eJournals unsere jugend64/5

unsere jugend
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0342-5258
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/uj2012.art19d
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2012
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Biografiearbeit in der Jugendhilfe

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2012
Birgit Lattschar
Dieser Beitrag stellt die Methode der Biografiearbeit und ihre Umsetzung in der Jugendhilfe vor. Er möchte dazu anregen, mit Kindern und Jugendlichen gemeinsam deren Biografie zu erforschen, um Hilfestellung zur Bewältigung ihrer Lebensgeschichte und zur Entwicklung von Lebensperspektiven geben. Dazu bietet die Biografiearbeit unterschiedliche kreative Möglichkeiten.
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194 unsere jugend, 64. Jg., S. 194 - 203 (2012) DOI 10.2378/ uj2012.art19d © Ernst Reinhardt Verlag München Basel Biografiearbeit in der Jugendhilfe „Nur wenn ich weiß, woher ich komme, kann ich bestimmen, wohin ich gehen will.“ (unbekannt) Dieser Beitrag stellt die Methode der Biografiearbeit und ihre Umsetzung in der Jugendhilfe vor. Er möchte dazu anregen, mit Kindern und Jugendlichen gemeinsam deren Biografie zu erforschen, um Hilfestellung zur Bewältigung ihrer Lebensgeschichte und zur Entwicklung von Lebensperspektiven geben. Dazu bietet die Biografiearbeit unterschiedliche kreative Möglichkeiten. von Birgit Lattschar Jg. 1968; Heilpädagogin, Dipl.-Pädagogin, Systemische Beraterin und Supervisorin, eigene Praxis für Fortbildung, Beratung, Supervision und Biografiearbeit Begriffsklärung: Biografie und Biografiearbeit Der Begriff Biografie setzt sich zusammen aus dem griechischen bios (Leben) und gráphein (schreiben, zeichnen, darstellen) und bedeutet also „Lebensbeschreibung“. Die Biografie eines Menschen ist aber mehr als nur ein Lebenslauf, der in erster Linie objektive Daten enthält. Sie beinhaltet die subjektive Sicht, die eigene Beschreibung und Bewertung dieses Lebens durch das Individuum. Man könnte den Lebenslauf auch als die „Außenseite“ des Lebens begreifen, die Biografie aber als „Innenseite“, die „darüber Auskunft gibt, wie dieser Mensch die verschiedenen Lebensereignisse wahrgenommen hat, wie er sie bewertet und in seinem Leben einordnet“ (Kerkhoff/ Halbach 2002). Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Lebensläufen finden wir in unterschiedlichen Wissenschaften wie etwa der Medizin (z. B. Life-Event- Forschung), den Sozialwissenschaften (z. B. Biografieforschung) oder der Psychologie (z. B. Resilienzforschung). Biografiearbeit als praktische Methode wird - in den letzten zehn Jahren zunehmend - in Arbeitsfeldern wie Erwachsenenbildung, Altenarbeit/ Pflege, Soziale Arbeit, Behindertenhilfe sowie Kindergarten und Schule angewandt. Eine einheitliche Definition des Begriffes liegt bislang noch nicht vor, wenngleich der Versuch der Einordnung z. B. durch Miethe (2011) unternommen wurde. Sie definiert Biografiearbeit folgendermaßen: „Ausgehend von einem ganzheitlichen Menschenbild ist Biografiearbeit eine strukturierte Form der Selbstreflexion in einem professionellen Setting, in dem an und mit der Biografie gearbeitet wird. Die angeleitete Reflexion der Vergangenheit dient dazu, Gegenwart zu verstehen und Zukunft zu gestalten. Durch eine Einbettung der individuellen Lebensgeschichte in den gesellschaftlichen und 195 uj 5 | 2012 Biografiearbeit mit Kindern und Jugendlichen historischen Zusammenhang sollen neue Perspektiven eröffnet und Handlungspotenziale erweitert werden“ (Miethe 2011, 24). Relevanz der Biografiearbeit in der Jugendhilfe Vor allem im stationären Kontext wie Heim, Wohngruppe und Pflegefamilie bietet sich Biografiearbeit als methodisches „Handwerkszeug“ für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen geradezu an. Manche der dort untergebrachten Kinder und Jugendlichen besitzen wenige oder widersprüchliche Informationen über die eigene Lebensgeschichte und/ oder Familie, manche haben schmerzliche Lebensereignisse erfahren, die sie bewältigen müssen. Wieder andere entwickeln Fantasien über ihre Familie und die Gründe der Fremdunterbringung und können sich schwer auf den neuen Lebensort einlassen. Die meisten dieser Kinder und Jugendlichen suchen Antworten auf Fragen wie „Warum lebe ich im Heim? “, „Wie lange muss ich hier bleiben? “, „Bin ich schuld daran, dass ich aus der Familie wegmusste? “, „Bin ich ein schlechter Mensch? “ Biografiearbeit kann helfen, diese Fragen zu klären und das Selbstwertgefühl des Kindes zu stärken. Sie ermöglicht dem Kind oder Jugendlichen einen Zugang zu seiner Lebensgeschichte und die Basis für das Entwickeln von Zukunftsperspektiven. Biografiearbeit kann darüber hinaus aber auch im ambulanten und teilstationären Bereich eingesetzt werden: zur Trauerarbeit beim Verlust einer Bezugsperson (Goldman 2000), zur Begleitung der „Überbrückung“ bei der Neuaufnahme ins Heim bzw. der Rückführung in die Familie (Ryan/ Walker 2004), zur Bearbeitung der Erfahrungen von Migration oder Flucht (Lattschar 2004), bei Trennung/ Scheidung der Eltern (Lattschar/ Wiemann 2007) oder lebensbedrohlicher Erkrankung (Ryan/ Walker 2004). Ziel der Arbeit ist das Verstehen der eigenen Lebenssituation und -geschichte, um diese besser annehmen zu können und so über Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und zum persönlichen Wachstum zu verfügen. Biografiearbeit ist als Einzel- und als Gruppenarbeit möglich, abhängig von den Bedürfnissen des Kindes und den Ressourcen, die zur Verfügung stehen. Sie stellt keine Therapie dar, kann aber auch in psychotherapeutischem Kontext zur Anwendung kommen. Abb. 1: Lebensspirale 196 uj 5 | 2012 Biografiearbeit mit Kindern und Jugendlichen Inhalte der Biografiearbeit Biografiearbeit kann sehr unterschiedlich aussehen, die Wahl der Methoden richtet sich nach dem Alter und den Fähigkeiten und Möglichkeiten des Kindes oder Jugendlichen. Sinnvoll ist es allerdings, in irgendeiner Form eine Aufzeichnung zu erstellen, in der das Kind immer wieder blättern und nachschauen kann. Dies kann in Buchform geschehen - als sogenanntes Lebensbuch - oder aber als Hörkassette, Videoaufzeichnung, „Erinnerungskiste“ etc. Das Erstellen eines Lebensbuches ist inzwischen eine gebräuchliche Art der Dokumentation, für die es viele Ideen und Anregungen gibt (Ryan/ Walker 2004; Lattschar/ Wiemann 2007; Morgenstern 2011). Mittlerweile gibt es auch fertige Vorlagenhefte oder -ordner, die dafür verwendet werden können (z. B. Mohr/ ter Horst 2004; Engelhart/ Haselwanter 2006; Kompetenzzentrum Pflegekinder 2008; Krautkrämer-Oberhoff/ Hasenbein o. J.). Ein solches Lebensbuch (oder eine andere Form der Aufzeichnung) sollte folgende Bestandteile enthalten: ➤ Das bin ich! Persönliche Daten des Kindes/ Jugendlichen (Geburtsdatum, Name, Namensbedeutung, Geburtsurkunde usw.). ➤ Meine (leibliche) Familie! Daten und Informationen der Eltern (Fotos, Stammbaum, Geburtsdaten, gegenwärtige Situation, Wohnort, Kontaktmöglichkeiten usw.). ➤ Mein jetziger Lebensort (Pflegefamilie, Heim usw.) Daten und Informationen zur jetzigen Unterbringung (Wohnort, Fotos, Personen, wichtige Daten usw.). ➤ Meine Geschichte! Chronik und Umstände des Wechsels der Lebensumstände (Warum wurde das Kind fremduntergebracht? ) ➤ Meine Gefühle! Wie fühlt sich das Kind in der jetzigen Situation? Welche Ängste hat das Kind? Was tut ihm gut? Was macht es ärgerlich? ➤ Meine Gegenwart Wie sieht der Alltag aus? Womit ist das Kind zufrieden, womit nicht? ➤ Meine Zukunft! Wie stellt sich das Kind seine Zukunft vor? Wie möchte es leben, arbeiten, wie soll seine Familie aussehen? Bei Kindern mit Migrationshintergrund kann man das Kapitel „Mein Herkunftsland“ oder „Das Herkunftsland meiner Familie“ einfügen, das Informationen darüber enthält (Sprache, Essen, Kultur, Tradition usw.) Bei Biografiearbeit als Trauerarbeit sollte ein eigenes Kapitel die Erinnerungen an den/ die Verstorbene/ n, die Umstände des Todes und die Gefühle des Kindes dazu beinhalten. Abb. 2: Das bin ich 197 uj 5 | 2012 Biografiearbeit mit Kindern und Jugendlichen Rahmenbedingungen für die Arbeit Das Alter des Kindes Grundsätzlich ist Biografiearbeit mit Kindern jeden Alters möglich. Sie unterscheidet sich allerdings in ihrer Intensität und Tiefe und der Wahl der verschiedenen Methoden. Diese müssen dem Alter, Entwicklungsstand und Interesse des jeweiligen Kindes angepasst sein. Mit Kindern bis zum Kindergartenalter hat die Biografiearbeit eher den Charakter des Sammelns oder Dokumentierens von Informationen oder Erinnerungsstücken. Eine Erinnerungskiste kann beispielsweise den ersten Strampelanzug enthalten, Lieblingsspielzeug, ein Erinnerungsstück an Mutter oder Vater. Eine chronologische Dokumentation ist noch nicht sinnvoll, gleichwohl erhält das Kind bereits anhand verschiedener Gegenstände einen emotionalen Zugang zur Vergangenheit. Kinder im Kindergartenalter können bereits Gefühle äußern und Fragen verstehen und beantworten. Hier sind Rollen- oder Puppenspiele eine gute Möglichkeit, Sachverhalte zu thematisieren. Auch Bilderbücher eignen sich dafür (z. B. Maxeiner 2010; Thomas-Wiser-Haus 2000). Viele Kinder malen gerne, dies kann man aufgreifen und Themen vorgeben. Die Bilder können Anhaltspunkte für die weitere Arbeit oder ein Gespräch liefern. Aufzeichnungen zum Nachschlagen können als Bilderbuch gestaltet werden, indem z. B. die Lebensgeschichte des Kindes aufgeschrieben und illustriert wird. Sie kann dann vorgelesen oder gemeinsam angeschaut werden. Wichtige Erinnerungsstücke können in einer Kiste ihren Platz finden. Kinder ab dem Grundschulalter können sich bereits länger auf eine Aktivität konzentrieren. Sie sind in der Lage, den Standpunkt einer anderen Person zu verstehen und beginnen auch, die Bedeutung der Zeit zu verstehen (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft). Mit ihnen kann man gezielt und regelmäßig an einem Lebensbuch arbeiten und dabei Vorlagen zum Ausfüllen benutzen, aber auch immer noch malen und spielen. Das Interesse an der eigenen Person ist hoch, die Kinder sind gut für die Idee der Biografiearbeit zu begeistern. Das Arbeiten mit Gruppen empfiehlt sich ab etwa neun Jahren, wenn Kinder kooperativ zusammenarbeiten können. Abb. 3: Mein Name 198 uj 5 | 2012 Biografiearbeit mit Kindern und Jugendlichen Während der Pubertät wird es schwieriger, die Jugendlichen für die Idee der Biografiearbeit zu gewinnen. Sie sind häufig nicht daran interessiert, was in der Vergangenheit war, sondern richten die Gedanken auf das Jetzt und die Zukunft. Kontakte zu Gleichaltrigen sind wichtiger als zu Erwachsenen. Eltern und andere Erwachsene in direkter Elternfunktion wie etwa Pflegeeltern sind jetzt nicht die optimalen Personen zur Durchführung von Biografiearbeit, da es häufig Konflikte gibt. Gut möglich ist dann das Arbeiten in einer Gruppe. Die Jugendlichen sollten in die Planung und Gestaltung miteinbezogen werden und auch Verantwortung übernehmen dürfen. Biografiearbeit sollte hier vor allem die Zukunft thematisieren und darin die Gegenwart und Vergangenheit einbinden. Gruppenarbeit ist dann häufig fruchtbarer als die Arbeit mit einzelnen Jugendlichen. Der Rahmen Biografiearbeit erfordert Zeit zur Vorbereitung und Durchführung! Umfang und Dauer der Arbeit richten sich nach der Lebensgeschichte und dem Alter des Kindes oder Jugendlichen. Ein halbes bis ein Jahr sollte man für die gemeinsame Einzelarbeit mit einem Kind einplanen. Sinnvollerweise legt man regelmäßige wöchentliche oder zweiwöchentliche Termine fest, an denen man für ca. eine Stunde mit dem Kind arbeitet. Ein Gruppenarbeitsprogramm kann in zehn bis zwölf Treffen durchgeführt werden. Begonnen werden kann mit der Biografiearbeit immer dann, wenn das Kind Interesse dafür zeigt. Ein guter Zeitpunkt ist z. B. gleich nach einer Aufnahme ins Heim, weil dann viele Fragen präsent sind (Warum bin ich hier? Wie lange bleibe ich? ) und aufgegriffen werden können. Gleichzeitig erfährt man dadurch viel über die Vorlieben, Stärken und Eigenschaften des Kindes. Biografiearbeit muss in einem störungsfreien Raum stattfinden, damit eine vertrauliche Atmosphäre geschaffen werden kann. Das erfordert im stationären Kontext eine Doppelbesetzung, denn der Durchführende kann nicht gleichzeitig für andere Kinder zuständig sein. Für ein (selbst gestaltetes) Lebensbuch verwendet man am besten einen Ringordner oder Schnellhefter. Das bietet gegenüber einem Buch/ Heft den Vorteil, dass auch nachträglich etwas eingeheftet werden kann. Weiterhin benötigt man Stifte, Papier und Bastelmaterialien, je nach Methodeneinsatz. Unternimmt man Reisen zu Lebensorten von Kindern, müssen dafür ein Auto und das entsprechende Budget vorhanden sein, ein Fotoapparat oder eine Videokamera unterstützen die Dokumentation. Anforderungen an die Fachkräfte Biografiearbeit sollte von Fachkräften durchgeführt werden, die sich dazu weitergebildet haben. Erfreulicherweise findet seit einigen Jahren z. B. durch die Gründung von Fachverbänden wie Fabia (www.fabia-ev.de) oder lebensmutig (www.lebensmutig.de) in diesem Feld eine Professionalisierung und fachliche Vernetzung statt. Die Entwicklung von Standards für die Durchführung von Biografiearbeit wird angestrebt. Die Entscheidung, wer mit welchem Kind Biografiearbeit durchführt, sollten die Fachkräfte gemeinsam im Team fällen. Durchführen sollte die Arbeit derjenige, zu dem das Kind eine vertrauensvolle Beziehung hat. Wichtig ist, dass der Erwachsene kontinuierlich mit dem Kind arbeiten kann und an dessen Lebensgeschichte interessiert ist. Fast alle Kinder, mit denen Biografiearbeit gemacht wird, haben Beziehungsabbrüche erlebt und kennen das Gefühl, verlassen zu werden. Es kann deswegen manchmal lange dauern, bis sie bereit sind, sich wieder zu öffnen und mit Erwachsenen z. B. über Gefühle zu sprechen. Beständigkeit, Verlässlichkeit und Einfühlungsvermögen sind deshalb wichtige Voraussetzungen, die der Erwachsene mitbringen muss, wenn er diese Ar- 199 uj 5 | 2012 Biografiearbeit mit Kindern und Jugendlichen beit mit dem Kind beginnt. Weitere wichtige Prinzipien der Arbeit werden im Folgenden beschrieben. Ehrlichkeit und Offenheit Kinder erleben häufig, dass Erwachsene ihnen gegenüber nicht aufrichtig sind bzw. ihnen Dinge verschweigen. Dies geschieht manchmal, um das Kind zu schützen, oder aber weil die Erklärung unangenehmer Wahrheiten für den Erwachsenen selbst schwierig oder schmerzhaft ist. Kinder haben ein gutes Gespür dafür, ob Dinge verheimlicht werden. Wird ein Kind über entscheidende Ereignisse in seinem Leben nicht informiert, kann das dazu führen, dass es sich schuldig und verantwortlich für die Ereignisse fühlt (vgl. Imber-Black 2000; Wiemann 2001). Wird ein Kind beispielsweise fremd untergebracht, weil seine Mutter drogenabhängig ist und es nicht versorgen kann, so kann man diese Information dem Kind in altersangemessener Form geben (siehe dazu Lattschar/ Wiemann 2007). Damit wird verhindert, dass das Kind die Vorstellung entwickelt, es wäre nicht liebenswert und würde deshalb abgelehnt. Es wird so von Schuldgefühlen entlastet. Erfährt ein Kind ein Familiengeheimnis zufällig, traut es sich möglicherweise nicht, nachzufragen und bleibt mit seinem Unverständnis alleine oder aber empfindet dies als einen Vertrauensbruch seitens der Erwachsenen. In der Biografiearbeit sollen belastende Themen offen benannt und damit dem Kind die Chance gegeben werden, diese zu verstehen und zu verarbeiten. Eine respektvolle innere Haltung gegenüber den Eltern Kinder begreifen sich als Teil ihrer Eltern, sie haben von beiden Elternteilen Fähigkeiten und Eigenschaften geerbt oder übernommen. Für eine gesunde Identitätsentwicklung brauchen Kinder auch positive oder wenigstens neutrale Informationen über ihre Eltern. Eine Wertung oder gar Abwertung der Eltern ist indirekt auch eine Abwertung des Kindes. Ist z. B. die einzige Information, die ein Kind über seinen Vater hat, die, dass dieser alkoholkrank ist und sich nicht um die Familie gekümmert hat, könnte beim Kind eine Angst entstehen, später auch einmal alkoholkrank zu werden, oder aber es schämt sich für den Vater. Die Tatsache der Alkoholabhängigkeit des Vaters sollte ihm nicht verschwiegen werden, es braucht gegebenenfalls aber weitere altersgemäße Informationen darüber. Darüber hinaus sollten weitere positive oder neutrale Informationen wie etwa „Du hast deine schönen blonden Locken vom Papa“ oder „Dein Vater konnte auch gut Fußball spielen“ weitergegeben werden, um das Bild des Vaters zu erweitern. So hat das Kind die Möglichkeit, sich positiv mit seinem Vater zu identifizieren und sich letztlich auch selbst anzunehmen. Es geht dabei nicht darum, die Eltern zu beschönigen oder in einem besseren Licht darzustellen. Es geht vielmehr um die eigene innere Haltung Abb. 4: Persönliches Wappen 200 uj 5 | 2012 Biografiearbeit mit Kindern und Jugendlichen des Respekts gegenüber den Eltern des Kindes, die gleichzeitig Respekt und eine Wertschätzung des Kindes selbst darstellt. Diese Haltung erfordert von denjenigen, die Biografiearbeit durchführen, ein hohes Maß an Professionalität und innerer Distanz, besonders bei Fällen von sexueller Gewalt, Misshandlung oder Vernachlässigung. Hilfreich und entlastend sind für Fachkräfte Supervision oder Beratung. Zur Frage des Redens über die Herkunftseltern hat sich schon vor über 30 Jahren Andreas Mehringer in seiner„Kleinen Heilpädagogik“ folgendermaßen geäußert: „Man muss sich hüten, vor dem Kind abfällige Äußerungen über die Angehörigen zu machen; man muss nach Möglichkeit auch verhüten, dass dies von anderer Seite geschieht. Das gefährdet nämlich ein Wiederheilwerden-Können des Kindes sehr, weil es mit der Frage zusammenhängt, ob es eine neue Identität gewinnt, d. h. ob es auf die Frage ‚Wer bin ich? ’ trotz allem eine positive Antwort finden kann. Wer das Ringen vieler dieser Kinder kennt, trotz schlechten Elternbeispiels ohne Bitterkeit auf eigene Füße zu kommen, wird hier meiner These zustimmen: Ein Rest von positivem Elternbewusstsein muss und kann immer erhalten bleiben. Das heißt nicht, dass man etwas Wesentliches verschweigen oder dass man beschönigen soll. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass auch in diesem oft sehr harten Punkt zunächst nur die volle Wahrheit und unsere Ehrlichkeit weiterhilft“ (Mehringer 1992, 49). Vertraulichkeit Biografiearbeit findet in einem Spannungsfeld statt: Einerseits soll der Rahmen, in dem mit einem Kind gearbeitet wird, ein geschützter sein, und die Themen müssen vertraulich behandelt werden. Andererseits müssen unter besonderen Umständen (z. B. bei Kindeswohlgefährdung) auch wichtige Informationen mit anderen besprochen werden, um dem Kind zu helfen oder es zu schützen. Zunächst gilt der Grundsatz, die Inhalte der Biografiearbeit nicht an andere weiterzugeben. Um ein Vertrauensverhältnis zu einem Kind herzustellen, ist diese Sicherheit wichtig, damit es sich überhaupt öffnen und Gefühle äußern kann, die es bewegen. Viele Kinder wünschen sich, dass Gespräche zwischen den Beteiligten vertraulich bleiben, weil sie bereits Vertrauensbrüche seitens Erwachsener erlebt haben. Trotzdem wird es Informationen geben, die man an andere weitergeben muss. Daher muss man bereits zu Beginn der Biografiearbeit dem Kind erklären, dass man Dinge vertraulich behandelt, es aber auch Tatsachen geben könnte, die man zu seinem Schutz weitergeben muss. Durch diese Klarstellung vermeidet man, dass das Kind eine mögliche Informationsweitergabe als Verrat erlebt. Praktische Umsetzung der Biografiearbeit An erster Stelle steht die Beschaffung der nötigen Informationen. Ausgehend von den Inhalten für das Lebensbuch (s. o.) kann man aus Akten, durch Befragung von Eltern und anderen Bezugspersonen relevante Informationen und Dokumente (Fotos, Geburtsurkunde, Daten der Eltern und des Kindes) sammeln. Damit erstellt man einen Lebenslauf des Kindes, in dem die wichtigen Ereignisse wie Wohnortwechsel, Schulwechsel, Verlust wichtiger Personen etc. dargestellt sind. Um den Kind die zeitliche Orientierung zu erleichtern, ist es sinnvoll, jeweils den Geburtstag als Bezugspunkt zu notieren. Anhand dieser chronologischen Übersicht erhält man oft erste Hinweise, welche Ereignisse für die Arbeit ein wichtiges Thema sein könnten (z. B. mehrere Wohnortwechsel in einem Jahr, Verlust wichtiger Personen). Zudem werden dadurch Informationslücken deutlich, die man noch füllen sollte. Für das Einholen der Informationen und die Erstellung des Lebenslaufes benötigt man einen zeitlichen Vorlauf. Häufig muss im Laufe der Zeit noch etwas eingefügt werden (die Erstellung am PC ermöglicht unkompliziert „Up- 201 uj 5 | 2012 Biografiearbeit mit Kindern und Jugendlichen dates“). Mit Jugendlichen können viele Informationen auch gemeinsam während des Prozesses eingeholt werden, indem man mit ihnen gemeinsam Interviews durchführt oder ihnen den Auftrag zur Recherche (z. B. mit der Kamera) gibt. Dieser Lebenslauf bildet mit den Kapiteln des Buches die Grundstruktur der Arbeit. Man schaut ihn gemeinsam mit dem Kind an und stellt das Projekt Lebensbuch z. B. mit folgenden Worten vor: „Ich habe hier mal dein bisheriges Leben und was darin alles so passiert ist, aufgeschrieben. Ich würde gerne mit dir ein Buch darüber machen, in dem drin steht, wer du bist, was dich ausmacht und auch, was du so erlebt hast. Das Buch wird verschiedene Kapitel haben wie ‚Das bin ich‘, ‚Das ist meine Familie‘, ‚Das ist meine Geschichte’, und wir werden bei jedem Treffen diese Kapitel etwas füllen. Du kannst entscheiden, womit du anfangen möchtest.“ Entscheidend ist, dass im Tempo des Kindes vorgegangen wird: Der Erwachsene setzt die Impulse, das Kind aber entscheidet, an welchem Thema es arbeiten will. Erfahrungsgemäß beginnt das Kind mit den Themen, über die es leichter reden kann. Wenn es dann mehr Vertrauen und Sicherheit gewonnen hat, fällt es ihm leichter, auch über schwierige und belastende Dinge zu sprechen oder dazu Fragen zu stellen (vgl. Ryan/ Walker 2004). Nun können mittels verschiedener Fragebögen, Bilder, Fotos usw. die Kapitel gefüllt werden. Vorgefertigte Fragebögen sollte man vorher prüfen, ob sie vom Kind auszufüllen sind, denn wenn nur wenige Informationen vorhanden sind, kann das sehr frustrierend sein. Selbst erstellte oder modifizierbare Fragebögen (z. B. Kompetenzzentrum Pflegekinder 2008) bieten den Vorteil, sie an die vorhandenen Informationen über das Kind anpassen zu können. Bei der Wahl der Techniken und Materialien orientiert man sich am Kind - manche Kinder malen sehr gerne, andere wieder gar nicht. Einige möchten selber schreiben, andere lassen lieber den Erwachsenen schreiben oder sind motiviert, Texte oder Dokumente am Computer zu erstellen. Der Kreativität des Kindes und des Erwachsenen sind bei der Arbeit keine Grenzen gesetzt - das Lebensbuch bietet die Chance, mehr zu sein als eine Sammlung ausgefüllter Fragebögen oder ein Fotoalbum. Betonen sollte man bei der Arbeit am Lebensbuch die positiven Gesichtspunkte, sowohl des Kindes als auch der Eltern/ Familie (die negativen Aspekte sind den meisten Kindern ohnehin sehr präsent). Das Kind soll stolz auf sein Werk sein können und die Arbeit daran soll dem Kind (und dem Erwachsenen) Spaß machen. Beendet ist die Arbeit an einem Lebensbuch eigentlich nie, denn immer wieder finden Veränderungen statt, die man besprechen und reflektieren kann. Sie wäre aber zunächst dann abgeschlossen, wenn die oben aufgezählten Bereiche bearbeitet sind und das Kind ein besseres Verständnis seiner Situation gewonnen hat. Möglicherweise kann oder muss die Arbeit von anderen fortgesetzt werden, wenn es zum Beispiel zu einem Unterbringungswechsel kommt. „Schwierige Wahrheiten“ Eine Herausforderung in der Biografiearbeit ist die Vermittlung sogenannter „schwieriger Wahrheiten“. Damit sind Sachverhalte aus der Biografie des Kindes und seiner Familie gemeint, die schwer zu erklären sind wie etwa Misshandlung oder Missbrauch, Suchterkrankung oder psychische Erkrankung der Eltern, Suizid, Gewalt in der Familie, Gefängnisaufenthalt und anderes mehr. Auch unter Fachkräften gibt es sehr unterschiedliche Ansichten darüber, was ein Kind wissen und was man ihm besser vorenthalten sollte. Hier gilt es zunächst zu klären: Betrifft die Information das Kind direkt und existenziell (z. B. wenn der leibliche Vater verschwiegen wird, der Grund für eine Fremdunterbringung, die Krankheit der Mutter)? Dann hat das Kind ein Recht, es zu erfahren, weil es direkt davon betroffen ist. Handelt es sich dagegen um Fakten, die vorwiegend die Intimsphäre zwischen den Erwachsenen betreffen, muss abgewogen werden, ob und 202 uj 5 | 2012 Biografiearbeit mit Kindern und Jugendlichen wenn ja, was für ein Kind wichtig sein könnte. Häufig wird nicht mit Kindern über schwierige Themen gesprochen, nicht weil es schlimm für das Kind, sondern schwierig für den Erwachsenen ist. Viele Menschen glauben auch, ein Kind werde schon fragen, wenn es etwas wissen möchte. Viele Kinder fragen aber nicht - aus Angst, die Antwort könnte schlimm sein, aus Scham oder Unsicherheit oder um den Erwachsenen zu schonen. Es liegt in der Verantwortung des Erwachsenen, von sich aus das Thema anzuschneiden und dadurch zu signalisieren: mit mir kannst du darüber sprechen, ich halte das aus und ich gebe dir ehrliche Antworten. Kinder können schwere Fakten des Lebens als gegeben hinnehmen, wenn sie von Erwachsenen dabei unterstützt werden. Es ist für die meisten Kinder eine Erleichterung, wenn sie Ereignisse verstehen und einordnen können und offene Fragen beantwortet werden. „Was diese jungen Menschen oft und lange besonders belastet und dann gleichgültig und mutlos macht, ist vor allem die Unsicherheit, die sie in sich herumtragen. Die Wahrheit ist leichter zu ertragen, auch wenn sie hart ist. Es ist die Wahrheit. Man weiß Bescheid und kann weiterleben. Wahrheit schadet nicht, sie ist immer der Ausgangspunkt“ (Mehringer 1992, 49). Natürlich muss die Art und Weise, wie Informationen gegeben werden, dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes angepasst und vor allem in einen Kontext eingebettet sein. Es geht nicht um ein Benennen von harten Fakten, das möglicherweise traumatisierend sein könnte, sondern um ein Erklären des Sachverhaltes. Am besten ist es, wenn die verantwortlichen Personen diese Aufgabe selbst unternehmen, z. B. in Form eines Lebensbriefes. Ein Lebensbrief ist ein umfassendes Dokument über wichtige, oft schmerzliche Lebensereignisse wie z. B. die Entscheidung einer Mutter, das Kind in einer Pflegefamilie aufwachsen zu lassen (vgl. Lattschar/ Wiemann 2007, 174ff ). Teil der Biografiearbeit kann somit auch die Unterstützung der Bezugspersonen bei dieser Aufgabe sein. Möglicherweise versuchen Eltern auch, Fachkräfte zu Mitwissern von (Familien-)geheimnissen zu machen, indem sie ihnen Dinge anvertrauen, die diese aber nicht dem Kind weitersagen sollen. Die oben beschriebene Anforderung der Ehrlichkeit und Offenheit an die Fachkraft bedeutet in diesem Zusammenhang auch, sich in einer solchen Situation zu positionieren und klarzustellen, dass man Geheimnisse nicht mittragen kann, weil man dann dem Kind gegenüber nicht ehrlich ist. Auch das ist ein (oft nicht unwesentlicher Teil ) der Biografiearbeit: Eltern davon zu überzeugen, welche Dynamik Geheimnisse entwickeln können und zu welchem Vertrauensbruch ein (unabsichtlich) gelüftetes Tabu führen kann. Biografiearbeit in der Hilfeplanung Findet im Zuge einer erzieherischen Hilfe nach §§27ff SGB VIII Hilfeplanung statt, so kann Biografiearbeit unterstützend dazu beitragen. Die Partizipation des Kindes/ Jugendlichen an der Hilfeplanung ist gesetzlich vorgeschrieben, Formulierungen im Hilfeplan sollen wertschätzend und ressourcenorientiert sein und von Kindern verstanden werden. Normann (2003) kommt in ihrer Studie über heute erwachsene Heimkinder zu dem Ergebnis, dass sich junge Menschen im Hilfeplanverfahren trotzdem ausgegrenzt fühlen. Biografiearbeit im Vorfeld der Hilfeplanung kann dazu beitragen, die Wünsche, Erwartungen und Fragen des Kindes herauszufinden und zu artikulieren. In der Hilfeplankonferenz selbst fällt das Kindern nicht leicht bzw. benötigen sie oft Unterstützung. Aber auch im Verfahren selber können Methoden wie die„Vier Dimensionen der Elternschaft“ (Lattschar/ Wiemann 2007, 31) genutzt werden, um das Kind zu beteiligen und ihm seine Situation verständlich zu machen. Formulierungen aus dem Hilfeplan z. B. bezüglich der Besuchskontakte bei einer Fremdunterbringung können im Lebensbuch aufgegriffen und besprochen werden. Wünschenswert wäre darüber hinaus, wenn Biografiearbeit als Leistungsmerkmal in die Hilfeplanung aufgenommen (und honoriert) werden würde. 203 uj 5 | 2012 Biografiearbeit mit Kindern und Jugendlichen Fazit „Im Wissen um die Herkunft Zukunft gestalten“ (vgl. Weiß 2011, 67) könnte als Motto für Biografiearbeit in der Jugendhilfe stehen. Für Kinder und Jugendliche gilt es, die eigene Lebensgeschichte zu verstehen und sich von belastenden Erfahrungen zu lösen, um neue, eigene Lebensperspektiven zu entwickeln. Dabei bietet Biografiearbeit verschiedene Möglichkeiten der Umsetzung im pädagogischen Alltag, die für die jeweilige Situation des Kindes modifizierbar sind. Jede/ r MitarbeiterIn in der Jugendhilfe sollte sich dabei seiner/ ihrer speziellen Rolle und den damit verbundenen Aufgaben sowie der Möglichkeiten und Grenzen im Rahmen der Maßnahme bewusst sein. Biografiearbeit kann schwierige Lebensereignisse und Lebenssituationen nicht mildern. Sie kann aber als Arbeitsmethode dem Kind und dem Erwachsenen das Gespräch darüber erleichtern und die Bewältigung unterstützen. Darüber hinaus erfährt ein Kind durch die gezielte, regelmäßige Beschäftigung eines Erwachsenen mit ihm selbst und seiner Lebensgeschichte ein großes Maß an Wertschätzung und Respekt. Birgit Lattschar Kirchenstraße 10 67273 Dackenheim post@birgit-lattschar.de www.birgit-lattschar.de Literatur Engelhart-Haselwanter, E., 2006: Lebensbuch des Vorarlberger Kinderdorfes. Bregenz. www.voki.at, 27. 2. 2012 Goldman, L., ²2000: Life and Loss. A guide to help grieving children. Bristol Gudjons, H. / Pieper, M./ Wagener, B., 4 1996: Auf meinen Spuren. Das Entdecken der eigenen Lebensgeschichte. Vorschläge und Übungen für pädagogische Arbeit und Selbsterfahrung. Hamburg Imber-Black, E., 2000: Die Macht des Schweigens. Geheimnisse in der Familie. München Kerkhoff, B./ Halbach, A., 2002: Biografisches Arbeiten: Beispiel für die praktische Umsetzung. Hannover Kompetenzzentrum Pflegekinder e.V., 2008: Das Erinnerungsbuch für Pflegekinder. Berlin. www.kom petenzzentrum-pflegekinder.de, 27. 2. 2012 Krautkrämer-Oberhoff, M./ Hasenbein, K. , o. J.: Meine Geschichte. Münster. www.st-mauritz.de/ sections. php? sec=80, 23. 2. 2012 Lattschar, B., 2004: Sprünge und Brüche im Leben von Kindern - Biografiearbeit mit Kindern mit Migrationserfahrung. In: EB-Kurier: „Wo komme ich her - wo gehöre ich hin? “ Biografiearbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Erziehungsberatung. Dokumentation der Jahrestagung 2003 der Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatung in Hessen e. V., S. 58 - 66 Lattschar, B./ Wiemann, I., ³2011: Mädchen und Jungen entdecken ihre Geschichte. Grundlagen und Praxis der Biografiearbeit. Weinheim/ Basel Maxeiner, A., 2010: Alles Familie! Das Kind der neuen Freundin vom Bruder von Papas früherer Frau und anderen Verwandten. Hamburg Mehringer, A., 7 1992: Eine kleine Heilpädagogik. Vom Umgang mit schwierigen Kindern. München/ Basel Miethe, I., 2011: Biografiearbeit. Lehr- und Handbuch für Studium und Praxis. Weinheim/ Basel Mohr, K./ ter Horst, K., 2004: Mein Lebensbuch. Bad Bentheim Morgenstern, I., 2011: Projekt Lebensbuch: Biografiearbeit mit Jugendlichen. Mülheim Normann, E., 2003: Erziehungshilfe in biografischen Reflexionen. Weinheim/ Basel Ryan, T./ Walker, R., ³2004: Wo gehöre ich hin? Biografiearbeit mit Kindern und Jugendlichen. Weinheim Thomas-Wiser-Haus (Hrsg.), 2000: Lisa … und dann kam ich ins Heim. Regensburg Weiß, W., 6 2011: Philipp sucht sein Ich. Zum pädagogischen Umgang mit Traumata in den Erziehungshilfen. Weinheim/ Basel Wiemann, I., 2001: Wieviel Wahrheit braucht mein Kind? Von kleinen Lügen, großen Lasten und dem Mut zur Aufrichtigkeit in der Familie. Reinbek