eJournals unsere jugend77/10

unsere jugend
4
0342-5258
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/uj2025.art48d
4_077_2025_10/4_077_2025_10.pdf101
2025
7710

Editorial

101
2025
Michael Macsenaere
Monika Feist-Ortmanns
Künstliche Intelligenz (KI) wird in den kommenden Monaten und Jahren zunehmend Einzug in die Kinder- und Jugendhilfe halten und diese grundlegend verändern. Dieses Heft beleuchtet vielfältige Aspekte dieser anstehenden Transformation und nimmt Chancen, Herausforderungen sowie die Bedeutung einer verantwortungsvollen Gestaltung in den Blick.
4_077_2025_10_0002
401 Editorial unsere jugend, 77. Jg., S. 401 (2025) DOI 10.2378/ uj2025.art48d © Ernst Reinhardt Verlag Liebe Leserinnen und Leser, Künstliche Intelligenz (KI) wird in den kommenden Monaten und Jahren zunehmend Einzug in die Kinder- und Jugendhilfe halten und diese grundlegend verändern. Dieses Heft beleuchtet vielfältige Aspekte dieser anstehenden Transformation und nimmt Chancen, Herausforderungen sowie die Bedeutung einer verantwortungsvollen Gestaltung in den Blick. Zu Beginn stehen die Potenziale und Risiken von KI für die Kinder- und Jugendhilfe im Fokus. Skizziert werden Möglichkeiten, wie Organisationen und Fachkräfte proaktiv und nachhaltig auf die Entwicklungen reagieren können. Ziel ist es, die digitale Transformation erfolgreich zu gestalten und die dafür notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Frage, wie junge Menschen KI-gestützte Dialogsysteme nutzen, um Beziehung und Unterstützung zu finden - sei es bei Liebeskummer, Schulstress oder Zukunftsängsten. Die Implikationen dieser Nutzung für die professionelle Beratung werden ebenso diskutiert wie die Frage, wie sich digitale Praktiken in die Angebotsentwicklung integrieren lassen, um auch im digitalen Zeitalter ein Ort echter Beziehung zu bleiben. Mit einem Blick auf den Bereich prädiktiver Analytik wird ein weiterer, bislang wenig berücksichtigter Teilbereich der KI in den Mittelpunkt gerückt. Hier geht es um die Frage, inwiefern KI zu fundierteren Entscheidungen beitragen kann und welche Anforderungen dies an die professionelle Praxis mit sich bringt. Ein weiterer Beitrag widmet sich der digitalen Partizipation als entscheidendem Erfolgsfaktor für die Entwicklung und Akzeptanz von KI-Systemen. In diesem Kontext wird aufgezeigt, wie Fachkräfte und Adressat: innen aktiv in die Gestaltungsprozesse von KI-Anwendungen eingebunden werden können. Nur so können technische Systeme gemeinsam mit den Menschen gestaltet und gerechte, inklusive und nachhaltige Lösungen geschaffen werden. Abgerundet wird das Heft durch Erkenntnisse aus einer aktuellen Umfrage zu Nutzungsverhalten und KI-Kompetenzen der Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe. Diese Studie gibt Aufschluss darüber, wie KI-Anwendungen derzeit eingesetzt werden und welche Bedarfe an Kompetenzentwicklung und strukturellen Rahmenbedingungen bestehen, um die Vorteile der KI ausschöpfen zu können. Es wird deutlich: Die Auseinandersetzung mit KI in der Kinder- und Jugendhilfe ist unumgänglich. Es geht darum, die Chancen dieser Technologie verantwortungsvoll zu nutzen, die Risiken zu minimieren und dabei stets sowohl die Fachkräfte als auch die Hilfeadressat: innen in den Mittelpunkt zu stellen. Mit besten Wünschen für eine anregende Lektüre Michael Macsenaere und Monika Feist-Ortmanns Monika Feist-Ortmanns, Michael Macsenaere