unsere jugend
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0342-5258
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
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Der Kindergarten und seine Bedeutung für die Gesundheit unserer Kinder
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Sven Schneider
Therése Tai
Katharina Diehl
Neben der Familie ist der Kindergarten für Kinder im Vorschulalter die wichtigste Sozialisationsinstanz und damit auch ein bedeutendes gesundheitsrelevantes Setting. Unklar ist bis dato, in welcher Form Kindergärten die Gesundheit von Kindern fördern und gesundheitliche Ungleichheiten reduzieren können. Der Forschungsstand, insbesondere in Deutschland, ist äußerst defizitär.
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491 unsere jugend, 70. Jg., S. 491 - 499 (2018) DOI 10.2378/ uj2018.art74d © Ernst Reinhardt Verlag München Basel von Prof. Dr. phil. Sven Schneider Jg. 1969; Soziologe M. A., Leiter der Abteilung Kindergesundheit am Mannheimer Institut für Public Health, Sozial- und Präventivmedizin der Universität Heidelberg Der Kindergarten und seine Bedeutung für die Gesundheit unserer Kinder Forschungsstand - Forschungslücken - Forschungsagenda Neben der Familie ist der Kindergarten für Kinder im Vorschulalter die wichtigste Sozialisationsinstanz und damit auch ein bedeutendes gesundheitsrelevantes Setting. Unklar ist bis dato, in welcher Form Kindergärten die Gesundheit von Kindern fördern und gesundheitliche Ungleichheiten reduzieren können. Der Forschungsstand, insbesondere in Deutschland, ist äußerst defizitär. Kindergärten als wichtige Gesundheitsressource Neben der Familie - der primären Sozialisationsinstanz - ist für die Altersgruppe der 3bis 6-Jährigen der Kindergarten die wichtigste Sozialisationsinstanz (Bengel u. a. 2009; Lampert/ Richter 2009, 209f; Von Suchodoletz u. a. 2014). Dies gilt insbesondere in Deutschland, da hierzulande mittlerweile über 93 % aller Kinder einen Kindergarten oder eine ähnliche Einrichtung besuchen (Statistisches Bundesamt 2017; Strauß u. a. 2011). Angesichts des in den letzten Jahren massiven Ausbaus vorschulischer Kinderbetreuung findet also mittlerweile in Kindergärten und ähnlichen Einrichtungen aus gesamtgesellschaftlicher Sicht ein nicht unwesentlicher Teil kindlicher Sozialisation statt (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 2001). Damit gewinnt der Kindergarten auch als niedrigschwelliges gesundheitsrelevantes Setting an Bedeutung (Sahrai 2009, 235f; Horstkotte/ Zimmermann 2008). Schließlich wird gerade das Vorschulalter hinsichtlich der Prävention und Gesundheitsförderung als besonders Therése Tai Jg. 1996; cand. psych. an der Universität Mannheim Dr. phil. Katharina Diehl Jg. 1984; Diplom-Sozialwissenschaftlerin, Leiterin des Querschnittsbereichs Jugendgesundheit am Mannheimer Institut für Public Health, Sozial- und Präventivmedizin der Universität Heidelberg 492 uj 11+12 | 2018 Kindergarten und Gesundheit von Kindern günstig angesehen, weil in dieser Lebensphase gesundheitsrelevante Verhaltensweisen sozialisiert, erlernt und gefestigt werden, die dann langfristig beibehalten werden (Strauß u. a. 2011; Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 2001). Dies gilt nicht nur für Determinanten physischer Gesundheit. Auch bezüglich der psychischen Gesundheit gilt das Vorschulalter als „ein kritisches Zeitfenster für die Entwicklung von Kindern“ (Muennig u. a. 2009; übers. d. Autoren). Diese offensichtlich günstigen Rahmenbedingungen leiten über zu zwei grundsätzlichen Fragen - nämlich in welcher Form der Kindergarten zum einen Gesundheit fördern und zum anderen gesundheitliche Ungleichheit reduzieren könnte. Beide Effekte wären umso wünschenswerter, als auch bereits im Vorschulalter weltweit ebenso wie in Deutschland eine Zunahme gesundheitlicher Ungleichheit berichtet wird (Horstkotte/ Zimmermann 2008; Ip u. a. 2016; Goldfeld u. a. 2016). Hierzu werden zwei theoretische Ansätze diskutiert: Zum einen strukturelle und zum anderen relationale Ansätze. Der strukturelle Ansatz bezieht sich auf den physischen Kontext, der die Entwicklung des Individuums direkt unterstützen oder behindern kann. Gemeint sind hier beispielsweise die räumlichen Gegebenheiten, die Verfügbarkeit von gesundheitsförderlichem und stimulierendem Material usw. Dagegen bezieht sich der relationale Ansatz auf die sozialen Rahmenbedingungen und die sozialen Prozesse, die gesundheitsrelevantes Verhalten und letztlich Gesundheit beeinflussen und formen (McCoy u. a. 2015). Diese strukturellen und relationalen Einflüsse wirken direkt oder indirekt auf gesundheitsrelevantes Verhalten, Gesundheit und gesundheitliche Ungleichheit (D’Onise u. a. 2010 a): Erstens findet im Kindergarten in direkter Form eine kognitive, soziale und motivationale Förderung statt, die bei den Kindern konsekutiv zu einer Reduktion von besonders relevantem Risikoverhalten und zu einer Förderung von Resilienz und gesundheitlichen Ressourcen führen kann. Zweitens ermöglicht das Setting Kindergarten ebenfalls auf direktem Weg gesundheitsrelevante Interventionen, etwa indem Förderbedarf frühzeitig erkannt und durch konkrete Maßnahmen - auch unter Einbeziehung medizinischer, psychologischer und pädagogischer Therapeuten und weiterer Akteure - reduziert werden kann. Drittens kann der Kindergarten indirekte gesundheitliche Effekte über Elternedukation initiieren, etwa indem Informationen, Vernetzung und Kontakte zwischen Einrichtung und Eltern deren Health Literacy - also Wissen, Motivation und Handlungskompetenzen, beispielsweise bezüglich einer besseren Ernährung und Bewegungsförderung sowie unfall- und verletzungspräventiver Maßnahmen - im häuslichen Setting fördern. Viertens erhöht der Kindergartenbesuch den Bildungserfolg, welcher ebenfalls über indirekte Effekte (wie ein besseres Einkommen, Berufserfolg, Wohlstand und sonstige Ressourcenvorteile) auf lange Sicht einen gesünderen Lebensstil ermöglicht (D’Onise u. a. 2010 a). Jenseits der individuellen Perspektive ermöglicht das Setting Kindergarten auf gesellschaftlicher Ebene auch eine Reduktion gesundheitlicher Ungleichheiten: Mehrere internationale und nationale Autoren weisen darauf hin, dass eine gelungene Sozialisation im Kindergarten in der Folge grundsätzlich zu einem Ausgleich der Lebens- und Gesundheitschancen beitragen kann, wenn - über die eben dargestellten direkten und indirekten Effekte - familiäre Defizite kompensiert werden (Lampert/ Richter 2009, 209f; D’Onise u. a. 2010 b). Wenn es im Kindergarten also gelänge, die besagten gesundheitlich förderlichen Effekte insbesondere sozial Benachteiligten zukommen zu lassen, kann der Kindergartenbesuch zur Reduktion gesundheitlicher Ungleichheiten beitragen. 493 uj 11+12 | 2018 Kindergarten und Gesundheit von Kindern Dieses Bestreben wird etwa von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) von Kindergärten auch explizit eingefordert (BZgA 2001). Altgeld (2003, 7f ) sieht den Kindergarten gar als „Schlüsselsetting zur Herstellung gesundheitlicher Chancengleichheit“ an. Ein solcher Effekt ist allerdings keinesfalls selbstverständlich: Einige Autoren sehen die Gefahr, dass Kinder aus sozial schwächeren Familien in geringerem Maße von den Ressourcen und Fördermöglichkeiten profitieren, weil statushöhere Eltern ihre Kinder im Durchschnitt früher in eine solche Einrichtung geben (Schlack u. a. 2007) und dort möglicherweise eine bessere Kommunikation mit den Pädagogen und eine bessere Verknüpfung der erbrachten Sozialisationsleistungen mit der familiären Sozialisation möglich sei (Lampert/ Richter 2009, 209f ). Einige Autoren kritisieren außerdem die mangelhafte Thematisierung sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit im Kindergartenkontext und befürchten dadurch sogar eher eine Ausweitung bestehender Ungleichheiten (Koch 2013, 205f ). Auch wurde die Befürchtung geäußert, dass sich gesundheitliche Ungleichheiten durch Segregationsprozesse infolge einer höheren Partizipation sozial Bessergestellter am Betreuungsangebot in privater Trägerschaft, wo oft bessere Rahmenstrukturen und Ressourcen existieren, eher noch verstärken (Rathmann 2015). Forschungsstand Der aktuelle Forschungsstand verläuft entlang dreier Stränge und lässt sich wie folgt zusammenfassen: Der erste Forschungsstrang befasst sich mit Effekten eines Kindergartenbesuches auf die physische Gesundheit (D’Onise u. a. 2010 a; Rathmann 2015). Zunächst einmal existieren einige klassische klinisch-medizinische Studien zu somatischen und pathologischen Outcomes: Im Vergleich zu intrafamiliär Betreuten sei der Besuch von Betreuungseinrichtungen im Vorschulalter mit einer höheren Inzidenz für v. a. Erkrankungen der Atemwege, des Magen-Darm- Traktes, infektiöse Kinderkrankheiten (wie Windpocken, Masern und Röteln), atopische Erkrankungen (wie Asthma, Heuschnupfen und atopische Ekzeme), einer höheren Infektanfälligkeit und einer höheren Inzidenz von Verletzungen und Unfällen verbunden (Ball u. a. 2002; Lu u. a. 2004; Heinrich/ Koletzko 2008; D’Onise u. a. 2010 a). Ursächlich werden hierfür u. a. Hygienestandards und Belüftungstechnik sowie das sogenannte „Crowding“ und das Teilen von Schlafräumen („bedroom sharing“) gemacht (Bell u. a. 1989). Allerdings kommt eine Übersicht zur deutschen Datenlage zu dem Schluss, dass sich diese somatischen Unterschiede im Krankheitsgeschehen mit zunehmendem Vorschulalter abschwächen und die physische Gesundheit der Kinder keinesfalls dauerhaft beeinträchtigt sei (Heinrich/ Koletzko 2008). Vielmehr handele es sich in vielen Fällen bei den assoziierten Erkrankungen und Symptomen eher um zeitlich vorgezogene Ereignisse. Bei der Analyse längerer Zeiträume schlägt die kurzfristig etwas stärkere somatisch-pathologische Belastung von Kindergartenkindern offenbar in positive Gesundheitseffekte um: In einer nichtexperimentellen US-Studie korrelierte der Vorschulbesuch mit niedrigeren Cortisolleveln und geringerem systolischen und diastolischen Blutdruck (z. T. bis in die Adoleszenz) im Vergleich zu Kindern in elterlicher Betreuung (Sabol/ Hoyt 2017). Ein systematischer Review fand insgesamt 37 Studien zu der Frage, ob der Vorschulbesuch die physische Gesundheit im späteren Kindesalter verbessere. Allerdings wiesen 29 der 37 Studien deutliche methodische Mängel auf. Neben zahlreichen Null-Effekten zeigte sich immerhin Evidenz hinsichtlich verringertem Übergewicht und verbesserten allgemeinen Gesundheitsindikatoren (D’Onise u. a. 2010 a). Die zweitgrößte systematische Überblicksarbeit zu diesem Thema untersuchte den Effekt des Kindergartenbesuches auf Erwachse- 494 uj 11+12 | 2018 Kindergarten und Gesundheit von Kindern ne hinsichtlich eines gesundheitsrelevanten Lebensstils. Die vorhandenen Studien belegten eine Wirkung von spezifischen Vorschulinterventionen, das Gesundheitsverhalten allgemein zu verbessern (D’Onise u. a. 2010 b). Der wohl valideste Befund stammt in diesem Zusammenhang aus dem US-amerikanischen - allerdings sehr spezifischen - Perry-Preschool-Projekt (Schweinhart 2007, 87f ): Aus einem 37-Jahres-Follow-up weiß man, dass die Teilnahme an diesem Programm offenbar gerade bei sozial benachteiligten Kindern zu einer sehr langfristigen Reduktion von verhaltensbezogenen Risikofaktoren und zu besserer Gesundheit (z. B. physischer Gesundheit und Wohlbefinden) führte (Muennig u. a. 2009). Kaum Forschung dagegen ist für die Frage nach gesundheitlicher Ungleichheit verfügbar. So kam Rathmann (2015) jüngst zu dem Schluss, dass für den Zusammenhang zwischen dem Vorschulbesuch und gesundheitlicher Ungleichheit derzeit „bislang keine Befunde vor(liegen)“. In ihrer nachfolgenden Analyse untersuchte die Autorin dann den Einfluss des Kindergartenbesuches auf gesundheitliche Ungleichheit auf Makroebene, indem sie strukturelle Unterschiede in Verfügbarkeit und Trägerschaft zwischen einzelnen Nationen berücksichtigte. Für Deutschland fehlt somit also weiterhin Forschung auf der Mesoebene, welche nicht lediglich den Kindergartenbesuch per se (auf Makroebene), sondern qualitative Aspekte innerhalb der Einrichtungen berücksichtigt. Ein zweiter Forschungsstrang stammt aus der psychologischen Forschung und befasst sich mit entwicklungspsychologischen Aspekten und der psychischen Gesundheit von Kindergartenkindern. Aus den USA und Australien ist seit Langem bekannt, dass der Kindergartenbesuch aus entwicklungspsychologischer Sicht insgesamt Vorteile (u. a. bezüglich der Sozialkompetenz, emotionalen Reife, Sprache und kognitiven Fähigkeiten) bringt (Goldfeld u. a. 2016; Schweinhart 2007, 87f ). Entgegen zunächst vereinzelt geäußerten Befürchtungen einer psychosozialen Gefährdung (sic! ) durch den Kindergartenbesuch, ist der positive entwicklungspsychologische Fördereffekt eines Kindergartenbesuches auch hierzulande mittlerweile unstrittig (Schlack u. a. 2007). Allerdings sind zu dieser Frage qualitativ hochwertige, also randomisierte und damit eindeutig kausal interpretierbare Studien noch immer selten. Eine aktuelle und sehr aufwendige systematische Übersichtsarbeit (Cochrane-Review) identifizierte auf Basis von über 30.000 gefundenen Zitationen lediglich eine einzige nach Cochrane-Kriterien ausreichend valide Studie zu den Wirkungen eines Kindergartenbesuches auf die kognitive und psychosoziale Entwicklung. Diese randomisierte Studie basiert auf lediglich 143 Kindern und ließ keine eindeutige Aussage zu (Van Urk u. a. 2014). Eine außerdem verfügbare Metaanalyse zu den kognitiven und sozial-emotionalen Wirkungen eines Kindergartenbesuches schloss 34 Interventionen ein und belegte geringfügige bis moderate Effekte auf kognitive und sozial-emotionale Outcomes (Nelson u. a. 2003). Ein dritter Forschungsstrang stammt aus der pädagogischen Forschung und befasst sich mit einer indirekten, aber ebenso gesundheitsrelevanten Wirkung des Kindergartenbesuches, nämlich seiner Bedeutung für den Bildungs- und Berufserfolg im weiteren Lebensverlauf. Eine Metaanalyse aus den USA fand, dass der ganztägige Kindergartenbesuch (verglichen mit Halbtagskindergärten) eine positive Korrelation mit dem Bildungserfolg aufweist, die etwa einer Viertel-Standardabweichung am Ende des Kindergartenjahres entspricht (Cooper u. a. 2010). Aus Deutschland weiß man, dass sich ein mehr als zweijähriger Kindergartenbesuch positiv, also reduzierend, auf einen späteren schulischen Förderbedarf auswirkt. Dabei ist der positive Effekt des Kindergartenbesuches umso größer, je größer die sozialen Belastungen des Kindes sind (Bettge u. a. 2014). 495 uj 11+12 | 2018 Kindergarten und Gesundheit von Kindern Forschungslücken Die später zu formulierende Forschungsagenda begründet sich aus folgenden drei Punkten, welche die derzeitigen Forschungslücken verdeutlichen: Erstens fällt in der Synopse der Literatur auf, dass sich die weitaus meisten Befunde auf die Evaluation von spezifischen Programmen innerhalb des Settings Kindergarten beziehen (z. B. dem Perry- Preschool-Projekt, dem Head Start Projekt, dem Georgia Pre-K-Program) (D’Onise u. a. 2010 a; Muennig u. a. 2009; Schweinhart 2007, 87f ). Evaluiert wurden dort also Interventionsprogramme, die zusätzlich zu dem ohnehin üblichen Tagesablauf und Curriculum aufwendig implementiert wurden. Dies gilt auch für die verfügbaren Evaluationen aus Deutschland (z. B. Evaluationen der Kindergartenprogramme „Kinder Stärken“; „Tiger Kids“ usw.) (Strauß u. a. 2011; Bengel u. a. 2009; Bayer u. a. 2009). So kommt eine aktuelle Übersichtsarbeit über den Forschungsstand zu dem Schluss, dass die externe Validität derartiger intensiver Programme eingeschränkt sei und insbesondere Studien unter realen - und damit realisierbaren - Bedingungen dringend benötigt werden. Schließlich sei es meist unrealistisch, derartig ressourcen- und personalintensive Interventionen flächendeckend zu implementieren (Yoshikawa u. a. 2013). Wenngleich der vorhandene Forschungsstand sich vorrangig auf solche Interventionen bezieht, so lassen sich dennoch aus diesen praktischen Erkenntnissen kontextuelle Faktoren ableiten, die auch im realen Setting Kindergarten eine Rolle spielen könnten. Solche strukturellen und relationalen Faktoren sind physischer (bauliche Gegebenheiten, sanitäre Anlagen, Verfügbarkeit von Bewegungs- und Kochgelegenheiten, Belüftungstechnik, Ausstattung, Materialien), sozialer (Geschlechterrelation, ethnische und soziale Zusammensetzung der Gruppen, familiärer Kontext), kultureller (Normen, Regeln, Rituale, Atmosphäre der Einrichtung, Qualität der Erzieher-Kind-Interaktionen und -Beziehungen, Weltanschauung des Personals) und organisationaler (Curriculum, Bewegungs-, Ernährungs- und sonstige Angebote, Betreuungszeit, Betreuungsschlüssel, Fluktuation von Kindern und Personal, Qualifikation und Erfahrung des Personals) Art (Bauchmüller u. a. 2014; Heinrich/ Koletzko 2008; Richter/ Dragano 2017; Ip u. a. 2016; Goldfeld u. a. 2016; McCoy u. a. 2015; Gubbels u. a. 2011). Zweitens wurde erst jüngst wieder kritisiert (Strauß u. a. 2011; Yoshikawa u. a. 2013; Sabol/ Hoyt 2017), dass verfügbare Studien häufig auf zu geringen Fallzahlen basieren. So wurden beispielsweise in der in diesem Zusammenhang meistzitierten Studie, dem Perry-Preschool-Projekt, gerade einmal 123 Fälle eingeschlossen. Der bislang umfangreichste und bereits erwähnte systematische Review schloss insgesamt 37 Studien ein, von denen etwa ein Drittel Stichprobengrößen in mindestens einem Studienarm von n ≤ 100 aufwiesen (D’Onise u. a. 2010 a). Der zweitgrößte systematische Review schloss zwölf Studien ein, von denen neun Studien Fallzahlen von n ≤ 100 Fällen in mindestens einem Studienarm aufwiesen (D’Onise u. a. 2010 b). Drittens kommt hinzu, dass Befunde aus internationaler Forschung nicht ohne Weiteres auf Deutschland zu übertragen sind. So ist bekannt, dass in anderen Nationen die Vorschule deutlich stärker an ein rigides Curriculum gebunden ist, Betreuungspersonal häufiger akademisch ausgebildet ist, die Kinder stärker reglementiert werden, der Tagesablauf deutlich stärker strukturiert und von Personal angeleitet wird (Von Suchodoletz u. a. 2014; Ip u. a. 2016). Während in anderen Nationen beispielsweise mehr Wert auf Disziplin und Verhaltensregulierung gelegt werde (Ip u. a. 2016), dominieren in Deutschland dagegen freies Spiel und vom Kind initiierte Aktivitäten den Tagesablauf (Von Suchodoletz u. a. 2014). Aus qualitativen Studien weiß man auch, dass - anders als in vielen anderen Nationen - in Deutschland die Vorbereitung von Essen oder von Materialien häufig während der Betreuungszeiten durch die Betreuer und damit zulasten interaktiver Kontaktzeiten erfolgt - beziehungsweise erfolgen muss (Von Suchodoletz u. a. 2014). 496 uj 11+12 | 2018 Kindergarten und Gesundheit von Kindern Die Tatsache, dass in deutschen Kindergärten nicht nur kein flächendeckend einheitliches Curriculum gilt, sondern sich die physikalischen, sozialen, kulturellen und organisationalen Rahmenbedingungen von Einrichtung zu Einrichtung teilweise sehr deutlich unterscheiden (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 2001; Von Suchodoletz u. a. 2014), macht eine Betrachtungsweise der spezifischen kontextuellen und gesundheitsrelevanten Faktoren besonders vielversprechend und notwendig, wie jüngst betont wurde (Von Suchodoletz u. a. 2014). Abbildung 1 verdeutlicht relevante Einflussfaktoren auf die Gesundheit von Kindergartenkindern auf Makro-, Meso- und Mikroebene. Professionalisierung (Aus- und Weiterbildungsstandards) Landesgesetze Kindergartensystem Regelung zu Kindergartenbeiträgen Gesetzliche Elternzeitregelungen Lage von und Versorgungsdichte mit Kindergärten Sozial- und Stadtplanung Kooperationen und Schnittstellen zu Tagesbetreuung, Krippen und Grundschulen Steuergesetze Trägerschaften und -strukturen Makro-Ebene Meso-Ebene Struktureller Kontext auf Kindergartenebene Relationaler Kontext auf Kindergartenebene Catering und Küchenausstattung Wasserversorgung Bauliche Gegebenheiten (Material-, Geräte- und sanitäre Ausstattung, Belüftungstechnik) Bewegungsmöglichkeiten Indoor- und Outdoorflächen (Sportraum, Gärten, Freiflächen) Soziale Prozesse (Normen, Regeln, Rituale) Interaktionsqualität Bewegungs- und Ernährungsangebote Curriculum Atmosphäre Qualifikation und Erfahrung des Personals Betreuungsschlüssel Fluktuation (von Kindern und Betreuern) Mikro-Ebene Sozioökonomischer Status Genetische Prädisposition Migrationsstatus Geschlecht Alter Psychische Gesundheit Elterliche Health Literacy und Bildungserfolg des Kindes Physische Gesundheit Auswirkungen Abb. 1: Struktogramm zu relevanten Einflussfaktoren auf die Gesundheit von Kindergartenkindern auf Makro-, Meso- und Mikroebene (eigener Entwurf ) 497 uj 11+12 | 2018 Kindergarten und Gesundheit von Kindern Forschungsagenda Künftige Forschung zur gesundheitlichen Bedeutung des Kindergartens sollte - neben den methodisch berechtigten und seitens der Förderinstitutionen immer mehr geforderten Evaluationen zeitlich und/ oder örtlich begrenzter Interventionen oder Programme - viel mehr auch die realen Alltagsbedingungen typischer Kindergärten untersuchen. Dabei sollte die Frage im Mittelpunkt stehen, welche kontextuellen Aspekte innerhalb eines Kindergartens zu besserem Gesundheitsverhalten, zu besserer Gesundheit und zur Reduktion von gesundheitlicher Ungleichheit beitragen. Abbildung 1 verdeutlicht einige dieser Aspekte schematisch. Besonderes Augenmerk wird in diesem Zusammenhang einerseits auf die Differenzierung zwischen den eingangs dargestellten strukturellen und relationalen Aspekten zu legen sein (Richter/ Dragano 2017). Andererseits muss dabei methodisch - etwa durch longitudinale Studiendesigns mit Kontrollgruppen - ein kausaler Effekt kontextueller Determinanten von einem rein statistischen Artefakt aufgrund kompositioneller Rahmenbedingungen unterschieden werden. Dem gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz folgte hierzulande in den letzten zwei Dekaden ein massiver Ausbau des Kindergarten- und Betreuungsangebotes für Vorschulkinder. Dieser rasanten Entwicklung konnte die empirische Begleitforschung bei Weitem nicht folgen (Wlodarczyk u. a. 2017). Der stattgefundene Transformationsprozess gilt in der Forschung „nicht ansatzweise empirisch erschlossen“ (Koch 2013, 205f ). Ob ein Kindergartenbesuch gesundheitsrelevantes Verhalten und damit die Gesundheit fördert, gesundheitliche Ungleichheiten reduziert und damit sozialkompensatorisch wirken kann, ist insbesondere in Deutschland bis dato empirisch kaum untersucht und damit eine zentrale offene Forschungsfrage. Der blinde Fleck liegt dabei auf den spezifischen kontextuellen Merkmalen, welche die physische und psychische Gesundheit der dort einen großen Teil ihrer Lebenszeit verbringenden Kinder positiv oder negativ beeinflussen. Prof. Dr. Sven Schneider Therése Tai Dr. phil. Katharina Diehl Mannheimer Institut für Public Health, Sozial- und Präventivmedizin Universitätsmedizin Mannheim, Universität Heidelberg Ludolf-Krehl-Straße 7 - 11 68167 Mannheim Tel. (06 21) 3 83-7 18 15 E-Mail: sven.schneider@medma.uni-heidelberg.de therese.tai@medma.uni-heidelberg.de katharina.diehl@medma.uni-heidelberg.de Literatur Altgeld, T. (2003): Kindertagesstätten - Ein vernachlässigtes Setting mit Handlungsbedarf und Zukunftspotential! In: Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG) (Hrsg.): Ressourcen stärken - Benachteiligungen ausgleichen. Gesundheitsförderung in Kindertagesstätten unter Berücksichtigung besonderer Lebenslagen. HAG, Hamburg, 7 - 13 Ball, T. M., Holberg, C. J., Aldous, M. B., Martinez, F. D., Wright, A. L. (2002): Influence of attendance at day care on the common cold from birth through 13 years of age. Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine 156, 2, 121 - 126, http: / / dx.doi.org/ 10.1001/ archpedi. 156.2.121 Bauchmüller, R., Gørtz, M., Würtz Rasmussen, A. (2014): Long-run benefits from universal high-quality preschooling. 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