eJournals unsere jugend70/3

unsere jugend
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0342-5258
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/uj2018.art16d
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2018
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Jugendgerechte Demografiestrategien in ländlichen Regionen

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2018
Frank Tillmann
Sarah Beierle
Gitta-Susann Hartenstein
In Deutschland lebt etwa die Hälfte aller Jugendlichen auf dem Land. Gleichzeitig sind sie die Bevölkerungsgruppe, die verstärkt in die Städte drängt und ländlich geprägte Regionen dazu veranlasst, an jugendgerechten Demografiestrategien zu arbeiten. Welche Teilhabekriterien Jugendliche an ihren ländlichen Herkunftsregionen schätzen, war Gegenstand der Studie „Jugend im Blick“.
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98 unsere jugend, 70. Jg., S. 98 - 107 (2018) DOI 10.2378/ uj2018.art16d © Ernst Reinhardt Verlag München Basel Jugendgerechte Demografiestrategien in ländlichen Regionen Ein indikatorengestützter Vergleich zwischen Flächenlandkreisen in Deutschland In Deutschland lebt etwa die Hälfte aller Jugendlichen auf dem Land. Gleichzeitig sind sie die Bevölkerungsgruppe, die verstärkt in die Städte drängt und ländlich geprägte Regionen dazu veranlasst, an jugendgerechten Demografiestrategien zu arbeiten. Welche Teilhabekriterien Jugendliche an ihren ländlichen Herkunftsregionen schätzen, war Gegenstand der Studie „Jugend im Blick“. von Frank Tillmann Jg. 1973; Diplom-Soziologe, Wissenschaftlicher Referent am Deutschen Jugendinstitut Halle Aufwachsen in ländlichen Regionen In vielen Landkreisen Deutschlands spielen sich tiefgreifende demografische Wandlungsprozesse ab, die das Aufwachsen junger Menschen dort maßgeblich prägen. In diesen Gebieten droht vielfach eine Abwärtsspirale aus Abwanderung, infrastrukturellem Rückzug und zunehmend eingeschränkten persönlichen Perspektiven, die wiederum weitere Abwanderungsbewegungen nach sich ziehen. Insbesondere Jugendliche sehen sich häufig zuerst mit den Folgen dieser Entwicklungen konfrontiert. So befinden sie sich in einem biografischen Abschnitt, in dem Peer-Kontakte eine wachsende Rolle spielen, müssen sich jedoch angesichts der veränderten Altersstruktur mit einer zunehmenden Vereinzelung in ihren Wohnorten arrangieren. Sie finden in ihren Dörfern oft kaum noch Gleichaltrige vor, oder seltener solche, mit denen sie ähnliche Interessen teilen. Auch sind sie bspw. von demografisch bedingten Schließungen von Schulen und anderen Einrichtungen betroffen. Gleichzeitig bilden Jugendliche aber auch eine Schlüsselgruppe demografischer Veränderungen. Demnach sind es gerade die Al- Sarah Beierle Jg. 1983; Diplom-Sozialwissenschaftlerin, Wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut Halle Gitta-Susann Hartenstein Jg. 1976; Diplom-Kulturpädagogin und M. A. Kulturwissenschaftlerin, Koordinatorin Bauhausstadt Dessau, Kulturamt der Stadt Dessau- Roßlau 99 uj 3 | 2018 Jugendgerechte Demografiestrategien in ländlichen Regionen terskohorten zwischen 18 und 22 Jahren, welche den höchsten Abwanderungssaldo verzeichnen, da sie sich in einer bildungsbzw. berufsbiografisch richtungsgebenden Phase befinden, gleichzeitig aber weder gegenüber Kindern noch gegenüber älteren Familienangehörigen Verantwortung tragen (Beierle u. a. 2016). Vor diesem Hintergrund geht der vorliegende Beitrag auf der Grundlage von Ergebnissen des am Deutschen Jugendinstitut durchgeführten Forschungsprojekts „Jugend im Blick - Regionale Bewältigung demografischer Entwicklungen“ der Frage nach, welche Bedarfe und Interessen Jugendliche in Bezug auf ihre ländlichen Herkunftsregionen hegen und aus regional vergleichender Perspektive eingelöst werden. Zudem wird betrachtet, wie angesichts dessen jugendgerechte Demografiestrategien unter Einbeziehung der Jugendarbeit ausgestaltet sein sollten. Teilhabeaspekte Jugendlicher in ländlichen Räumen Im Rahmen des Projekts wurde in acht Landkreisen, die in Bezug auf quantitative Kennwerte - wie dem Durchschnittsalter der Wohnbevölkerung oder dem Abwanderungssaldo - Anzeichen demografischer Verwerfungen zeigten, zur Lebenswirklichkeit Jugendlicher und zu demografischen Strategien auf der Landkreisebene geforscht. Dazu zählten in Westdeutschland die Landkreise Birkenfeld in Rheinland-Pfalz, Wunsiedel in Bayern und der Werra-Meißner-Kreis in Hessen sowie in Ostdeutschland die Landkreise Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern, Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt, die Prignitz in Brandenburg, der Vogtlandkreis in Sachsen und der Kyffhäuserkreis in Thüringen. Aus dem qualitativen Material - jeweils einer Gruppendiskussion mit Jugendlichen dieser Untersuchungsstandorte sowie Einzelinterviews mit Schlüsselakteuren - konnten sechs verschiedene Dimensionen der Teilhabe Jugendlicher in ländlichen Räumen herausgearbeitet werden, um anschließend eine quantitative Operationalisierung der Berücksichtigung ihrer Belange anhand vorliegender kleinräumiger Daten vorzunehmen. Als Referenzgruppe Jugendlicher wurde dabei die Altersgruppe der 14bis 24-Jährigen zugrunde gelegt. Hier dienen interregionale Vergleiche zwischen den Landkreisen dazu festzustellen, in welchem Umfang für Jugendliche eine Teilhabe in verschiedenen, durch die Jugendlichen selbst als relevant benannten Dimensionen besteht. Dafür wurden quantitative Kontextdaten auf der Ebene der deutschen Landkreise, mit Ausnahme kreisfreier Städte, analysiert. Auf der Landkreisebene lagen dazu prozessproduzierte amtliche Daten vor. In der Regel handelt es sich, wenn nicht anders angegeben, um Daten aus der INKAR-Datenbank für die Landkreisebene (BBSR 2014). Außerdem wurden bestimmte landkreisbezogene Daten eigens erhoben, um verschiedene Teilhabebereiche Jugendlicher in einer Zusammenschau betrachten zu können (Beierle u. a. 2016, 13 - 21). Die TeilnehmerInnen der Gruppendiskussionen äußerten ihre derzeitigen Bedarfe gegenüber den sie heute unmittelbar betreffenden Rahmenbedingungen bzw. den künftigen persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten in der Region. Demnach fanden hier sowohl gegenwartsbezogene Teilhabeaspekte Eingang, die in erster Linie Kriterien ihrer derzeitigen Lebensqualität sind, aber auch prospektive Teilhabeaspekte, die sich bei den Jugendlichen an ihre Zukunftserwartungen knüpfen. Im Abgleich mit verfügbaren bzw. ermittelbaren landkreisbezogenen Daten wurden die qualitativ identifizierten Teilhabedimensionen durch quantitative Indikatoren untersetzt und in einem Jugendteilhabeindex zusammengefügt. Diesem vorliegenden Ansatz zur Operationalisierung von Teilhabe liegt das mehrstufige Konzept nach Iris Marion Young (2002, 53 - 55) zugrunde. Diesem Ansatz folgend kann auf der einen Seite eine regional vorliegende Zu- 100 uj 3 | 2018 Jugendgerechte Demografiestrategien in ländlichen Regionen gangsteilhabe betrachtet werden. Diese wird Jugendlichen durch die Beseitigung von Zutrittsschranken gegenüber verschiedenen gesellschaftlichen Aktionsbereichen zuteil. Dafür müssen jedoch entsprechende Zugangsbestimmungen geöffnet, Zugangsfähigkeiten unterstützt und Strukturen vorgehalten werden, damit überhaupt grundlegende Teilhabevoraussetzungen bestehen. Auf der anderen Seite ist darüber hinaus eine sonst weniger berücksichtigte Mitwirkungsteilhabe der Jugendlichen sicherzustellen. Erst diese ermöglicht die gleichberechtigte Mitwirkung in entscheidenden gesellschaftlichen Bereichen, nachdem eine Zugangsteilhabe eingeräumt wurde. Zu diesem Zweck müssen die betreffenden Prozessregeln angepasst und die Mitwirkungsmöglichkeiten Jugendlicher so erweitert werden, dass eine Teilhabe nicht nur potenziell stattfindet. Bei der Erstellung des vorliegenden Index der Teilhabebereiche Jugendlicher sind folglich zum einen zugangsbezogene Ermöglichungsbedingungen eingeflossen, etwa die Lage auf dem lokalen Arbeitsmarkt oder vorhandene Ausbildungsoptionen - wenngleich die Jugendlichen auf solche Standortmerkmale keinerlei Einfluss ausüben können. Gleichzeitig finden zum anderen jedoch ebenso mitwirkungsbezogene Aspekte Berücksichtigung, die auf das aktive Wahrnehmen von Teilhabemöglichkeiten hinweisen - hier sind z. B. die Bildungsbeteiligung oder politische Beteiligung zu nennen. Das hier entwickelte Teilhabekonzept bildet demnach regionale Merkmale ab, die sich entweder auf einer Struktur- oder auf einer Handlungsebene bewegen (Beierle u. a. 2016, 13f ). Dabei konnten nicht alle von den Jugendlichen thematisierten Bedarfe empirisch anhand verfügbarer Daten abgebildet werden - etwa die Befriedigung von Konsumbedürfnissen oder Möglichkeiten kommerzieller Freizeitgestaltung. Die folgenden Teilhabedimensionen sind durch meist mehrere Einzelindikatoren untersetzt. Dimension A - Beschäftigungsbezogene Perspektive in der Region Eine herausgehobene Bedeutung in Bezug auf gesellschaftliche Teilhabe kommt dem Zugang zu Erwerbsarbeit zu. Dementsprechend betonten die Jugendlichen in nahezu allen Gruppendiskussionen, wie wichtig ihnen die beruflichen Beschäftigungsperspektiven in der Region seien. Vor diesem Hintergrund leiden gerade strukturschwache ländliche Regionen häufig unter einem erheblichen erwerbsbedingten Abwanderungsdruck - ein negatives Image der Region ist vielfach die Folge. Wird die persönliche Entwicklung in der Region als perspektivlos wahrgenommen, so fällt es den Jugendlichen schwer, individuelle Lebensentwürfe zu entwickeln und Zukunftsorientierungen auszubilden (Höhne 2015, 86f ). Angesichts dessen wurde zur Erfassung der regionalen Beschäftigungsperspektive das Medianeinkommen von Erwerbstätigen des jeweiligen Landkreises berücksichtigt (A1), der das Lohnniveau in der betreffenden Gebietskörperschaft abbildet. Auch wenn die jungen Erwachsenen erfolgreich eine Berufsausbildung absolviert haben, misslingt für einen großen Teil der SchulabsolventInnen der Eintritt in Erwerbsarbeit, wobei hier Phasen der Arbeitslosigkeit die Folge sind (BiBB 2013, 284). In ländlichen Regionen, die von Strukturschwächen gekennzeichnet sind, konnte 2014 vielfach bei den 15bis 25-Jährigen eine Arbeitslosenquote von über 10 % beobachtet werden, wobei sie sich in den Flächenlandkreisen insgesamt im Durchschnitt auf 5,6 % belief (eigene Berechnungen nach BBSR 2014). Auch die Arbeitslosenquote dieser Altersgruppe wurde als Indikator (A2) innerhalb der Dimension berücksichtigt. Darüber hinaus sind Jugendliche bzw. junge Erwachsene in der Gruppe der Arbeitslosen vielfach überrepräsentiert (Langhoff u. a. 2010). Dies ist insofern nachvollziehbar, als junge Ar- 101 uj 3 | 2018 Jugendgerechte Demografiestrategien in ländlichen Regionen beitssuchende mit oder ohne beruflichen Abschluss sich auf einen Arbeitsmarkt begeben, welcher von der älteren Generation der Erwerbstätigen oft bereits ausgefüllt ist. Der Indikator (A3) spiegelt gleichsam die Zugänglichkeit des Arbeitsmarktes im intergenerationellen Verhältnis wider und drückt damit dessen Aufnahmekapazität für die nächste Generation von ArbeitnehmerInnen aus, nicht ohne jedoch in dieser Teilhabedimension auch das tatsächliche Arbeitslosigkeitsniveau Jugendlicher zu berücksichtigen (Beierle u. a. 2016, 14). Dimension B - Weiterführende Bildungsangebote Bevor jedoch eine Beschäftigung aufgenommen wird, stehen meistens weiterführende bzw. berufliche Bildungsoptionen im Fokus der Jugendlichen. So wurde in den Gruppendiskussionen von den Befragten auch die große Bedeutung von beruflichen sowie weiterführenden allgemeinbildenden Bildungsangeboten in der Region unterstrichen. Auch wenn Bildungsabschlüsse oft keine Garantien an Zukunftssicherheit mit sich bringen, so sind sie dennoch als wesentliche Voraussetzung für eine gelingende Einmündung in Beschäftigung zu betrachten (Höhne 2015, 89). Nach Verlassen der Schule sind hierbei, zumindest für AbsolventInnen ohne Hochschulreife, zunächst die bestehenden beruflichen Ausbildungsmöglichkeiten relevant. Somit ist hier als Indikator die Angebots-Nachfrage-Relation (B1) im Landkreis eingeflossen. Er gibt die Anzahl der offenen Ausbildungsstellen im Verhältnis zu den bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Ausbildungssuchenden an. Darin kommt zum Ausdruck, welche regionalen Optionen Jugendliche in Bezug auf die Erlangung eines Ausbildungsplatzes vorfinden. Angesichts der im Grundgesetz verbrieften Berufswahlfreiheit müssten, einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zufolge, 12,5 % mehr Stellen als Bewerber vorgehalten werden (BVerfGE 55, 274), was in kaum einem Landkreis der Fall ist. Von den TeilnehmerInnen der Gruppendiskussionen wurde auch betont, wie sehr sie tertiäre Bildungsangebote in ihrer Region schätzen (würden), und dass sie es durchaus bedauern, die Herkunftsregion perspektivisch zur Aufnahme eines Studiums verlassen zu müssen. Vorhandene Studienmöglichkeiten im Landkreis - im Indikator (B2) zur Anzahl der Studierenden je 1.000 Einwohner - haben demnach Eingang in diese Teilhabedimension gefunden. Doch bereits der Erwerb einer Hochschulreife ist in manchen Landkreisen nicht mehr in der Fläche möglich. Demnach soll Indikator (B3) zum Anteil der GymnasiastInnen an der altersgleichen Bevölkerung gleichsam zur Erfassung weiterführender Bildungsangebote dienen (Beierle u. a. 2016, 14f ). Dimension C - Angebote der Jugendarbeit Eine besondere Rolle im Hinblick auf die Teilhabechancen Jugendlicher kommt in ländlich geprägten Regionen der sozio-kulturellen Integration zu. Von ihr hängen sowohl die Lebenszufriedenheit der Jugendlichen als auch deren positive Sicht auf ihre Region ab (Höhne 2015, 86). Als problematisch für Regionen mit rückläufigen EinwohnerInnenzahlen erweist sich, dass sich kommerzielle Anbieter bei sinkenden Umsätzen zuerst zurückziehen und den öffentlichen bzw. zivilgesellschaftlichen Initiativen eine umso wichtigere Bedeutung zukommt. Auch in den durchgeführten Gruppendiskussionen wurde dies bestätigt, wobei in diesem Zusammenhang vielfach die fehlenden Freizeitmöglichkeiten und Jugendtreffs bemängelt wurden. Zur Abbildung dieses Teilhabeaspekts lagen Daten der Arbeitsstelle der Kinder- und Jugendhilfestatistik von 2011 vor, sodass einerseits die Anzahl an Einrichtungen der Jugendarbeit, bezogen auf die Anzahl der Jugendlichen im Land- 102 uj 3 | 2018 Jugendgerechte Demografiestrategien in ländlichen Regionen kreis (C1), und andererseits der Stellenumfang in der Jugendarbeit, gleichfalls im Verhältnis zur Anzahl der Jugendlichen (C2) Eingang in die empirische Untersetzung dieser Dimension finden konnten (Beierle u. a. 2016, 15). Vielerorts ist hier jedoch eine dezidierte Ausrichtung der Kinder- und Jugendangebote auf benachteiligte Zielgruppen zu erkennen, was mit einem vergleichsweise hohen Bestand an Einrichtungen, aber dennoch einem ausgeprägten Mangel an Angeboten für die übrigen Jugendlichen einhergeht, verbunden mit dem Verlust an vielfältigen Anregungen und Sozialkontakten für diese Jugendlichen (Höhne 2015, 87f ). Dimension D - Teilhabe durch Mobilität Ein wichtiges Thema in den Gruppendiskussionen stellte die im Alltag erfahrbare Mobilität der Jugendlichen dar, die bei peripherer Lage des Wohnortes oft erheblich eingeschränkt war. Dies zog teils gravierende Folgen für ihr Zeitbudget, eine Abhängigkeit von den Eltern oder von der Infrastruktur des ÖPNV nach sich, um an Orte der Freizeitgestaltung zu gelangen. Charakteristisch war dabei, dass die Jugendlichen nur dann institutionell verortete Angebote annehmen (konnten), wenn sie sich unmittelbar im Wohn- oder Schulort befanden. Die individuelle Mobilität, gerade in Richtung der nächstgelegenen Mittel- und Oberzentren mit ihren Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten, zeigte sich als sehr bedeutsam für die persönliche Selbstbestimmung. Folglich wurden die Indikatoren der durchschnittlichen PKW-Fahrdauer zum nächstgelegenen Mittelbzw. Oberzentrum in Minuten (D1) sowie zu 3 von 36 Agglomerationszentren im In- und Ausland (D2) berücksichtigt. Darüber hinaus ging die durchschnittliche Bahnreisezeit zu diesen Agglomerationszentren (D3) mit in diese Dimension ein. Die in diesem Kontext höchst relevanten übrigen Angebotsstrukturen des ÖPNV im Landkreis mit den jeweiligen Streckenverbindungen und Taktzeiten konnten dabei nicht durch geeignete Daten abgebildet werden (Beierle u. a. 2016, 15f ). Dimension E - Digitale Erreichbarkeit Gerade für Jugendliche sind leitungsgebundene, in erster Linie aber mobile Möglichkeiten der Internetnutzung für sozial-interaktive Zwecke sowie zur Unterhaltung und Informationsbeschaffung heute unentbehrlich (Koob u. a. 2012, 31). Angesichts der allgemeinen Verbreitung neuer Medien kann eine fortschreitende Habitualisierung der Teilhabe an digitalen sozialen Netzwerken konstatiert werden, die inzwischen mit alterstypischen sozialen Rollen untrennbar verbunden ist (Busemann/ Gscheidle 2012). Auch aus dem qualitativen Material sämtlicher Untersuchungsstandorte ist das Bedürfnis nach Zugängen zu schnellem Internet klar herauszuhören, wenn verschiedentlich die fehlende digitale Erreichbarkeit beklagt und die Erfahrung des Abgeschnittenseins von Peernetzwerken geschildert wird. Virtuelle soziale Räume sind in ländlichen Regionen angesichts der hohen Mobilitätskosten und der Tendenz zur räumlichen Vereinzelung besonders bedeutsam. Um diesen Teilhabebedürfnissen Rechnung zu tragen, wurden an dieser Stelle die Indikatoren des Anteils der Haushalte mit leitungsbasierter Breitbandversorgung (DSL) einerseits (E1) und der Anteil der Haushalte mit drahtloser Breitbandversorgung (LTE) andererseits (E2) einbezogen (Beierle u. a. 2016, 16). Dimension F - Politische Mitsprache Gerade in ländlichen Regionen sind Jugendliche von den Konsequenzen demografischer Wandlungsprozesse häufig zuerst betroffen. Dies kann sie etwa als Folge einer finanziellen Erschöpfung der öffentlichen Kassen, in Form einer Schließung von Schulstandorten und einer kulturellen Verödung ihrer Region betreffen. 103 uj 3 | 2018 Jugendgerechte Demografiestrategien in ländlichen Regionen Eine lebendige Beteiligungskultur gegenüber und mit jungen Menschen bei Vorgängen der politischen Entscheidungsfindung ist offenbar selten vorzufinden. Die jugendlichen TeilnehmerInnen der Gruppendiskussionen äußerten ein ausgeprägtes Partizipationsbedürfnis, wobei eine tatsächliche demokratische Teilhabe immer wieder eingefordert wurde. Dies erwächst bei ihnen häufig aus der Erfahrung, in ihren legitimen Belangen ohne politische Vertretung zu sein. Gleichzeitig äußerten sie klare Bedürfnisse nach Mitsprache, etwa, wenn es um ihr unmittelbares Umfeld, wie Schule, Freizeiteinrichtungen und ÖPNV geht. Auf der Basis einer eigenen Bestandsaufnahme konnte zumindest ein Indikator zum Anteil derjenigen Minderjährigen berechnet werden, welche in Form von Kinder- und Jugendparlamenten bzw. -beiräten im jeweiligen Landkreis demokratisch repräsentiert sind (F1). Dies bildet zwar nur einen kleinen Ausschnitt politischer Einbeziehung. Dennoch zeugt das Bestehen eines Kinder- und Jugendrates bzw. -parlaments einerseits davon, dass den Belangen von Kindern und Jugendlichen vonseiten der Kommune eine gesteigerte Bedeutung zugemessen wird (Zinser 2001, 148f ). Andererseits ist dies als Indikator von tatsächlicher Mitwirkungsteilhabe der Jugendlichen zu werten, da diese Gremien bei fehlenden Erfolgen in der Durchsetzung von Jugendinteressen kaum von Dauer sind (Beierle u. a. 2016, 16f ). Auf der Grundlage der hinsichtlich Streuung und Mittelwert standardisierten Einzelindikatoren wurde ein Mittelwertindex errechnet. Hierbei gingen die Indikatoren gleichgewichtet in die Bildung der zugehörigen Dimensionen ein, und diese wurden wiederum, ebenfalls mit gleichen Gewichten, in den gesamten Teilhabeindex eingerechnet. Im Überblick kann das entwickelte Indikatorensystem mit der folgenden Struktur abgebildet werden. F1: Anteil d. i. demokr. Gremien repräsentierten Minderjährigen E2: Drahtlose Breitbandversorgung d. Haushalte E1: Leitungsbasierte Breitbandversorgung d. Haushalte D3: ø Bahn-Min. zu 3 v. 36 Agglom.-Zentren In- und Ausland D2: ø PKW-Min. zu 3 v. 36 Agglom.-Zentren In- und Ausland D1: ø PKW-Min. zum Mittel-/ Oberzentrum C2: Personal in der Jugendarbeit/ 1000 Jug. C1: Einrichtungen der Jugendarbeit/ 1000 Jug. B3: Anteil der Gymnasiasten B3: Studierende/ 1000 EW B1: ANR betrieblicher Ausbildungsstellen A3: Anteil der Jüngeren an den Arbeitslosen A2: Jugendarbeitslosigkeit A1: Medianeinkommen von Erwerbspersonen A - Beschäftigungsperspektive B - Weiterführende Bildung C - Angebotene Jugendarbeit D - Mobilität E - Digitale Erreichbarkeit F - Politische Mitsprache Abb. 1: Indikatorensystem zum Teilhabeindex Jugendlicher in ländlichen Räumen 104 uj 3 | 2018 Jugendgerechte Demografiestrategien in ländlichen Regionen Eine Betrachtung der landkreisbezogenen Ausprägungen der in diesen Teilhabeindex für Jugendliche aufgenommenen Indikatoren verdeutlicht dabei, dass durch die Indexbildung nicht etwa künstliche Varianzen aus empirisch unbedeutenden Merkmalsunterschieden erzeugt wurden. Stattdessen treten in den Einzelindikatoren über das Bundesgebiet in den Landkreisen tatsächlich erhebliche Differenzen auf, wenn bspw. der Anteil der im Landkreis in demokratischen Gremien repräsentierten Minderjährigen zwischen 0 und 68 %, die Angebots-Nachsehr niedrig niedrig moderat hoch sehr hoch Stadtkreis/ fehlende Daten Abb. 2: Teilhabeindex Jugendlicher in den Landkreisen (eigene Darstellung nach Beierle u. a. 2016, 19) 105 uj 3 | 2018 Jugendgerechte Demografiestrategien in ländlichen Regionen frage-Relation in der dualen Ausbildung zwischen 87 und 126 % oder das Medianeinkommen sozialversicherungspflichtig Beschäftigter zwischen ca. € 1.350,- und € 2.780,- rangiert. Auf der Grundlage des gebildetenTeilhabeindex kann nun betrachtet werden, welche regionalen Disparitäten, auch im Hinblick auf Teildimensionen, zwischen Landkreisen auftreten. Zur Visualisierung der regionalen Verteilung wurden der metrische Gesamtindex sowie seine Teildimensionen in Quintile klassiert. Demnach konnten die 296 Flächenlandkreise in Abstufungen zwischen 1 (niedrigster Teilhabewert) und 5 (höchster Teilhabewert) in fünf gleichgroße Teilgruppen eingeordnet werden. Teilhabe Jugendlicher in den Flächenlandkreisen Deutschlands Entlang der vorgenommenen Abstufungen kann hier auch eine Landkreiskarte der Teilhabegerechtigkeit Jugendlicher im Bundesgebiet dargestellt werden. In der Darstellung sind Stadtkreise und Stadtstaaten von der Zuordnung ausgenommen. Gleiches traf auf Landkreise mit fehlenden Daten zu - diese sind hier schraffiert dargestellt. Insgesamt können dabei in Ostdeutschland der Tendenz nach etwas häufiger heller abgestufte Landkreise mit einem niedrigeren Teilhabeindex beobachtet werden. Dies kann mit einem für den Osten Deutschlands immer noch bestehenden Merkmalsbündel aus angespannterem Arbeitsmarkt und in geringerem Maße ausgebauter Infrastruktur erklärt werden. Dimensionen von Teilhabe als regionale Haltefaktoren Wenngleich bei den Jugendlichen in ländlichen Regionen ein Bedürfnis nach individueller Mobilität besteht, sehen sich viele von ihnen angesichts der bestehenden Ausgangsbedingungen zu einem „mobilen“ und/ oder einem „mentalen Ausstieg“ gezwungen, wobei der Letztere wenigstens den teilweisen Verlust der Identifikation mit der Herkunftsregion mit sich bringt (Höhne 2015, 88). In den Gruppendiskussionen äußerten die meisten Jugendlichen ein hohes Maß an Verbundenheit mit der Region, sodass eine Abwanderung zumeist auch als ein persönliches Opfer an die eigene, zumeist berufliche Entwicklung betrachtet werden muss. Zur quantitativen Abbildung einer „Abstimmung mit den Füßen“ können die landkreisbezogenen Abwanderungssaldi nach Altersjahrgängen zurate gezogen werden, d. h. hier wird die Netto-Bilanz der Zuzüge und Fortzüge einer Gebietskörperschaft nach Alter betrachtet. Bei der Auswertung der Wanderungssaldi wird offensichtlich, dass gerade die Abwanderung der Jugendlichen zwischen 18 und 22 Jahren besonders ausgeprägt stattfindet, da sie diejenige Generation bilden, welche (noch) nicht durch Arbeit und Verantwortungsübernahme innerhalb der Familienstrukturen an ihren Herkunftsort gebunden sind. Angehörige älterer Generationen sind stattdessen schon für eigene Kinder bzw. in späteren biografischen Abschnitten teils für ihre Eltern verantwortlich. Anhand der gewonnenen Daten zu den einzelnen Teilhabedimensionen konnte nun betrachtet werden, inwiefern diese im Zusammenhang mit der jeweiligen Bildungswanderung der Landkreise zu sehen sind, d. h. dem Wanderungssaldo der 18bis 24-Jährigen auf Landkreisebene. Dabei kommen hier die in den Gruppendiskussionen geäußerten Pushbzw. Pull-Faktoren für Abwanderung (Lee 1966) deutlich zum Vorschein, d. h. solche Faktoren, die eine Region für die Jugendlichen attraktiv oder unattraktiv machen. Denn hier erwies sich, dass in den 281 Landkreisen die Beschäftigungsperspektive deutlich mit der Bildungswanderung korreliert (β = 0,34), ebenso wie die Dimension der weiterführenden Bildung (β = 0,3), gefolgt von der der Mobilität (β = 0,16). Hierbei ist nachvollziehbar, dass zwar in erster Linie prospektive 106 uj 3 | 2018 Jugendgerechte Demografiestrategien in ländlichen Regionen Kriterien des Ausbildungs- und Beschäftigungsmarktes sowie periphere Lagen von Relevanz sind. Gleichzeitig liefern aber auch gegenwartsbezogene Teilhabeaspekte, wie die digitale Erreichbarkeit und sogar die politischen Mitsprachemöglichkeiten, einen messbaren Beitrag zur Varianzaufklärung - anders als die Dimension der jugendbezogenen Angebote. Dass diese hier nicht im Zusammenhang mit dem Wanderungsverhalten steht, mag indes nicht verwundern. Unbenommen davon kann deren Bedeutung für die aktuelle Lebensqualität in der biografischen Phase „Jugend“ aus den Statements der Jugendlichen klar herausgestellt werden (Beierle u. a. 2016, 21). Jugendgerechte Demografiestrategien für ländliche Räume Im Projekt „Jugend im Blick“ wurden neben den primärempirischenDatenauchDokumentenanalysen von strategischen Ansätzen auf Landkreisebene durchgeführt. Anhand dieses qualitativen Materials demografiebezogener Dokumente, wie z. B. Strategiepapiere, Pressemitteilungen oder Entwicklungsleitbilder, konnten Aussagen darüber gewonnen werden, welche Berücksichtigung Jugendliche und ihre Belange im Rahmen solcher strategischen Ansätze finden. Im Zuge dessen konnte herausgearbeitet werden, dass die jeweiligen Landkreise Jugendliche in dreierlei Perspektive wahrnehmen: ➤ Jugendliche als Ressource: In einigen Strategiepapieren wurden Jugendliche in erster Linie als Ressource für den Landkreis herausgestellt, die es - etwa zu Sicherung des regionalen Fachkräftebedarfs - noch besser zu nutzen gelte. ➤ Jugendliche als Investitionsprojekt: Andere demografiepolitische Ansätze gelangten zu der Überzeugung, in Jugendliche müsse zur Bewältigung demografischer Herausforderungen mehr investiert werden, um so mit möglichst hoher Rendite z. B. ihre Bildungspotenziale zu fördern oder Haltefaktoren zu schaffen. ➤ Jugendliche um ihrer selbst willen: Eher eine untergeordnete Rolle spielte in den strategischen Ausrichtungen der Landkreise dagegen eine Sichtweise, welche sich den Belangen von Jugendlichen nicht in instrumenteller Weise zuwandte, sondern auf die Verbesserung ihrer Lebenssituation um ihrer selbst willen abzielte. Wie mit den Ausprägungen des entwickelten Teilhabeindex etwa bei benachbarten Landkreisen - z. B. dem Burgenlandkreis und dem Saalekreis im südlichen Sachsen-Anhalt, die unter ähnlich nachteiligen Ausgangsbedingungen durchaus unterschiedliche Teilhabechancen für Jugendliche bereithalten - demonstriert werden konnte, besteht auf der Ebene der Landkreise hier ein erheblicher Gestaltungsspielraum. Handlungsanforderungen für die Jugendarbeit Mit Blick auf die Jugendarbeit ist für ländlich geprägte Räume zu konstatieren, dass es hier solcher Ansätze bedarf, welche die Jugendlichen jenseits einer kommunalpolitischen Verwertungsperspektive adressieren. Dabei treten vor dem Hintergrund der spezifisch ländlichen Rahmenbedingungen für die Lebenssituation der Jugendlichen besonders folgende Handlungsfelder in den Vordergrund. Aus dem Befund heraus, dass die beruflichen Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche regional oft besser sind, als es das Image der Herkunftsregion nahelegt, sollte die Jugendberufshilfe hier für ein höheres Maß an Transparenz sorgen. Während es - bspw. vonseiten der Kammern - für andere Adressatengruppen in vielen Regionen bereits Fachkräftespiegel gibt (IHK Regensburg 2017), fehlt es an Informationsangeboten, die Auskunft über lokale Ausbildungsmöglichkeiten sowie die vor Ort bestehenden Beschäftigungsperspektiven geben und für jugendliche Zielgruppen aufbereitet sind. 107 uj 3 | 2018 Jugendgerechte Demografiestrategien in ländlichen Regionen Angesichts des restringierten Zeitbudgets Jugendlicher und ihrer begrenzten Mobilität sollte die Jugendarbeit eine stärkere Online-Präsenz in sozialen Netzwerken zeigen und damit für ihre Belange zugänglicher werden. Auch sind die Angebote für sie besonders dann attraktiv, wenn sie einen Zugang zu schnellem Internet einschließen. In dieser Hinsicht haben sich bspw. in Jugendtreffs eingerichtete WLAN-Hotspots auf dem Dorf, wie etwa im oberbayrischen Zorneding, bewährt. Auch ist eine Stärkung selbstverwalteter Jugendprojekte mit eigenen Gestaltungsmöglichkeiten zu begrüßen, für die seitens der Jugendlichen eine hohe Nachfrage besteht. Darüber hinaus war vielfach von den befragten Jugendlichen artikuliert worden, sie würden sich mit ihren Anliegen von den EntscheidungsträgerInnen vielfach nicht beachtet oder ernst genommen fühlen. An dieser Stelle sind Angebote einer aufsuchenden Partizipation gefragt, welche die Jugendlichen an ihren Aufenthaltsorten - in Jugendtreffs, in der Schule oder in sozialen Medien - in niedrigschwellige politische Beteiligungsprozesse involviert. In diesem ZusammenhangbietetaucheinepartizipativeAusgestaltung der Kinder- und Jugendhilfeplanung, die in vielen Flächenlandkreisen brachliegt, die Möglichkeit, im Rahmen einer regelmäßigen Bestandsaufnahme zu Problemlagen, Unterstützungsbedarfen und Bedürfnissen von jungen Menschen ihren Belangen stärker Rechnung zu tragen. Frank Tillmann und Sarah Beierle Deutsches Jugendinstitut e.V. Franckeplatz 1, Haus 12/ 13 06110 Halle (Saale) Tel.: (03 45) 6 81 78 - 13 und (03 45) 6 81 78 - 48 E-Mail: tillmann@dji.de und beierle@dji.de Gitta-Susann Hartenstein Koordinatorin Bauhausstadt Dessau Kulturamt Dessau-Roßlau Zerbster Straße 4 06844 Dessau-Roßlau Tel.: (03 40) 2 04 16 41 E-Mail: gitta.hartenstein@gmx.de Literatur BiBB (2013): Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2013. Informationen und Analysen. BiBB, Bonn BBSR (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung) (2017): Indikatoren und Karten zur Raum- und Stadtentwicklung (INKAR). BBSR, Bonn Beierle, S., Tillmann, F., Reißig, B. (2016): Jugend im Blick - Regionale Bewältigung demografischer Entwicklungen. ProjektergebnisseundHandlungsempfehlungen. Deutsches Jugendinstitut e. V., München/ Halle Busemann, K., Gscheidle, C. (2012): Web 2.0: Habitualisierung der Social Communitys. Ergebnisse der ARD/ ZDF-Onlinestudie 2012. In: Media Perspektiven 7 - 8, 380 - 390 BVerfGE 55.274 - Berufsausbildungsabgabe - Urteil des 2. Senats vom 10. Dezember 1980 Höhne, S. (2015): Vitalisierung in der Praxis. Projektbeispiele aus Sachsen-Anhalt (Vitalisierung ländlicher Räume, Bd. 3). Wochenschau Verlag, Schwalbach IHK (Industrie- und Handelskammer) Regensburg (2017): IHK-Fachkräftemonitor Bayern. Online-Dokument. URL: https: / / www.ihk-regensburg.de/ service/ fach kraefte/ Fachkraeftebedarf-analysieren/ Fachkraefte monitor-Bayern/ 1203102, 12. 3. 2017 Koob, C., Bolliger, K., Kopf, R. (2012): Mediennutzung unter 20. Standpunkte. In: MedienWirtschaft 1, 30 - 32 Langhoff, T., Krietsch, I., Starke, C. 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