unsere jugend
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0342-5258
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/uj2015.art64d
4_067_2015_10/4_067_2015_10.pdf101
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Editorial
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Sabine Behn
Gabriele Bindel-Kögel
Die aktuelle Flüchtlingsproblematik beschäftigt Öffentlichkeit, Medien und natürlich auch die Soziale Arbeit. Neben den Aufgaben der Aufnahme und Unterbringung der Flüchtlinge stellt insbesondere die Versorgung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge eine Herausforderung für die Soziale Arbeit dar. Sie bilden eine besonders hilfe- und schutzbedürftige Gruppe, sind sie doch aufgrund ihrer oft langjährigen Fluchterfahrungen häufig traumatisiert. Steigende Inobhutnahmezahlen haben auf der einen Seite zu einer Erweiterung und Ausdifferenzierung des Hilfeangebots geführt, auf der anderen allerdings auch zu einem neuen Gesetzesentwurf, der die Verteilung der unbegleiteten Minderjährigen neu regelt und – so die allgemeinen Befürchtungen – die Qualität der Aufnahme und Betreuung der jungen Flüchtlinge erheblich verschlechtert.
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401 Editorial Liebe Leserinnen und Leser, die aktuelle Flüchtlingsproblematik beschäftigt Öffentlichkeit, Medien und natürlich auch die Soziale Arbeit. Neben den Aufgaben der Aufnahme und Unterbringung der Flüchtlinge stellt insbesondere die Versorgung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge eine Herausforderung für die Soziale Arbeit dar. Sie bilden eine besonders hilfe- und schutzbedürftige Gruppe, sind sie doch aufgrund ihrer oft langjährigen Fluchterfahrungen häufig traumatisiert. Steigende Inobhutnahmezahlen haben auf der einen Seite zu einer Erweiterung und Ausdifferenzierung des Hilfeangebots geführt, auf der anderen allerdings auch zu einem neuen Gesetzesentwurf, der die Verteilung der unbegleiteten Minderjährigen neu regelt und - so die allgemeinen Befürchtungen - die Qualität der Aufnahme und Betreuung der jungen Flüchtlinge erheblich verschlechtert. In seinem Beitrag geht Niels Espenhorst genauer auf diesen „neuen Sonderweg der Jugendhilfe“ ein, stellt den Gesetzesentwurf in seinen wichtigsten Punkten dar und zeigt dessen mögliche negative Konsequenzen auf. Vor diesem Hintergrund skizziert er weiterhin Kriterien und Mindestanforderungen für kommunale Aufnahmestrukturen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Karin Heck beschreibt das ausdifferenzierte Hilfeangebot für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge des SOS Kinderdorfs Saarbrücken, das ein Clearinghaus, Wohngruppen, Jugendwohngemeinschaften und Mobile Betreuung umfasst. Jürgen Soyer stellt das Hilfeangebot von Refugio in München dar, das u. a. aus Sozialberatung und Psychotherapie für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge besteht. Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre und viele neue Anregungen. Ihre Sabine Behn und Gabriele Bindel-Kögel Gabriele Bindel-Kögel und Sabine Behn unsere jugend, 67. Jg., S. 401 (2015) DOI 10.2378/ uj2015.art64d © Ernst Reinhardt Verlag München Basel
