eJournals unsere jugend69/10

unsere jugend
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0342-5258
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/uj2017.art60d
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2017
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Editorial

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2017
Karsten Speck
Carmen Wulf
Susanne Tübel
Martina Schiebel
das vorliegende Heft widmet sich der Gruppe von Jugendlichen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist und bei denen der Gesetzgeber im Regelfall zunächst Erziehungsmaßnahmen vorsieht. Die Jugendforschung weist übereinstimmend dazu darauf hin, dass Jugendkriminalität altersentsprechend ist, zumeist episodenhaft auftritt und Bagatelldelikte umfasst. Trotzdem wird regelmäßig, oft nach besonders dramatischen Gewaltvorfällen, eine generelle Verschärfung des Jugendstrafrechts gefordert (z. B. Warnschussarrest, Erleichterung der Ausweisung, Herabsetzung der Strafmündigkeit, Heraufsetzung des Höchstmaßes der Jugendstrafe). Das aktuelle Heft reagiert hierauf mit Zahlen und Fakten zur Kriminalitätsentwicklung und Interventionskonzepten der Jugendhilfe.[…]
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401 Editorial Liebe Leserinnen und Leser, das vorliegende Heft widmet sich der Gruppe von Jugendlichen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist und bei denen der Gesetzgeber im Regelfall zunächst Erziehungsmaßnahmen vorsieht. Die Jugendforschung weist übereinstimmend dazu darauf hin, dass Jugendkriminalität altersentsprechend ist, zumeist episodenhaft auftritt und Bagatelldelikte umfasst. Trotzdem wird regelmäßig, oft nach besonders dramatischen Gewaltvorfällen, eine generelle Verschärfung des Jugendstrafrechts gefordert (z. B. Warnschussarrest, Erleichterung der Ausweisung, Herabsetzung der Strafmündigkeit, Heraufsetzung des Höchstmaßes der Jugendstrafe). Das aktuelle Heft reagiert hierauf mit Zahlen und Fakten zur Kriminalitätsentwicklung und Interventionskonzepten der Jugendhilfe. Im ersten Beitrag geht Janina Enning - angesichts zahlreicher Berichte zur Mädchengewalt - auf aktuelle Erkenntnisse zur Entstehung und Häufigkeit von Mädchenkriminalität ein. Sie macht deutlich, dass die Lebenslagen und Bezugssysteme von jungen Menschen bei der Planung und Durchführung von sozialpädagogischen Maßnahmen genau analysiert werden müssen. Im zweiten Beitrag von Annalena Yngborn wird ein Konzept für die Jugendhilfe vorgestellt, mit dem praktische Ansätze der Kriminalitätsprävention besser auf die anvisierten Wirkungen hin ausgerichtet und hinsichtlich ihres Erfolges evaluiert werden können. Alexander Vollbach erläutert im dritten Beitrag den Nutzen der Angewandten Kriminologie für die Soziale Arbeit. Mithilfe dieses Ansatzes wird den Fachkräften handlungsorientiertes Erfahrungs- und Methodenwissen bereitgestellt, das für die Einzelfallbeurteilung und Interventionsplanung in der Kinder- und Jugendhilfe hilfreich ist. Wir hoffen, Sie haben mit dem Heft eine anregende Lektüre zum Thema, Ihr Karsten Speck, Carmen Wulf, Susanne Tübel und Martina Schiebel unsere jugend, 69. Jg., S. 401 (2017) DOI 10.2378/ uj2017.art60d © Ernst Reinhardt Verlag München Basel Karsten Speck und Carmen Wulf