unsere jugend
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0342-5258
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/uj2015.art58d
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Editorial
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Sabine Behn
Gabriele Bindel-Kögel
Elternarbeit gehört heute zum Leistungsrepertoire stationärer Einrichtungen und kann nachweislich zum Gelingen der Erziehungshilfen beitragen. Soll sie von guter Qualität sein, stellt sie den Heim- und Pflegekinderbereich vor besondere Herausforderungen
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353 Editorial Liebe Leserinnen und Leser, Elternarbeit gehört heute zum Leistungsrepertoire stationärer Einrichtungen und kann nachweislich zum Gelingen der Erziehungshilfen beitragen. Soll sie von guter Qualität sein, stellt sie den Heim- und Pflegekinderbereich vor besondere Herausforderungen. Um für untergebrachte Kinder die lebensentscheidende Frage zu beantworten, ob eine Rückkehr zu den Eltern in überschaubarem Zeitraum möglich ist, haben Fachkräfte der Jugendhilfe die anspruchsvolle Aufgabe, Kontakte mit den Eltern aufzubauen, an elterliche Ressourcen anzuknüpfen, sie während der Unterbringung ggf. zu aktivieren und zu nutzen. Therapeutische Ziele wie etwa, problematische familiäre Beziehungen aufzubrechen und zu verändern oder die Verbesserung unzureichender häuslicher und finanzieller Bedingungen, können den betreuenden und erziehenden Fachkräften im Heim- und Pflegebereich nur bedingt angetragen werden; zumal die dafür erforderlichen Kompetenzen bislang eher selten auf der Ausbildungsagenda zu finden sind. Damit kommen bei der Umsetzung einer qualifizierten Elternarbeit eine ganze Reihe von Fragen auf die Praxis zu: Fragen der Definition, was unter „guter Elternarbeit“ zu verstehen ist, Fragen, wie Ressentiments gegenüber Eltern abgebaut bzw. mit Defiziten umgegangen werden kann; Fragen der Finanzierung und des Personalmanagements, beispielsweise welche und wie viele Fachkräfte mit Kontakt zum Kind entsprechend ausgebildet und darüber hinaus zeitlich so aufgestellt werden, dass Elternarbeit nicht nur „am Rande eines Besuchs“ stattfindet. Mit den guten Gründen, Elternarbeit aufzubauen und zu pflegen, mit ihren Chancen, Grenzen und mit neuen Ideen beschäftigen sich in Heft 9 der unsere jugend verschiedene ExpertInnen der Sozialen Arbeit. Wie immer wünschen wir unseren LeserInnen eine bereichernde Lektüre. Ihre Sabine Behn und Gabriele Bindel-Kögel Gabriele Bindel-Kögel und Sabine Behn unsere jugend, 67. Jg., S. 353 (2015) DOI 10.2378/ uj2015.art58d © Ernst Reinhardt Verlag München Basel
