unsere jugend
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0342-5258
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/uj2022.art48d
4_074_2022_7+8/4_074_2022_7+8.pdf71
2022
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Klimaschutz und Nachhaltigkeit
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Sophie Bettin
Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind durch die ganze Gesellschaft diskutierte Themen, die uns alle betreffen. Bei dieser Debatte muss besonders einer Bevölkerungsgruppe zugehört werden - der Jugend, denn sie ist es, die am meisten unter einer Klimakatastrophe leiden wird und die ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen tragen muss. Im vorliegenden Artikel wird deutlich gemacht, dass Klimaschutz nicht isoliert diskutiert werden darf, sondern immer auch einhergehen muss mit Antirassismus, Antikapitalismus, Antifaschismus, globaler Solidarität (Antikolonialismus) …
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334 unsere jugend, 74. Jg., S. 334 - 339 (2022) DOI 10.2378/ uj2022.art48d © Ernst Reinhardt Verlag Klimaschutz und Nachhaltigkeit Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind durch die ganze Gesellschaft diskutierte Themen, die uns alle betreffen. Bei dieser Debatte muss besonders einer Bevölkerungsgruppe zugehört werden - der Jugend, denn sie ist es, die am meisten unter einer Klimakatastrophe leiden wird und die ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen tragen muss. Im vorliegenden Artikel wird deutlich gemacht, dass Klimaschutz nicht isoliert diskutiert werden darf, sondern immer auch einhergehen muss mit Antirassismus, Antikapitalismus, Antifaschismus, globaler Solidarität (Antikolonialismus) … von Sophie Bettin Jg. 2003, lebt seit 2003 in einer Pflegefamilie, Abiturientin im Januar 2022, angehende Medizinstudentin, derzeit in Norwegen für einen Freiwilligendienst, Aktivistin verschiedener Bewegungen Klimaschutz und Nachhaltigkeit werden immer öfter Thema der öffentlichen Debatte, sei es in den sozialen Medien, in Talk-Shows des Fernsehens, in Zeitschriften oder Gesprächen in der Schule, auf der Arbeit und zuhause am Esstisch. Für mich ist klar, dass dieser Prozess des Bewusstwerdens über das Klima und über die Nachhaltigkeit, über ihre Funktionen, Auswirkungen und Bedeutungen für unser aller Leben nicht damit begann, dass 1824 der Treibhausgaseffekt und die damit einhergehende, stetige Erderwärmung entdeckt wurden (Schönwiese 1995, 207 - 212). Ebenfalls keine Auslöser sind meiner Meinung nach die ersten Warnungen von ForscherInnen vor dem menschengemachten Klimawandel ab den 1940er Jahren (Flohn 1941) oder gar Aktionen von AktivistInnen. Ich meine, dass erst 2019 mit zunehmenden Aktionen von Fridays for Future und sich anschließenden Organisationen und NGOs wie beispielsweise Scientists for Future, Greenpeace und Ende Gelände der Diskurs über ebenbesagte Themen deutlich in den Fokus der Politik, aber auch des Alltags und von Familien gerückt wurde. Fridays for Future mobilisierte und politisierte eine Bevölkerungsgruppe, die viel zu oft, wenn es um zukunftsbewegende Themen geht, übergangen wird - in Deutschland und auf der ganzen Welt: die Kinder und Jugendlichen. Vielleicht war es die Überraschung darüber, dass auf einmal die, von denen man es aus Gewohnheit am wenigsten erwartet, laut werden und Mitbestimmungsrecht über ihre Zukunft fordern, sich querstellen und ganz besonders Kritik und Forderungen nicht nur auf politischer Ebene üben, sondern sie auch in das private Leben vieler Eltern, LehrerInnen und Familien bringen. Zusätzlich ist der globale Klimawandel nun schon so weit fortgeschritten, dass nicht nur Länder des globalen Südens unter direkten Folgen zu leiden haben (iDiv 2019), sondern eben auch wir selbst als BürgerInnen einer nördlichen Industrienation. Die Hitze-Sommer der vergangenen Jahre (Hawkins (2021), aber auch zunehmende Wetterextreme wie Stürme und Hochwasser, wie beispielsweise im Ahrtal, und nicht zuletzt die Coronapandemie sind durch 335 uj 7+8 | 2022 Klimaschutz und Nachhaltigkeit den menschengemachten Klimawandel bedingte Phänomene, die uns alle betreffen (Schmidt- Chanasit 2020). Diskurse über den Klimawandel und unsere Nachhaltigkeit verlaufen heute durch alle Ebenen - global und auch hier in Deutschland. Diese Themen werden im Bundestag diskutiert, in den Länderparlamenten, in verschiedenen Behörden, Organisationen und Strukturen, aber auch auf Familienfeiern und beim gemeinsamen Abendessen. Der Klimawandel ist für die allermeisten von uns eine Tatsache geworden, mit der es sich auseinanderzusetzen gilt, und Nachhaltigkeit dient als Mittel, um die drohende Klimakatastrophe zu verhindern, zumindest zu hemmen. Nur noch vereinzelte Personen und Parteien leugnen unsere Beteiligung und Verantwortung, dieses Thema betreffend. „Prominentester Klimaskeptiker ist der amerikanische Präsident Trump, hatte er doch getwittert, der Klimawandel sei eine Erfindung der Chinesen, um der amerikanischen Wirtschaft zu schaden. Legendär ist auch sein ,Aber draußen ist es doch kalt‘-Argument. Kritik an der gängigen Meinung geht aber auch subtiler, so bestreitet die AfD in ihrem Wahlprogramm nicht den Klimawandel, aber den Einfluss des Menschen auf seine Entwicklung“ (https: / / www.debating europe.eu/ de/ 2017/ 11/ 30/ warum-glaubennicht-alle-den-klimawandel/ ). Ich finde, im großen Zusammenhang kann dies als ein Erfolg gewertet werden, denn ein breites Bewusstsein über unser Klima, aber auch biologische und soziale Nachhaltigkeit dienen als Grundlage für zukünftiges Handeln, Gestalten, Entscheiden - also letztendlich für die Zukunft und ein lebenswertes Leben für meine Generation, die heutige Jugend und junge Erwachsene, für meine Kinder und viele folgende Generationen. Doch leider entstand die benötigte und relevante Öffentlichkeit viel zu spät. WissenschaftlerInnen weltweit bestätigen, dass wir, wenn sich das Klima über das Ziel der UNFCCC im Pariser Vertrag - die 1,5 Grad Celsius - erhöhen sollte, in eine Abwärtsspirale gelangen und eine Klimakatastrophe nicht mehr abzuwenden sei. Durch den menschengemachten Klimawandel wird der Jetstream, laut IPCC-Sonderbericht (2018), langsamer. Längere Niederschlagsabschnitte und Hitzeperioden entstehen. Demnach können uns in Zukunft Missernten und Versorgungsengpässe erwarten ebenso wie ein Anstieg des Meeresspiegels durch das Abschmelzen der Pole. Ganze Ökosysteme und Infrastrukturen in Küstennähe werden bedroht sein. Hinzu kommen Dürren, Wirbelstürme, Sturmfluten, das Artensterben und bis 2040 über 200 Millionen Klimageflüchtete (Geden 2010; WBGU 2009; Roeckner 2010). Im Rückschluss bedeutet dies, dass nun schnelles und entschlossenes Handeln unbedingt erfolgen muss. Natürlich kann im Privaten ein Unterschied gemacht werden, doch liegt es besonders an den Regierungen, nun zu zeigen, dass sie uns junge Menschen mit einer solchen Zukunftsbürde nicht alleine lassen. Doch genau dieses Gefühl, alleine gelassen zu werden, entsteht leider immer mehr. Notwendige Maßnahmen - an denen es nach ExpertInnenaussagen absolut nicht zu mangeln scheint (Lohmann 2012; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie 2020) - werden unnötig aufgeschoben und einfach nicht umgesetzt, wie beispielsweise der Kohleausstieg. „Es ginge nicht von einem Tag auf den anderen“ oder „Das wäre ein zu radikaler Schritt“, „Das ist zu teuer“ - natürlich sind es große Schritte, die genau jetzt gegangen werden müssen, aber eben diese sind jetzt unumgänglich, wenn das Leben auf dieser Erde auch noch in Zukunft mit heute vergleichbar sein soll. Hätte man bereits vor 25 Jahren damit angefangen, dann hätte es sicherlich einen gemütlicheren Umbau geben können, aber jetzt läuft uns die Zeit davon. Die Kosten, die wir einmal tragen müssen, um durch den Klimawandel entstandene Schäden auszugleichen, werden deutlich höher sein als die Summe, die es nun bräuchte, um unser Land klimaneutraler zu gestalten (Venjakob/ Mersmann 2013). 336 uj 7+8 | 2022 Klimaschutz und Nachhaltigkeit Es wird zu viel davon gesprochen, was alles sein könnte, aber eben alles angeblich nicht umsetzbar sei. Mir fehlen genau diese Handlungen, die zeigen, dass wir als junge Menschen in unseren Anliegen ernst genommen werden und mitbestimmen dürfen. Im Moment fühlt es sich so an, als ob man gegen eine Wand rennen würde. Dies führt bei vielen leider zu Politikmüdigkeit und Resignation. Corona hat uns gezeigt, dass es möglich ist, global, aber auch national Krisen zu managen und sinnvolle Veränderungen bzw. Maßnahmen gemeinsam durchzuhalten und zu tragen. Wir als junge Menschen haben auf vieles verzichten müssen, sei es auf unsere FreundInnen, Sport, Konzerte, Ausflüge … - Wir haben die Verantwortung mitgetragen und das erwarte ich nun auch von älteren Generationen! Oft wird das Thema des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit zu sehr differenziert betrachtet und weniger in einem globalen Kontext, der in unserer vernetzten und globalisierten Welt angebracht wäre. So geht es in den Köpfen vieler Menschen im Privaten, aber auch in der Politik und den Medien oft unter, dass der menschengemachte Klimawandel durch Kapitalismus angetrieben wird. Dieses System verspricht immer wachsende Produktion, Wohlstand und Kapital, es geht aber auch mit immer wachsender Ausbeutung, Ungleichheit, Ressourcenverbrauch und Emissionsverschmutzung einher. Das nachhaltige Agieren und der Kampf gegen den Klimawandel und für Nachhaltigkeit müssen also unbedingt mit einem gewissen Maß an Antikapitalismus, Antikolonialismus, Antifaschismus und Antirassismus verbunden sein. Es wird nicht möglich sein, die breite Masse für einen nachhaltigen Lebensstil zu begeistern, solange sie in unserem jetzigen System sozialisiert und erzogen wird und solange einzelne Privatpersonen es sich herausnehmen können, über das Wochenende mit dem Flugzeug zu verreisen oder mehrere SUV zu fahren. Eine große Verantwortung sehe ich auch bei den Eltern, Erziehenden, Fürsorgenden und LehrerInnen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Schon bei mir und anderen Menschen in meinem Alter fällt auf, dass das Verständnis über unsere Erde im Wandel und seine Folgen besonders bei denjenigen jungen Leuten vorliegt, die dies schon von ihren Eltern gelernt haben. Ich persönlich habe das Privileg, dass mir ein bewusster und respektvoller Umgang mit unserer Natur schon von Kind an durch meine Eltern nahegebracht wurde. Ich wünsche mir sehr, dass Eltern die nötige Unterstützung dafür bekommen - sei es durch Vermittlung von Wissen oder durch finanzielle Mittel (der Kinder- und Jugendhilfe) -, den Kindern an ihrer Seite Interesse und Gewissheit für unseren Planeten, seine Natur und BewohnerInnen beizubringen und ganz besonders ihnen zu zeigen, sie zu beschützen und gut zu behandeln. In der Schule hatte ich kein Unterrichtsfach, in dem der Klimawandel einmal ernsthaft durchgesprochen wurde, in dem man über dieses zukunftsbewegende Phänomen lernte oder gar Nachhaltigkeit betont wurde. Diese Punkte wurden ganz nebensächlich abgetan, als seien sie Selbstverständlichkeiten. Zerstörungen von Ökosystemen oder die Bedrohung von Menschen durch wiederkehrende Naturkatastrophen, besonders im globalen Süden, wurden zwar besprochen, aber nie an akuten, uns alle betreffenden Beispielen, noch so, dass am Ende des Unterrichts etwas hängen blieb, gar eine Perspektive entstand. „Die Eisbären sterben, da sie bei der rasenden Geschwindigkeit des Klimawandels ihren Lebensraum verlieren und keine Chance haben, sich evolutiv anzupassen, aber das wisst ihr ja alle.“ - Ja klar ist das schlecht und betrifft die Anwesenden. JedeR im Unterrichtsraum nickt das betroffen ab und sieht ein, dass sich an unserem Verhalten etwas ändern sollte. Letztendlich gehen die meisten SchülerInnen danach in der Pause aber erst einmal los und fahren mit dem Auto bei McDonald’s vorbei, um sich ein paar billige Burger zu holen. Es fehlt an Zusammenhängen zwischen dem Gelernten und dem alltäglichen Leben und zudem an Möglichkeiten, sich aktiv einzubringen. „Das bringt doch eh nichts, es ist sowieso 337 uj 7+8 | 2022 Klimaschutz und Nachhaltigkeit alles verloren“ ist ein Satz, den ich, was weiß ich, wie oft schon im Gespräch mit Menschen meiner Generation, aber auch älteren und jüngeren, gehört habe - das muss sich ändern! Ebenso auch der Umgang mit Nachhaltigkeit, egal ob biologisch oder sozial, der Umgang mit unserer Umwelt und untereinander. Soziale Aspekte spielen neben ökonomischen und ökologischen Punkten eine große Rolle. Die soziale Nachhaltigkeit soll eine stabile Gesellschaft aufbauen, in der alle teilhaben können und in der ein menschenwürdiges Leben, Menschenrechte, gerechte Rollenverteilungen und Chancengleichheit über Generationen gewährleistet werden können. In dieser Zeit wächst die Ungleichheit auch in Deutschland immer weiter an, besonders in den letzten Jahren der Pandemie (Statistisches Bundesamt 2021). Zunächst muss dies einmal erkannt werden, was durchaus nicht so einfach sein mag. Ich würde mir wünschen, dass eben genau dies auch ein Bestandteil des schulischen Unterrichts wäre. Denn nur wenn soziale und gesellschaftliche Ungerechtigkeiten eben auch wie ökonomische oder ökologische Problematiken erkannt werden, genauso wie auch die oft undurchsichtigen Zusammenhänge zwischen sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit, dann erst ergeben sich Möglichkeiten, gegen diese vorzugehen. Und da brauchen wir alle jemanden, der/ die vorangeht. Ich fordere die Politik auf, dies zu tun, auch wenn ich mich zu den jungen Menschen zähle, die eher behaupten würden, dass diese Forderung auch nur wieder im Sand verläuft. Als (Familien-)Ministerin würde ich auf jeden Fall versuchen zu ermöglichen, dass jedeR und jede Familie die Möglichkeit hat, nachhaltig zu leben. Nachhaltiges würde mehr konsumiert werden, wenn Umweltschädliches teurer werden würde, da die Firmen, die diese Produkte herstellen, finanziell für ihre Zerstörungen an der Umwelt aufkommen müssten. Somit würden gleichzeitig besonders die zur Verantwortung gezogen, die massiv zu einer Verschlechterung des Weltklimas beitragen. Besonders wichtig wäre mir auch eine Förderung des ÖPNV, denn das Reisen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sollte deutlich attraktiver gestaltet werden, besonders auch günstiger - sodass auch SchülerInnen sich Fahrkarten/ Reisen leisten können. Zumindest müssten die Preise so niedrig sein, dass sie unter den Kosten des PKW- oder Luftverkehrs lägen. Auch sollten dringend Maßnahmen gegen die immer weiter aufgehende Schere zwischen Arm und Reich ergriffen werden, um die steigende soziale Ungerechtigkeit wenigstens ansatzweise zu bekämpfen - eine Besteuerung für Menschen, die Millionen im Jahr verdienen, wäre da eine Option, die zu erwägen wäre. Im Allgemeinen plädiere ich für die vermehrte Einführung von ExpertInnen-Räten in der Politik zur Beratung in schwierigen Fragen, aber auch mit einem gewissen Handlungsfreiraum, um Handlungen von höchster Dringlichkeit schnell umsetzen zu können. Für diesen Punkt spricht auch eine Entbürokratisierung beziehungsweise Digitalisierung - flächendeckend. Womit wir auch bei den Schulen angekommen wären. Als junge Person, die gerade im Frühjahr 2022 ihr Abitur geschrieben hat, kann ich aus eigener Erfahrung berichten, dass eine Reform unseres Schulsystems längst überfällig ist. Immer mehr SchülerInnen leiden unter hoher Belastung, gar Depressionen, und finden mehr und mehr keinen Sinn in dem täglichen Schulgang. Es gibt meiner Meinung nach zu wenig Platz für die Individualität der Jugendlichen, ihre Gefühle und ein Bewusstsein für den Umgang miteinander. Themen wie physische, aber auch psychische Gesundheit, Beziehungen, nachhaltiges Leben und Menschenrechte sollten Bestandteil des gemeinsamen Unterrichts sein. Die Schulzeit ist für uns alle prägend und mit dafür verantwortlich, dass wir als Jugend ein Teil einer Gesellschaft sind, die mit uns und kommenden Generationen hoffentlich gerechter wird, mehr gleich, offener und mit gleichen Chancen - ein „Ort“, an dem alle einen Platz haben dürfen. 338 uj 7+8 | 2022 Klimaschutz und Nachhaltigkeit Letztendlich möchte ich, dass Jugendliche mit ihrer Stimme und ihren Anliegen ernst genommen und gehört werden. Ich glaube, dass die Anliegen der Jugendlichen erst dann richtig ankommen, wenn uns ein gewisses Druckmittel zur Verfügung gestellt wird: das Wählen. Wählen sollte schon ab 16 möglich sein, denn so werden VertreterInnen in der Politik so zusammengesetzt, dass auch die Interessen der jungen Menschen in den Parlamenten vertreten sind. Ich kann mir auch vorstellen, dass die Wahl für unter 18-Jährige extra online (oder per Post) von den Jugendlichen selbst beantragt werden muss. Wer von sich aus diesen Elan aufbringt, scheint meiner Meinung nach interessiert und involviert genug zu sein, um das Recht auf eine Wahlstimme zu haben. Alles in allem gibt es viel zu bewegen. Auch wenn manche Erfolge erzielt werden konnten, kommen letztendlich trotzdem auch die gut gemeinten Änderungen kaum bei denen an, die mitentscheiden wollen/ sollen. Wir benötigen jetzt dringend einen Fokus auf die Jugend. Wie können auch wir wahrgenommen werden? Wie können wir aktiv mitbestimmen? Wie kann unsere stark gealterte Republik zumindest einen jugendlichen Geist gewinnen? Und wie gestalten wir die Zukunft der jungen Menschen nachhaltig und in Sicherheit vor einer globalen, irreversiblen Klimakatastrophe und all ihren Folgen? Sophie Bettin E-Mail: sophie.bettin@gmail.com Literatur Bildungsserver Wiki Klimawandel (2022): s. v. 2-Grad- Ziel, https: / / wiki.bildungsserver.de/ klimawandel/ in dex.php/ 2-Grad-Ziel, 6. 4. 2022 Debating Europe (2022): Warum glauben nicht alle an den Klimawandel? , https: / / www.debatingeurope. eu/ de/ 2017/ 11/ 30/ warum-glauben-nicht-alle-denklimawandel/ #.Yk2d51WbFdt, 6. 4. 2022 Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) (2019): Globaler Süden leidet am stärksten unter Klimawandel und Landnutzung, https: / / www.sonnenseite.com/ de/ umwelt/ globaler-suedenleidet-am-staerksten-unter-klimawandel-und-land nutzung/ , 6. 4. 2022 Flohn, H. (1941): zit. nach Ell, R., Westram, H. 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Denn richtig spannend wird’s erst, wenn kaum Hilfsmittel aus der Zivilisation zur Verfügung stehen. Im Naturcamp übernachten die Kinder und Jugendlichen in selbstgebauten Hütten. Sie hangeln sich an Seilen über Schluchten und Gewässer, fangen Fische ohne Angel und lernen, giftige von essbaren Pflanzen zu unterscheiden. Knotenkunde, Strickleitern und Floße bauen, klettern, sich abseilen und orientieren, Feuer machen - all das gehört dazu. Wildnistrainings gibt es für Eltern mit Kindern und für Erwachsene. Die Autoren, beide Erlebnispädagogen und Überlebensexperten, geben auch für Führungskräfte Hinweise, wie Problemlösungen mit Teams unter erschwerten Bedingungen trainiert werden können. Hinein ins Abenteuer Bach / Bach Erlebnispädagogik im Wald 4. Auflage 2021. 220 Seiten. 53 Abb. (978-3-497-03040-8) kt
