eJournals unsere jugend71/3

unsere jugend
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0342-5258
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/uj2019.art16d
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2019
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Editorial

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2019
Karsten Speck
Carmen Wulf
Susanne Tübel
Martina Schiebel
Liebe Leserinnen und Leser, von professionell handelnden Fachkräften in der Kinder- und Jugendhilfe wird erwartet, dass sie im Idealfall auf der Basis von fachlichen Konzepten und empirischen Befunden aus der Fachdiskussion sowie diagnostischen Instrumenten und individuellen Hilfeplänen im Einzelfall Leistungen erbringen. Doch welche Bedeutung kommt den Fachkräften selbst und ihren Emotionen im Prozess der Leistungserbringung bei? Ist eine Leistungserbringung ohne Emotionen der Fachkräfte überhaupt vorstellbar und sinnvoll? Sollen Emotionen ausgelassen, zugelassen, reguliert, kontrolliert oder gar vermieden werden? Welche Empfehlungen gibt es, um mit Emotionen in der Kinder- und Jugendhilfe angemessen umzugehen? Das aktuelle Heft widmet sich diesen Fragen. [...]
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97 Editorial Liebe Leserinnen und Leser, von professionell handelnden Fachkräften in der Kinder- und Jugendhilfe wird erwartet, dass sie im Idealfall auf der Basis von fachlichen Konzepten und empirischen Befunden aus der Fachdiskussion sowie diagnostischen Instrumenten und individuellen Hilfeplänen im Einzelfall Leistungen erbringen. Doch welche Bedeutung kommt den Fachkräften selbst und ihren Emotionen im Prozess der Leistungserbringung bei? Ist eine Leistungserbringung ohne Emotionen der Fachkräfte überhaupt vorstellbar und sinnvoll? Sollen Emotionen ausgelassen, zugelassen, reguliert, kontrolliert oder gar vermieden werden? Welche Empfehlungen gibt es, um mit Emotionen in der Kinder- und Jugendhilfe angemessen umzugehen? Das aktuelle Heft widmet sich diesen Fragen. Der erste Beitrag von Petra Bauer beschäftigt sich grundlegend mit Emotionen in der Sozialen Arbeit. Eine zentrale These lautet, dass Emotionen in der Sozialen Arbeit eine wichtige Funktion haben, um Leistungen überhaupt erst erbringen zu können. Im zweiten Beitrag stellt Hannelore Reicher darauf aufbauend ausgewählte empirische Befunde zu Emotionen, Frustration und Belastungserleben von Fachkräften in der Kinder- und Jugendhilfe vor und leitet daraus Empfehlungen für Leitungs- und Fachkräfte ab. Der dritte Beitrag von Uta von Pirani geht auf die Aufgaben und die daraus resultierenden Belastungen von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern im ASD in familiengerichtlichen Verfahren ein und formuliert Empfehlungen für die Fachkräfte, aber auch die Jugendämter und kooperierenden Professionen. Die Beiträge plädieren letztlich für eine kontinuierliche Reflexion des Nähe-Distanz-Verhältnisses sowie der Gefühle, Frustrationen und Belastungen von Fachkräften in der Kinder- und Jugendhilfe. Viele Anregungen beim Lesen des aktuellen Heftes wünschen Karsten Speck, Carmen Wulf, Susanne Tübel und Martina Schiebel unsere jugend, 71. Jg., S. 97 (2019) DOI 10.2378/ uj2019.art16d © Ernst Reinhardt Verlag München Basel Susanne Tübel, Karsten Speck, Carmen Wulf und Martina Schiebel