unsere jugend
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0342-5258
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/uj2019.art31d
4_071_2019_5/4_071_2019_5.pdf51
2019
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Editorial
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2019
Karsten Speck
Carmen Wulf
Martina Schiebel
Susanne Tübel
Liebe Leserinnen und Leser, die Kooperation von Polizei und Kinder- und Jugendhilfe wird von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern äußerst kontrovers diskutiert. Ein Grund, sich dem Thema im vorliegenden Heft anhand empirischer Befunde und praktischer Erfahrungen sowie unterschiedlicher Sichtweisen zu nähern: Zum einen wird anhand von empirischen Studien auf die wechselseitigen Wahrnehmungen, Bilder und Rollenerwartungen eingegangen. Zum anderen werden Erfahrungen und Gelingensbedingungen einer Kooperation von Polizei und Kinder- und Jugendhilfe thematisiert und am Beispiel der Häuser des Jugendrechts debattiert. [...]
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193 Editorial Liebe Leserinnen und Leser, die Kooperation von Polizei und Kinder- und Jugendhilfe wird von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern äußerst kontrovers diskutiert. Ein Grund, sich dem Thema im vorliegenden Heft anhand empirischer Befunde und praktischer Erfahrungen sowie unterschiedlicher Sichtweisen zu nähern: Zum einen wird anhand von empirischen Studien auf die wechselseitigen Wahrnehmungen, Bilder und Rollenerwartungen eingegangen. Zum anderen werden Erfahrungen und Gelingensbedingungen einer Kooperation von Polizei und Kinder- und Jugendhilfe thematisiert und am Beispiel der Häuser des Jugendrechts debattiert. Hannu Turba geht anhand empirischer Befunde auf die Kooperation von Polizei und Kinder- und Jugendhilfe am Beispiel des Kinderschutzes ein und hebt besonders die sich aus unterschiedlichen Aufträgen, Zielen und Wahrnehmungen ergebenden Konfliktpotenziale hervor. Der zweite Beitrag von Jürgen E. Schwab und Werner Nickolai beschäftigt sich ebenfalls mit den Selbst- und Fremdbildern bei der Polizei und der Kinder- und Jugendhilfe, betont jedoch stärker die Gemeinsamkeiten zwischen den Berufsgruppen. Konstanze Fritsch und Mauri Paustian berichten von ihren Kooperationserfahrungen in einer Clearingstelle zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz. Beide Autorinnen verweisen auf die divergierenden Rechtsgrundlagen, Arbeitsstrukturen, Ziele und Methoden beider Institutionen und fordern eine selbstbewusstere Haltung und klare Arbeitsprinzipien von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern bei einer Kooperation mit der Polizei. Zwei weitere Beiträge widmen sich den Häusern des Jugendrechts. Karin Würden sieht die Kooperation von Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendhilfe als Chance für eine jugendhilfeorientierte Reaktion auf Straftaten. Ines Kilian bewertet die Kooperation von Polizei und Kinder- und Jugendhilfe in den Häusern des Jugendrechts kritischer. Sie nimmt eine Dienstleistung der Kinder- und Jugendhilfe im Interesse von Polizei und Staatsanwaltschaft wahr, bei der die Jugendlichen mit ihren Entwicklungsdefiziten auf der Strecke bleiben. Wir wünschen Ihnen interessante Beiträge und Anregungen für die eigene Meinungsbildung. Karsten Speck, Carmen Wulf, Martina Schiebel und Susanne Tübel unsere jugend, 71. Jg., S. 193 (2019) DOI 10.2378/ uj2019.art31d © Ernst Reinhardt Verlag München Basel Susanne Tübel, Karsten Speck, Carmen Wulf und Martina Schiebel
