Psychologie in Erziehung und Unterricht
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Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
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FLINK in der Praxis: Wirksamkeit und Einsatzmöglichkeiten
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Telse Nagler
Leseflüssigkeit ist eine zentrale Voraussetzung für schulischen Erfolg, wird jedoch von vielen Kindern nicht ausreichend entwickelt. Mit FLINK steht eine digitale Leseflüssigkeitsförderung für die Klassenstufen 2 bis 6 zur Verfügung, die auf dem Prinzip des Textausblendens (engl. text-fading) basiert. Das Training fördert leises Lesen und richtet sich vor allem an Schüler:innen im unteren und mittleren Leistungsbereich, die zwar grundlegende Lesefertigkeiten erworben, aber noch Schwierigkeiten mit der Leseflüssigkeit haben. Durch die Einbettung in die Lernverlaufsdiagnostikplattform quop können Lehrkräfte Förderbedarf erkennen und Fortschritte automatisch dokumentieren. Erste groß angelegte Evaluationen von FLINK zeigten, dass regelmäßiges Training die Lesegeschwindigkeit steigert, während das Leseverständnis erhalten bleibt. FLINK ist somit eine evidenzbasierte, praxistaugliche Möglichkeit, Leseförderung ökonomisch in den Schulalltag zu integrieren, und befindet sich zugleich in einer kontinuierlichen Weiterentwicklung, in die laufend neue Forschungsergebnisse und Praxiserfahrungen einfließen.
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Psychologie in Erziehung und Unterricht, 2025, 72, Preprint Online DOI 10.2378/ peu2025.art23d © Ernst Reinhardt Verlag n Praxis Psychologischer Beratung und Intervention FLINK in der Praxis: Wirksamkeit und Einsatzmöglichkeiten eines digitalen Leseflüssigkeitstrainings Fenke Kachisi 1, 2 & Telse Nagler 1, 2, 3 (geteilte Erstautorinnenschaft) 1 DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Frankfurt am Main 2 IDeA-Zentrum, Frankfurt am Main 3 Universität Bremen Zusammenfassung: Leseflüssigkeit ist eine zentrale Voraussetzung für schulischen Erfolg, wird jedoch von vielen Kindern nicht ausreichend entwickelt. Mit FLINK steht eine digitale Leseflüssigkeitsförderung für die Klassenstufen 2 bis 6 zur Verfügung, die auf dem Prinzip des Textausblendens (engl. text-fading) basiert. Das Training fördert leises Lesen und richtet sich vor allem an Schüler: innen im unteren und mittleren Leistungsbereich, die zwar grundlegende Lesefertigkeiten erworben, aber noch Schwierigkeiten mit der Leseflüssigkeit haben. Durch die Einbettung in die Lernverlaufsdiagnostikplattform quop können Lehrkräfte Förderbedarf erkennen und Fortschritte automatisch dokumentieren. Erste groß angelegte Evaluationen von FLINK zeigten, dass regelmäßiges Training die Lesegeschwindigkeit steigert, während das Leseverständnis erhalten bleibt. FLINK ist somit eine evidenzbasierte, praxistaugliche Möglichkeit, Leseförderung ökonomisch in den Schulalltag zu integrieren, und befindet sich zugleich in einer kontinuierlichen Weiterentwicklung, in die laufend neue Forschungsergebnisse und Praxiserfahrungen einfließen. Schlüsselbegriffe: Leseflüssigkeit, Leseförderung, digitales Training, Text-Fading/ Textausblenden, leises Lesen Insights into FLINK: Effectiveness and Implementation of a Digital Reading Fluency Training Summary: Reading fluency is essential for academic success but remains insufficiently developed in many children. FLINK, a digital reading fluency intervention for grades 2 to 6, is based on the text-fading method and targets silent reading. It is designed for students in the lower and middle performance range who already master basic reading skills but continue to face challenges with reading fluency. Embedded in the progress monitoring system quop, FLINK enables teachers to identify reading-related needs and automatically track student progress. Large-scale evaluations of FLINK demonstrated that regular training significantly increases reading speed while maintaining comprehension. Thus, FLINK represents an evidence-based, practice-oriented program that integrates easily into everyday classroom contexts. At the same time, it is in continuous development, with ongoing research and practical experience feeding directly into further improvements. Keywords: Reading fluency, reading intervention, digital training, text-fading, silent reading Lesen gehört zu den grundlegenden Kulturtechniken, die Kinder in der Grundschule erwerben, und ist eine Schlüsselkompetenz für die gesamte Bildungslaufbahn. Es eröffnet Zugang zu Wissen, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe und bildet die Grundlage fast aller schulischen Lernprozesse: Aufgaben müssen verstanden, Fachtexte erschlossen und Informationen verarbeitet werden. Zahlreiche Studien zeigen, dass Lesefähigkeiten zu den wichtigsten Voraussetzungen für Schulerfolg zählen (Schneider, 2017). 2 Fenke Kachisi, Telse Nagler Doch nicht alle Kinder bewältigen diesen Kompetenzaufbau problemlos. Viele haben große Schwierigkeiten beim Lesenlernen (Fischbach et al., 2013). Sie lesen langsam, machen viele Fehler und verstehen Texte nur teilweise. Das wirkt sich in fast allen Schulfächern negativ aus, nicht nur im Deutschunterricht, sondern auch in Mathematik, Sachunterricht oder Naturwissenschaften (vgl. Kohn, Wyschkon & Esser, 2013). Hinzu kommen psychosoziale Belastungen: Kinder mit Leseschwierigkeiten erleben beim Arbeiten mit Texten häufig Überforderung, benötigen mehr Zeit, fühlen sich im Unterricht abgehängt und vergleichen sich mit leistungsstärkeren Mitschüler: innen. Dies kann Selbstwert und Motivation beeinträchtigen und zu einer ablehnenden Haltung gegenüber Büchern und schriftsprachlichen Aufgaben führen (McElvany, Kortenbruck & Becker, 2008). Viele dieser Kinder verlieren dadurch die Freude am Lesen und vermeiden es zunehmend. Dadurch fehlen Übungsgelegenheiten, die für Fortschritte entscheidend wären (vgl. Allington & McGill-Franzen, 2021). Denn erst durch regelmäßige Übung können Leseanfänger: innen ihre Leseprozesse automatisieren (z. B. das schnelle Erkennen von Wörtern statt mühsamen Buchstabierens). Diese Automatisierung schafft erst die nötigen kognitiven Ressourcen für Verstehensprozesse und ermöglicht flüssiges Lesen. Leseflüssigkeit bezeichnet das Lesen mit hinreichender Geschwindigkeit und Genauigkeit, sodass kognitive Ressourcen für das Leseverständnis frei bleiben (Nagler, Lindberg & Hasselhorn, 2018). Sie bildet die Brücke zwischen Worterkennung und Leseverständnis und gilt als zentrale Voraussetzung erfolgreichen Lesens. Im Deutschen, einer eher transparenten Sprache mit regelmäßigen Buchstaben-Laut-Zuordnungen, zeigt sich bei Kindern mit Leseschwierigkeiten vor allem eine geringe Lesegeschwindigkeit (Landerl, Wimmer & Frith, 1997). Zwar lesen sie korrekt, benötigen dafür aber so viel Zeit, dass ihr Leseverständnis leidet, da ihre kognitiven Kapazitäten durch den verlangsamten Leseprozess stark beansprucht werden (LaBerge & Samuels, 1974). Die Forschung zeigt eindeutig: Ohne gezielte Förderung verschwinden diese Probleme nicht (Kohn et al., 2013). Wirksame Förderprogramme müssen frühzeitig ansetzen und den Leseprozess selbst in den Blick nehmen. Besonders erfolgreich sind regelmäßige Trainings, die gezielt die Problembereiche der Kinder, d. h. die Automatisierung und die Leseflüssigkeit, stärken (Ise, Engel & Schulte-Körne, 2012). In transparenten Sprachen sollte die Förderung von Kindern mit Leseschwierigkeiten daher einen Fokus auf die Leseflüssigkeit legen, die als zentrale Problematik von Leseschwierigkeiten gilt, um sowohl den fachlichen als auch den psychosozialen Schwierigkeiten zu begegnen. An diesem Punkt setzt das digitale Trainingsprogramm FLINK an. FLINK: Ein digitales Training für leises Lesen FLINK steht für „Flüssig lesen lernen - Individuelle Förderung der Lesekompetenz“. Das digitale Trainingsprogramm zur Steigerung der Leseflüssigkeit des leisen Lesens wurde speziell für das Grundschulalter entwickelt und ist inzwischen für die Klassenstufen 2 bis 6 verfügbar. Es richtet sich an Kinder im unteren und mittleren Leseleistungsniveau, die Schwierigkeiten beim flüssigen Lesen haben, und soll ihnen helfen, Lesegeschwindigkeit, -verständnis und Motivation nachhaltig zu verbessern. Textausblenden als Trainingsprinzip von FLINK Die Grundlage des Trainings ist das sogenannte Acceleration Phenomenon: Werden Leser: innen angeregt, etwas schneller zu lesen als gewöhnlich, verbessern sich nicht nur ihre Lesegeschwindigkeit, sondern oft auch Genauigkeit und Leseverständnis (Breznitz, 1987, 1997). Um Kinder zu schnellerem Lesen anzuregen, nutzt FLINK das Prinzip des Textausblendens (text-fading), bei dem Buchstaben eines Satzes auf dem Bildschirm schrittweise in Leserichtung verschwinden. Der leichte Zeitdruck durch die individuell ange- FLINK: Digitales Leseflüssigkeitstraining 3 passte Ausblendegeschwindigkeit fördert effizientes Lesen, indem Kinder z. B. Wörter oder Wortteile zunehmend als Einheit statt buchstabenweise verarbeiten (Kachisi, Ehm, Marković & Nagler, 2025). Theoretisch lässt sich dies durch den Wechsel zwischen zwei Lesewegen erklären: dem phonologischen, bei dem Wörter Buchstabe für Buchstabe entschlüsselt werden, und dem lexikalischen, bei dem bekannte Wörter direkt aus dem Gedächtnis abgerufen werden (Coltheart, Curtis, Atkins & Haller, 1993). Durch häufigere Nutzung des lexikalischen Wegs steigt die Automatisierung des Leseprozesses - ein zentraler Schritt zu mehr Leseflüssigkeit. Zahlreiche Studien belegen die Wirksamkeit dieses Ansatzes bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, mit und ohne Leseschwierigkeiten (z. B. Nagler et al., 2015; Nagler, Linkersdörfer, Lonnemann, Hasselhorn & Lindberg, 2016; Nagler, Lonnemann, Linkersdörfer, Hasselhorn & Lindberg, 2014; Nagler, Zarić, Kachisi, Lindberg & Ehm, 2021). Der Haupteffekt: Die Lesegeschwindigkeit steigt, während das Leseverständnis erhalten bleibt (Korinth & Nagler, 2021). FLINK im Schulalltag: Ablauf und Einbettung in quop FLINK ist vollständig in die browserbasierte Lernverlaufsdiagnostikplattform quop (Förster, Erichsen & Forthmann, 2023; Souvignier, Förster, Hebbecker & Schütze, 2021; www.quop.de) integriert. Quop ermöglicht Lehrkräften, den Lernfortschritt ihrer Schüler: innen regelmäßig und objektiv zu erfassen - im Lesen sowie in Mathematik. Für das Lesen stehen standardisierte Tests zur Verfügung, die ca. alle drei Wochen durchgeführt werden können und Informationen zu Lesegenauigkeit, -geschwindigkeit und -verständnis liefern. So können Lehrkräfte Entwicklungen und Fortschritte über das Schuljahr hinweg transparent nachverfolgen und Förderbedarf frühzeitig erkennen. Quop bietet damit eine verlässliche Grundlage für Förderentscheidungen. Das FLINK-Training ist direkt in diese Diagnostik eingebunden. Lehrkräfte können mit wenigen Klicks Kinder im unteren und mittleren Leistungsniveau für das Training freischalten, die sich anschließend selbstständig einloggen und die Übungen am Computer oder Tablet bearbeiten. Im Schuljahr sind bis zu 54 Trainingseinheiten möglich, empfohlen wird ein Rhythmus von zwei Übungen pro Woche. Eine Übung dauert ca. eine Schulstunde und umfasst 30 Sätze. Nach jedem Satz wird eine kurze Multiple-Choice- Verständnisfrage beantwortet. Abhängig von den Ergebnissen passt sich die Ausblendegeschwindigkeit automatisch an: Kinder mit vielen richtigen Antworten lesen etwas schneller weiter; Kinder, die Verständnisschwierigkeiten haben, erhalten mehr Zeit. So wird niemand überfordert und das Leseverständnis bleibt erhalten, ohne dass die Lehrkraft eingreifen muss. FLINK eignet sich besonders für Schüler: innen, die bereits grundlegende Lesefertigkeiten zeigen, deren Leseflüssigkeit aber noch nicht automatisiert ist. Voraussetzungen sind dabei sichere Buchstaben-Laut-Zuordnungen und erste Einträge im mentalen Lexikon (dem „Wortgedächtnis“, in dem bekannte Wörter gespeichert sind, die beim Lesen direkt abgerufen werden können). Fehlen diese Basiskompetenzen, kann das Training ggf. überfordern und Kinder profitieren möglicherweise zunächst stärker von anderen Förderansätzen, bspw. silbenbasiertem Lesen. Bestehen diese Basiskompetenzen jedoch, kann FLINK den Aufbau der Leseflüssigkeit sinnvoll unterstützen. Ein zentraler Vorteil liegt in der gemeinsamen Datenbasis mit quop: Alle Trainingsergebnisse werden automatisch in quop dokumentiert und zusammengeführt. Lehrkräfte sehen so, wie viele Übungen ein Kind absolviert hat, mit welcher Ausblendegeschwindigkeit es arbeitet und wie gut es die Verständnisfragen beantwortet. Zugleich können sie verfolgen, wie sich Lesegeschwindigkeit und -verständnis im Rahmen der regelmäßigen quop-Tests entwickeln. So können Lehrkräfte den Trainingserfolg kontinuierlich prüfen und im Klassen- oder individuellen Vergleich bewerten. 4 Fenke Kachisi, Telse Nagler Evaluation und Wirksamkeit von FLINK Die Wirksamkeit von FLINK wurde in zwei groß angelegten Studien untersucht. Mit knapp 6400 Schüler: innen der dritten und vierten Klassenstufe konnte gezeigt werden, dass Kinder ihre Lesegeschwindigkeit (über die im Training erfasste Ausblendegeschwindigkeit operationalisiert) im Verlauf des Trainings steigerten (Nagler, Kachisi, Marković & Ehm, n. d.). Besonders Kinder mit niedrigem Ausgangsniveau verbesserten sich stärker als Kinder, die das Training mit höherer Lesegeschwindigkeit starteten. Dies spricht dafür, dass langsam lesende Kinder im Trainingsverlauf zu ihren schnelleren Mitschüler: innen aufschließen konnten. In einer weiteren Studie mit über 700 Drittklässler: innen wurde geprüft, ob sich die Effekte auch in externen Lesemaßen (die in quop erfasste Lesegeschwindigkeit) zeigen (Kachisi, Ehm, Marković & Nagler, 2025). Die Kinder trainierten über das Schuljahr hinweg mit FLINK, während ihre Lesegeschwindigkeit regelmäßig in quop- Tests erhoben wurde. Die Ergebnisse zeigten, dass häufig trainierende Kinder (sieben oder mehr Übungen) ihre Lesegeschwindigkeit in quop stärker verbesserten als Kinder mit geringerTrainingsbeteiligung. Gleichzeitig blieb das Leseverständnis konstant. Die Kinder wurden also schneller, ohne an inhaltlicher Qualität des Lesens einzubüßen. Besonders bedeutsam ist, dass die Fortschritte nicht nur im Training selbst, sondern auch in den standardisierten quop-Tests sichtbar wurden - ein Hinweis auf die Übertragbarkeit der Verbesserungen auch auf andere Leseaufgaben. Zudem zeigte die Evaluation, dass ein auf Textausblenden basierendes Training auch unter schulischen Alltagsbedingungen wirksam ist. Damit leistet FLINK einen wichtigen Beitrag zur evidenzbasierten Leseförderung. Praxisrelevanz von FLINK Da Kinder, die regelmäßig am Training teilnahmen, größere Fortschritte zeigten als jene mit wenigen Sitzungen, empfiehlt sich für die Praxis ein kontinuierlicher Einsatz von FLINK im Unterricht. Da die Übungen das leise Lesen fördern, kann das Training problemlos im Klassenverband durchgeführt werden. Durch die ökonomische Umsetzbarkeit lassen sich ohne zusätzlichen Betreuungsaufwand viele Kinder gleichzeitig fördern. Kinder können das Training eigenständig bedienen, sodass insbesondere Kinder mit Aufholbedarf in der Leseflüssigkeit auch in Freiarbeitszeiten trainieren können. Das Training scheint zudem für viele Kinder motivierend zu sein. In einer Lehrkräftebefragung im Schuljahr 2024/ 2025 gaben 73,17 % der Lehrkräfte an, dass die meisten teilnehmenden Kinder „großen Spaß an der Durchführung von FLINK“ hatten. Die Übungen sprechen durch unterschiedliche Themengebiete (z. B. Einsatzkräfte, Märchen, Tiere oder Fahrzeuge) vielfältige Interessen an. Ein digitales Belohnungssystem bietet unmittelbare Rückmeldung zu ihren Leistungen: Für jeden Satz erhalten die Kinder pro erreichter Geschwindigkeitsstufe einen digitalen Stern. Am Ende jeder Übung sehen sie so, wie schnell sie gelesen haben, und können ihre Fortschritte direkt verfolgen - was ihr Selbstvertrauen und ihre Lesemotivation stärken kann. Ausblick FLINK wird kontinuierlich weiterentwickelt. Neue Forschungsergebnisse und Praxiserfahrungen fließen laufend in die Optimierung ein, etwa durch die Erweiterung auf weitere Klassenstufen, differenziertere Aufgabenformate und stärkere Individualisierung. Gleichzeitig greifen geplante Forschungsvorhaben offene Fragen auf, etwa zur Langfristigkeit der Effekte, zur Entwicklung der Motivation über längere Zeiträume und zu den Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit Kinder optimal vom Training profitieren. Fazit Mit FLINK steht ein wissenschaftlich fundiertes, digitales Leseflüssigkeitstraining zur Verfügung, das sich niederschwellig in den Unterricht integrieren lässt. Evaluationen zeigen, dass regelmäßiges Training mit Verbesserungen der Lesegeschwindigkeit einhergeht, während das Leseverständnis erhalten bleibt. Besonders vorteilhaft FLINK: Digitales Leseflüssigkeitstraining 5 ist die Einbettung in quop, da Lehrkräfte auf Basis der Lernverlaufsdaten gezielt Kinder im unteren und mittleren Leistungsbereich für FLINK auswählen und deren Fortschritte über den Verlauf des Trainings übersichtlich verfolgen können. Insgesamt verbindet FLINK wissenschaftliche Evidenz mit praktischer Umsetzbarkeit. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung fließen neue Forschungsergebnisse und Praxiserfahrungen laufend in Verbesserungen ein. Lehrkräfte erhalten so eine leicht zugängliche, evidenzbasierte Möglichkeit, Leseschwierigkeiten frühzeitig zu erkennen und gezielt zu begegnen. Literatur Allington, R. L. & McGill-Franzen, A. M. (2021). Reading volume and reading achievement: A review of recent research. Reading Research Quarterly, 56 (S1), 231 - 238. https: / / doi.org/ 10.1002/ rrq.404 Breznitz, Z. (1987). Increasing first graders’ reading accuracy and comprehension by accelerating their reading rates. 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