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Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
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Projektvorstellung: Destek - Unterstützung beim Übergang auf die Oberschule
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Im Rahmen des Projekts "Destek" wurde eine Gruppe von Schülern der 6. Klasse der Fichtelgebirgsgrundschule in Berlin-Kreuzberg - alle mit Real- bzw. Gymnasialempfehlung - und deren Eltern von Dezember 2007 bis Oktober 2008 in der Übergangsphase von der Grundschule auf die Oberschule begleitet.
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264 uj 6 (2009) Unsere Jugend, 61. Jg., S. 264 - 265 (2009) © Ernst Reinhardt Verlag München Basel Projektvorstellung: Destek - Unterstützung beim Übergang auf die Oberschule Im Rahmen des Projekts „Destek“ wurde eine Gruppe von Schülern der 6. Klasse der Fichtelgebirgsgrundschule in Berlin-Kreuzberg - alle mit Realbzw. Gymnasialempfehlung - und deren Eltern von Dezember 2007 bis Oktober 2008 in der Übergangsphase von der Grundschule auf die Oberschule begleitet. übergänge gestalten Destek - zu deutsch „Unterstützung“ - wurde von familie e.V., einem Träger aus dem Bereich der Hilfen zur Erziehung, durchgeführt und aus Mitteln des Programms „Soziale Stadt“ finanziert. Zielgruppe des Projektes waren Jungen der Fichtelgebirgsgrundschule, die eine Real- oder Gymnasialempfehlung hatten, und deren Eltern. Ziel des Projektes war, dass die Jungen - alle mit Migrationshintergrund - den Übergang in die Oberschule erfolgreich bewältigen, das Probehalbjahr bestehen und in der Lage sind, die an sie gestellten Leistungsanforderungen zu erfüllen sowie ihren Platz in dem neuen Klassenzusammenhang zu finden. Da die Eltern am Bildungserfolg ihrer Kinder maßgeblich beteiligt sind, war es wichtig, sie von Beginn an in das Projekt mit einzubeziehen. Die Eltern der Schüler der 6. Klassen konnten sich sowohl im Rahmen eines Elternabends als auch beim Infostand am Elternsprechtag über den Inhalt und die Rahmenbedingungen des Projekts informieren. Nachdem die Eltern ihre Kinder zur Teilnahme angemeldet hatten, wurde mit jedem Schüler ein Auswahlgespräch geführt, um Interesse und Motivation der Jungen herauszufinden. Letztlich wurde gemeinsam mit den KlassenlehrerInnen entschieden, wer an dem Projekt teilnehmen sollte. Die Arbeit im Projekt gliederte sich in zwei Arbeitsbereiche. Schwerpunkt war neben dem Schülercoaching die Elternberatung. Im Rahmen des Projektes gliedert sich die Arbeit mit der Schülergruppe in vier Bereiche: • Vermitteln bzw. Vertiefen von wichtigen Lern- und Arbeitstechniken sowie kreatives Schreiben und soziales Gruppentraining, • Besuch der zukünftigen Oberschulen und Lehrkräfte, • Exkursionen (Amerika-Gedenkbibliothek, Familienbibliothek Glogauer Straße, Museum für Kommunikation, Museum für Naturkunde, Exploratorium Potsdam, Stadterkundung durchs politische Berlin), • Digitale Fotoheftgestaltung als praktisches „Medium“ zur Vermittlung von Methodenkompetenz, sozialer Kompetenz und Ich-Kompetenz. Zusätzlich wurden die Eltern von einem zweisprachigen (türkisch-deutsch) Coaching-Team betreut und in schulischen und sozialpädagogischen Angelegenheiten beraten. Die Elternberatung zielte im Wesentlichen darauf ab, die Eltern zu den oben umrissenen Themen zu informieren, zu beraten und einen gemeinsamen Austausch der Eltern untereinander zu initiieuj 6 (2009) 265 übergänge gestalten ren. Auf den monatlichen Elternabenden im Elterncafé der Fichtelgebirgsgrundschule und ab dem neuen Schuljahr in den Räumen von familie e.V. wurde thematisch hierzu gearbeitet. Kurzvorträge, Arbeitsgruppen und Gesprächskreise (z. B. zur Reflexion des eigenen Bildungsweges) und Diskussionsrunden waren wesentliche Elemente der Elternabende. An den Elternabenden nahmen fast alle Eltern regelmäßig teil. Die Möglichkeit der ergänzenden individuellen Beratung wurde von einzelnen Familien sehr intensiv, von anderen wiederum nur sehr sporadisch wahrgenommen. Zu Beginn des neues Schuljahres trafen sich die Schüler regelmäßig in den Räumen von familie e.V. mit den beiden Trainern, um aktuelle Themen und Probleme aus dem Schulalltag zu besprechen, das Gelernte wieder aufzufrischen und sich bei Problemen gezielte Unterstützung zu holen. Da die Jungen durch die neuen Anforderungen der Oberschule zeitlich sehr belastet waren und zu sehr unterschiedlichen Zeiten Schulschluss hatten, teilte sich die Gruppe in Untergruppen auf. Ergänzend zu der Arbeit mit den Jungen wurden von den Trainern Feedback-Gespräche mit den jeweiligen LehrerInnen der Jungen durchgeführt, um so auch noch auf die speziellen Probleme individuell eingehen zu können. Insbesondere in den Rückmeldungen, die die LehrerInnen der Oberschulen gaben, zeigte sich deutlich, dass das systematische Wiederholen und Trainieren der Methodenkompetenzen den Einstieg der Jungen in der Oberschule sehr positiv unterstützen konnte. Es wurde allerdings auch deutlich, dass die mangelhaften Sprachkompetenzen der Jungen auch in diesem Projekt angesichts der kurzen Zeit leider nicht ausreichend gefördert werden konnten. Doch Ende Oktober waren alle Schüler gut an ihrer neuen Schule angekommen. Dies feierten sie mit den Eltern und den Mitarbeitern des Projekts mit einem gemeinsam organisierten Essen in den Räumen von familie e.V. Nähre Informationen zu dem Projekt erhalten Sie bei familie e.V., Andrea Kuner, Paul-Lincke-Ufer 34, 10999 Berlin, Tel.: (0 30) 6 11 01 06, info@familie-ev.de.
