eJournals unsere jugend62/10

unsere jugend
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0342-5258
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
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2010
6210

Editorial

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2010
Sabine Behn
Gabriele Bindel-Kögel
Liebe Leserinnen und Leser, Kinder, deren (Stief-)Eltern dabei sind, sich zu trennen oder sich scheiden zu lassen, befinden sich in einer schwierigen Lebenssituation. Zwar meist nicht unmittelbar in die Konflikte involviert, haben sie doch die Entscheidung ihrer erwachsenen Bezugspersonen mit zu tragen. Sind Geschwister da, kann in dieser Hinsicht eine weitere schmerzhafte Trennung anstehen. Damit solche biografischen Einschnitte nicht langfristig negativ wirken, sind Möglichkeiten der Verarbeitung und der Kontaktpflege zu beiden Eltern und ggf. weiteren wichtigen Bezugspersonen zu schaffen. Eltern sind jedoch nicht immer in der Lage, ihren Kindern ausreichend Beistand zu leisten. Manches Mal fordern sie gar Parteinahme von den Kindern, oder diese werden im „Beziehungskrieg“ funktionalisiert. Wenn getrennt lebende Eltern wegen unversöhnlicher Streitigkeiten nicht in der Lage sind, den Umgang der Kinder mit dem Partner zu organisieren, oder wenn von einem der Elternteile eine Gefährdung des Kindes ausgeht, das Kind jedoch weiterhin Kontakt haben möchte, wird eine meist zeitlich begrenzte Umgangsbegleitung organisiert.
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uj 10 (2010) 401 Sabine Behn Gabriele Bindel-Kögel editorial Liebe Leserinnen und Leser, Kinder, deren (Stief-)Eltern dabei sind, sich zu trennen oder sich scheiden zu lassen, befinden sich in einer schwierigen Lebenssituation. Zwar meist nicht unmittelbar in die Konflikte involviert, haben sie doch die Entscheidung ihrer erwachsenen Bezugspersonen mit zu tragen. Sind Geschwister da, kann in dieser Hinsicht eine weitere schmerzhafte Trennung anstehen. Damit solche biografischen Einschnitte nicht langfristig negativ wirken, sind Möglichkeiten der Verarbeitung und der Kontaktpflege zu beiden Eltern und ggf. weiteren wichtigen Bezugspersonen zu schaffen. Eltern sind jedoch nicht immer in der Lage, ihren Kindern ausreichend Beistand zu leisten. Manches Mal fordern sie gar Parteinahme von den Kindern, oder diese werden im „Beziehungskrieg“ funktionalisiert. Wenn getrennt lebende Eltern wegen unversöhnlicher Streitigkeiten nicht in der Lage sind, den Umgang der Kinder mit dem Partner zu organisieren, oder wenn von einem der Elternteile eine Gefährdung des Kindes ausgeht, das Kind jedoch weiterhin Kontakt haben möchte, wird eine meist zeitlich begrenzte Umgangsbegleitung organisiert. Der kurze Aufriss zeigt: Die Vielfalt der Anforderungen an die betroffenen Kinder ist groß - und es handelt sich nicht um Einzelfälle. Deshalb befasst sich die Fachöffentlichkeit zunehmend mit dem Thema. In diesem Heft wollen wir auf die Situation dieser Kinder und ihre noch zu wenig beachteten Bedürfnisse aufmerksam machen. Wir wünschen Ihnen wie immer eine interessante und anregende Lektüre Ihre Sabine Behn und Gabriele Bindel-Kögel