eJournals unsere jugend62/4

unsere jugend
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0342-5258
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/uj2010.art18d
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2010
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Die Bedeutung der Resilienzforschung für die stationäre Kinder- und Jugendhilfe

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2010
Rebecca Cremer
Gerhard Nechwatal
Das Phänomen der starken Kinder beschäftigt ForscherInnen schon seit mehreren Jahrzehnten. Doch welche wichtigen Hinweise können pädagogische Fachkräfte aus den Erkenntnissen der Forschung ziehen und in ihre Arbeit mit einbinden? Wie ist eine Förderung von Resilienz möglich? Zu diesen Fragen soll im Folgenden ein Überblick gegeben werden.
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160 uj 4 (2010) Unsere Jugend, 62. Jg., S. 160 - 169 (2010), DOI 10.2378/ uj2010.art18d © Ernst Reinhardt Verlag München Basel Die Bedeutung der Resilienzforschung für die stationäre Kinder- und Jugendhilfe Rebecca Cremer/ Gerhard Nechwatal Das Phänomen der „starken Kinder“ beschäftigt ForscherInnen schon seit mehreren Jahrzehnten. Doch welche wichtigen Hinweise können pädagogische Fachkräfte aus den Erkenntnissen der Forschung ziehen und in ihre Arbeit mit einbinden? Wie ist eine Förderung von Resilienz möglich? Zu diesen Fragen soll im Folgenden ein Überblick gegeben werden. resilienz Im Rahmen einer Diplomarbeit wurde die Bedeutung der Resilienzforschung für die stationäre Kinder- und Jugendhilfe - mit besonderem Augenmerk auf die Sichtweise der Jugendlichen - herausgearbeitet. Als Folge dessen sind einige Ideen entstanden, wie eine Förderung von Resilienz in einer Wohngruppe der stationären Kinder- und Jugendhilfe umgesetzt werden könnte. Mitten im Winter habe ich erfahren, dass es in mir einen unbesiegbaren Sommer gibt. Albert Camus Die erstgenannte Autorin fertigte an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt/ Fakultät für Soziale Arbeit im Wintersemester 2008/ 2009 eine Diplomarbeit mit dem Titel „Resilienzforschung und ihre Bedeutung für die sozialpädagogische Arbeit in der stationären Jugendhilfe“ (Cremer 2009) an. Der Koautor dieses Artikels begleitete die Erstellung der Arbeit von Beginn an und initiierte die Darstellung der Untersuchungsergebnisse für die Fachöffentlichkeit. Das im Grundstudium angeregte Interesse an dem Thema Resilienz vertiefte sich bei der Autorin im Rahmen der Absolvierung ihres Jahrespraktikums in einer Außenwohngruppe für Jugendliche, welche Teil eines großen Kinder- und Jugendhilfezentrums ist. Bei der pädagogischen Arbeit mit den Mädchen und Jungen dieser Wohngruppe stellte sich für sie immer wieder die Frage, warum einige Jugendliche ihr Leben trotz erlittener schwerer und traumatischer Rebecca Cremer Jg. 1986; Studentin der Sozialen Arbeit im 8. Fachsemester an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt Dr. Gerhard Nechwatal Jg. 1954; Dipl.-Psychologe, Dipl.-Pädagoge, Psychologischer Psychotherapeut, Lehrbeauftragter für Psychologie an der Katholischen Universität Eichstätt- Ingolstadt, Fachberater und Psychotherapeut in einem Kinder- und Jugendhilfezentrum uj 4 (2010) 161 resilienz Erlebnisse in ihrer Biografie so positiv gestalten können, andere wiederum daran zu scheitern scheinen. Bei der Beschäftigung mit der Frage, auf welche Umstände denn diese unterschiedlichen Entwicklungen zurückzuführen sind, erinnerte sich die Autorin an die vom Koautor vermittelten Inhalte zur Resilienzforschung in dessen Vorlesung über Entwicklungspsychologie. Resilienz und Resilienzforschung Unter Resilienz wird in den folgenden Ausführungen die Widerstandsfähigkeit von Menschen gegenüber schwierigen Lebenssituationen und Krisen verstanden. Resilienz hat neben einer Protektions- und einer sogenannten Reparaturfunktion auch eine Regenerationsfunktion in schwierigen Lebenslagen und ist eine multidimensionale, kontextabhängige und prozessorientierte Eigenschaft (vgl. Wustmann 2004, 32f). Ursprünglich hatte die Resilienzforschung das Interesse zu ergründen, warum einige Kinder trotz schwieriger und risikoreicher Entwicklungsbedingungen keine psychischen Störungen entwickelten. Diese Kinder, die auch als „unverwundbare Kinder“ bezeichnet wurden, übten eine große Faszination auf die ForscherInnen aus. In der aktuellen Forschung erscheint es nicht mehr nur wichtig, einzelne Risiko- oder Protektionsfaktoren zu kennen. Auch Mechanismen und dynamische Prozesse der Wirkung dieser Faktoren stehen heute im Mittelpunkt des Erkenntnisinteresses. In den letzten Jahren kristallisierten sich die Bereiche „Bedingungen einer gesunden Entwicklung von risikobelasteten Kindern“, „Aufrechterhaltung der Kompetenzen unter Stressbedingungen“ und „Entwicklungsmöglichkeiten nach einer traumatischen Verletzung“ als Untersuchungsfelder heraus. Ablauf der Untersuchung Das untersuchungsleitendende Interesse der im Folgenden dargestellten Untersuchung galt generell der Frage, inwiefern die Resilienzforschung für die Arbeit in der stationären Kinder- und Jugendhilfe nützlich sein kann. Neben der Rezeption der wichtigsten vorliegenden Resilienzforschungen sollte im Rahmen einer empirischen Untersuchung besonders die Sichtweise der Jugendlichen erhoben werden, um z. B. zu erfahren, welche Erfahrungen sie in ihrer Biografie gemacht haben oder welche Geschehnisse für sie besonders bedeutsam waren. Wir gingen davon aus, dass gerade die Antworten der Jugendlichen eine solide Grundlage für deren künftige Resilienzförderung, d. h. für den Resilienzaufbau und -ausbau, sind. Ein Teil der Untersuchung stellt eine Dokumentenanalyse der im Hilfeverlauf erstellten Hilfeplanprotokolle und Entwicklungsberichte dar. Dadurch erfolgte eine fundierte Erhebung des Fremdbildes, also der Einschätzung der jeweiligen Situation aus der Sicht verschiedener Fachkräfte (PädagogInnen, PsychologInnen, MedizinerInnen etc.) bzw. verschiedener Angehöriger. Folgende Grafik soll den Ablauf der Untersuchung veranschaulichen: 162 uj 4 (2010) resilienz Im Rahmen der Erhebung der theoretischen Grundlagen wurde neben der Sichtung der Resilienzforschung der letzten Jahrzehnte auch speziell eine Analyse der Resilienzforschung in der stationären Jugendhilfe durchgeführt. Inhalte der beiden Untersuchungsteile waren u. a. die Kauai- Studie von Emmy Werner und Ruth Smith (1982), die Mannheimer-Risikokinderstudie (Laucht/ Esser/ Schmidt 1999; Laucht u. a. 1996) sowie die Bielefelder Invulnerabilitätsstudie (Wustmann 2004, 92ff). Im Rahmen des qualitativen Untersuchungsteils stellen neben der Dokumentenanalyse der Akten besonders die Vorbereitung, Durchführung, Auswertung und Interpretation der problemzentrierten Interviews mit zwei ehemaligen und zwei aktuellen Jugendlichen einer Jugendhilfeeinrichtung den Kern der Untersuchung dar. Die Interviewleitfäden bestanden aus offenen Fragen und dauerten im Durchschnitt ungefähr 30 Minuten. Im letzten Teil der Untersuchung werden ohne Anspruch auf Vollständigkeit verschiedene Ideen zur Resilienzförderung in einer Einrichtung der stationären Jugendhilfe vorgestellt. Da, wie schon erwähnt, der Schwerpunkt der Untersuchung auf der Selbstbild-Einschätzung der Jugendlichen lag, welche mittels Interviews erhoben wurde, soll dieser Untersuchungsteil im Folgenden genauer erläutert werden. Auswahl und Vorstellung der InterviewpartnerInnen Die Auswahl der InterviewpartnerInnen fand durch die Jugendhilfeeinrichtung statt. Die Autorin bat im Rahmen der Stichprobenauswahl ein Gremium aus erfahrenen Fachkräften aus einer Jugendhilfeeinrichtung, ihr zwei ehemalige und zwei aktuelle Jugendliche beiderlei Geschlechts zu benennen, welche nach Ansicht der ExpertInnen als resilient eingestuft werden können, motivierbar für ein Interview sind und im Laufe ihres stationären Werdeganges in der Einrichtung einmal Mitglied der Außenwohngruppe für Jugendliche waren bzw. sind, also eine ähnliche Gruppensituation erlebt haben. Um bei Vorstellung der vier InterviewpartnerInnen deren Anonymität zu wahren, wurden die Namen geändert sowie Ortsnamen und Bezeichnungen von Einrichtungen etc. nicht erwähnt. Clara ist 15 Jahre alt und lebt seit 2003 in der Einrichtung, seit 2008 in der Außenwohngruppe für Jugendliche. Wegen der Gefährdungsmomente, die sich durch die Unversorgtheit (Kleidung, Schlaf, Essen etc.), die Verletzung der Aufsichtspflicht und durch den Suchtmittelgebrauch der Mutter zeigten, wurde eine stationäre Unterbringung erforderlich. Claras jüngere Geschwister sind auch in Heimen bzw. bei Pflegefamilien untergebracht. Zur Mutter besteht kein Kontakt mehr, dafür hat Clara zu anderen Familienmitgliedern einen engen Kontakt. Sie besucht die Realschule, schreibt dort gute Noten und strebt eine Ausbildung an. Tom ist 16 Jahre alt und lebt seit dem Sommer 2008 in der Außenwohngruppe für Jugendliche. Seine starken Zwänge waren der Hauptgrund für die Aufnahme ins Kinder- und Jugendhilfezentrum. Er pflegt guten Kontakt zu seinen Eltern und fährt regelmäßig an Wochenenden und in den Ferien heim. Tom besucht eine weiterführende Schule mit dem Schwerpunkt „Wirtschaft“ und ist einer der besten Schüler seiner Klasse. Sein Wunsch ist es, eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten zu absolvieren. Max war zum Zeitpunkt der Interviews 34 Jahre alt und wohnte bis 1993 in der Außenwohngruppe für Jugendliche, danach konnte er eine eigene Wohnung im Rahmen des Außenbetreuten Wohnens beziehen. Ein Grund für den Heimaufenthalt war u. a., dass seiner Mutter das Sorgerecht entzogen wurde. Seine Geschwister waren ebenfalls alle im Heim untergebracht. Der Kontakt zu seiner Mutter war während der gesamten Heimzeit wechselhaft. uj 4 (2010) 163 resilienz Nach seinem qualifizierenden Hauptschulabschluss hat er eine Lehre als Maler und Lackierer mit Erfolg abgeschlossen. Sarah war zum Zeitpunkt der Interviews 24 Jahre alt und lebte bis 1992 in der Außenwohngruppe für Jugendliche. Auch sie konnte nach 1992 eine Wohnung im Rahmen des Außenbetreuten Wohnens beziehen. Da ihre Mutter sich nicht mehr in der Lage fühlte, ihre Tochter zu erziehen, wurde letztlich eine Heimunterbringung in die Wege geleitet. Den Kontakt hat sie zu ihrer Mutter selbst abgebrochen. Zu ihrer Großmutter hatte sie während der gesamten Heimzeit und auch heute noch ein sehr enges Verhältnis. Nach ihrem qualifizierenden Hauptschulabschluss absolvierte sie erfolgreich eine Lehre als Post- und Frachtverkehrsfachkraft. In diesem Beruf arbeitet sie auch heute noch. Untersuchungsergebnisse Nach der Auswertung der Interviews mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2008) konnten 15 verschiedene Kategorien gebildet werden, die die Sicht der Jugendlichen bzw. ehemalig untergebrachten jungen Menschen (im Folgenden: Ehemalige) wiedergeben. Feste Tagesabläufe und Gruppenregeln: Alle Jugendlichen/ Ehemaligen bewerteten feste Tagesabläufe als positiv (Tom: „Also ich find, ein gewisser Rahmen, der muss schon da sein“). Dabei spielten vor allem die Orientierung, die Hilfe für die Zukunft und die Struktur für die eigene Arbeit eine große Rolle. Allerdings bemängelten die Jugendlichen, dass solche fest vorgegebenen Tagesabläufe auch den eigenen Tagesplänen im Weg stehen können, und wiesen darauf hin, dass sie nicht übertrieben werden sollten, um noch genug Freiraum für die eigene Zeitgestaltung zu haben. Alle InterviewpartnerInnen waren sich einig, dass es gewisse Grundregeln und feste Diensteinteilungen geben muss, damit jeder seine Aufgaben macht und damit es Richtlinien gibt, nach denen sich jeder richten kann (Tom: „Es muss ja Regeln und Pflichten geben …Wir haben in Sozialkunde in der Schule erklärt bekommen: Die Regeln des einen sind die Pflichten des anderen“). Besonders von den beiden aktuell in der Gruppe lebenden Jugendlichen wurden die Gruppenregeln als teilweise unnötig angesehen, gleichzeitig wurde aber von ihnen erwähnt, dass diese ja mit den BetreuerInnen besprochen werden könnten. Die Aussage, dass in der Wohngruppe generell alles sehr bürokratisch sei, kann unterschiedlich interpretiert werden. Eine solche Einschätzung kann auf der einen Seite auf die Wahrnehmung der Jugendlichen zurückzuführen sein, auf der anderen Seite kann dies auch durch die BetreuerInnen transportiert werden. Sicherlich kann aus der Aussage herausgehört werden, dass deren Zeit für die Jugendlichen manchmal zu knapp ausfällt und die BetreuerInnen viel im Büro zu erledigen haben. Gemeinsame Rituale: Die Bedeutung gemeinsamer Rituale - wie z. B. das gemeinsame Abendessen - wurde nur von einer Jugendlichen hervorgehoben. Sie bewertete gemeinsame Rituale positiv, da durch diese die Gruppe „erlebt“ werden kann (Clara: „Das gemeinsame Abendessen find ich ganz gut, weil wir uns in der Wohngruppe sowieso nicht oft sehen, weil jeder halt seine eigenen Sachen macht, und da kann man halt auch mal zusammen miteinander reden“). Förderliche Bedingungen, um Ziele zu erreichen: Alle Jugendlichen/ Ehemaligen gaben unterschiedliche Bedingungen an, die ihnen bei der Erreichung der angestrebten Ziele geholfen haben. Für alle waren andere Menschen als AnsprechpartnerInnen sehr bedeutsam. Sie erwähnten die Bedeutung von deren Ratschlägen, Meinungen oder Motivationshilfen. Weitere aufgeführte Bedingungen waren der Glaube oder das Selbstvertrauen. 164 uj 4 (2010) resilienz Hindernisse, die eine Zielerreichung blockieren: Nicht alle Befragten konnten Hindernisse feststellen. Die erwähnten Hindernisse beziehen sich auf individuelle Faktoren (schlechte Tage, Antriebslosigkeit, Probleme bei der Berufswahl oder Zwänge). Gruppenunternehmungen und -angebote: Alle Befragten waren sich einig, dass sich gemeinsame Unternehmungen mit der Gruppe positiv auf das Gruppenklima und den Kontakt untereinander auswirken (Clara: „Wir sind halt eine Gemeinschaft und wir wohnen alle im gleichen Haus und wollen alle was erreichen. … Das ist schon wichtig, dass man guten Kontakt zu den Leuten im Haus hat, weil die sind ja auch ein Stückweit Wegbegleiter“). Als weitere Gründe für die positive Bewertung von Gruppenunternehmungen wurden der Ausgleich und die Vorfreude z. B. auf den gemeinsamen Urlaub, das andere Erleben des Gruppengefühls und das Stärken des Gruppenzusammenhalts genannt. Eine Jugendliche bemängelte, dass es zu wenige Unternehmungen, vor allem an Wochenenden, mit der Gruppe gibt, an denen alle teilnehmen können. Wichtige und vertraute Personen: Zu den wichtigen und vertrauten Personen der InterviewpartnerInnen gehören unterschiedliche Personen. Die meisten sind aus dem engeren Familienkreis oder FreundInnen. Sie alle haben ähnliche, für die Jugendlichen/ Ehemaligen bedeutsame Eigenschaften. Dazu gehören Verlässlichkeit, Einfühlungsvermögen, Präsenz und die Fähigkeit, zuhören zu können. Diese Personen werden immer als Stütze empfunden. Weiterhin spielt auch der dadurch entstehende Rückhalt eine große Rolle. Die Ehemaligen haben bei den genannten Personen stärker auf BetreuerInnen verwiesen als die aktuellen Jugendlichen. Dies kann durch deren unterschiedliche zeitliche Reflexionsperspektiven bedingt sein oder mit den gesellschaftlichen Veränderungen und somit auch mit Veränderungen innerhalb der Wohngruppe zu tun haben. Nur eine der Befragten hat als Faktor für wichtige und vertraute Personen genannt, dass man auch für diese da sein könne, um somit etwas zurückzugeben. Dies kann durch ihr Interesse für den sozialen Bereich und durch ihre Persönlichkeit erklärt werden. Das Zusammenleben in einer Gruppe: Das Zusammenleben wurde von allen Befragten sowohl als anstrengend bzw. schwierig als auch als positiv und hilfreich empfunden. Als positive Aspekte sind genannt worden, dass man nicht allein ist und gegenseitig Erfahrungen sammeln kann. Weiterhin wurde die Gruppe teilweise als familiärer Raum empfunden und auch als solcher gewünscht. Das Gruppenklima wurde von allen als gut empfunden, besonders dann, wenn es keine Sticheleien gibt, Rückhalt und Zusammenhalt zu finden ist sowie gute Laune in der Gruppe herrscht. Hilfe in schwierigen Situationen: Als Hilfe in schwierigen Situationen wurde empfunden, dass es möglich ist, mit einer anderen Person über die eigenen Schwierigkeiten sprechen zu können, dass das konkrete Vorgehen besprochen wird, dass eine Vorbereitung auf die Situation stattfindet sowie die Situation erklärt wird. Die beiden weiblichen Befragten gaben allerdings an, in schwierigen Situationen keine Hilfe erhalten zu haben, da sie zum einen keine wollten bzw. zum anderen nicht wussten, wo sie Hilfe erwarten konnten. Daran wird deutlich, dass die Hilfe insbesondere von der Zielperson abhängt. Problematisch kann natürlich sein, wenn ein/ e KlientIn nicht weiß, wo er/ sie Hilfe bekommen kann. Diese Aussage der Befragten kann an dieser Stelle allerdings nur begrenzt bewertet und interpretiert werden, da genaue Informationen zu den betreffenden Situationen in der Vergangenheit fehlen. uj 4 (2010) 165 resilienz Verhalten und Aufgaben des pädagogischen Fachpersonals: Alle Jugendlichen/ Ehemaligen haben dieselben Erwartungen an Aufgaben und Verhalten der BetreuerInnen. Bei den Ehemaligen wurden diese laut ihren Aussagen erfüllt, bei den aktuellen Jugendlichen sind die Erwartungen nicht alle durch das tatsächliche Verhalten erfüllt. Dieser Unterschied kann durch verschiedene Faktoren erklärt werden. Zum einen kann dies an der unterschiedlichen Perspektive der Befragten liegen, zum anderen können auch die Veränderung in der Arbeit und die sich verändernden Bedingungen in der Wohngruppe dazu beigetragen haben. Die Erwartungen aller Befragten an die pädagogischen BetreuerInnen sind: Zeit allein mit ihnen zu haben (Clara: „Dass sie sich dann halt mal wirklich Zeit nehmen und dass man nicht alle zwei Minuten gestört wird von den anderen“), Einfühlungsvermögen, Interesse an den Problemen, Verständnis, Unterstützung und intensives Kümmern. Weiterhin wurde als wichtig empfunden, durch die BetreuerInnen eine Anlaufstelle für den Alltag zu haben sowie Halt zu erfahren. Diese Bedürfnisse sind sicherlich dadurch zu erklären, dass sie grundsätzlich zu einem normalen Familienumfeld dazugehören, die Befragten diesen Zustand aber oft nicht erlebt haben. Somit ist die Erwartungshaltung verstärkt und die Reaktionen sind heftiger, wenn diese nicht voll erfüllt werden können. Grenzen der pädagogischen Arbeit: Die Grenzen der BetreuerInnen wurden von den Befragten in verschiedenen Bereichen gesehen. Die aktuellen Jugendlichen erwähnten Grenzen bei der Unterstützung in bestimmten Problembereichen, z. B. bei Zwängen oder bei der Mithilfe, eine Freundschaft aufzubauen. Die Ehemaligen haben diese Frage etwas allgemeiner beantwortet. Die genannten Grenzen betrafen u. a. die Mithilfebereitschaft der Jugendlichen. Unterstützung und Hilfe: Unterstützung und Hilfe wurden von allen InterviewpartnerInnen als etwas Positives - als „etwas, was gut tut“ - beschrieben: Tipps, Ratschläge, das Begleiten sowie Reden und dass man immer kommen kann, egal was ist. Die BetreuerInnen konnten diese Hilfe und Unterstützung bei den Ehemaligen auch zu deren Zufriedenheit geben. Von den aktuellen Jugendlichen wurde dieser Aspekt nicht immer als zufriedenstellend beurteilt. Dies kann verschiedene Ursachen haben. Ein Grund könnte sicherlich auch der „geschönte“ Blick der Ehemaligen sein. Verantwortung übernehmen: Die Ehemaligen haben die übernommene Verantwortung in der Zeit in der Wohngruppe als gutes Maß empfunden und hätten nicht mehr gewollt. Die aktuellen Jugendlichen gaben ebenfalls an, in verschiedenen Bereichen Verantwortung zu übernehmen. Es klang bei ihnen sogar der Wunsch an, manchmal - gerade wenn es um die eigene Person und Zukunft geht - mehr Verantwortung übernehmen zu wollen. Dies kann durch das pubertäre Entwicklungsgeschehen erklärt werden. Diese Lebensphase ist nicht zuletzt durch Ablösungsbestrebungen aus alten Beziehungen und Strukturen bzw. durch ein zunehmendes Bedürfnis nach Eigenständigkeit gekennzeichnet. Vorbilder: Nur eine der Befragten gab an, keinerlei Vorbilder gehabt zu haben. Positive Vorbilder nannten drei InterviewpartnerInnen. Die Tatsache, positive Vorbilder zu kennen bzw. gekannt zu haben, half ihnen hinsichtlich ihres Selbstvertrauens und beim Meistern schwieriger Situationen. Eine der Befragten gab zusätzlich auch ein negatives Vorbild als Abschreckung an. 166 uj 4 (2010) resilienz Eigene Fähigkeiten: Einer weiblichen und einer männlichen Person fiel es in der Befragung besonders schwer, sich selbst hinsichtlich ihrer Fähigkeiten zu beschreiben. Alle Interviewten waren der Ansicht, dass nur bestimmte Menschen einen so beschreiben können, wie man wirklich ist. Ausschlaggebend dabei sind für sie die Art der Beziehung zu diesen Menschen und das eigene Verhalten, d. h. das „was man von sich preisgibt“. Rückmeldungen über ihre Fähigkeiten gab es für die Jugendlichen/ Ehemaligen durch die Bekanntgabe ihrer schulischen Leistungen oder durch ein Feedback im Alltag. Freizeit und Vereine: Alle Interviewten konnten angeben, in ihrer Freizeit gemeinsame Aktivitäten mit FreundInnen und/ oder Familienmitgliedern zu teilen. In allen Fällen wurde dies auch positiv bewertet. Drei der Befragten, welche in Vereinen aktiv sind bzw. waren, stellten die erlebten Teamerfahrungen als etwas sehr Positives dar. Sie gaben an, durch diese an Selbstsicherheit zu gewinnen und die Verlässlichkeit in einem Team oder anderen Gruppierungen als großen Erfolg zu werten. Nur einer der Befragten konnte wenig Freizeitaktivitäten nennen. Dies führt er selbst auf seine Zwanghaftigkeit und seine Probleme mit dem eigenen Zeitmanagement zurück. Anmerkungen zur Untersuchung Wenn auch im Rahmen der durchgeführten Untersuchung keine geschlechtsspezifischen Unterschiede bei den Interviewantworten deutlich wurden, so traten doch klare Unterschiede zwischen den Antworten der Gruppe der Ehemaligen und der der aktuellen Jugendlichen auf. Allgemein kann gesagt werden, dass die Ehemaligen eine positivere Einstellung gegenüber der Situation in der Wohngruppe hatten. Dies kann u. a. primär auf die unterschiedlichen Perspektiven und den „milderen“ Blick der Ehemaligen zurückgeführt werden. Nach der Zusammenfassung der Interviews und der Dokumentenanalyse, in der die Einschätzungen der Fachkräfte zum Ausdruck kamen, konnten einige Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in den Sichtweisen des pädagogischen Fachpersonals und der Jugendlichen/ Ehemaligen festgestellt werden. Die Gemeinsamkeiten liegen darin, dass die Erwartungen und Wünsche der Jugendlichen an das Verhalten der BetreuerInnen, an den Umgang miteinander, das Erziehungsklima und die Rahmenbedingungen in der Wohngruppe sich mit den genannten Punkten decken, die aus Sicht des Fachpersonals sinnvoll und wichtig für die Jugendlichen sind. Einer der Unterschiede liegt darin, dass durch die Sicht des Fachpersonals auch ein Blick auf Bereiche gerichtet wurde, die den Jugendlichen schwer fallen. Dazu gehört, Hilfe oder Ratschläge bzw. Ermutigungen anzunehmen. Weiterhin gehören für das Fachpersonal vor allem unregelmäßige Kontakte sowie Kontaktabbrüche zu den hinderlichen Bedingungen. Aus der Sicht der Jugendlichen wurden hier Faktoren wie Krankheit oder Antriebsschwäche genannt. Ideen zur Resilienzförderung in der stationären Jugendhilfe Viele Kinder wachsen heute in unserer Gesellschaft unter erschwerten Bedingungen auf und sind z. B. durch die Lebenslage der Eltern mit Unsicherheiten, Belastungen und schwierigen Lebensbedingungen konfrontiert. All diese Faktoren haben nicht selten einen negativen Einfluss auf ihre biografische Entwicklung. Eine bestimmte Anzahl dieser Kinder und Jugendlichen beuj 4 (2010) 167 resilienz darf im Laufe ihrer Entwicklung der Unterstützung durch ein stationäres Hilfesetting. In den verschiedenen Lebens- und Arbeitsfeldern der stationären Kinder- und Jugendhilfe wird beobachtet, dass es immer wieder Kinder und Jugendliche gibt, die sich trotz der angesprochenen Belastungen zu kompetenten, leistungsfähigen und stabilen Persönlichkeiten entwickeln. Unserer Ansicht nach erklären Resilienzbegriff und Resilienzforschung das „Phänomen der starken Kinder“ besonders treffend. Die Forderung nach Formen der Förderung von Resilienz in verschiedenen Lebensbereichen wird auch in der Fachliteratur deutlich (vgl. Nuber 2005, 24). Die Verbindung bestehender Konzepte unter Aspekten der Resilienz wie auch die Entwicklung neuer Konzepte, um speziell auf die Förderung von Resilienz in der stationären Kinder- und Jugendhilfe abzuzielen, befindet sich unserer Einschätzung nach noch in einem Anfangsstadium. Im letzten Teil dieses Artikels sollen daher einige Ideen zur praktischen Umsetzung der Resilienzforschung in der stationären Kinder- und Jugendhilfe präsentiert werden, die zum Weiterdenken anregen. Anknüpfungspunkte für die Förderung von Resilienz in der Praxis Bei der Umsetzung der Ideen zur Förderung der Resilienz im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe müssen stets der Zeitpunkt (war eine frühe Hilfe „am Nest“ möglich? ), die Zielperson, der Umfang und die Kontinuität der Förderung beachtet werden. Die folgenden Ideen basieren auf den Erkenntnissen der bisherigen Resilienzforschung und speziell auf den Sichtweisen und Unterstützungsbedarfsäußerungen der befragten aktuellen und ehemaligen Jugendlichen. Rahmenbedingungen einer Gruppe: Von den Jugendlichen und auch von den verantwortlichen Fachkräften wurden in dieser Untersuchung verschiedene Rahmenbedingungen der Gruppe - wie feste Tagesabläufe, Gruppenregeln, gemeinsame Rituale, das gemeinsame Zusammenleben und die Gestaltung der Gruppenräume - als sehr wichtig erachtet. Durch feste Tagesabläufe und Strukturen kann den Jugendlichen Stabilität, Kontinuität, Sicherheit, Halt, Zuverlässigkeit und Orientierung gegeben werden. Gruppenregeln sind unerlässlich für das gemeinsame Zusammenleben in einer Gruppe. Wichtig bei den Regeln ist, dass sie als sinnvoll erlebt werden und mit den Jugendlichen zusammen auch verändert und angepasst werden können. Weiterhin sollen diese Regeln nicht zu umfangreich sein, damit jede/ r Jugendliche in der Lage ist, deren Vielfalt noch zu übersehen. Grundregeln geben zudem Halt und Orientierung. Gemeinsame Rituale erleichtern das Zusammenleben und vermitteln den Jugendlichen einen familiären Rahmen. Dieser wurde von den InterviewpartnerInnen deutlich gewünscht. Zu gemeinsamen Ritualen gehört z. B. das gemeinsame Abendessen oder das gemeinsame Frühstück am Wochenende. Das Zusammenleben gestaltet sich für Jugendliche zu Beginn ihres Einstiegs in eine Wohngruppe oft besonders schwierig. Daher sind Aktionen, die eine Gruppe zusammenbringen und ein gutes Gruppenklima unterstützen, von zentraler Bedeutung. Dies können neben gemeinsamen Ausflügen auch Aktionen wie die Umgestaltung des Wohnzimmers oder das Anlegen und Pflegen eines Gartens sein. Methoden in der stationären Kinder- und Jugendhilfe: Zu konzeptionellen Ideen gehören auch grundlegende Methoden. Hier sind vor allem die soziale Gruppenarbeit, der systemische bzw. ressourcen- 168 uj 4 (2010) resilienz orientierte Ansatz wie auch der Empowerment-Ansatz zu nennen. Das zuletzt erwähnte Konzept ist unserer Ansicht nach eine wirksame Methode, um Resilienz fördern zu können, da es darauf abzielt, die Stärken der Jugendlichen auf- und auszubauen. Durch Motivation vonseiten der BetreuerInnen kann das Ziel dieses Ansatzes erreicht werden. Im Alltag ist es im Sinne der Förderung von Selbstwirksamkeit (Bandura 1997) wichtig, den Jugendlichen die Möglichkeit für die Erfahrung zu geben, dass sie schwierige Situationen meistern können. Das Selbstwertgefühl kann dabei auf verschiedene Arten gestärkt werden. Pädagogische Folgerungen: Beispielhaft soll hier die Bedeutung der Gestaltung des Erziehungsklimas erläutert werden. Ein gutes Erziehungsklima sollte vor allen Dingen auf Empathie, Verständnis, Interesse am Gegenüber, Unterstützung und Hilfe sowie emotionaler Unterstützung, dem gezielten Eingehen auf die Situation des Jugendlichen und Geduld beruhen. Dies forderten die Jugendlichen in den Interviews besonders vom pädagogischen Fachpersonal in der Gruppe. Sicherlich ist aber auch in einem guten Erziehungsklima das Setzen von Grenzen, das Vermitteln und Vorleben von Sozialkompetenzen und Konfliktlösungsstrategien, die Förderung der Wahrnehmung bzw. die Kommunikation der eigenen Gefühle und Bedürfnisse nach außen wie auch das Fordern und Fördern der Jugendlichen von großer Bedeutung. Rolle der pädagogischen Fachkräfte: Wichtig erscheint uns, dass die Fachkräfte in ihrer Arbeit authentisch, vertrauensvoll und offen sind. Um dem Bedürfnis der Jugendlichen nach Halt und Beziehung nachzukommen, sollten immer wieder Beziehungsangebote gemacht werden. Ein zentraler Aspekt ist auch, Rollenvorbilder für alle Geschlechter anzubieten. Dies bedeutet, dass es wichtig ist, gemischtgeschlechtliche Teams zu installieren. Da die Jugendlichen aber auch den Raum zur Selbstentfaltung und zum Aufbau eines eigenen Wertesystems brauchen, sollten die pädagogischen Fachkräfte neben der Vermittlung von Werten und Normen auf die Gewährleistung des individuellen Freiraums für die Jugendlichen achten. Grenzen der Resilienzförderung: Diese liegen unserer Ansicht nach in bestimmten Krankheitsbildern, gesetzlichen Vorgaben, der Ablehnung der Hilfe vonseiten der Jugendlichen und in den Rahmenbedingungen des eigenen Berufsfeldes. Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten: Es gibt verschiedene Aus- und Weiterbildungen, die für den Erwerb von Resilienzförderungskompetenzen sinnvoll sein können. An dieser Stelle seien beispielhaft Weiterbildungen zu einzelnen Methoden (systemische Weiterbildung etc.), Weiterbildungen zur besseren Gestaltung des pädagogischen Bezugs (Selbsterfahrung, Gesprächsführung, Kommunikationstrainings etc.) und Weiterbildungen zum Erwerb von Kompetenzen in der Erlebnispädagogik erwähnt. Fazit und Ausblick Bisher gibt es viele verschiedene Förderprogramme, die einzelne Teilbereiche einer Resilienzförderung abdecken, z. B. das Trainingsprogramm zur Veränderung maladaptiver Attributionsmuster nach Julius und Goetze (1998) oder das Anti-Stress- Training für Kinder nach Hampel und Petermann (2003). Künftig wünschenswert wäre ein umfassendes Förderungsprogramm, das mehrere Aspekte der Resilienz verknüpft und damit die Resilienzförderung insgesamt stärkt. uj 4 (2010) 169 resilienz Auch in Zukunft wird die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die auf eine Entwicklungsbegleitung im Rahmen der stationären Kinder- und Jugendhilfe angewiesen sind, nicht einfacher. Die multiplen Problemlagen werden zunehmen, und einige bisher erfolgreiche Konzepte werden an ihre Grenzen stoßen. Eine sinnvolle Innovation wäre hier die Integration der Resilienzforschung in die Arbeitskonzepte dieses Hilfebereichs. Literatur Bandura, A., 1997: Self-efficacy: The exercise of control. New York Brooks, R./ Goldstein, S., 2 2007: Das Resilienz- Buch. Wie Eltern ihre Kinder fürs Leben stärken - Das Geheimnis der inneren Widerstandskraft. Stuttgart Cremer, R., 2009: Resilienzforschung und ihre Bedeutung für die sozialpädagogische Arbeit in der stationären Jugendhilfe. Unveröffentl. Diplomarbeit. Eichstätt Hampel, P./ Petermann, F., 2 2003: Anti-Stress-Training für Kinder. Weinheim u. a. Julius, H./ Goetze, H., 1998: Resilienzförderung bei Risikokindern - Ein Trainingsprogramm zur Veränderung maladaptiver Attributionsmuster. In: Potsdamer Studientexte, H. 15 Laucht, M. u. a., 1996: Viereinhalb Jahre danach: Mannheimer Risikokinder im Vorschulalter. In: Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie, 23. Jg., H. 24, S. 67 - 81 Laucht, M./ Esser, G./ Schmidt, M. H., 1999: Ergebnisse der Mannheimer Längsschnittstudie im Überblick. In: Opp, G./ Fingerle, M./ Freytag, A. (Hrsg.): Was Kinder stärkt. Erziehung zwischen Risiko und Resilienz. München Mayring, P., 10 2008: Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. Eine Anleitung zum qualitativen Denken. Weinheim/ Basel Nuber, U., 2005: Resilienz: Immun gegen das Schicksal. In: Psychologie Heute, 32. Jg., H. 9, S. 20 - 24 Opp, G./ Fingerle, M. (Hrsg.), 2 2007: Was Kinder stärkt. Erziehung zwischen Risiko und Resilienz. München Werner, E. E./ Smith, R. S., 1982: Vulnerable but invincible: A longitudinal study of resilient children and youth. New York Wustmann, C., 2004: Resilienz. Widerstandsfähigkeit von Kindern in Tageseinrichtungen fördern. In: Fthenakis, W. E. (Hrsg.): Beiträge zur Bildungsqualität. Berlin/ Düsseldorf/ Mannheim Die AutorInnen Rebecca Cremer Münchener Straße 17 e 85051 Ingolstadt rebecca_cremer@web.de Dr. Gerhard Nechwatal Hindenburgstraße 38 85072 Eichstätt g.nechwatal@gmx.de