eJournals unsere jugend77/11+12

unsere jugend
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0342-5258
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/uj2025.art57d
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Höhere Bildung und nachhaltige Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt von Care Leaver:innen: Eine große Herausforderung für die Jugendhilfe

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2025
Delfine d’Huart
Katharina Beck
Marc Schmid
Ziel dieses Beitrages ist, die Arbeitsintegration von ehemalig fremdplatzierten jungen Erwachsenen im deutschsprachigen Raum umfassend zu beschreiben. Im Fokus stehen die Bildungslaufbahn, Erwerbstätigkeit und finanzielle Situation von 231 ehemals in sozialpädagogischen Institutionen betreuten jungen Erwachsenen aus der JAEL-Studie. Der Beitrag beschreibt zentrale Herausforderungen beim Übergang von der stationären Jugendhilfe in ein eigenständiges Leben und leitet daraus mögliche Implikationen für die Jugendhilfesysteme und die Zusammenarbeit mit Schulen, berufsbildenden Angeboten und Arbeitgebern ab.
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484 unsere jugend, 77. Jg., S. 484 - 497 (2025) DOI 10.2378/ uj2025.art57d © Ernst Reinhardt Verlag Höhere Bildung und nachhaltige Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt von Care Leaver: innen: Eine große Herausforderung für die Jugendhilfe Ziel dieses Beitrages ist, die Arbeitsintegration von ehemalig fremdplatzierten jungen Erwachsenen im deutschsprachigen Raum umfassend zu beschreiben. Im Fokus stehen die Bildungslaufbahn, Erwerbstätigkeit und finanzielle Situation von 231 ehemals in sozialpädagogischen Institutionen betreuten jungen Erwachsenen aus der JAEL-Studie. Der Beitrag beschreibt zentrale Herausforderungen beim Übergang von der stationären Jugendhilfe in ein eigenständiges Leben und leitet daraus mögliche Implikationen für die Jugendhilfesysteme und die Zusammenarbeit mit Schulen, berufsbildenden Angeboten und Arbeitgebern ab. von Dr. Delfine d’Huart Psychologin, Postdoktorandin an der Forschungsabteilung der Klinik für Kinder und Jugendliche der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPKKJ) Basel (Schweiz) PD Dr. Marc Schmid Jg. 1971; Psychotherapeut und Supervisor, Leitender Psychologe in der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik der UPK Basel, Universität Basel Dr. Katharina Beck Psychologin, Postdoktorandin an der Forschungsabteilung der Klinik für Kinder und Jugendliche der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPKKJ) Basel (Schweiz) Unter Mitarbeit von Nils Jenkel, Dr. Cyril Boonmann, Dr. Süheyla Seker, Dr. David Bürgin, Dr. Martin Schröder, Dina Bürgin, Klaus Schmeck, Jörg Fegert und anderen. 485 uj 11+12 | 2025 Bildung und Berufsintegration von Care Leaver: innen Junge Erwachsene, die ehemals in stationären Jugendhilfeeinrichtungen lebten („Care Leaver: innen“), haben es schwerer als andere Gleichaltrige, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen undihre Schulkarriere ist oft von Unterbrüchen sowie Misserfolgen geprägt. Die wenigsten wurden in ihren Familien ausreichend schulisch gefördert. In diesem Kontext spielen verschiedene Risikofaktoren wie soziale Benachteiligung, Unterbrüche in der Schulbildung sowie psychische und psychosoziale Belastungen eine Rolle. Ein wichtiges Ziel der Heimerziehung ist es, eine kontinuierliche Schulbildung einschließlich Schulabschluss sowie den erfolgreichen Beginn einer Berufslaufbahn in Form einer Ausbildung sicherzustellen (Wiesner & Wapler 2022). Dennoch ist ein beträchtlicher Teil der jungen Erwachsenen nach ihrem oft frühen und abrupten Übergang in ein selbstständiges Erwachsenenleben weder in einer Ausbildung noch in einem Arbeitsverhältnis und weist oft auch gravierende Bildungsdefizite auf (Werner & Stohler 2021; Sting et al. 2025; Groining et al. 2019; Köngeter et al. 2016). Dies kann zu erheblichen Beeinträchtigungen ihrer sozialen Teilhabe sowie in diesem Kontext auch ihrer psychischen Gesundheit, Lebensqualität und weiteren Berufslaufbahn führen. Bildung von sozial benachteiligten Kindern und Care Leaver: innen Die Schullaufbahn von Kindern und Jugendlichen, die in einer stationären Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung fremdplatziert werden, ist bis zu diesem Zeitpunkt häufig von einer Vielzahl negativer Erfahrungen wie ständiger Überforderung, Misserfolgen, geringer Selbstwirksamkeit, zunehmender Demotivation sowie Kritik durch Lehrpersonen und Mobbingerfahrungen bis hin zu Schulausschlüssen geprägt. Soziale Benachteiligungen, wie geringere Bildungschancen durch ein niedriges Bildungsniveau der Eltern, fehlende Unterstützung sowie unzureichende Lernbedingungen, können hier eine Rolle spielen (Schmid et al. 2012). Auch Lernschwierigkeiten im Rahmen von Lernstörungen oder ADHS können den Schulerfolg erheblich beeinträchtigen und bedürfen oft entsprechender Förderung. Während jedoch auch viele nicht-fremdplatzierte Kinder und Jugendliche soziale Benachteiligungen oder neuropsychologisch bedingte Lernschwierigkeiten aufweisen, sind fremdplatzierte Kinder und Jugendliche oft von einer Vielzahl weiterer schwerwiegender Risikofaktoren betroffen. Sie erlebten oft nicht nur fehlende Unterstützung, sondern auch chronische emotionale und/ oder physische Vernachlässigung sowie Gewalt, welche mit Beeinträchtigungen in der kognitiven, sozialen und allgemeinen kindlichen Entwicklung einhergehen kann (Lund et al. 2020; Schmid et al. 2022). Vor diesem Hintergrund sind viele von psychischen Störungen wie Substanzkonsumstörungen, Störungen des Sozialverhaltens oder affektiven Störungen betroffen (Engler et al. 2022). Die Akkumulation oft mehrerer dieser Risikofaktoren ohne ausreichende Ressourcen und Unterstützung kann zu großen schulischen Schwierigkeiten, Schulausschlüssen und längeren Schulabsenzen führen. All dies sind wichtige Gründe für die Einleitung einer Fremdplatzierung (Schmid et al. 2012; Schmid et al. 2007). Bei Eintritt in die stationäre Kinder- und Jugendhilfe weist die Mehrzahl der Kinder und Jugendlichen erhebliche schulische Lücken auf, die aufgeholt werden müssen (Schmid et al. 2007). Schulbildung sowie Berufsausbildung sind demnach ein wichtiger Schwerpunkt in der Kinder- und Jugendhilfe. Dabei sind Einrichtungen ohne integrierte Schule auf eine gut funktionierende, interdisziplinäre Kooperation mit externen Sonderschulen oder Regelschulen und anderen Unterstützungsangeboten angewiesen. Stationäre Jugendhilfeeinrichtungen können entscheidend zur Erlangung eines Schulabschlusses sowie einer abgeschlossenen grundlegenden Berufsausbildung beitragen. Dennoch zeigen sich in internationalen Studien oft große Unterschiede zwischen den Bildungsver- 486 uj 11+12 | 2025 Bildung und Berufsintegration von Care Leaver: innen läufen von Care Leaver: innen und Gleichaltrigen, die nie fremdplatziert waren. Eine große Registerdaten-Studie der Schwedischen Bevölkerung ergab, dass Care Leaver: innen im Vergleich deutlich häufiger schlechtere Schulleistungen aufwiesen (Berlin et al. 2011). Ein systematisches Review von Gypen und Kolleg: innen (Gypen et al. 2017) zeigte, dass insbesondere junge Care Leaver: innen deutlich seltener einen Schulabschluss aufwiesen und so mit erheblichen Bildungsdefiziten ins Berufsleben einstiegen. Die Schulabschlussquoten in den untersuchten Studien variierten jedoch stark von 40 % bis hin zu 97 %. Zudem scheinen sich diese Prävalenzen je nach Alter der Care Leaver: innen zu unterscheiden, wobei ältere Care Leaver: innen tendenziell höhere Schulabschlussquoten aufweisen. In einer US-amerikanischen Kohortenstudie verfügten im Alter von 19 Jahren nur 64 % der Care Leaver: innen im Vergleich zu 91 % der Allgemeinbevölkerung über einen Schulabschluss. Im Alter von 29 Jahren verfügten jedoch bereits 85 % der Care Leaver: innen über einen Abschluss (Pecora et al., 2006). Auch Studien aus Deutschland und anderen Europäischen Ländern zeigen, dass nur wenige Care Leaver: innen das Abitur oder höhere Bildungsabschlüsse erreichen und wenn, dann auf dem zweiten Bildungsweg. Dies hängt möglicherweise mit der geringeren Unterstützung dieser Bildungsziele auf ihrem Lebensweg zusammen und dass sich viele Care Leaver: innen erst später, in einer stabilen Lebenssituation, auf Bildung konzentrieren können (Cameron et al. 2018; Göbel et al. 2021; Gypen et al. 2017; Harrison et al. 2023; Köngeter et al. 2012). Die Untersuchung von Courtney et al. (2017) zeigte, dass jedes zusätzliche Jahr über das 18. Lebensjahr das Bildungsniveau bei ehemaligen Pflegekindern erhöhte. Besonders Care Leaver: innen mit positiven Lernerfahrungen und entwickelter Bildungsidentität profitierten davon (Gilligan et al. 2022). Dies unterstreicht die Bedeutung individuell gestalteten Unterrichts, der Selbstwirksamkeitserfahrungen ermöglicht und dadurch auch langfristig die Bildungsbiografie positiv beeinflusst, sowie individuell gestalteter Förderung. Insgesamt zeigt dies einmal mehr, wie wichtig es ist, Schule und Bildung schon vor und vor allem während der Heimerziehung gezielt zu adressieren und stabile Kooperationsstrukturen aufzubauen. Diese sind natürlich gerade bei den besonders belasteten Jugendlichen essenziell, die viele Abbrüche in Schule und Jugendhilfe akkumulieren. Häufig entwickelt sich ein Teufelskreis: ohne stabile Platzierung und sicheren Ort keine erfolgreiche Beschulung und ohne stabile Beschulungsperspektive/ Tagesstruktur keine Platzierungskontinuität in der Jugendhilfe. Hier ist es essenziell, auch für sogenannte „Systemsprenger“ das Kinderrecht auf Bildung einzufordern (Momm 2024) und sehr kreative, teils individuelle Lösungen an der Schnittstelle zwischen Schule, Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie/ -psychotherapie zu realisieren und diese Kinder mit so vielen für sie oft belastenden Misserfolgs- und Ausstoßungserfahrungen wieder an die Schule heranzuführen. Es kann und darf nicht sein, dass Kinder und Jugendliche bereits im Fokus der Kinderschutzbehörden sind und die Kinder teils Wochen oder Monate lang nicht in die Schule gehen. Die (Schul-)Heime als ultima ratio erben hier oft derart große Defizite, dass sie diese auch nicht mehr kompensieren können (Sting 2024; Schmid et al. 2012). Gerade die nicht ausreichende Förderung ist eine oft übersehene Form der Vernachlässigung. Arbeitsintegration von Care Leaver: innen Mit dem Austritt aus der stationären Jugendhilfe sind Care Leaver: innen im jungen Erwachsenenalter oft abrupt auf sich allein gestellt. Der plötzliche Verlust unterstützender Strukturen und Bezugspersonen, die emotionalen und finanziellen Rückhalt bieten, erschweren nicht nur den Einstieg ins Berufsleben, sondern stellen auch oft eine große emotionale Belastung dar. 487 uj 11+12 | 2025 Bildung und Berufsintegration von Care Leaver: innen Zudem wachsen die Anforderungen auf dem ersten Arbeitsmarkt stetig. Es gibt immer weniger Nischen in unseren Arbeitswelten, in denen weniger leistungsfähige Menschen mitgetragen werden können. Gerade in westlichen Hochlohnländern werden einfache Tätigkeiten immer weiter automatisiert oder ausgelagert; auch öffentliche Arbeitgeber vergeben gewisse Bereiche mit einfachen Tätigkeiten wie Raumreinigung, Logistik und Sicherheitsdienst aus Kostengründen an Subunternehmer aus, was den Druck auf diese Jobs erhöht und hoch belastete Menschen zunehmend überfordert. Zudem sinkt die Bereitschaft, weniger leistungsfähige Mitarbeitende im Team zu unterstützen, wenn das Stressniveau und der Druck steigt, gewisse Leistungsziele erreichen zu müssen. Viele (ehemals) fremdplatzierten jungen Menschen leiden unter psychischen Erkrankungen (Seker et al. 2022, 2025), wobei Schul- und Ausbildungsabbrüche bei psychisch belasteten Jugendlichen mehr als doppelt so häufig sind als bei gesunden jungen Menschen (OECD 2015). Zudem steigen seit den 1990er-Jahren die Berentungen aufgrund psychischer Erkrankungen jährlich um etwa 6 % und verharren auf hohem Niveau, wohingegen Neuberentungen in den anderen Altersgruppen sowie aufgrund anderer Krankheiten sinken (OECD 2014, 2015). Eine gelingende Arbeitsintegration kann umgekehrt auch wesentlich zu einer Stabilisierung der Lebenssituation beitragen, da Arbeit neben Einkommen auch Struktur, prosoziale Kontakte, Sinn und Erfolgsergebnisse vermitteln kann (Baur 2013; Brieger et al. 2019). Gleichzeitig zeigt sich oft ein Teufelskreis zwischen der Überforderung im Arbeitsleben und einer Verstärkung der psychischen Erkrankung. Eine psychische Erkrankung kann zu Leistungsdefiziten führen, welche wiederum zu einer Überforderung und zunehmendem Stress führen können, aus welchem sich die psychische Erkrankung verstärkt - diese führt zu einer noch geringeren Leistungsfähigkeit und letztlich zu erneuten Misserfolgserlebnissen, was die Arbeitsintegration erschwert. Dies untergräbt den Selbstwert und die Selbstwirksamkeit und kann zur Chronifizierung der psychischen Belastung beitragen. Entsprechend hoch ist die psychische Belastung: 70 % der arbeitslosen Schweizer: innen (Kühnis et al. 2016; Sabatella et al. 2018) und deutschen Jugendlichen (Reissner et al. 2017) gelten gemäß psychiatrischer Screeningverfahren als psychisch belastet. In diesem Beitrag beschreiben wir die Arbeitsintegration von ehemalig fremdplatzierten jungen Erwachsenen der JAEL-Studie. Im Fokus stehen ihre Bildungslaufbahn, Erwerbstätigkeit und finanzielle Situation. Methoden Studiendesign und Stichprobe Studienteilnehmende waren ehemalig fremdplatzierte junge Erwachsene, die im Rahmen des „Modellversuchs zur Abklärung und Zielerreichung in stationären Maßnahmen (MAZ.; Schmid, Kölch, Fegert & Schmeck 2011)“ und der prospektiven Längsschnittstudie „Jugendhilfeverläufe: Aus Erfahrung lernen (JAEL)“ untersucht wurden. Eines der Hauptziele der MAZ.-Studie bestand darin, die psychische Gesundheit fremdplatzierter Kinder und Jugendlicher erstmals in der Schweiz umfassend abzuklären. Insgesamt konnten damals rund 592 fremdplatzierte Kinder und Jugendliche (Durchschnittsalter 16,1 Jahre, SD=3,1; 32% weiblich) aus 64 stationären schweizweiten Jugendhilfeeinrichtungen untersucht werden (Schmid et al. 2011). Rund 7 bis 11 Jahre später wurden 231 dieser ehemaligen Teilnehmenden im Rahmen der JAEL-Studie erneut befragt, wovon 210 mit vollständigen Daten (Durchschnittsalter 26.3 Jahre, SD = 3.6; 32.4 % Frauen) in die vorliegende Studie eingeschlossen werden konnten. Für Details zu Rekrutierung, Stichprobe und Studiendurchführung siehe Schmid et al. 2026 in diesem Heft. 488 uj 11+12 | 2025 Bildung und Berufsintegration von Care Leaver: innen Messinstrumente Soziodemografische Informationen wurden in einer ausgiebigen anamnestischen Befragung erhoben. Auch arbeitsintegrationsrelevante Informationen - darunter der höchste Bildungsabschluss, Erwerbstätigkeit inklusive Kündigungserfahrungen, der Bezug staatlicher Transferleistungen sowie die finanzielle Situation - wurden mittels dieses anamnestischen Fragebogens erhoben. Vergleichsdaten der Allgemeinbevölkerung und jungen Erwachsenen bildungsferner Eltern stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen des Schweizerischen Bundesamtes für Statistik. Die psychischen Störungen wurden anhand des Strukturierten Klinischen Interviews für DSM-5-Störungen - Klinische Version (SCID-5-CV; First, Williams, Karg & Spitzer 2016) erfasst. Das SCID-5-CV ist ein halbstrukturiertes klinisches Interview, das auf den Störungsdimensionen des DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders - 5. Auflage) basiert. Für diese vorliegende Studie wurden aktuelle Diagnosen verwendet. Das SCID-5-CV zeigt sehr gute psychometrische Eigenschaften (First et al. 2016). Statistische Analysen Die Ergebnisdarstellung erfolgte mittels absoluter und relativer Häufigkeiten sowohl für die soziodemografischen Beschreibungen der Stichprobe als auch für Bildungslaufbahn, Erwerbstätigkeit und finanzielle Situation. Gruppenvergleiche bezüglich Arbeitsintegration zwischen erwerbstätigen und erwerbslosen Personen wurden mit χ 2 -Test und dem Mann- Whitney-U-Test berechnet und deren Größe mittels adäquater Effektstärkemaße beschrieben (siehe Tabelle 3). Alle p-Werte sind zweiseitig und p-Werte < 0,05 wurden als statistisch signifikant definiert. Die statistischen Analysen erfolgten mit dem Statistikprogramm R (Version 2024.09.0+375; R Core Team 2021). Ergebnisse Ergebnisse zu den Bildungsabschlüssen der JAEL-Teilnehmenden sind in Tabelle 1 dargestellt. Acht der 210 Teilnehmenden (3.81 %) besuchten weniger als acht Jahre die Schule. Rund 28 % gaben die obligatorische Schule als höchsten Bildungsabschluss an. Knapp zwei Drittel (59.05 %) erreichten die Sekundarstufe und lediglich ein Zehntel (9.05 %) die tertiäre Stufe, wovon vier (1.9 %) einen universitären oder einen anderen Fachhochschulabschluss erreichten. Im Vergleich dazu erreichte im Jahr 2022 rund die Hälfte der Gleichaltrigen aus der Allgemeinbevölkerung und knapp ein Drittel derjenigen mit bildungsfernem Elternhaus einen tertiären Abschluss. JAEL Care Leaverinnen JAEL Care Leaver JAEL-Total Allgemeinbevölkerung a Bildungsferne b N (%) Ohne Schulabschluss Obligatorische Schule Sekundarstufe Tertiärstufe 1 (.47) 23 (33.82) 36 (52.94) 8 (11.76) 7 (4.93) 36 (25.35) 88 (41.90) 11 (5.24) 8 (3.81) 59 (28.10) 124 (59.05) 71 (9.05) / 6.3 % 41.0 % 52.7 % / 32.3 % 38.5 % 29.1 % Tab. 1: Bildungsabschlüsse im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung und bildungsfernen Bevölkerungsgruppen (N = 210) Anmerkungen: a Schweizer Allgemeinbevölkerung (25 - 34 Jahre) (Quelle: https: / / www.bfs.admin.ch/ bfs/ de/ home/ statistiken/ bildung-wissenschaft/ bildungsindikatoren/ indicators/ bildungsstand.html); b Gleichaltrige mit Eltern ohne nachobligatorischen Abschluss; Primarbis Sekundarstufe I: Obligatorische Schule (mit Abschluss der 9. Klasse); Sekundarstufe II: Berufliche Grundbildung (Anlehre oder Grundausbildung mit Attest, Berufslehre) und Allgemeinbildende Schulen (Fachmaturität, Gymnasiale Maturität); Tertiärstufe: Höhere Berufsbildung (höhere Fach- und Berufsausbildung) und Hochschulen (Universität/ Fachhochschule). 489 uj 11+12 | 2025 Bildung und Berufsintegration von Care Leaver: innen In Bezug auf die Erwerbstätigkeit ging hervor, dass 57.1 % der Teilnehmenden zum Zeitpunkt der Untersuchung erwerbstätig waren. Davon waren 11.4 % in Ausbildung und knapp 5 % machten eine Ausbildung ohne zusätzliches Einkommen. Fast 40 % der Teilnehmenden waren weder erwerbstätig noch in Ausbildung. Über die Hälfte (54.4 %) der Erwerbslosen war während der Zeit der Untersuchungen auf Jobsuche, wovon aber nur ein Drittel (31.3 %) angab, dabei Unterstützung zu erhalten. Vergleicht man die Gruppe, die weder in Ausbildung noch erwerbstätig war, mit den übrigen Teilnehmenden, zeigt sich, dass sie signifikant häufiger ohne feste Beziehung war (χ 2 (1) = 8.717, p = 0.003), einen tieferen Bildungsabschluss aufwies (χ 2 (1) = 18.155, p < 0.001) und signifikant häufiger unter finanziellen Sorgen litt (χ 2 (1) = 8.719; p = 0.003). Auch war sie häufiger von Substanzgebrauchsstörungen (χ 2 (1) = 4.38, p = 0.036) und affektiven Störungen (χ 2 (1) = 9.55, p = 0.002) betroffen. Etwa gut ein Drittel (38.6 %) hatte angegeben, jemals länger als ein Jahr arbeitslos gewesen zu sein. Auch wurde fast der Hälfte der Teilnehmenden (45.7 %) mindestens einmal ein Arbeitsverhältnis gekündigt. Wiederum fast die Hälfte (48.6 %) hatte bereits zwei bis fünf verschiedene Stellen erlebt. Die Ungewissheit und die häufigen Wechsel innerhalb des Arbeitsmarktes waren vermutlich wesentliche Gründe für die diversen Meinungen bezüglich der Zufriedenheit in der aktuellen beruflichen Situation (siehe Abbildung 1). Erwerbstätig (N = 129) Arbeitslos (N = 81) a t p-Wert MW (SD) MW (SD) Alter Anzahl Fremdunterbringungen Durchschnittliche Dauer im Hilfesystem CTQ-Gesamtscore Selbstwirksamkeit 26.60 3.10 6.75 49.68 31.09 25.81 4.78 7.20 54.56 29.14 1.65 -2.85 -0.61 -1.99 2.58 0.101 0.005** 0.540 0.048* 0.010* N (%) N (%) χ 2 Cramer’s V p-Wert Geschlecht (männlich) Single Tiefer Bildungsabschluss Mehrfache Kündigungen c Finanzielle Sorgen Schulden Psychische Störungen ➤ Affektive Störungen ➤ Angststörungen ➤ ADHS ➤ PTBS ➤ Psychose ➤ Substanzkonsumstörung ➤ Borderline PS ➤ Antisoziale PS ➤ Aktuell in Behandlung 89 (68.5) 41 (31.5) 27 (20.8) 22 (16.9) 62 (47.7) 67 (51.5) 13 (11.5) 18 (15.9) 23 (20.4) 5 (4.4) 1 (0.9) 35 (31.0) 8 (7.1) 18 (15.9) 25 (19.2) 53 (66.2) 42 (53.2) 40 (50.0) 17 (21.2) 55 (69.6) 52 (65.3) 21 (31.3) 12 (17.9) 13 (19.4) 2 (3.0) 2 (3.0) 32 (47.8) 9 (13.4) 18 (26.9) 24 (30.4) 0.033 8.717 18.155 0.360 8.719 3.527 9.549 0.019 0.000 0.007 0.213 4.380 1.312 2.498 2.810 0.023 0.214 0.30 0.054 0.214 0.140 0.245 0.026 0.011 0.036 0.079 0.168 0.105 0.132 0.128 0.857 0.003** < 0.001*** 0.548 0.003** 0.060 0.002** 0.890 1.000 1.000 0.556 0.036* 0.190 0.114 0.094 Tab. 2: Gruppenunterschiede zwischen erwerbstätigen und erwerbslosen Teilnehmenden (N = 210) Anmerkungen: a Mindestens ein Jahr ununterbrochen arbeitslos gewesen; c Mindestens zweimal durch Arbeitgeber gekündigt worden. 490 uj 11+12 | 2025 Bildung und Berufsintegration von Care Leaver: innen Im Schnitt gab fast die Hälfte aller Teilnehmenden (45.00 %) an, weniger als 1.500 CHF im Monat zu verdienen, was weniger als einem Drittel des Schweizer Medianlohns von Unter-30-Jährigen entspricht und deutlich unter der Schweizer Armutsgrenze von 2315 CHF für Alleinstehende liegt (Bundesamt für Statistik 2023). Dementsprechend gaben nur rund 20 % der Teilnehmenden an, mit ihrer finanziellen Situation zufrieden zu sein. Während die Aussage „sehr zufrieden“ mit nur 5 % am seltensten angegeben wurde, wurden die anderen Kategorien ähnlich häufig genannt. Diese homogene Verteilung deutet darauf hin, dass die Teilnehmenden ihre schlechte finanzielle Situation sehr unterschiedlich wahrnahmen und einige ihre objektiv prekäre Situation nicht zu kritisch wahrnahmen, was vermutlich auf eine Sozialisation in Armut oder eine Unterstützung zum Lebensunterhalt durch Partner zurückzuführen ist (siehe Abbildung 2). Einige Care Leaver: innen erzielten allerdings auch deutlich überdurchschnittliche Einkommen. Sehr zufrieden Eher zufrieden Teils/ teils Eher unzufrieden Sehr unzufrieden 0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 15.2 % 23.8 % 29.5 % 8.6 % 22.9 % Abb. 1: Zufriedenheit mit der aktuellen beruflichen Situation (N = 210) Sehr zufrieden Eher zufrieden Teils/ teils Eher unzufrieden Sehr unzufrieden 0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 4.8 % 18.2 % 29.2 % 24.4 % 23.4 % Abb. 2: Beurteilung der Zufriedenheit mit der aktuellen finanziellen Situation (N = 209) 491 uj 11+12 | 2025 Bildung und Berufsintegration von Care Leaver: innen Das monatliche Einkommen wurde zudem unter dem Gesichtspunkt beurteilt, ob dieses zum Leben ausreicht. Zusammengenommen war es beinahe die Hälfte der Teilnehmenden, die angab, dass das monatliche Einkommen nicht ausreicht - auch wenn die Kategorien insgesamt recht gleichmäßig verteilt waren. Auf einer 5-stufigen Skala von „mit dem Einkommen lässt es sich gut leben“ bis hin zu „Das Geld reicht nicht zum Leben aus“ wurde jede Aussage mit einer ungefähren 20bis 30 %-Rate als zutreffend beurteilt. Die Aussage „mit dem Einkommen lässt es sich gut leben“ wurde jedoch deutlich seltener (7.5 %) als zutreffend beschrieben (siehe Abbildung 3). Rund ein Zehntel (10.8 %) der Teilnehmenden verfügte über keine qualifizierte Berufsausbildung und 16 % der Teilnehmenden waren bisher noch nie erwerbstätig, auch nicht im Rahmen einer Ausbildung oder einer Weiterbildung. Wiederum fast 20 % wurden mehrfach gekündigt und rund ein Drittel aller Teilnehmenden (38.6 %) war bereits für mindestens ein Jahr am Stück arbeitslos. Demnach gab mehr als ein Drittel (38.8 %) an, bereits einmal auf illegale Weise Geld verdient zu haben. Zwölf (5.7 %) Teilnehmende, davon 8 (11.76 %) Frauen, gaben an, bereits mit sexuellen Handlungen und/ oder Geschlechtsverkehr Geld verdient zu haben. Fast die Hälfte der Teilnehmenden (46.9 %) gab Das Geld reicht nicht zum Leben aus Ende Monat ist das Geld knapp Das Einkommen reicht gerade aus Mit dem Einkommen komme ich gut zurecht Mit dem Einkommen lässt es sich gut leben 0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 23.4 % 20.1 % 28.0 % 21.0 % 7.5 % Abb. 3: Einschätzungen des monatlichen Einkommens (N = 209) Teilnehmerinnen (N = 68) Teilnehmer (N = 142) JAEL Total (N = 210) Allgemeinbevölkerung Bildungsferne Keine qualifizierte Berufsausbildung Nie erwerbstätig a Für längere Zeit arbeitslos b Mehrfache Kündigungen c Staatliche Transferleistungen ➤ Sozialhilfe ➤ Invalidenrente ➤ Arbeitslosenhilfe 5 (6.58) 4 (13.33) 29 (36.62) 9 (13.23) 24 (43.64) 2 (3.70) 3 (4.41) 20 (12.90) 11 (18.33) 52 (63.38) 30 (21.13) 44 (37.29) 7 (6.09) 10 (7.09) 25 (10.8) 15 (16.7) 81 (38.57) 39 (18.57) 68 (39.31) 9 (5.33) 13 (6.22) Tab. 3: Probleme bei der Arbeitsintegration der JAEL-Stichprobe (N = 210) Anmerkungen: a Auch nicht im Rahmen einer Ausbildung oder Weiterbildung; b Mindestens ein Jahr ununterbrochen arbeitslos gewesen; c Mindestens zweimal durch Arbeitgeber gekündigt worden. 492 uj 11+12 | 2025 Bildung und Berufsintegration von Care Leaver: innen zudem an, dass ihr Einkommen durch Transferleistungen unterstützt werde. Am häufigsten wurden Sozialhilfen bezogen (26.8 %), gefolgt von der Invalidenversicherung (IV; 15.8 %) und der Arbeitslosenversicherung (ALV; 6.2 %). Mehr als die Hälfte (56.9 %) der Teilnehmenden berichtete darüber hinaus von Schulden, was wiederum mit einer sehr häufig vorhandenen finanziellen Sorge einherging. Nur etwas weniger als ein Drittel (30.6 %) hatte weder Schulden noch waren sie über ihre finanzielle Lage besorgt. Diskussion Ein Großteil der Care Leaver: innen verfügt über berufliche Grundqualifikationen und fast alle haben die obligatorische Schule durchlaufen und eine Ausbildung abgeschlossen. Dies zeigt, dass die Heimerziehung ihren Auftrag Berufs- und Schulabschluss erfolgreich abschließen kann, dennoch hat ein beachtlicher Anteil erhebliche Schwierigkeiten, sich auf dem ersten Arbeitsmarkt zu integrieren, und viele erreichen „nur“ Bildungsabschlüsse, die unter ihrem Intelligenzniveau liegen. Für das hohe Risiko von vernachlässigten Kindern, sich nicht in der Schule und der Arbeitswelt integrieren zu können, sind vermutlich eher Defizite in den exekutiven Funktionen und der Selbststeuerung und Beziehungsregulation verantwortlich (Schmid 2025). Über 30 % der jungen Erwachsenen (38 %) sind nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt integriert und über 30 % haben bereits mehr als drei Arbeitsstellen verloren. 39 % benötigen eine Form von staatlicher Unterstützung durch IV oder Sozialhilfe. Die Befunde decken sich mit vielen anderen internationalen Studien, die zeigen, dass die Bildung und die Etablierung auf dem ersten Arbeitsmarkt eine der größten Herausforderungen sind (Sing et al. 2025; Göring Courtney et al. 2017; Göbel et al. 2021; Werner et al. 2021). In der Untersuchung von Klein et al. (2021) waren ebenfalls vierzig Prozent von Transferleistung abhängig. Auch große internationale Untersuchungen belegen den Zusammenhang mit der Inanspruchnahme staatlicher Unterstützungsleistungen und Probleme mit der Arbeitsintegration (Harrison et al. 2023; Johansson et al. 2024; Sting et al. 2025) und auch Schweizer Studien zeigen, dass der Bereich der Arbeitsintegrationen zu den größten Einschränkungen in der Lebenszufriedenheit der Care Leaver: innen führte (Bombach et al. 2018; Jarczok et al. 2021). Relativ viele verlieren ihre Arbeitsperspektive, die sie beim Übertritt hatten (Dixon 2008; Johansson et al. 2024; Stein 2014), oder weisen bereits beim Austrittsprozess schulische und berufliche Defizite auf (Klein et al. 2021; Köngeter et al. 2012; Stein 2014). Zudem ist erwiesen, dass psychisch belastete junge Menschen ihre Jobs in Krisen von Unternehmen oder Wirtschaftskrisen besonders häufig und schneller verlieren als weniger belastete Gleichaltrige (Sehmi et al. 2021). Letztlich zeichnen sich im Bereich der schulischen und beruflichen Integration aber auch diverse gesamtgesellschaftliche Probleme ab. Die immer höhere Bedeutung von Bildungsabschlüssen führt zu einem größeren Druck im gesamten Schulsystem. Oft wird suggeriert, dass die Bildungsabschlüsse vom Einsatz und den Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen abhängig sind. Tatsächlich zeigen zahlreiche Untersuchungen, dass Schulerfolg in der Schweiz und in den meisten westlichen Ländern stark vom sozioökonomischen Status und der elterlichen Bildung abhängt (Bundeszentrale für politische Bildung 2020; Sting 2024; Walper 2021). Ironischerweise vergrößert die stärkere Betonung von Bildungsabschlüssen die Schere zwischen bildungsaffinen Elternhäusern, die ihre Kinder zusätzlich fördern, und hochbelasteten, eher bildungsfernen Elternhäusern, denen dies kaum möglich ist. Eine schöne Studie hat gezeigt, dass der Vorteil eines höheren SES durch elterliches Engagement ärmerer Familien nicht kompensiert werden kann. Insbesondere schwächere Schüler mit hohem SES und Eltern, die auf Bildung Wert legen, profitieren von besonders intensiver Förderung (Benner et al. 2016). Auch bei der Berufsfindung spielt die Unterstützung durch das Elternhaus eine 493 uj 11+12 | 2025 Bildung und Berufsintegration von Care Leaver: innen entscheidende Rolle und hochbelastete Eltern können dort oft deutlich weniger Unterstützung (Beratung bei der Berufswahl, Bewerbungsverfahren, Vermittlung von Praktika etc.) leisten (Steiner 2022). Die Frage, wie es gelingt, psychisch belastete Menschen in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft zu integrieren, wird eine der Hauptherausforderungen für unsere Gesellschaft werden, in der einerseits die Anforderung an Produktivität am Arbeitsmarkt stetig zunimmt aber auch das Gefühl der Überforderung und die Zahl der psychisch belasteten jungen Menschen stetig steigt (Gilbert et al. 2009). Obwohl die Mehrzahl aller LehrmeisterInnen und ArbeitgeberInnen bereits Erfahrung mit psychisch kranken Angestellten hat, fühlen sie sich oft selbstunwirksam im Umgang mit psychischen Erkrankungen und wünschen sich mehr fachliche Unterstützung (Baer et al. 2017; Baer et al. 2023; Schmocker et al. 2022). Studien zeigen, dass bessere Information, Beachtung des Zusammenspiels von Arbeit und psychischer Gesundheit sowie Kooperation die Reintegration am Arbeitsplatz deutlich fördern (Baer et al. 2018; Baer et al. 2017; OECD 2015; Rossler et al. 2017). Experten empfehlen daher eine intensivere Zusammenarbeit zwischen sozialpädagogischen, berufsbildenden und psychiatrischen/ psychotherapeutischen Angeboten, die jedoch häufig an knappen Ressourcen bei allen Beteiligten scheitert (Baer et al. 2018; Baer et al. 2017; Rossler et al. 2017), weshalb der Aufbau von Kooperationsstrukturen und Liaisonmodellen gefördert und gegenfinanziert werden sollte. Es sollte auch viel mehr Möglichkeiten geben, in den Schulen mit strukturierten evidenzbasierten Methoden zu intervenieren, da diese ihre Effektivität empirisch gut belegt haben (z. B. Skeen et al. 2019). Vermutlich wäre es gut, hierfür gezielt spezialisierte Teams aufzubauen. Eine Analyse der JAEL-Daten zeigte auch, dass diejenigen, die im Jugendalter während des Heimaufenthaltes eine bessere schulische Integration und weniger schulische Probleme haben, im Erwachsenenalter besser integriert und psychisch gesunder sind (Brisevac et al. submitted). Am erfolgreichsten für die langfristige Arbeitsintegration psychisch belasteter Menschen, sind Job-Coach-Placement-Modelle, bei denen sozialpädagogische psychiatrische/ -psychotherapeutische Beratung des Arbeitsumfeldes direkt am Arbeitsplatz erfolgt (Meta-Analysen: (Frederick et al. 2019; Hoffmann et al. 2013; Modini et al. 2016; Richter et al. 2019; Zurcher et al. 2023)). Entscheidend dabei ist der Aufbau eines Netzwerks interessierter Firmen, wofür Anreize wie Steuervergünstigungen oder Subventionen nötig wären. Langfristig ist es vermutlich vorteilhafter, öffentliche Mittel statt für IV-Renten in unterstützende Arbeitsplätze zu investieren. Eine solche konkrete Unterstützung über das Job Coaching hat auch langfristige Effekte und die mit dieser Maßnahme unterstützten Jugendlichen haben noch Jahre später eine besser berufliche und soziale Integration (Pichler et al. 2021). Für eine erfolgreiche Arbeitsintegration müsste vermutlich die Heimerziehung ihr Ziel stärker auf die mittelfristige Integration in den Arbeitsmarkt statt „nur“ auf den Berufsabschluss ausrichten. Selbstkritisch sollten die Heime überprüfen, ob die Angebotspalette ihrer Ausbildungen diese langfristige Integration überhaupt noch unterstützt und ob sie höhere Bildungsabschlüsse bei ihren begabten Jugendlichen ausreichend unterstützen. Sind die Berufsausbildungen, in denen sie ausbilden, auch die Berufsfelder, in denen hochbelastete junge Menschen sich langfristig im Arbeitsmarkt integrieren und halten können? Eine Ausbildung gerade in den typischen handwerklichen Berufen ist zwar nach wie vor sehr wertvoll und der hohe Stand an abgeschlossener Ausbildung ist eine große Leistung, diese reicht aber nicht immer aus, um sich auf dem Arbeitsmarkt zu halten. Ausbildungen in den Heimen sollten auf die Berufsfelder ausgerichtet sein, in denen sich später auch realistische und nachhaltige Integrationsperspektiven eröffnen - auch zu höheren Bildungsabschlüssen sollten begabte Jugendliche in der Jugendhilfe stärker ermutigt und besser unterstützt werden. Hier herrscht 494 uj 11+12 | 2025 Bildung und Berufsintegration von Care Leaver: innen sowohl bei den Jugendlichen selbst, bei ihren Familien, aber auch bei den professionellen Helfern oft ein Sicherheitsdenken vor und die Bedeutung von möglichst hohen Bildungsabschlüssen wird oft unterschätzt. Oft fehlen auch die Ressourcen, um die Kooperation mit höheren Schulformen zu begleiten, z. B. Nachhilfe zu organisieren und die Zusammenarbeit mit Schulen auf gymnasialem Niveau auszugestalten. Die Heimerziehung ist vermutlich gut darin, einen Bildungsmindeststandard abzusichern, aber sicher nicht optimal, um das Potenzial von begabten Jugendlichen bestmöglich zu fördern. Das Recht auf Bildung endet aber nicht bei einem obligatorischen Schulabschluss, sondern bedeutet, jedes Kind nach seinen Möglichkeiten zu fördern (Momm 2024), viele Care Leaver: innen hätten sich retrospektiv mehr schulische Förderung gewünscht (Sting et al. 2025; Köngeter et al. 2012, 2016; Groining et al. 2019) und mussten ihre Bildungsabschlüsse mühsamer auf dem zweiten Bildungsweg nachholen. Gerade im Wissen darum, dass viele Care Leaver: innen erst später Bildungsabschlüsse anstreben können, macht deutlich, wie wichtig es wäre, ein System mit Stipendien und gezielte Unterstützung im Rahmen eines Studiums oder eine höhere zweite Berufsausbildung/ -qualifikation für diese Gruppen, meist ohne jeglichen familiären Support, anzubieten - in Skandinavien oder dem Commonwealth ist man diesbezüglich bereits weiter (Ehlke 2021). Die Partizipation bei der Ausbildung und die Attraktivität der Wahloptionen wurden insbesondere von den weiblichen JAEL-Teilnehmerinnen in den qualitativen Interviews teils kritisch angemerkt (vgl. Jenkel et al. 2026, in diesem Heft). Einige Heime haben bereits darauf reagiert und bieten vermehrt auch für Jugendliche attraktivere Ausbildungen an (Druck, IT, Gastronomie, Nagelstudio, Autolackiererei, Forstwirtschaft etc.). Eventuell wäre es sinnvoll zu analysieren, in welchen Arbeitsfeldern die höchste Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche langfristige Arbeitsintegration erfolgen kann, um dafür dann die Qualifizierungen auf diese Jobs auszurichten. Vielleicht bieten die Heime der Zukunft Lieferdienste, Catering, Gastronomische Angebote, Facility Management, Forstwirtschaft, Straßenbau und Sicherheitsdienstleistungen an. Gerade für die Job Coach Placements wäre es auch für einige seriöse Arbeitgeber in diesen Bereichen attraktiv, integrative Jobs anzubieten, wenn man in Ausschreibungen konkurrenzfähig zu Firmen, die eher prekäre Arbeitsbedingungen anbieten, bleibt. Da viele dieser Ausschreibungen von der öffentlichen Hand kommen, könnte man Firmen, die sich um die Integration von psychisch und psychosozial belasteten Menschen bemühen und mit agogischen und sozialpädagogischen Institutionen kooperieren, ja auch gezielt ansprechen und solche Bedingungen in der Ausschreibung formulieren. Vermutlich ist es um ein vieles billiger, Firmen darin zu unterstützen (finanziell, administrativ, fachlich und emotional), junge Menschen erfolgreich zu integrieren, als die Jugendlichen staatlich zu alimentieren. Von den intangiblen Folgekosten durch die Chronifizierung der psychischen Erkrankungen und dem damit verbundenen menschlichen Leid wie geringerer Selbstwert, Isolation, Schamgefühl, den Folgen einer nicht vorhandenen Tagesstruktur für die Entwicklung von Problemverhalten ganz zu schweigen (Schmid 2024). Nicht unterschätzt werden darf auch der langfristige transgenerationale Effekt einer nicht gelingenden Arbeitsintegration. Dr. Delfine d’Huart Dr. Katharina Beck PD Dr. Marc Schmid UPK Basel Klinik für Kinder und Jugendliche Wilhelm Klein-Str. 27 CH-4002 Basel 495 uj 11+12 | 2025 Bildung und Berufsintegration von Care Leaver: innen Literatur Baer, N., Besse, C., Frick, U., Cuonz, N. & Matt, M. (2018): Beruflich-soziale Eingliederung aus Perspektive von IV-Versicherten: Erfolgsfaktoren, Verlauf und Zufriedenheit: Bundesamt für Sozialversicherungen Baer, N., Frick, U., Auerbach, S. & Basler, M. (2017): „Der tägliche Wahnsinn“. 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