eJournals unsere jugend75/7+8

unsere jugend
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0342-5258
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/uj2023.art47d
4_075_2023_7+8/4_075_2023_7+8.pdf71
2023
757+8

Die Kette der Feinfühligkeit in der Arbeit mit jungen Kindern im stationären Kontext

71
2023
Claudia Schirmer
Silke Waldburg
Die emotionale Stabilisierung und die hinreichend individualisierte Entwicklungsförderung traumatisch belasteter Kinder im stationären Kontext gelingen nur, wenn das gesamte System der Einrichtung die Grundhaltungen, Methoden und die Förderung der pädagogischen Fachkräfte im Betreuungsalltag systematisch unterstützt. Pädagogische Fachkräfte, die täglich Beziehungsangebote gestalten und auf herausfordernde Verhaltensweisen der Kinder reagieren, indem sie diese traumasensibel deuten und feinfühlig beantworten, brauchen seitens der Leitung ihrer Einrichtung eine ebenso sensible und vertrauensvolle Begleitung und Wertschätzung.
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335 unsere jugend, 75. Jg., S. 335 - 341 (2023) DOI 10.2378/ uj2023.art47d © Ernst Reinhardt Verlag von Claudia Schirmer Jg. 1969; Geschäftsführende Vorständin und Einrichtungsleitung der Stiftung Ev. Jugendhilfe Menden, Dipl.-Heilpädagogin, TZI- Diplom, Zusatzqualifikationen in Systemischer Supervision und Organisationsentwicklung sowie im Sozialmanagement, Mitautorin der traumapädagogischen Standards des Fachverband Traumapädagogik e.V. Die Kette der Feinfühligkeit in der Arbeit mit jungen Kindern im stationären Kontext Die Diagnose- und Vermittlungsgruppe „Arche Noah“ der Stiftung Ev. Jugendhilfe Menden als Beispiel Die emotionale Stabilisierung und die hinreichend individualisierte Entwicklungsförderung traumatisch belasteter Kinder im stationären Kontext gelingen nur, wenn das gesamte System der Einrichtung die Grundhaltungen, Methoden und die Förderung der pädagogischen Fachkräfte im Betreuungsalltag systematisch unterstützt. Pädagogische Fachkräfte, die täglich Beziehungsangebote gestalten und auf herausfordernde Verhaltensweisen der Kinder reagieren, indem sie diese traumasensibel deuten und feinfühlig beantworten, brauchen seitens der Leitung ihrer Einrichtung eine ebenso sensible und vertrauensvolle Begleitung und Wertschätzung. 1. Einleitung Dieser Artikel umschreibt fachlich-methodische Ansätze für das hochanspruchsvolle temporär-stationäre Betreuungsarrangement einer Diagnose- und Vermittlungsgruppe für junge Kinder. Die Stiftung Ev. Jugendhilfe Menden arbeitet seit 15 Jahren intensiv daran, trauma- und bindungspädagogische Standards, Haltungen und Ansätze in der Gesamteinrichtung mehrdimensional auf der pädagogischen und strukturellen Ebene sowie auf der Leitungsebene umzusetzen. In der Stiftung werden mit langjähriger professioneller Fachexpertise sowohl Säuglinge und junge Kinder als auch Schulkinder und junge Volljährige im stationären Setting und in Pflegefamilien betreut. In der Diagnose- und Vermittlungsgruppe Arche Noah werden sechs Kinder zwischen drei und sechs Jahren von einem multiprofessionellen Silke Waldburg Jg. 1976; Pädagogische Leitung in der Stiftung Ev. Jugendhilfe Menden, Staatl. Anerkannte Sozialarbeiterin, Safe®-Mentorin, Systemische Therapeutin 336 uj 7+8 | 2023 Traumapädagogischer Alltag im stationären Setting pädagogischen Team betreut. Die Wohngruppe Arche Noah konnte jüngst in einem zweijährigen Prozess die traumapädagogische Zertifizierung des Fachverband Traumapädagogik e.V. mit Erfolg erlangen. Durch diese praxisnahe Qualitätsüberprüfung wurde die Einhaltung traumapädagogischer Standards für die Stabilisierung psychisch belasteter Kinder in einem trauma- und bindungssensiblen Milieu nachgewiesen. Selbstverständlich gehören auch die Teilhabe der Kinder und Eltern sowie eine umfassende psychologische und sozialpädagogische Diagnostik zum Gesamtkonzept der Wohngruppe. In diesem Artikel beschränken wir uns aber auf den Schwerpunkt der pädagogischen Betreuung junger Kinder im stationären Setting einer Wohngruppe. Die grundlegende Zielsetzung der Stiftung Ev. Jugendhilfe Menden in der stationären pädagogischen Betreuung junger Kinder bezieht sich auf drei Schwerpunkte: 1. Schutz und Versorgung (Schlaf, Nahrung, Pflege) 2. Emotionale und soziale Stabilisierung (Zuwendung, Ko-Regulierung, feinfühlige Beziehungsgestaltung) 3. Korrigierende Entwicklungsförderung (verstehende Grundhaltung, Selbstwirksamkeit, Teilhabe) Aus den Überzeugungen der traumapädagogischen Konzepte erscheint uns die traumapädagogische Grundhaltung „Annahme des guten Grundes“ für die Erreichung unserer Ziele als äußerst relevant. In erster Linie geht es darum, die unterschiedlichen Verhaltensweisen der Kinder nicht als destruktiv motiviert zu interpretieren, sondern stets vor dem biografischen Erfahrungshintergrund als entwicklungslogisch, kompensatorisch und bedürfnisorientiert im Sinne einer traumasensiblen Haltung zu deuten (Wübker 2020, 55). Damit sich Kinder sicher und geschützt in den Beziehungen zu ihren Bezugspersonen fühlen können, sind konstante und wiederholte positive Beziehungserfahrungen unabdingbar. Mit einer verstehenden Haltung gelingt es im Betreuungsalltag, den oftmals manifesten destruktiven Bindungserfahrungen der Kinder neue versorgende Erfahrungen gegenüberzustellen sowie feinfühlig und respektvoll zu handeln (Gahleitner 2021, 40). 2. Die pädagogische Arbeit in der Wohngruppe Arche Noah In der Wohngruppe Arche Noah bieten unterschiedliche Rituale und wiederkehrende Abläufe den Kindern Sicherheit und Orientierung. Die dadurch weitgehend vorhersehbare Alltagsstruktur und die klaren Beziehungsangebote des pädagogischen Teams dienen dabei auch der Stressreduzierung. Da die Kinder der Wohngruppe Arche Noah mit traumatischen Erfahrungen meist eine hohe Sensitivität für Stress- und Wahrnehmungsreize aufweisen und andererseits häufig über eine geringe Fähigkeit zur Selbstregulation (Emotionsregulation) verfügen, brauchen sie feinfühlige Bezugspersonen. Die Kinder erleben im Betreuungsalltag vielfältige soziale Situationen, in denen ihre Bedürfnisse nach Kontrolle, Selbstwirksamkeit und emotionaler Zuwendung gestillt werden. Außerdem findet im alltäglichen Betreuungsalltag ein „Therapeutisches Milieu“ durch die Bereitstellung von Beziehungs- und Dialogangeboten statt (Gahleitner 2021, 35). Pädagogische Rituale im Alltag der Wohngruppe Arche Noah Im Folgenden skizzieren wir beispielhaft drei Rituale als traumapädagogische Standards der Wohngruppe Arche Noah: 337 uj 7+8 | 2023 Traumapädagogischer Alltag im stationären Setting Der Wochenplan Ein großer mit Bildsprache aufgebauter „Wochenplan“ bietet den Kindern täglich Orientierung, welche Fachkraft in der Wohngruppe schläft, wer tagsüber im Dienst ist und wer im Urlaub oder krank ist. Auch Besuche der Eltern, regelmäßige Aktionen sowie Termine, wie z. B. das Zirkusprojekt, die Stärkungsgruppe oder die Lobrunde, sind für die Kinder jederzeit sichtbar. Jede Woche wird der Plan gemeinsam mit den Kindern besprochen und bebildert, sodass die Kinder unabhängig von den Fachkräften den Wochenplan verstehen und auch ihre Wünsche für Aktionen in der Gruppe oder im exklusiven Kontakt einbringen können. Die wertvolle Zeit Viele Kinder haben aufgrund ihrer angstauslösenden Vorerfahrungen ein insgesamt hohes Stresslevel. Um dieses selbstregulativ zu reduzieren, entwickeln sie ein starkes soziales Kontrollbedürfnis. Da häufig Willkür und Ohnmacht zu den frühen Erfahrungen der Kinder zählen, brauchen sie vielfältige einschätzbare und zuverlässige Beziehungserfahrungen und Erfahrungen von Selbstwirksamkeit. Das wöchentliche Ritual „Wertvolle Zeit“ unterstützt in einer wiederkehrenden Form dieses Bedürfnis der Kinder. Jedes Kind sucht sich einmal in der Woche im Rahmen der Wochenplanung eine Person aus, mit der es verlässlich eine exklusive Zeit verbringen kann. Neben den pädagogischen Fachkräften stehen auch die Hauswirtschafterin und die PraktikantInnen zur Verfügung. Zudem wählt das Kind auch die Aktion aus und bestimmt im vorgegebenen Zeitrahmen, was gemeinsam gespielt oder unternommen wird. Die „Wertvolle Zeit“ ist bei den Kindern sehr beliebt; die Wünsche der Kinder reichen von Baby-Spielen, Vorlesen, freies Spielen bis zum gemeinsamen Spielplatzbesuch. Die Lobrunde Die wöchentliche „Lobrunde“ hat sich für alle zu einem kleinen Freudenfest entwickelt. In der nachmittäglichen Runde mit Kakao für die Kinder erhält jedes Kind ein positives Feedback von den pädagogischen Fachkräften. Das Feedback wird von den Fachkräften emotional über Mimik und Sprache zum Ausdruck gebracht, wie z. B. „Ich freue mich sehr, dass du, Niclas, gestern beim Tischdecken geholfen und an alles gedacht hast: Teller, Tassen und Besteck. Niclas, das hast du echt toll gemacht! “ Nach dem Feedback klatschen alle Kinder und freuen sich mit dem Kind über die positive Rückmeldung. Bei den Kindern wird die „Lobrunde“ immer freudig erwartet. Es ist schön, mit welcher Ruhe und Konzentration sie dabei auch abwarten und zuhören können. 3. Trauma- und Bindungssensibilität als durchgängige Haltung Die frühen Kindheitsjahre sind aufgrund der Vulnerabilität, der Abhängigkeit bzw. der Angewiesenheit auf die Hilfe von Erwachsenen und der neuronalen Reifungsprozesse entwicklungspsychologisch äußerst prägend und entscheidend für die gesunde seelische, körperliche und kognitive Entwicklung von Kindern. Deshalb brauchen junge Kinder eine besonders zeitintensive und sozial-emotional umfassende Betreuung. Viele Kinder, die in der Jugendhilfe leben, haben ihre Eltern oder Bezugspersonen als nicht schützend, angstauslösend und bedrohlich erlebt. Diese Beziehungserfahrungen werden von den Kindern oftmals generalisiert auf alle Erwachsenen übertragen. Daher braucht es äußerst sensible und reflektierte Fachkräfte, die das gelernte Verhalten der Kinder als Selbstschutzstrategie verstehen und dahinterliegende Bedürfnisse wie den Wunsch nach emotionaler Sicherheit erkennen können. Der Erfüllungsgrad der kleinkindlichen Bedürfnisse im stationären Betreuungssetting bestimmt maßgeblich die entwicklungsförderliche Wirkung der Hilfe (Kress/ Hansbauer 2012, 15). 338 uj 7+8 | 2023 Traumapädagogischer Alltag im stationären Setting Besonders junge Kinder unter sechs Jahren benötigen ein sehr hohes Maß an Zuwendung, Sicherheit und Ko-Regulation und insbesondere eine emotionale Verfügbarkeit und Verlässlichkeit ihrer Bezugspersonen. Naheliegend ist es daher, die Erkenntnisse der Bindungswissenschaft zur Bedeutung früher Bindungserfahrungen in das Betreuungskonzept einzubeziehen. Die Kette der Feinfühligkeit Eine Schlüsselkompetenz der pädagogischen Fachkräfte für den Bindungs- und Beziehungsaufbau ist aus der Bindungswissenschaft abgeleitet die Feinfühligkeit. Junge Kinder brauchen für ihre gesunde Entwicklung Bezugspersonen, die auf ihre unterschiedlichen und zum Teil nicht direkt erkennbaren Signale und dahinterliegende Emotionen (wie Angst, Unsicherheit, Wut etc.) empathisch, verstehend und angemessen sowie zeitnah reagieren können. In Stresssituationen wird das menschliche Blickfeld oft kleiner und ichbezogener, was häufig zu einer Minderung der Feinfühligkeit für andere führt. Daher ist die Reduzierung von Stressoren und die Schaffung unterstützender Rahmenbedingungen eine wichtige Aufgabe der Leitung in stationären pädagogischen Einrichtungen für junge Kinder. Die pädagogischen Fachkräfte ihrerseits benötigen zu ihrer Stärkung und Entlastung eine gelungene Kommunikation zwischen ihnen und ihrer Leitung. Dazu gehört neben dem Senden von Signalen zum Unterstützungsbedarf durch die pädagogischen Fachkräfte auch ein feinfühliges Empfangen der Signale sowie ein vertrauensvoller und wertschätzender Umgang damit durch die Leitung. So entsteht zwischen den Kindern, den pädagogischen Fachkräften und der Leitung eine Kette der Feinfühligkeit. 4. Stabilisierung der Fachkräfte als kontinuierliche Aufgabe Die Rahmenbedingungen hinsichtlich der Platzzahl und des Stellenplans bilden durchaus eine beachtliche Grundlage für die Qualität des Be- Abb. 1: Kette der Feinfühligkeit 339 uj 7+8 | 2023 Traumapädagogischer Alltag im stationären Setting treuungsarrangements für junge Kinder. Die Gewährleistung von Doppeldiensten bewerten wir unter anderem als einen Mindeststandard. Für einen gelungenen Bindungs- und Beziehungsaufbau zu den jungen Kindern ist neben der Fachkompetenz vor allem die Persönlichkeit der Fachkräfte (Feinfühligkeit, Freude im Kontakt mit Kindern, Reflexionsfähigkeit etc.) von enormer Bedeutung (Petri et al. 2016, 35). Um die beschriebenen Ansprüche umfänglich zu berücksichtigen, braucht es einerseits fortwährende systematische Fort- und Weiterbildungen der Fachkräfte und andererseits strukturelle und fachliche Standards für eine zielgerichtete Reflexions- und Feedbackpraxis. Wilma Weiß postuliert vier Grundkompetenzen, die pädagogische Fachkräfte brauchen, um selbstbemächtigt und mit Begeisterung die Kinder zu begleiten und um nicht zu resignieren: Sachkompetenz, Selbstreflexion, Selbstfürsorge sowie Sinnhaftigkeit des Tuns (Weiß 2021, 285 - 314). Für die Fachkräfte der Stiftung Ev. Jugendhilfe Menden bieten wir zur Entwicklung der Grundkompetenzen folgende Angebote und Standards an: 1. Wissensvermittlung für den Aufbau von Fachkompetenz ➤ Psychologische, trauma- und bindungspädagogische Teamberatung ➤ Regelmäßige Fort- und Weiterbildung ➤ Zwei ausgebildete TraumapädagogInnen im Team 2. Etablierte Angebote für die wiederkehrende Selbstreflexion ➤ Achtsame und empathische Führung ➤ Kollegiale Fallberatung ➤ Bindungscoaching ➤ Supervision ➤ Tagesreflexion 3. Fürsorge der Einrichtung zur Unterstützung der Selbstfürsorge ➤ Barriere- und kostenfreie Einzelberatung ➤ Lösungsdialoge ➤ Resilienzzeit im Team ➤ Gesundheitsangebote Angebote zur Stabilisierung der pädagogischen Fachkräfte Im Folgenden skizzieren wir beispielhaft drei Angebote zur Stabilisierung der pädagogischen Fachkräfte, wie wir sie in der Stiftung praktizieren: Bindungscoaching Das teambezogene Bindungscoaching umfasst drei Module, die mit einem zeitlichen Abstand von vier bis acht Wochen inhaltlich aufeinander aufbauen. Die pädagogischen Fachkräfte erwerben ein differenziertes Fachwissen zu dem Thema Bindung. Neben den unterschiedlichen Bindungsqualitäten und den Voraussetzungen für den Bindungsaufbau werden bindungsrelevante Situationen im Alltag reflektiert. Die Fachkräfte erfahren, wie sie den herausfordernden Signalen der Kinder professionell begegnen und durch wiederkehrend feinfühlige Interaktion den Kindern korrigierende Erfahrungen anbieten können. Mithilfe von Fragen aus dem Adult Attachment Interview (Main et al. 1985) erhalten die Fachkräfte die Gelegenheit, in einem geschützten Raum eigene biografische Erfahrungen zu reflektieren und die Wirkzusammenhänge mit ihrem Beziehungsangebot in ihrer Arbeit mit den Kindern zu sehen. Durch diese Eigenreflexion wird die Chance erhöht, Übertragungen und Gegenübertragungen zu erkennen. Als methodischen Impulsgeber für diese bindungsrelevanten Fragen nutzen wir unser selbst entwickeltes „Mendener Bindungsrad“. 340 uj 7+8 | 2023 Traumapädagogischer Alltag im stationären Setting Abb. 2: Mendener Bindungsrad 341 uj 7+8 | 2023 Traumapädagogischer Alltag im stationären Setting Barrierefreie Beratung Die Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte, sich in herausfordernden Situationen emotional zur Verfügung zu stellen, berührt die Fachkräfte unmittelbar. Um diesen Anforderungen und erlebten Belastungen professionell besser begegnen zu können, erhalten alle Fachkräfte neben Supervision drei barriere- und kostenfreie externe Beratungstermine. Dieses aktive Unterstützungsangebot im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung soll sowohl bei beruflichen als auch bei privaten Belastungen der Fachkräfte zu einer frühzeitigen Stabilisierung und Entlastung beitragen. Lösungsdialog Manchmal entstehen für die pädagogischen Fachkräfte trotz einer aktiven Rückmelde- und Feedbackkultur in unserer Einrichtung dennoch Situationen, in denen sie sich mit ihren Belastungen nicht angemessen gesehen fühlen. Hierfür bietet unsere Leitung Lösungsdialoge an, um niedrigschwellig und zeitnah bedürfnisorientiert handeln zu können. Die Fachkräfte melden zuerst ihren Unterstützungsbedarf mithilfe einer standardisierten Lösungsdialog-Karte an. In einem festgelegten Gesprächssetting mit dem Team, der pädagogischen Leitung, der Mitarbeitendenvertretung sowie der Einrichtungsleitung wird das Anliegen besprochen. Ein offenes, wertschätzendes Miteinander bildet hierbei die Grundlage. Nachfolgend wird im gemeinsamen Dialog nach Lösungen gesucht. Stiftung Ev. Jugendhilfe Menden Droste-Hülshoff-Str. 70 58708 Menden www.ev-jugendhilfe-menden.de schirmer@ev-jugendhilfe-menden.de waldburg@ev-jugendhilfe-menden.de Literatur BAG Traumapädagogik (2011): Standards für traumapädagogische Konzepte in der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Ein Positionspapier der BAG Traumapädagogik. Gnarrenburg, Eigenverlag Gahleitner, S. B. (2021): Das Therapeutische Milieu in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen - Trauma- und Beziehungsarbeit in stationären Einrichtungen (3. Aufl.). Köln/ Bonn, Psychiatrie Verlag Haupt-Scherer, S., Lippegaus, C. (2019): Ich sehe dich und bin für dich da. Bindungsorientierte Pädagogik in der Kinder- und Jugendarbeit (2. Aufl.). Bielefeld, Evangelische Kirche von Westfalen Kress, L., Hansbauer, P. (2012): Kleine Kinder in stationären Hilfen: Ergebnisse eines Praxisentwicklungsprojektes. In: Schriftenreihe EREV, 53. Jahrgang, 1/ 2012, 12ff Main, M., Kaplan, N., Cassidy, J. (1985): Security in Infancy, Childhood, and Adulthood: A Move to the Level of Representation. In: Growing Points of Attachment Theory and Research. Monographs of the Society for Research in Child Development, 50, 1/ 2, 66 - 104 Petri, C., Dittmann, A., Wolf, K. (2016): Junge Kinder in Einrichtungen der stationären Erziehungshilfe. In: LVR/ LWL (Hrsg.): Junge Kinder in den Angeboten der stationären Erziehungshilfe. Köln, 28 - 57 Weiß, W. (2021): Philipp sucht sein Ich. Zum pädagogischen Umgang mit Traumata in den Erziehungshilfen (9. Aufl.). Weinheim/ München, Beltz Juventa Wübker, E. J. (2020): Die Relevanz der Traumapädagogik für die stationäre Erziehungshilfe. Weinheim/ Basel, Beltz Juventa