eJournals unsere jugend60/4

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0342-5258
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
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2008
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Geschlechtssensible Gewaltprävention und Menschenrechtsbildung - konzeptionelle Überlegungen für die (offene) Jugendarbeit

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2008
Ute Schad
Der aus grundsätzlichen Überlegungen zum Thema Menschenrechte und Gewalt sowie aus der sozialwissenschaftlichen Forschung über Männlichkeiten abgeleitete Zusammenhang zwischen Menschenrechtsbildung und geschlechtssensibler Gewaltprävention bildet den Schwerpunkt der hier vorgestellten konzeptionellen Überlegungen und Erfahrungen aus Praxisforschungsprojekten, die in Einrichtungen der offenen Jugendarbeit durchgeführt wurden.
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uj 4 (2008) 153 Unsere Jugend, 60. Jg., S. 153 - 162 (2008) © Ernst Reinhardt Verlag München Basel Geschlechtssensible Gewaltprävention und Menschenrechtsbildung - konzeptionelle Überlegungen für die (offene) Jugendarbeit Ute Schad Der aus grundsätzlichen Überlegungen zum Thema Menschenrechte und Gewalt sowie aus der sozialwissenschaftlichen Forschung über Männlichkeiten abgeleitete Zusammenhang zwischen Menschenrechtsbildung und geschlechtssensibler Gewaltprävention bildet den Schwerpunkt der hier vorgestellten konzeptionellen Überlegungen und Erfahrungen aus Praxisforschungsprojekten, die in Einrichtungen der offenen Jugendarbeit durchgeführt wurden. jugendarbeit Gewaltprävention und Menschenrechtsbildung bedingen einander. So wie die (interkulturelle) geschlechtssensible Gewaltprävention der Menschenrechtsperspektive bedarf, so braucht die Menschenrechtsbildung die Genderperspektive sowie die Thematisierung von Männlichkeitsbildern. Die Auseinandersetzung mit gewaltfördernden Männlichkeitsnormen gehört zu den Herausforderungen für die Jungen- und Mädchenarbeit. Geschlechtssensible Gewaltprävention muss sich bemühen, Homophobie in allen Erscheinungsformen abzubauen. Gewalt stellt ein vielschichtiges Problem dar, für das es weder eine einfache Erklärung noch eine einfache Lösung gibt. Unumstritten ist jedoch, dass das soziale Geschlecht im Gewaltprozess eine entscheidende Rolle spielt. Der oftmals zitierte statistische Zusammenhang von Männlichkeit und Gewalt - der sich in den jährlich veröffentlichten Kriminalstatistiken spiegelt - lässt jedoch nicht den Schluss zu, dass Männer/ männliche Jugendliche zu einer höheren Gewaltbereitschaft verdammt sind: „Obwohl fast alle Soldaten Männer sind, sind die meisten Männer keine Soldaten, obwohl die meisten Killer Männer sind, töten die meisten Männer nie, unternehmen nicht einmal den Versuch dazu, obwohl eine erschreckende Anzahl von Männern vergewaltigt, tun es die meisten Männer nicht. Es ist - sowohl theoretisch als auch praktisch - ein Faktum von großer Bedeutung, dass es in der Welt viele nicht gewalttätige Männer gibt“ (Connell 2000, 22). Wären Männer prinzipiell und von Natur aus nicht zu friedlichem und sozial verantwortlichem Verhalten fähig, hätte Gewaltprävention und mit ihr das Ziel, nicht-hegemoniale und gewaltfreie Formen von Männlichkeit zu entwickeln und zu fördern, keine Chance. Dr. Ute Schad Jg. 1961; freiberufliche Autorin und Sozialwissenschaftlerin mit den Arbeitsschwerpunkten Praxisforschung und wissenschaftliche Praxisbegleitung insbesondere im Bereich der offenen Jugendarbeit, Interkulturellen Praxis, Gewaltprävention und Menschenrechtsbildung 154 uj 4 (2008) jugendarbeit Die „toxischen“ Aspekte hegemonialer Männlichkeit Soziale und kulturelle Faktoren tragen entscheidend dazu bei, wie oft, in welcher Form und in welchem Ausmaß aggressive Tendenzen, die beiden Geschlechtern zu eigen sind, ausgelebt werden. Gewalt ist kein Ausdruck der angeborenen Instinktnatur des Mannes oder eine zwangsläufige Folge seiner Genitalien, Hormone oder Gehirnstruktur. Gewalt und dominantes Verhalten sind Teil eines sozialen Prozesses, der Männlichkeiten den Stempel einer männlich dominierten Gesellschaft aufdrückt. Männer und Jungen - so haben Salisbury und Jackson (1996, 106) es treffend formuliert - sind nicht deshalb gewalttätig, weil sie männliche Körper haben. Sondern sie sind gewalttätig, um „männlicher“ zu werden. Am idealisierten Modell hegemonialer Männlichkeit wird gemessen, wie sich ein „richtiger Mann“ zu verhalten hat. Es fällt Männern/ Jungen (und oft auch Frauen/ Mädchen) nicht schwer zu entscheiden, was einen „echten Mann“ ausmacht und wer zu den „Weicheiern“ zählt. Hegemoniale Männlichkeit steht so für eine idealisierte Form der Männlichkeit, an der Jungen den Grad ihrer „wahren Männlichkeit“ ablesen können - sowohl in den Augen anderer als auch in ihrer Selbsteinschätzung. An dieser Marke müssen sich Jungen messen lassen, wenn sie als „echter“ oder „richtiger“ Mann gelten wollen. Connell verweist in diesem Zusammenhang auf Schuluntersuchungen, die solche hegemonialen Muster deutlich machen. „In manchen Schulen ist die Art von Männlichkeit hegemonial, die sich im Wettkampfsport bewähren kann. Erfolge im Sport sind ein Männlichkeitsbeweis, sogar für Jungen, die Sport verabscheuen. Wer dieses vorherrschende Männlichkeitsmuster ablehnt, muss sich ihm durch Kampf oder Geschick entziehen“ (Connell 1999, 56). (Hegemoniale) Männlichkeit stellt Männer/ Jungen unter Druck, ihre Männlichkeit im Wettbewerb unter Männern zu beweisen. Diesen konkurrenzbetonten, hierarchischen und homosozialen Charakter der Konstruktion von Männlichkeit beobachtete Cohen schon in den 60er Jahren: „Sowohl in der Kultur der Mittelklasse als auch in der delinquenten Subkultur messe man seine Männlichkeit durch Vergleich der Leistung, sei es nun im Stehlen, Schlagen, sportlichen Wettbewerb oder auf geistigem Gebiet mit andern Männern gleichen Geschlechts“ (Cohen, zit. nach: Meuser 2003, 39). Was Männer brauchen, ist die Anerkennung von Männern. Frauen/ Mädchen fungieren in diesem Wettbewerb als Währung, um den eigenen Wert auf der Männlichkeitsskala zu erhöhen. In diesen „reziproken“ Gewaltverhältnissen unter Jungen/ Männern geht es um die gegenseitige Anerkennung als Gleiche, sprich als Männer. Beide Seiten riskieren den eigenen Körper. Gewalt und insbesondere davon verursachte - am besten deutlich sichtbare - Verletzungen bedeuten in diesem Kontext Macht- und Prestigegewinn. So ist es auch für Gerhard im folgenden Beispiel selbstverständlich, dass aus einer Auseinandersetzung derjenige als Gewinner hervorgeht, der die deutlich sichtbaren Kampfesspuren trägt. „F: Wenn einer jetzt eine Rückenprellung hat und der andere ein blaues Auge. Gibt’s da einen Gewinner? Wer ist da der Gewinner? “ Gerhard: Ja, der mit dem blauen Auge“ (Schad 2007, 165). Dieser Macht- und Prestigegewinn, der im (gewaltförmig) unter Männern ausgetragenen Konkurrenzkampf erzielt wird, hat seinen Preis. Er zwingt Männer/ Jungen in das Korsett eines Männlichkeitsmusters, das sie im Namen männlicher Dominanz und eines abstrakten Ideals männlicher Überlegenheit in ein oft selbstschädigenuj 4 (2008) 155 jugendarbeit des Leistungs-, Stärke- und Konkurrenzverhalten treibt und von ihnen die Unterdrückung einer ganzen Palette menschlicher Gefühle und Bedürfnisse (z. B. Angst, Schwäche, Hilflosigkeit, Bedürfnis nach Nähe, Bindung, Hingabe) abverlangt. Die soziale Definition von Männern als Besitzer von Macht wird nicht nur in Bilder und Vorstellungen „richtiger Männlichkeit“ übersetzt, sondern erschafft auch den männlichen Körper. Männlichkeit geht in „Fleisch und Blut“ über, in Muskeln, Anspannung, Körperhaltung und Körpersprache. Männer sehen ihren Körper oft als Instrument und in vielen Fällen auch als Waffe (vgl. Hatty 2000, 119ff). Im Namen von Männlichkeit und Leistung wird der männliche Körper zu einem Instrument, das dem Willen seines „Besitzers“ unterworfen ist und der Unterwerfung von Frauen und anderen Männern dienen kann. Männer/ Jungen bezahlen dies mit der Entfremdung vom eigenen Körper, der in seiner Lebendigkeit und Verletzlichkeit nicht wahrgenommen werden darf. Karl (1994) spricht in diesem Zusammenhang vom „männlichen Körperpanzer“. In allen Formen hegemonialer Männlichkeiten zeigen sich gemeinsame Elemente. Diese Elemente verweisen auf die „Stärke“ (körperliche Stärke, intellektuelle Stärke, Charakterstärke, Willensstärke), Rationalität und die Überlegenheit eines Mannes/ Jungen gegenüber untergeordneten Jungen/ Männern und Mädchen/ Frauen. Es sind diese demonstrativ zur Schau gestellten Attribute der Männlichkeit, die die Verknüpfung von Männlichkeit mit Aggression normalisieren. Jungen gelten dann als besonders „männlich“, wenn sie dominantes und aggressives Verhalten gegenüber Mädchen oder anderen Jungen zeigen. So wird Gewalt zum Ausdruck einer „geglückten“ Männlichkeitsdemonstration. Von den „toxischen“ Aspekten hegemonialer Männlichkeit sind sowohl Mädchen als auch Jungen betroffen. So ergeben sich sowohl aus der Perspektive der Mädchen als auch der Jungen ähnliche Gründe, warum Jungen in ihrem Männlichkeitsverhalten herausgefordert und ihnen Möglichkeiten der Veränderungen angeboten werden sollen: Erhöhung der eigenen Sicherheit, Schutz vor Diskriminierung, Eröffnung von Freiheitsspielräumen, Verbesserung von zwischenmenschlichen Beziehungen, Lebensqualität und Gesundheit. Die Vielfalt von Männlichkeiten als Chance der geschlechtssensiblen Gewaltprävention Zu den wichtigsten Erkenntnissen der empirischen Forschung über Männlichkeiten zählt der Nachweis über die Vielfalt und Vielfältigkeit von Männlichkeiten. Gerade in dieser Vielfalt liegt die Chance der geschlechtssensiblen Gewaltprävention. Als ein Ansatz geschlechtssensibler Gewaltprävention wurden in Jugendtreffs des Kreisjugendrings München-Stadt Workshopreihen durchgeführt, die Gewaltprävention mit der Diskussion von Männlichkeitsbildern, Geschlechterrollen und Menschenrechten verknüpfen wollten. Männliche und weibliche Jugendliche hatten die Möglichkeit, sich auf kreative Weise mit unterschiedlichen Formen von Männlichkeit und den „toxischen“ Aspekten von bestimmten Männlichkeitsdarstellungen auseinanderzusetzen. Jede Workshopreihe umfasste nach Geschlecht getrennte sowie beide Geschlechter umfassende Workshops. Die Workshops besuchten überwiegend (ehemalige) Haupt- und RealschülerInnen zwischen 12 und 20 Jahren. Der Anteil der HauptschülerInnen lag über dem der RealschülerInnen. Insbesondere unter den männlichen Teilnehmern waren Jugendliche mit Migrationshintergrund stark vertreten. Im Mittelpunkt der Workshops stand die Arbeit mit selbstproduzierten, auf die jeweilige Besuchergruppe zugeschnitte- 156 uj 4 (2008) jugendarbeit nen „theoriegestützten Weiterspielvideos“ (vgl. Schad 2007). In diesen Videos stellten PädagogInnen unterschiedliche Männlichkeiten dar und zeigten alltägliche Konfliktsituationen, die die Jugendlichen in der Jungenbzw. Mädchengruppe fortführten und auflösten. Das Konzept der hegemonialen Männlichkeit lieferte das Raster für die Videoentwicklung. Auch die unterschiedlichen Haltungen der Mädchen zu hegemonialen Männlichkeitsmustern wurden anhand von weiblichen Charakteren angesprochen. Neben der Videoarbeit stellte die Erprobung der aktivierenden Befragungsaktion „Wir messen das Menschenrechtsklima in unserem Freizeittreff“ einen wesentlichen Bestandteil der Workshoparbeit dar. Einzelne Menschenrechtsartikel wurden auf den Alltag im Freizeittreff übertragen (z. B. „Der Freizeittreff ist ein Ort, an dem sich alle Besucher und Besucherinnen sicher und geschützt fühlen“), diskutiert und dann bewertet (vgl. ebd., 190ff). So zeigten die in den Workshops gewonnenen Erfahrungen deutlich, wie unterschiedlich, widersprüchlich und dynamisch das Verhältnis von männlichen Jugendlichen in ähnlichen soziokulturellen Milieus hinsichtlich ihrer Orientierung und Einstellung zu den Normen situativ hegemonialer Männlichkeit ausfallen kann. In jeder Gruppe äußerten einzelne Jungen im Detail abweichende Männlichkeitsvorstellungen und Interessen. Selbst in einer auf Abgrenzung nach außen hin orientierten Jungenclique artikulierten sich Männlichkeitsvorstellungen und Interessen, die für einen anderen Umgang mit Mädchen und eine kritische Diskussion von gewaltfördernden Männlichkeitsnormen mobilisiert werden können. So stellte die Mehrheit der männlichen Jugendlichen demonstrativ ein (situativ) hegemoniales Männlichkeitsmuster zur Schau, das den Zusammenhalt der Jungenclique, die Tapferkeit und Gewaltbereitschaft der Gruppenmitglieder, die Abwertung von Mädchen und die (gewaltbereite) Ausgrenzung von (unmännlichen) fremden Jungs betonte. Aber das Interesse an einem guten (partnerschaftlichen) Verhältnis zu Mädchen und unterschiedliche sozial-normative Orientierungen wirkten als Zündstoff in der auf ihr „Macho-Gangsta“-Image bedachten Jungengruppe. In der Diskussion über die Bedeutung von „Respekt“ ließ sich erkennen, dass selbst in diesem relativ abgeschotteten Milieu - einer Jungenclique, die sich selbst als „Revierverteidiger“ ihres „Ghettos“, eines am Stadtrand gelegenen Viertels mit einer hohen Konzentration an Sozialwohnungen sieht - Anknüpfungspunkte für ein an Menschenrechten orientiertes Geschlechterverhältnis und einen anderen Umgang mit Gewalt zu finden sind. Respekt wird von den Jungen völlig unterschiedlich interpretiert: einmal als Verhältnis von Herrschaft und Unterordnung und ein anderes Mal im Sinne einer Menschenrechtskultur als gegenseitige Anerkennung (vgl. Schad 2007, 159). In den Jungenworkshops setzten Pädagogen zum Teil auf eine Vorgehensweise, die die Jungen zu einer kritischen Reflexion ihres Männlichkeitsverhaltens animieren sollte, indem sie auf den Erfolg „frauenrespektierender und nicht-aggressiver Jungs“ bei Mädchen verwiesen. Doch auch wenn ein Teil der männlichen Jugendlichen durchaus ein Interesse an einem befriedigenden, eher gleichberechtigten Verhältnis zu Mädchen und Frauen hat, ist diese pädagogische Taktik kritisch zu sehen. Den männlichen Jugendlichen ist durchaus bewusst, dass die (jüngeren) Mädchen zum Teil von hegemonialen Männlichkeitsnormen fasziniert sind und „Machos“ deshalb Erfolg haben. Eine Auseinandersetzung über (gewalttätige) Männlichkeitsnormen setzt erst ein, wenn Differenzen im männlichen Selbstverständnis und den individuellen Erfahrungen der männlichen Jugendlichen herausgearbeitet und zugelassen werden können. Auf dieser Basis lässt sich die Unausweichlichkeit gewalttätiger Männlichuj 4 (2008) 157 jugendarbeit keitsnormen in Frage stellen. Dabei zeigte sich, wie wichtig es ist, die Dynamik unter männlichen Jugendlichen, die sich an - und sei es nur in Differenzen - unterschiedlichen Männlichkeitsnormen orientieren, zu nutzen und auf diese Art ein Forum für Verhaltensweisen, die vom hegemonialen Modell abweichen, zu schaffen. In den Workshops wurde auch deutlich, dass die Auseinandersetzung mit den offensichtlich gewaltnahen Aspekten (situativ) hegemonialer Männlichkeitsnormen nicht ausreicht, um männliche Jugendliche für jede Form der Gewalt zu sensibilisieren. Die Ablehnung gewalttätiger Formen von Männlichkeit kann durchaus mit Intoleranz, Dominanzbereitschaft und ausgrenzendem Verhalten einhergehen. Dies bestätigt die Bedeutung der Menschenrechtsbildung für die Gewaltprävention. Gleichzeitig wurde in den Workshopreihen deutlich, wie schwierig, aber auch wichtig es ist, aus der vereinfachenden Polarität Männlichkeit/ Jungs - Weiblichkeit/ Mädchen auszubrechen und das Augenmerk auf die Vielfalt von Männlichkeitsmustern zu legen. So lassen sich zwar unterschiedliche Facetten im individuellen Männlichkeitsbild bei vielen männlichen Jugendlichen entdecken, aber Männlichkeitsnormen und der von ihnen ausgehende Zwang (insbesondere im Kontext der Jungenclique) sind ein Tabu für die männlichen Jugendlichen. Männlichkeitsnormen artikulieren sich - gerade weil sie als selbstverständlich und „natürlich“ gelten - häufig indirekt und eher unbewusst. Sie entfalten ihre Wirkung am stärksten in den „Tabus“, wie sich Jungen/ Männer lieber nicht verhalten sollen. In der individuellen Wertschätzung der anwesenden Jungen sind nicht unbedingt die gewaltbereiten „coolen Wichtigmacher“ die Beliebtesten. Aber der Zwang, „nicht weiblich“, passiv oder „schwul“ zu erscheinen, verhindert die soziale Anerkennung von friedlichen und nicht auf Dominanz beruhenden Männlichkeitsmustern. Nur auf dem Weg der Betonung von gewaltfreien Lösungen als demokratisches Modell gelang es einem Jungen, dieser Falle zu entgehen. Die Auseinandersetzung mit Homophobie als zentrale Herausforderung für die geschlechtssensible Gewaltprävention In der Arbeit mit männlichen Jugendlichen zum Thema Männlichkeitsbilder und Männlichkeitsnormen ist es wichtig, sich der Herausforderung der Homophobie zu stellen. Homophobie und Gewalt gehen auf zweierlei Arten eine direkte Verbindung ein. Einerseits als „Hass auf Schwule“. Andererseits dient die Unterstellung, „schwul“ zu sein, als bewusste Strategie, um eine gewalttätige Auseinandersetzung unter männlichen Jugendlichen zu provozieren. Dies gelingt allerdings nur dann, wenn „schwul“ als Beleidigung aufgefasst wird. In der Auseinandersetzung zwischen Jungen, die demonstrativ patriarchale Männlichkeitsnormen vertreten, und männlichen Jugendlichen, die sich diesem Männlichkeitsdruck zumindest in Teilbereichen entziehen, bildet Homophobie eine Strategie, um das hegemoniale Männlichkeitsmodell zu verteidigen. Homophobie erwies sich im Rahmen der Workshops als wichtige Strategie zur Sicherung (situativ) hegemonialer Männlichkeit. Dies kam in dem Versuch zum Ausdruck, männliche Jugendliche, die die (aggressive) Abwertung von Mädchen/ Frauen, die Verherrlichung männlicher Stärke, Gewalt- und Verteidigungsbereitschaft sowie 158 uj 4 (2008) jugendarbeit die Verachtung von Sanftheit, Friedfertigkeit und öffentlich gezeigter Empathie bei Jungen nicht unterstützen, als „schwul“ zu stigmatisieren. Männliche Jugendliche, die nicht hegemonialen Männlichkeitsnormen entsprechen, werden mit dem Etikett „schwul“ versehen und aus dem Kreis respektabler Männlichkeit ausgegrenzt. Reagieren die so bezeichneten Jugendlichen gelassen auf die Unterstellung, nicht männlich genug bzw. „schwul“ zu sein, läuft die Provokation ins Leere, und eine kritische Auseinandersetzung mit gewaltunterstützenden Männlichkeitsnormen kann stattfinden. Homophobie muss in all ihren Dimensionen herausgefordert und abgebaut werden. Es geht dabei nicht nur um den Hass und die Verachtung für Schwule, Lesben und Bisexuelle, sondern auch um die männliche Angst vor anderen Jungen/ Männern, die den Einzelnen als „nicht männlich“ genug demaskieren können. Schwule sind „Memmen“. Sie symbolisieren „verweiblichte“ Männer. Homophobie schränkt auch heterosexuelle Männer/ Jungen in ihrem Verhaltensspielraum und ihren Ausdrucksmöglichkeiten (von Zuneigung unter Männern) ein. Sie erschwert oder verhindert die Akzeptanz von Männlichkeitsentwürfen, die nicht auf Dominanz, Härte/ Stärke und Aggressivität beruhen. Ihre Abwesenheit erleichtert die Identifikation mit gewaltablehnenden, frauenrespektierenden Männlichkeitsmustern. So ist es wichtig, die unterschiedlichen Ebenen von Homophobie zu thematisieren. Allein die Behandlung des Themas „schwul“ ist für die männlichen Jugendlichen oft ein „heißes Eisen“. Hier bietet sich auch die Thematisierung von Homosexualität aus einer Menschenrechtsperspektive an. So kann unter Umständen vermieden werden, dass die Diskussion eskaliert und abgebrochen werden muss. Die Verstrickung der Mädchen in hegemoniale Männlichkeitsnormen und ihre Unterstützung von gewaltbereiten Männlichkeitsidealen Sowohl in den Mädchenals auch in den gemischten Workshops unterstützte ein Teil der Mädchen traditionelle Männlichkeitsnormen wie etwa „Stärke“, „Härte“, „Coolness“ und „Aggressivität“ als Zeichen von Männlichkeit. Dies zeigte sich in der Abwertung von Jungen, die nicht diesen Männlichkeitsnormen entsprechen, als „Weichei“ oder „schwul“. Eine gewaltbereite Form von Männlichkeit wird teilweise nicht nur als „normal“ angesehen, sondern durchaus geschätzt. Für diese Wertschätzung gewaltbereiter Männlichkeit sind zwei Motive ausschlaggebend: die traditionelle männliche Schutzfunktion sowie die Hoffnung auf Veränderung der Anteile dieses Männlichkeitsmusters, die die Herrschaft und potenzielle Gewalt gegenüber Mädchen/ Frauen betreffen. Die (gewaltbereite) Beschützerfunktion und die Stärke, die „diese Machos“ ausstrahlen, wird honoriert, obwohl den Mädchen klar ist, dass es eben häufig diese Art von „Macho-Jungs“ ist, die ihre Freundin als Besitz betrachten, sie kontrollieren und im Zweifelsfall auch schon mal zuschlagen - wenn sich das Mädchen „zu viel herausnimmt“. Sie hoffen jedoch - immer wieder - darauf, dass der Junge sich ihnen zuliebe ändert. Die Mädchen gehen davon aus, dass sie die Macht (der Liebe) besitzen, das von den Jungen verkörperte und von den Mädchen durchaus auch teilweise unterstützte Muster situativ hegemonialer Männlichkeit so zu verändern, dass es ihren Erwartungen männlicher Stärke und Härte entspricht, ohne selbst die Nachteile dieses Männlichkeitsmodells erfahren zu müssen. So halten einige Mädchen uj 4 (2008) 159 jugendarbeit an Männlichkeitsstereotypen fest, die sie in ihren eigenen Entfaltungsmöglichkeiten einschränken. Die Mädchen akzeptieren und honorieren die gewalttätigen Spiele des Wettbewerbs unter Männern als Liebesbeweis, solange dieser Konkurrenzkampf um Mädchen ausgetragen wird. Doch nicht alle Mädchen unterstützen gewaltbereite Männlichkeitsmuster und das damit einhergehende traditionelle Geschlechterarrangement von weiblicher Schutzbedürftigkeit und männlicher Schutz- und Dominanzfunktion. Das von den Mädchen zumindest teilweise und in vielen Fällen auch widersprüchliche Einverständnis mit hegemonialen Männlichkeitsnormen und dem traditionellen Geschlechterarrangement von weiblicher Schutzbedürftigkeit und männlicher Verteidigungsbereitschaft normalisiert (männliche) Gewaltanwendung. Gewaltbereitschaft und aggressive Formen der Konfliktlösung gehören für einen Teil der Mädchen einfach zu einem „richtigen Mann“. Die Mädchen gehen von einer „natürlichen“ Geschlechterdifferenz aus; ein Teil von ihnen empfindet Gewalt bei Jungen als „natürlich“. Die These von der „natürlichen Geschlechterdifferenz“ wirkt somit als Blockade für die bewusste Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Männlichkeiten. Für die geschlechtssensible Gewaltprävention bedeutet dies, dass die kritische Auseinandersetzung mit Männlichkeitsnormen und Männlichkeitsbildern auch ein wichtiger Bestandteil der Arbeit mit Mädchen und weiblichen Jugendlichen ist. Die unterschiedlichen und oft auch zwiespältigen Einstellungen der Mädchen können zu einer kritischen Diskussion ihrer Haltungen gegenüber situativ hegemonialen Männlichkeitsmustern führen. Die weibliche Unterstützung für maskulinisierte Praktiken bzw. die widersprüchliche Haltung von Frauen/ Mädchen gegenüber hegemonialen Männlichkeiten kann jedoch nicht einfach ausgeblendet werden. Diskriminierendes und gewaltförmiges Verhalten kann auch bei Mädchen beobachtet werden. So müssen Mädchen ebenso wie Jungen zu einem Engagement für eine Kultur der Menschenrechte und Gewaltfreiheit aufgefordert werden. Geschlechtssensible Gewaltprävention und Menschenrechte Gewaltprävention enthält immer schon eine Menschenrechtsdimension. Gewalt in jeder Form verletzt Menschenrechte. Die für die Gewaltprävention unabdingbare Prämisse, dass jeder Mensch ohne Unterschied ein Recht auf Schutz vor Gewalt hat, ist allerdings alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Dazu braucht es ein Menschenrechtsbewusstsein, das sich der Unterteilung in wert-, würde- und ehrenlose Menschen, denen Gewalt angetan werden darf, weil sie es „irgendwie verdienen“, und Menschen, die mit Rechten, Würde und Freiheiten ausgestattet sind, widersetzt. Als Schutzrecht vor Gewalt gehört Menschenrechtsbildung in den Zielhorizont der Gewaltprävention. Die Menschenrechtskataloge sprechen sämtliche Dimensionen des Gewaltbegriffs an und vermitteln eine positive Zielrichtung, die über die Skandalisierung jugendlicher Gewalttaten hinausgeht. Würde, Freiheit, Gleichheit, Sicherheit, Schutz vor Diskriminierung, Gesundheit, Partizipation sind zentrale Aspekte geschlechtssensibler Gewaltprävention. 160 uj 4 (2008) jugendarbeit Gewalt gegen Frauen/ Mädchen, Schwule, Lesben, Minderheiten, Außenseiter, „unmännliche“ oder schwächere Jungen rückt so auch als Frage der Verwirklichung von Menschenrechten in den Blickpunkt. Menschenrechte verknüpfen die Vision eines gerechten Zusammenlebens mit dem nüchternen Realismus des Rechts. In der gemeinsamen Orientierung auf eine Vision sozialer Gerechtigkeit (im Geschlechterverhältnis) berühren sich Männlichkeitsforschung und Menschenrechtsbildung. Die Thematisierung des patriarchalen Charakters von Gewalt reicht nicht aus, um Männlichkeiten in Richtung auf ein gleichberechtigtes und gewaltfreies Geschlechterarrangement zu verändern. In der Thematisierung der Frage der „sozialen Gerechtigkeit“ sehen MännlichkeitsforscherInnen die aussichtsreichste politische und pädagogische Strategie zur Veränderung von ungleichen und (potenziell) gewalttätigen Strukturen in der Geschlechterordnung (Connell 1999; Pech 2000). Die Orientierung an der Menschenrechtsperspektive verleiht der Idee sozialer Gerechtigkeit Bodenhaftung und eröffnet praktische pädagogische Handlungsansätze. Wie das Konzept hegemonialer Männlichkeit verdeutlicht, erstreckt sich das Gewaltpotenzial patriarchaler Strukturen nicht nur auf Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen, sondern auch auf Beziehungen zwischen Männern/ Jungen. Hegemoniale Männlichkeit legitimiert unterschiedliche Formen von (männlicher) Gewalt, die Männer und Frauen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung einschränken. Geschlechterstereotype sowie starre Männlichkeits- und Weiblichkeitsbilder beschneiden die Freiheitsspielräume von Jungen und Mädchen. Die Behauptung einer „natürlichen“ Geschlechterordnung, die sich auf die biologische Geschlechterdifferenz beruft, wirkt wie eine Barriere für eine auf Gleichheit beruhende Kultur der Menschenrechte. Denn ein wesentliches Element, das die Verbindung von Gewalt und Männlichkeit aufrechterhält, ist die Behauptung ihrer Natürlichkeit und Normalität. Mit dem Verweis auf die „natürlichen“ Unterschiede der Geschlechter, den Gegensatz von „männlich“ und „weiblich“, werden Forderungen nach der Beseitigung von Ungerechtigkeiten und nach Gleichheit in den Geschlechterbeziehungen immer wieder in die Schranken verwiesen. In patriarchalischen Geschlechterordnungen, die auf Unterordnung beruhen, wird Differenz unvermeidlich als Dominanz konstruiert. Die hierarchische Verbindung von Differenz und Dominanz gilt sowohl für ökonomische, soziale und politische Strukturen, soziale (Alltags-) Beziehungen als auch für kulturelle Vorstellungen und Praktiken. „Diese Vormachtstellung kann gewalttätig durch körperliche Praktiken geschaffen werden, wie Vergewaltigung oder private Gewalt gegen Frauen. In sehr armen Ländern kann sie auch in der elementaren Form verwirklicht werden, dass männliche Kinder mehr zu essen bekommen als weibliche. Das Problem von Differenz und Dominanz können wir eigentlich in allen sozialen Situationen beobachten, wo Männer und Frauen interagieren: welchen Raum Jungen und Männer einnehmen; wie viele Straßen es gibt, in denen Frauen Angst haben müssen; wie auf Spielplätzen die Jungen die Spiele der Mädchen stören; wie Frauen in Diskussionen das Wort abgeschnitten wird und so weiter. So stellt sich die hegemoniale Männlichkeit im Alltag dar. „… Das Muster von Differenz/ Dominanz ist so tief in unserer Kultur verwurzelt, in Institutionen und in den körperreflexiven Praxen, dass es für die an den Grundrechten orientierte Reformuj 4 (2008) 161 jugendarbeit politik wie eine Barriere wirkt. Ab einem bestimmten Punkt wird jede Kritik an der Dominanz als ein Angriff auf die Differenzen verstanden“ (Connell 2000, 254). Eine Politik der sozialen Gerechtigkeit muss deshalb versuchen, hegemoniale Männlichkeit zu demontieren. Dekonstruktion des Geschlechts und eine Politik der sozialen Gerechtigkeit sind aufeinander angewiesen. Deshalb muss sich auch Menschenrechtsbildung mit Männlichkeiten auseinandersetzen und versuchen, hegemoniale Männlichkeit zu demontieren. Der Einsatz für die Menschenrechte von Frauen und die Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen, Männlichkeits- und Weiblichkeitsbildern zählen zu den wesentlichen Anliegen einer Menschenrechtsbildung, die sich als „Kultur des Friedens“ (UNESCO 1999) begreift. Da Mädchen - insbesondere aus bildungsfernen Milieus - oft nicht über ihre Menschenrechte informiert sind und weibliche Jugendliche zum Teil auch hegemoniale Männlichkeitsmuster, traditionelle Männlichkeitsnormen und Geschlechterrollen unterstützen oder dazu eine widersprüchliche Haltung vertreten, bleibt diese Aufgabe nicht der Arbeit mit männlichen Jugendlichen vorbehalten. Menschenrechtsbildung - insbesondere in ihrer Funktion als Ansatzpunkt für die Gewaltprävention - braucht die Genderperspektive und die Thematisierung von Männlichkeiten und Geschlechterrollen. Ein „Machtzuwachs“ von Mädchen führt nicht automatisch zur Emanzipation von patriarchalischem Denken und Unterdrückungsmechanismen, sondern kann Mädchen zur zumindest teilweisen Übernahme dominanter und aggressiver „männlicher“ Verhaltensweisen animieren. Untersuchungen über Mehrfachtäterinnen zeigen den hohen Einfluss von nationalistischen und rassistischen Einstellungen auf das Gewaltverhalten von Mädchen (vgl. Popp 2002, 203). Auch deshalb bedarf die geschlechtssensible Gewaltprävention der Menschenrechtsbildung. Aus der Menschenrechtsperspektive besteht die Aufgabe der geschlechtssensiblen Gewaltprävention nicht darin, „Männlichkeit“ abzuschaffen, sondern sie für eine Kultur des Friedens und der Menschenrechte „umzuformen“. Der Prozess dieser „Umformung“ zielt darauf ab, die Vielfalt von Männlichkeiten und den Jungen bzw. Männern zur Verfügung stehenden Verhaltens- und Entfaltungsspielraum zu erweitern. „Umerziehung“ im Sinne eines bestimmten Männlichkeitsbildes kann schon deshalb kein erfolgreiches Ziel sein, weil es den unterschiedlichen Motiven, aus denen Jungen/ Männer heraus Gewalt ablehnen und ein gleichberechtigtes Verhältnis der Geschlechter befürworten, nicht gerecht wird. Stattdessen sollen Jungen zu einem Engagement für eine Kultur der Menschenrechte und Geschlechtergerechtigkeit aus eigener Überzeugung ermutigt werden. Positives Ziel ist die alltägliche Verwirklichung einer Menschenrechtskultur für Mädchen und Jungen, die am gelebten Alltag in Jugendeinrichtungen ansetzen kann. Dazu braucht es alltagsnahe Ansätze einer geschlechtssensiblen Menschenrechtsbildung, denn gerade im Bereich der Menschenrechte offenbarte das Projekt bei den männlichen und weiblichen Jugendlichen große Defizite. Die Menschenrechtsperspektive verpflichtet beide Seiten: männliche und weibliche Jugendliche, aber auch gesellschaftliche Institutionen und die in der (offenen) Jugendarbeit Tätigen. So wird die gewaltpräventive Arbeit mit jugendlichen MigrantInnen und benachteiligten Jugendlichen in die Pflicht genommen, die Beachtung von Menschen- 162 uj 4 (2008) jugendarbeit rechten im Alltag nicht nur von den Jugendlichen zu fordern, sondern sich auch für die Verwirklichung der Menschenrechte der Jugendlichen auf gleichberechtigte Partizipation einzusetzen. In jedem kulturellen oder sozialen Kontext wird eine gewalttätige, aggressive Männlichkeit nur selten die einzige anzutreffende Form der Männlichkeit sein. So gilt es überhaupt erst einmal, einen Blick für Unterschiede und Widersprüche in der Darstellung von Männlichkeit bei Jugendlichen - auch unter ethnischen Minderheiten - zu entwickeln und sich von Vorannahmen über spezifische starre Männlichkeitsvorstellungen zu verabschieden. Im jeweiligen Lebensumfeld und Alltag von Jugendlichen lässt sich der jeweils angemessene Ausgangpunkt für jede Form von geschlechtspezifischer Gewaltprävention finden. Kreative Ansätze wie etwa die Produktion und der Einsatz von „Weiterspielvideos“ bieten sich für die Auseinandersetzung mit Männlichkeitsbildern und (gewaltnahen) Männlichkeitsnormen an. Die Auseinandersetzung mit Männlichkeitsbildern schließt weibliche Jugendliche als Zielgruppe mit ein. Literatur Connell, R. W., 1999: Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von Männlichkeiten. Opladen Connell, R. W., 2000: Arms and The Man: Using the New Research on Masculinity to Understand Violence and Promote Peace in the Contemporary World. In: Breines, I./ Connell, R./ Eide, I. (Hrsg.): Male Roles, Masculinities and Violence. A Culture of Peace Perspective. Paris Hatty, S. E., 2000: Masculinities, Violence and Culture. Thousand Oaks/ London/ New Delhi Karl, H., 1994: Der ehrenhafte Abschied des Panzersoldaten - Grundlagen antisexistischer Jungenarbeit. In: Glücks, E./ Ottemeier-Glücks, F.-G. (Hrsg.): Geschlechtsbezogene Pädagogik. Ein Bildungskonzept zur Qualifizierung koedukativer Praxis durch parteiliche Mädchenarbeit und antisexistische Jungenarbeit. Münster Meuser, M., 2003: Gewalt als Modus von Distinktion und Vergemeinschaftung. Zur ordnungsbildenden Funktion männlicher Gewalt. In: Boatc-, M./ Lamnek, S. (Hrsg.): Geschlecht - Gewalt - Gesellschaft. Opladen Pech, D., 2002: „Neue Männer“ und Gewalt. Gewaltfacetten in reflexiven männlichen Selbstbeschreibungen. Opladen Popp, U., 2002: Geschlechtersozialisation und schulische Gewalt. Geschlechtstypische Ausdrucksformen und konflikthafte Interaktionen von Schülerinnen und Schülern. Weinheim/ München Salisbury, J./ Jackson, D., 1996: Challenging Macho Values: Practical Ways of Working with Adolescent Boys. London Schad, U., 2007: Geschlechtssensible Gewaltprävention in der (interkulturellen) Jugendarbeit als Beitrag zu einer Kultur der Menschenrechte. Bern Die Autorin Dr. Ute Schad Anglerstraße 3 80339 München u.schad@mucweb.de