eJournals unsere jugend77/10

unsere jugend
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0342-5258
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/uj2025.art50d
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"Du verstehst mich besser als alle anderen" - Junge Menschen, KI und der Wunsch nach Beziehung

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2025
Julian Löhe
Mara Stieler
Immer mehr junge Menschen suchen Rat bei KI-Chatbots – nicht nur aus Neugier, sondern aus echtem Bedürfnis nach Unterstützung, etwa bei Liebeskummer, Stress in der Schule oder Zukunftsängsten. Der Beitrag wirft zunächst einen Blick auf professionelle Beratungskompetenzen, zeigt anschließend auf, wie junge Menschen Chatbots als Gesprächspartner:innen nutzen und ordnet diese Entwicklungen aus fachlicher Perspektive ein.
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412 unsere jugend, 77. Jg., S. 412 - 422 (2025) DOI 10.2378/ uj2025.art50d © Ernst Reinhardt Verlag „Du verstehst mich besser als alle anderen“ - Junge Menschen, KI und der Wunsch nach Beziehung Immer mehr junge Menschen suchen Rat bei KI-Chatbots - nicht nur aus Neugier, sondern aus echtem Bedürfnis nach Unterstützung, etwa bei Liebeskummer, Stress in der Schule oder Zukunftsängsten. Der Beitrag wirft zunächst einen Blick auf professionelle Beratungskompetenzen, zeigt anschließend auf, wie junge Menschen Chatbots als Gesprächspartner: innen nutzen und ordnet diese Entwicklungen aus fachlicher Perspektive ein. von Julian Löhe Jg. 1984; Sozialarbeiter/ Sozialpädagoge, Professor für Organisation und Management in der Sozialen Arbeit, Leiter des Masterstudiengangs Sozialmanagement, FH Münster Mara Stieler Jg. 1996; Therapeutische Soziale Arbeit M. A., Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für E-Beratung der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm 1. Einleitung „Das klingt wirklich schwer. Es ist völlig in Ordnung, so zu fühlen.“ Eine solche Aussage könnte mitten in einer Therapiesitzung fallen - empathisch, beruhigend, zugewandt. Doch in diesem Fall stammt sie nicht von einem Menschen, sondern von einer künstlichen Intelligenz. Immer mehr (junge) Menschen berichten auf Social Media, wie sie ChatGPT um Rat fragen, etwa bei Liebeskummer, Ängsten oder Stress. Studien untermauern diesen Eindruck (Ebner/ Szczuka 2025; Zheng et al. 2025; McCain et al. 2025). Im KI-Podcast der ARD wird diskutiert, wie diese Entwicklung die Beratungskultur verändert: Chatbots wie ChatGPT werden zu digitalen „Therapeut: innen“ und füllen eine Lücke, die durch überlastete Hilfesysteme und lange Wartezeiten in der Psychotherapie entstanden ist (ARD Audiothek 2025). Was bringt junge Menschen dazu, sich mit einer KI über ihre Sorgen auszutauschen? Eine belastbare Unterscheidung nach Alterskohorten gibt die Studienlage dazu bisher nicht her, eine Studie von Ebner und Szczuka (2025) liefert jedoch wichtige Hinweise zu altersunabhängigen Faktoren: Romantische Fantasien sind neben Anthropomorphismus und ängstlich-vermeidender Bindung starke Prädiktoren für Mensch-Chatbot-Beziehungen. Dabei ist zu konstatieren, dass KI-Chatbots depressive Symptome lindern können (Li et al. 2023). Während diese Erkenntnis als Chance interpretiert werden kann, gehen auch große Gefahren von einem intensiven „Beziehungsaufbau“ zu einer KI aus. Ein tragisches Beispiel ist der Fall des 14-jährigen Sewell Setzer aus den USA: Er stellte sich auf der Plattform character.ai einen eigenen Chatbot zusammen, mit dem er stundenlang über seine Ängste sprach. Die KI wurde für ihn zur Vertrauensperson - bis er sich das Leben nahm. Laut Anklage und Ansicht der Eltern war der Dialog mit dem 413 uj 10 | 2025 Junge Menschen, KI und der Wunsch nach Beziehung Chatbot wesentlich am Suizid des Jugendlichen beteiligt (Garcia v. Character Technologies, Inc. 2024). Solche Phänomene des „Beziehungsaufbaus“ erscheinen angesichts der menschenähnlichen Sprach- und Textausgaben von KI-Chatbots nicht verwunderlich. Eine Studie von Hatch et al. (2025) zeigt, wie nah künstliche Beratende an menschliche Kommunikation herankommen: In einem Turing-Test-ähnlichen Experiment konnten über 800 Teilnehmende kaum unterscheiden, ob Antworten von ChatGPT oder von menschlichen Therapeut: innen stammten - und bewerteten die KI-Antworten teilweise sogar als empathischer und hilfreicher. Doch KI ist nicht einfach ein Ersatz für menschliche Beziehung. Companion-Apps wie character.ai zeigen, wie schnell sich problematische Inhalte verbreiten können: Holocaustleugnung, Anorexie-Verherrlichung oder Suizidaufforderungen blieben in der App lange unreguliert (Ragni 2024). Fachleute warnen: KI kann zwar Sprache imitieren, aber nicht die komplexen, kontextsensiblen Prozesse echter Beziehungsgestaltung leisten (Linnemann et al. 2023, 199f ). Vor dem Hintergrund der zunehmenden Nutzung von KI-Chatbots stellt sich die Frage: Was wünschen sich junge Menschen wirklich von Beratung? Wie sieht für sie eine gelingende Beziehung aus, und wo stoßen digitale Systeme an Grenzen? Diesen Fragen gehen wir in diesem Beitrag aus einer lebensweltlichen Perspektive nach. Dazu ziehen wir unter anderem Ergebnisse aus aktuellen Jugendstudien heran, die zeigen, wie junge Menschen KI nutzen und was sie sich von „echter“ Unterstützung erhoffen. 2. Jugendberatung im Wandel: Beratungskompetenzen und Erwartungen junger Menschen „Du verstehst mich besser als alle anderen.“ Aussagen wie diese kursieren inzwischen häufig in Social-Media-Videos, in denen junge Menschen ihre ChatGPT-Gespräche teilen. Wenn junge Menschen mit KI über Sorgen sprechen, greifen sie dabei auf eigene Vorstellungen von unterstützender Kommunikation zurück. Doch inwiefern passen diese Erwartungen zu klassischen Beratungskonzepten? Beratung ist häufig eine Art „Containerbegriff“ für unterschiedliche Ansätze und Formate. Im vorliegenden Beitrag wird Beratung im Sinne psychosozialer Beratung verstanden, also als eine professionelle Unterstützungsform, die herausfordernde Lebenssituationen von Klient: innen im Kontext ihres sozialen Umfelds berücksichtigt und auf eine alltagsnahe Bewältigung abzielt (Wälte/ Lübeck 2018). Innerhalb dieses Verständnisses rückt insbesondere die Jugendberatung in den Fokus, die als spezifische Ausprägung psychosozialer Beratung auf die besonderen Lebenslagen und Entwicklungsaufgaben junger Menschen ausgerichtet ist (Bauer/ Weinhardt 2016). Jugendberatung wurde als eigenständige Hilfeform relativ spät etabliert. Erst mit lebenslauf- und übergangsorientierten Perspektiven rückte stärker in den Blick, wie Beratung an die besonderen Lebenslagen junger Menschen angepasst werden kann (ebd.). Grundlage professioneller psychosozialer Beratung ist die Verbindung einer feldunspezifischen Kompetenzbasis und eines handlungsfeldspezifischen Fachwissens (Engel et al. 2007). Erstere umfasst etwa Kenntnisse in Kommunikationstheorien, Beratungsmethoden, Prozessmodellen und Gesprächsstrukturen, die eine strukturierte, reflexive Interaktion ermöglichen. Ergänzend braucht es spezifisches Wissen über rechtliche Rahmenbedingungen, Interventionsformen oder Kausalmodelle. In der psychosozialen Beratung, die sich häufig eklektisch aus verschiedenen Theorie- und Methodentraditionen speist, rücken dabei insbesondere sogenannte unspezifische Wirkfaktoren in den Fokus. Forschungsarbeiten von Klaus Grawe und Kolleg: innen (1994) identifizieren fünf zentrale Faktoren, die maßgeblich zum Erfolg von Therapie- und Beratungsprozessen beitragen: 414 uj 10 | 2025 Junge Menschen, KI und der Wunsch nach Beziehung Diese Faktoren wirken nicht isoliert, sondern entfalten ihre Wirkung im Zusammenspiel. Besonders hervorgehoben wird die Beziehungsgestaltung - sie gilt als „Wirkpotenzialträger“, der entscheidend dazu beiträgt, dass andere Faktoren greifen können. Aus einer lebensweltlichen Perspektive zeigt sich, dass Jugendberatung nicht allein an theoretischen Modellen oder Wirkfaktoren gemessen werden kann. Entscheidend ist vielmehr ihre tatsächliche Erreichbarkeit und Wirksamkeit im Alltag. Bereits Vossler (2004) kritisierte in diesem Zusammenhang die unzureichende Ausrichtung klassischer Erziehungsberatungsstellen auf jugendliche Klient: innen. Die Angebote seien vorrangig auf Eltern oder jüngere Kinder zugeschnitten und vermittelten Jugendlichen oftmals nicht das Gefühl, als eigenständige Adressat: innen mit spezifischen Problemlagen ernst genommen zu werden. Internationale Studien (u. a. Price/ Dalgleish 2013) belegen ähnliche Barrieren: Scham, Unsicherheit über Vertraulichkeit und die Angst, nicht verstanden zu werden, erschweren den Zugang zu professioneller Hilfe. Gerade vor diesem Hintergrund hat das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) von 2021 entscheidende Weichen gestellt: Es verpflichtet Träger ausdrücklich dazu, Beratungsangebote stärker an den Bedürfnissen und Lebenswelten junger Menschen auszurichten. Ziel ist eine Jugendberatung, die zugänglicher, partizipativer, inklusiver und qualitativ hochwertiger gestaltet ist. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass diese Vorgaben bislang häufig nur unzureichend umgesetzt werden, denn vielerorts fehlen personelle und strukturelle Voraussetzungen, um diese Anforderungen zu erfüllen (Langholz/ Borgstedt 2023). Gerade deshalb lohnt sich der Blick darauf, was Jugendliche selbst in Beratung als wichtig und unterstützend empfinden. Die Studienlage zu diesem Thema ist bis dato begrenzt: Die Forschung zur Perspektive von Ratsuchenden fokussiert bislang vor allem Erwachsene (u. a. Hancken 2023). Einblicke in die Perspektive von Jugendlichen bietet etwa die qualitative Studie von Diebäcker (2024) zur Beratungspraxis in der Offenen Jugendarbeit. Sie zeigt, dass aus Sicht der Jugendlichen vor allem Verlässlichkeit, Therapeutische Beziehung Die Qualität der Beziehung trägt maßgeblich zum Erfolg der Beratung bei. Eine stabile, empathische und vertrauensvolle Beziehung schafft Sicherheit und ermöglicht Veränderung. Ressourcenaktivierung Vorhandene Fähigkeiten, Interessen und Stärken der Klient: innen werden identifiziert und aktiv in den Beratungsprozess integriert. Motivationale Klärung Ratsuchende werden in der Beratung unterstützt, ihre Probleme, Ziele und inneren Motivlagen zu verstehen. Problemaktualisierung Problematische Erlebens- und Beziehungsmuster werden im Beraungskontext gezielt aktiviert, um sie im unmittelbaren Erleben zugänglich zu machen. Aktive Hilfe zur Problembewältigung Konkrete Unterstützung bei der Lösung von Problemen ermöglicht positive Bewältigungserfahrungen. Abb. 1: Wirkfaktoren nach Grawe et al. 1994 (Mara Stieler) 415 uj 10 | 2025 Junge Menschen, KI und der Wunsch nach Beziehung Ernsthaftigkeit und persönliche Zuwendung entscheidend sind. Vertrauen - als zentrale Voraussetzung jeder Beratung - entsteht für sie vor allem durch aktives Interesse, empathisches Verstehen und konkrete Unterstützung durch die Beratenden. Insbesondere digitale Angebote der Jugendberatung haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Sie greifen zentrale Bedürfnisse dieser Zielgruppe auf, etwa nach Schutz, Autonomie und flexiblen Zugangswegen (Weinhardt 2010). Mittlerweile ist zudem hinreichend belegt, dass auch in digitalen, schriftbasierten Settings stabile, von Klient: innen als unterstützend erlebte Beratungsbeziehungen aufgebaut werden können (u. a. Berger 2017). Der visuell anonymisierte Kontakt hat zudem das Potenzial, ein hohes Maß an unmittelbarer Offenheit, Aufrichtigkeit und Intimität zu fördern. Besonders Ratsuchende mit schambesetzten oder sensiblen Anliegen erleben in der anonymen, schriftbasierten Onlineberatung häufig einen erleichterten Zugang (Eichenberg/ Aden 2015). Auch in digitalen Kontexten bleibt der beziehungsorientierte Ansatz zentral: Hanley (2012) zeigt in einer Studie zur Onlineberatung, dass für Jugendliche die wahrgenommene Passung zwischen ihnen und dem Angebot ausschlaggebend ist. Besonders wichtig sind aus ihrer Sicht die Wahrnehmung des Erstkontakts sowie das Gefühl von Kontrolle über den Beratungsprozess. Die Evaluation eines Onlineberatungsangebots durch Feikert (2016) zeigt, dass Jugendliche vor allem dann von der Beratung profitieren, wenn sie als verständnisvoll, vertrauensvoll und nah an ihrer Lebenswelt wahrgenommen wird. In einigen Fällen trugen die positiven Beziehungserfahrungen in der Onlineberatung sogar dazu bei, die Offenheit gegenüber analogen Beratungsangeboten zu stärken. Die wachsende Bedeutung digitaler Beratung ist dabei kein isoliertes Phänomen, sondern eingebettet in eine insgesamt mediatisierte Alltagswelt. Die Lebenswelten von jungen Menschen sind zunehmend hybrid, ihr Alltag lässt sich heute nicht mehr „in einen Teil mit und einen Teil ohne Medien zerlegen […] (Adolf 2017, 54). Medien werden von jungen Menschen sowohl stationär als auch mobil, allein sowie gemeinsam mit anderen genutzt (mpfs 2024). Jugendliche verfügen in der Regel über eine umfangreiche technische Ausstattung, die die intensive Mediennutzung überhaupt erst ermöglicht: Laut der JIM-Studie 2024 besitzen nahezu alle Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren ein eigenes Smartphone; daneben sind auch Tablets, Laptops, Fernseher und Spielekonsolen weit verbreitet (ebd.). Im Durchschnitt verbringen Jugendliche täglich rund 201 Minuten online. Besonders häufig werden während dieser Zeit soziale Medien genutzt. Nahezu alle Jugendlichen verwenden WhatsApp (96 %), gefolgt von Instagram (62%), TikTok (54 %) und Snapchat (52 %) (ebd.). Soziale Medien fungieren nicht nur als Kommunikationsmittel, sondern auch als sozialer Lebensraum: Sie dienen unter anderem der Beziehungspflege, Information, Unterhaltung und Selbstdarstellung (Heeg/ Steiner 2024). Auch die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) hat in der Lebenswelt Jugendlicher deutlich an Bedeutung gewonnen. Laut der JIM-Studie 2024 haben 57 % der Jugendlichen bereits KI- Anwendungen wie ChatGPT genutzt, vorrangig im schulischen Kontext (65 %), aber auch zur Unterhaltung oder Informationssuche. Die Shell Jugendstudie 2024 ergänzt ein differenziertes Bild der Einstellungen junger Menschen zu KI (Albert et al. 2024): Während 47 % eine positive Haltung einnehmen, sind zugleich auch Sorgen präsent, etwa hinsichtlich unmenschlicher Entscheidungen (65 %) oder potenzieller Arbeitsplatzverluste (45 %). 31 % der befragten Jugendlichen fühlen sich beim Thema KI überfordert. Gleichwohl erkennt eine Mehrheit (69 %) das Potenzial von KI zur Erleichterung des Alltags und befürwortet eine stärkere Integration entsprechender Inhalte in den Schulunterricht (60 %). Dies wirft die Frage auf, welche Rolle KI-Chatbots künftig im Alltag junger Menschen einnehmen - und wie sie bereits heute genutzt werden. 416 uj 10 | 2025 Junge Menschen, KI und der Wunsch nach Beziehung 3. KI als Berater: in? Zum Status quo digitaler Beratung durch Chatbots Die Nutzung von KI-Chatbots ist für Jugendliche sehr attraktiv. Sie werden für absurde Fragen, Horoskope oder Fantasiespiele genutzt. Darüber hinaus ist ChatGPT in den Augen vieler junger Menschen der „bessere Gesprächspartner“: immer verfügbar, nie wertend, strukturiert und empathisch (Hanisch 2025). Dennoch ist der Einsatz von KI-Chatbots zu Zwecken der psychosozialen Beratung in der Sozialen Arbeit in Deutschland bisher überschaubar. Eine wichtige Unterscheidung in diesem Zusammenhang ist die Frage, ob ein KI-Chatbot in der direkten (psychosozialen) Beratungsarbeit mit Klient: innen (fachlich-pädagogische Kerntätigkeit) oder zur Beratung von Fachkräften bzw. in der Administration eingesetzt wird (siehe Abbildung 2). Diese Unterscheidung ist insbesondere aus zwei Gründen wichtig: KI-Chatbots verfügen über keine professionellen mentalen Modelle (Linnemann et al. 2024, 14), weswegen bei generativen KI-Chatbots die Ausgaben auch schlecht zu kontrollieren sind - Halluzinationen und damit „Fehlberatungen“ sind aufgrund der Black Box in den neuronalen Netzwerken von KI-Systemen (Rottkemper 2025 i. E.) schwer zu verhindern. Eine andere Herausforderung besteht in Datenschutzbedenken bei den besonders schützenswerten Daten in Beratungen von jungen Menschen mit sensiblen persönlichen Anliegen. Es wundert daher nicht, dass KI-Chatbots vor allem in Bereichen eingesetzt werden, die nicht die psychosoziale Beratung betreffen, sondern sich vielmehr auf die Wiedergabe von Informationen beschränken oder Fachkräfte beraten. Beispiele hierfür sind der Sozialberatungsbot der Caritas NRW, der häufige Fragen rund um das Bürgergeld beantworten soll (Caritas 2024) oder Bots mit leichter Sprache, um Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen niedrigschwellig zu informieren. Gleichzeitig belegen erste Studien zur Wirksamkeit von KI-basierten Systemen, dass durch deren Einsatz negative emotionale Zustände reduziert werden können. So zeigte der KI-gestützte Chatbot Woebot, der auf Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie basiert, signifikante Erfolge in der Reduktion von Depressionssymptomen (Fitzpatrick et al. 2017). Spätere Studien weisen die Wirksamkeit von KI-Chatbotinitiierten Interventionen zur Änderung des Gesundheitsverhaltens nach (Aggarwal et al. 2023). Diese Befunde legen nahe, dass KIgestützte Beratung zumindest in bestimmten Anwendungsbereichen eine sinnvolle Ergänzung darstellen kann, etwa zur Stabilisierung, als Brückenangebot oder zur Förderung von Selbstwirksamkeit und Reflexion (Linnemann et al. 2023, 202). Insbesondere bei isolierten Fragestellungen können KI-Chatbots eine niederschwellige, jederzeit verfügbare Unterstützung bieten. Nutzer: innen schätzen die Anonymität und Neutralität der Systeme, was sich positiv auf die Selbstoffenbarung auswirken kann. Studien zeigen, dass Klient: innen bereitwilliger persönliche Informationen mit einem KI-Agenten teilen, wenn sie keine soziale Bewertung erwarten müssen (Linnemann et al. 2024; Eichenberg/ KI in der fachlichpädagogischen Kerntätigkeit Sozialer Arbeit z. B. autonom agierende KI-Chatbots in der Beratung KI in der Administration und Organisation Sozialer Arbeit z. B. autonomatisierte Dokumentation oder Terminplanung KI in Hybridtätigkeiten der Sozialen Arbeit Administrative Tätigkeiten mit hohem fachlichen Bezug Abb. 2: Einteilung von KI-Anwendungen in der Sozialen Arbeit nach Anwendungsfeld (Löhe 2025 i. E.) 417 uj 10 | 2025 Junge Menschen, KI und der Wunsch nach Beziehung Aden 2015). Besonders in Kontexten, in denen Ratsuchende Schwierigkeiten mit Vertrauen oder Scham haben - etwa durch frühere belastende Beziehungserfahrungen (Hancken 2023, 69) - kann eine nicht-menschliche Interaktion als entlastend empfunden werden (Rätz 2017, 137f ). Eine erste Machbarkeitsstudie aus dem Bereich der Offenen Kinder- und Jugendarbeit zeigt, dass KI-Chatbots auf Open-Source- Basis eine sinnvolle Ergänzung zur jugendarbeiterischen Praxis darstellen können (Steiner et al. 2025). Ziel ist es dabei nicht, professionelle Beratung zu ersetzen, sondern Jugendlichen auch außerhalb der Öffnungszeiten eine erste Orientierungshilfe zu bieten. Eines der wenigen Projekte in der direkten psychosozialen Beratung eines KI-Chatbots von Klient: innen ist das SuchtGPT (delphi 2024), das sich unter anderem an Jugendliche richtet. Ein Projekt, das sich explizit an Jugendliche richtet, ist „iCan - Intelligente, Chatbot-assistierte ambulante Nachsorge der Depression bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen“. Hier kommt neben anderen Maßnahmen ein Chatbot in einer App zum Einsatz, der im Rahmen eines Trainingsplans mit Elementen der Kognitiven Verhaltenstherapie zur Steigerung der Adhärenz eingesetzt wird (Universität Greifswald o. J.). Auf Nachfrage erklärten die Forschenden des Projektes, dass sie keinen generativen KI-Ansatz, sondern einen regelbasierten Chatbot (ein doppelt-geschlossenes System mit vorgegebenen Ein- und Ausgaben, der über Button-Eingaben gesteuert wird) einsetzen. Wenn KI-Chatbots zunehmend als Beratungstools genutzt werden, lohnt ein genauerer Blick darauf, ob sie jene zentralen Wirkfaktoren abbilden können, die professionelle Beratung auszeichnen (Grawe et al. 1994). Bislang gibt es keine Studien, die sich dieser Fragestellung dezidiert angenommen haben. Bei der Betrachtung einzelner Faktoren wird jedoch deutlich, dass einige dieser Aspekte zumindest teilweise durch KI-Technologien abgebildet werden können, während in anderen Bereichen deutliche Grenzen erkennbar bleiben. So sind Chatbots inzwischen in der Lage, Elemente einer empathischen Gesprächsführung zu simulieren, was bei Nutzer: innen mitunter zu einer subjektiv erlebten Beziehung führen kann (Linnemann et al. 2024). Dennoch bleibt diese Beziehung grundlegend asymmetrisch. Auch der Wirkfaktor der motivierenden Klärung lässt sich bislang nur begrenzt umsetzen: Zwar zeigen Studien, dass Chatbots Techniken der motivierenden Gesprächsführung anwenden können, etwa durch strukturierte Fragen oder die gezielte Unterstützung bei der Reflexion von Zielen und Veränderungswünschen (Meyer/ Elsweiler 2025). Gleichzeitig fehlt ihnen jedoch ein tieferes Verständnis für individuelle Bedeutungen und den lebensweltlichen Kontext, wie er für professionelle psychosoziale Beratung essenziell ist (Kieslinger/ Nierobisch 2024). Chatbots können nur mit explizit Gesagtem arbeiten: Implizite Motive und Ambivalenzen bleiben ihnen verborgen. Der Wirkfaktor der Ressourcenaktivierung lässt sich teilweise umsetzen, etwa durch gezielte positive Rückmeldungen oder motivierende Gesprächssequenzen. Allerdings besteht hier die Gefahr, dass solche Interventionen oberflächlich bleiben, repetitiv wirken oder unrealistisch positiv gefärbt sind (Wang et al. 2025), ohne tatsächliche Entwicklungsprozesse oder eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Herausforderungen zu fördern. Gerade die „konfrontative Nicht-Bestätigung des/ der Ratsuchenden“ (Nierobisch 2023, 5) ist jedoch ein zentrales Element in Beratungsprozessen. Bei der Unterstützung zur Problembewältigung können Chatbots in gewissem Umfang wirksam sein, etwa durch standardisierte Interventionen zur Wissensvermittlung oder konkrete Handlungsempfehlungen, die jedoch teils auch zu direktiv ausfallen können (Wang et al. 2025). Auch der Wirkfaktor der Problemaktualisierung scheint zumindest teilweise umsetzbar: Erste Studien zeigen, dass Chatbots kognitive Umstrukturierungstechniken anwenden und sokratische Dialoge führen können (ebd.). Ob solche Interventionen jedoch ausreichen, um komplexe, mehrschichtige Problemlagen adäquat zu erfassen, bleibt eine offene Frage. 418 uj 10 | 2025 Junge Menschen, KI und der Wunsch nach Beziehung Trotz dieser genannten Potenziale ist es aus professioneller Sicht bedeutsam, die Grenzen der KI klar zu benennen. So bleibt die Soziale Arbeit eine Beziehungsprofession, in der die Qualität der zwischenmenschlichen Beziehung unter anderem wesentlich für einen Beratungserfolg sein kann (Hancken 2023, 57, 72). Auch wenn Nutzer: innen auf KI-Chatbots mit sozialen Reaktionen wie Vertrauen oder emotionaler Bindung reagieren, handelt es sich nicht um echte zwischenmenschliche Beziehungen, sondern um sogenannte quasisoziale Beziehungen (Linnemann et al. 2023, 211). Diese ähneln Beziehungen zwischen Menschen in bestimmten Aspekten (z. B. Vertrauen, Intimität, soziale Präsenz), bleiben aber Interaktionen mit Artefakten - also programmierte Simulationen sozialer Interaktion. Insbesondere bei komplexen Problemlagen, emotional belasteten Kontexten oder bei der Bewältigung traumatischer Erfahrungen ist eine professionelle, menschliche Beziehung mit empathischer Resonanz und reflexiver Kompetenz nicht ersetzbar. Hier zeigt sich, dass die Beratung in der Sozialen Arbeit mehr ist als reine Informationsverarbeitung: Sie verlangt professionelles Beziehungswissen, ethische Orientierung und die Fähigkeit zur Aushandlung komplexer sozialer Konstellationen (Best 2023, 12f; Staub-Bernasconi 2007). 4. Fazit: Perspektiven für eine adressat: innenorientierte Praxis Fachlichkeit im Umgang mit digitalen Tools lässt sich nur sichern, wenn deren Einsatz kritisch reflektiert und fachlich begründet erfolgt. Gerade bei KI-Systemen ist es zentral, dass die Soziale Arbeit ihre professionsspezifische Perspektive einbringt: Wer wird in den Trainingsdaten repräsentiert - und wer bleibt außen vor? Welche Annahmen stecken im Code? Und wie lassen sich Verzerrungen (Bias) und Diskriminierungen erkennen und minimieren? Ein möglicher Weg ist die Durchführung von Bias Audits, also strukturierten Überprüfungen auf systematische Benachteiligungen (Heuer et al. 2021). Soll ein Chatbot zur Beratung von Jugendlichen eingesetzt werden, könnte ein vorgelagerter Bias Audit unter anderem prüfen, ➤ ob die Trainingsdaten die Vielfalt der Zielgruppen abbilden, ➤ wie das System bei verschiedenen Gruppen (z. B. Jugendliche mit oder ohne Migrationsgeschichte) abschneidet, ➤ und ob sich systematische Unterschiede feststellen lassen. Weitere Möglichkeiten zur Qualitätssicherung sind divers besetzte Entwickler: innenteams, Ethikboards in sozialen Organisationen und der Aufbau interner Fachkompetenz. Denn KI kann die Soziale Arbeit nur dann sinnvoll unterstützen, wenn sie transparent, diskriminierungssensibel und fachlich kontrollierbar eingesetzt wird. Gerade durch die erhöhte Schutzbedürftigkeit minderjähriger Adressat: innen kommt diesem Aspekt eine hohe Relevanz zu (Steiner et al. 2025). Auch technologische Entwicklungen wie Retrieval-Augmented Generation (RAG) - ein Verfahren, bei dem große Sprachmodelle mit externem Wissen aus Datenbanken ergänzt werden - kommen zunehmend in der Sozialen Arbeit zum Einsatz, etwa im Projekt SuchtGPT (delphi 2025, ab Min. 33). RAG ermöglicht zwar kontextbezogenere Antworten, bietet aber keine Garantie dafür, Fehler oder Halluzinationen vollständig zu vermeiden (Wu et al. 2024). Daher ist es für Fachkräfte unerlässlich, sich kontinuierlich mit den zugrunde liegenden Technologien auseinanderzusetzen und deren Auswirkungen nicht nur auf die eigene Praxis, sondern auch auf gesellschaftliche Machtverhältnisse und individuelle Lebenswelten im Blick zu behalten (Linnemann et al. 2024). Fachlichkeit bedeutet in diesem Kontext: Technologieeinsatz nicht bloß zu übernehmen, sondern aktiv mitzugestalten. Zugleich stellen KI-gestützte Tools Fachkräfte vor neue Fragen hinsichtlich ihrer eigenen Rolle: Inwiefern stärkt oder schwächt die Integration 419 uj 10 | 2025 Junge Menschen, KI und der Wunsch nach Beziehung solcher Systeme die professionelle Beratungstätigkeit? Und wie können sich Berater: innen gegenüber datenbasierten, scheinbar objektiven Antworten eines Systems behaupten, wenn ihr fachliches Urteil davon abweicht? Diese Fragen unterstreichen die Bedeutung einer machtkritischen Haltung gegenüber technologischen Entwicklungen sowie die Notwendigkeit eines gestärkten professionsbezogenen Selbstverständnisses (Kieslinger/ Nieorobisch 2024). Studien zeigen, dass angehende Fachkräfte KI-Anwendungen teils eher skeptisch gegenüberstehen (Schönauer 2025). Für Fachkräfte ist es zudem zentral, den Dialog mit Jugendlichen aktiv zu gestalten und deren Perspektiven ernst zu nehmen. Das zeigt etwa der Fall einer Jugendlichen, die den KI-Chatbot Replika als ihre „beste Freundin“ beschreibt (Stieler et al. 2024). Der Impuls, den Zugang zu Chatbots aus Sorge vor Abhängigkeit oder Realitätsverlust zu beschränken, ist verständlich, greift jedoch zu kurz, wenn er digitale Angebote vorschnell und undifferenziert ablehnt. Vielmehr erfordert der Umgang mit KI-basierten Kommunikationsangeboten eine reflexive Haltung, die digitale Aneignungsprozesse viraler Lebenswelten anerkennt und gemeinsam mit den Nutzer: innen die Bedeutung von Beziehungen zwischen Menschen und KI hinterfragt. Zugleich bietet sich hier die Chance, kritische Medienkompetenz gezielt zu fördern. 5. Ausblick Nicht zuletzt stellt sich die Frage, wie sich digitale Praktiken, insbesondere im Umgang mit beratungsähnlichen Tools wie Chatbots, empirisch fassen lassen. Weinhardt (2024) weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es sich hierbei oft nicht mehr um klassische Ratgeber- Nutzung handelt, sondern um komplexe digitale Beratungspraktiken, die sowohl aus Produzent: innenals auch aus Rezeptionsperspektive neue Analysekategorien erfordern. Engelhardt und Kühne (2025, 61) halten Hybridansätze in Zukunft für denkbar, bei denen ein Chatbot z. B. (zirkuläre) Fragen oder Reflexionsaufgaben zur Vorbereitung oder Nachbereitung einer Sitzung stellt. Gerade die starke Resonanz junger Menschen auf KI-gestützte Dialogangebote zeigt, dass sich die Soziale Arbeit intensiv mit den damit verbundenen Erwartungen auseinandersetzen muss. Es gilt zu verstehen, welche Bedürfnisse hinter der Nutzung solcher Systeme stehen und wie diese Erkenntnisse in die Weiterentwicklung von Beratungsangeboten einfließen können. Denn letztlich bleibt die zentrale Frage: Wie kann Beratung so gestaltet werden, dass sie auch im digitalen Zeitalter ein Ort echter Beziehung bleibt - und gleichzeitig passgenaue Antworten auf die digitalen Lebensrealitäten junger Menschen bietet? Julian Löhe FH Münster Hüfferstr. 27 48149 Münster Mara Stieler Institut für E-Beratung Keßlerplatz 12 90489 Nürnberg 420 uj 10 | 2025 Junge Menschen, KI und der Wunsch nach Beziehung Literatur Adolf, M. (2017): Zwei Gesichter der Mediatisierung? Ein Beitrag zur theoretischen Fundierung der Mediatisierungsforschung und ihres Verhältnisses zur Mediensozialisationsforschung. In: Hoffmann, D., Krotz, F., Reißmann, W. (Hrsg.): Mediatisierung und Mediensozialisation. Prozesse - Räume - Praktiken. Springer Fachmedien, Wiesbaden, 41 - 57 Aggarwal, A., Tam, C. C., Wu, D., Li, X., Qiao, S. (2023): Artificial Intelligence-Based Chatbots for Promoting Health Behavioral Changes: Systematic Review. 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Beziehung statt Erziehung Julius Daven / Andreas Schrenk (Hg.) Ehrenamtliche Wegbegleitung in der Kinder- und Jugendhilfe 2023. 201 Seiten. 20 Abb. 1 Tab. (9783497031924) kt