschied, A. W., Chiodo, D. & O’Neill, A. (2008). The relationship of child neglect and physical maltreatment to placement outcomes and behavioral adjustment in children in foster care. A Canadian perspective. Child Welfare, 87 (5), 5 - 25. Längsschnittstudien und Wirkungsforschung im Kinderschutz 277 Massullo, C., Rossi, E. de, Carbone, G. A., Imperatori, C., Ardito, R. B., Adenzato, M. et al. (2023). Child Maltreatment, Abuse, and Neglect: An Umbrella Review of Their Prevalence and Definitions. Clinical Neuropsychiatry, 20 (2), 72-99. https: / / doi.org/ 10.36131/ cnfi oritieditore20230201 Merkel-Holguin, L., Fluke, J. D. & Krugman, R. D. (Eds.). (2019). National systems of child protection. Understanding the international variability and context for developing policy and practice (Child Maltreatment, Contemporary Issues in Research and Policy, vol. 8). Cham: Springer International Publishing. https: / / doi.org/ 10.1007/ 97 8-3-319-93348-1 Meysen, T., Brandt, L. A., Fakhir, Z., Witte, S. & Kindler, H. (2022). Fachliches Handeln zum Wohl von Kindern und Jugendlichen im Kontakt mit „anderer“, fundamentalistischer und radikaler Religiosität und Weltanschauung. Handlungsempfehlungen aufbauend auf zentralen Erkenntnissen des Projekts „Radikal, fundamentalistisch, anders - Fachkräfte im Kontakt (RaFiK)“. Verfügbar unter: https: / / www.dji.de/ ueber-uns/ projekte/ projekte/ radikal-fundamentalistisch-anders-fachkraefte-imkontakt-rafik/ projekt-publikationen.html Montgomery Armstrong, J., Dolan, M., Biemer, P., Ringeisen, H., Testa, Mark, Keeney, Jennifer, Casanueva, C. et al. (2024). NSCAW III: Design Overview, Methodological Challenges, and Lessons Learned from the Baseline Wave. Verfügbar unter: https: / / acf.gov/ opre/ report/ third-national-survey-child-and-adolescent-well-beingnscaw-iii-design-overview Moody, G., Cannings-John, R., Hood, K., Kemp, A. & Robling, M. (2018). Establishing the international prevalence of self-reported child maltreatment. A systematic review by maltreatment type and gender. BMC Public Health, 18 (1), 1164. https: / / doi.org/ 10.1186/ s12889-018-6044-y Nikulina, V. & Widom, C. S. (2014). Do race, neglect, and childhood poverty predict physical health in adulthood? A multilevel prospective analysis. Child Abuse & Neglect, 38 (3), 414 - 424. https: / / doi.org/ 10.1016/ j. chiabu.2013.09.007 Nivison, M. D., Labella, M. H., Raby, K. L., Doom, J. R., Martin, J., Johnson, W. F. et al. (2024). Insights into child abuse and neglect: Findings from the Minnesota Longitudinal Study of Risk and Adaptation. Development and Psychopathology, 36 (5), 2499 - 2511. https: / / doi. org/ 10.1017/ S0954579424000865 Parolini, A., Shlonsky, A., Magruder, J., Eastman, A. L., Wulczyn, F. & Webster, D. (2018). Age and other risk factors related to reentry to care from kin guardian homes. Child Abuse & Neglect, 79, 315 - 324. https: / / doi.org/ 10.1016/ j.chiabu.2018.02.024 Potter, M. H., Kennedy, R. S. & Font, S. A. (2022). Rates and predictors of child maltreatment re-perpetration against new victims and prior victims. Child Abuse & Neglect, 123, 105419. https: / / doi.org/ 10.1016/ j.chiabu.2021. 105419 Putnam-Hornstein, E. & Needell, B. (2011). Predictors of child protective service contact between birth and age five. An examination of California’s 2002 birth cohort. Children and Youth Services Review, 33 (11), 2400 - 2407. https: / / doi.org/ 10.1016/ j.childyouth.2011.07.010 Raby, K. L., Freedman, E., Yarger, H. A., Lind, T. & Dozier, M. (2019). Enhancing the language development of toddlers in foster care by promoting foster parents’ sensitivity: Results from a randomized controlled trial. Developmental Science, 22 (2), e12753. https: / / doi.org/ 10.1111/ desc.12753 Reim, J. (2021). Inanspruchnahme von Beratungs- und sonstigen Unterstützungsangeboten für Eltern und Kinder (Materialien zum Neunten Familienbericht der Bundesregierung). München: Deutsches Jugendinstitut e.V. https: / / doi.org/ 10.36189/ DJI222021 Rosenberg, R., Williams, S. C., Martinez, V. & Ball, J. (2024). Mandated reporting policies and the detection of child abuse and neglect. Children and Youth Services Review, 159, 107499. https: / / doi.org/ 10.1016/ j.child youth.2024.107499 Russell, J. R., Kerwin, C. & Halverson, J. L. (2018). Is child protective services effective? Children and Youth Services Review, 84, 185 - 192. https: / / doi.org/ 10.1016/ j.child youth.2017.11.028 Russotti, J., Warmingham, J. M., Handley, E. D., Rogosch, F. A. & Cicchetti, D. (2021). Child maltreatment: An intergenerational cascades model of risk processes potentiating child psychopathology. Child Abuse & Neglect, 112, 104829. https: / / doi.org/ 10.1016/ j.chiabu.2020. 104829 Schüller, S. & Steinberg, H. S. (2022). Parents under stress: Evaluating emergency childcare policies during the first COVID-19 lockdown in Germany. Labour Economics, 78, 102217. https: / / doi.org/ 10.1016/ j.labeco.2022.102217 Sedgwick, P. (2013). What is intention to treat analysis? BMJ, 346 (jun07 3), f3662 - f3662. https: / / doi.org/ 10. 1136/ bmj.f3662 Seker, S., Boonmann, C., d’Huart, D., Bürgin, D., Schmeck, K., Jenkel, N. et al. (2022). Mental disorders into adulthood among adolescents placed in residential care: A prospective 10-year follow-up study. European Psychiatry: the Journal of the Association of European Psychiatrists, 65 (1), e40. https: / / doi.org/ 10.1192/ j.eurpsy. 2022.30 Shipe, S. L., Guastaferro, K., Ayer, L., Lee, J. Y. & Connell, C. M. (2024). Family structure and children’s risk of child protective services re-reports. Child Abuse & Neglect, 154, 106915. https: / / doi.org/ 10.1016/ j.chiabu.2024. 106915 Sierau, S., Brand, T., Manly, J. T., Schlesier-Michel, A., Klein, A. M., Andreas, A. et al. (2016). A multisource approach to assessing child maltreatment from records, caregivers, and children. Child Maltreatment. https: / / doi.org/ 10.1177/ 1077559516675724 Skehill, C. (2010). History of child welfare and protection social work in Northern Ireland. Finding continuity amongst discontinuity in case files from 1950 to 1968. Child Care in Practice, 16 (4), 309 - 325. https: / / doi.org/ 10.1080/ 13575279.2010.498413 Soneson, E., Das, S., Burn, A.-M., van Melle, M., Anderson, J. K., Fazel, M. et al. (2023). Leveraging administrative data to better understand and address child maltreatment: A scoping review of data linkage studies. Child Maltreatment, 28 (1), 176 - 195. https: / / doi.org/ 10.11 77/ 10775595221079308 SOS-Kinderdorf e.V. (2017). SOS-Längsschnittstudie Handlungsbefähigung (IPP München, Hrsg.) (Newsletter 1/ 2017). München. Statistisches Bundesamt. (2024 a). Bevölkerung: Deutschland, Stichtag, Altersjahre. Statistisches Bundesamt. (2024 b). Erzieherische Hilfen/ Beratungen: Deutschland, Jahre, Geschlecht, Migrationshintergrund, Art der Hilfen. Am 31. 12. bestehende erzieherische Hilfen/ Beratungen. 278 Susanne Witte, Sabine Heene, Christoph Liel, Heinz Kindler Stephens, A. & Oates, K. (2015). The placement of children following non-accidental head injuries. Are they protected from further harm? Child Abuse Review, 24 (1), 67 - 76. https: / / doi.org/ 10.1002/ car.2335 Stoltenborgh, M., Bakermans-Kranenburg, M. J., Alink, L. R. A. & van Ijzendoorn, M. H. (2015). The prevalence of child maltreatment across the globe. Review of a series of meta-analyses. Child Abuse Review, 24 (1), 37 - 50. https: / / doi.org/ 10.1002/ car.2353 Toussaint, E., Hardy, A. & Buchleither, M. (2023). The physical and psychological health of children entrusted to the care of the child protection and welfare service in Vendée. Archives De Pediatrie: Organe Officiel De La Societe Francaise De Pediatrie, 30 (8), 544 - 549. https: / / doi. org/ 10.1016/ j.arcped.2023.08.008 Turgut, F., Biehal, N. & Witte, S. (in prep.). Predictors of re-report in England and Germany. Turner, C. F. & Martin, E. (Hrsg.). (1984). Surveying subjective phenomena. New York: Russell Sage Foundation. Ubbesen, M. B., Petersen, L. & Kristensen, O. S. (2013). The transition from in-home services to out-of-home care: A Danish register-based study. Children and Youth Services Review, 35 (9), 1608 - 1617. https: / / doi.org/ 10.1016/ j.childyouth.2013.06.013 Vogel, L., Färber, T., Hölzl, I., Deliens, T., Henning, C., Liel, C. et al. (2023). I-PREGNO - prevention of unhealthy weight gain and psychosocial stress in families during pregnancy and postpartum using an mHealth enhanced intervention: a study protocol of two cluster randomized controlled trials. BMC Pregnancy and Childbirth, 23 (1), 418. https: / / doi.org/ 10.1186/ s128 84-023-05735-x Waddoups, A. B., Yoshikawa, H. & Strouf, K. (2019). Developmental effects of parent-child separation. Annual Review of Developmental Psycholog y, 1 (1), 387 - 410. https: / / doi.org/ 10.1146/ annurev-devpsych-121318-08 5142 Wells, M. & Correia, M. (2012). Reentry into out-of-home care. Implications of child welfare workers’ assessments of risk and safety. SocialWork Research, 36 (3), 181 - 195. https: / / doi.org/ 10.1093/ swr/ svs011 Witt, A., Glaesmer, H., Jud, A., Plener, P. L., Brähler, E., Brown, R. C. et al. (2018). Trends in child maltreatment in Germany. Comparison of two representative population-based studies. Child and Adolescent Psychiatry and Mental Health, 12, 24. https: / / doi.org/ 10.1186/ s13034- 018-0232-5 Witte, S. (2020). Case file analyses in child protection research. Review of methodological challenges and development of a framework. Children and Youth Services Review, 108, 104551. https: / / doi.org/ 10.1016/ j.child youth.2019.104551 Witte, S., Kindler, H. & Heene, S. (in press). Schutz- und Hilfsmaßnahmen, Reviktimisierung und kindliches Wohlergehen nach der Vorstellung in der Kinderschutzambulanz: Ergebnisse aus der kombinierten Auswertung mit Jugendamtsakten. In C. Schrapper & H. Kindler (Hrsg.), Kinderschutzkarrieren. Rekonstruktion von organisationalen Entwicklungen, Gefährdungserfahrungen, diagnostischen Vorgehensweisen, Interventionen und biographischen Verläufen in einer westdeutschen Großstadt 1985 - 2014. Weinheim: Beltz Juventa. Witte, S., López López, M., Baldwin, H., Biehal, N. & Kindler, H. (2022). Child maltreatment investigations: Comparing children, families, and reasons for referral in three European countries. Child Abuse & Neglect, 132, 105805. https: / / doi.org/ 10.1016/ j.chiabu.2022.105 805 Witte, S., Miehlbradt, L., van Santen, E. & Kindler, H. (2019). Preventing child endangerment - Child protection in Germany. In L. Merkel-Holguin, J. D. Fluke & R. D. Krugman (Eds.), National systems of child protection. Understanding the international variability and context for developing policy and practice (Child Maltreatment, Contemporary Issues in Research and Policy, vol. 8). Cham: Springer International Publishing. https: / / doi.org/ 10.1007/ 978-3-319-93348-1_6 Witte, S., Walper, S. & Fegert, J. M. (2018). Geschwister im Kontext von sexuellem Missbrauch - Ergebnisse einer retrospektiven Befragung von erwachsenen Geschwisterpaaren. Zeitschrift für Erziehung und Sozialisation, 38 (2), 136 - 153. https: / / doi.org/ 10.3262/ ZSE 1802136 Zimmermann, J. & Kindler, H. (2023). Folgeabwägung bei außerfamiliärer Unterbringung. In J. M. Fegert, T. Meysen, H. Kindler, K. Chauviré-Geib, U. Hoffmann & E. Schumann (Hrsg.), Gute Kinderschutzverfahren. Tatsachenwissenschaftliche Grundlagen, rechtlicher Rahmen und Kooperation im familiengerichtlichen Verfahren (S. 497 - 515). Berlin: Springer. Susanne Witte Deutsches Jugendinstitut e.V. Nockherstr. 2 81541 München E-Mail: witte@dji.de Sabine Heene E-Mail: sabine.heene@web.de Christoph Liel Heinz Kindler Deutsches Jugendinstitut e.V. Nockherstr. 2 81541 München E-Mail: liel@dji.de kindler@dji.de
