eJournals unsere jugend63/7+8

unsere jugend
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0342-5258
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/uj2011.art36d
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Die Bühnenkunstschule A CAD EMY - Wir schaffen etwas Eigenes

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2011
Rachel Hameleers
Die Bühnenkunstschule ACADEMY ist in Berlin schon so etwas wie eine Institution. Über 450 Kinder und Jugendliche haben in den acht Jahren ihres Bestehens die Kurse in drei Bühnensparten absolviert, jedes Jahr bewerben sich Hunderte hoffnungsvolle neue Talente. Für diejenigen, die den Teilnahmebeitrag von 15 Euro im Monat einfach nicht aufbringen können, versucht ACADEMY als sozial engagiertes Projekt eine individuelle Lösung zu finden.
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329 unsere jugend, 63. Jg., S. 329 - 334 (2011) DOI 10.2378/ uj2011.art36d © Ernst Reinhardt Verlag München Basel von Rachel Hameleers Jg. 1969; Abschluss als Theaterdozentin an der Hochschule der Künste in Amsterdam, Künstlerische Leiterin der Bühnenkunstschule ACADEMY Die Bühnenkunstschule ACADEMY - Wir schaffen etwas Eigenes Interview mit Rachel Hameleers Die Bühnenkunstschule ACADEMY ist in Berlin schon so etwas wie eine Institution. Über 450 Kinder und Jugendliche haben in den acht Jahren ihres Bestehens die Kurse in drei Bühnensparten absolviert, jedes Jahr bewerben sich Hunderte hoffnungsvolle neue Talente. Für diejenigen, die den Teilnahmebeitrag von 15 Euro im Monat einfach nicht aufbringen können, versucht ACADEMY als sozial engagiertes Projekt eine individuelle Lösung zu finden. Im Interview spricht die Künstlerische Leiterin der Bühnenkunstschule Rachel Hameleers über Kunst mit AmateurInnen, das Kratzen an Grenzen und unterschiedliche Arbeitsweisen von Theater- und Sozialpädagogik. Das Gespräch führte Katja Werner. ? Wer ist ACADEMY? Derzeit sieben DozentInnen und 45 SchülerInnen zwischen 13 und 19 Jahren aus ganz Berlin, aber unterschiedlicher Nation, Religion und mit unterschiedlichem Hintergrund - das ist die ACADEMYeins. Ein Jahr lang haben wir zweimal in der Woche in den Studios in der Alten Feuerwache in Kreuzberg je zweieinhalb Stunden Unterricht in drei Klassen für Gesang, Schauspiel und Tanz. Daneben gibt es das interdisziplinäre Produktionsjahr ACADEMYzwei mit 15 Ehemaligen aus dem letzten Jahr. ? Bei der Altersgruppe erwarte ich Cliquenbildung, Profiliergehabe und kurze Aufmerksamkeitsspannen - nicht ernsthafte, disziplinierte Teamarbeit, wie ich sie in den letzten zweieinhalb Stunden gesehen habe. Geht es bei der ACADEMY immer so konzentriert und harmonisch zu? Ja. Nicht automatisch und nicht immer von Anfang an, aber wir achten sehr darauf. Das heißt nicht, ACADEMY ist artig. Was hier passiert, ist offensichtlich für die TeilnehmerInnen spannend, sonst wären sie nicht konzentriert. Sie wissen, wir wollen, dass sie künstlerisch die Hosen runterlassen - aber respektvoll und kollegial im Umgang miteinander. Das können wir fast immer herstellen. ? Haben Sie ein Geheimrezept? Das Geheimnis ist, dass die Jugendlichen bei uns etwas tun, was sie unbedingt möchten. Wir machen es ihnen nicht leicht. Wir fordern sie heraus. ACADEMY ist kein Projekt für nebenbei, 330 uj 7+8 | 2011 Jugendarbeit sondern die gemeinsame Suche nach künstlerischer Qualität - also üben wir auch Kritik. Die DozentInnen sind Profis, die mit Leidenschaft dabei sind und ernst genommen werden wollen. Das stellen wir von vornherein klar. Zieht einer nicht mit, leidet die ganze Gruppe darunter. Deswegen gibt’s kein Zuspätkommen oder unentschuldigtes Fehlen. Der Deal ist, wir geben den Kids Futter für ihre Fantasie und die Freiheit, alle Energie im Spiel, Tanz und Gesang rauszulassen. Ein anderes Ventil brauchen sie dann nicht. Wenn eine Gruppe trotzdem unruhig wird, stimmt mit dem Unterricht etwas nicht. Man ist nicht deutlich genug oder die Aufgabe war zu schwer. Auf simple Rezepte können wir nicht zurückgreifen. Das Unterrichten von Kunst ist schon eine Kunst für sich. ? Kann man mit jugendlichen AmateurInnen Kunst machen? In Deutschland spricht man ja gerne von „Kultur“. Vielleicht aus Ehrfurcht vor der„Kunst“? Wir sind eine Bühnenkunstschule für Jugendliche. Und ich sage: Wir machen Kunst. Schon, weil das Resultat unserer Arbeit gemacht ist, um vor Publikum gezeigt zu werden. Dabei kopieren wir nicht „Deutschland sucht den Superstar“ oder „GZSZ“. Wir ignorieren die Massenkultur oder RTL-Welt aber auch nicht. Wir schaffen etwas Eigenes. Außerdem versuchen wir, mit Blick auf die junge Zielgruppe, an Grenzen zu kratzen. Jugendliche haben einen Trumpf: sie können unheimlich präsent und lebendig sein. Sie sind vielseitig, echt und ernsthaft, sie spielen mit so viel Herzblut. Im Vergleich dazu ist Profitheater manchmal langweilig. Der Nachteil ist, sie haben keine Technik. Wir bringen ihnen so viel Technik bei, dass sie ihren Stärken optimal Form geben und ihren Trumpf auch ausspielen können. Das ist eine spannende Gratwanderung. ? Keine Kopie und kein Nachahmen? Soll das heißen, unsere Großstadt-Teenager sind nicht längst total von den Medien verdorben? Vor ein paar Jahren waren sie noch Kinder, auch körperlich, bald müssen sie erwachsen sein, alles ist in Aufruhr. Sie sind nicht naiv. Aber sie wissen trotzdem nicht immer, wie man sich zu all den Veränderungen und neuen Eindrücken verhalten soll. Manche bewegen sich mit 13 schon wie ich erst mit 25, aber die Begegnung im Tanz und beim Spiel mit den anderen ist natürlich Neuland. Da lernen sie sehr viel, und der ganze Komplex generiert große Energien. ? Und das thematisieren Sie auch? Selbstverständlich. Unsere inhaltliche Arbeit entsteht mit den TeilnehmerInnen, ihr Alter und Erfahrungshorizont liefern das Material, mit dem wir spielen. Im Moment entwickle ich zum Beispiel ein Stück über Sexualität für ACADEMYzwei. Ich mache bewusst Gebrauch davon, dass unsere Leute jung und AnfängerInnen sind. Bei diesem Thema haben sie so viele brennende unbeantwortete Fragen. Das ist riskant. Da steht wirklich etwas auf dem Spiel für sie. Und wenn sie jetzt mit unserer Anleitung und unter unserem Schutz aus der Deckung kommen, dann wird es gut - für DarstellerInnen wie ZuschauerInnen. ? Bestimmen die TeilnehmerInnen die Themen? Wir sind kein demokratisches Programm. Am Anfang wollten wir die Kids selbst wählen lassen, und es gab ein klares Patt. Daraufhin haben wir entschieden, Themen zu setzen, die aber so vielseitig sind, dass alle TeilnehmerInnen und alle drei Disziplinen damit etwas anfangen können. Dieses Jahr heißt das Thema „Blutrot“. In den Proben regen wir die Jugendlichen dazu an, ihren eigenen Bezug zum Thema zu finden, Requisiten mitzubringen und kleine Szenen zu entwickeln. ? Da treffen sich zum Beispiel drei Jungs beim Schminken vorm Spiegel und geben sich ganz lässig Make-up-Tipps … … und malen sich knallrote Kussmünder. Oder zwei Mädchen begegnen einem Blutsauger an der Bushaltestelle, der ihnen „Satan hat Durst“ ins Ohr säuselt. Für die einen ist Rot die Farbe der Romantik, andere denken zuerst an Splat- 331 uj 7+8 | 2011 Jugendarbeit termovies. Oft sind wir überrascht, was für Ideen so auftauchen. Was uns gefällt, behalten wir, arbeiten es aus und feilen daran herum. Irgendwann entsteht aus der Materialsammlung eine Inszenierung. ? Wie wird man ACADEMY-SchülerIn? Wir veranstalten separate Castings für Tanz, Gesang und Schauspiel - das sind jeweils vierstündige Workshops, bei denen wir die Leute kennenlernen und sie gucken können, was sie erwartet. Die Kids entscheiden selbst, wofür sie sich bewerben wollen. Die Anmeldungen zwischen den Disziplinen verteilen sich nicht gerade: Die Hälfte kommt für Schauspiel, jeweils ein Viertel für Gesang und Tanz. Wer noch zwischen zwei Disziplinen schwankt, kann zweimal teilnehmen. Die DozentInnen entscheiden am Ende, wer in ihre Klasse kommt. Von den etwa 200 Jugendlichen, die sich anmelden, tauchen ungefähr 120 - übrigens mehrheitlich Mädchen - wirklich auf; 45 davon, je 15 TänzerInnen, SängerInnen und SchauspielerInnen, nehmen wir am Ende. ? Wer sind denn die DozentInnen und wie sind sie ausgebildet? Wir sind, wie gesagt, zu siebt; drei unterrichten Schauspiel, je zwei Gesang und Tanz. Ab und zu laden wir GastdozentInnen ein. Die meisten haben einen einschlägigen Hochschulabschluss - vom Jazz-Institut, Konservatorium, von der Hochschule in Amsterdam -, einige sind AutodidaktInnen und kommen direkt aus der Praxis. Wichtig ist uns, dass sie möglichst unterschiedliche Arbeitsweisen haben. ? Ist Begabung das einzige Auswahlkriterium? Wir sehen unsere Aufgabe darin, mit einer möglichst vielseitigen Gruppe Kunst zu machen. Allererste Voraussetzung dafür ist, dass die Jugendlichen wirklich mitmachen wollen. Wir gucken also, wie enthusiastisch sich jemand reinschmeißt und vermittelt: Ich will das! Das ist eines der wichtigsten Kriterien. Bei den Castings fordern wir die Leute regelrecht heraus, um sie zu testen. Ist ihnen das zu eigenartig? Verstehen sie, dass wir hier nicht MTV sein wollen? Oder findet es jemand sogar auf- Quelle: Etienne Girardet 332 uj 7+8 | 2011 Jugendarbeit regend, wenn wir seine Erwartungen nicht erfüllen? Ohne Talent funktioniert es natürlich nicht, weil wir viel verlangen: Zeit, Engagement, Ehrlichkeit. Wenn man ständig an die eigene Grenze stößt, hält man das schwer durch. ? Besondere Vorbildung braucht man also nicht? Manche Kids hatten schon Klavier- oder Ballettunterricht oder waren in der Schultheatergruppe, einige können sogar Noten lesen - das ist sehr unterschiedlich. Deswegen sind sie aber nicht automatisch besser. Es gibt Naturtalente, die quasi dafür geboren sind, auf der Bühne zu stehen. Die braucht man in der Mischung auch. Ungefähr die Hälfte jeder Gruppe hat keine oder kaum relevante Erfahrung und kann sich selbst kaum vorstellen, was wir in ihnen sehen. Denen wollen wir die Chance geben, ihr eigenes Potenzial erst zu entdecken. ? Was ist der Entwicklungsschritt von ACADE- MYeins zu ACADEMYzwei? Am Ende jedes Jahres gibt es zwar eine Vorstellung, aber ACADEMYeins ist nicht dazu da, einfach ein Stück einzuüben. Das Lernen des Handwerks steht absolut im Vordergrund. Und Fragen wie: Wie bereite ich mich auf eine Vorstellung vor? Was ist eine zweite Vorstellung? Technik, Bühnenpräsenz, Wahrnehmung, auch Selbstwahrnehmung werden geschult. Selbst bis kurz vor der Premiere probieren wir immer noch Neues aus. Zwischen 14 und 20 Leute eines Jahrgangs können anschließend in der ACADEMYzwei weitermachen. Hier geht die Interdisziplinarität viel weiter, weil man SängerInnen, TänzerInnen und SchauspielerInnen in einer Gruppe hat, und alle machen alles. Auch hier wird weiter gelernt, Hauptziel ist aber die Aufführung. Auf die Gestaltung des Stücks und die Umsetzung auf der Bühne sollen die Leute möglichst viel Einfluss nehmen. Wir unterstützen sie dabei. Je mehr sie selber machen, desto schöner ist am Ende die Erfahrung für alle. ? Je selbst gemachter, desto besser? Komisch, bei Jugendlichen will man immer, dass sie alles selbst machen. Das erwartet man vom Erwachsenentheater nie. Eine schlechte Choreografie wird doch nicht besser dadurch, dass die Kinder sie sich selbst ausgedacht haben. Nein, am Ende zählt die Qualität der Darbietung. Ich finde das eine Entwertung meines Fachs, wenn die Arbeit schon deshalb gut gefunden wird, weil da Kinder auf der Bühne stehen. Aber natürlich lassen wir uns inspirieren von den Ideen und Formen der Jugendlichen, machen Gebrauch von ihren besonderen Stärken, ihrer Frische und ihrem Enthusiasmus. Ich bin natürlich gerührt, wenn ich sie nachher auf der Bühne stehen sehe. ? Auf dem Feld ist ACADEMY ein Solitär in der deutschen Bildungslandschaft. Im Unterschied zu anderen Ländern sind Theater, Tanz, Gesang der eigenen Initiative überlassen. In den Schulen findet kaum etwas statt. Ist das in Holland anders? In Holland gibt es Kinder- und Jugendtheaterschulen in jeder Stadt, vergleichbar den deutschen Musikschulen. Andererseits sind die oft kommerziell, also teuer, und dabei ist die vielseitige Gruppenzusammensetzung natürlich nicht gewährleistet. Deshalb sind unsere holländischen KollegInnen neidisch, wenn sie uns besuchen. ? Was sagen denn die Schulen zum extracurricularen Eifer ihrer Schützlinge? Wir haben mal ausgerechnet, dass ein/ e SchülerIn von ACADEMYeins etwa 25 ZuschauerInnen mitbringt. Im Publikum sind entsprechend viele Jugendliche. Zu den Vorstellungen kommen oft ganze Schulklassen. Sonst gibt es wenig Feedback. Vereinzelt melden sich LehrerInnen nach einer Aufführung. Sie berichten, was wir hier auch beobachten: dass die Konzentrationsfähigkeit der Jugendlichen sich sehr verbessert haben und dass sie selbstsicherer werden. 333 uj 7+8 | 2011 Jugendarbeit ? Hier am KinderJugendKulturZentrum (KiJu- KuZ) der Alten Feuerwache arbeiten Sie ja Seite an Seite mit den SozialpädagogInnen. Wie sieht die Zusammenarbeit aus? Sie sind von Anfang an präsent und begleiten die ACADEMY-TeilnehmerInnen. Man kann mit ihnen plaudern, einen Kaffee trinken oder Billard spielen. Und immer wieder wird die Funktion der SozialpädagogInnen wichtiger. Ob Probleme im Elternhaus, in der Schule, in der Beziehung - psychisch, finanziell, gruppendynamisch: erstmal suchen wir einen Platz hierfür in unserem ACADEMY-„System“. Wenn es aber diesen Rahmen sprengt oder, was auch häufiger der Fall ist, das Problem zu persönlich ist für die Gruppe, ist es sehr gut, auf den PädagogInnen zurückgreifen zu können. Sie können den/ die TeilnehmerIn unterstützen, ohne dass diese/ r eine Sonderposition in der Gruppe bekommt. Auch merken wir über die Jahre, dass die Arbeit für die Jugendlichen manchmal sehr fordernd ist. Der eine oder andere hat dann das Bedürfnis, mit jemandem über die Erfahrungen zu reden. Dann kann es hilfreich sein, wenn dieser jemand „unabhängig“ ist. ? Die Finanzierung ist, dank der großzügigen Förderung der Berliner GASAG, auf Jahre gesichert, die DozentInnen sind gut ausgebildet und engagiert, die Kids enthusiastisch und kooperativ. Haben Sie noch Zukunftswünsche? Das Projekt läuft toll, und wir setzen uns jedes Jahr neue, höhere Ziele. Aber ich finde es immer schade, dass wir in einer Welt leben, wo jeder sein eigenes Süppchen kocht: die Schule, die Jugendeinrichtungen, die (Jugend-)Theater und auch wir - jeder auf seiner Insel. Dabei wäre es total spannend, miteinander zu arbeiten. Zum Beispiel machen wir bei juniorACADE- MY eine Theaterarbeit mit Kindergruppen, die im Rahmen von Hilfen zur Erziehung sozialpädagogisch betreut werden. Das sind Kinder, die es nicht einfach haben, verhaltensauffällig oder traumatisiert sind, also ganz anders als unsere sonstige Klientel. Unsere Herangehensweise bei ACADEMY, zielgerichtet, erfolgsorientiert, herausfordernd, gruppendynamisch und trotzdem individuell, ist aber auch für die Gruppen besonders stimulierend - sowohl für die Einzelnen als auch in der Gruppenstruktur. Quelle: Etienne Girardet 334 uj 7+8 | 2011 Jugendarbeit ? Arbeiten Sie in diesem Projekt „sozialpädagogischer“? Wir arbeiten ganz eng mit den SozialpädagogInnen zusammen und versuchen, aus bewusst unterschiedlichen Richtungen trotzdem an einem Strang zu ziehen. Theaterarbeit ist sehr persönlich - das Instrument ist man selbst, das macht es so interessant. Für mich hängt das weniger vom Inhalt ab, man muss deshalb nichts Autobiografisches spielen. Eher davon, wie man mit sich und seiner Umgebung umgeht, auf und neben der Bühne. Dieser Aspekt ist in unserer Arbeitsweise ganz bewusst Nebensache. Das heißt: Er ist wichtig, wir haben ein Auge drauf, aber wir arbeiten nicht direkt daran. Ein Beispiel: wenn die Gruppenstimmung nicht stimmt, einer wird beispielsweise immer ein wenig ignoriert, dann kann man das in der Gruppe ansprechen. Man kann aber auch ein Training in Gruppenwahrnehmung und -rhythmus auf der Bühne machen und dies sehr technisch besprechen, inklusive der Momente, in denen etwas schief geht. Hier findet eine Sensibilisierung statt, die auf der Bühne wichtig ist und automatisch neben der Bühne weiterwirkt. ? Sie sagten bewusst unterschiedliche Richtungen - wo setzen sich Theater- und Sozialpädagogik voneinander ab? Ich finde manchmal, dass in der Sozialpädagogik zu viel geredet wird, und wenn es um Erfahrungen bzw. Übungen geht, ist das Ziel immer so „pädagogisch“. Übrigens, wenn es um „Darstellendes Spiel“ in den Schulen geht, beobachte ich auch häufig, dass die LehrerInnen ihrerseits nicht genug theaterpädagogische Fachkenntnisse haben, um die intensive Arbeitsweise zu ermöglichen. Ich halte ein Plädoyer für Zusammenarbeit! BühnenkünstlerInnen an die Schulen, SozialpädagogInnen ins Theater usw. Jeder mit seinem Metier, seinen Stärken und mit Interesse und Respekt für das Metier und die Stärken der anderen! Interviewerin: Katja Werner Interviewpartnerin: Rachel Hameleers Bühnenkunstschule ACADEMY Axel-Springer-Straße 40/ 41 10969 Berlin www.alte-feuerwache.de/ academy