eJournals unsere jugend77/1

unsere jugend
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0342-5258
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/uj2025.art05d
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2025
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Aktuelle Entwicklungen in der Heimerziehung und Ableitungen für die Praxis und Lehre

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2025
Sabine Triska
Mone Welsche
Mit welchen Themen, mit welchen aktuellen Entwicklungen ist die Heimerziehung gerade befasst? In diesem Beitrag werden Themenfelder blitzlichtartig genannt und Implikationen für Praxis und Lehre abgeleitet.
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32 unsere jugend, 77. Jg., S. 32 - 41 (2025) DOI 10.2378/ uj2025.art05d © Ernst Reinhardt Verlag Aktuelle Entwicklungen in der Heimerziehung und Ableitungen für die Praxis und Lehre Mit welchen Themen, mit welchen aktuellen Entwicklungen ist die Heimerziehung gerade befasst? In diesem Beitrag werden Themenfelder blitzlichtartig genannt und Implikationen für Praxis und Lehre abgeleitet. von Sabine Triska Dipl.-Sozialarbeiterin, Referatsleitung Familien- und Erziehungshilfen im Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg, Lehrbeauftragte an der KH Freiburg Die Kinder- und Jugendhilfe hat in den vergangenen Jahren einmal mehr die Erfahrung gemacht, dass die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen massiven Einfluss auf die sozialpädagogische Arbeit in den Institutionen nehmen. Die stationären Unterbringungen im Rahmen der sog. Heimerziehung nach § 34 SGB VIII waren mit Blick auf die letzten zehn Jahre insbesondere durch ➤ den Zustrom von minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen 2015/ 16, ➤ den kontinuierlich steigenden Bedarfen an Unterbringungen im Rahmen der Inobhutnahme aufgrund von Kindeswohlgefährdungen (laut Statistischem Bundesamt 2022 neuer Höchststand von 66.400 Kindern) sowie ➤ die Zunahme der sog. Systemsprenger: innen mit ihren spezifischen Unterbringungserfordernissen herausgefordert. Die steigenden Fallzahlen und der Fachkräftemangel haben zu Engpässen in der Versorgung und, regional unterschiedlich, zu Neubewertungen bis hin zu Absenkungen von Qualitätsstandards geführt. Deutlich wurde diese Entwicklung insbesondere bei den politischen und aufsichtsrechtlichen Diskussionen zur Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Die Entwicklungen haben aber auch gezeigt, dass die stationäre Jugendhilfe flexibel und kreativ agieren kann. Lösungen können nur gemeinsam zwischen öffentlicher und freier Jugendhilfe gefunden werden. Jede Flexibilität hat aber Grenzen und geht einher mit Unsicherheit und der Gefahr der Überforderung. Bei der Suche nach Innovationen waren auch die Länder gefordert, über Modellprojekte und Strategien neue Wege zu gehen und so an vielen Stellen Lösungen zu kreieren und zu unterstützen. Prof.in. Dr.in Mone Welsche Professorin an der Katholischen Hochschule Freiburg für Entwicklungsförderung im Kindes- und Jugendalter, u. a. zuständig für das Handlungsfeld der Hilfen zur Erziehung 33 uj 1 | 2025 Aktuelle Entwicklungen in der Heimerziehung Zusätzlich zu den jugendhilfespezifischen Themen belasten die politischen Krisen und Kriege im europäischen Raum, die zunehmenden antidemokratischen Tendenzen und die immer deutlich werdende Klimakrise Einrichtungsleitungen, Mitarbeitende und Familiensysteme. Kostensteigerungen und Inflation wirken sich dabei unmittelbar auf prekäre Lebenslagen von Familien aus und erhöhen das Gefühl von Hilflosigkeit und die Entwicklung von Zukunftsängsten. Auf institutioneller Ebene führen sie zu massiven Kostensteigerungen, Verunsicherungen hinsichtlich der wirtschaftlichen Stabilität der Einrichtungen und dadurch auch zu einer zurückhaltenden Investitionsbereitschaft. Sparmaßnahmen der politischen Verantwortlichen in den sozialen Bereichen und der bereits erwähnte akute Fachkräftemangel verstärken die Anpassungsprobleme an die aktuell sehr herausfordernden Bedingungen in der Kinder- und Jugendhilfe. Aufgrund dieser Gesamtlage kann es in den stationären Hilfen so nicht weitergehen. Es braucht grundlegende Veränderungen in der Rahmensetzung und auch in der pädagogischen Arbeit, um den Herausforderungen begegnen zu können. Oberste Prämisse sollte und muss bei allen Veränderungen der Kinderschutz und die Sicherung der Kinderrechte sein. Die Herabsetzung des Betreuungsschlüssels ist keine Lösung, da sich die Rahmenverträge, sofern sie vorhanden sind, bereits an der Schwelle des Kinderschutzes bewegen und eine pauschale Herabsenkung diese Schwelle überschreiten würde. In diesem Beitrag wollen wir ausgewählte Themenfelder (Abbildung 1), mit welchen die Heimerziehung unserer Meinung nach befasst ist und sich befassen muss, benennen, sowie grundlegende Herausforderungen und Chancen überblicksartig skizzieren. Die Reihenfolge ist nicht sortiert, d. h. nicht nach Relevanz ausgerichtet. Inklusion Am 10. 6. 2021 begann durch die Novellierung des SGB VIII im Rahmen des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG) eine neue Epoche in der Kinder- und Jugendhilfe. Ein zentrales Anliegen der Novellierung lag in der Umsetzung der inklusiven Jugendhilfe in drei Teilschritten bis 2028. Derzeit liegt ein Referentenentwurf für das „Gesetz zur Ausgestaltung einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe (IKJHG)“ vor, der aktuell auf verbandlicher und politischer Ebene diskutiert wird. Ob es zu einer Umsetzung kommt, können wir zum jetzigen Zeitpunkt (Oktober 2024) nicht einschätzen. Unabhängig von den gesetzlichen Rahmensetzungen entwickelt sich die stationäre Jugendhilfe im Ökonomisierung/ Risikomanagement/ Nachhaltigkeit STATIONÄRE JUGENDHILFE Kinderschutz Sozialpädagogische Elternarbeit & Elternbeteiligung Fachkräftemangel Politische Bildung/ Demokratie-Bildung Inklusion Psychische Belastungen der jungen Menschen Social media - KI Geschlechtersensible Pädagogik Lebenslage/ Sozialraum/ Kooperation Abb. 1: Ausgewählte Themenfelder in und für die Heimerziehung 34 uj 1 | 2025 Aktuelle Entwicklungen in der Heimerziehung Sinne der UN-BRK weiter in Richtung Inklusion. Im Rahmen des Projekts „Inklusion jetzt“ (BVKE/ EREV) konnten bereits erfolgreiche Modellprojekte umgesetzt werden. Eine inklusive Ausrichtung der Heimerziehung setzt voraus, dass die Einrichtung als auch die Fachkräfte fachlich ausreichend aufgestellt sind, um zum Wohl des Kindes zu handeln (Kieslinger/ Owsianowski 2024). Für die Jugendhilfe bedeutet dies konkret: ➤ Auf Grundlage einer teilhabeorientierten Haltung können heterogene Bedarfe wahrgenommen werden. ➤ Alle (oder möglichst viele) Arbeitsebenen und Abläufe stellen sich barrierefrei auf. ➤ Mitarbeitende und Trägerverantwortliche bilden sich fort. ➤ Konzepte werden zielgruppenorientiert angepasst. ➤ Es entstehen Kooperationen mit spezialisierten Fachkräften im Bereich Behinderung und Teilhabe. ➤ Es werden leistungsrechtliche Voraussetzungen geschaffen. ➤ Der Prozess wird mit Finanzierungsmitteln hinterlegt. Die praktische Umsetzung steht erst am Anfang und es liegen noch viele Herausforderungen auf dem Weg. Dabei muss aus unserer Sicht unbedingt beachtet werden, dass es nicht darum geht, alles für alle zu ermöglichen. Es geht darum, sich für behinderungsspezifische Bedarfe zu öffnen, ohne dabei das Kindeswohl und dabei auch das Wunsch- und Wahlrecht außer Acht zu lassen. Lebenslage/ Sozialraum/ Kooperation Die Kinder- und Jugendhilfe reagiert wie ein Seismograf auf die Belastungen der Familien in der Gesellschaft. Die Inanspruchnahme von Maßnahmen der stationären Jugendhilfe ist stark geprägt von der Zahl jener Familien, die sich aktuell in herausfordernden Lebenslagen befinden. 2021 waren 122.659 junge Menschen im Rahmen der Heimerziehung nach § 34 SGB VIII untergebracht. 55,6 % der Familien, die in diesem Jahr für ihre Kinder/ Jugendlichen eine Heimerziehung beantragt haben, bezogen Transferleistungen. 46 % waren alleinerziehend und der Anteil der Familien, bei denen zu Hause nicht deutsch gesprochen wird, lag bei 26,9 % (AKJ 2023). In Verbindung mit erzieherischen Anforderungen kommt es in belastenden Lebenslagen deutlich häufiger zu Unterstützungsbedarfen als in gesicherten Lebenslagen. Damit längerfristig Veränderungen im Familiensystem und damit Rückführungen der Kinder und Jugendlichen zu den Eltern möglich sind, müssen die pädagogischen Fachkräfte gemeinsam mit allen Beteiligten nicht nur an den Erziehungskompetenzen der Bezugspersonen und Sorgeberechtigten arbeiten, sondern auch an einer Stabilisierung der Lebenslage. Die Gewährleistung von existenzsichernden monetären Leistungen und ein ausreichender Zugang zu sozialräumlichen Ressourcen tragen wesentlich dazu bei, Entwicklung zu fördern, Teilhabe und nicht zuletzt den Schutz der Kinder und Jugendlichen zu sichern. Die Verbesserung der Lebenssituation sollte auch dann ein wichtiges Ziel der Jugendhilfe sein, wenn nicht die Rückführung der jungen Menschen in die Familien im Fokus der Maßnahmen steht. Die jungen Menschen bleiben immer Kinder ihrer Eltern und sorgen sich um diese auch dann, wenn ihre Erfahrungen in der Familie belastend waren und sind. Im Rahmen der Elternstärkung sind Kooperationen mit relevanten Partnerinstitutionen in den Bereichen der Daseinsfürsorge sinnvoll, z. B. Sozialdienste, Arbeitsagenturen, Wohnungsbaugesellschaften und Stiftungen, damit Familien in ihrer Gesamtsituation gestärkt werden. Die Verankerung im Sozialraum zählt neben anderen Faktoren als Erfolgsindikator der Heimerziehung (Macsenaere et al. 2010). Aus unserer Sicht hat die Anerkennung der Bedeutung des 35 uj 1 | 2025 Aktuelle Entwicklungen in der Heimerziehung Sozialraums in den letzten Jahren auch in der Heimerziehung kontinuierlich zugenommen. Viele Einrichtungen orientieren sich an den Ressourcen des Sozialraums und knüpfen Kontakte mit Vereinen, Organisationen und Stadtteilakteur: innen. Sie bringen sich bei Stadtteil- und Nachbarschaftsfesten ein, z. B. mit einem Waffelstand oder Spielaktivitäten, oder organisieren einen Tag der offenen Tür und bekennen sich dadurch in der Öffentlichkeit zur Heimerziehung. Das Wissen um die Bedeutung des Sozialraums führt aus unserer Sicht dazu, dass sozialräumliche Ressourcen zunehmend methodisch erfragt, erfasst und nutzbar gemacht werden. Die Visualisierung über Netzwerkkarten oder Ressourcenbilder sollte zum Standardrepertoire jeder Einrichtung gehören. Mit dieser Entwicklung muss allerdings auch mitbedacht werden, dass der Aufbau und die Pflege von Kooperationen nicht nur methodisches Wissen und Kooperationskompetenz, sondern auch zeitliche - und damit personelle - Ressourcen erfordert. Diese müssen entsprechend in Leistungsvereinbarungen berücksichtigt werden. Sozialpädagogische Elternarbeit und Elternbeteiligung Durch die Einführung des KJHG wurde die Arbeit mit der Familie zur Pflichtaufgabe. Und auch fachlich ist sie in ihrer Bedeutung für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen unumstritten. Was Inhalte, Ziele und Merkmale einer sozialpädagogischen Elternarbeit sind, wird in der Fachliteratur an verschiedenen Stellen ausführlich erläutert (u. a. Moos 2012; Welsche/ Triska 2023). Weniger Beachtung hat bisher die Auseinandersetzung mit dem Bereich der Beteiligung der Eltern und Sorgeberechtigten in der Fachliteratur gefunden. Beteiligung lässt sich im Kontext der Elternarbeit als bewusste Teilnahme der Bezugspersonen an allen Belangen, die im Rahmen der Hilfeplanung und Hilfeplanumsetzung von Bedeutung sind, verstehen. Dies können zielrelevante Alltagsaktivitäten sein, beispielsweise die Hausaufgabensituation oder die Begleitung zu Außenkontakten der jungen Menschen wie die Fahrt zum Sportverein. Bisher gibt es wenig Informationen, inwieweit Eltern und Sorgeberechtigte im Sinne der Beteiligung als relevante Partner: innen im Prozess gesehen und damit aktiv in die Heimerziehung einbezogen werden. Von einer solchen Form der Elternbeteiligung können sowohl die Bezugspersonen als auch die begleitenden Fachkräfte profitieren. Einerseits haben die Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder in einem pädagogisch gerahmten Kontext zu erleben und am Modell der Pädagog: innen neue oder alternative Verhaltensweisen im Umgang mit ihren Kindern lernen. Andererseits bekommen die pädagogischen Fachkräfte im direkten Miteinander einen Eindruck von der Beziehungsdynamik zwischen den jungen Menschen und ihren Eltern sowie den familiären Ressourcen und Problemlagen. Maßstab für die Intensität der Elternbeteiligung im Alltag sollte selbstverständlich immer das Kindeswohl sein. Psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen Die psychischen Belastungen der Kinder und Jugendlichen haben in Deutschland einen Höchststand erreicht. Auch in der Heimerziehung ist die Zahl der jungen Menschen, die mit psychischen Gesundheitsproblemen zu kämpfen haben oder von psychischen Erkrankungen betroffen sind, sehr hoch. Inzwischen bieten zahlreiche Einrichtungen Schulungen zu psychischen Störungsbildern im Kindes- und Jugendalter sowie zu den daraus resultierenden Konsequenzen für die pädagogische Begleitung an. Das in den verschiedenen Ausbildungsgängen vermittelte Fachwissen ist häufig nicht ausreichend. Insbesondere die Studiengänge der Sozialen Arbeit sind breit aufgestellt und das Feld der Kinder- und Jugendhilfe mit seinen handlungsfeldspezifischen Wissensbeständen, Methoden und Kompetenzen ist nur eines von vielen. Für eine pädagogische Tätigkeit in der 36 uj 1 | 2025 Aktuelle Entwicklungen in der Heimerziehung Heimerziehung braucht es heute umfassende Informationen zu psychischen Beeinträchtigungen und solide Kompetenzen im Umgang damit, um Verhaltensweisen der Kinder und Jugendlichen verstehbar zu machen und damit die Mitarbeitenden lernen, mit spezifischen Herausforderungen, die sich in der pädagogischen Begleitung ergeben, angemessen umzugehen. Fallbesprechungen und Supervision sind dabei unabdingbar, nicht immer scheinen diese in der Praxis in ausreichendem Maße zur Verfügung zu stehen. Die Arbeit mit psychisch belasteten Kindern und Jugendlichen erfordert auch eine Sensibilisierung an der Schnittstelle Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie, wie wir seit vielen Jahren wissen. Inzwischen wird die Mehrzahl der Einrichtungen mit den ortsnahen Kinder- und Jugendpsychiatrien Kooperationsabsprachen haben, die fallunabhängig die Zusammenarbeit festschreiben und die dann im konkreten Fall die Zusammenarbeit erleichtern. In diesem Zusammenhang ist eine steigende Anzahl an Intensivgruppen, regional unterschiedlich, zu verzeichnen. In diesen werden ausschließlich junge Menschen mit schwerwiegenden psychischen Beeinträchtigungen begleitet. Im Zuge der Debatte um eine inklusive Ausrichtung der stationären Jugendhilfe wird in Gesprächen mit Akteur: innen immer weiter deutlich, dass diese Entwicklung auch kritisch gesehen wird, da Inklusionserwartungen suggerieren, dass alle Leistungsangebote gemeinsam möglich sind und es deshalb keine Trennung zwischen Regel- und Intensivgruppen geben sollte. Entscheidend ist aus unserer Sicht weniger die Frage, wie inklusiv welche Struktur ist, sondern der Blick auf den Bedarf des Kindes bzw. des Jugendlichen im Einzelfall. Intensivgruppen ermöglichen einen höheren Betreuungsschlüssel und kleinere Gruppen. Diese Bedingungen sind oftmals nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig, um pädagogisch mit den hochbelasteten jungen Menschen arbeiten zu können. Geschlechtersensible Pädagogik Im Rahmen der Novellierung des SGB VIII wurde in § 9 SGB VIII Punkt 3 der Auftrag formuliert, dass bei der Ausgestaltung der Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe „die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen, Jungen sowie transidenten, nichtbinären und intergeschlechtlichen jungen Menschen zu berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung der Geschlechter zu fördern“ sind. Die Umsetzung dieser Anforderung ist unserer Einschätzung nach noch in den Anfängen. Die ersten Einrichtungen arbeiten derzeit an Verhaltensleitlinien und Konzepten zu einer geschlechtersensiblen Pädagogik. Das Hinterfragen eigener erlernter Denkmuster und die Etablierung gendersensibler Verhaltensweisen stehen hier als erste Schritte im Fokus. Zum Thema Geschlechtersensibilität gehört auch ein kritischer Umgang mit Medien und eine Auseinandersetzung mit Meinungsbildung und Vorurteilen. Auch hier ist die Vernetzung der stationären Jugendhilfe mit Fachberatungsstellen, die Expertise in diesem Bereich haben, von entscheidender Bedeutung. Die Vernetzung ist nicht nur fachlich geboten, sondern spart darüber hinaus auch eigene Ressourcen. Politische Bildung/ Demokratiebildung Die politischen Entwicklungen, insbesondere der starke Zugewinn der rechten Parteien und ihre ausländerfeindliche Haltung, fordern derzeit die pädagogische und zugleich politische Arbeit der Einrichtungen heraus. Der Anteil an Kindern und Jugendlichen mit ausländischer Herkunft 2021 ist mit 42 % (AKJ 2023) in der Heimerziehung sehr hoch. Dementsprechend leben viele unterschiedliche Nationen in den Gruppen zusammen. Der Schutz der jungen Menschen vor Anfeindungen und Rassismus im stationären wie außerstationären Alltag ist eine zentrale Aufgabe. Umgangs- und Konflikt- 37 uj 1 | 2025 Aktuelle Entwicklungen in der Heimerziehung regelungen, gelebte Partizipation und wertschätzende gewaltfreie Kommunikation können die gleichberechtigte Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Nationalität, ihrem Glauben oder ihrer sexuellen Orientierung, unterstützen und ermöglichen. Unserer Ansicht nach umfasst die Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu selbstbestimmten, aufgeklärten jungen Menschen mit menschenrechtsbasierten Überzeugungen auch eine politische Bildung und eine grundlegende Auseinandersetzung mit der Frage, wie Demokratielernen gefördert werden kann. Diese Aspekte wurden in den letzten Jahren in der Praxis, möglicherweise auch an Hochschulen und Ausbildungsinstituten, nicht in dem Maße als notwendig erachtet. Passende Themen können in der Praxis an Aktionstagen, bei Gruppensitzungen und auch im Alltag aufgegriffen werden. Auch die Reflexion bereits vorhandener Aktivitäten mit Blick auf pädagogische Prozesse und Rahmenbedingungen, die Demokratielernen ermöglichen, etwa bewegungs- und sportorientierte Angebote (Welsche 2021), erscheint uns sinnvoll und notwendig, um zu verdeutlichen, was politische Bildung im pädagogischen Tun bedeutet. Social Media/ KI Aus pädagogischer und rechtlicher Sicht muss die Teilhabe durch digitale Medien und an der digitalen Welt auch in der Jugendhilfe gewährleistet sein. Nach vielen Diskussionen mit Befürworter: innen, Personen mit gegensätzlicher Meinung und den jungen Menschen in der Heimerziehung, die sich zu Recht gegen soziale Benachteiligung gewehrt haben, sind inzwischen in den meisten Einrichtungen ausreichend WLAN-Zugänge und Endgeräte vorhanden. Die rasante Entwicklung der Social-Media-Plattformen erfordert auf allen Ebenen eine Medienmündigkeit, die insbesondere auf den Schutz der Kinder und Jugendlichen zielt. Chancen und Risiken müssen abgewogen werden, um im pädagogischen Alltag konstruktiv mit Medien zu arbeiten und das Potenzial der Medien zu nutzen, z. B. zur Unterstützung im schulischen Bereich oder im kreativen Handeln. Im Rahmen von Projekten machen sich aktuell auch Leitungsverantwortliche auf den Weg, KI für den Einsatz in der Sozialen Arbeit zu erproben. Fachkräftemangel Der Fachkräftemangel ist derzeit ein zentraler Belastungsfaktor in der stationären Jugendhilfe. Erste Gruppen wurden in Baden-Württemberg bereits aus Mangel an Personal geschlossen. Es kommt zu Umverteilungen, die sowohl für Mitarbeitende als auch für Kinder und Jugendliche belastend sein können. Die Problematik ist seit Jahren bekannt und die Lücke zwischen Bedarf und Verfügbarkeit wird trotz aller Maßnahmen zunächst nicht zu schließen sein. Gleichzeitig ist das Arbeitsfeld so komplex, dass es nicht nur schwerfällt, sondern auch problematisch ist, wenn die fachlichen Ansprüche an zukünftige Mitarbeitende abgesenkt werden, um mehr Personal zu generieren (Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen 2021). Wichtige Strategien liegen in der Anerkennung ausländischer Abschlüsse, Überlegungen zu weiteren Quereinsteigeroptionen, Tarifanpassungen und Werbestrategien. Auch wenn diese Strategien umgesetzt werden, werden sich die Effekte für die Praxis allerdings erst in den nächsten Jahren zeigen und damit kaum Auswirkungen auf die aktuelle Situation haben. Der Mangel an Fachkräften führt immer wieder dazu, dass Mitarbeitende eingestellt werden, die nicht ausreichend qualifiziert oder gefestigt sind, nachqualifiziert und eng in der Einarbeitung begleitet werden müssen. Das muss per se nicht problematisch sein, aber es erfordert Zeit und produziert zusätzliche Kosten. Viele Einrichtungen haben in den letzten Jahren Konzepte für Onboarding entwickelt, um die wichtige Phase des Einstiegs zu erleichtern. 38 uj 1 | 2025 Aktuelle Entwicklungen in der Heimerziehung Ein weiterer kurzfristiger Ansatzpunkt, der in den Einrichtungen umgesetzt werden kann, ist die Stärkung der aktuellen Mitarbeiterschaft im Hinblick auf Mitarbeitendenbindung, -führung und -pflege. 2021 lag der Anteil der unter 30-jährigen Mitarbeitenden bei 31,9 %, während der Anteil der über 55-Jährigen bei 15,2 % lag (AKJ 2023). Die Heimerziehung ist somit immer noch ein Einstiegsarbeitsfeld für junge Menschen, die ihre Ausbildung oder ihr Studium abgeschlossen haben. Junge Menschen für eine Tätigkeit in diesem Handlungsfeld zu gewinnen und zu halten, ist deshalb unerlässlich. Im Rahmen einer Fachtagung der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg wurden junge Menschen, die sich aktuell im Studium der Sozialen Arbeit befinden, gefragt, was es braucht, damit Kinder- und Jugendhilfe aus ihrer Sicht ein attraktives Arbeitsfeld ist, in dem sie längerfristig arbeiten können: „Wichtig wäre mir eine angemessene Bezahlung, die meiner Qualifikation und den Anforderungen dieser Arbeit entspricht. Auch realistische angemessene Fallzahlen wären mir wichtig, um adäquat meine Arbeit leisten zu können, ohne überlastet zu sein. Regelmäßige Supervisionen, kollegiale Beratungsmöglichkeiten, Fort- und Weiterbildungen finde ich essenziell, um die Arbeit fachlich zu reflektieren und schwierige Situationen aufarbeiten zu können.“ (Lisa, 23 Jahre, 6. Semester Soziale Arbeit) „Sehr wichtig finde ich eine gesellschaftliche Anerkennung. Es sollte eine stärkere, öffentliche Wertschätzung geben und die Arbeit von Sozialarbeiter: innen sollte sichtbarer werden. Auch politisch gesehen sollte die Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe mehr sichtbar gemacht werden, indem Öffentlichkeitsarbeit geleistet wird. Die Politik sollte Maßnahmen ergreifen, um die Rahmenbedingungen der Kinder- und Jugendhilfe zu verbessern (z. B. Betreuungsschlüssel anheben).“ (Karolin, 26 Jahre, 6. Semester Soziale Arbeit) Dem Nachwuchs eine Stimme zu geben, nicht nur in Bezug auf die Fachkräftesituation, ist eine Grundvoraussetzung für erfolgversprechende Zukunftsplanungen. Das bedeutet auch, dass eine Verzahnung von Ausbildungsstätte und Hochschule mit den Einrichtungen unerlässlich ist. Praktika, sowohl kürzere als auch längere, sichern nachweislich Zugänge in die Kinder- und Jugendhilfe und sollten nicht als Belastung, sondern als Chance der Mitarbeiter: innengewinnung eingestuft werden. Kinderschutz Die Gewährleistung des Kinderschutzes ist ein weiterer wichtiger Auftrag jeder stationären Einrichtung. In den letzten Jahren haben sich die Anforderungen an Akteur: innen der Kinder- und Jugendhilfe durch das KJSG deutlich erhöht. Präventionskonzepte, Gewaltschutzkonzepte, Interventionsleitlinien wurden erstellt und Mitarbeitende geschult und zum grenzachtenden Umgang verpflichtet. Darüber hinaus wurden die Anforderungen in der Betriebserlaubnis geschärft und das Meldeverfahren erweitert. Das ist erwähnenswert, weil es deutlich macht, dass der institutionelle Kinderschutz kein Selbstläufer ist, sondern immer und immer wieder neu betrachtet werden muss. Diese Neubetrachtung braucht es aus unserer Sicht auch in der Zusammenarbeit mit der öffentlichen Jugendhilfe in der Frage, wie Kinderschutz bewertet und verstanden wird. In einigen Regionen in Baden-Württemberg wird der Ansatz „Signs of Safety“ mit allen Akteur: innen im Kreis bzw. in der Stadt geschult. Entscheidend ist dabei der gemeinsame Prozess, der zu einem gemeinsamen Handeln führen wird. Das Deutsche Jugendinstitut hat 2023 zu „Signs of Safety“ eine interessante Expertise erstellt (Kindler 2023). Ein weiterer wichtiger Aspekt im Kinderschutz ist die Hilfeplanung als zentrales Steuerungsinstrument in der stationären Jugendhilfe. Sie 39 uj 1 | 2025 Aktuelle Entwicklungen in der Heimerziehung sichert die Beteiligungsrechte der Kinder, Jugendlichen und ihren Eltern, ermöglicht durch eine konsequente Arbeit an Zielen im Hinblick auf Ressourcenerweiterung und die Effektivität der Arbeit (Welsche/ Triska 2023). Der Personalmangel führt in der Praxis derzeit teilweise dazu, dass die Hilfeplanung droht, an Bedeutung zu verlieren, indem z. B. Ziele bereits vorformuliert sind, Gespräche verschoben oder erst nach einem längeren Zeitraum angesetzt werden. Aus unserer Sicht ist diese Entwicklung sehr kritisch zu sehen. Im Jugendforum der Caritasverbände in Baden-Württemberg haben sich die jungen Menschen aus der Heimerziehung deutlich dafür ausgesprochen, dass die Hilfeplangespräche zeitlich individuell durchgeführt werden sollen und dass sie sich wünschen, an diesen (besser) beteiligt zu werden (Abbildung 2). Ökonomisierung/ Risikomanagement/ Nachhaltigkeit Die Einrichtungen der stationären Jugendhilfe unterliegen den Auswirkungen gesellschaftlicher und politischer Schwankungen. Die letzten Jahre haben zwar gezeigt, dass Krisen gemeistert werden können, aber in Zeiten immer knapper werdender Ressourcen oder anderer Priorisierungen ist es unerlässlich, dass „ökonomische Überlegungen wie Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Ressourcenallokation verstärkt in [der] Planung, Umsetzung und Evaluation“ (Situm 2023, 454) berücksichtigt werden. Insbesondere mit Blick auf die Bedarfe der Kinder, Jugendlichen und deren Familien muss gewährleistet sein, dass ökonomische Aspekte nicht Entwicklungs-, Teilhabe- und Schutzbedürfnisse sowie Menschenrechte einschränken. Abb. 2: AGE Freiburg, Ergebnisdokumentation Jugendforum 2024 40 uj 1 | 2025 Aktuelle Entwicklungen in der Heimerziehung Im Bereich der Entgeltvereinbarungen ist dieser Aspekt ebenfalls zu berücksichtigen. Die Forderung nach Risikozuschlägen und belegungsunabhängigen Kostenerstattungen, z. B. Vorhaltekosten, ist durchaus berechtigt. Es ist nicht mehr haltbar, Spielräume allein über Auslastungsquoten zu regeln (Bernzen 2023). Auf Grundlage der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung entwickeln sich die Einrichtungen zukünftig zu nachhaltigen Unternehmen und berichten mit ihrem Jahresabschluss über den Umgang mit sozialen und ökologischen Herausforderungen. Durch die Umsetzung soll erreicht werden, dass „der Umgang von Unternehmen mit Nachhaltigkeitsrisiken und Nachhaltigkeitsauswirkungen über die gesamte Wertschöpfungskette transparenter gemacht [wird]“ (Bundesministerium der Justiz 2024). Derzeit werden in der stationären Jugendhilfe unterschiedliche Grundlagen verwendet, etwa die Gemeinwohl-Ökonomie oder der Deutsche Nachhaltigkeitskodex. Die Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsthemen ist auch im Hinblick auf die Verantwortung für ein gutes Aufwachsen der jungen Menschen und ihre Familien unerlässlich. Zusammenfassung und Empfehlungen Aus den von uns ausgewählten Schwerpunktthemen leiten wir folgende Implikationen für die Praxis ab: ➤ Die Umsetzung der inklusiven Jugendhilfe als konsequente Bedarfsorientierung zum Wohle der Kinder und Jugendlichen muss unabhängig von rechtlichen Rahmenbedingungen ein wichtiger Meilenstein in der stationären Jugendhilfe sein. ➤ Der aktive Einbezug des Sozialraums und der Lebenswelt sowohl der Einrichtungen als auch der Herkunftsfamilien sollte mehr Berücksichtigung finden, um dauerhafte und damit nachhaltige Veränderungen zu ermöglichen. ➤ In Zeiten knapper Ressourcen ist der Ausbau von Kooperationen sinnvoll und notwendig. ➤ Elternbeteiligung sollte konzeptionell in jeder Einrichtung angepasst und an die Zielgruppe umgesetzt werden. ➤ Geschlechtersensible Pädagogik sollte in der Praxis fortlaufend weiterentwickelt werden. ➤ Politische Bildung muss als Aufgabe der Jugendhilfe gesehen und angenommen werden. ➤ Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz muss innerhalb der Jugendhilfe erprobt werden. ➤ Maßnahmen der Fachkräftebindung sollten unter Einbindung der Vorstellungen junger Berufsanfänger: innen erfolgen. ➤ Es braucht im Handlungsfeld eine Verständigung zwischen den verschiedenen Akteur: innen, was Kinderschutz bedeutet. ➤ Hilfeplanung muss als Steuerungsinstrument beibehalten werden. ➤ Krisenfestigkeit von Einrichtungen kann nur durch einen bewussten Umgang mit Unternehmensrisiken entstehen. Ein Hinweis, der sich aus unseren Beobachtungen für die Lehre ergibt, bezieht sich auf die Vermittlung von ausreichendem Fachwissen und Kompetenzen im Umgang mit psychischen Belastungen der Kinder, Jugendlichen und ihrer Herkunftssysteme. Das ist originäre Aufgabe der Hoch- und Fachschulen. Die Kinder- und Jugendhilfe ist einer der größten Bereiche im Kontext der Sozialen Arbeit, die B. A.-Studiengänge der Sozialen Arbeit sind allerdings generalistisch ausgerichtet und damit sind die curricularen Möglichkeiten zur Vermittlung der benötigten Kompetenzen für dieses Handlungsfeld, insbesondere bei Betrachtung der Entwicklung im Bereich der psychischen Erkrankungen, sehr begrenzt. Uns stellt sich die Frage, ob sich hier nicht etwas ändern muss, damit Absolvent: innen der Sozialen Arbeit, die in der Jugendhilfe tätig werden wollen, auch mit dem notwendigen Wissen und Können ausgestattet sind, sich so 41 uj 1 | 2025 Aktuelle Entwicklungen in der Heimerziehung als wirksam erleben können und in der Konsequenz bleiben und nicht in andere, vermeintlich einfachere Felder wechseln. Diesen persönlichen Blick auf aktuelle Entwicklungsfelder in der Heimerziehung abschließend, möchten wir die Chancen, die in einer engen Kooperation zwischen Praxis und Hochschule liegen, betonen. An Ausbildungsinstituten und insbesondere an Hochschulen der Sozialen Arbeit gibt es ausgewiesene Expertise und Ressourcen, um praxisbezogene Fragestellungen zu bearbeiten. Diese Ressourcen bestehen nicht nur in wissenschaftlicher Forschung im engeren Sinne, sondern auch in Form von Lehrforschungsprojekten oder Qualifikationsarbeiten. Eine enge Zusammenarbeit, insbesondere in bewegten Zeiten wie diesen, ist gewinnbringend für alle Beteiligten. Sabine Triska Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg e.V. Alois-Eckert-Str. 6 79111 Freiburg E-Mail: triska@caritas-dicv-freiburg.de Prof.in Dr. Mone Welsche KH Freiburg Karlstr. 61 79104 Freiburg E-Mail: mone.welsche@kh-freiburg.de Literatur Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik (2023): Monitor Hilfen zur Erziehung 2023. Eigenverlag Forschungsverbund DJI/ TU Dortmund an der Fakultät 12 der Technischen Universität Dortmund Bernzen, C. (2023): Aufwand, Ertrag und Gewinn in der Kinder- und Jugendhilfe. Jugendhilfe 6, 485 - 490, http: / / dx.doi.org/ 10.1007/ 978-3-531-19096-9_5 Bundesministerium der Justiz (2024): Pressemitteilung: Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen: Europäische Vorgaben sollen möglichst bürokratiearm ins deutsche Recht umgesetzt werden“. In: https: / / www.bmj.de/ SharedDocs/ Pressemitteilungen/ DE/ 2024/ 0724_CSRD.html, 4. 10. 2024 Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen (2021): Zukunftsforum Heimerziehung - Bundesweite Initiative zur Weiterentwicklung der Heimerziehung. IGFH - Eigenverlag, Frankfurt am Main Kieslinger, D., Owsianowski, J. (Hg.) (2024): Inklusiver Kinderschutz, Anforderungen, Herausforderungen, Perspektiven. Lambertus-Verlag, Freiburg Kindler, H. (2023): Signs of Safety - Stärken und Schwächen des Konzepts für den Einsatz im Kinderschutz: Bd. 3, Fachkonzepte und Qualitätssicherung; Expertise. Deutsches Jugendinstitut e.V., München Macsenaere, M., Hiller, S., Fischer, K. (2010): Outcome in der Jugendhilfe gemessen. Lambertus, Freiburg Moos, M., Schmutz, E. (2012): Praxishandbuch Zusammenarbeit mit Eltern in der Heimerziehung: Ergebnisse des Projektes „Heimerziehung als familienunterstützende Hilfe“. Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz, Mainz Situm, M. (2023): Ökonomisierung der Kinder- und Jugendhilfe: Wagnis, Risiko, Ertrag - ein grundlegender Überblick. Jugendhilfe 6, 455 - 462 Statistisches Bundesamt (2023): Kindeswohlgefährdungen 2022: Neuer Höchststand mit 4 % mehr Fällen als 2021. In: https: / / www.destatis.de/ DE/ Presse/ Pressemitteilungen/ 2023/ 08/ PD23_304_225.html, 4. 10. 2024 Welsche, M. (2021): Demokratie erlebt und gelernt in bewegungs- und sportorientierten Angeboten? sozialmagazin 1 - 2, 26-32, http: / / doi.org/ 10.3262/ sm 2102026 Welsche, M., Triska, S. (2023): Hilfen zur Erziehung. Theorie und Praxis der vollstationären Maßnahmen. Kohlhammer, Stuttgart, https: / / doi.org/ 10.17433/ 978-3-17-042038-0